Beiträge von dagmar007

    Mir ist in den letzten Wochen aufgefallen, in denen ich mich zwangsläufig um dieses Thema kümmern muss und mich selber auf den richtigen Weg bringen muss, dass erst ab dem Moment wo wir selber uns leben sich überhaupt etwas ändern kann.

    Du sprichst davon, liebe Riverdance, dass Dein Partner noch viele Helfer hat. Klar, die machen es so wie wir (sagt Tihaso schon richtig) nun aber haben wir die Chance uns zu erkennen. Und auch zu verändern. Andere Helfer wird es immer geben, mal mehr mal weniger - Abstürze können wir nicht forcieren. Ich dachte am Anfang voller Wut: Mensch, so viel Schrott wie der bringt, müsste der doch jeden Tag darauf selber ausrutschen. Geschah nicht, ein paar Helfer oder Deckende blieben.

    Nun ist es aber so, dass scheinbar sein Leben alles an Stabilität verloren hat, was durch meine frühere Anwesenheit da war. Ich wollte mich in den 8 Jahren der Beziehung fallen lassen und stürzte ins Bodenlose. Nun will ich es nicht mehr - ich brauche es nicht mehr, in lasse mich in mich fallen und versuche mein Leben und meine Gefühle zu leben und siehe da, die Gegenseite muss sich umstellen. Sie muss überlegen, einfach weil alte Spiele nicht mehr gehen. Auch ein alkoholkranker muss nun in sich herein hören und sei es nur um die Spiele zu ändern und uns gefügig zu machen, aber auch das ist schon ein Schritt, der Stress bedeutet und somit auch evtl. den Leidensdruck etwas zu ändern.

    Vielleicht sehe ich das falsch, da bin ich froh über Infos von Betroffenen.

    Ich selber merke hier dass mein Ex seit einiger Zeit kämpft wie ein Löwe, derzeit versucht es es gar mit NULL Alkohol (davon halte ich nichts, aber es ist seine Entscheidung, evtl. dann auch sein heftigster Rückfall). Hoffnungen oder Erwartungen bringe ich damit keine in Verbindung. Aber es stellt sich Bewegung ein. Ist das nicht schon viel in einer kranken Beziehung? Meiner Meinung nach ist es so, da wo Bewegung und Leben ist können und müssen sich Änderungen ergeben. Ob diese positiv sind oder negativ ist für mich im ersten Moment egal.

    Wochenlang wollte ich wie Du, Riverdance, Antworten. Warum hat er was getan, wieso ist das so und überhaupt, warum schmeisst er mich so einfach weg. Es kam immer nur "ich weiß es nicht". Ich konnte das nie verstehen, man/frau muss doch wissen was er/sie will.

    NEIN - in meinem Fall wirklich klares NEIN - das Wissen um die Gewohnheit und die Sicherheit meiner Gegenwart sorgte dafür es nicht wissen zu müssen! Es gar nicht hinterfragen zu wollen! Alles lief gleich weiter, denn ich kämpfte um eine verlorene Beziehung.

    Als ich den Kampf eingestellt habe und nunmehr nur noch für mein Leben kämpfte da kam Bewegung in die Sache. Und eines Riverdance, habe ich ganz schnell begreifen müssen: für mich persönlich ist eine Ortsveränderung nötig um mein Leben zu leben. Sollte es Chancen für eine solche Partnerschaft geben, dann hätte ich diese nur eine räumliche Veränderung, der zuvor eine räumliche Trennung voraus geht.

    Erstens glaube ich jeder Co muss sich auf sich selber besinnen, was bei der Eigenverantwortung für den Müll und die eigene Wohnung beginnt (es war für mich immer bequem zu sagen "Nimmst Du den MÜll mit?")
    Wenn wir Gespräche in dem Haus führen, in dem unsere Suchtkariere lebt, dann sind diese zu oft begleitet von alten Mustern und Schmerzen und führen oft in Einbahnstraßen.
    Gespräche an neuen, wertfreien Orten oder der Natur laufen anders. Keiner von uns hat Heimvorteil oder kann sich durch Handy ect. ablenken.

    Ich will damit sagen, egal ob es eine Chance des erneuten Zusammenkommens gibt oder nicht, bei Menschen wie bei mir muss zuvor eine Trennung erfolgen. Das heißt nicht zwangsläufig das Ende einer Beziehung, aber das Auflösen alter Muster und Lebensweisen, die eingefahren sind.

    Ich habe in den letzten Wochen begriffen was Stagnation aus mir und meinem Leben gemacht hat. Da hat der Alk nichts damit zu tun. Ich bin stehengeblieben !!!! Diese Stagnation galt auch für andere Bereiche. Nun lebe ich mit meinem Umfeld in Übereinkunft und gemeinsamer Entwicklung. IN wie weit mein Ex mit dabei ist kann ich nicht sagen - ist auch derzeit nicht interessant. Und das, obwohl ich lange nicht loslassen konnte......

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dagmar

    Liebes Kaltblut,
    ich denke, genau darin liegt unser Weg gesund zu werden - ebenso wie der eines Alkoholkranken - stop zu machen, sich den Fahrplan durchzulesen und die beste Verbindung zu suchen. Sollte es dann mal eine außerplanmässige Änderung geben, so stellen wir uns um.

    Als ich mein neues Häuschen besichtigte wollte ich mir das Örtchen betrachten, einfach nur wie der Flair ist. Eine Kirche lag auf dem Weg, genial an schwülen Tagen und ruhig, Zwang zur Besinnung. Ich war eine geraume Zeit dort wo es ein Bild gab - ein Heiliger mit Flügeln über sich. Damals dachte ich, diese schützenden Flügel könnte ich brauchen.

    Das Haus wurde mir zugesagt und handschriftlich bestäigt, auch wenn es noch keinen offiziellen Mietvertrag gibt gehe ich davon aus das Wort zählt. Diese Flügel hatte ich wohl auch.

    Schau unsere Beziehungen sind ja jeweils von zwei Seiten schwer. Leider kann ich Dir noch nicht einmal raten, weil Du schon weiter bist als ich, mehr begriffen hat und Deine Partnerin an der Trockenheit arbeitet.

    Mein Ex kämpft gerade wie ein Löwe und ist bemüht ohne Alkohol mit sich klar zu kommen. Nun, ob das funktioniert dürfte sehr fraglich sein. Aber es gibt etwas anderes was ich in dem Bezug sehr wichtig finde. Nur durch ein Loslassen und eigene Entscheidungen zu übergeben müssen beide Seiten sich überhaupt erst Gedanken machen. Nur beim loslassen kann man erfahren ob etwas "fehlt". Nur wenn die Wege sich zuweilen - egal wie oder auf welche Art - trennen kann ein Rückbesinnen erfolgen.

    Nach 8 Jahren gab es bei uns nur Alltag und eigentlich Frust. Er in der Werkstatt mit Prinzessin Alk ich mit meinem Frust am PC. Genial! Keiner von uns besann sich auf sich selber oder die Beziehung sondern verkroch sich.

    Dieser Horror, den wir gerade durchmachen zwingt beide sich zu reflektieren und die eigenen Wege zu überdenken, auch die eigenen Fernziele und Gefühle (sofern eben überhaupt spürbar). Ich habe nun den Nachteil, dass mit mir noch Spielchen gespielt werden könnten, was ich nicht immer erkennen kann, aber auch daran lerne ich.

    Du sagst, Dein Kopf tickt nicht sauber und wenn Ihr Euch gegenseitig nicht gut tut.

    Nun, Dein Kopf und Deine Gedanken scheinen Dir Probleme zu bereiten bzw. Du hast das Gefühl Deiner Partnerin nicht gut zu tun, wenn ich das richtig verstehe. Ich weiß nicht, ob wir das immer so richtig einschätzen können. Wir haben dem anderen gegenüber eine Zuneigung, bemerken etwas läuft schief und ändern das Verhalten. So und nun wird oft alles anders - wir der Partner. Eigentlich reisen wir nun ein Stück gemeinsam bis jeder eines Paares seinen Zielort kennt. Genau diese Reise ist ja auch ein neues Finden, ein anderes Sehen. Ob wir da ganz klar sehen können weil wir ja die Vergangenheit und alte Muster nicht wegstreichen können, weiß ich nicht.

    Ich kann leider auch meine Beziehung ganz schlecht als Beispiel nehmen weil mir da nicht klar ist, was da gerade mit ihm passiert oder welche Spiele er spielt.

    Aber: eines weiß ich, er ist gezwungen sein Verhalten zu überdenken. Sei es um seine Spiele zu spielen oder etwas erkannt zu haben - so wie es früher lief geht es nicht mehr. Ich selber gewinne Abstand und auch einen gewissen Frieden mit mir und dem Horror hier. Ich spüre auch je mehr ich in und bei mir bin, desto mehr ich ganz normal mit meiner Umwelt lebe desto selbstbewußter werde ich und bin für mein Gegenüber nicht mehr zu erkennen (wobei das schon länger der Fall ist, da diese Veränderung nun über ein halbes Jahr geht).

    Ich will damit einfach nur sagen, je klarer Du mit Dir kommst, desto klarer kommst Du vermutlich auch mit Deiner Umwelt. Für mich wirkt es gerade ein bischen so, als wäre ich in der Lage mit meiner Welt um mich herum - auch mit dem alkoholkranken Ex-Freund Frieden zu schließen. Dies aber in meinem Fall nun nichteinmal über den Wunsch im Kopf sondern irgendwas ist passiert, das ich selber so nicht verstehe.

    Vor allen Dingen spüre ich das im Außenkontakt zu neuen Menschen. Ich bin wieder so wie früher: offen und nehme neue Menschen um mich wahr, suche den Kontakt und freue mich über genau diese neuen Gespräche. Das schon kommt nach außen und scheint das gesamte Umfeld zu beeinflussen.

    Am deutlichsten spürte ich es bei meiner Mutter, die ähnlich tyrannisch sein kann wie mein Ex. Irgendwann fand ich die Verbindung der beiden, war erst sehr böse und ab dem Moment musste meine Mutter mich anders kennen lernen. Nicht böse, nicht wütend, sondern mit bestimmenden Aussagen. Ich, alter Esel, habe wohl bis jetzt gebraucht um mich von ihrem Druck frei zu machen. Ihr und sein Druck - die fallen nun von mir ab.

    Bei Dir kann das ähnlich werden wenn vielleicht mehr Frieden in Herz und Kopf ist. Du Dich nicht als Hemmnis für sie betrachtest (falls ich das richtig verstanden habe) sondern als Mensch der sie schätzt. Denn solche Menschen, die jemanden schätzen, sind immer Gold WERT, egal ob als Partner oder Freund!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach lieber Franke,
    ich glaube nicht, dass es Hohn ist - ich denke derzeit beobachten zu müssen wie schwer es ein alkoholkranker mit sich selber hat. Ich für mich versuche es zu akzeptieren dass "normale" Problemlösungen so nicht möglich sind. Auch eine Einsicht kann nur durch unsere Gespräche nicht erfolgen, dazu würde über die Jahre zu viel automatisiert.

    Natürlich hätte sie Zeit gehabt, aber wie so viele scheint sie zu denken, sie schaffe es selber - vielleicht ist dem auch so - ich weiß gar nicht, ob wir das beurteilen können.

    So ein bischen habe ich fast das Gefühl, du hast Angst vor den Konsequenzen. Zwar peilt sie keine Therapie an, aber sie ist trocken - Dein Wunsch war aber Therapie.

    Ich selber artikuliere da keine Wünsche oder Hoffnungen, da ich nicht weiss ob mein Ex alkoholkrank oder alkoholiker ist - ich weiß nicht, was ein Arzt ihm raten würde (würde er denn mal seine Hilfe in Anspruch nehmen). Ich für mich weiß daß ich ausziehe, dass der räumliche Abstand wichtig ist und er für sich sein Leben durchleben muss - egal wie.

    Mir persönlich ist es zu schwierig und zu aufwendig zu überlegen wer hat nun was getan und warum geht es nicht voran? Gibt es keine Termine oder will er nicht oder oder oder.

    In meinem nächsten Haus gibt es keinen Alk - sollten wir uns jemals dort treffen sollen, was derzeit nicht in Planung ist, so ist das schon mal vom Tisch. Ja, mein Ex versucht derzeit wohl zu kämpfen - sofern man das sagen kann - auch wohl ohne Alk. Aber das alles ändert nichts an dem drumherum und ich will ihn weder unter Druck setzen noch etwas totdiskutieren. Er soll laufen - seinen Weg - seine Strecke in Freiheit und mit seinen Entscheidungen leben. Ich denke, dass ist viel schlimmer als würde ich ihn unter Druck setzen.

    Spielt es im ersten Moment eine Rolle warum getrunken wird? Ich meine der Trinkende muss - egal warum er es tut - den Wunsch haben das zu ändern. Wenn der Wunsch da ist so kann betrachtet werden warum getrunken wird. Aber nur mit der Bereitschaft kann der Kranke ja selber aufdecken woran es wirklich liegt.

    Es ist mir zu einfach zu sagen wegen Problemen, oder wegen Dir oder einfach weil es leichter ist. Ich denke da liegt vieles in Verbindung miteinander. Viel Kraft wünsche ich Dir, denn mir wäre diese Kontrolle und diese Gespräche echt zu mühsam. Da müsste ich ihn kontrollieren und hinterher wäre ich enttäuscht wenn Lügen dastehen.

    Ich bin gespannt, wie es bei Euch weitergeht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lass ihn sitzen, auch wenn es weh tut. Wenn ihm seine Beine nicht gehorchen, dann sind es seine! Deine Beine und Arme sorgen sogar für den Teich. Mein Gott CSA, mir geht es ebenso, ich sehe das Wrack dass noch übrig ist, ein Mensch, der nicht weiss was er will, ob er was will, der einfach gerade mal noch funktioniert.

    Entsetzlich anzusehen. Am liebsten würde man ihm eine Ohrfeige geben und ihn aus dem Schock holen. Aber es geht nicht! Ich denke immer das kann doch alles nicht sein - kein Denken mehr möglich, kein Fühlen mehr möglich (nichtmal für ihn selber) aber h a l l o aufgewacht - natürlich geht es nicht mehr: Das Leben ist durchstreift von Lügen, Ersatzhandlungen, Ausflüchten und vielleicht auch den eigenen Gedanken, die vielleicht zuweilen erfassen was los ist.

    Ich habe den Eindruck bei mir zwar bin ich traurig und es geht mir nicht optimal. Aber ich gehe in eine Richtung.

    Mein meinem Ex-Partner gewinne ich den Eindruck, ihm geht es viel besser, er spürt keine Gefühle, Gewissen oder Achtung anderer Menschen. Das aber scheint einer der Gründe zu sein, warum er sich wohl irgendwie im Kreis bewegt. Dieses nicht wissen was er will ist für mich ein im Kreis bewegen, ein Zeit verlieren und ein weiteres betäuben.

    Loslassen ist schwer, sauschwer und tut sooo weh - aber es gibt auch Stabilität und eigenes Gleichgewicht. Bei mir immer verbunden mit kleinen Rückschritten, die aber letztendlich immer wieder zu einem Schritt vorwärts führen.

    Du ich ich kriegen gerade wieder ein paar tolle Spiele serviert: reduziere ich die Menge, so habe ich alles im Griff. Du bist nicht hilflos, auch wenn es jetzt so erscheint. Du arbeitest gerade an Deiner Bewältigung und das benötigt Zeit. Diese Zeit erlaubt es Dir immer weiter zu gehen und selber vieles ändern zu können. Hilflosigkeit ist denke ich am Anfang immer da wenn eine Situtation neu ist.

    Halt Dich wacker,
    Schrittchen für Schrittchen

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du Lacerta,
    eigentlich sind deutliche Worte von Freunden Gold wert. Nur durch Kritik können wir wachsen und selber ungeahnte oder nicht offen erkannte Seiten an uns begreifen.

    Ich finde es ganz toll, dass dieses Paar sagt die alten Zeiten sind vorbei. Sie sagen Dir damit auch deutlich, dass sie sich für Dich interessieren und nicht für ihn. Sie wollen Dich in DEIN Leben schicken und IHN hinter Dir lassen. Ich glaube, dass ist toll von ihnen weil Du es so auch langsam leben wirst, immer Stück für Stück.

    Klar fehlen uns die Expartner immer mal wieder, klar geht es auf und ab - läuft das aber nicht immer im Leben so - läuft das nicht auch in gesunden Beziehungen so. Ist vielleicht der einzige Unterschied, dass wir viel negatives auf uns reflektieren oder uns die Schuld zuweisen wollen?

    Viel Kraft wünscht Dir
    Dagmar

    Da könntest Du recht haben mit dem Punkt "schon wieder ein Ausrichten auf ihn" auch wenn es das ist die Gefühle nicht zeigen zu wollen. Also Stärke sugerieren zu wollen.

    Ist nicht von der Hand zu weisen.

    Im Gegenzug dazu ist aber das Kontrollverhalten wieder eingestellt ;) ein bischen pervers und muss die nächsten Tage noch betrachtet werden, aber ich denke, was da jetzt läuft ist einfach der Vollwaschgang aller Geschnisse miteinander.

    Zuvor war ich im Feinwaschgang unterwegs, habe auch den Weichspüler für mein Verhalten untergemischt und nun geht es an die Kochwäsche. Die Seele gehört zur Kochwäsche und deren Tränen, die Kontrolle war die Feinwäsche um zu begreifen.

    Mir geht es gut, ich bin gerade etwas aus dem Tritt, aber erlaube mir für heute erst etwas langsamer in den Trockner zu gelangen :) Dann ist der Tag heute halt etwas suspekter als sonst, aber was solls. Ich werde später Bewerbungen schreiben, mir ein Stück Erdbeerkuchen genehmigen und auf den Regen warten der unsere Schwüle hier hoffentlich wegtreibt.

    Ich spüre vermutlich einfach, dass dieses unrsprünglich sehr langsame vorankommen nun schneller wird, als auch Teilbereiche abgeschlossen werden. Bisher war ja jeder Punkt für sich eine Baustelle. Viele der Baustellen sind abgebrochen und verstanden.

    Wir sind nun eben bei der Baustelle angelangt, die der endgültigen Loslösung dient. Er spürt den Abstand und stellt sein Verhalten um, also einfach nur die nächste Stufe, auf die ich lernen muss zu reagieren.

    Weißt du Crevette, für ihn sah das mal so toll aus: eine Frau von der er meinte sie "wolle" ihn und eine die um ihn kämpft. Dummerweise ist die kämpfende des Kampfes müde geworden und die, von der er dachte sie "wolle" ihn will ihn abschießen und fährt mehrspurig. Natürlich muss da sein Verhalten anders sein und ich wieder für mich ein neues Verhalten lernen. Ich versuche ja für mich Einklang mit dem Seelenleben zu bekommen, mit allen den Facetten, die mir von ihm oder anderen Menschen serviert werden können. Also muss ich das jetzt hinterfragen, meine Gefühle zulassen und einfach ich bleiben.

    Ich sehe keine Gefahr des Umfallens, das steht für mich in keinster Form im Raum. Ich fand es halt schade Energien vergeudet zu haben und Kraft, die ich für anderes sinnvoller einsetzen hätte können.

    Auf der anderen Seite ist es aber wohl so, dass ich dadurch wieder einen Schritt weiter komme. Allein das Bewußtsein, der Kontrollmassnahmen, scheint sie mir nämlich abgewöhnt zu haben. Halt, nicht das Bewußtsein, das hatte ich - aber das offene "Zugeben" der Schwachstelle.

    Alle Schritte hielt ich durch - Autoschlüssel abgenommen, wenn irgendwas gemeinsames ist, so fahre ich (auch wenn ich nicht gerne Auto fahre) denn zu ihm setze ich mich nicht ins Auto. Punkt.
    Ich schlafe in meinem Schlafzimmer, Gespräche beende ich wenn sie mir nicht gut tun. Die Dinge, die ich schon länger erarbeitet habe blieben konstant und ohne umfallen.

    Jetzt kommen halt die nächsten ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh jeh, Tihaso, das ist eigentlich wirklich das, was sich durch das Verhalten von Kranken Menschen zieht: sie sind wohl oft nicht mehr in der Lage sich in andere zu versetzten oder deren Gefühle, Schmerzen oder Ängste zu spüren. Sich einfach auch länger auf ein Gespräch zu konzentrieren und zu überlegen was damit verbunden ist, einfach das Gehirn arbeiten zu lassen.

    Ich denke, Deiner Schwester kannst Du ganz doll dankbar sein, nicht nur, dass sie Deine Worte bestätigt, sondern sie zeigt und sagt Dir wo Du nun objektiv sehen kannst und wie Du Dich entwickelt hast, was gibt es schöneres?

    Und auch die Kiddies scheinen es durch die Therapie und die Gespräche mit Dir hinzukriegen alles zu verarbeiten. Nicht schön, was sie erleben mussten - keine Frage - aber nun eine Chance für ihr zukünftiges Leben nicht so benutzt zu werden wie wir.

    Sie können ihre Muster schon gleich gesünder stricken, so wie wir unsere umstricken. Trotz allem schlimmen können wir alle dadurch ganz viel lernen. Wir haben Schmerzen und oft wohl das Gefühl am Leben zu verzweifeln, aber wir bearbeiten und wachsen dadurch Stück für Stück. Wie viele Menschen gibt es, die in Suchtbeziehungen bleiben, sich selber und den Partner kaputt machen und auch noch Freunde und Angehörige dadurch verlieren weil sie in Spiele eingebunden werden?

    Nichts ist so schlimm, als das es nicht dennoch für irgendetwas gut sein könnte, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hart aber ehrlich! Selten, dass ich irgendwo eine solche Konsequenz erlebt habe. Wobei es auch ein Akt der Fairness ist zu sagen "Geh Deinen Weg für den Du Dich entschieden hast". Eine Direktheit, die ich nur bewundern kann.

    Weißt Du Bienchen, diese Etappensiege sind bei mir keine gewesen! Letztendlich war ich ja immer noch greifbar. Mein Ex hat mir gestern ganz erhlich gesagt, zwar habe er geschockt gesehen dass ich tatsächlich packe, aber er will es noch nicht wahrhaben und realisiert es nicht.

    Ich bin noch da! Er kann noch mit mir reden - er kann noch Spiele spielen - er kann mich noch "überzeugen" und vor allen Dingen ich bin noch in seinem Einfluß da ich noch hier lebe. Also kein Schritt von mir war ein Sieg. Es waren für mich selber kleine Schritte, die mich weiterbringen, für mich selber Erfolge oder Abgrenzungen.

    Nie aber irgendwelche Schritte, die ihn irgendwo oder irgendwie massgeblich zur Besinnung brachten, den wie gesagt: noch bin ich da!

    Ich habe einige Tage bei Freunden verbracht und er war durch den Wind. Aber ich bin ja nicht dort geblieben sondern wieder da. Also kann er ja so schlecht nicht sein ;)

    Ich befürchte, bei Dir ist die Hoffnung noch das, was sich quer Beet durch Dein Gefühl zieht und Du dabei Dich selber vernachlässigst. Das ist o.k. wenn Du dich bewußt dafür entschieden hast. Dann ist einfach für Dich noch nicht der Zeitpunkt gekommen etwas für Dich zu ändern. Ich denke, das ist ganz o.k. - auch ich habe Jahr benötigt. Auch ich frage mich jetzt noch oft: Warum? Hat alles so kommen müssen? Ich wünschte ....

    Aber es kam nun mal alles so, was ich wünschte hat sich nicht erfüllt und somit muss ich selber daran arbeiten meine persönlichen Wünsche zu erfüllen - eben ohne meinem Partner, weil meine Wünsche nicht seine Wünsche sind.

    Will ich also von mir selber behaupten zu "lieben", dann muss ich ihm seinen Weg erlauben. Mit allen Konsequenzen (auch wenn das meine Schmerzen) sind. Ich muss ihm erlauben an sich selber rumzuschnipfeln, weil er seit Jahren eine Warze nicht in den Griff bekommt - er will schnippeln und nicht zum Arzt. Seine Entscheidung - die Entscheidung eines erwachsenen Menschen, in die ich mich nicht einzumischen habe!

    Ich wünsche Dir viel Glück und Kraft
    Dagmar

    Wer weiß, vielleicht hat die Schwiegermama schon länger auch einen Verdacht, vielleicht hat sie manches erkannt, was Fish in dem Moment noch gar nicht klar war. Vielleicht wird es auch erst jetzt klar werden.

    Lasst Euch nicht kirre machen von einer solchen Angst, es ist egal was er erzählt! Die Menschen um Euch rum, die wirklich wertvoll und fair sind, die machen sich die eigenen Gedanken, reden mit Euch, fragen Euch oder bilden sich selber eine Meinung.

    Diesen Gedanken musste ich mir nicht machen, weil das Umfeld auf mich ganz schnell reagierte und mir eigentlich schon vor Jahren signalisierte "Warum bist Du mit ihm zusammen". Das Umfeld hat oft wachere Augen als wir - unterschätzen wir nicht unsere Mitmenschen, weil wir einen Alkoholkranken überschätzt haben.

    Die Mutter meines Ex sagte damals ganz klar zu mir: "Ich kann Dich sehr gut verstehen, der wird nicht klug, vielleicht sollte er in Therapie. Eventuell begreift er es wenn er mal 50 ist - falls er das noch werden sollte". Ihm gegenüber sagt sie am Telefon "Du musst es selber wissen". Faires Verhalten finde ich!

    Ich glaube Mädels - das ist ein Co-Punkt : was denken andere über uns! Mädels: wir müssen tun was für uns lebenswichtig ist und dem Überleben dient, dabei ist es egal, was andere denken! Sie leben nicht mit unserem Gegenstück.

    Lasst unsere Kranken erzählen was sie wollen, lasst sie doch versuchen alles auf ihre Sichtweise zu vermitteln, lasst sie doch das sagen, was für sie und ihr Ego wichtig ist. Haben sie die Substanz nicht begriffen ist eh alles für die Katz - haben sie begriffen dass sie schummeln, hilft dass vielleicht irgendwann auf die Beine zu kommen und nicht mehr lügen zu wollen.

    Wir haben gedeckt was unsere Partner durch den Alk wurden - haben nicht wir sie teilweise geschützt und unserem Umfeld signalisiert wie alles in Ordnung ist? Sind nicht wir massgeblich schuldig sollte das Umfeld falschen Aussagen Glauben schenken.

    In meinem Fall war es nicht nur so, dass seine Bekannte mich fragten warum ich überhaupt mit ihm zusammen sei, weil er unerträglich wäre. Nein, es gab sogar solche, die klar bekundet haben mit mir während den letzten Wochen Kontakt gehabt zu haben, während sie den Kontakt zu ihm (obwohl seine Kumpels) mieden. Auch wurde ihm bereits von Anwohnern des Ortes gesagt er wäre ein "A......" Dinge, von denen ich nichts wusste, mit denen ich nichts am Hut hatte. Unterschätzt nicht die Menschen um Euch herum, sie haben vielleicht schon viel gesehen und sich in Gedanken gefragt was Ihr noch alles mit Euch machen lasst.....

    Also Kopf hoch meine LIeben!

    Warum es Dich fertig macht Fish?
    Ach Mädchen, weil es ein Schritt ist, in die Öffentlichkeit zu gehen und Farbe zu bekennen. Weil Du erhlich wirst und bereit bist Konsequenzen zu ziehen. NIcht mehr das Deckmäntelchen Liebe ausbreitest über den Gefühlen, die bei Dir zertreten wurden. Du beginnst DU zu sein und DICH nach außen als selbständigen Menschen zu "verkaufen". Du lebst Dich !

    Das haben wir doch schon lange nicht mehr getan oder?

    Ich würde mal sagen, jede gesunde Handlung, die wir jetzt begehen erscheint uns falsch und ungewohnt. Dabei liegt das wohl nur daran, dass wir uns zuvor jahrelang falsch verhalten haben - uns gegenüber - und richtiges Verhalten gar nicht mehr kennen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe Crevette, ich glaube es ist gar nicht wichtig zu differenzieren zwischen Co und normal. Mir müssen versuchen uns zu beleuchten und die Dinge mit denen wir klar kommen oder nicht klar kommen. Ob das Ding nun Coabhängigkeit heisst, Beziehungssucht oder die einfach ganz normale Trauerphase nach einer Trennung gibt sich gegenseitig, glaube ich, nichts.

    Diese Sorgen mache ich mir heute nicht mehr, machte ich mir früher auch. Seine Mutter sagte mal zu mir, "nicht das ein Unfall passiert ist". Damals konnte ich nur antworten "Höchstens ein Bett- oder Alkoholunfall" so sehe ich das noch heute und habe damit auch keine Probleme mehr. Für mich dauerte das ein paar Wochen, aber nicht viele. So wird es Dir auch gehen. Es ist ja alles noch so frisch.

    Das passiert uns nicht? HAha liebe Crevette - ich bin heute nacht in Tränen ausgebrochen weil er das Wort Liebe in den Mund nahm. Meine ganzen Verletzungen brachen auf und sagte unter Tränen dass er nicht das Recht habe über Liebe zu reden, da er nicht lieben könne sondern andere Menschen benutze.
    Rückschritt - kein Fortschritt - ich weiss nicht wie ich das nennen soll. Nur das es mir nicht gut tat, ich ihm gezeigt habe dass es noch weh tut, Munition für weitere Spiele gegeben habe und mit mir selber etwas unzufrieden bin, weil ich weder Vorhaltungen noch Emotionen, geschweige denn Anklagen, in den Kontakt bringen wollte.

    Fotos sehe ich mir keine mehr an. Das täte mir weh, unsere letzten Zeiten waren nicht gut, ich habe keine Fotos der letzten Jahre und ich denke, das ist gut so.

    Ach ob etwas sinnvoll ist, liebe Crevette, werden wir alle erst sehr viel später erfahren. Es sind alles Schritte auf unseren langen Wegen - Teilschritte -

    Weißt Du, liebe Crevette, so viel habe ich über den Kopf verstanden, ins Herz geschickt und dennoch kämpfe ich jeden Tag neu. Ich habe verstanden, dass ein Alkoholkranker (auch wenn es wohl gestern "nur 1 Bier" war um mir zu beweisen dass er keine Alkoholkrankheit hat) einfach überfordert ist über Gefühle zu sprechen oder zu analysieren und dennoch trifft es mich ganz, ganz tief.

    Schau, bei meinem Ex-Partner kristallisiert sich nun heraus, dass er recht deutlich auf die Nase gefallen ist was seinen Versuch der Ablenkung betrifft. IN der Übersetzung: es läuft dort weder partnerschaftliches, noch Sex, im Gegenteil - die Lady hat mehrere Baustellen, die sie je nach Wunsch bedient. Hier decken sich ausnahmsweise seine Informationen mit denen aus dem Umfeld.

    Das aber alles ändert ja nichts daran, dass Gefühle, Emotionen, Alkohol und Narzismus gemeinsam ein so desolates Bild vermitteln, dass wir als Angehörige fast nur verletzt werden können. Für mich fand ich es nur nicht gut dass ich reagiert habe. Ich hätte einfach gehen sollen. Mir weder diese Stories anhören (die ich nicht kommentiert habe) noch meine Verletzungen sichtbar werden zu lassen. Aber ich bin leider Mensch - und leider ziemlich eng und nah - und leider auch ehrlich - mit meinen Gefühlen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Schade, dass ich es gestern selber geschafft habe mich traurig machen zu lassen und meine Tränen haltlos laufen zu lassen.

    Eigentlich war es mir ganz wichtig, mir solche "Schwächen" nicht zu erlauben und keinerlei Gefühle mehr sichtbar zu haben. Der Grad der Verletzungen scheint jedoch in mir recht tief so sein somit reagiere ich auf gewisse Worte.

    Mir wurde im Spaß gesagt: "Laß uns Liebe machen" Erst schaffte ich es noch mir einfach nur abzudrehen, aber natürlich merkt das Gegenüber das etwas nicht stimmt.

    Da ist es dann aus mir rausgebrochen: "Sprech Du nicht von Liebe - Du weißt ja gar nicht mehr was das ist. Du benutzt Menschen nur. Wenn Du das Wort Liebe verwendest ist es eine Gemeinheit denen gegenüber die dieses Wort leben."

    Mist, verstehen kann und will er das so und so nicht - bewirken tut es nichts ausser der Tatsache, meine Verletzlichkeit gezeigt zu haben. Zwar habe ich kein Problem das bei jeder anderen Person zu zeigen, so aber habe ich einem Alkoholkranken wieder neue Ansätze für seine Spielchen gegeben.

    Mann, ich dachte ich bin über diese Anklagephase hinaus. Also genau einer meiner Baustellen, weil es mir noch nicht tief innerlich möglich ist mich gefühlsmässig auszuklinken. Hätte er gesagt, ich liebe Dich, so hätte das NULL Wirkung gezeigt, da ich diese Spiele und Lügen kenne.

    Aber dieses leichtfertige verwenden des Wortes Liebe - vielleicht überhaupt dieser leichtfertige Umgang mit Worten um andere gefügig zu machen - das machte mich so traurig und auch so wütend. Liebe ist für mich Umsicht, Rücksicht, Austausch - also genau die Dinge, die er nicht leben kann - deshalb darf er dennoch auch mit diesem Wort spielen wie er will. Denn es ist ja sein Gedankengang dazu. Und ich Depp raste gefühlsmässig aus.

    Natürlich gab es keine weitere Diskussion sondern ich habe ihn sofort verlassen und bin in mein Schlafzimmer. Aber genau die Art von Gesprächen wollt ich nicht mehr führen, Emotionen wollte ich hier nicht mehr zulassen, die sichtbar sind. Bei jedem anderen Menschen wäre das o.k., weil ich schon immer ehrlich war gegenüber meinem Umfeld was meine Gefühle betrifft.

    Aber hier habe ich mir selber keinen guten Dienst erwiesen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe CSA,
    eigentlich geht Dein Partner den üblichen Weg, so scheint mir - der Absturz ruft - vielleicht seine Chance zu begreifen, dass etwas falsch läuft.

    Nur - Dir das Geschäft zu vermiesen, das kann wohl nicht sein. Da würde ich mir tatsächlich eine gerichtliche Verfügung überlegen, denn Dein Job ist DEIN ÜBERLEBEN!!

    Im Moment wüsste ich nicht, warum er den Weg wählen sollte, den du Dir wünschst. Er darf sich in der Speisekammer bedienen, darf in Deinem Leben Unruhe verbreiten und Dir das Geschäft vermiesen. Hart gesagt erlaubst Du ihm Dich runterzuziehen und dafür zu sorgen dass es Dir schlechter und schlechter geht....

    Denke über Deinen Weg nach und darüber, ob er Dir tatsächlich zerstören darf, was Du Dir mühsam aufgebaut hast. Soll es tatsächlich so sein, dass seine Sucht Deine wirtschaftliche Existenz ruiniert.

    Die Partnerschaft zu beenden oder nicht ist ein paar Stiefel, Dir die wirtschaftliche Grundlage zu zerstören eine andere !!!

    Achte auch Dich

    Lieben Gruß von Dagmar

    Da muss ich Euch mehr als Recht geben. Ich selber muss mich auch jeden Tag aufs Neue besinnen und wirklich reflektieren was passiert. Eigentlich jede Änderung neu überdenken, täglich an deren Stabilität feilen um es mit den nächsten Schritten ebenso zu machen.

    Ja, es ist wie beten. Es ist ein konzentrieren, ein innehalten und ein bei sich sein müssen. MÜSSEN - es gibt bei mir Momente wo ich auf die Couch muss, ruhig dasitzen und reflektieren und einfach nur Gefühl spüren um es dann umzusetzen, was das nachgedachte in mir bewirkt.

    Das was Kaltblut von dem auseinandergehen und wieder treffen schreibt finde ich schön. Ich kenne jetzt nur den Weg des voneinander trennens. Aber auch da stelle ich fest, ich gehe, ich distanziere mich und erstmalig rumort irgendwas im Kopf des kranken Alkoholikers. Vermutlich nur Spiele, die gespielt werden können oder sollen, aber das ist eigentlich schon mehr als alle die Jahre zuvor.

    Für uns jetzt sehe ich keine Chance eines Neubeginns weil keine Suchteinsicht da ist und auch noch mehr Probleme in ihm versteckt sind, die nicht nur am Alkohol liegen. Aber dieses verdammte "Loslassen" ist der einzige Weg sich selber zu finden, zwangsläufig ist das Gegenstück zum denken verpflichtet. Und sei es nur deshalb, weil etwas anders geworden ist, sei es nur deshalb weil die Bequemlichkeit eingebüßt wurde, sei es nur weil die Angst sich einschleicht wie geht es für den/die Kranke weiter.

    Viel Glück liebes Kaltblut auf DEINEM Weg, der ja wirklich erfolgreich verläuft von

    Dagmar

    Die eine Baustelle im Rohzustand, schon tun sich die nächsten auf.

    Fast nicht zu glauben, was es alles an Dingen gibt, die von uns Co oder Ex-Partnern aufgearbeitet werden müssen. Zumindest bei mir ist es so. Nun habe ich es doch geschafft, so sieht es zumindest derzeit aus, den Alk als Krankheit zu akzeptieren und anzunehmen dass mein Gegenüber weder ein Gesprächspartner sein kann noch sich selber ein Partner kann damit umgehen, kann schuldfrei darüber reden, mich ihm gegenüber abgrenzen und doch im Raum stehen lassen, solltest Du Hilfe wollen kannst Du mich ansprechen, ansonsten hat dieses Thema nichts mehr mit mir zu tun.

    Ich kann langsam viel viel besser mit den Spielzügen umgehen und kann sagen stop(p). Gestern kam wieder das "Kannst Du mich in den Arm nehmen bzw. kann ich Dich in den Arm nehmen". Nein, denn wenn es etwas zu sagen gibt, so muss der Mut und die Fähigkeit da sein dieses in Worte zu packen. Wenn nicht, nun dann stimmt etwas nicht, wozu fachärztliche Hilfe angebracht wäre.
    Ich konnte sagen: "Nein, genau das will ich nicht, das war der Satz der in der Vergangenheit dazu führte das in mir Gefühle entstanden und ich mich für Zärtlichkeiten oder Erotik benutzen ließ. Ich will es nicht!"

    Aber schon entstehen neue Baustellen:

    Da es mir leichter fällt mich abzugrenzen und das auch offen anzusprechen, es mir fast leicht fällt zu sagen - "Mich geht es nichts an, wie Du Dein Leben lebst, was für Dich o.k. ist soll so sein da ich mit meinem eigenen genug zu tun habe. Die Beziehung ist beendet weil wir unterschiedlich leben wollen."

    Und schon vergesse ich das die Probleme ja viel vielschichtiger waren. Es ist gerade so, als wäre durch meine Ver- und Bearbeitung des Themas Alkohol so ein Pseudo-Abstand da, der andere - vielschichtige - Probleme in den Hintergrund rücken lässt.

    Ist das aber der Fall und ich lasse zu dass ich diese alltäglichen Probleme verdränge, dann komme ich jetzt in ein Co-Verhalten, welches ich zuvor nicht kannte. Quasi überglücklich über meine Bewältigung des einen Teils muss ich mich bemühen den Weg zu Ende zu gehen und alles zu beleuchten.

    Gerade denke ich, dass muss so sein, wie wenn ein Alkoholiker die ersten Tage des Trockenseins geschafft hat. Ich vermute ein starkes Gefühl, ein Gefühl von "ich schaffe es". Dabei steht doch die Gefahr schon und immer noch hinter einem.

    Es war für mich sehr, sehr erschreckend festzustellen, wie man sich selber beruhigen möchte und sich dieses Problem gerne vom Hals schaffen würde. Ich stehe hier nun der Beziehung mit viel Abstand gegenüber und distanziere mich täglich mehr, was die partnerschaftliche Ebene betrifft, komme aber einer neutralen Begegnung näher die emotionslos ist. Wäre gut für meine letzten Wochen hier, weil ich so von meiner Seite keine Streits aus dem Ärmel zaubere...

    Aber wie bequem ist es dabei (weil er ja in einem guten Licht da stehen möchte und sich nun äußerlich pflegt und die Aussagen trifft "Du fehlst mir") zu übersehen, dass seine Hygiene mehr als kränkelte, nun auch mal ein Kranktag vorkam und auch mal morgendliches Asbach trinken. Wie leicht ist es nun in den Hintergrund zu schieben, dass er sich vielleicht Gedanken um ein gesünderes Freizeitverhalten macht, keinesfalls aber um die tägliche Alltagsbewältigung, zahlen von Rechnungen, Haushalt ect.

    Baustellen um Baustellen und die Gefahr für mich lauert eigentlich genau nach jeder Baustelle, die erarbitet wurde. Es wäre so bequem jetzt den Weg zu verlassen und alles als "gut" abzuschließen. Aber ich bin ja noch lange nicht am Kern angekommen.

    Ja ja unsere Prinzessin Alk die beherrscht nicht nur den Kranken sondern auch uns Co-Kranke.

    Noch etwas fiel mir nachteilig auf: ein Kontrollverhalten hatte ich bisher nicht, das setzt jetzt ein - das kann ja wohl nicht wahr sein! Jetzt wo ich erfasse und begreife, dass ich nichts glauben darf weil er lügen muss, da beginne ich zu kontrollieren? Nun, wo alles aus ist und ich beginne das zu begreifen, verinnerlichen und zu leben, da will ich plötzlich mehr wissen. Aber hallo, das gibt mir zu denken!!!! Ich könnte mich jetzt selber rausreden und sagen - vielleicht, aber nur vielleicht stimmt es auch - all die negativen Dinge klar zu erfassen bringt mir noch mehr Abstand! Aber ob das stimmt?

    Ob nicht vielleicht durch das bewußte, verbale Abgrenzen gegenüber dem Ex-Partner (was ja offen sichtbar ist) die versteckte kranke Kontrollseite in mir geweckt wurde? Ist komisch für mich und nicht zu erklären.

    Auf der einen Seite habe ich so viel Abstand - und auf der anderen scheine ich ihn zu verlieren, das gibt mir zu denken und ist für mich nicht zu erklären. Vielleicht genau der giftige Apfel, von dem Crevette spricht ;) ein schleichendes Gift - vom Alkoholkranken zum Co übertragen? Adam beisst und Eva folgt stehenden Fußes ;)

    Einmischen ist mir hier übrigens wichtig !!!!!!! Denn ich bin ja hier um zu lernen zu begreifen und es in Zukunft besser zu machen.

    So ganz genau bin ich auch für mich nicht in der Lage die nun jetzt einsetzende, nächste Phase, umzusetzen.

    Vermutlich begreift er nun die Ernsthaftigkeit, war nämlich in dem Raum, in dem ich meine Kartons staple. Mist, er stellte dort einen Saft ab :( Eigentlich hatte ich gehofft, dass das vor dem Umzug nicht passiert.

    Somit behauptet er das Wochenende hier zu sein um die Zeit mit mir zu verbringen. Auf Nachfrage konnte er mir zwar keinesfalls erklären warum, sondern nur das übliche "Du fehlst mir blabla".

    Kein Problem wenn er hier ist - kein Problem mit ihm essen zu gehen - kein Problem in meinem Zimmer zu schlafen ohne an ihn zu denken - kein Problem wenn er evtl. im Netz Pornos betrachtet, weil mehr evtl. nicht mehr geht oder mangels Partnerin nicht realisierbar ist.

    Aber - wirklich kein Problem oder Pseudo-Sicherheit - die nächste Baustelle also! Vielleicht auch nicht, aber alles, was bei mir ein Gefühl der Sicherheit gibt muss ich für mich derzeit prüfen. Alles, wo ich den Eindruck besitze, es ist geschafft muss durchleuchtet werden um nicht einfach einem Irrglauben zu unterliegen.

    Ich glaube auch, liebes Glöckchen, das der Weg der Richtige ist, bemerke auch die Schritte vorwärts, denke aber wirklich gerade muss ich innehalten und wieder reflektieren. Zu oft schon haben mich alte Muster und Schalknöpfe in ein Fahrwasser geraten lassen, in welches ich nicht kommen wollte - auch hier ist wieder Obacht angesagt.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Aber hallo, so ne Änderung ist ja fast schon ein Witz :) ich selber trinke kaum Alkohol, aber aber in meiner ehemaligen Stammkneipe ab und zu einen Kaffee mit Baily getrunken. Süß, angenehm, wenig Alkohol - und immer nur in guten, sehr guten Momenten.

    Was träume ich heute nacht: Kaffee mit Baily und habe ein gutes inneres Gefühl. Ich weiß nicht, was ich geträumt habe. Da ich aber so viele Jahre schon mit Träumen arbeite weiß ich für mich, dass ich das Thema Alkohol nun wohl - zumindest derzeit - in einem Friedensstadium habe und ihn verarbeitet habe - ansatzweise.

    Suchtmittel für die einen, nicht zu verteufeln für andere.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Tja, wir und unsere Lektionen - eigentlich denkt man man weiss das der Alkohol eine Droge ist - ich war mir nicht annäherend darüber im klaren, was das Endresultat sein kann oder bei mir ist.

    Hass - ja, eine gefährliche Kombination weil sie ein Zusammenwirken von wut, Enttäuschung, Verletzung ect. wird, was alle erleiden wenn eine Bezeihung endet.

    Und es ist auch verdammt schwer, liebe Lilly, konstant jedes Manöver mit der Krankheit zu entschuldigen (auch wenn sie dafür sorgt) Schau, mein Ex bringt jede Menge Stories wie er wolle das Wochenende mit mir verbringen, SMS Schatz, SMS frühstücken wir zusammen ect. Gleichzeitig ist er aufgrund seiner Krankheit eigentlich gar nicht mehr in der Lage zu wissen was er will bzw. warum er mich Schatz nennt (ausser eben um mich in Muster zu pressen). Das sind Momente, da muss ich mich konzentrieren und wirklich auf die Krankheit achten um nicht selber unfair zu werden. Unfair fair - wo soll man das unterscheiden? Wir geben uns doch nur als Spielfiguren her damit der Suchtkranke uns herumschiebt, was wir geschehen lassen - aber auch wenn wir aufwachen und es zumindest zu einem sauberen Abschluss bringen wollen ist er zumeist zu krank einen solchen Abschluss zu ermöglichen. Eigentlich gehen wir immer mit dem Ende einer Beziehung, welche nie sauber abgeschlossen - oder selten - werden konnte.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh je, liebe Fish,
    alles das was ich wohl auch noch erleben werde, ich befürchte, auch dieses Schematas sind überall gleich....

    Mann fish, ich würde so gerne mit Dir tauschen, ich muss ja noch ein paar Wochen warten und diese Spiele hier aushalten. Das schlimme ist, jedes Mal haut es mich wieder etwas zurück mit dem Abstand. NIcht mit meinen Handlungen, die bleiben konstant und überdeutlich.

    Nur Du kannst Lügen entschwinden und ich muss mir hier noch erlogene Stories anhöhren, weil er zu versuchen scheint sich in das Beste Licht zu rücken. Seine Saufkumpanei, nein, die ist kein Seitensprung, er schlafe auch immer im Wohnzimmer. Das ist mir doch jetzt auch egal - ausserdem glaube ich es nur in so weit, dass seine Potenz halt nicht mehr die ist, die eine Frau beglücken dürfte.... na ja, zumindest mich nicht....

    Alle diese Lügengeschichten, alle die SMS, die so gerade an der Wand lang sind, so schmierig und halbherzig - zu feige etwas, egal was, beim Namen zu nennen, einfach schlängeln von einem Tag zum anderen, es ist so widerlich das nicht nur sehen zu müssen, sondern selber eingebunden zu werden. Natürlich halte ich Stand, aber natürlich tut es weh, natürlich weiß ich das er krank ist und nicht mal mehr den Durchblick haben dürfte - aber natürlich bin ich eben auch nur ein Mensch, der nach solchen Angriffen doch etwas geschwächt wird.

    Alles dieses Wissen hilft nicht sich verletzt zu fühlen, auch wenn nun bei mir Gott sei Dank der Kopf mit dem Herzen einher geht. Aber ich habe mich und mein Leben noch immer nicht so im Griff wie ich es möchte. Ich habe also noch nicht losgelassen, obwohl ich das möchte. Hätte ich das nämlich, so wäre mir die Tyranei egal.

    Du siehst Fish, eigentlich scheint uns doch wirklich allen selbiges oder ähnliches zu passieren wenn wir in die letzten Runden gehen. Mich würde nur interessieren, ob alle unsere Ex-Partner auf selbigem Level sind, oder ob tatsächlich der Großteil der Alkoholiker wirklich so ähnlich reagiert. Denn überlegt mal, wir kommen aus unterschiedlichen Ecken, sind unterschiedlich alt, die Trinkmengen sind unterschiedlich und wir als Menschen (von co mal abgesehen) auch - aber es scheint so als ob wir alle ähnliches an Handlungen durch die Partner zu ertragen haben.

    Das ist ein Punkt, der mich sehr ängstigt - wie kann eine psychische Krankheit, also individuell, sich so ähnlich manifestieren bei so vielen Menschen. Zwar könnte ich auch hier die Punkte: Minderwertigkeitskomplexe, Angst, das Ruhekissen Co geht, ect. einschließen, aber alles scheint so gleich zu sein.....

    Halt Dich wacker Fish,
    ich freue mich für Dich und würde sooo gerne tauschen!

    Dagmar

    Weißt Du Romi, das hat mich immer sehr gestört, andere als Vergleich her zu holen, die eigentlich gar nicht in dieser Situation so zu finden sind. Was interessiert mich der mehr trinkende Nachbar oder der Vergleich zum plötzlich trocken gewordenen anderen Persönchen - es geht doch um den Gesprächspartner und nicht um seine Geschichten.

    Schau, selbst wenn sie wollen, ich glaube, sie können gar nicht aus ihren Spielen Raus. Mein ex ist bei jedem Problem davon gerannt, den Mund auf zu machen ist ihm nie geglückt!

    So, nun ist er scheinbar - lt. seinen Aussagen - das Wochenende hier um es mit mir zu verbingen, behauptet er. Kann ich glauben oder lassen.
    Schickt mir per SMS irgendwelche "Schatzbekundungen". Ich frage ihn was das soll und bekomme keine Antwort.

    Ich frage ihn, ob er nur in der Lage ist etwas in ein Handy zu tippen, welches nicht rückfragen kann und nicht genug Mumm hat Dinge beim Namen zu benennen. Auf welchem Level er denn um Gottes willen sei, dass er so gar kein Rückrat habe:

    Antwort: Du hast ja gesagt was ich bin, ein Alkoholiker.

    So Romy, ich würde mal sagen, das waren gleich mehrere Spiele, die er versucht zu spielen:
    ein Handy kann nicht rückfragen
    - wäre doch schön, wenn ich einfach umgefallen wäre
    - Rede und Antwort stehen wie denn, ob er dazu befähigt ist wage ich zu bezweifeln
    - Du hast gesagt ich bin ein Alkoholiker - also ganz einfach jetzt dieses Kontra auf jede Frage zu bringen
    - das letzte nervige Spiel, so wie in all den Jahren zuvor: wenn Du keine Zeit und Lust hast etwas mit mir zu machen dann fahre ich zu meinem Kumpel.

    Selbst wenn der im Hinterkopf irgendwas haben sollte, denken sollte oder fühlen sollte, so ist er weder in der Lage es zu artikulieren, noch selber neutral zu bemerken wo und wie er da steht. Jedes der Spiele kenne ich, aber jedes hat er ein kleines bischen verändert.

    Aber das Bier hat dennoch geschmeckt....

    So Romy, glaub mir das mir das weh tut ohne Ende, aber was sollte ich den klügeres machen als ihn gehen zu lassen zu seiner Prinzessin Alk. Er will die ca. 10 km mit dem Fahrrad fahren und heute nacht dort bleiben. O.k. seine Sache - dort ist genau die passende Gesellschaft. Auch das musste ich ihm leider sagen, dass ich es nicht für gut fände wenn wir unsere Zeit zusammen verbringen. Seine Interessen wären mehr denen seines Kumpels gleich und ich denke, er würde sich dort wohl fühlen - davon einmal abgesehen fühle ich mich in seiner Gegenwart nicht wohl.....

    Antwort eines trotzigen kleinen Kindes: es kommt nicht wieder vor, ich schicke keine SMS mehr ....

    Gesunder und erwachsener Umgang mit einem Thema ist das ganz sicher nicht oder? Erinnert aber sehr an die Verhaltensweisen Deines Partners oder? Auch wenn der vielleicht noch nicht so ganz verrückt ticken sollte.

    Was meinst Du, wie mir das weh tut - schon wieder als Spielfigur durch die Gegend geschoben zu werden. Schon wieder der Versuch mich unter Druck zu setzen um mir das Gefühl der "Schuld" geben zu wollen - dieses subtile Gefühl verspüre ich.

    Aber den Gedanken, dass mit ihm und seinem Verhalten etwas nicht stimmt, der scheint ihm nicht zu kommen. romy, ich brauche jeden Tag ganz viel Stärke um gegen solche Spiele anzukommen und es raubt Kraft ohne Ende - dir wie mir .... aber ich befürchte, wir wissen beide was passiert wenn wir weiterhin mitspielen, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich denke das zu spüren, da, wo ich einfach traurig bin und versuche das zu verarbeiten - ich ziehe quasi am Seil meines eigenen Lebens - spüre ich auf der Gegenseite ganz viele kleine, abgespaltene Fäden, die aber keine Kraft mehr besitzen.

    Ich spüre soviele Dinge aufeinmal: Wut, evtl. Enttäuschung über sich selbst, das zerbrechen von allem und auch das Wissen nicht mehr die Kontrolle zu haben, dass aber nicht in eine Handlung umsetzen zu können. Hier denkt der dumme kleine Co, wie ich früher, Mensch, Du schnallst es doch, warum nicht noch den kleinen Schritt.....

    Aber genau dieser kleine Schritt bei fachkundiger Stelle um Hilfe zu bitten ist die Kapitulation. Ist die Aussage "ich alleine schaffe es nicht". Das jedoch scheint nicht allen Menschen gelingen zu wollen.

    Ich bin für mich selber froh zu wissen, dass ich weder Gott, noch allmächtig noch Samson mit unendlicher Kraft bin. Ich bin froh, mir gleich zu Anfang meiner üblen beruflichen Situation Hilfe von Hausarzt, Rechtsanwalt und Therapeutin gesucht zu haben. Ich bin froh, dass ich das Problem Alkohol mit und bei Freunden ansprach. Ich bin dankbar für Eure Unterstützung und darüber, dass das Leben mir dennoch jeden Tag "Hallo" sagt, auch wenn es mir schlecht geht.

    Ich will um nichts auf der Welt tauschen - obwohl ich traurig bin und ich manchmal sehr viel Kraft brauche - mit jemandem, der alkoholkrank ist - in sich spürt, irgendwas stimmt nicht und nicht die Zügel selber in die Hand nehmen kann.

    Ich weiß noch meine anfänglichen Gefühle Wut, Trauer, Enttäuschung, Hilflosigkeit, eine Welt zerbrach - nur ich habe die Chance sie wieder aufzubauen weil ich diese Trauer zulasse und alles andere versuche zu begreifen und zu bearbeiten.

    Glaubt mir, was ich bei meinem Ex-Lover erlebe, das scheint für ihn schlimmer zu sein als meine Bewältigung für mich. Er muss sich stark geben um sein Gesicht nicht zu verlieren. In vielen Momenten scheint er zu spüren, dass er es bereits verloren hat. Er schickt SMS in allen Varianten, die ich nicht beantworte. Ich habe keine Lust auf Lügenspiele und alles das unruhige Drumherum. Egal, ob er seine Spiele spielen möchte oder ob er Gefühle hat oder verdrängt: in ihm muss ein wahres Chaos herrschen, welches die Hölle sein muss.

    Allein seine Aussage "ich weiß nicht was ich will" wäre für mich die Hölle. Denn nur dann, wenn ich weiß was ich will kann ich auf dieses Fernziel zuarbeiten. Er weiß es nicht für sich, also gibt es keine Ziele, somit ein stehenbleiben bei der Flasche. Ich glaube, meine lieben Mitleidenden, das können wir uns nicht vorstellen, was in den Menschen zu gewissen Momenten abgehen muss.

    Ich habe gestern - von der Ferne - sehen können wie mein Ex über Stunden versuchte nichts zu tranken, natürlich doch erlag um dann den Abend mit Kaffee beenden zu wollen (genial für den Kreislauf, aber seine Sache). Er scheint zu ziehen und zu ruckeln, zu kneifen, zu heben und zu expolodieren - alles das aufeinmal. Ich bilde mir ein zu spüren, dass er mit sich selber viel mehr im Unfrieden steht als die Schwächste von uns hier.

    Klar bedauere ich was aus uns geworden ist, klar hätte es anders kommen können, klar gehen seine ganzen Talente verschütt und klar ist es zum weinen dass Kreativität nicht positiv genutzt wird. Aber es ist die Entscheidung unserer Verehrer der Prinzessin Alkohol. Sie selber haben sich ins königliche Verlies einkerkern lassen. Mit jedem Jahr Haft wird die Kerkerzelle schmutziger und es riecht modriger ... aber aufwachen und mit dem Kerkermeister (dem Alk) sprechen müssen sie selber.

    Ach Ihr, ich glaube es macht sich niemand etwas vor, wie schwer der Co-Weg ist, aber es ist ein Weg, der mit klarem Kopf gegangen werden kann. Der andere Weg ist ein viel, viel trauriger und noch schmerzhafterer weil immer der Starke, kontrollierende und den Alk im Griff habende Mensch eine Show hinlegen muss. Tag für Tag Drehbücher neu schreiben, umschreiben, zu merken, die anderen spielen nicht mit, zu merken, irgendwie klappt das alles doch nicht.... ich glaube es wäre ein Leben, an dem ich nervlich zu Grunde gehen würde.... schneller als in 12 Monaten.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Danke für das Lob, liebe Crevette, aber auch ich lerne - ebenso wie Du - auch mir fällt es schwer das alles und mich selber zu verstehen. Den Schmerz zu isolieren und ihn etwas anders zu betrachten.

    Wobei mir aber auffällt, dass wir sehr aufpassen müssen mit den Knöpfen, die sie drücken können, weil bspw. mein Ex variabel ist, kleine Änderungen anbringt und ich es oft nicht gleich schnalle.

    Aber eines scheint mir aufgefallen zu sein: von aktuellen Gesprächen bleibt nicht viel hängen - speziell was das nun einmal von mir deutlich angesprochene Thema Sucht betrifft. Alle die neutralen Aussagen blieben nicht hängen. Das einzige was er sich wohl gemerkt hat ist dass ich ihn als Alkoholiker bezeichne und er eine Therapie benötige. HALT! Das Wort Therapie habe ich nie in den Mund genommen sondern fachärztliche Hilfe. Weil nur ein Facharzt weiß - zusammen mit dem Ex - was notwendig ist. Ob das eine Therapie ist wäre zu vermuten, weiss ich aber nicht, deshalb traf ich nie diese Aussage.

    Wer weiß, wo dieses Thema schon rumgeisterte, Arbeitsplatz, Mutter oder zufällig mal ein ehrlicher Freund, was ich nicht glaube.

    Alle diese Dinge, würde jemand gesunder als Handlung abwarten, während wir gleich der Hoffnung die Türe öffnen wollen.

    Den Schalter, liebe Crevette, den finde ich ganz langsam indem ich versuche für mich zu erfahren was gewisse Worte auslösen. Früher sagte er "darf ich Dich in den Arm nehmen" das spiel endete immer gleich und er bekam mich kurzzeitig wenigstens zum kuscheln.

    NEIN, um mir etwas zu sagen musst DU mich nicht in den Arm nehmen - Schalter nicht mehr nutzbar!

    Gemeinsam Frühstücken - früher ein Wunsch, also auch ein Schalter - HEUTE, danke für das Angebot ich habe zumindest jetzt etwas anderes vor. Hätte ich nichts vor könnte ich es mir übelegen und für mich befragen ob es mir gut tut. Habe ich anderes vor, dann hat das Vorrang.
    Hätte es früher nicht gehabt! Da wäre er an erster Stelle gestanden und Freunde hätten das Nachsehen gehabt vor einem Knopf....

    Loslassen dauert lang, mir gelingt es bei weitem noch nicht - aber ich bin glücklich über jeden kleinen Schritt. Ich erwarte von mir keine Wunder und ich nehme die Entwicklung so wie ich sie begreife, egal wie schnell oder langsam - denn vielleicht geht es bei mir langsamer als bei gesunden oder anderen Co's - aber es ist eben mein Tempo.

    Viel Glück wünsche ich uns allen, liebe Crevette.

    Dagmar