Mir ist in den letzten Wochen aufgefallen, in denen ich mich zwangsläufig um dieses Thema kümmern muss und mich selber auf den richtigen Weg bringen muss, dass erst ab dem Moment wo wir selber uns leben sich überhaupt etwas ändern kann.
Du sprichst davon, liebe Riverdance, dass Dein Partner noch viele Helfer hat. Klar, die machen es so wie wir (sagt Tihaso schon richtig) nun aber haben wir die Chance uns zu erkennen. Und auch zu verändern. Andere Helfer wird es immer geben, mal mehr mal weniger - Abstürze können wir nicht forcieren. Ich dachte am Anfang voller Wut: Mensch, so viel Schrott wie der bringt, müsste der doch jeden Tag darauf selber ausrutschen. Geschah nicht, ein paar Helfer oder Deckende blieben.
Nun ist es aber so, dass scheinbar sein Leben alles an Stabilität verloren hat, was durch meine frühere Anwesenheit da war. Ich wollte mich in den 8 Jahren der Beziehung fallen lassen und stürzte ins Bodenlose. Nun will ich es nicht mehr - ich brauche es nicht mehr, in lasse mich in mich fallen und versuche mein Leben und meine Gefühle zu leben und siehe da, die Gegenseite muss sich umstellen. Sie muss überlegen, einfach weil alte Spiele nicht mehr gehen. Auch ein alkoholkranker muss nun in sich herein hören und sei es nur um die Spiele zu ändern und uns gefügig zu machen, aber auch das ist schon ein Schritt, der Stress bedeutet und somit auch evtl. den Leidensdruck etwas zu ändern.
Vielleicht sehe ich das falsch, da bin ich froh über Infos von Betroffenen.
Ich selber merke hier dass mein Ex seit einiger Zeit kämpft wie ein Löwe, derzeit versucht es es gar mit NULL Alkohol (davon halte ich nichts, aber es ist seine Entscheidung, evtl. dann auch sein heftigster Rückfall). Hoffnungen oder Erwartungen bringe ich damit keine in Verbindung. Aber es stellt sich Bewegung ein. Ist das nicht schon viel in einer kranken Beziehung? Meiner Meinung nach ist es so, da wo Bewegung und Leben ist können und müssen sich Änderungen ergeben. Ob diese positiv sind oder negativ ist für mich im ersten Moment egal.
Wochenlang wollte ich wie Du, Riverdance, Antworten. Warum hat er was getan, wieso ist das so und überhaupt, warum schmeisst er mich so einfach weg. Es kam immer nur "ich weiß es nicht". Ich konnte das nie verstehen, man/frau muss doch wissen was er/sie will.
NEIN - in meinem Fall wirklich klares NEIN - das Wissen um die Gewohnheit und die Sicherheit meiner Gegenwart sorgte dafür es nicht wissen zu müssen! Es gar nicht hinterfragen zu wollen! Alles lief gleich weiter, denn ich kämpfte um eine verlorene Beziehung.
Als ich den Kampf eingestellt habe und nunmehr nur noch für mein Leben kämpfte da kam Bewegung in die Sache. Und eines Riverdance, habe ich ganz schnell begreifen müssen: für mich persönlich ist eine Ortsveränderung nötig um mein Leben zu leben. Sollte es Chancen für eine solche Partnerschaft geben, dann hätte ich diese nur eine räumliche Veränderung, der zuvor eine räumliche Trennung voraus geht.
Erstens glaube ich jeder Co muss sich auf sich selber besinnen, was bei der Eigenverantwortung für den Müll und die eigene Wohnung beginnt (es war für mich immer bequem zu sagen "Nimmst Du den MÜll mit?")
Wenn wir Gespräche in dem Haus führen, in dem unsere Suchtkariere lebt, dann sind diese zu oft begleitet von alten Mustern und Schmerzen und führen oft in Einbahnstraßen.
Gespräche an neuen, wertfreien Orten oder der Natur laufen anders. Keiner von uns hat Heimvorteil oder kann sich durch Handy ect. ablenken.
Ich will damit sagen, egal ob es eine Chance des erneuten Zusammenkommens gibt oder nicht, bei Menschen wie bei mir muss zuvor eine Trennung erfolgen. Das heißt nicht zwangsläufig das Ende einer Beziehung, aber das Auflösen alter Muster und Lebensweisen, die eingefahren sind.
Ich habe in den letzten Wochen begriffen was Stagnation aus mir und meinem Leben gemacht hat. Da hat der Alk nichts damit zu tun. Ich bin stehengeblieben !!!! Diese Stagnation galt auch für andere Bereiche. Nun lebe ich mit meinem Umfeld in Übereinkunft und gemeinsamer Entwicklung. IN wie weit mein Ex mit dabei ist kann ich nicht sagen - ist auch derzeit nicht interessant. Und das, obwohl ich lange nicht loslassen konnte......
Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dagmar