Beiträge von dagmar007

    Super super super - jetzt kann das "Leben" beginnen. Freu Dich drauf, die Vorfreude ist die schönste Freude. Auch wenn wir dann hie und da ein leeres Leben haben weil wir uns erst an stresslose Zeiten gewöhnen müssen. Es wird uns besser gehen.

    Ach Fish, andere wissen immer alles besser - haben sie doch Distanz. Manchesmal haben diese "anderen" uns in unsere Co-Abhängigkeit gestoßen. Manchmal aber, finden Menschen wie Du den Weg alleine zu entscheiden - alleine das Leben in die Hand zu nehmen und sich nicht mehr maniplulieren zu lassen.

    Denn Fish, Deine Story klingt nun meiner ähnlicher und scheint irgendwie so der Charakter zu sein, den der Süchtige auslebt wenn er liebevoll losgelassen wird und selber versuchen muss Halt zu finden. Er/Sie versucht es immer an selbigen Seilen, die aber langsam porös geworden sind und vielleicht brechen....

    Lieben Gruß von Dagmar

    geliebt, verehrt, begehrt, in den Himmel gelobt und ohne Nachdenken vertraut - geradezu wie die Monarchie einmal die Rolle hat.

    Der Wunsch "sie" zu besitzen - bis zum letzten Tropfen. Sie - als Ersatz für mich :)

    So war wohl mein Feeling

    Lieber Gruß von Dagmar

    dass Du Deine Sprungtechnik übst :)

    Wobei Du, so denke ich, einiges bestätigst von dem was mein Gefühl war.

    Ohne Funktion - oder mit eigenartig ausgerichteter Funktion - egal, wie man es nennt, ich denke mal, das kann gehörig ins Auge gehen. Mir war das aufgefallen, als mein Ex ein paar Wünsche avisierte, die er früher nicht an mich herangetragen hätte. Ich selber hätte mich fast von mir und meinem eigenen "Wollen oder Nichtwollen" entfernt.

    Da erst - und das war ganz zum Schluß - kam mir das Gefühl dass da irgenwo irgendwas ganz anderes läuft als Liebe, Zuneigung mit dem Höhepunkt Erotik. Wie Du sagst: "Der Moment wo es nicht mehr passt".

    Mich erschreckt es einfach Karl, wenn ich mir überlege, wie weit man sich von sich selber entfernen kann oder könnte nur um eine falsche Liebe zu halten. Mich erschreckt es, dass ein Süchtiger so verändert sein kann und immer mehr den Kick durch immer extremere Spiele sucht. Mich erschreckt die gegenseitige Wirkung, die dadurch erzielt werden kann und die Folgen. Die könnten nämlich ohne weiteres sein, dass jemand nun selber nicht mehr mit sich klar kommt.

    Und ehrlich gesagt, am meisten erschreckt mich derzeit, dass mein Ex noch immer versucht in körperlichen Kontakt mit mir zu kommen obwohl ich sogar das "in den Arm nehmen" (welches als Hilfsmittel dienen soll) ablehne. Es passt nicht mehr - das aber kommt bei ihm nicht an - klar, kann er vermutlich nicht mehr real erfassen .... aber ich habe einfach das Gefühl er ist gar nicht mehr in dieser Welt ... nun auch logisch, er hat sich ja seine eigene gezimmert.

    Es macht mich etwas traurig, was aus Erotik werden kann. Für mich war sie immer die Verfeinerung von empfundenen Gefühlen - quasi die Krönung einer Beziehung. Eine Sache, in der auch experimentiert werden darf. Speziell in langjährigen Beziehungen gewinnt man ja Vertrauen und Offenheit, entdeckt Vorlieben und nähert sich "eigentlich" einander an. Aber genau hier hatte ich zeitgleich mit seinem Abstieg und meinem Verlassen das Gefühl nun ist auch dieser Bereich bei ihm total aus der Waage geraten - und ich bekam Angst mit mitreißen zu lassen.

    Ich denke eine verdammte Gefahr, die da auf mich lauerte und noch lauert, denn noch lebe ich hier, er hat seine früheren Morallinien verlassen und sein Versuch Druck auszuüben bzw. mit allen Mitteln seine Ziele zu erreichen sind vielseitig.

    Ich gehe davon aus, über den klaren Willen meine Entscheidungen zu treffen und zu verantworten, ich bin mir aber keinesfalls sicher, ob sich nicht früher oder später Gewalt in seine Forderungen einmischt.....

    Vielleicht ist dieser, jetzt für mich offen gewordene, Gedanke der Grund warum mir das Beschreiben so schwer fiel....

    Wer weiß, ich lerne auch noch über mich.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Warum versagen? Warum nicht als Rückschritt sehen, dem ein Schritt vorwärts folgen kann. Warum nicht diese Gelegenheit erkennen und sagen mit Hilfe von Aussen /Arzt/Selbsthilfegruppen ect. geht es vielleicht einfacher?

    Der Wille ist da, der Körper spielt noch nicht mit - aber warum den guten Willen nun ganz über Board werfen und sagen "Versager"?

    Verhaltensmuster sind immer schwer aufzugeben, ich brauche ewig um sie zu durchschauen (als Co) und zu verändern. Deshalb freue ich mich auf mein neues Haus, auch wenn der Umzug ein Greuel wird. Dort nämlich sind alle diese Bilder und automatisierten Handlungen noch nie gewesen. Dort war mein Suchtmittel noch nicht und ich hoffe, es wird dann ein neuer Flair um mich herschen.

    Probleme habe ich ganz viele: finanziell, JOb wegrationalisiert und und und - aber irgendwo muss ich anfangen für mich zu sorgen und Muster der Vergangenheit abzulegen; egal, wie schlecht sich meine Lage darstellt.

    Eigentlich kann es ja nur besser werden.

    LIeben Gruß von Dagmar

    Hey Lori,
    könnte es nicht einfacher werden wenn Du dazu stehst "Alkoholiker" zu sein?

    Ich habe ganz cool bei meiner Psychotherapeuting gesagt: "Ich hatte eine Beziehung zu einem Alkoholiker, da und da beendet, ich denke mal ich habe ganz gehörige Co-Abhängigen-Eigenschaften". Sie schien recht geplättet und es wirkte gerade so, als wäre das für sie unvorstellbar. Übrigens auch für Freunde von mir, die sich mit der Materie auskennen und klar sagen "nein, bist Du nicht im typischen Sinne".

    Aber durch dieses Annehmen von Co - egal wie wenig oder wie viel - bin ich mir der Gefahren bewußt die ausgelöst werden können. Bin ich mir bewußt über mein Suchtmittel, derzeit der Ex-Freund, und kann offen und ehrlich dagegen arbeiten.

    Hätte ich persönlich keinen so offenen Umgang mit dem Thema Abhängigkeit würde für mich die Gefahr bestehen wieder in alte Muster zu fallen. So weiß mein Umfeld Bescheid, ich muss mich nicht verstecken und kann über Trauer und Ängste ehrlich sprechen.

    Davon mal abgesehen schäme ich mich nicht dafür!

    Lieben Gruß von Dagmar

    dass sie durch einen Automatismus ausgelöst werden? Durch Gedankenverlorenheit und Unkonzentriertheit.

    Ich habe mich mal erwischt, als ich an meinem Arbeitsplatz eine Zigarette anzünden wollte. Dort rauche ich nie und in den 7 Jahren wäre ich auch nie auf die Idee gekommen. Aber ich war fertig, unkonzentriert, im Stress und als ich auf das Ding blickte fragte ich mich nur - natürlich noch nicht angezündet "geht es noch?"

    Ich falle in Co-Muster zurück, weil der Spielverlauf durch meinen Gegenspieler leicht verändert wurde. Die bisher durchschauten Spiele kann ich verhindern, noch nicht die etwas abgewandelten.

    Ich denke, da hängt ein ganz großes Problem für das Leben eines jeden Menschen: konzentriert ans eigene Leben gehen. Sich nicht überrennen lassen von Pflichten, Verantwortung und dem Umfeld. Ich denke nämlich in unserer hektischen Zeit, mit vielen Problemen läuft vieles so mechanisch ab, dass wir gar nicht mehr begreifen was wir tun.... zumindest zuweilen....

    Wer nimmt sich noch die Zeit in sich selber hineinzuhören? Ich nur dann, wenn ich zusammebreche.... leider nicht zuvor.

    In diesem Sinne wünscht einen schönen Tag
    Dagmar

    Oh, ich glaube mit dem "kapitulieren" wollte Biene uns etwas ganz anderes sagen ;)

    Ich bin Co - werde mein Leben lang Co bleiben und muss das akzeptieren, kann aber jederzeit (solange ich das weiß und berücksichtige) dagegen angehen.

    DU bist alkoholkrank, bleibst es Dein Leben lang und musst das als gegeben hinnehmen. Keinen Kampf gegen den Alkohol führen sondern ihn in Dein Leben mitnehmen als etwas, was Deinem Körper ganz fern bleiben sollte, wenn Du willst dass es Dir gut geht. Aber mit dem Wissen um diese Sucht kannst Du sie besiegen - Schritt für Schritt.

    So habe ich das für meinen Teil verstanden. Solange wir in dem schädigenden Teil von uns selber einen Gegner sehen, so lange sind wir mit uns selber im Krieg, vergeben weder uns selber noch anderen - geschweige denn sind wir in der Lage uns so anzunehmen (mit den Süchten) wie wir sind.

    Oder Biene, so war das doch (hoffentlich) gemeint.

    Das Wort Kampf ist für mich persönlich verbunden mit SIEG oder NIEDERLAGE und läßt keinen Platz für die Zwischenstufen oder die Etappensiege. Ich für meinen Teil will das Wort Kampf für mein Leben nicht sondern freue mich über Entwicklungen, die zu Veränderungen führen. Dabei kann ich dann auch evtl. Rückschritte, die diesen Weg begleiten, akzeptieren.

    Viel Glück auf Deiner Seitenstraße, die weg führen soll vom Alkohol.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja liebe Tihaso,
    genau so läuft das Spiel - so erscheint es mir. Was am Anfang mal o.k. schien war es vielleicht nicht, das möchte ich auch gar nicht mehr groß durchleuchten. Aber irgendwie hat sich wie der Suchtverlauf auch die Sexualität geändert.

    Das Kuscheln und das was ich als Zuneigung empfand schlich sich langsam fort. Dieses liebevolle im Arm halten, wich und einfach das, was als Gefühl impliziert werden konnte.

    Und ich sehe für uns Co hierin eine ganz große Gefahr. Wir wollen "ihn" nicht verlieren und sind dann auch bereit und deshalb tiefer auf seine Wünsche einzulassen, als wir es real täten. Ich selber bin ein paar Mal an die Grenzen dessen gestossen, was ich heute nicht mehr täte. Ich habe mich quasi unter Druck setzen lassen.

    Es ging in soweit gut, weil ich damit klar kam und weder Moral noch meine eigenen Grundlinien verlassen habe. Aber: das wären die nächsten Schritte gewesen, die gekommen werden, das spüre ich mehr als deutlich!

    Genau dieses Gefühl wovon Du schreibst - eine Art Höchstleistung, die bitte belohnt werden muss. Wenn es dann nicht so klappt mit der Standfestigkeit dann muss es erzwungen werden. Nicht wie in normalen Paarbeziehungen wo dann einfach liebevoll gekuschelt wird. Alles ein "ich muss beweisen dass ich ein toller Hecht bin".

    Irgendwann sagte ich zu meinem Sex: "Ich kann Deinen Satz nicht mehr hören - machen wir Sex - ich liebe jemanden, bin gerne mit ihm zusammen und eventuell führt das dann zu Sex - aber auf jetzt, eine Runde Sex, dass steht für mich für einen kalten Vorgang wie "jetzt wird abgewaschen".

    Ich glaube Tihaso, so etwas mit sich machen zu lassen ist deshalb normal weil die Veränderungen schleichend waren. Ein Aufwachen also ganz schwer ist, bzw. es wohl so läuft wie bei mir, dass es ganz schwer in Worte zu fassen ist und noch schwerer zu begreifen ist. Wenn dann aber dieses "Hallo wach" Element kommt, dann geht es schnell.

    Genau dieses NIE WIEDER kommt dann nämlich automatisch ans Tageslicht. Mit jedem Ding, das ich nun besser begreife wird der Abstand größer und das Bewußtsein, dass das so gar nicht das ist was ich normalerweise lebe.

    Und ein Gefühl wird in mir ganz stark: ich selber kann für mich in Zukunft wählen. Ein Suchtkranker ist evtl. gezwungen diesen Kick nach mehr und Selbstbestätigung weiterhin zu erarbeiten. Es wird immer eine Art Wettkampf sein sich als der Beste darzustellen. Eine Stresssituation ohne Ende und garantiert alles andere als ein schönes Ventil. Um nichts in der Welt wollte ich seine nächste Partnerin sein!

    Lieben Gruß von Dagmar

    habe ich immer noch nicht auf die Reihe gebracht, liebe Tihaso.

    Mein Ex suchte sich ja eine andere, als ich sagte ich sehe dem Absturz nicht weiter zu. Eine Nachbarin, mit der ich fast täglich klöne, ist ausgebildete Suchtberaterin. Sie sagte mir damals: Du, diese Frau dient mehr dem gesellschafttlichen Trinken und wird schlimmer Co sein als Du. Ich habe das nie verstanden weil ich der Meinung war, es muss doch "Liebe" sein wenn 8 Jahre ohne Überlegung weggeworfen werden.

    Es scheint aber tatsächlich so zu sein wie Du Tihaso und meine Nachbarin sagen. Wenn ich mir überlege, das mein Ex ungeduscht, unrasiert, mit Alkfahne zu ihr fährt. Sie registrieren muss dass er keine Zähne putzt, sein Level benötigt und noch vieles andere, was jetzt zu aufwendig wäre aufzuzählen und ihn mit ihren drei Kindern zusammenlässt, dann stimmt etwas nicht.

    Mein Ex versucht sie immer als Besitzerin von zwei Autos darzustellen, als ich in ein Telefonat reinplatzte kam gerade "ja, ich fahre Dich ins Geschäft". Fotos schockierten mich, eines musste ich dummerweise sehen, weil es damals noch auf seinem PC als Hintergrundbild war.

    Ich habe so normal von meiner Sicht gedacht - keinesfalls überlegt, dass es um Saufen mit Menschen geht, die ihn im Gegensatz zu mir nicht daran hindern sondern unterstützten.

    Und ich sage Euch, ich möchte - wie Thiaso sagt - um nichts auf der Welt mit diesem Paar tauschen. Ich wollte ihn nicht mehr zurück, und will mir nicht vorstellen, wie es seiner neuen Gesellschafterin geht. Wenn ich an die Kinder 18, 15, 13 denke dann bekomme ich fürchterliches als Zukunftsahnung. Er, der mit Alkoholfahne im PKW ankommt zeigt den Kindern genau wie es eben nicht sein soll. Sie duldet das - und untertützt es somit. Sucht nährt Sucht - so bewegen sich beide in eine Beziehung, wo keiner aufwachen muss. Wo sich beide belügen und das was ich so mitbekomme ist alles andere als harmonisch.

    Nein, lieber Gott, ich kann Dir nur danken für alles das Grauen was ich erleben musste um nun meinen Weg zu gehen. Wenn jemand aufhören will, so wird er sich ein trockenes Umfeld suchen - wer nicht aufhören will, wird sich das passende Umfeld suchen. So wie ich mir mein Umfeld suche, in dem ich mich wohl fühle. Und ganz sicher gehört das Leben mit ihm nicht mehr dazu.

    Liebe Crevette, wird er es begreifen, dann machst Du es ihm leichter wenn Du selbständig bist. Wenn Du Dich versuchst von zu vielen Gedanken über ihn zu lösen. Will er wirklich ein Mensch ohne Suchtflucht werden, dann kannst Du im Abstand zu ihm jemand sein, der Respekt vermittelt weil Du selbständig Dein Leben führst.

    Habe nicht das Gefühl eine andere Partnerin wäre besser, ich dachte das am Anfang auch und es tat meinem Selbstbewußtsein weh. Das was ich nun sah, erfuhr, und an ihm feststellen konnte zeigte mir nur das sein Niveau sich geändert hat. Geldausgaben ohne Sinn und Zweck in rauhen Massen, sich besser darstellen als Man(n) ist quasi ein Einäugiger unter Blinden. Einer der sich evtl. fühlt, als wäre er besser als die anderen um deshalb großspurig immer wieder etwas zahlt, um zu beweisen wie hoch sein Standard doch ist.

    Dafür liegt hier der Vollstreckungsbescheid für die KFZ-Steuer.

    Nein Crevette, ein "Auf" für Deinen Partner könnte es wohl nur geben wenn er vom Alkohol lässt. OB dann mit Dir oder vorab alleine, bis er mit sich selber klar kommt, steht in den Sternen.
    Und wenn er abstürzt, dann danke Gott - oder welcher Macht auch immer - dass Du nicht mehr dabei bist.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Glaubst Du nicht manch eine von uns - ich ganz sicher - hat sich schon mal überlegt, wie das Gefühl wäre wenn man selber über Jahre gerne etwas hätte verändern wollen es aber nicht schafft und dafür Wildfremde dafür sorgen dass der Suchtkranke etwas kapiert.

    Aber überleg mal: wir sind ja gar nicht neutral - wir wurden doch so verletzt und selber so auf Hab-Acht und Misstrauensstellung dass wir gar nicht geeignet wären diesen Weg mit einem Suchtkranken zu beginnen. Genau dafür gibt es ausgebildete Therapeuten, die die Muster kennen, die nicht wie wir einfach wieder von Schema A in Schema B fallen. Eben deshalb sind solche neutrale Personen gute Anleiter um trocken zu werden. Wir nicht - wir sind weder neutral noch geschult - noch selber ganz gesund, auch wenn wir es wohl werden :)

    Genau deshalb ist es ja so wichtig, dass wir uns selber finden. Genau darin liegt ja - irrigerweise - die einzige Chance jemals ein miteinander zu finden. Co und Süchtler bringen sich gegenseitig um, krass gesagt. Wenn aber einer die Reißleine zieht, dann muss der andere sein Verhalten ändern. Egal, ob er eine neue Co sucht oder sich ändert - aber das alte Schema ist nicht mehr anwendbar. Es müssen neue Regeln gefunden werden.

    Warum wegen Selbstmitleid schämen? Wir haben mit uns spielen lassen und haben duldsam gelitten, es uns angetan und nun kann uns eine Portion gesundes Selbstmitleid helfen das in Zukunft abzustellen!

    Hm, der Absturz - auf der einen Seite meine Chance zu sehen, wie wichtig es ist ganz schnell zu gehen. Natürlich auch so ein Gefühl von "schau was aus Dir werden könnte". Aber ehrlich gesagt, je mehr Abstand ich bekomme desto schauriger wirkt das ganze Intermezzo. Dieser ganze schnelle Abstieg, nach dem es aussieht - wer weiß vielleicht ändert sich das - bringt mich in ungeahnte Gefahren.

    Letzte Woche gab es eine Nacht, da schlief ich mit dem Handy in der Hand und der eingespeicherten Notrufnummer im abgeschlossenen Zimmer - Joggingklamotten um im Notfall aus dem Fenster zu entweichen. Gut, es passierte nichts, aber ich spüre eine latente Gefahr - je nach Verfassung. Somit ist sein Absturz nur eine Gefahr für mich - also keinesfalls etwas durch das ich Schadenfreude empfinden kann oder ähnliches. Es trifft mein Leben, es berühert meine Angst, es macht mir Angst und ich bekomme Angst weil ich so blind war und übersehen habe was passieren kann.

    Weißt Du liebe Crevette, auch dieses Absturzverhalten ändert nichts an der Krankheitseinsicht. Denn noch läuft für ihn alles ganz normal: zwar habe ich mich von ihm getrennt, lebe aber noch hier. Ich lasse den Schornsteinfeger ein und bin präsent - auch wenn es nur zum Streitversuch ist - ich bin da, und somit hat er ja immer noch das Gefühl "es wert zu sein, dass man mit ihm zusammenlebt". Bei uns ist alles getrennt, aber er ist nicht alleine im Haus. Er hat quasi für sich immer noch die Chance, seine Spiele zu spielen, leicht zu verändern und einfach noch das Gefühl etwas unter "Kontrolle" zu haben.

    Ich bin ehrlich gesagt gespannt und ängstlich, wenn ich daran denke was passiert wenn es an den Umzug geht, bzw. die Tage danach, weil ich nicht alles aufeinmal mitnehmen kann, auch wegen der Tiere.

    Zwar werde ich bemüht sein, hier nur tagsüber zu sein wenn er arbeitet und da alles abzuwickeln, aber ich denke, das alles war es noch nicht, ich erwarte da noch eine Menge neuer Drehbücher wenn der Umzugstag da ist und das danach vor der Türe steht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Karl,
    Das "zerlegen" hilft mir schon. Und zwar deshalb, weil ich spüre, dass da etwas innerhalb der Sexualität war was mit Macht/Ohnmacht zu tun hat. Und was ich spürte ist ein bei mir dadurch wackelndes Vertrauen welches ich zuvor nicht gekannt hatte. Und ich gehe davon aus, dass dieses "wackeln" nichts mit den leichten SM-Zügen zu tun hatte sondern damit dass ich spürte dass es hier um "machtvolles" gehen sollte.

    Irgendwie hatte ich - so jetzt nach dem Ende und mehr Informationen - das Gefühl dass diese Unfruchtbarkeit, die Problematik mit Menschen umzugehen und auch keine Gefühle geäußert werden konnten durch Sexualität ausgelebt wurden. Ich weiß nicht so genau, wie ich das beschreiben soll. Ich spürte nicht nur das Machtverlangen sondern bilde mir ein dass er mir dadurch etwas geben wollte - aber nicht verstehen konnte, was ich wirklich hätte gebraucht.

    SM, Fesselspiele ect. finde ich nicht schlimm, wenn beide Partner aufeinander zählen können, wenn Vertrauen zugegen ist und man sich vortastet - ohne dass einer der Partner verletzt wird; sei es körperlich oder seelisch. Ich selber konnte auch klar sagen "ja" oder "nein" und es war immer eine Sache von zweien.

    Normal wäre für mich des Leben von Sexualität und Lust - Unnormal wäre für mich die persönliche Stärke daraus zu beziehen sich zu versuchen über dei Sexualität zu definieren. Und genau dieser Eindruck ist bei mir - nachträglich - entstanden.

    Für mich ist es wichtig, mich zu begreifen oder auch für mich irgendwann mal sagen zu können, ob dieses Feeling richtig war. Auch deshalb um nicht wieder in Machtspiele zu geraten die über den Sex ausgetragen werden. Denn wenn ich ehrlich zu mir bin, dann muss ich sagen, auch ich habe die Sexualität (die bei uns früher mal super war) genutzt um eine vermeintliche Bindung zu erreichen.

    Diese Veränderung - Steigerung der exotischen Wünsche - dennoch aber wohl Abfall der Potenz fällt mir erst rückwirkend zum Ende der Bezeihung auf. Also zu dem Zeitpunkt, als wir es nochmals "versuchen" wollten. Und irgendwie hatte ich so das Gefühl, am Anfang wollte er Macht spüren und beweisen - ich hatte auch kein Problem damit - und je weiter ich mich entfernte, desto schwerer wurde es für ihn sich als Mann bestätigen zu können.

    Ich hoffe es kommt jetzt nicht wirr rüber, ich will nicht in die Thematik Sexsucht abdriften sondern habe einfach das Gefühl, als wären Probleme oder innere Wünsche verändert worden. So, als wäre über die Sexualität manches ausgelebt worden, was er nicht in Worte packen konnte. Ich spürte wohl "irgendwas" in den Zeiten, aber nicht so dass ich es definieren konnte. Einfach ein Gefühl, dass nicht dazugehört zu Sex in Freuden mit einem geliebten Partner.

    Sein Absturz ging rasend schnell, dennoch habe ich innerhalb meiner Trennung von ihm noch den einen oder anderen "Rückfall" erlebt und da meinte ich, dass organisch oder kopftechnisch er sich beweisen wollte, es aber einfach nicht klappen wollte.

    Dieses nicht klappen war zu einem Zeitpunkt, wo ich selber merkte ich bin weit weg von ihm - viel zu weit für das, was geschah. Wohl stellen sich mir auch deshalb diese Fragen.

    Ich spüre einfach auch für mich dass ich auch im Bereich Sexualität nun an meine Abgrenzungen komme. Das meine Sexualität einher geht mit meinem Wunsch nach Trennung. Oft hatte ich mich in der Anfangszeit nach ihm, seiner Nähe, auch der Sexualität gesehnt, die bis kurz vor Schluß schön war. Dennoch hatte ich das Gefühl er stünde unter Erfolgsdruck und seine Wünsche würden zunehmend nicht nur extremer, sondern auch egoistischer werden. Ich hatte zu einem gewissen Zeitpunkt den Eindruck, ich als Person spiele keine Rolle mehr sondern nur noch seine emporgesteigerten neuen Experimente.

    Das war dann auch für mich der Zeitpunkt zu sagen "no" weil ich kein Vertrauen mehr empfand. Wenn ich liebe und vertraue bin ich zu Experimenten bereit, da aber das Vertrauen bereits weg war erfolgte da dann eine klare Abgrenzung.

    Dennoch denke ich oft an die Empfindungen und Gedanken die ich hatte als ich den Eindruck hatte es verändert sich etwas. Vielleicht genau das Gefühl, der Körper ist benebelt es muss mehr, anders, exotischer und experimenteller vielleicht auch mächtiger werden.

    Ich weiß, ist alles etwas wirr, was ich schreibe, aber so ganz einfach fällt es mir nicht, diese wirren Gefühle in passende Worte zu packen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    **Die Aussage von Diandara fand ich gut nachvollziehbar - mehr, damit der Pegel stimmt - anders damit es überhaupt noch gespürt wird - Steigerung ins Neue für den nächsten Kick***

    Schüttle statt dessen Dich :) Weil Du ihm Gutes willst und Dich selber wieder ins Hintertreffen stellst :)

    Ich hatte ja auch eine Fernbeziehung bevor ich hier her zog und genau das ist gefährlich, wir wissen eigentlich nicht was uns erwartet - und sind wir hier ist es zu spät, denken wir zumindest.....

    Ich weiß nicht, liebe Crevette ob er leichtgläubig ist oder sich selber etwas vormacht. Ich für mich glaube nicht einmal dass die Alkoholiker uns oder sich etwas vormachen wollen - ich glaube als Schutzwall glauben sie es selber. Es gelang ihnen doch früher sich zu konditionieren, zu rationalisieren. Wie sollen sie begreifen was die Stoffe des Alkohols in Herz und Körper anstellen. Selbst wenn Dein Partner es wissen müsste, so gilt das doch wohl nicht für ihn .... weil er ist ja anders .... so denken zumindest viele.

    Der Wunsch des schüttelns hat bei mir nachgelassen und sich dahingehend verändern, dass nur ich meinen Kopf noch über ihn schüttele. Eine Hand am Schweißgerät, eine an der Pulle - eine Hand an der Farbdose, eine an der Pulle. Die Nachbarn sprachen mich darauf an. Wenn Wege in solche Regionen führen, dann wird es hart.

    Übrigens, vor ein paar Jahren wäre das nciht denkbar gewesen. Wer sagt Dir, was bei Deinem Partner passieren könnte? Wünsche, oh Wünsche hat mein Ex auch viele!!!!! Soll er sie aber ganz real aussprechen, schon dann scheitert es ... klar, vielleicht kommt ihm schon ein Schimmer so geht das alles nicht mehr .... aber es auszusprechen würde ja bedeuten Farbe bekennen zu müssen.

    Ich weiß nicht ob mein Ex auch nur ansatzweise begreift was um ihn herum läuft. Ich weiß auch nicht wie es bei Deinem Ex aussieht. Ich befürchte aber mal beide glauben von sich "alles im Griff zu haben". Nur heute, das war ein Ausrutscher ... aber morgen, da klappt es bestimmt. .... Was schon wieder nicht, ach das liegt am Regen .... und übermorgen .....

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar

    Ach liebe Fish,
    mal wieder "willkommen im Club": Durch die Veränderung Deiner Verhaltensweisen muss auch er umstellen, andere Muster, andere Spiele, andere Versuche.

    Du hast die Uhr vor Dir - Deine Lebensuhr! Seine liegt auf einer anderen Schublade. Es liegt an ihm ob ihr irgendwann einmal die Uhren gleich gestellt habt oder nicht. Seine Uhr geht derzeit etwas nach ;)

    Ich kann mir vorstellen Fish, dass jetzt beunruhigende Zeiten kommen, aus denen Du sehr viel lernst, verstehst und mit Dir selber auf die Reihe bringst. Die Trauer könnte während der Zeit weichen und ein ganz anderes Gefühl zu sich selber entstehen. Bei mir war das genau der Moment wo ich spürte ich gehe wirklich in mich und zu mir. Der Moment wo ich begann zu begreifen, wie diese Krankheit wirklich ist. Ein Moment, in dem ich mir ausmalen musste was noch alles passieren kann. Ein Moment in dem mir die Spielchen einfach über waren, der Moment wo die Lügerei mich einfach nur nervte und ich einfach keinen Bock mehr darauf hatte.

    Er hat die Chance Fish, wenn Du jetzt stark bleibst. Du siehst, Deine Änderung bedeutet zwangsläufig eine Verhaltensänderung in ihm - wo diese hinführt wird sich zeigen - für Dich auf jeden Fall zu Dir selber!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Was Dorothea sagt ist absolut richtig! Werde Selbstsicher, wenn Du es willst. Aber diese Selbstsicherheit muss auch von Personen gelernt werden, die nicht süchtig sind. Auch ich habe früher erst lernen müssen mir eine gewisse Lockerheit bzw. Selbstsicherheit zu erarbeiten. Und es geht! Harte Arbeit - aber es geht....

    Alkoholkranke haben keine anderen Probleme als Nichtsüchtige. Nur die Bewältigung ist anders. Es scheint nur so zu sein, dass wenn die Bewältigung in Richtung Sucht geht, am Ende doch keine Änderung des Problems erfolt sind sondern sich mit den Jahren nur ein neues Problem dazu gesellt.

    Egal, welches Problem es ist, egal welche menschliche Seite in Dir und mir - erreichen können wir nur, wenn wir in uns reinhören und wirklich und ehrlich Wünsche reflektieren und an der Realisierung arbeiten. Schau, Du kämpfst schon lange mit dem Rückfallgedanken. Ich will nicht glauben, dass es nicht irgendeine Seele - und sei es in der Kirche - gegeben hätte, mir der Du von Gesicht zu Gesicht hättest reden können. Vielleicht wäre das jetzt der Weg solche Seelen zu suchen - vielleicht wäre es auch der Weg eine Therapie zu hinterfragen? Vielleicht ist es eine Chance - vielleicht auch nicht .... DU entscheidest!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Tja Live2008
    Du bist alkoholkrank ich bin co. Wir haben beide eine Sucht der es gilt die Stirn zu bieten. Du bist umgefallen - auch ich schon ab und zu.

    Warum soll ich mich deshalb hassen - warum Du Dich? Wurde Rom an einem Tag erbaut? Ist es möglich jahrzehntelang praktizierte Rituale und Muster von heute auf morgen zu verändern? Ich glaube nicht - Ich für mich sehe jeden Rückfall als neue Chance zu erfahren, wo es denn bei mir falsch tickt. Welcher Schalter (so wie Andreas es hinterfragt) bei mir betätigt wurde ohne dass ich es merkte.

    Ich versuche zu reflektieren was passiert ist, wie es passiert ist und behalte das in Kopf und Herz, damit es nicht wieder passiert. Ich selber bin auf einem Lernweg in eine bessere Zukunft, was aber 8 Jahre schief lief wird nicht innerhalb von 8 Wochen gut.

    Wenn ich mir selber Feind bin und mich ärgere, mich hasse oder mich selber als Gegener sehe, so komme ich nicht mehr an mein Innerstes und zu keinem Gespräch zwischen Herz, Seele und Hirn. Und genau das brauche ich als Süchtiger der Droge Ex-Freund. Ich benötige das Zusammenspiel in mir von Kopf und Herz - dazu aber muss ich mich annehmen, wie ich bin - mit allen Ecken und Kanten, Fehlern und guten Seiten!

    Nichts ist so unnütz, dass man/frau nichts daraus lernen könnte.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich denke, zu dieser Frage bekommt Du bessere Antworten von ehemals Betroffenen.

    Nur frage ich mich, wie es möglich sein soll, dass jemand Süchtiger ohne Druck dem Glücklichmacher abschwört. Sonst wäre das wohl schon vor Jahren passiert oder erst gar nicht so aus dem Ruder gelaufen. Ich habe hier erfahren dass die Mengen sich steigern, der Körper benötigt mehr bis es wirkt und die Psyche will das zurück, was sie einmal glücklich machte und erleichtert. So stelle ich es mir vor.

    Gemeinsame Zukunft - Deine Zukunft.

    Ich denke mal wenn Du Deine Zukunft planst und sie für Dich so gut wie möglich verplanst, so hat er die Zeit aufzuwachen und zu bemerken dass in Dir sich Veränderungen abspielen und auch er Änderungen an sich vornehmen muss. Ich habe den Eindruck, die Suchtkranken merken das schnell wenn man als Co nicht mehr funktioniert, sind auch schnell mit Versprechungen da - aber die Taten, die sind bei meinem Ex nie erfolgt. Um genau zu sein, er hat sich immer vom Thema Alk distanziert und vieles andere für das Scheitern der Beziehung verantwortlich gemacht.

    Bei meinem Ex waren es erst drei kontrollierte Biere am Abend, nun 6 kontrollierte Biere am Abend - wohl ab und zu Asbach - aber das ist nur das was ich sehe.....

    Er sieht normal aus, wenn er diesen Spiegel hat... Erschreckend oder, wie würden wir nach 6 Bieren aussehen??? Ich könnte nicht mehr laufen....

    Sag mir einen Grund liebe Lebensmelodie warum er trocken werden sollte: er hat seine Droge, Dich die ihn liebt und ihm dadurch sagt "du bist liebenswert und normal", er hat einen Job in dem er auch noch gut sein dürfte da er weiß wovon er redet. Und last not least, was eine Unterstellung sein kann, er fühlt sich klasse weil er (im Gegensatz zu seinen Klienten) noch alles im Griff hat. Das sieht er ja schon daran dass Du bei ihm bleibst ;)

    Gemein, ich weiß - und vielleicht läuft es ja bei Euch anders. Aber hier bei mir gab es kein kontrolliertes Trinken in Form von gleichem Spiegel sondern es gab einen stetig steigenden Spiegel, der dann in Lügen mündete oder kontrolliertem Trinken bei Familie und hinterherschütten wenn es keiner sieht.

    Und Lebensmelodie: sollte er zufällig wirklich nüchtern werden, sollte er die Trockenheit - wie auch immer - erreichen wollen, dann wird er vermutlich einen starken Partner an seiner Seite haben wollen und keinen Co. Schon alleine deshalb um selber nicht auf alte Verhaltensmuster reinzufallen.

    Merkst Du was, ich kann hier nur für mich schreiben - aber für mich würde das Bedeuten ich muss in jedem Fall raus aus der Beziehungsfalle - raus aus der Abhängigkeit vom ihm um selber autonom zu werden.

    Schafft er das auch, dann können zwei gleichstarke Partner eine neue Beziehung beginnen. Bleibt er in seinem Sumpf, dann hast Du die Kraft zu gehen, weil Du ja autonom bist.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du liebe Lebensmelodie,
    bewunderswert ist es ja leider nicht, wie tief ich als Co fallen musste um erst aufwachen zu können. Wer richtig für sich sorgt, der fällt auf solche oskarreifen Leistungen gar nicht rein. So naiv wie ich bin oder war ist es ja fast schon strafbar.

    Aber ich denke WIR alle, die wir einfach ab und zu überfahren werden, sollten uns gute Schutzkleidung besorgen und vielleicht nochmal die Verkehrsregeln lernen "§ 1 - Umsicht ist immer erforderlich" Der Gummiparagraph
    AUCH WIR MÜSSEN AUF UNS ACHTEN § 1

    Schreiben, nachdenken, darüber reden, verarbeiten, bearbeiten - bei mir geht der Weg über das Begreifen im Hirn zum leben durchs Herz. Auch ein langer steiniger Weg, wie bei jeder von Euch!

    Ich will nicht nur auf der Welt sein um Sandsack zu spielen. Ich will nicht das sanfte Ruhekissen eines Alkoholikers darstellen von dem er aufgefangen wird und sich ausschnarchen kann. Wie wäre es denn, wenn wir uns selber unsere Kissen aufschütteln und uns selber darin zur RUHE legen?

    Lieben Gruß von Dagmar
    **die jeden Tag dazu lernt** auch wenn es oft weh tut**

    liebe Tihaso, dürften selbige sein wie beim Alkoholiker. Der Punkt sich selber nicht mehr belügen zu wollen und zu können und festzustellen "Mir geht es schlecht" ich muss etwas für mich verändern.

    Die Reißleine konnte ich tatsächlich erst ziehen, als mein unmittelbares Leben in Gefahr stand. Ehrlich gesagt, ich sterbe gerade tausend Tode, dass eine seiner Aktionen noch jetzt in den letzten Wochen mir Schaden bringt. Immer hatte ich Angst wegen seiner ungesetzlicher Aktionen, aber ich denke, ich habe das alles im Sinne von "Kopf in den Sand stecken" nicht wahrhaben wollen.

    Ja Crevette, ich glaube, dass ist etwas was ich gut konnte: die Augen zumachen! Wäre mir sonst entgangen wie fertig er ist? Wäre mir sonst nicht der Gedanken um mein eigenes Überleben gekommen?? Hätte ich mit wachen Augen zugesehen, dann wäre ich ausgestiegen um mein Leben nicht zu verlieren. Ich hatte keine wachen Augen - deshalb habe ich nun eine neue Brille ;) Denn nun brauche ich - wie auch DU - den klaren Durchblick.

    Am liebsten würde ich jemandem, der in Deiner Lage ist ZUSCHREIEN - Achtung, der Abfall kann ganz schnell kommen. Vielleicht täusche ich mich ja, aber ich habe in meinem persönlichen Fall das Gefühl, dass sich quasi im 4-Wochen-Rhytmus die Alkoholmengen steigern, die Gefühle sich nun quasi stündlich ändern und die Ängste des Alkoholkranken nun geradezu in "krankhafte" Richtungen gehen - trotz der angezeigten Überheblichkeit.

    Leute, lasst Euch nicht so überrennen wie ich es tat. Macht um Gottes willen die Augen früher auf! Ich stehe oft nur noch mit offenem Mund da weil ich gar nicht raffe, wass innerhalb von ein paar Tagen zu passieren scheint. Fast, aber nur fast, würde ich beginnen mich zu fragen ob ich nicht vielleicht falsches interpretiere. Dann fällt mir ein, "Halt, diese Geschichten von Schweißgerät in einer Hand und Bierflasche in der anderen" kommt von Außenstehenden. Ach Crevette, wir wissen doch gar nicht, in welche Probleme diese Menschen sich hineinmanövriert haben und wir vielleicht mit gefangen sind.

    Schau Crevette, ob diese Alkoholiker am Arbeitsplatz schon auffielen wissen wir nicht - ob sie vielleicht schon Abmahnungen erhalten haben wissen wir nicht - ob sie vielleicht gesundheitlich mit Hepatits herumdoktorn wissen wir nicht, viele meiden ja einen Arzt. Es gibt so viele Gefahren, den wir uns aussetzen - uns das obwohl wir oft um die Gefahren wissen.

    Halt Dich tapfer,
    lieben Gruß von Dagmar

    Ich würde mal gerne dieses "alte" Thema wieder hochholen.

    Erotik - Alkohol - Macht

    lange habe ich mir überlegt, ob ich dieses Thema überhaupt ansprechen soll, dass Sexualität oftmals in den Tabubereich fällt.

    So manches verstehe ich nun was die einzelnen Verhaltensmuster betrifft und irgendwann einmal habe ich mir die Frage gestellt, in wie weit auch die Sexualtität eine Rolle spielt, durch die Sucht verändert wird oder evtl. noch andere Süchte ebenfalls zu finden sind. Auch der Punkt leben von Sexualität scheint mir irgendwie eine Rolle zu spielen.

    Am Anfang war es eine normale Sexualität (der Alk spielte keine so große Rolle). Irgendwann bemerkte ich den steigenden Spiegel, unsere Probleme und "verweigerte" mich. Zu einem späteren Zeitpunkt kämpfte ich um die "Liebe" und es gabe kurzzeitig eine gute Sexualität. Während der mir aber auffiel, dass er eine gewisse Tendenz zu Fesselspielen und der SM Richtung ect. entwickelt hat. Nichts, was mir weh tut - nichts was ich als schlimm empfand; sollte eine Beziehung stimmen. Das es nicht so ist - die Bezeihung nicht stimmt - habe ich damals so nicht geschnallt.

    Aber bereits damals stellte ich mir die Frage, ob diese leichten Fesselwünsche ect. etwas mit Macht zu tun haben? Ob die damals starke Potenz etwas damit zu tun hat, dass er zeugungsunfähig ist (was er mir erst am Ende der Beziehung verriet) und auch das männliche Ego stärkt. Ob die Verbindung unfruchtbar und der Alkohol gemeinsam dafür sorgten dass er sich eine Art Machtstellung durch Sexualität aufbauen wollte.

    Als die Beziehung in die letzten Phasen ging und ich am Aufwachen war, da gab es immer noch eine Sexualität, von der ich immer mehr das Gefühl hatte, sie geht in exotischere Richtungen, entfernt sich also vom normalen romantischen Sex. Eigentlich hatte ich sogar den Eindruck, die Potenz wurde geringer (mit den gesteigerten Alkoholmengen) während die Fantasien immer weiter abdrifteten.

    Es ist für mich ganz schwer das in Worte zu fassen, aber irgendwie ist es mir wichtig weil ich denke auch hier ein Puzzlestück dieser wirren Beziehung zu finden. Macht-/Ohnmacht, Unterwerfung und dadurch vielleicht die eigene Stabilisierung des männlichen, alkoholkranken Egos. Auch hatte ich immer den subtilen Eindruck, wie wichtig es "ihm" war "gut" zu sein. Ich wurde damals nie das Gefühl los, hier geht es um viel mehr als Sexualität, hier geht es um seine Persönlichkeit, die er stärken möchte - verstanden habe ich das alles nicht.

    Es sind auch ein paar komische Dinge passiert, wie der Aufbau einer Webcam im Schlafzimmer, von der ich nichts wusste, wo sich mir damals die Frage stellte, ob da irgendwas aus dem Ruder läuft. Damals war ich nicht in der Lage über solche Absonderheiten zu reden, mich auszutauschen, geschweige denn, sie zu bearbeiten. Nun aber denke ich fast, sie sind auch ein Teil des Co's die ich beleuchten muss.

    Ich weiß noch nicht einmal, welche Fragen ich mit diesem Beitrag verbinden will. Aber in mir selber schwingt ein Gefühl dass die Sexualität sich mit zunehmendem Spiegel exotischer gestaltet, die eigentlich Umsetzung-/Potenz aber fast gegengleich nachlässt. Zwar ist mir bekannt, dass Alkoholiker irgendwann nicht mehr können - oder wollen - aber wie das in Zusammenhang steht mit exotischeren Wünschen oder Macht-/Ohnmacht in einer Paarbeziehung ist mir nicht ganz klarer.

    Hat da jemand von Euch den besseren Durchblick....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Schneggsche,
    lass Dich nicht kirre machen: jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Wenn Dein Ex eben in seinen Lehrjahren nicht aufgepasst hat, so darf er Dich nicht dafür verantwortlich machen, dass Du Dein Handwerk gelernt hat und nun beginnst im Leben mit beiden Beinen (auch ohne ihn!) zu stehen.

    SEINE Hilflosigkeit ist SEIN Problem! WER sich auf ein Suchtmittel stützt darf nicht verwundert sein, wenn diese Stütze zusammenbricht.

    Auch hier muss ich Kaddip recht geben: es ist sehr schwer zu sagen "Du kannst machen was Du willst, es interessiert mich nicht und ich will keine persönlichen Dinge mehr von Dir erfahren" Auch bei mir hat es lange gedauert, bis ich das sagen konnte. Nunmehr ist es eine Erleichterung - ich weiß nicht mehr wann er kommt oder geht und muss mein Leben führen ohne zu warten, zu sehnen oder vergeblich zu hoffen. Ich finde den Weg zu mir und in mich, gezwungenermaßen.

    Alle Deine Schritte kenne ich, die HOffnung, den Wunsch "mensch, wach doch auf - ich liebe Dich doch". Wie bitte soll jemand aufwachen, der ständig in Kissen von Suchtmitteln gebettet ist? Wie soll jemand aufwachen dessen Decke mit Lügen oder Ausflüchten vollgepfopft ist weil er /sie das eigene Leben sonst nicht bewältigen könnte bzw. ehrlich sich selber gegenüber sein müsste.

    Der Anfang ist mehr als schwer, Tränen und Nervenzusammenbrüche sind häufig, aber alle habe ich überlebt, jedesmal wurde ich ein bischen stärker. Ich bin noch nicht richtig stark - aber ich weiß, was ich nicht will: ein Leben mit Lügen und Suchtmitteln.

    WIR haben das Recht auf Partner, die so pur sind wie wir auch! Aber erarbeiten müssen wir als Co uns das leider jetzt durch harte Wege. Du hast Deinen doch schon angefangen zu gehen.... lauf ihn weiter, jetzt geht es bergauf, aber bald schon wirst Du eine gerade - ebene - Strecke sehen.

    Lieben Gruß von Dagmar