Beiträge von dagmar007

    Dank Dir, liebe Crevette,
    ich weiß gar nicht ob sich das jemand vorstellen kann, der nicht unter Druck steht, wie einen das befreit. Auch wenn es noch ein paar Wochen sind, ich merke das aktuelle Leiden wird sich ändern. Ich sage ändern, weil mir klar ist, dass nach oder während dem Umzug Down's kommen könnten.

    Ja, das Daumendrücken scheint geholfen zu haben :) Vor allen Dingen ist das Häuschen im Grünen und hat Rasenflächen und Obstbäume. Ich liebe doch Pflanzen und kann sie nun dort in Mengen setzen.

    Mal ganz erhlich, das Haus hier hat mich depressiv gemacht - überall nur Beton, kleine Fenster - alte Bruchbude halt und nun auch noch rundherum eingezäunt weil alle Außenbereiche abgebaggert werden. Ich habe mir schon oft gedacht, in diesem Haus muss man depressiv werden oder sich betäuben, weil man es anders nicht aushält. Es waren halt immer meine Tiere.

    Die dürfen nun mit. Zwar wird es mit dem Einrichten schwer, weil es alles kleiner ist und ich riesen Schränke habe. Aber da muss ich einfach testen und Notlösungen wählen. Hauptsache hier raus.

    Ich sage auch derzeit nichts, packe und stelle die Kartons in einen Raum, den er im Regelfall nicht betritt. Je später er es erfährt, desto länger kann ich mich in Ruhe freuen. Denn wie bei Euch anderen wird auch er nun wieder Druck ausüben wollen.

    Das Haus ist für meinen Ex alleine auch nicht finanzierbar. Während aber für mich ein Umzug "nur" eine Belastung ist erscheint es mir fraglich wie er eine Wohnung bekommen soll, die finanzierbar ist (ist auch nicht ganz so einfach) und seine schweren Dinge wie Boot ect. wegschaffen will. Mein Ex hatte sich für viele Dinge begeistert, die aber nie fertig gestellt wurden. Somit ist im Haus - Garage - ein Boot, welches nun total vermüllt ist. Werkzeuge ohne Ende, die ihn wohl nicht mehr richtig interessieren, die aber bei einer Wohnungsauflösung doch weg müssen.

    Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie froh ich bin nur Untermieter zu sein. Ich kann gehen zu meinem Termin und das Haus hier nebst allen Geschehnissen betrifft mich (auch finanziell) nicht mehr.

    Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus bringen solche Auszüge nämlich immer viel, viel Arbeit und viele Gespräche und Verhandlungen mit dem Vermieter. In dieser alten Bruchbude ist mein Ex jetzt wohl um die 12 Jahre, in den letzten Jahren wurde nichts mehr gemacht, gestrichen oder renoviert. Als er noch bastelte hat er viel Schaden angerichtet, den er zum Auszug wieder in den Ursprungszustand versetzen muss.

    Ich freue mich wie ein kleines Kind auf die Ruhe, habe etwas Angst vor dem erneuten Down, weil es dann ja wieder ein Schritt weiter ist - so eher der endgültige. Denn das es aus ist ist eine Sache - aber noch leben wir ja unter einem Dach (mein Suchtmittel ist also noch in der Nähe).

    Lieben Gruß von Dagmar

    Danke Sunny,
    das hört sich gut an :)

    Aber machen wir uns nichts vor, das ist derzeit der zielstrebige Weg, von dem ich weiß er muss in die Normalität zurückführen. Er kostet Kraft. Es springt noch nicht aus mir die Überzeugung sondern das Wissen was ich "tun muss".

    Ja, ich gehe den Weg nach vorne - dennoch ist mir klar, dass es vermutlich nicht einmal einfacher wird. Denn noch zieht er nicht alle Register weil er noch nichts davon weiß dass ich alles in trockenen Tüchern habe.

    Da wird noch manches kommen können was mich erschüttert.

    Tja, vermutlich wird ein Großteil des Kuchens eingefroren, alleine ist man ja keinen ganzen Kuchen. Aber a) kommt heute eine Freundin und b) eingefroren tut ein frischer fruchtiger Rhabarberkuchen beim Umzug bestimmt auch gut. Ich will zuerst das Esszimmer ausräumen (da geht er nie rein) und das in die Küche stellen. Damit gleich die Kaffeemaschine dazu kommt und der Kühlschrank da ist. Das ist dann gleich bei Putzen & Co. der Mummacher.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh sunny, es gibt nichts zu beneiden, ich leide ebenso wie jede von Euch. Mir geht es ebenso beschissen und mir tut es ebenso weh wie Euch.

    Aber ich will diesen Schmerz nicht mein Leben lang spüren. Ich will leben, dem Alltag entgegensehen ohne zusätzlicher Probleme, die alkoholgemacht (also unnötig) sind. Ich sag Dir ganz ehrlich, durch die Zusage mit dem Haus fühle ich mich jetzt ein bischen wie ein Teenager, der zum ersten Mal selbständig wird. Ich freue mich auf die Obstbäume in meinem Garten, die große Rasenfläche und das meine Tiere bei mir sind.

    Gewiß, ich werde noch in viele Löcher fallen, ich finde das alles todtraurig. Auch sucht er derzeit das Gespräch und bietet mir filmreife Leistungen um mir quasi Interesse an der Person zu zeigen bzw. mir klar zu machen, dass er mir doch gar nicht egal sein kann (meint er).

    Aber ich werde stärker. Mittlerweile ist das was ich sage auch im Herzen. Natürlich auch noch der Schmerz, aber was sollen wir so miteinander anfangen? Ich co - er Alkoholkrank? Uns gegenseitig runterziehen, nein danke!

    Ich versuche mich wieder in den Griff zu bekommen und werde nachher backen, was ich die letzten Monate nicht mehr geschafft habe. Der Rhabarber ist schon eingeweicht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Emma,
    natürlich regen wir uns auf - mir geht es beständig so. Aber mit jedem Ding, dass ich für mich bearbeiten kann kann ich es in die Ecke stellen. Das habe ich davon. Eigentlich dürfte es Dir doch ähnlich gehen. Du gehst Deinen Weg recht straight und jeder Schritt bringt Dich weiter.

    Ich für mich merke dass immer weniger Spielchen gehen, ich habe nun ein passendes Haus gefunden und so geht es Schritt für Schritt.

    Ich denke, wir haben davon dass es irgendwann vorbei ist mit dem Leiden. Ganz langsam, Schritt für Schritt in ein anderes - besseres - Leben zu gehen. In ein Leben ohne täglicher Angst, in ein Leben ohne halbherziger Liebesbekundungen, ein Leben ohne Princess Alk.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Sunny,
    ehrlich gesagt, ich kann mir schon vorstellen dass die Therapeutin Recht hat. Auch ich bin der Meinung, dass an den Orten, an denen früher "gesoffen" wurde genau dieses Charisma und diese Erinnerung hängt. Ich sehe es ja bei mir selber: in meinem Zimmer habe ich weniger Sehnsucht nach ihm als im Schlafzimmer (wo es ja auch mal Liebe gab). Deshalb schlafe ja ich nicht mehr im Schlafzimmer.

    Ja, ich glaube dass auch für uns Co's die Gefahr besteht einen "Trockenen" ins Trinken zu führen. Denn auch wir waren Erinnerungsfaktoren der Trinkerzeit. Haben vielleicht durch die eine oder andere Aussage, die uns nicht bewußt sein muss, das Trinken angestoßen.

    Ehrlich gesagt, was mich etwas stört "er spricht von kaputten Typen". Dort sind Menschen, die den Ausstieg schaffen wollen. Vielleicht sind sie derzeit alle )!) kaputt durch die Sucht, aber wie wertvoll sie später werden dass dürfte sich nach der Therpie zeigen (ich sage es deshalb weil eine solche "kaputte" Heroinabhängige nach ihrer Therapie die beste Arbeitskraft war, die ich kannte). Irgendwie ist das für mich so eine Aussage in Form von "ich bin besser". Bemittleide ihn nicht für seine Gesellschaft, es ist ein Resultat seines Vorlebens, denke ich - aber vielleicht sehe ich das falsch.

    Gefühle spüren - oh, ich denke, dass da ganz viel verschütt gegangen ist über die Jahre der Sucht und frage mich ob das überhaupt innerhalb von Monaten geht. Was jahrelang nicht gespürt wurde muss ja erst einmal wieder verstanden, gelebt und gefühlt werden. Ich denke, es ist normal.

    Ich befürchte ja fast, dass Dir der Besuch nicht gut tun wird, aber wer weiß, vielleicht bewirkt er das Gegenteil und ihr freut Euch beide.

    Viel Glück wünscht Dagmar

    Hey Ihr LIeben,
    ich habe mich sogar schon gefragt, ob Liebe nicht vielleicht sogar schädlich für die Sucht und die Beziehung ist. Sprich für den Co, als uns, ja so und so.

    Wenn nun aber der Alkoholkranke fixiert ist auf seine Sucht sind liebe gebenden Menschen ja eher im Weg, würde ich vermuten. Eventuell kontrollieren sie, eventuell wollen sie anstrengende Gespräche führen, eventuell wollen sie viel, was der Alkoholkranke nicht will.

    In Verbindung damit habe ich mir schon die Frage gestellt, ob es nicht vielleicht soga so ist, dass durch das gute Wollen des Co beim Abhängigkeitskranken ein schlechtes Gefühl gegen den Co besteht, dass später (auch wenn das Suchtmittel Alk weg sein sollte) noch besteht.

    Ich kann ganz falsch liegen, ich weiss es nicht, das ist einfach so ein Gefühl, für das es keine Gründe gibt, einfach ein Gefühl. Auch ist es ja so, dass wir als Co zuweilen klammern, das dürfte einem Suchtabhängigen manchmal zu viel sein, also evtl. genau das Gegenteil von dem erreichen, was wir eingentlich "vorhaben".

    Auch denke ich, er merkt intuitiv diese Fremdbestimmung, die wir an ihm vollziehen wollen: "Werde bitte trocken". Ebenso wie ich mittlerweile einen Teil der Spiele begreife, wie man mich in alte Muster presst, so könnte ein Alkoholkranker subtil feststellen, die wollen was mit mir was ich (derzeit) nicht will. Ich lasse mich korrigieren, aber solche Empfindungen gewinne ich zuweilen.

    Wenn ich meine Situation betrachte, dann muss ich sagen, ich vermute einfach dass Lilly recht hat: so lange alles noch im (Trink-)Fluss ist gibt es weder einen Grund das zu ändern, noch das Bedürfniss. Es läuft noch alles, der Körper macht mit und wenn das Umfeld komisch wird (wie ich als Co) dann haben die einfach keine Ahnung. Denn schon zum Selbstschutz denke ich dass diese Behauptung und eigene Rechtfertigung die einfachste ist.

    Nicht unbedingt aus bösem Willen, sondern einfach weil es jahrelang so lief. So wenig wie ich bemerkt habe wo mein Ex eigentlich steht, dürfte er es bemerkt haben - wie denn auch? Ich versuche an mir zu arbeiten und zu begreifen - ob ein Alkoholkranker das immer kann? Jeder, der sich zurück besonnen hat, und klar wurde hatte ein Tief. Aber ich selber habe schön das Tief verhindert und sei es nur dadurch, dass ich mich einlullen ließ.

    Viel Kraft wünscht Dagmar

    J u h u,
    ich habe die schriftliche Zusage, dass mir zum 1. August 2008 ein kleines Hexenhäuschen vermietet wird, in das ich meine Katzen mitnehmen kann.

    Nicht nur, dass ich meine Hauskatzen mitnehmen kann, es sieht auch so aus, als könne ich die Streuner mitnehmen. Ich mache ihnen eines der Zimmer frei, über das können sie dann in den Außenbereich !

    J i p p i e - Leben ich komme :)

    J u h uu uuuuuuuuu

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich fand das gut bei meinem Jobproblem. Natürlich ist sie auch jetzt dabei wenn es um die Trennung geht.

    Ich bekomme weder Tip(p)s noch Hinweise, aber eine geschulte Person kann mich fragen wenn ihr auffällt mit mir stimmt etwas nicht. Somit ist die Chance, dass ein Abrutschen bespreochen werden kann und ein Anker noch auf der Seite liegt.

    Wie gesagt, sie hilft mir nicht meinen Weg zu finden - sie sagt nur: denken sie an Ihre Zukunft! Aber genau darum geht es ja, selber den Weg zu finden, mit dem man klar kommt.

    Ach Fish, natürlich ist das alles schwer, und es tut weh, aber das zuvor tat auch weh. Ichhabe es nur verbannt und wollte nichts mehr davon wissen. Harmoniesucht oder so. Ich wusste es und machte doch die Augen zu - ich kann es nun nicht mehr denn bei mir scheint es zu eskalieren. Einfach durch Einstellen der Hilfeleistungen und anderes.

    Sei einfach klüger als ich: suche Dir ein schnuckeliges zuhause und geh bevor es so eskaliert. Zieh heimlich aus und bereite Dir ein schönes Heim. Bei mir ging es innerhalb von vier Wochen dass er vom normalen Trinker mit ab und zu Agression, aber nie gegen mich - nun als agressiver, suiziddrohender und depresiver Kranker mir gegenüber sitzt. Also sei klüger als ich !

    Lieben Gruß von Dagmar

    ich habe nachher einen Termin :)

    Anzeigen laufen auf jede Woche in anderen Medien. Für den NOtfall ist bei einer Nachbarin Tag und Nacht eine Tür geöffnet, damit ich in deren Haus kann. Also Erste-HIlfe-Massnahmen sind ergriffen, aber eben keine Dauerlösung für mehrere Tage.

    Nun gut Jenny, aber da muss ich halt auch durch um mich später nicht glücklich zu reden und viele Dinge zu übersehen. Nein, ich suche nicht die Unterdrückung - aber ich muss selber bemerken wie der Stand ist - nämlich irreparabel.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Selbstwertgefühl und Selbstliebe. Warum sind sie so schwer zu erlangen. Vielleicht deshalb, wenn wir noch in einer Co-Abhängigkeit oder Sucht gefangen sind, die wir selber spüren sind wir uns unseres Mankos bewußt und nehmen das noch als zusätzliches kleines Aber uns kleiner zu machen als wir sind.

    Ich denke, jeder Mensch sollte versuchen sich so zu nehmen wie er/sie ist, mit allen Makeln und Ecken und Kanten. Sich so wertschätzen wie er / sie ist. Nie spricht etwas dagegen an sich zu arbeiten oder Dinge zu verändern, die man/frau selber nicht gut tun. Aber vom Grundsatz sollte gelten: "Ich bin selber wertvoll".

    Ich als alter Esel habe eine Puppe am Bett die mich tagtäglich daran erinnern soll, dass ich auch mein Kind in mir, welches trotzig, traurig und enttäuscht ist lieben darf, kann und soll. Sie ist für mich ein Symbol des "selber in den Arm nehmens". Ich denke nämlich, dass bei mir in der Co-Beziehung der Körperkontakt, egal welcher Art, egal wie spartanisch, mir diese "vermeintliche Liebe" zu meiner Person vorgegaukelt hat.

    Mein Weg zu mir ist schwer und lang und hat viele Seitenwege (wie die Puppe). Aber viele dieser kleinen Wege führen mich auf die Hauptstraße zu mir selber.

    Auch mich haut es um, wenn ich etwas finde - erinnert werde - aber es wird weniger. Denn irgendwie muss ich ja akzeptieren dass es mal eine Beziehung war und wir leider noch im selben Haus leben. Aber dieser Schmerz sorgt bei mir dennoch für den Aha-Effekt und die Frage: "Willst Du das weiterhin". Meine Beziehung ging böse zu ende und hat am Schluß nichts als Scherben über gelassen. Diese Scherben helfen mir natürlich nun bei meinem Gedankenweg.

    Gestern ist mein Ex mit Flasche Asbach eingeschlafen, die noch neben seinem Bett steht. Das zu sehen ist für mich überdeutlich und sagt mir "Liebes Mädchen, das willst Du nicht - und das tust Du Dir auch nicht an". Der Weg raus ist schwer, Wohnung, endgültiges Lösen ect. Aber einfach anfangen. Ich wusste bei mir auch nicht womit und wie - aber ich bin einfach losgelaufen ohne zu flüchten. Von einer Zeitungsanzeige zur nächsten, von einem Vorstellungstermin zum andern. Ich laufe noch, und dabei laufe ich immer mehr auf mich zu und von ihm weg.....

    Ich wünsche Dir einen erfolgreichen Lauf

    Lieben Gruß von Dagmar

    Na Jenny,
    dann drück mir nachher einfach die Daumen, dass es mit dem Haus klappt und ich die hunderte von Euros, die ich jetzt - nun ja 100 waren es - für rund 6 Anzeigen ausgegeben habe, als sinnvoll betrachten kann. Noch was: das Drama ist vier Wochen alt, Wohnungen liegen einfach nicht rum, sonst hätte ich meine Tasche schon aufgemacht ;)

    Gehen können ist nicht gleich gehen wollen, glaub mir! Ich brauche keine Ausreden mehr, da es nicht mehr auszuhalten ist und ich mir keine Ausreden schaffen kann wenn es mir schlecht geht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Danke für Deine Antwort, lieber Andreas. Ich hoffe ja inniglich, dass es später mit dem Haus klappt - heute Termin - dass ich einfach aus seinem Sichtfeld verschwinden kann. Er kann dann sein Leben so leben wie es ihm vorschwebt und ich meines. Dadurch wäre ich endlich nicht mehr gezwungen diverse Dinge zu sehen, die ich jetzt leider aufgrund des zusammen wohnens übersehen kann.

    Auch würde es mir helfen den innerlichen Abstand zu vergrößern. Nein Andreas, Einsicht und Willen kann ich keine spüren - gehen mich auch nichts an. Sein Leben und mein Leben sind unterschiedlich - auch wäre er trocken, wären da wohl grundsätzliche Unterschiede, die kaum überbrückbar wären. Auch habe ich so viel Aggression erlebt, das ich es nicht riskieren wollte, das in meinem anderen, neuen, und hoffentlich bald erarbeiteten Umfeld zu haben. Gewiss wurde er durch den Alk agressiv, das kann aber jederzeit wieder kommen - selbst nach erfolgreicher Therapie - und dem wollte ich mich nicht nochmals aussetzen, wenn ich es endlich mal schaffen sollte hier raus zu kommen und ein geeignetes Mietobjekt zu finden.

    Ich habe einfach begriffen, dass alle Kränkungen und Verhaltensweisen wenig mit mir zu tun haben, sondern mit dem Beschaffungsdruck und weil ich gerade eben in seinem Umfeld bin. Ich war bequem, auch das kommt dazu, weil ich Verantwortung abnahm. Aber nun soll jeder seine Drinks alleine nehmen - ich Vitame, er was er will.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Nee Lilly,
    Deine Anregungen sind schon richtig. Aber wie gesagt, ich esse nicht mehr zusammen mit ihm. Ich sorge für mich selber.

    Co-Abhängig ist das selbe wie Suchtmittelabhängig. Mein Ex ist meine Droge. Es ist ja aus, ich suche auch nach dem Haus, die Zimmer sind getrennt, ihm gehe ich aus dem Weg und versuche auch Gespräche zu meiden. Also mein Suchtmittel zu meiden. Die Brisanz ist mir vollstens klar.
    Gewissen habe ich diesbezüglich deshalb keines mehr, weil jeder von uns sein Leben lebt - eigenverantwortlich. Es gibt wie gesagt, kein wir mehr, nur muss ich wenn er mit mir reden will, mich abgrenzen. Ich gehe ihm aus dem Weg wo es nur geht.

    Nein Mädels, eine Gefahr besteht nicht: dass ich mir nicht im Klaren bin über mein Zutun, über die Gefahr des Umfallens, oder das Wissen darum, wie schnell ich hier weg und raus muss - auch um mein "Suchtmittel" zu meiden. Deshalb auch meine Gedanken an Fish: raus - raus - raus - die alten Muster ersticken unbewußt und sie zu erkennen ist verdammt schwer und ruckzuck ist man/frau wieder gefangen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    ich bin nur Untermieter - habe also nichts mit dem Mietvertrag zu tun. Hat den Vorteil,mich geht die Renovierung ect. nichts an, aber es kann mir im dümmsten Fall passieren, dass ich auf der Straße stehe.

    Wobei ich aber auch denke dass er sich dazu nicht aufraffen kann, den es ist Arbeit. Auch schien es so zu sein (da ich ja gestern hätte etwas ausdrucken sollen) dass er so was handschriftlich nicht auf die Reihe bekommt.

    Sollte Gewalt vokommen, dann Hausarzt und Polizei - und vor allen Dingen Selbstkontrolle, ich bin selber Ausbilderin im Kung-Fu, Nhkontakt, da sollte ich dann auch aufpassen was ich mache, nicht dass er durch einen Sturz in Gefahren kommt, die ich dann ausbaden muss. Ich kann mir aber vorstellen, dass er das deshalb auch nicht riskiert (falls in der Lage zu kombinieren). Aber wieso kommt er bei Gewalt weg? Es ist sein Haus, das er gemietet hat und er ist ja krank, somit kein Grund dass er weg muss.

    Lieben Gruß von Dagmar

    na genial, da schaue ich mir mal Lilly's Idee mit dem Narzissmus an und promt: das scheint irgendwie zu passen. Leider ausnahmslos.

    Jetzt muss ich also lernen, mich nicht "nur" gegen Alkoholismus abzugrenzen, sondern auch gegen Narzsimus, Ichbezogenheit. Na um Gottes willen, wie mache ich denn das? Wenn jemand von sich überzeugt ist dann gelten ja so und so die landläufigen Meinungen von Sozialverhalten und Moral nicht.

    Ich krieg die Tür nicht zu, aber langsam ein besseren Durchblick - auch wenn der doch recht traurig ist und das bestätigt was ich in den vergangenen Tagen alles noch für möglich halte. Ich plane auch nichts mehr vor, wer weiß, was der aktuelle Tag noch bringen mag. Ich versuche so gut wie möglich alles zu bewältigen fürs heute - was morgen kommt muss ich sehen, wenn morgen ist und was bis dahin passiert.

    Mittlerweile ist auch die Zurückhaltung im Hause Alkohol zu tringen wieder geschwunden. Neben seinem Bett steht die Asbachflasche. Heute morgen war der erste Griff, gerade mal 5 Minuten wach, ohne Waschung - das Pfandgut in den Wagen zu laden. Bisher habe ich mich geweigert es so zu sehen dass das Denken von morgens bis abends um das Suchtmittel kreist. Es sieht aber heute gerade mal so aus.

    Damit ich heute zum Gespräch mit evtl. neuen Vermietern fit bin werde ich versuchen, das Haus so rechtzeitig zu verlassen, dass er noch nciht da sein kann. Aber .... hier zu kalkulieren ist fast unmöglich...

    Somit kann noch alles laufen,was ich bisher nicht für möglich hielt wie Gewalt ect. die ich schon seit ein paar Tagen nicht mehr ausschließe. Mann, mann, mann, hoffentlich wird das heute abend etwas mit dem Haus. Auch wenn das erst für den August wäre, so wüsste ich doch dann wenigstens dass ich hier raus komme.

    Wer weiß, ob er hier nicht auch das Haus kündigt aus lauter Ichbezogenheit (oder es bereits getan hat) und allem besser wissen. Nun ja, viel wissen ist es wohl derzeit nicht, weil der Pegel stimmt, aber genau diese Brachialhandlungen ware es, die mir all die Jahre das Leben schwer machten. Diese Fremdbestimmung, was ich zu machen hätte...
    Nun gut, dann habe ich dieses Kreuz auch noch zu tragen ... genial....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh das glaube ich Dir, Kitty, dass es mit den Mustern schwer ist. Auch ich rutsche immer mal wieder ab. Erst wenn ich für mich begriffen habe wie ein Muster läuft, kann ich es über den Kopf abstellen. Habe ich es über den Kopf begriffen und verbal umgesetzt, dann geht es auch ins Gefühl. Aber bei mir sind viele Schritte notwendig um diese Mechanismen ab- und einzustellen.

    Ich hasse Unfrieden und habe immer versucht über Diskussionen ein allgemein verträgliches Level herzustellen. Ist mir natürlich nicht gelungen. Irgendwann fiel mir auf, dass ich - obwohl ich nicht darüber reden wollte - doch wieder anfing. Genau ab dem Moment wo kalt, unbarmherzig, von oben herab und arrogant war. Genau zu dem Zeitpunkt, als er mir quasi seine Macht und meine OHnmacht signalisiert wurde ich wieder die alte harmoniebedürftige Labertasche.

    Nun habe ich es begriffen und konnte es gestern abstellen. Einmal nur abstellen, aber immerhin der Anfang.

    Ich für mich musste einfach erkennen, dass kein Gespräch zu Resultaten führt, die das Zusammenleben besser machen. Im Gegenteil, aus nahezu jedem Gespräch ging ich als verletztes Reh am Ende raus, da ich mir das nicht mehr antun wollte habe ich ihm gesagt dass ich keine Diskussionen mehr möchte. Nun gut, ich gehe davon aus, dass er es noch mehrfach versuchen wird und ich mehrfach gegensteuern muss, bis ich sattelfest bin.

    Gestern fiel mir auf, wie klug er es macht: fragt mich ob ich etwas essen wolle, damit hinterher die Frage kommen kann "Kannst Du mir einen Gefallen tun". Nun gut, bei jedem anderen ja, aber hier will ich keine Dinge erledigen, die er durch seine Sucht sich selber abgestellt hat. Aber das zu begreifen dauerte lang und die Erkenntnis kam mir eigentlich erst weil ich in den letzten Tagen sagen konnte "Nein danke, ich habe schon gegessen".

    Vermutlich bin ich auf sein "Gefühl der Sorge um mein leibliches Wohl" haha dann sprungbereit gewesen für den Gefallen.

    Doppelt schwer, weil ich diesen Gefallen jedem Nachbarn täte. Aber wenn der Alkoholabhängige nicht mehr in der Lage ist seinen Drucker betriebsbereit zu halten, warum soll ich dann ausdrucken? Ein Gefallen für jeden Nachbarn, eventuell aber Hilfe und Co gegenüber einem Alkoholiker. Ich weiss es nicht, denn zuweilen schwanke ich selber im Verhalten was fair ist und was nicht. Aber gefühlsmässig wollte ich "nein" sagen und habe es deshalb auch getan.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Erstaunlich, wie sich alle diese Schicksale ähneln. Auch meine Serviceleistungen sind derzeit auf NULL und werden es hoffentlich bleiben!

    Ich musste einfach versuchen "ja" zu mir und meinem Wohlfühlgefühl zu sagen und "nein" zu unterstützenden Leistungen die etwas vertuschen. Einfach, nein einfach war und ist es nicht - im Gegenteil. Aber das schwerste war für mich selber zu sorgen.

    Eventuell wäre das doch Dein Anfang. Trennung muss ja nicht sein, habe ich auch nicht gewollt, kam halt. Aber einfach sagen ich bin mir wichtig und setze mein Augenmerk auf mich selber, wenn dann noch Platz und Zeit ist, dann kann er ja auch noch dazu kommen.

    Ich glaube unser aller Problem - zumindest meines - ist dass ich abhängig war von seiner Verfassung. Unterstützt habe ich weniger, aber die Anpassung an sein Verhalten machte mich persönlich depressiv. Das beispielsweise stelle ich derzeit über einen ganz langen Weg ab.

    LIben Gruß von Dagmar

    Hey Ihr Lieben,
    eventuell habe ich mich falsch ausgedrückt, ich bin mir sicher, dass für Fish jetzt die Chance besteht zu gehen. Bei mir ist sie durch das "gehen" des Partners erst richtig gekommen. Er ist nämlich öfters weg und gibt mir dadurch die Möglichkeit Abstand zu nehmen. Und je nach seinen Spielchen zu versuchen den Abstand zu reduzieren.

    Nein Lilly, es geht nicht um ein Einprügeln. Denn die Beziehung ist gescheitert - auch ohne Alk. Nur erlebe ich hier erstmalig so eigenartige Mannöver den Expartner zu quälen zu versuchen. Schuld ist die Alkoholkrankheit, keine Frage - aber wo beginnt die eigene Schuld wenn keine Fachärzte oder Hilfsgruppen zu Rate gezogen werden (können). Wo beginnt durch die Krankheit ein Einsetzen der Eigenverantwortung? Ich weiß es nicht, und es spielt für mein Leben auch keine Rolle mehr. Denn Du sagst ja genau das was ich empfinde: das Wesen ist so stark verändert, dass es nicht mehr der Partner ist, zu dem ich mich hingezogen fühle oder hingezogen fühlen darf.

    Ich bin mir sicher, dass nicht nur der Alk bei meinem Ex arbeitet, entweder die wirklich "doppelte Persönlichkeit" oder aber die von mir bereits mehrfach beobachte Depression, oder evtl. geht es schon in Sachen Korsakow los. Denn so manches stimmt nicht mehr am Denkgefüge bzw. am verdrehen oder nicht verstehen von einfachen Sätzen. Aber nun gut, das kann und will ich nicht berurteilen, denn das muss er für sich entdecken und über fachliche Hilfe Linderung oder Stop(p) mit Eigeninitiative erreichen - oder eben nicht erreichen. Seine Wahl.

    Fish und mir wird es am besten tun zu gehen, denn wie Lilly sagt, ein Abrenzen ist fast nicht möglich. Wir - wie die Suchtkranken - haben Muster, diese zu stoppen ist sehr, sehr schwer - auch durch die jahrelange Gewöhnung an den Menschen und die Muster. Ich denke, liebe Fish, je schlimmer es uns geht, desto größer die Chancen, dass wir zu uns finden. Wenn wir uns mal die Frage stellen, was will ich und was will ich nicht. Je öfter ich mir diese Frage stellte, desto stabiler wurde ich - und die Zeit hilft, aber eben nur - zumindest bei mir - wenn ich mich ständig selber befrage.

    Weißt Du Fish, was das schlimmste ist, dass wir sie in der Sucht gefangen halten - so sehe ich es für mich - Jede Kleinigkeit unterstützt die Sucht. Es tat mir gestern so weh mich zu weigern für ihn etwas auszudrucken. Denn normalerweise mache ich das für jeden Nachbarn. Aber hier müssen andere Regeln gelten - vielleicht ist es auch bei Dir so, dass man sich fragt, warum soll ich bei ihm anders handeln als bei anderen Menschen.

    Ich lasse mich korrigieren, ob mein Verhalten falsch war, aber ich versuche jede Möglichkeit der Hilfe abzuwenden. Egal, ob ich eine Versichertenkarte suchen soll, etwas audrucken oder für die Wäsche zu sorgen. Denn ich denke, jeder ist selber groß. Ich bin zum Drucken die schnellste und bequemste Stelle, aber sicherlich kann das auch ein Bekannter.

    Fish leidet, logisch, das Sebstmitleid haben wir weil uns weh getan wird, aber dass weiss Lilly ja. Nun heisst es den Schmerz zu erkennen und uns genau diesem Schmerz nicht mehr aussetzen. Ein Lernweg, der bei mir gerade angefangen hat und ncoh lange dauern wird. Leider wohl auch bei Fish...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Vieles tut mir weh, vieles kann ich nicht verstehen. Jedoch habt Ihr mir das eine oder andere verständlich gemacht, somit fällt es mir ein vielfaches leichter zu verstehen, warum ein nasser Alkoholiker einfach "so" reagieren muss.

    Richtig stolz bin ich, es geschafft zu haben, ein paar der Mechanismen durch Euer Wissen auszuschalten. Bisher gelang es ihm blendend mich in psychischen Schmerz zu bringen und den Schalter umzulegen, damit ich mich wieder um ihn kümmere bzw. nach seinem Befinden frage.

    Nunmehr gelingt es mir für mich alle diese Anschuldigungen "Hier bleibe ich nicht mehr wohnen, ich werde als Arschloch bezeichnet" nicht mehr anzunehmen. Nachdem er seit Jahren hier nur Streit sät kommt das nun alles zurück. Gerade nun, wo natürlich in einem kleinen Ort gleich rum ist, dass unsere Beziehung nicht mehr besteht.

    Ich für mich könnte mir nicht vorstellen, einen Menschen so zu quälen und ihm quasi weh zu tun. Es scheint aber mit der Krankheit zusammen zu hängen dass durch die Schwäche und Trauer der anderen ein Stück Selbstsicherheit bezogen wird.

    Auch scheint Ihr Recht zu haben mit dem beständigen Denken an Alkohol. Seit gestern steht die Flasche Asbach neben dem Bett und heute morgen wurde bereits eine Kiste, oder mehr, Leergut ins Auto geschafft. Der Punkt, wo ich dachte: "nein, er denkt nicht den gesamten Tag an Alk, er geht auch morgens nüchtern aus dem Haus". Wenn aber morgens bereits, 5 Minuten nach dem Aufstehen um nicht zu spät zu kommen, bereits Leergut verladen wird, so dürfte wohl doch der Gedanke an Princess Erleichterung durch das Hirn schwirren.

    Alles Dinge, die ich mit klarem Menschenverstand nicht zuordnen kann. Ich sehe hier immer mehr Paralelen zu einem Kumpel, der der Heroinsucht unterlegen war. Er wollte, wollte, wollte, aber er schaffte es nicht. Ein paar Stunden ohne Stoff ließen ihn zur Maschine werden, die nur noch auf Beschaffungskurs war. Fast sehe ich es so, dass der Alk nicht anders - eher noch gefährlicher ist, weil er sozial salonfähig ist.

    Ich bin nun auch nicht mehr bemüht es zu verstehen, was da passiert, weil ich es nicht kann. Es sind Mechanismen, die ablaufen, die vermutlich nicht mehr zu stoppen sind weil sie jahrzehntelang praktiziert wurden. Nur ich kann die Reaktion darauf versuchen zu steuern. Versuchen, den Dingen, die mich verletzen - die bisher Hebel umlegten - entgegen zu treten und anders zu reagieren.

    In den vergangenen Monaten kämpfte ich darum dass er versteht dass Alkoholismus eine Krankheit ist und ihm sein Leben so viel wert sein sollte, dass er selber dafür fachmännische Hilfe in Anspruch nimmt.

    Nunmehr habe ich auf einen erneuten Gesprächsversuch von ihm so reagieren können, dass ich sagte was mich bewegt: "das nämlich Gespräche zwischen uns fruchtlos sind, da Lügen und Ausflüchte die Inhalte sind. Somit kein ehrliches Gespräch und somit von meiner Seite kein Gesprächsbedarf."

    Natürlich tut es mir weh, dass ein Mensch so alles was er mal gerne machte, basteln, Auto tunen ect. nicht mehr machen möchte, aber ich muss einfach begreifen dass die "normalen" Interessen der Beschaffung weichen müssen. Das einfach das Gehirn nicht so viel verarbeiten kann. Nun endlich verstehe ich auch seine seit Monaten geäußerten Aussagen : "Mir ist alles zu viel"....

    Schade, wenn "Leben" so schwer ist, schade dass Leben in einem solchen Fall abhängig ist von einer chemischen Stubstanz. Aber sein Leben ...

    Schön für jeden, denn das lese ich hier mit Freude, der es geschafft hat auszusteigen. Auch wenn es dann nur Schritt für Schritt geht, aber jeder Schritt bringt einen weiter.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Noch jemand hat solche Alpträume wie ich...

    Hallo lukida,
    schlimm, dass es jemandem so geht wie mir (ausgetauscht wie Konsumwaren), schön, dass ich mir durch Dein tolles Bewältigen der Situation vielleicht etwas Orientierung holen kann.

    Bei uns sind keine Kinder im Spiel, aber die Tiere, die ich liebe wie Kinder. Deshalb ist es bei mir nicht ganz so einfach ein passendes Haus zu finden, welches ich finanzieren kann.

    Auch Du - musst wie ich - mit ihrer Gegenwart leben, was für mich derzeit noch sehr schwer ist. Aber Du scheinst es toll zu bewältigen - Respekt!!! Ich finde das supertoll dass Du in der Lage bist alles so durchzuziehen, wie ich es für mich erträumen würde.

    Angst habe ich, wenn ich lese wie sie versucht Dich wieder einzuspannen weil sie krank war ect., das heisst ja, Du bekommst nie den richtigen Abstand. Und ich hoffentlich nicht diese Situation, in der der Abstand sich wieder reduziert.

    Danke für Deine offene Geschichte, aus der ich lernen kann.

    Lieben Gruß von Dagmar