Beiträge von dagmar007

    es ist nur schwer, einen der vielen Wege zu erklären, die eben einer Person helfen können - vielleicht aber nicht den anderen.

    Ich selber bin für mich unzählig Wege gegangen
    Bücher - dieses Forum
    die Psychotherapie
    Gedanken über mich hatte ich mir auch schon vor Jahren in einer Selbsthilfegruppe gemacht (jedoch war es nicht mein Stil weil dort sehr auf das Zusammenleben mit dem Partner geachtet wurde und weniger auf das selber rausfinden, auch eben ein Weg - auch ein Guter - aber eben für Leute die sich anders fühlen als ich mich selber fühle).

    Ich denke es ist wichtig, das Rad zu beginnen anzuschubsen - egal auf welche Art - wenn das Rad sich mal dreht dann kommen die einzelnen Puzzlesteine zusammen (wenn man möchte). Aber durch resignieren passiert nichts positives - im Gegenteil, man spürt noch mehr die eigenen Ohnmacht und wird mit sich selber noch unglücklicher (zumindest wäre es bei mir so).

    Lieben Gruß von Dagmar

    wie ich das detaillierter erklären kann.

    Ich persönlich muss mir alles in Sachen Psyche selber erarbeiten, weil komischerweise die Psychotherapeutin weder Provokationen noch Anregungen loslässt. Aber ich selber bin einfach nicht vertraut mit Psychotherapie.

    Aber:
    ich musste meinen Weg dorthin alleine schaffen
    deshalb musste ich in Worte fassen was mein Problem ist
    deshalb muss ich bei jeder Sitzung Resüme ziehen
    ich bin also gezwungen mich selber zu reflektieren, weil ja doch eine Zwischenfrage kommen könnte.

    Mir persönlich - was nicht jedermanns Weg sein muss - war es wertvoll das tun zu müssen. In meinem persönlichen Fall waren die Antidepressiva von Vorteil weil sie mir eine freiere Seele schenken, auch wenn ich eine Minimaldosierung habe.

    Nicht jeder denkt oder fühlt wie ich - nur wäre dieser Schritt für mich vor Jahren nicht denkbar gewesen und sollte an dieser Stelle eine Anregung sein.

    Lieben Gruß von Dagmar

    vermutlich viele andere - und auch ich - kennen bestimmt diese Gedanken.

    Am Mittwochmorgen wollte mein Ex zu seiner neuen Saufkamerdschaft - somit war mir klar, er ist morgens weg, ich mache das Haus für mich und fühle mich befreit.

    Denkste - um 16.00 Uhr war er da weil er seine Medikamente vergessen hatte.

    All mein Abstand wich, es war nur noch Schmerz und ein klassischer Heulanfall, wohl sogar ein Nervenzusammenbruch - ich hatte zuvor noch eine Shiatsu-Sitzung - folgte. Ich war nicht allein, eine liebe Freundin war da und die Zeit die er hier war überlebte ich. Frag mich nicht wie.

    Ich wünschte ihm den Tod. Schämte sich danach aber selber über diese Gedanken. Ich will ihn weg aus meinem Leben haben, endlich ohne Schmerz leben - aber ich bin zu ihm gezogen, quasi an die Stelle des Schmerzes, also muss ich sehen, dass ich mich wieder selber rausziehe.

    Ich denke, solche Gedanken und Gefühle sind häufig. Allerdings tun sie uns nicht gut. Ich selber schämte sich später für diese Gedanken, das schadet nur mir selber. Weil ich in dem Moment wirklich sagen muss, Mädchen, du bist sonst nicht so hasserfüllt. Bitte zügle Dich.

    Liebes Co-Mäuschen ich versuche diese Angriffe auf mich als Hilfe zu sehen. Als SEINE Unterstützung, daß ICH endlich loslasse und den wahren Umfang der Krankheit und der Folgen für MICH zu begreifen. Schau, ich dachte immer zurück an den gepflegten Menschen, der ein liebevolles Lächeln hatte wenn er mich sah.

    Es gelingt mir nun den Menschen zu sehen, der die letzen Wochen um mich herum ist : gefühlskalt, weil er Gefühle vermutlich selber nicht mehr spüren kann. Ungepflegt und jenseits aller seiner eigenen, früheren, Moralvorstellungen, die er zumindest immer lauthals verkündete.

    Was er war - was er jetzt ist - eigentlich weiss ich es nicht, aber ich weiß es tut mir nicht gut. Und er gibt sich Mühe, mich davon auch weiterhin zu überzeugen - dafür danke ich ihm!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Deshalb meinte ich auch dass es sinnvoll ist einen Therapeuten oder Arzt mit einzubeziehen, damit von fachkundiger Seite gecheckt werden kann ob es "nur" Co-Abhängigkeit ist oder eine "Depression" zu Grunde liegt.

    Denn wenn ich mich selber betrachte, wo wohl eine Depression zu Grunde gelegen hat die es anderen Seiten erlaubt hat meine Grenzen über Gebühr zu strapazieren - weil ich sie selber nicht kannte - muss ich ganz klar sagen, dass der Einsatz dieser Medikamente mich wieder normal eingepegelt hat.

    Wie gesagt - mal ist es so mal nicht - aber das kann wohl nur der Fachmann beurteilen, der am Besten mit eingebunden wird. Ist es nicht so, auch gut, dann gibt es wenigstens jemanden, dem man das Herz ausschütten kann und der den Körper als Arzt untersuchen kann und auch auf andere Dinge wie Bluthochdruck ect. durchchecken kann.

    Ich denke einfach, dieses Arzt aufsuchen und in Anspruch zu nehmen ist einer der Wege der Selbstpflege.

    Lieben Gruß von Dagmar

    speziell die ersten Tagen sind so grausam, dass ich beispielsweise am liebsten den Kopf gegen die Wand geknallt hätte um den seelischen Schmerz gegen körperlichen auszutauschen - der im Regelfall heilt. Schneller heilen körperliche Wunden als seelische.

    Nicht nur, dass Du leidest - die Kinder sind hilflos und bekommen Gefühle mit, die sie vielleicht nie verarbeiten können. Sie können sich nicht wehren, sie werden nicht verstehen, warum Mami weint und Papi tobt - im dümmsten Fall sehen sie das als normal an und leben später auch ein solches Leben.

    Beschimpfungen und Beleidungen - müssen wir sie uns anhören? Oder wenn wir sie schon hören müssen, müssen wir sie uns einverleiben? Ich selber will - hoffe dass ich es schaffe - nicht mehr auf solche Aussagen reagieren. Einfach deshalb weil ich meinen Partner "für VOLL nehme" und zwar im Sinne des "voll Alkohol".

    Ich versuche seit ein paar Tagen gut mit mir umzugehen - wie er mit sich umgeht ist seine Sache. Ich habe das Haus unterteilt, sein Bereich - mein Bereich (im Wohnzimmer ist er selten weil der Ruf des Alks lauter ist) somit habe ich das Wohnzimmer für mich behaglich gemacht. Ist er auch darin, nun gut dann beseitige ich am nächsten Tag die Spuren - denn ich will mich hier wohlfühlen.

    Ich habe mir Blumen gekauft und mich selber beschenkt - warum soll das er machen, ich kann es viel besser - kenne ich doch meinen Geschmack.

    Ich habe mir einen kleinen CD-Player gekauft um wieder meine Musik zu hören. Um zum Einschlafen die "Traumzeit" einzulegen und bei meinen Melodien beschützt einzuschlafen.

    Eigentlich hätte ich das Geld weder für das eine noch das andere gehabt, aber wenn ich mir selber das nicht wert bin, wem soll ich es dann wert sein? Ihm? Es ist meine Aufgabe mich selber zu heilen - auch wenn ich mich durch ihn krank machen ließ so muss ich nun endlich für mich selber Verantwortung übernehmen.

    Mir geht es keinen Deut besser als Dir - lebe mit ihm in einem Haus und muss ausziehen. Ich habe wegen Rationalisierung meinen Job verloren und muss auch hier suchen, ich bin 46 und der Arbeitsmarkt schreit nicht "hallo, wir brauchen Dich". Und dennoch - auch für mich kommt der Zeitpunkt wo es mir gutgeht - aber dahin arbeiten muss ich ....

    Viel Kraft wünscht dir
    Dagmar

    diesen Traum haben wohl die meisten von uns, jemanden zurück zu bekommen, den wir einmal kennen- oder liebengerlent hatten. Allerdings dürften wir alle mittlerweile mehr in einem Alptraum gefangen sein.

    Ich für meinen Teil muss sagen, diesen Menschen, den ich persönlich lieben gelernt hatte der ist nicht mehr sichtbar - vielleicht auch nicht mehr vorhanden weil er von allen Seiten von seiner Freundin Alkohol wattiert wurde und nichts mehr spürt, hört, vielleicht auch nicht mehr empfindet.

    Dir fehlt die Kraft, das kann ich verstehen, aber dadurch verlierst Du immer mehr Zeit und wirst immer schwächer. Es dauert lange bis ein Termin bei einer Psychotherapeutin gemacht ist. Selbsthilfegruppen gibt es beispielsweise in meiner Nähe nicht - so also hätte ich wertvolle Zeit verloren, wäre ich nicht gleich aktiv geworden. Ich würde an Deiner Stelle mir die Aufgabe stellen Selbsthilfegruppe oder Therapeut zu finden, bis zum Termin kannst Du Dich noch etwas fangen, aber einen Anfang machen - für Dich selber. Für Dich sagen, ich kann zwar jetzt aktiv nichts ändern, aber versuchen, mich selber zu stärken. Egal was aus ihm oder der Beziehung wird.

    Wie er mit Krisen umgeht hast Du leider mitbekommen - so wie früher - trinkend. Auch ich versuche immer zu "berechnen" was "er" nun tun könnte. Wie aber soll man einen "Rechnungsprozeß mit einer Unbekannten - dem Alkohol" zu einem Ergebnis bringen?

    Die einzige Rechnung die aufgehen kann ist die, die Du für Dich, Dein Umfeld, Deine Person und Deine Kraft machst. Denn hier kannst Du abziehen, duplizieren oder teilen - nur Du - und nur in Dir und Deinem Leben.

    Mein Drama ist gerade mal zwei Wochen alt, mit allem Horror, der damit vebrunden sein kann. Mit Ende der Beziehung, mit einer Suffbeziehung von ihm, mit seinem Toben, heulen und allem anderen - ich bin alles andere als gefestigt - aber ich weiß, was ich nicht mehr will....

    diese Dramen!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich habe nun einige Tage das Haus für mich alleine und komme zur Ruhe bzw. zur Bearbeitung dessen was passiert ist im Laufe der Jahre. Habe ich ihn zwar nie gedeckt, beim Arbeitgeber entschuldigt oder war der Meinung unterstützend zur Alkoholsucht meines Expartners beigetragen zu haben, so muss ich das "per Abstand betrachtet" anders sehen.

    Was war ich doch für ein Meister des Verdrängens, was seine tägliche Bewältigung des Alltäglichen betrifft. Und wieviele Schuppen leigen jetzt hier rum, die mir von und aus den Augen fallen.

    Wie schnell wollte ich vergessen, dass er ohne Absprache vom Mietkonto Geld heimlich abgezogen hat - zum damaligen Zeitpunkt kam es nach ein paar Tagen zurück. Heute würde er das evtl. nicht mehr rücküberweisen können.

    Wie haben mich all die leeren Duschbadflaschen genervt, ich habe sie dann nach Tagen weggeworfen, weil auch ich den Raum verwende und das nervig aussieht. Heute bin ich soweit und lasse ihm 3 Exemplare in seinem Regal liegen, mal sehen, wie viele es noch werden ;)

    Die Katzentoilette im EG - die als einzige seine Aufgabe war da auch er Tiere ins Haus geholt hatte - wurde in der letzten Zeit von ihm nicht mehr gereinigt, egal wie es aussah oder roch. Mir taten die Tiere leid, deshalb habe ich auch hier nachgeräumt.
    Nun habe ich die Fressnäpfe (die dort standen) an anderer Stelle, ich selber versorge die fünf anderen Toiletten für die Tiere, diese dürften genügen und der Raum ist nun geschlossen. Er kann ja seinen Dreck sehen, mir muss ich das nicht antun. Bzw. so muss er seinen eigenen Dreck sehen, den ich nicht entferne.

    Punkte an denen ich nörgelte, nach dem zigsten NÖrgeln behob er die Ursache und wir beide machten uns vor, er bewältigt den Alltag.

    Wenn ich nun betrachte dass jedes Basteln ihm Verletzungen zufügt weil er evtl. nicht mehr konzentriert arbeiten kann. Wie ihm ein PC abraucht, den er zuvor in kürzester Zeit repariert hätte. Wenn ich betrachte dass sein Auto 5 l Öl auf 100 km benötigt und das vor Jahren noch eine sofortige Reparatur gewesen wäre, ich glaube, dann weiß ich wo wir stehen. Ich am aus für die Beziehung - er schon in einer Phase, wo eine Selbstbewältigung nicht mehr möglich scheint. Jetzt also erst verstehe ich wenn er sagt “mir ist alles zuviel”.

    So wird eine geografische Flucht nach Würzburg nahezu überlebenswichtig um nicht an diese Aufgaben erinnert zu werden, bzw. daran sie nicht mehr zu bewältigen.

    Die Räumlichkeiten und Dinge wie Herd ect. werde ich wohl zwangsläufig nach ihm reinigen müssen, da auch ich sie verwende, denn ich will nicht verdrecken, aber es macht es mir vermutlich einfacher auf der direkten Linie zur Haussuche zu bleibe.

    Aber genau das ist Co-Abhängigkeit, die ich nicht einmal selber bemerkt habe. Klar, wenn Besuch kommt will ich nicht als "Drecksau" dastehen, weil ja automatisch die Frau verantwortlich gemacht wird für den Haushalt. Hier konnte ich mich nicht abgrenzen und sagen jeder hat seine Pflichten - dieser Raum gehört nicht zu meinen.

    Genau so habe ich ihm ein falsches Sicherheitsgefühl für den Alltag gegeben und durch mein Nörgeln, damit endlich was passiert, Gründe um sich zu seiner Freundin Alkohol zu verziehen. Einfach genial.

    Es gab von mir nur eine überdeutliche Aussage, dass ich nicht mehr mitspiele, diese führte wohl nun zu Handlungen, die sich innerhalb von gerade mal zwei Wochen zu überschlagen scheinen.
    Ich wollte ihn mit einem Foto von sich darauf aufmerksam machen was aus ihm geworden ist - Foto gedruckt Kommentar von mir "ich bin nicht mehr bereit mit Deinen Verfall anzusehen. Dieses aggressive Wesen welches hier nun lebt ist nicht das mit dem ich eine Beziehung angefangen habe. Ich schäme mich mit Dir in der Öffentlichkeit weil Dein Verhalten schädigend für andere Menschen ist - sei es nur das wanken wenn dadurch andere Menschen ihr Getränk "verläppern".

    Nach jetzigem Stand weiß ich nicht, ob diese Gewaltaktion mit seinem Foto gut war. Vielleicht würde ich ihn mit heutigem Wissen einfach da weitermachen lassen wo er steht - ohne Kommentar - ohne Konsequenz - einfach nur durch Abgrenzen.... Ich weiß es nicht, was ich aber weiß ist die Tatsache, dass mit jedem Tag Entzug von meinem Suchtmittel die Realität klarer wird und die einzelnen Geschehnisse langsam aus der Versenkung wieder ans Tageslicht kommen. Gerade so als hätten sie da unten ewig gewartet um aufgearbeitet zu werden.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Er kann nicht aufhören, er will Dich ja behalten. Auf seine Art und Weise - die aber einfach nicht real ist - mag er Dich sogar lieben. Aber eben so fordernd wie er für sich seine Prinzessin Alkohol nicht aufgeben möchte, oder vielleicht will er, oder auch nicht - vielleicht weiß er das selber nicht, aber er will, er fordert, er tobt, er beschimpft, er macht alles das - was nicht zu einer liebevollen Beziehung gehört.

    Ich erlebe selbiges - regelmässig - ich kenne den Schmerz und das Gefühl, fast klein zu werden, machtlos, hilflos, einsam.

    Musst Du ihn am Dienstag in die Wohnung lassen? Musst Du mit ihm sprechen ? Denn ist er in der Wohnung, so geht er erst wenn er will oder eben durch seine Suchtmittel irgendwo einpennt.

    Weißt Du Comäuschen, wir dürfen hier keine normalen menschlichen Regeln des Umganges ansetzen (denke ich) weil diese Menschen einfach krank sind. Sie sind auch hilflos weil sie vielleicht in sich spüren etwas zu wollen aber es nicht in Worte setzen können und auch nicht durch zugehörigen Taten überzeugen können.

    Ich bin mir noch nicht einmal sicher ob sie uns verletzen oder quälen wollen - sie wollen ein Ziel erreichen (oft kennen wir es nicht, vielleicht sie selber nicht einmal). Ich denke ein suchtkranker empfindet eine andere Art der Liebe oder des Festhalten wollens. Für uns sicher keine lebbare wenn wir Ehrlichkeit haben wollen und Fairness. Aber sie kämpfen mit den Mitteln, die alle die Jahre funktioniert haben.

    Diese Mittel und Wege haben unter anderem auch wir unterstützt weil wir uns früher mal in die gewünschte Richtung beeinflussen ließen. Ich selber habe bei mir das Gefühl, je selbständiger ich werde und umso mehr ich auf mich selber achte, desto chaotischer und undurchsichtiger wird der Kampf meines Expartners. Einfach auch deshalb, weil er mich weder einschätzen kann noch weiß ob irgendeines seiner verqueren Spielchen funktionieren wird.

    Für mich eine latente Gefahr, denn es erweckt bei mir gerade den Eindruck, als wäre mein Expartner nicht mehr sehr weit von einer Gewaltbereitschaft wegen Hilflosigkeit entfernt. Pass auf, dass es Dir nicht ebenso geht.... nicht weil sie Gewalt ausüben wollen, sondern weil sie nicht mehr wissen wie sie sich wehren wollen oder sollen ziehen sie Register, die unfair sind. In Wort und Tat.

    Halt Dich wacker!!!!
    Lieben Gruß von Dagmar

    nicht er macht sein Problem zu Deinem - sondern Du übernimmst die Bereitschaft weil Deine Angriffe Dich treffen (würde ich mal sagen, weil ich das für mich persönlich so sehe, wenn ich mir die Gedanken, Gefühle und Unterstellungen meines Partners betrachte - die er ebenso versucht auf mich zu projezieren wie Dein Partner auf Dich).

    Du kannst Kontakt haben mit wem Du willst. Du kannst ehrlich sein - da er es wohl nicht immer kann, und am wenigsten über sich selber - bist Du eben ein Verräter. Bin ich auch, denn auch ich spreche mit seiner Mum oder anderen Personen.
    Alles, was ich quasi über uns erzähle ist in den Augen meines Ex Verrat oder alles mögliche andere. Klar, weil meiner nix erzählt a) weil er sich nicht mitteilen kann und b) eventuell der eine oder andere nicht mich als die Schuldige betrachten würde.

    Warum sollte er aufhören dich zu drangsalieren, so besteht doch vielleicht die Chance dich in alte Muster zu pressen oder gar einen Schuldigen zu finden, der an seinen Problemen die Verantwortung trägt. Dir wie mir wird es noch lange so gehen. Für mich wird sich da erst etwas ändern können, wenn ich ein Haus für mich und meine Tiere habe. Das kann ich nicht aus dem Ärmel schütteln, aber ich persönlich kann zu der Realisierung beitragen um so schnell wie möglich an mein Ziel zu kommen.

    Ich verstehe Dich und Deinen Kummer zu 1000% - ich erlebe gerade selbiges in blassblau. Jedes Deiner Gefühle habe ich auch im Bauch. Laß uns diesen Menschen nicht die Macht geben über unsere Gesundheit und unsere Gefühle. Laß uns lernen, uns selber wieder auf die Reihe zu bekommen und stärker zu werden. Das geht nicht von heute auf morgen, aber wir können jeden Tag daran arbeiten.

    Auf mich wird noch entsetzliches zukommen, weil mir erst jetzt - mit Abstand - das Ausmass seines Verfalls klar wird. Aber ich kann zumindest meine Zukunft planen. NIcht über das Knie brechen, aber planen und aktiv sein um ein Leben in Frieden zu erarbeiten.

    Viel Kraft wünscht Dir
    Dagmar

    mir geht es nicht darum dass der Alkoholiker ein Kind ist, sondern dass wir, die wir von ihm verletzt werden, das nicht so aufnehmen dürfen als würde es von einem Menschen kommen, der alle Gedanken, Hirnzellen und auch Worte auf Empfang/Senden hat.

    Ich versuchte Kommunikationen zu führen, die waren einfach nur für die Katz. Nicht mehr und nicht weniger. Seine Worte waren klug gewählt, abgezielt darauf, dass sie bei mir wirken.

    Sollte einmal ein Fünkchen Wahrheit dabei gewesen sein, so kann ich das auf Grund der Unmenge von Lügen nicht mehr erkennen.

    Ich für mich will den Worten eines Alkoholkranken nicht mehr die Bedeutung und Kraft der Verletzung von mir einräumen, wie ich es zuvor getan habe. Für mich persönlich ist der Vergleich des Kindes am Besten, mag für andere nicht o.k. sein, erscheint mir aber für mich am "einfachsten". Denn ich denke, nun muss auch einmal ich beginnen "einfach" für mich und an mich zu denken (auch wenn es nicht immer gelingt).

    LIeben Gruß von Dagmar

    Diesen Thread hier habe ich ganz gezielt extern von meinem persönlichen Thema weil ich denke es ist ein Thema außerhalb der einzelnen Schicksale sondern ein Thema über unsere grundeigene Gesundheit.

    ****Ganz viel dazugelernt

    Heute war ich bei meiner Psychotherapeutin. Im letzten Jahr kam mein ehemaliger Arbeitgeber auf die Idee Personal entlassen zu müssen, da das Haus bereits seit Jahren nicht mehr gewinnbringend arbeitet. Als langjährige Kraft, und somit teure Kraft, versuchte man ein spezielles Spiel, dem ich mit Rechtsanwalt und Psychotherapeuting entgegentrat.

    Ich bekam Antidepressiva verschrieben, die mir gut taten. Seit der Einnahme merke ich nicht nur konstant dass es mir besser geht und alle Gedanken und Handlungen sinnorientierter von der Hand laufen, ich merkte auch einen Zusammenhang des nicht mehr dulden wollens der Alkoholexzesse. Das Angstgefühl wurde reduzierte und wich einer klareren Bestandsaufnahme. Die Ängste waren nicht weg - aber ich konnten ihnen mit dem Hirn entgegentreten.

    Ich musste meinen Arbeitsplatz betrachten und klar entscheiden was ich will und was ich nicht will. Diese Betrachtungsweise scheint sich auf das Privatleben übertragen zu haben, denn auch hier begann ich mir diese Fragen zu stellen und auch entsprechend auf Abstand zu meinem alkoholkranken Freund zu gehen. Damals war das noch unbewußt.

    Die Psychotherapeutin konnte mir zwar ansonsten nicht weiterhelfen, konnte jedoch bestätigen, dass durch die Einnahme dieser Antidepressiva diese Veränderung in mir angekurbelt wurde. In diesem Zusammenhang würde ich gerne jedem von Euch raten, dem es nicht so optimal geht einmal die fachkundige Hilfe von Hausarzt oder Psychotherapeuten in Anspruch zu nehmen.

    Dieses alles kann mir den Schmerz nicht nehmen, aber viel erklären warum ich mich am Arbeitsplatz Pflegeheim genauso einspannen ließ wie vom alkohlkranken Freund. Ich pesönlich war 8 Jahre in Coabhängigkeit ohne es zu merken. 24 Stunden pro Tag.

    Über Antidepresiva - Text eines Faltblattes edit elocin:bitte keine Zitate und Auszüge aus Büchern, Broschüren oder ähnliches, danke

    Lieben Gruß von Dagmar

    fühl dich mal geknuddelt :)

    Versuch dich nicht runterziehen zu lassen, Du bist jetzt so weit gekommen - Du kannst Dich ihm gegenüber zumindest verbal abgrenzen - am Rest musst Du wohl noch ebenso arbeiten wie ich selber.

    Sollten wir nicht versuchen, unseren (Ex-)Partnern die Macht über unsere Stimmungen zu nehmen? Sollten wir nicht einfach versuchen nur mit uns selber und denen auf die wir uns verlassen können oder die von uns abhängig sind (bei Dir die Kinder, bei mir die Tiere) in unser Stimmungsherz zu lassen. Diejenigen, die mit uns offen und ehrlich umgehen können und denjenigen die einfach nur den Respekt vor Gefühlen der anderen haben.

    Schau, unsere Alkoholkranken können das nicht, sie ähneln also in diesem Fall Kindern und wir sollten in diesem Moment auch nicht so verletzt sein wie wenn ein Erwachsener uns angreift. Sie sind hilflos und strampeln an gegen das was sie eigentlich selber nicht wollen. Sie strampeln und toben - zuweilen mit bösen Worten gegen Dich - wie Du bemerkt hast.

    Gibt es für Dich keine MÖglichkeit ein anderes Zimmer zu nehmen. Ich konnte das bei uns und es geht mir zwischenzeitlich viel besser. Denn alleine dieser räumlich sichtbare Abstand zeigt mir es gibt kein wir mehr, sondern ein DU. Will er mir etwas in seinem "Schlafzimmer" erzählen, so kann er das. Mein "Schlafzimmer" ist für ihn tabu. Da fliegt er raus, denn es ist meine Rückzugszone, in der ich mir solche Gespräche ersparen kann wenn ich nicht die Kraft habe.

    Ich versuche auch nicht mehr über das Thema Alkohol zu reden - sollte er damit beginnen bitte - ich nicht! Ich bin nämlich keinesfalls bereit den Grund zu spielen, warum er sich die Kanne gibt. Mein Ex darf was er will und wenn er stockblau durchs Haus torkelt, dann sind es seine blauen Flecken und nicht meine. Nur lasse ich mir nicht mehr sagen: "nur weil Du mich als Alkoholiker bezeichnest war ich down und musste trinken". So, Du kochst nicht so wie er will? Dann soll er es selber machen! Ich sorge hier für mich und koche für mich oder koche nicht - bleibt etwas übrig, dann kann er es genießen - wenn nicht, dann nicht. Seine Mangelernährung!

    Zieh Dir die Schuhe nicht an, die er Dir zwangsweise überstülpen möchte weil er für sich noch nicht das passende Paar gefunden hat. Glaub mir, mir geht es ebenso beschissen wie Dir - bei mir ist alles noch ganz frisch und ich habe viele Tiefpunkte (mein Leben ist komplett aus Scherben weil ich alles neu, nebst Job strukturieren muss) aber es sollen meine sein, aus denen ich wieder hochkomme - mit meiner Kraft will ich stärker werden und mich so wertschätzen, wie ich es verdient habe.

    Ich habe 8 Jahre gekocht, gebacken und mich bemüht ihn gut zu versorgen. Was damals nicht positiv bewertet wurde juckt mich nun auch nicht mehr wenn es Anlaß zu einem Streit sein soll. Er will streiten, es ist sein Streit - soll er ihn doch zusammen mit seinem Affen oder seinem Kater austragen.

    Ich bin nicht stark, auch wenn diese Worte so klingen - ich bin ebenso traurig wie Du, ebenso enttäuscht und am Boden. Aber ich weiß auch dass ich Kraft habe - dass DU Kraft hast - und das wir Menschen sind, die ein menschenwürdiges Miteinander verdient haben! Hol es Dir!

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dagmar


    Ich wünsche

    ich finde es super, dass Du Dir so viele Gedanken über das warum und wie machst, dadurch kannst Du ganz viel bewältigen und vielleicht für die Zukunft verhindern.

    Ich selber habe absolut nichts mit Alkohol am Hut, hatte jedoch einen alkoholkranken Freund, und möchte deshalb aus Sicht von jemandem sprechen, der keine Ahnung über die Suchtproblematik hat.

    Wer ist schuld? Warum, hätte, könnte? Stell Dir diese Fragen nicht - Du hast jetzt etwas getan - Du bist weiter als viele andere "gesunde" Menschen, die beispielsweise Bluthochdruck haben und ihn nicht behandeln lassen. Für jeden Menschen ist irgendwann einmal der Zeitpunkt der "Belichtung" gekommen. Bei manchen könnte das erst auf dem Sterbebett sein - dazu gehörst Du nicht!

    Ich selber habe in einem Pflegeheim in der Verwaltung gearbeitet, dennoch viele Sterbeprozesse verfolgen müssen, die oftmals sehr schwerwiegend waren - eben bei den Menschen, die sich selber nicht verzeihen konnten und ihr Leben in Unfrieden mit sich selber und anderen lebten.

    Das bleibt Dir erspart weil Du jetzt gerade dabei bist zu Dir zu finden. Anderen Menschen zu vertrauen ist auch nicht immer einfach oder zuweilen sogar wenig sinnvoll. Du merkst nun, dass Du es vielleicht doch möchtest und kannst Du nun die Menschen aussuchen, denen Du zukünftig Vertrauen schenkst - die Du um Hilfe fragen kannst, wenn Du es möchtest.

    Du hast alles vor Dir - sehe vorwärts auf das schöne was noch kommt - mit dem gelernten aus der Vergangenheit :)

    Weiterhin toi toi toi wünscht
    Dagmar

    dass es Dir jetzt gelingt alles in Worte zu packen und mir klar darzustellen. Ich denke nämlich das ist eine ganz wichtige Sache bei der Bewältigung: Dinge, Gefühle oder Tatsachen auszusprechen und sie in Worte zu packen. Dadurch, dass sich im gesprochenen Satz ein Inhalt ergibt denke ich dass es ein Stück weit Bewältigung und das "Ja" zu sich selber ist.

    Du schreibst "Ihr wart so weit voneinenader entfernt". Ich habe mir überlegt, wann es bei uns so richtig eiskalt wurde und er quasi den Ort auch körperlich verlassen hat. Als mir klar war es geht nicht vor und nicht rückwärts habe ich ihm in seinen Hobbykeller-/Alkgenußstelle ein Plakat gehängt. Es war ein BIld wie er besinnungslos und besoffen auf dem Boden lag. Ich schrieb dazu daß ich mir diese Anblicke zukünftig ersparen möchte und nicht sehen möchte was aus ihm derzeit wird - ein aggresives Wesen, welches ich nicht mehr kenne.

    Das hatte ich schon vergessen, wie so vieles, was in diesem unglücklichen Spiel passiert ist. Somit ist natürlich klar, daß auch ein geografischer Abstand her muss für ihn, dass eben solche Beweisfotos auch nicht mehr entstehen. Irgendwann war mir aufgefallen daß hier im Haus kaum persönliche Dinge von ihm sind - er hier wohl nie richtig lebte. Von mir gibt es so viel was mir etwas bedeutet, Bücher, Fotos, BLumen und und und. Er hat hier die Klamotten und das war es. Schon komisch, wenn man bemerken muss, dieser Mensch hat kaum ein "Leben". Nunmehr wohl auch keine INteressen, einfach so leer.

    Ist traurig zu sehen, daß ein Mensch alles verliert was die Menschlichkeit ausmacht. Das einzige hobbymässige, an dem er noch konzentriert in der letzten Woche arbeitete war ein Lederrock für mich. Er kann gut nähen und es machte ihm immer Spaß da etwas für mich zu "zaubern" was er toll konnte. Man muss dabei auch sagen dass es Eigennutz war, denn dieses nähen ergab Anproben und diese versuchte er dann natürlich als Aufhänger für Sex zu verwenden.

    Etwas, von dem ich sehr geschockt war als er vor zwei Tagen meinte "machen wir noch Sex". Er hat eine vermeintliche Beziehung in Würzburg (von der er selber sagt sie sei viel zu belastend weil zu chaotisch, außerdem liefe nix.... blablabla nicht mein Problem). Früher hätte er das nicht gemacht - weniger weil er es nicht gewollt hätte - sondern mehr weil er viel zu viel Angst vor einer solchen Frage gehabt hätte. Ich hatte ihn mal als "treu" vermutet. Aber irgendwie scheint er alles das zu sein, was ich nicht in ihm sehen wollte...

    Es ist grausam zu sehen, dass da kein Mensch mehr übrig geblieben sondern eine triebgesteuerte Saufmaschine, die sich durch Lügen einen sauberen Anblick in der Öffentlichkeit versucht zu bewahren.

    Lieben Gruß von Damar

    so war es bisher. Ich überzeugte mich ob die Atmung noch geht und ließ ihn dann liegen (ein Foto in Ehren, deshalb ist es jetzt aus - denn dieses Foto gab ich ihm und schrieb dazu: diese Anblicke will ich mir zukünftig ersparen).

    Nun gut, so was ist nicht zu oft passiert, aber Gedanken mache ich mir schon - nicht um ihn, zumindest im Moment nicht, wenn er dann gefallen wäre könnte es anders sein.

    Ich hoffe einfach, das bleibt mir erspart, aber ich befürchte das schon weil er wirklich ständig auf der Treppe stürzt, jedoch selten direkt besinnungslos liegen blieb.

    Lieben Gruß von Dagmar

    er ermöglicht mir etwas Distanz zu meinem Ex-Partner um ihn nicht mehr als denjenigen zu sehen, den ich kennen- und lieben gelernt habe.

    Ich bin durch und mit Euren Erklärungen dahin gehend weiter gekommen. Dass es einen kranken Menschen gibt (der ziemlich losgelöst ist von mir) der nicht nachvollziehbare Handlungen am Stück projeziert weil er einer Art Fernsteuerung unterliegt.

    Gefühle, Empfindungen, Moral - alles das, was den Menschen lebendig macht und zu einem zweiseitigen Kommunikationsaustausch führt - ist wie in Watte gepackt und lässt nichts von mir gesagte an Ohr, Verstand oder Herz.

    Ich denke, ich muss nun erst einmal begreifen dass er wirklich auf Tauchstation geht und das moralische und "normale" Level verlassen hat. Für mich war jemand, der morgens noch keinen Alkohol trinkt, zwar schon ein Alkoholiker - aber ich denke, das wirkliche Level konnte oder wollte ich nicht erkennen. Eines, welches zu keiner Einsicht mehr bereit ist - selbst beim Besten Willen.

    Meine nächste Lebensplanung steht und ich werde sie umsetzen, ich werde meine Trauerarbeit leisten, mich aus meinen Tiefs hochangeln und mir bewußt machen was in allen den Jahren geschehen ist. Dinge, die ich nie für möglich gehalten hätte und die ich nie jemandem den ich mag zugemutet hätte. Diese Dinge muss ich mir sehr gut merken um nicht wieder in alte Muster zurück zu fallen. Jeden Tag, den ich ihn nicht sehe werde ich stärker - aber jeden Tag, wo er seine Spiele spielt falle ich wieder etwas tiefer runter.... Hier muss ich mir selber Zeit und Geduld erlauben.

    Anfänglich dachte ich mein Leben ist vorbei, sinnlos und fühlte mich nur traurig, traurig, traurig, traurig - mittlerweile frage ich mich (nachdem es bei mir aufwärts geht) ob ich nicht eher bedauern soll was aus ihm geworden ist. Wie er sich selber die ursprünglich wichtigen Dinge im Leben selber wegnimmt. Ich beginne sie mir wieder zu geben - fast ebenso wie er sie sich raubt. Sein Leben lang hatte er sich Werkzeuge aller Art und Preiskategorien gekauft, nun dienen sie nur noch dazu um bei Anwendungen Verletzungen an ihm zu bewirken weil er mit ihnen nicht mehr umgehen kann.

    Meine Werkzeuge waren immer mein Herz und meine Kommunikatinsfähigkeit, diese wurden in dieser schlimmen Zeit jetzt eher kreativer als schlechter, was sich bei mir in Sachen Bewerbungen bereits jetzt bemerkbar macht. Es erfolgen Resonanzen, die die Monate zuvor so nicht der Fall waren....

    Lieben Dank für Eure Aufklärung, es hilft beim Verarbeiten.

    Dagmar

    warum Deine Freundinnen das "verstehen" sollten.

    Schau, Dir geht es nicht gut. Du musst Deinen Weg finden - vielleicht musst Du manches verstehen um es für Dich zu verabreiten - aber nicht die anderen.

    Bei mir sagt auch einer seiner Kumpels: ich verstehe ihn nicht. Das ist aber eigentlich egal ob er es versteht oder nicht. Mein Exlover tut Dinge, die wir nicht verstehen. Laut eigenen Aussagen versteht er sich selber nicht. Das ändert aber nichts daran, dass wir diejenigen sind, die mit einem solchen Verhalten klar kommen müssen und uns distanzieren müssen.

    Unsere Freunde oder Freundinnen helfen uns wohl am besten wenn sie da sind und uns trösten oder Ratschläge geben, verstehen müssen sie nicht. Wie auch - können wir verstehen - können unsere Partner sich selber verstehen?

    Und Lilly hat ganz sicher recht, dass unser Blick auf uns selber gerichtet sein muss. Ich merke auch bei mir selber in dem Wunsch zu verstehen habe ich eine Tendenz wieder in seine Lebensart nachempfinden zu wollen. Auch wenn ich es für mich zur Bewältigung derzeit noch brauche kann das nicht der Weg sein. Es ist für mich die Anfangskrücke um überhaupt das Ausmaß der Gefahr zu begreifen in der ich mich befinde, aber es darf nicht so sein, dass ich dadurch versuche ihn zu verstehen. Ich will mich verstehen, mir gutes tun und mein Leben von ihm abkoppeln.

    Weißt Du Sunny, mir persönlich ist eigentlich egal, ob ich Co-abhängig bin oder nicht. Ich komme mit der Situation nicht klar und habe ein selbstschädigendes Verhalten an den Tag gelegt, ob nun co-abhängig oder nicht. Dieses Verhalten möchte ich mir nicht mehr antun, deshalb muss ich für mich Wege finden aus der Zuneigung herauszukommen. Wie das jetzt bezeichnet wird, was es definitiv ist ist mir egal.

    Ich will für mich lernen zu definieren was ich für mich will und was ich nicht will. In Worten hatte ich das schon lange auf der Reihe, mit der Durchführung beginne ich erst jetzt.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Wißt Ihr, auch wenn mein Bedürfniss anders ist, wäre es kein Problem gewesen das dennoch ohne einen bitteren Nachgeschmack zu kombinieren. Da es aber eine Suchtbeziehung war, in der alles Vertrauen verloren war gab es weder Stabilität noch das Gefühl übehaupt einer Beziehung. Ich hatte auch Partnerschaften vor ihm - bzw. am Anfang unserer Beziehung war das auch anders. Problemlos konnte ich vereinbaren dass er es "anders" will.

    Auch hätte ich vom Grundprinzip kein Problem mit Unterschiedlichkeiten der Personen. Wenn beide in der Lage sind darüber zu reden, gemeinsam fühlen, Kompromisse eingehen und sich gegenseitig mit Fairness, Ehrlichkeit und menschlicher Achtung betrachten. Bei uns war es nicht der Fall. Deshalb handle ich das speziell für unseren Fall alles als gegessen ab.

    Nicht weil ich das möchte, sondern weil alle Randbedingungen und alle Vorkommnisse so einschneidend sind und auch eine Perspektivlosigkeit für die Beziehung darstellen. Ich würde ihm ein Umdenken in Suchtfreiheit wünschen, sehe aber für uns beide keine Möglichkeit oder Chance. Das beginnt damit dass ich mir bei ihm keine Einsicht vorstellen kann das geht dahin weiter, dass er seinen Aufenthaltsradius in einen anderen Ort, zu einer anderen Dame verlegt hat. Laut seiner Aussage liefe nichts, sondern es wäre "nur" die Geselligkeit. Aber das ist alles nicht meine Sache und mein Problem, ich denke einfach er hat da eine bessere Co als mich entdeckt und ich würde einfach sagen, trotz aller seiner Tränen mir gegenüber, wird er nun eine Art Beziehung mit ihr führen in der er eventuell die Verhaltensmuster unserer Beziehung veruscht neu aufleben zu lassen. Oder anders - ich weiß es nicht....

    Seine Hobbies, die wichtig waren sind es nicht mehr, wenn er von dort zurückkommt gibt es sich erstmal die Kanne zum Umfallen, bis ins Haus hineinfallen um mir dann hier drei Tage zu sagen wie viel ich ihm noch bedeute. Drei Tage keine Waschung mehr durchgezogen, keine Dusche gesehen, einen abgebrochenen Zahn einfach gelassen, Medikamente für die verletzten Augen vergessen. Alles das zeigt mir einfach das der Weg straight bergab geht. Fast so, wie ich an Stärke gewinne scheint sich bei ihm das Gegenteil einzupendeln. Und das obwohl wir ja derzeit unabhängig voneinander leben.

    Meine Zukunft Erdling:
    Ich bewerbe mich munter weil mein Arbeitsplatz wegrationalisiert wurde. Heute sind wieder drei Stück - eine basiert auf einer Blindbewerbung - recht gut in Schriftform gebracht worden, bzw. über Telefonate abgecheckt worden ob es passen könnte.

    Ich inseriere jede Woche in einer anderen Zeitung dass ich ein kleines günstiges Haus für mich und meine Tiere suche. Sollte nach vier Wochen noch nichts funktionieren, so muss ich den Anzeigentext ändern.

    Ich beginne meine Dinge in Kartons zu packen und zu beschriften. Wenn ich das Glück haben sollte ein passendes Objekt zu finden, dann will ich lieber gestern als heute gehen.

    Morgen habe ich einen Termin bei einer Psychologin, um auch dort das Thema anszusprechen und eventuell für mich von ihr die eine oder andere Brücken bauen zu lassen.

    Die Finanzierung für einen eventuellen Umzug ist durch und weitestgehend gesichert, trotz Arbeitslosigkeit.

    Da ich noch nichts habe und wir derzeit noch zusammen wohnen habe ich die Schlafzimmer getrennt, damit jeder für sich ist und somit keine Gefahren des Routinekuschelns auftreten. Da er so und so immer in seinem Keller ist habe ich das Wohnzimmer umgestaltet, damit ich selber mich wohl fühle. Andere Farben, andere kleine Dekorationen, einfach damit ich mich hier wohl fühle, für die Zeit, die ich noch hier sein muss.

    Nach eins kommt zwei: mein Leben birgt Veränderungen in sich, dass sie eigentlich zu viel sind für eine Person. Aber vermutlich sagt das Leben: Liebes Mädchen all die Jahre hast Du mit Dir machen lassen was Arbeitgeber und Lover wollten, jetzt lasse ich Dich zusammenbrechen damit DU SELBER es wieder neu aufbaust.

    Diese Herausforderung muss ich wohl annehmen. Denn: bei allem schlimmen was mir gerade widerfährt, habe ich Freunde, die ehrlich sind, bekomme Unterstützung von meiner Mutter und auch insgesamt habe ich mich optisch und persönlich gut entwickelt, wenn das keine Vorzeichen sind...

    Lieben Gruß von Dagmar

    das ist ganz, ganz lieb von Dir gesagt, dass Du für ihn hoffst dass er die Kurve kriegt. Ich würde es ihm wünschen, aber es gibt so viele Baustellen in seinem Leben, dass er sich vermutlich nicht einmal zutraut diese abzubauen, geschweige denn die Sucht, die eben seine Krücke zum Leben ist.

    Ich glaube nämlich, lieber Erdling, dass auf dem Weg der Abstinenz noch viel mehr Punkte wichtig sind als der Wille aufzuhören. Gilt ja ebenso für mich als Co. Aufhören wollen den anderen zu "lieben" oder "festzuklammern" ist eines. Das andere ist das bewältigen, aus dem Kopf ins Herz in die Tat. Dazu benötigt man/frau Freunde, die ehrlich und pur sind - die eben keine Co Abhängigen sind. Ich habe keine Masse an Freunden, aber zuverlässige Menschen, die mir den Kopf waschen und nicht unbedingt das sagen, was ich hören möchte. Sie halten mich in der Realtität.
    Mein Ex-Partner hat keine Beziehungen, was auch daran liegen könnte, dass er selber nicht in der Lage ist zu kommunizieren.

    Interessen, Werte, Beständigkeit wurden mir vom Elternhaus mitgegeben, auch das Gefühl alles selbst erarbeiten zu müssen - aber im Notfall Hilfe zu erhalten. Quasi dann, wenn ich mir selber geholfen habe, dann kommt Unterstützung, aber nicht vorher.
    Anders als bei meinem Ex-Partner wo beim zweiten Führerscheinverlust der Vater (der nun nicht mehr lebt) die Bestechung übernahm um den Führerschein zurückzuführen.

    Diese unterschiedlichen Arten schon als Kind ins Leben geworfen zu werden waren wohl für unseren weiteren Lebensweg prägend. Während ich nun, wie bereits als Kind, kämpfe um mich wieder in ganz logischen Schritten zu bewegen könnte er wieder auf den "Retter" warten. Das mag eine andere Partnerin sein, das mag das neue Umfeld sein, ich kann es Dir nicht sagen, aber wie es für mich aussieht will er ganz weit weg - geografisch und kopftechnisch von den Dingen, die einmal sein Leben ausmachten.

    Sein Boot, sein Auto, meine Person und auch seine Handwerklichkeit scheinen nicht mehr interessant zu sein. Er versucht sich nunmehr einfach nur in gesellschaftlichem Beisammensein grillen und Festen ein schönes Leben zu machen. Dagegen spricht nichts, ich habe im Leben viel zu wenig gefeiert, sondern war mehr ernst und auf Leistung bedacht, was ganz sicher für mich selber nicht gut war.

    Ich denke, er versucht sich nun zu erproben wie er sein Leben führen kann ohne mit großen Umwandlungen konfrontiert zu werden. Ich denke das ist auch o.k. für ihn, er ist so und das ist anders, als ich mein Leben leben möchte. Schon daran sieht man eigentlich, dass wir als Paar nicht zusammenpassen: ich bin eine sehr ernste Persönlichkeit, die zwar auch gerne lacht, die aber zuallererst Verpflichtungen versucht zu erfüllen. Habe ich Schulden kaufe ich kein Fahrrad.
    Er ist genau entgegengesetzt: er will etwas - tut sich dieses Gute und kauft sich das, auch wenn er es sich nicht leisten kann.
    Also spielt bei uns eigentlich der Alkohol gar keine Rolle - die Grundsätzlichkeiten sind schon zu unterschiedlich, dass wir eigentlich nie passten. Auch wenn es mir weh tut, ich bin eine Schmusekatze, er mag das wohl, sagte aber zu mir er habe Angst diese Schmuserei dann wieder zu verlieren. Also sind wir auch hier anders, ich möchte einfach mal kuscheln, bei ihm verursacht das wohl weniger Interesse, was für mich kuscheln - nahe sein - bedeuetet, schien für ihn in Sex ausgelegt zu werden. Schon da treffen sich dann zwei Unvereinbarkeiten.

    Wobei: ich habe ihn damals geliebt, hatte Hoffnung, die sich nicht erfüllt haben und bin nun traurig. So ist es einfach - keine Chance auf eine Zukunft, eine nicht gerade schöne Vergangenheit, aber das ist ein Kapitel in meinem Buch "(Über-/)Leben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Als unsere Beziehung einige Jahre vor sich hin getragen wurde durch unsere Süchte merkte ich dass wir keinen Weg zueinander finden und hatte ihm das vorgeschlagen. Allerdings schlug er es für sich aus da er kein Alkoholiker sei.

    Wir wollten vor zwei Wochen einen Neustart wagen, da stand für mich fest dass zumindest eine neutrale Paartherapie bzw. Partnerschaftsberatung involviert sein muss, einfach um durch Neutralität auf ein "gesunden" der Partnerschaft von außen zu gewährleisten. Damals sagte ich ihm, eventuell bedeutet das auch unserer beider Trennung, aber alleine schaffen wir es nicht.

    Laut seinen Worten hätte er sich auf eine Paartherapie, niemals aber etwas mit Alkohol zusammenhängendes, eingelassen. Allerdings beendete er diesen Neuversuch schneller als ein Termin geholt werden konnte ;)

    Ich habe zwar noch nicht registriert ob er morgens trinkt, aber evtl. reicht ihm da noch der Spiegel vom Vortag. Aber ich denke, was Du sagst mit den Misserfolgen kann ich gut verstehen. Denn für jemanden der weiss, dass er Belastungen nicht aushalten kann, der dadurch Alkohol trinkt (was vom Umfeld ja so und so schon missmutig betrachtet wird) um sich selber "stark zu reden" der bekommt zumindest mit dass er nicht pur sein kann. Dieser Mensch muss in jedem Fall registrieren dass er Mechanismen benötigt, ohne die sein Leben nicht funktioniert.

    Das sind Dinge, die ich in der Form nicht verstand. Er war früher ein toller Bastler, das wurde immer weniger. Aber die Verletzungen, die er sich bei solchen Sachen holte wurden immer mehr und immer blutiger. Richtig schade, wie jemand seine eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten - die sicher auch Erfolgserlebnisse darstellten - immer mehr reduziert.

    Vor vier Jahren baute er mir einen genialen Kratzbaum im Haus
    Vor drei Jahren einen supertollen Naturkratzbaum in meinem Katzenasyl
    dieses Jahr fiel es ihm schwer einen kleinen Astableger fest zu schrauben.

    So schade um Fähigkeiten, um die er sich beraubt. So schade um die Kreativität, die er früher mal besaß. Das wären nämlich Dinge gewesen, auf die er hätte stolz sein können. Aber eben er hätte stolz darauf sein müssen und nicht ich immer wieder widerholen wie toll das ist. Es tut weh zu sehen, wie jemand der Ideen hatte und einfach etwas anpacken konnte nunmehr nur noch von "Überforderung" redet.

    Ich kann es nicht ändern, ich habe meine Kratzbäume - es geht hier also nicht um meinen Nutzen! Sondern darum woraus er für sich eine Zufriedenheit und Stolz hätte resultieren lassen können. Es waren Werke, die er geschaffen hat. Auch die Autos, die er repariert oder restauriert hat, da war viel Wissen, Energie und Ausdauer. Alles das hat er nun irgendwie ab und weg gestellt.

    Aber ich denke, er vermisst das nicht bzw. stellt sich diese Fragen gar nicht. Es ist eben einfach nicht mehr da - kein Bestandteil seines Lebens mehr. Da wo ich beginne meine Räumlichkeiten und mein Katzenasyl zu verschönern um sich selber daran zu erfreuen, da nimmt er Abstand von dem was er mal geleistet hat. Schade um ihn - schade für ihn - aber seine Entscheidung.

    Dennoch: ein Mensch, der sich selber und der Gesellschaft verloren geht.
    Lieben Gruß von Dagmar