Beiträge von dagmar007

    würde natürlich eine Alkoholkontrolle oder ein Unfall den dritten Verlust des Führerscheins ergeben, somit also fast unwiderbringlich. Eine Sache, die ich immer im Hinterkopf meiner Zeit mit ihm hatte. Ich habe nichts versucht ihn am fahren zu hindern odern sonstige Schutzmaßnahmen ergriffen. Aber in mir kam die bange Frage: wenn er den Führerschein verliert, dann vermutlich später den Job (hier gibt es keine Busverbindung) somit kann er seinen Mitanteil nicht mehr zahlen und dadurch werde ich wohnsitzlos.
    Das Bewußtsein des Kopfes war immer da, aber die Realisierung wie nah die Gefahr ist - gerade in den letzten vier Wochen wo er das gesicherte Terrain hier ohne viel Polizei verlässt - für mich.

    Da diese Gefahr auch sehr relevant ist werde ich mit den Sozialämtern Kontakt aufnehmen, die Situation schildern und um Vermittlung einer Wohnung bitten bzw. um die Möglichkeit falls hier alles zusammenknallt. Aufgrund meiner Tiere benötige ich eigentlich ein Haus, was auch mein Wunsch wäre. Für den Fall aber, daß es eskaliert muss ein Plan B her, selbst wenn der mir das Herz bricht wegen der Tiere; aber eine Notfall-Fürsorge-für mich ist angesagt.

    Das schrittweise Absacken, welches Du bemerkt hast, habe ich in den Facetten nicht gemerkt. Es gab dann nur einen Tag, an dem ich sagte ich will mir nicht antun Dich so zu sehen, ich werde gehen wenn es die wohnlichen Möglichkeiten gibt. Ich habe wohl nie ein Ultimatum gestellt oder auf Besserung gehofft oder verlangt sondern "nur" festgestellt, dass ich diese Anblicke eines torkelnden und lallenden Menschen nicht mehr sehen möchte. Ist aber denke ich, in der Endkonsequenz selbiges. Einfach die Tatsache, daß der Co nicht mehr sein Spiel spielen will und ausgetauscht werden sollte.

    Wenn wir nun den Abfall durch Alkohol bemerken bei anderen, dann sind wir auch in der Lage - wenn wir wollen - bei uns die Aufwärtstendenzen zu entdecken. Wenn nun langsam die Beobachtungsgabe wieder zurückkehrt, dann sollten wir sie für uns nutzen um in unserem Alltag Vorteile und Chancen zu nutzen. Das wird nicht immer gleich gehen und umsetzbar sein, aber einfach den Focus auf uns und unser Umfeld setzen, und den Freund oder Ex nicht in diesen Focus einbeziehen.

    Nicht genau weiß ich was ich machen soll wenn wieder folgendes passiert, was ich gleich schildere. Ich möchte nämlich nicht wegen unterlassener Hilfeleistung vor Gericht stehen.
    :shock:
    Im Dezember hat mein Ex sich an einem Weihnachtsmarkt so breit gesoffen, dass er die Treppe nicht mehr hochkam, bzw. die letzte Stufe übersah und breit stürzte. Besinnungslos lag er da und schlief. Ich hörte seinen Atem und ließ ihn nebst den Dingen, die er in der Hand hatte liegen.

    Heute würde ich ihn gerne liegen lassen, sollte das passieren, habe jedoch Bedenken, dass ich dann wenn etwas passiert, was ja leicht möglich ist, vor dem Gesetz dumm dastehe. Rufe ich den Notarzt und er kommt bei denen zur Besinnung dann darf ich noch zahlen für die Anfahrt (10 Euro pro Notarzteinsatz sind es ja immer). Seine Versichertenkarte wäre nicht greifbar und ich wäre dann der "Zahler".

    Was ist hier die juristisch richtige Handlungsweise damit ich nicht später Ärger bekomme. Meine persönliche Meinung ist, sein Pech was mit ihm passiert, aber die Justiz könnte das anders sehen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    immer wieder gibt es einen Rückfall, dass ich Herzschmerz verspüre. Aber bisher habe ich es geschafft alle Diskussionen mit ihm sachlich und distanziert zu führen, dafür klopfe ich mir auf die Schulter.

    Ich bin stolz auf mich die Punkte Wohnung/Job kontinuierlich und konzentriert durchzuziehen. Was noch vor ein paar Tagen fast nicht möglich war ist nun einfach wieder normal.

    Das richtige loslassen - in meinem Herzen - wird noch etwas dauern. Zumal ich derzeit einfach noch in einem Haus mit ihm wohne und vermutlich noch empfänglich bin für seine Launen, die er streut. Zwar wird das immer weniger und wirkt anders. Aber es ist noch da.

    Wobei ich einfach spüre jeder Schritt macht mich stärker. Wenn mich auch das Bewußtsein schafft, dass ich eigentlich nicht sehen konnte was sich um mich herum wirklich abspielte schon etwas schafft. Mir aber auch den Mut macht, ganz schnell rauszukommen.

    Denn wenn ich in ein paar Tagen oder Wochen wirklich sagen muss, meine hier geschilderten Gefühle entsprechen den Tatsachen, der Absturz ist schon lange geschehen, nur ich selber habe das in der Form nicht bemerkt, dann fällt es mir noch leichter alles umzusetzen. Denn ich befürchte fast, ich habe in den letzten Monaten zwar ein zunehmen des Alkohols gesehen und die üblichen Erklärungstaktiken.
    Aber ich habe nicht mehr auf die Bewältigung des Alltäglichen geachtet, seines alltäglichen, da ich mich da eigentlich schon immer rausgehalten hatte. Aber so kleine Hilfestellung wie das Wecken, wenn er nach dem Wecker eingeschlafen war, das war für mich ja keine Coabhängigkeit. Alle diese kleinen Dinge, die mir nicht auffielen, scheinen nun Folgen in sich zu tragen. Lapalien für mich, wecken ist doch kein Thema, aber in einem solchen Fall schon - kannst Du saufen, so kannst du auch aufstehen - oder eben die Konsequenzen tragen ....

    Dennoch bin ich erschrocken, dass jemand der sein Auto liebt nicht mehr in der Lage ist es in Stand zu halten. Jemand der mal ein Fachmann in Sachen PC war diese nur noch zum "abrauchen" bringen kann und ich das nicht einmal bewußt registriert habe obwohl er es mir sagte. Das ich einfach so die Augen zumachen konnte wenn jemand sein eigenes Leben nicht mehr leben kann und ich damit meines langfristig belaste.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Selber als co zu gehen - selber eine Wohnung suchen - selber einrichten - selber nach eigenem Willen zu gestalten?

    Ich selber muss mich im Job und in der Wohnsituation neu orientieren. Das machte mir große Angst. Keiner der Punkte für sich sondern alle beide zusammen. Aber ist nicht das die beste Reinigung. Ganz brutal und ganz vollständig. Kann ich nicht genau hier meine Chance sehen nun einen Job zu erarbeiten in dem ich mich wohl fühle und kein Helferlein spiele und eine Wohnung, die ich gestalte wie ich möchte.

    Sicher, der Druck auf mir ist groß und etwas Angst habe ich vor allem. Aber insgesamt bin ich stärker als mein Leben lang zuvor. Zum ersten Mal lasse ich mich nicht verrückt machen sondern weiß nach 1 kommt 2 und plane strukturiert. Als es ein bischen Chaos in meinem Leben gab, habe ich alles etwas verdrängt und halbherzig an der Lösung gearbeitet.

    Nun stecke ich richtig im Schlamassel und plötzlich kommt die Aktivität - gut durchdacht, in einzelnen Schritten, Phasen und auf durchführbare Weise.

    Warum es uns Co's bzw. Co-Abhängigkeit gibt? Vielleicht unsere Chance uns selber zu finden! Vielleicht ist das eine Aufgabe für eine jede von uns nicht Helfer zu sein sondern sich selber zu helfen. Vielleicht gibt es genau die Krankheit deshalb um es uns zu ermöglichen irgendwann gesund zu werden und es zu schätzen zu wissen...

    ... wir stehen im Leben und waren bisher in Cozeiten doch nicht ganz erwachsen geworden, vielleicht sollen wir jetzt den letzten Schritt tun um erwachsen zu werden ... verantwortlich gegenüber uns selber ...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich habe es nicht mehr zum Thema gemacht sondern nur noch einmal erklärt, dass es alleine sein Leben ist, welches er lebt ob mit oder ohne Alkohol ist seine Entscheidung.

    Ich habe ihm gesagt, dass es Zeit ist, dass ich auf mich selber achte und darauf, wo oder wie ich vielleicht selber krank bin und besser selber an meiner Gesundung arbeiten sollte.

    Wenn ich so überlege, wie oft ich früher das Thema Alkohol hochgezogen habe und so für Krach, Terror und Ersatzhandlungen, Ausflüchte und Rechtfertigungen gesorgt habe. So unnütz. Irgendwie dachte ich wohl ich sage es Dir, Du sagst ja oder nein und beschäftigst Dich mit dem Gedanken. Dass hier aber ein Verdrängungsverhalten beginnt und ein ganz anderer Kreislauf - nämlich der des Rechtfertigen und Vertuschens beginnt habe ich gar nicht begriffen.

    Komisch, da denkt man man geht den richtigen, direkten und offenen Weg und genau das Gegenteil von gesunder Diskussion passiert, alles nun folgende war innerhalb unserer Beziehung versteckt, entflohen durch geografische Entfernung und durch Verändern der Alkoholart (aus ursprünglichem Asbach wurde beim ersten großen Theater Bier und beim jetzigen Theater Weißbier). Also eigentlich nur eine Verstärkung unserer mangelnden Kommunikation.

    Nun gut, so sollte es eben sein.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Langsam, sehr langsam, mit dem immer größer werdenden Abstand kann ich nunmehr einige Puzzleteile zusammensetzen um besser zu verstehen, wie das gesamte Gefüge dieser kranken Beziehung gehalten, gerissen und geflickt wurde. Ich wäre Euch dankbar, wenn Ihr "euren Senf" zu meinen Erklärungen abgeben könntet, da dies meiner Verarbeitung und Bewältigung helfen kann. Vieles an Aktion-/Reaktion habe ich noch nicht verstanden. Mit jedem Schritt mehr, den ich verstehen kann zieht es mich weiter in die Selbständigkeit.

    Vor einigen Wochen, sagte mir mein Ex-Freund ihm sei alles zu viel. Für mich war klar, er meinte damit den Tod seines Vaters und den der Großeltern, alles ging innerhalb von drei Monaten vor sich. Und auch ich sah mich als seine Last, die ihm zuviel ist, zumal ich ihm sagte ich habe keine Lust auf Gespräche oder Sex mit alkoholisierten Menschen.

    Eigentlich hatte sich - außer seinen Alkoholmengen hier im wohnlichen Bereich nichts geändert und kein höheres Volumen an Arbeiten die er nicht in den letzten Jahren mit links getätigt hatte, stand an.

    Aber ... ich vergaß einen Kumpel der einen PC zum reparieren gebracht hatte (die Reparatur gelang meinem Expartner bis jetzt nicht und die fragenden Anrufe oder Besuche hier im Hause häufen sich, da der PC schon lange wieder vom Besitzer benötigt wird). Der PC brannte ihm in einigen Teilen ab und er schien zu spüren dass alles ihm nicht mehr so leicht von der Hand geht wie Jahre zuvor.

    Die Einrichtung seines neuen Laptops klappte nicht wie gewohnt, auch hier gingen Wochen ins Land.

    Sein PKW verliert Öl, früher legte er sich eben zwei drei Abende darunter und hatte das Problem gelöst. Aus irgendwelchen Gründen gelingt das derzeit nicht.

    Rund um das Haus hier werden alle Mauern abgerissen besser gesagt verstärkt und hier ist die Hölle und ein Megalärm, einfach grausam. Wer nicht da ist ist er als Mieter - ich selber bin nur Untermieter.

    Hygiene ect. sind total auf der Strecke geblieben (wobei das schon in den letzten Jahren schleichend ging - abgsehen von kurzzeitigen extremen Gegenphasen), Zähne brechen ab, ein Besuch beim Zahnarzt wurde von ihm bisher nicht Erwägung gezogen - ob er nun nach nunmehr 10 Jahren den Mut findet zu einem Zahnarzt zu gehen weiß ich nicht.

    Bei Kurzreisen werden Medikamente vergessen, wo er somit nochmals nach Hause kommt - um dann doch wieder einen Teil der Medis zu vergessen.

    Mit nunmehr viel Abstand bekommt für mich dieses "mir ist alles zuviel" eine ganz andere Bedeutung. Nämlich tatsächlich die, dass der ganz normale Alltag schon zu viel geworden ist.

    Er hat ja nun seinen Wirkungskreis 60 km verlagert und dort wohl neue Kontakte gefunden, da es hier an seinem Wohnort nur Zweckgemeinschaften gab, die es mittlerweile auch nicht mehr gibt. Normale Kontakte wurden auf Grund von aggressiven Handlungen von Nachbarn beendet.

    Ursprünglich verstand ich diese geografische Änderung nicht, nunmehr habe ich mich gefragt ob es nicht tatsächlich so ist, dass das ein Weglaufen ist vor den hier stehenden PC's, Bekannten die eigentlich so wie früher Hilfe für Gegenhilfe erbaten. Geht es tatsächlich so schnell, dass Dinge die zuvor alltäglich waren "zu viel" werden. Ist es tatsächlich so, dass das von mir bisher miterlebte "schleichende" sich nun - nach dem Ende unserer Beziehung - in einen solchen Donnerschlag verwandelt? Habe ich vorher die Donnerschläge übersehen wollen oder nicht sehen können? Ich habe den Eindruck alles überschlägt sich.

    Je weiter ich zu mir selber komme und aktiv werde, desto extremer scheint er aus seinem Leben davon zu rennen. Meine Optik hat sich verändert, mein Gewicht positiv reduziert, meine Ausstrahlung lt. Bekannten sich ein zigfaches verbessert und ich wurde wieder zu einem Menschen mit Freude am Leben. Ich kann mir auf die Schulter klopfen - auch wenn mein Herz noch immer weint - weil ich Schritt für Schritt nach vorne gehe.

    Ich selber merke, wie ich mit jedem gepackten Karton stärker werde und mich danach sehne, eine eigene Wohnung zu bekommen.
    Es fällt mir wieder leicht gute Bewerbungen zu schreiben und ich gehe stundenlang spazieren, freue mich über die Natur und bringe mir Blumen mit. Ich spüre mich wieder.

    Blicke ich aber in seine Richtung, dann sehe ich eine entgegengesetzte Entwicklung, die ich in ihrer Drastigkeit nicht verstehen kann. Eigentlich würde ich gerne losschreien. "Junge, ändere Dich für Dich selber, Du bist es Dir schuldig - ich habe es doch auch hinbekommen".

    Könnt Ihr mir da ein paar Gedankenanstöße geben ob ich da nur eine übliche Wandlung mitmache oder zuvor einfach nicht richtig gesehen habe was passiert? Ist ein Verlauf von Co wirklich am Anfang die Blindheit und später das Klick-Klick-Klich.... oder will ich das nur so sehen?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Mir war vor Wochen aufgefallen, dass ich mich grün und blau geärgert hatte weil ich gekocht hatte und "er" einfach nicht kam. Ich fragte zuvor immer schön brav, wann willst Du essen. Die Antwort nahm ich als verbindlich an, wartete, wurde sauer und das übliche Spiel begann.

    Schön dumm - wenn ich Hunger habe, dann esse ich - gerne auch alleine, denn der Hunger wird nicht mehr oder weniger, das Essen nicht besser oder schlechter. Ihn brauche ich nicht, damit ich meine Grundbedürfnisse erfüllen kann.

    Über den Kopf kann ich das komplett leben, über die Handlungen teilweise, das Herz und Gefühl, die blockieren mich zuweilen, aber wohin es gehen muss ist klar.

    Ich denke, es ist ein langer Weg solche Handlungen zu ändern und immer vorab in sich selber zu hören, was ich denn selber will. Der Grad zwischen kranken und gesundem Egoismus ist glaube ich das, was bei uns gefunden werden muss. Gesund genug um die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen, aber nie so egoistisch andere, zuverlässige und gesunde Menschen, zu übervorteilen. Es ist ja richtig mit anderen Absprache über die Zeit des Essens zu treffen - wenn diese aber mehrfach nicht ans Einhalten denken, dann interessiert sie dieses Essen nicht und ich sollte in Zukunft dann keine Absprachen mehr machen.

    So einfach ist das eigentlich .... Aber es hat tatsächlich so lange gebraucht dass zu erkennen, bis ich stinksauer und hungrig am Tisch saß und mich fragte warum ich eigentlich auf ihn warte. Nur um hier eine Pseudo-Harmonie bei der gemeinsamen Mahlzeit erspüren zu wollen. So quasi der letzte Schein, den ich mir selber aufsetzen wollte.

    In diesem Sinne: die eigenen Bedürfnisse dürfen und müssen an erster Stelle stehen und wir müssen das lernen - sonst stellen wir uns immer "hinten an" und vorne geht die "Ware" aus....

    LIeben Gruß von Dagmar

    Weil es bei unseren Partnern deren Werdegang - durch unsere Hilfe - vorprogrammiert war.

    Und weil wir nicht auf uns geachtet haben und auf das, was in einem menschlichten, achtenden Miteinander passiert. Ich kann nur für mich sprechen: ich habe Dinge ertragen, bei denen ich Freundinnen in den Arm genommen hätte und gesagt hätte "Mädel, Du hast was besseres verdient". Nur mich konnte ich so nicht in den Arm nehmen.

    Anstatt nun froh zu sein unsere Problemkinder los zu sein, haben wir Herzschmerz ohne Ende. Wir sollten um uns weinen und nicht um die Partner, die höchstens um die realitätsverändernde Sucht weinen. Auch wenn sie zu beweinen sind weil sie sich aus der Realität schießen und dadurch ihre Probleme aufhäufen und mehren. Aber das ist ihr Weg.

    Du sagst Du bist eiskalt. War ich auch - wäre ich wohl auch jetzt noch - wäre nicht die Trennung und er mir plötzlich so fehle.... Genau da liegt doch unsere Problematik begraben: gut ging es uns nicht, wir haben uns doch von ihnen losgesagt, sie taten uns zu weh, aber endgültig loslassen können wir nicht.

    Mich schmerzt es einen Traum, eine Illusion, oder den Anfangspartner zu verlieren. Aber der war er schon lange nicht mehr. Der Mensch um den ich trauere, den gibt es schon lange nicht mehr. Du Co Maus schreibst von Hoffnung, wie oft hat sich denn bei uns eine solche Hoffnung erfüllt? Wie oft war sie endgültig und hat auch nur für ein oder zwei Probleme die Lösung gebracht? Bei mir g a r n i c h t !

    Natürlich beschneidest Du ihn - und ich meinen Ex - wir hatten uns das Leben so oder so vorgestellt und waren der Meinung, das ist auch im Sinne unserer Partner (wohl haben sie auch nie das Gegenteil zu uns gesagt), denn wir haben ja zu ihrem Besten einen Tagesablauf gestaltet und uns um sie und ihre gesunde Ernährung gesorgt. Da sie das aber nicht wollen sollten wir uns diese Mühen nicht machen! Wir können für uns entscheiden und sie für sich. Um genau zu sein wir m ü s s e n für uns entscheiden um so zu leben wie wir wollen.

    Schau, Du sagst selber, Dir tun Deine Kinder leid. Also quäle sie nicht mit Fortsetzungen. Quäle Dich nicht mit endlosen Wiederholungen.

    Du und ich wir müssen es nun schaffen diesen Schmerz auszuhalten, zu bewältigen und unser Leben neu aufzubauen. Es tut weh, es wird noch lange und oft weh tun - aber wenn wir es schaffen nicht unser Leben lang. Mit solchen Partnern wie Du und ich sie haben oder hatten würden wir ein Leben lang leiden, jeden Abend die bange Frage: "wann oder wie kommt er nach Hause". Und das ist nur die harmloseste Frage .....

    Hoffnung - die sollten wir für uns haben - dass wir uns befreien aus Mustern und Schemen der Abhängigkeit, die wir uns selber auferlegt haben um einem anderen "Hilfe aufzudrängen", schlimmer noch, wir haben ihnen die Selbständigkeit genommen! Eigentlich waren wir schädlich für sie obwohl wir Gutes wollten.

    Ich für mich sehe es so, dass ich dachte in seinem Sinne zu handeln weil er mir nie das Gegenteil sagte. Nun weiß ich aber, dass er grundsätzlich nicht reden kann - außer in der Wut. Ich nehme es als gegeben dass es kein Miteinander und keinen gemeinsamen Strang gibt. Es tut weh, ich muss es aushalten, ich weiss nicht so genau wie aber ich weiss dass ich muss.

    Ich wünsche Dir und mir viel Kraft auf diesem Weg.

    Lieben Gruß von Dagmar

    in denen er sich genauer ausdrückte. Er sprach davon, dass ich eine komplette Veränderung an mir entdecken lasse und er sich nicht hätte vorstellen können, dass diese dauerhaft ist.

    Ich habe ihn dann angesprochen und ihm gesagt dass ich der Meinung bin, dass er mich nicht mehr kennt, Angst vor dem Kontrollverlust hat bzw. ich mit ihm die Beziehung so und so beenden würde und er somit einfach den Schritt vor mir machen wollte. Das bejate er und teilte mir so ganz nebenbei mit dass er nicht mehr in den Spiegel blicken könne.

    Natürlich weiß ich nicht welche Aussage Berechnung war und was ihm wirklich zu glauben ist denn ich denke schon, dass manches mit Show einher geht. Beispielsweise saß er weinend vor dem Laptop vor Fotos von mir. Ich denke das alles ist Show um jemanden zu beeindrucken und zu manipulieren.

    Aber eines merke ich bei diesen sinnlosen Gesprächen: das Problem liegt vor dem Alkohol. Der Alkohol ist eine Art Medizin für Menschen die mit sich selber nicht ganz zu Rande kommen. Manchen mag er helfen doch eine Problemlösung zu finden, bei anderen wird der Alkohol dann zum Problem.

    Ich habe so einen Respekt vor den Menschen die das schaffen: die haben nämlich nicht nur den Alkohol besiegt sondern auch die eigenen, inneren Ängste, die jeder Mensch hat.

    Was Du schreibst Saila mit dem zurückziehen, weil man sich schämt kann ich nachvollziehen. Konntest Du das damals in Worte packen? Warst Du befähigt darüber zu sprechen?

    Es gibt da ganz viele Dinge, die ich ganz, ganz schwer begreife. Einfach weil ich ja ganz anders ticke. Während ich Probleme lösen will - am besten sofort und ohne Geduld - machen es Menschen die mit dem Alkohol Probleme lösen ja komplett gegenteilig. Sie schieben es ja durch den Alkoholgenuß heraus sich um das Problem zu kümmern.

    Verflucht schlimm, dass man-/frau sich da gegenseitig verletzt innerhalb der eigenen Suchtstrukturen - das betrifft mich als Co wie Euch, die Ihr mit dem Alk mal Probleme hattet.

    LIeben Gruß von Dagmar

    Ach wie gut kann ich Dich verstehen. Denn sie wissen genau, wo und wie sie uns treffen können. Sie wollen uns ja, aber eigentlich nur wenn wir so spielen, wie sie es wünschen.
    Wenn nicht, dann gehen sie zum Kumpfel saufen oder suchen eine neue Co-abhängige. Traurig und grausam, aber so ist es - sollen wir das wirklich mit uns machen lassen?

    Schau, ich habe einen gehabt (mit dem ich leider noch zusammen lebe) der mir ständig erklärt wie viel ich ihm noch bedeute. Aber seine Prinzessing Alkohol, die würde er nie für mich aus dem Weg räumen. Da hier in der Region niemand mehr mit ihm trinkt genießt er seine Wochenenden in Würzburg und hebt dort den Alkspiegel. Einfach weil weder seine Zweckgemeinschaften (Freunde hat er keine) noch ich mitspielen oder mittrinken. Und trinken alleine ist für ihn glaube ich nicht prickelnd, weil er sich da nicht in Szene setzen kann.

    Aber warum sollst Du nun bitte spielen wie er will damit es Dir dreckig geht?

    Auch ich werde bei jeder Begegnung und bei jedem Telefonat zurückgeworfen. Meine Gefühle drehen durch, das Herz schlägt bis zum Umfallen.

    Aber ich will nicht mehr Umfallen. Ich brauche meinen Abstand, und das was Du schilderst sind für mich Schmerzen die Dir angetan werden und Forderungen, die an Dich gestellt werden. Und das von einer Person, von der ich mich frage, mit welchem Recht sie Forderungen stellt.

    Dein/mein/unser Leben ist sicher besser sortiert als das der (Ex-)Partner. Warum sollen wir es uns antun uns weiter mit diesen Leuten abzugeben. Sind sie in Therapie, so kann man es überdenken - aber immer noch mit Sicherheitsabstand.

    Ich weiß genau von welchen Schmerzen Du sprichst, ich mache sie gerade durch - gestern dachte ich ich gebe auf und werfe mich weg, weil der Schmerz so unerträglich war dass ich nur noch ein heulendes Wrack war. Sehnsucht, Schmerz, Verlustgefühl - aber es wäre kein wirklicher Verlust sondern nur der Verlust unserer Schmerzen. Vielleicht sind wir die Schmerzen so gewöhnt, dass wir meinen ohne diesen Auslöser geht es nicht mehr weiter.

    Mein Leben, JOb und Wohnung, muss derzeit komplett neu aufgebaut werden, eigentlich stehe ich vor einem nichts. Aber eine Chance vielleicht, wie Phönix aus der Asche zu erstehen. Nur - entweder mit einem gesunden Partner oder alleine! Anders würden wir zu keinem Ergebniss kommen sondern nur HOch-Tief-Frustrationen erleben.

    Es verlangt niemand von Dir dass Du ihn fallen lässt! Du setzt Regeln und die sollten für ihn gelten - Er revanchiert sich doch auch mit seinen Regeln. Wobei seine schädlich sind dafür was er scheinbar vorhat. Mensch, wo ist sein Wille zum Aufhören wenn er vorher noch ne Runde Kiffen muss? Sich wieder wegdopen, oder? Ehrlich gesagt, ich frage mich ob er eigentlich erkannt hat um was es geht bzw. selber etwas ändern will. Er sagt es, da bist Du schon weiter, besser gesagt er.... aber will er es halten?

    Mein Herz ist ebenso im Keller wie Deines und mein Schmerz und meine Tränen sind zuweilen, wie Deine, weder zu trocknen noch unter Kontrolle zu bekommen. Aber wir sollten nicht um sie weinen sondern um uns, was wir mit uns machen ließen. Und wir sollten damit nicht weitermachen sondern uns etwas gönnen ....

    Glaubst Du nicht dass wir liebevolle Partner verdient hätten, die mit uns so umgehen, wie es liebevoll sein könnte? Sollen wir wirklich warten ob sie irgendwann einmal vielleicht erkennen was Sache ist? Sollen wir uns weiterhin von ihren Launen und Verfassungen abhängig machen?

    Natürlich bin ich es derzeit noch ebenso wie Du! Jede Diskussion endet gleich - bis in die Morgenstunden gibt es ein hüh und hot im Sinne von wer bedeutet wem noch was oder wie regelt man den Auszug den keiner so ganz endgültig will und überhaupt. Aber es sind, zumindest bei mir Diskussionen ohne Gehalt.

    Jedes Treffen mit ihm macht mich schwächer - ich kann es hier im Haus nicht verhindern wenn er hier ist. Aber ich genieße jeden Tag wo er weg ist. Ich würde gerne mit Dir tauschen. Denn Du kannst in Frieden leben wenn Du willst!!!!!! Mach Dir das nicht selber kaputt!!! Du bist mehr wert als Finanzier zu sein für seine Ration bis zum Entzug!

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar

    und ich persönlich - bin aber NIchttrinker - hätte ganz viel Respekt vor jemandem der sagt, "liebe Leute, seid mir nicht böse, aber ich möchte hier im Haus keinen Alkohol haben. Ich habe zu viel erlebt, was durch den Alk angerichtet wurde. Ich akzeptiere wenn ihr etwas trinken wollt, denn ihr seid für Euch selber verantwortlich, aber bitte nicht hier."

    Denn ich als Nichttrinker hatte beispielsweise auch das Problem ausgegrenzt zu sein weil rund um mich alles mit Alk angestossen hat. Ich hätte mich persönlich gefreut, auf einer Fete einmal so etwas zu erleben, weil es ehrlich wäre und auch jemand das Thema beim Namen nennt.

    Wie sieht Deine Tochter das denn?

    Wenn Ihr ländlich wohnt wäre evtl. eine Alternative irgendwo eine kleine Bar aufzubauen, obwohl ich persönlich das gar nicht so dolle fände, weil der Gerucht dann doch zu Dir ins Haus kommt.

    Was ich persönlich gut fände alkfreie Drinks zu msichen und toll zu dekorieren, wer weiß, vielleicht kommt das noch besser als kistenweise Bier ;)

    LIeben Gruß und eine glückliche Entscheidung wünscht Daggi

    Ich glaube es den Alkoholikern sogar dass sie etwas ändern möchten - aber sie sehen es als noch in ihrer eigenen Macht stehen - und ich glaube auch, dass die Liebesbekundungen das sind was sie denken. Ich glaube aber auch, dass was sie als "Liebe" ansehen ist etwas anderes als die normale Liebe, die ja auf Vertrauen, Verständnis und Offenheit basiert.

    Mich erschreckte immer der Anblick des ersten Zuges und der Zähler in der Kehle wenn alles runtergeschüttet wurde. Irgendwie war mir da schon klar, dass ist einfach schlucken, schlucken, schlucken was geht. Der Geschmack an der Substanz ist wieder gefunden, vielleicht auch das Gefühl der Erleichterung, welches mit dem Geschmack kombiniert wird, ich weiß es wirklich nicht.

    Was ich aber weiß ist von mir selber, dass ich nur zu gerne jeden Halm der Hoffnung ergriffen habe, letztendlich sind alle diese Halme aber gebrochen weil sie nicht stark genug waren gegen den Alk anzugehen.

    Für mich ist eines Fakt: ich will in Frieden leben und das geht nur wenn ich getrennt lebe vom Alkoholiker - um eben dieses Hoffnung-/Frust-/Wechselspiel nicht miterleben zu müssen.

    Sollte ein Alki sich auf die Reihe bekommen kannst Du ja mit der Hoffnung Kontakt mit ihm haben, auch eine Beziehung führen - aber immer mit der Sicherheit Dich zurückziehen zu können in Deine eigene heile und hoch-/tieffreie Welt.

    Ich bin sicher, hätte ich nicht mit ihm zusammengelebt, dann wäre es nie soweit gekommen und ich wäre nach Monaten wohl schon gegangen .... für mich selber kann nur eine räumliche Trennung für Abstand sorgen, ich weiß nicht, wie das bei Dir ist.

    Ich vermute nämlich, dass es Dir geht wie mir, dieses Hoffnung - Enttäuschung - Gefühl über Jahre zermürbt und macht schwach. Ich wünsche Dir ganz viel Stärke

    Lieben Gruß von Dagmar

    wenn ich ihn mir ganz bewußt überlege. Du und ich und wir anderen haben natürlich nicht die Flasche an den Mund gesetzt. Problemtrinker sorgen von alleine - ohne uns - für ihren Vorrat.

    Aber ....
    Wir, bzw. ich möchte für mich sprechen, spiegeln ihnen vor dass ja noch alles geht. Ich blieb bei meinem Ex obwohl ich gefühlsmässig vereinsamt bin, also meint er es ist doch alles o.k. Seine Mutter stellt fest, er trinkt nur drei Bier, das ist doch o.k. - dabei vergißt sie dass er sich vermutlich im Rahmen der Familie zusammenreißt um nicht aufzufallen.

    So, wir lieben Co's also bieten die eine oder andere Entschuldigung für sein Verhalten, wir waschen seine Wäsche, erinnern ihn an seine Rechnungen von Autoversicherung und die Medikamente. Er oder sie hat sich also trotz Alkohol noch in einem gesunden sozialen Level --- weil wir dafür sorgen ---

    Wenn wir, die Familien der Angehörigen, der Arbeitgeber und auch wirkliche Freunde am selben Strang ziehen würden, so würden wir sagen "Du bist ein lieber Kerl, aber der Zustand in dem Du mit Alkohol bist, den ertrage ich nicht in meinem Umfeld".
    Wir würden - ihn/sie nicht an Medikamente erinnern
    Wir wecken ihn/sie nicht wenn er arbeiten soll
    Wir sorgen nicht für seine/ihre Nahrung und Gesunderhaltung
    Wir hindern sie nicht am selbst vor programmierten Absturz

    und w ü r d e n ihnen (einfach nur durch Nichtstun) einen Spiegel vors Gesicht halten. Mein Ex ist nun gezwungen selber seine Zahnschmerzen zu ertragen, sein Problem, wenn er nicht zum Zahnarzt geht. Seine Augenverletzung schmerzt, gut ich fahre ihn zum Arzt zu Behandlung (da er selber im PKW eine Gefahr für andere wäre) aber wenn er nicht an seine Medis denkt, sind das seine Augenschmerzen. Er hat kein Geld und kauft sich ein Fahrrad um mit seiner neuen Gesellschaftstruppe grillen zu gehen. Seine Sache - sein Kontostand und seine Überlegungen wie er dann gegen Monatsende zu Rande kommt. Bis vor kurzem bekam er mein Fahrrad.

    Und so ist das ein unendlicher Kreislauf, den wir Co's am Leben halten.

    Die Schuldfrage stelle ich mir schon lange nicht mehr - aus alleine dem Grund: jeder ist für sein Leben selber verantwortlich.

    Nur: ich habe meinem Ex die Verantwortung abgenommen - ihm dadurch ein falsches Bild von Stärke und totaler Kontrolle gegeben. Nicht nur über sein Ansehen in der Öffentlichkeit sondern auch über mich.

    Jetzt:
    - lege ich seine Rechnungen auf einen Stapel, unkomentiert
    - lasse mich von ihm nicht mehr "bekochen" weil das nur seine Rechtfertigung war beim Einkaufen seinen Vorrat zu beschaffen
    - sollen seine Medis liegen wo sie sollen, es ist seine Gesundheit
    - interessiert es mich nicht ob er mit Alk fährt, denn er muss verantworten wenn er seinen Deckel zum dritten Mal verliert
    - seine Fahne am Arbeitsplatz, sein unausgeschlafenes Gesicht und seine derzeit ungepflegte Erscheinung, interessiert mich nicht und ich spreche ihn nicht darauf an, das kann ja gerne sein Arbeitgeber tun

    ***was mich persönlich schafft***
    ist dass seine Schritte seit dem ganz radikal schnell in Richtung Absturz gehen. Da wo ich dachte, er hatte mich per Seitensprung betrogen, definiert sich das nun als Trinken weit unter Niveau - also mit Personen unter Niveau.... das schafft mich in mir selber fast mehr als ein Seitensprung....

    - aber auch das ist sein Problem -

    6 Jahre trank er gemässigt
    2 Jahre Abwärts im schnellen Tempo
    seit 4 Wochen sieht es aus, als wäre nun alles rasend schnell im Abwärtstrend

    was wäre, wenn ich 8 Jahre nicht gewaschen, gekocht und geweckt hätte.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Lohokla,
    geht es mir doch ähnlich wie Dir, wobei mein Ex sich eine Bekannte geangelt hat, mit der wohl einmal etwas lief bei der er nun vier Tage verbringt während er mich fragt ob ich mit ihm schlafe und wie wichtig ich ihm doch wäre und blablalalalalala.....

    Manchmal würde ich vor Schmerz gerne mit dem Kopf gegen die Wand rennen.

    Nur, wenn ich ehrlich bin, welcher Schmerz ist in sich größer? Der, den wir jetzt gerade erleiden oder die fein dosierten Portionen, die wir uns sonst jeden Tag abholen? Mir geht es ebenso wie Dir - wir wohnen leider noch zusammen - was meinst Du, wie es mir geht wenn er dann weinend vor mir sitzt und er loslegt was ich ihm doch alles bedeuten würde blblabla.

    Vermutlich stimmt es sogar was unsere alkoholabhängigen Freunde sagen, vermutlich glauben sie wirklich sie "lieben". Aber ich für mich frage mich ob mein Ex das kann. Wenn ich Resümee aus 8 Jahren ziehe, dann hat er niemals etwas über seine Gefühle verraten, höchstens Wut gezeigt wenn etwas nicht lief wie er wollte. Somit war ich ja doch alleine in der Beziehung. Du nicht? Streitpunkte wurden gelöst dadurch dass er über die Nacht verschwand oder sich im Hobbykeller die "Kanne" gab. Und jedes Mal litt ich wie Schwein. Klar, weniger gelitten als jetzt, wo es aus ist. Dafür aber jeden Tag ..... oder jeden zweiten ..... oder jeden dritten .... das aber über Jahre gesehen macht uns zu den schutzlosen Wesen, die wir während des Umbruches sind.

    Ich drücke Dir ganz dolle die Daumen und wünsche Dir Kraft, Kraft und nochmals Kraft

    lieben Gruß von Dagmar

    dass ich keine Zeit zu vergeuden habe um dem gemeinsamen Haus zu "entfliehen". Eigentlich wollte mein Ex-Freund ab heute bis Montag weg sein. Ich schon die Bude geräumt (seine Sachen aus dem Blickfeld, damit es mir gut geht) hat er natürlich was vergessen, kommt wieder und meine ganze innere Ruhe drehte Purzelbäume.

    Ein kurzer Totalausfall (allerdings nicht vor ihm) heulendes Elend und die Erkenntniss, dass ich hier ganz schnell raus muss, im Notfall nur mit einem Teil der Tiere um mir selber diese Ups and Downs zu erspraren. Das ist für die Nerven absolut tödlich. Ich habe mich auf die Stille und Ruhe gefreut, war gerade im Shiatsu - bekam eine Sitzung - und da steht er doch vor mir und flugs riss alles auf. Genial, liebe Dagmar, hast Du Dich wieder selber schach matt gemacht und keine innere Ruhe bewahrt.

    Nachdem ab heute Anzeigen für die Haussuche laufen werde ich morgen (wenn auch widerwillig) mal ansehen was an Wohnungen angeboten wird - im Notfall frisst man/frau Fliegen.

    Um mir äußere Anzeichen zu setzen beginne ich nun meine Sachen in Kartons zu packen, einiges werde ich hier nicht mehr benötigen wie Fondue, Raclette, Waffeleisen ect. das kann ich alles schon einpacken und mir dadurch selber klare Signale senden und mich dran erinnern, dass eine Aufgabe vor meiner Türe steht: schnell zu gehen....

    Aber hallo, da dachte ich an Stärke und Abstand gewonnen zu haben und flugs, war meine Seele im Eimer.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    da geht es Dir wie mir und vielen anderen "wir" dachten, wir können etwas ändern, was uns eben nicht gelingt.

    Ich glaube, bei mir hat es bis jetzt gedauert, bis ich auch fühle und umsetze, dass nichts zu ändern ist. Wohl wird es bei Dir ähnlich sein, den Anblick kann man/frau nicht ertragen. Aber warum tun wir uns den Anblick an? Ich kann Dich nur zu gut verstehen - ich bekam immer eine gnadenlose Wut wenn ich ihn mit Fahne schnarchend und schnappend hörte. Aber warum tat ich mir das überhaupt an mir diesen Anblick zu "gönnen"?? Warum habe ich nicht gleich zwei Schlafplätze aus einem gemacht?

    Du gehst zu Deiner Freundin - ich ins andere Zimmer - wir flüchten?! Warum eigentlich?! Warum setzen wir uns überhaupt einer solchen Wohn- und Lebenssituation aus? Gut ich suche recht massiv ein passendes Haus, aber es hat sich noch nichts getan. Aber das beschönert nicht die Tatsache, dass ich diesen Zustand bereits vor Jahren hätte ändern können. Das was Du und ich als Ekel empfinden war bestimmt schon lange da und wir haben diesen Anblick ertragen - ich zumindest.

    Der Weg zur eigenen Mitte ist lang und steinig, vielleicht weil wir einfach bei jedem Tun fragen müssen für wen und warum wir es tun um Mechanismen zu erkennen. Aber ich habe den Eindruck, wenn dieser Hebel des Nachdenkens einsetzt, so wird es leichter, wenn DEINE Wünsche einmal von DIR SELBER durchgesetzt wurden. Bei mir persönlich ist es so.

    Ich wünsche Dir (und mir) ganz, ganz viel Kraft, für alles, was wir noch vor uns haben.

    LIeben Gruß von Dagmar

    zur inneren Ruhe kommen und besser auf mich achten. Ich merke einfach, dass mir die innere Ruhe fehlt mit Aktionen (in diesem Fall hat er mein Fahrrad ins Auto gepackt um es für eine Radtour zu nutzen, das jedoch hatte ich zuvor verneint da er so oft Dinge irgendwo liegen lässt, die dann verloren sind. Er verneinte die Frage ob das / mein Fahrrad schon in seinem Auto wäre, "nein" um anschließend die Nummer von ach ich "mag Dich" loszulassen).

    Mein Puls ging auf 100, die Wut angelogen zu werden war da - aber auch die Tatsache zu wissen, nun gut, er versucht eben alles um es sich so leicht wie möglich zu machen, menschlich aber eben schon wieder ein klarer Beweis wie wichtig es ist dass sich bald eine Anzeige als gewinnbringend herausstellt.

    Ich weiß doch nun daß er nicht bei der Wahrheit bleiben kann, warum werde ich dann zu unruhig und nehme das nicht gelassener, wohl weil auch jetzt gerade heute, zum ersten Mal, eine Angst vor körperlicher Bedrohung dazu kommt weil ich einem Wunsch massiv entgegenstehe.

    Hier scheint mein nächster Lernschritt zu stecken. Dieses bisherige blinde Vertrauen aufzugeben und einfach direkt und sofort meine Interessen wahrnehmen und verfolgen um nicht selber zu Schaden zu kommen. Einfach das Bewußtsein das gesprochene Wort kann in diesem Fall einfach nicht geglaubt werden, sondern ich muss mich selber darum kümmern dass die Dinge/Tiere die mir wichtig sind von mir gesichert werden.

    Ist schon blöd, denn solche Dinge kannte ich nie. Zum ersten lüge ich nicht (vielleicht auch weil ich mir meine Lügen nicht merken könnte ;) zum zweiten ekeln mich Kontrollmechanismen an. In diesem Fall dachte ich jedoch einfach nur daran, dass dieses Fahrrad mir wichtig ist und ich nicht will dass es irgendwo in der Pampa stehen bleibt.

    Sehr eigenartig ist für mich persönlich dass ich nun erstmalig körperliche Angst und Bedrohung empfinde. Diese Situation gab es bereits einmal, sie ist jedoch damals nicht eskaliert und ging noch gut aus. Da merke ich, wie wenig ich für mich gesorgt habe da nun dieses Gefühl der Angst in mir steckt.

    Ich bin froh am Samstag einen Termin bei der Psychotherapeutin zu haben und dieses Thema einbringen zu können. Ich kann mir vorstellen, dass sie mir helfen kann für mich selber die eine oder andere Hilfsbrücke zu bauen.

    Da mein Ex vor hat für fünf Tage zu verschwinden freue ich mich darauf mich heute in einer Shiatsu-Sitzung verwöhnen lassen zu können, werde mir später noch ein paar Blumen in "meine Etage" stellen und das Haus für fünf Tage Ruhe und eigene Besinnung richten. Ein schönes Gefühl Ruhe zu erahnen. Und vielleicht ein Vorgeschmack was mich ereilt wenn die eigene Haussuche klappen sollte. Vom Tief des Alleinseins bis hin zum langsamen aufwärts in sich selber.

    Es ist eigenartig, wenn man beginnt die Co-Angewohnheiten abzulegen und tatsächlich beginnt sich selber wahrzunehmen und die eigenen direkten Interessen. Sich zu sagen "ich will mein Fahrrad behalten" und nicht "ich will es Dir nicht geben" um sich dann doch umstimmen zu lassen, "weil man es ja garantiert zurückbekäme". Es ist ein anderes bewußtes Auftreten und vertreten der eigenen Interessen, wodurch die plötzliche Angst vor dem anderen bei mir erwacht ist. Hätte ich wie früher gesagt "Du vergisst es dann irgendwo" hätte ich wohl keine Angst weil ich dann ja den Gegenstand wollte weil ER schlecht damit umgeht. Wenn ich nun sage ICH WILL meinen Gegenstand nicht hergeben hat das eine ganz andere Qualität.

    Es ist schon ein komischer Weg zu begreifen wo die Ecken und Kanten der Co's sind. Während das Thema Ultimatum für mich immer früher bedeutete dem kranken auf dem Weg zur Gesundung zu helfen, so wurde mir erst hier durch eine eindeutige Antwort klar, dass es gar nicht um den kranken Alkoholiker geht sondern um den kranken Co-Abhängigen, der für sein eigenes Wohlfühlgefühl und seine Grenzen verantwortlich ist.

    Da sieht man wie unbewußt und verquer ich dachte. Immer unter dem Aspekt, den Alkohol besiegen zu können bin ich niemals auf die Idee gekommen meine persönlichen Wünsche in Forderungen umzusetzen. In jedem anderen Lebensbereich hätte ich das getan. Auch innerhalb der Beziehung in vielen Punkten, aber nicht in allen - also genau nicht in denen die dann die Co-Abhängigkeit darstellen.

    Mann ist das ein Lernprozeß. Und ich stehe erst ganz am Anfang, da habe ich ja noch manches vor mir. Und dennoch bin ich saumässig stolz auf mich wie ich den gestrigen Abend bzw. die gestrige Nacht herumgekriegt habe, in der wieder die üblichen Spiele der Erwachsenen liefen.

    Natürlich war ich wieder vollstens in Versuchung in alte Muster zu fallen und mich umstimmen zu lassen. Was ich bisher nicht schaffte gelang mit gestern, zu sagen "aber ich weiß was ich will "Gute Nacht" und die Diskussion zu beenden und dem Spiel nicht auf den Leim zu gehen. Dennoch, ich muss noch lernen viel früher stop(p) zu sagen und Gespräche zu beenden denn der Inhaltsgehalt ist ja wohl NULL wie ich gesehen habe.

    Was das schlimmste für mich war, ist die Tatsache, dass ich mich bisher nie als Helfer der Sucht betrachtet habe weil ich nie vertuscht habe und die üblichen Dinge, wie lügen vor dem Arbeitgeber ect. getan habe. Aber auch das zur Verfügung stellen des Fahrrades ist co. Bei einem Freund wäre es verleihen und wieder bekommen. Bei einem Menschen mit Alzheimer, der krank und vergesslich wäre wie ein Alkoholiker, würde ich sagen "Wieso gibst Du ihm denn das Fahrrad, Du weißt doch er ist krank". Und wieder hätte ich in dem Fall tatsächlich eine Möglichkeit auf dem Alkoholkranken herumzuhacken weil er ja wieder etwas kaputt gemacht hat.
    Eine Änderung in der Gefühlswelt wie Tag und Nacht zu sagen "ich will nicht, dass" ICH WILL - nicht DU KANNST NICHT .....

    Solche kleinen Lapalien des Alltags, solche Nichtigkeiten, die mich eigentlich im Leben nicht interessiert haben, bekommen plötzlich einen ganz anderen Handlungsbedarf.

    Oh je, und das war erst Lektion 1....

    Lieben Gruß von Dagmar

    würde ich sagen, der Tag X kann immer und überall kommen. Das aber kann nur Dein Mann für sich entscheiden. Die Auseinandersetzung ist ein Steinchen auf dem Holperweg, den er dann gehen muss.

    Kann er ja, vielleicht - und warum nicht - hat er Erfolg!

    Wenn Du separat Deinen Weg weitergehst dann dürftet Ihr beide Euch in Eurem jeweiligen Leben wohler fühlen und dann kann auch sein, dass aus diesen beiden Wegen eine breite Straße für Euch beide wird.

    Ich habe für mich in meinem Leben in allen Lebensbereichen erfahren müssen, daß, was ich erzwingen möchte gelingt nicht, erst wenn ich den Sachen ihren Lauf lasse (dennoch aber aktiv auf meine Ziele hinarbeite) zeigt sich der Weg, wo es hingehen soll.

    Lauft einfach los....

    Lieben Gruß und viel Glück wünscht Dagmar

    es wäre zu schade um die Zeit auf ihn einzuprügeln. Ich habe für mich nun ein rundes Bild gewonnen, was ich für mich nicht mehr um mich herum haben möchte und das reicht mir um diesen Ringelreien den wir uns als Paar geboten haben zu durchbrechen.

    Einfach deshalb weil es unsinnig ist, was war ist gelaufen, 8 Jahre sind vorbei - zurückholen kann ich sie nicht, aber ich habe wohl noch ein paar vor mir, und da ich die gerne anders verbringen möchte werde ich das auch tun.

    Ganz einfach, aber erst dann, wenn man / frau / ich begriffen hat, dass der Alkohol nicht steuerbar ist. Aus diesem Grunde hat er sein Ruder seit ein paar Tagen wieder für sich und mein Rettungsboot schippert in eine andere Richtung.

    .... vermutlich werden sich diese unterschiedlichen Schiffchen nie wieder begegnen im großen Beziehungsozean.

    Lieben Gruß von Dagmar

    denn es gibt so viele schöne Dinge im Leben, die ich einfach nur sehen und spüren muss - dass muss nämlich nicht der Partner sein. Ein schönes Bad, meine Pflanzen, meine Tiere und letztendlich das was in die Zukunft führt und führen wird und was derzeit schon aktiv angegangen wird.

    Außerdem bekomme ich regelmässig Shiatsu-Massagen, die mir auch noch sehr gut tun. Jetzt bin ich dran - für mich ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    und bin noch lange nicht durch ...

    Dass da zwei unglückliche Seelen aufeinander stoßen, die sich eigentlich das Leben gegenseitig schwer machen. In meiner Beziehung war es wohl so. Ich habe mehr oder minder die Beziehung gehalten und es sah nach außen alles einigermaßen normal aus - er konnte seiner Sucht fröhnen und ich meiner.

    Geil - dabei ging es uns beiden nicht besser.

    Beide haben wir uns gegenseitig am Abstürzen gehindert und wer weiß vielleicht wären wir in zwei Jahren gemeinsam abgestürzt .... auch das hätte dann nichts mehr mit wahrer Liebe zu tun.

    Wenn ich mich über sein schnarchen nach dem Suff aufrege, muss ich das tun was ich jetzt endlich tat, andere Etage. Die Beziehung ist beendet, das war der nächste Schritt. Es ist Frühjahr, die Klamotten in denen ich mich wohlfühle und raus damit. Letzte Woche habe ich mir beim Friseur eine neue Farbe genehmigt. Hey hallo, alles neu macht der Mai !!!!

    Ich liebe einige Parfüms, die nicht ganz billig sind, die habe ich auch immer auf Vorrat, weil ich das liebe es mir aber oft nicht wert war. Hey hallo, es ist Mai, ich bin es mir wert --- herrlich....

    Und plötzlich spielt der Alkoholkranke keine so große Rolle mehr. Weil es Dinge gibt über die ich mich freue und die mir einfach gut tun. Denn genau da war der Kausus Knacksus, wenn auch unbewußt versuchte ich mich nach seinen Wünschen zu richten. Eigentlich habe ich sogar die Dinge gemacht, von denen er laut sagt er will sie nicht, die aber ihm die Möglichkeit gaben zu versumpfen. Einfach weil ich nicht "loslassen" wollte, mir einredete es nicht zu können wegen der Katzen und und und....

    So, nun bewege ich mich ziemlich in Sachen Haussuche. Und es wird klappen, irgendwann. Bis dahin Abstand und Regeln, die ich mir für mein kleines Reich aufbaue. Mein Schlafzimmer ist meins. Keine gemeinsamen Mahlzeiten - also das übliche Soziale Miteinander. Aber ich musste das abschaffen, ich musste für mich über die äußere Trennung den Weg zur Inneren finden, der noch nicht erreicht ist.

    Mir geht es wie Dir, komme von woanders her und bin wegen ihm "hier" und Pech gehabt. Klar kann ich mich darüber ärgern nicht bei meinen Freunden 120 km entfernt geblieben zu sein, das ändert aber nichts an der Situation. Ich will eine eigene, alleinige, Wohnung und mein Leben dort - ohne dem Auf und ab des Beziehungskampfes, dessen bin ich nämlich müde.

    Du bestimmt auch, oder?

    Ist es Liebe Fish, und steht er alles durch - was steht dann einer Zukunft entgegen - nichts ! Wenn aber nicht, dann bist Du schon weiter und glücklich mit Dir - er könnte das Glück vielleicht bereichern, und vermehren, aber die Grundsubstanz müssen Du und ich uns selber erschaffen.

    Und wir müssen uns selber gerne haben.

    Bei mir kommen nachher meine Lieblingspuppen auf die Couch, auch wenn ich ein alter Esel von 46 bin. Da denke ich nämlich immer daran wie ich mein inneres trauriges Kind in den Arm nehme und es tröste. Ich tröste es nicht "er". Und ich werde mit diesem traurigen Kind in mir "meinen" Weg gehen.

    Also Fish, lass uns loslaufen, oder?

    Lieben Gruß von Daggi