Liebe Claudia,
Du schreibst: "Aber ein inneres Kind bleibt doch ein Leben lang bei uns??Findest du nicht!Ich glaube nicht das es weg ist wenn wir Verletzungen und Wunden haben heilen lassen und logelassen haben und anderen MEnschen die uns geschadet vergeben haben??"
Mein inneres Kind ist dabei erwachsen zu werden. Etwas kindliches, naives, wird wohl immer in mir bleiben, aber ich beginne mich erwachsener zu verhalten.
Mein persönlicher kindlicher Trotzkopf voller Wut und Enttäuschung ist einem erwachseneren Menschen gewichen, der keinerlei Groll, Wut oder Enttäuschung gegen andere hegt. Wunden, die mir zugefügt wurden, die möchte ich für mich gut versorgen, damit sie so gut wie möglich abheilen.
Die "Vergebung" für andere war mein Weg mir zu vergeben, von mir nichts übermenschliches zu verlangen, mir erlauben Fehler zu machen und so zu sein wie ich bin.
Mein "inneres Kind" bin ich mit meinen Verletzungen und meinem kindhaften Schmerz, den ich wahr nehme, akzeptiere und tröste.
Wie die radikale Vergebung geht
Ganz einfach
Zumindest meine persönliche Art von radikaler Nachsicht und Vergebung.... Der andere ist wie er/sie ist und ich bin so wie ich bin. Eventuell sind wir beide anders - keiner ist falsch - aber beide sind anders und passen vielleicht nicht zueinander. Ich setze bei keinem Menschen voraus, dass er mich verletzt des verletzen willens sondern einfach deshalb weil er/sie von Verhaltensweisen ebenso beeinflusst wird wie ich.
An mir liegt es mich verletzen zu lassen. An mir liegt es wütend auf den anderen zu sein (oder es einfach zu lassen). An mir liegt es Wege (wenn ich will) zum Verständnis mit dem anderen zu finden oder ihn/sie zu meiden. Ich habe alleine für meine Gefühle zu sorgen und dafür mit ihnen erwachsen umzugehen.
Diese Einstellung hat mir Frieden gebracht. Und ein Leben, in dem Wut auf mich selber ganz selten geworden ist. Im Konsenz viel mehr Rücksicht auf alles andere um mich herum. Das beginnt mit nervenden Schnecken oder Wespen die ihren Bau an meinem Wohnhaus anbringen wollen. O.k. vielleicht geht es in friedlicher Cooperation ... bisher wurde ich nicht gestochen....
Frieden mit mir und meinem Umfeld, dadurch komme ich zur Ruhe und vergeude keine Energien durch Enttäuschund oder Wut - nichts mehr beschäftigt mich so, als dass ich vergeben muss, weil es passiert ist was geschah (egal was) ich aber keinesfalls in diesem Strudel gefangen bleiben muss.
lieben Gruß von Dagmar