Beiträge von dagmar007

    Super Matthias,
    in ganz wenigen Worten das gesagt, was ich mit viel dilladalla versucht habe zu erklären.

    Sag mal Matthias, passiert das eigentlich aus Berechnung oder einfach so bequemlichkeitshalber? Einfach weil es über die Jahre, vielleicht schon Jugendzeit funktionierte sich einfach gehen zu lassen weil irgendjemand - evtl. die Eltern - einen schon aus der Miste ziehen?

    Ist es so, das Inkonsequenz an einem heranwachsenden solche Folgen - mit oder ohne Alk - haben kann? Würde mich einfach mal am "Rande" interessieren. Ich kenne eine solche -egal-haltung nicht, wäre aber nicht uninteressiert von jemandem erklärt zu bekommen, wie sich ein solches "nichts" anfühlt.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Und was ist los mit Dir, liebe Paddy?
    Warum gibst Du ihm wieder oder immer noch so viel Platz in Deinen Gedanken? Warum wollen wir den anderen verstehen? Was würde es an einem Verhalten ändern, welches uns verletzt hat?? Weil wir dann eine Entschuldigung für ihn/sie parat hätten?

    Ich weiß nicht Paddy, welche Gedanken und Handlungsweisen Deinen Mann begleiten. Die Situation bei meinem Exxi war ähnlich.

    Er war bestimmt nicht beziehungssüchtig (evtl. oder stark vermutet erotiksüchtig) Gesonnt darin als zwei Frauen, wie er meinte, um ihn kämpften. Und plötzlich der bodenlose Fall als die eine ging und die andere (ebenfalls eine Rotweindrossel) auch mal die Krallen zeigte.

    So, beides also nicht genial - ideal wäre für ihn und seine Sucht ein wandern zwischen beiden Häusern. Nur diese Türe habe ich zugeschlagen. Liebe empfand mein Exxi nicht - ja nicht einmal zu sich selbst sonst wäre er besser mit sich selber umgegangen - er wollte nur einfach den reibungslosesten Weg gehen und das am Besten ohne etwas vermissen zu müssen. Zweispurig, dreispurig wäre doch egal - hauptsache sicher im Hafen der Promille. Ich habe das Ego erschüttert durch mein Gehen - ich habe diese Tür der Lockerheit für ihn geschlossen und ein Tor gemacht vor die Hilfen eines Co's.

    Glaubst Du wirklich, der Mensch weiß wirklich wie "gehässig" Du zu ihm warst? Meinst Du, er weiß wirklich noch alles was er zu Dir - oder anderen Menschen gesagt hat?

    Im Falle meines EXxxi muss ich sagen nein: der wusste oftmals nicht mal mehr von seinen Anrufen bei mir ....

    Da er auch Lapalien anderer Art vergaß würde ich sagen das Hirnkasterl hat einfach schon gelitten - nicht mehr und nicht weniger.... Und dann ist auch noch Freund Verdränger in der Nähe.....

    Paddy, schau auf Dich und lass ihn weiter jonglieren... oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Wer wann wie stark oder schwach ist hängt wohl von ganz vielen Dingen und Bereichen ab: angefangen von der Tagesverfassung bis hin zum sozialen Umfeld und Schicksalsschlägen. Schwache wie Starke können zu Trinkern - oder Co's - werden. Gute Verkäufer (starke Menschen im Job) können durch die anschließenden "Anstoßen auf den gelungen Vertrag"-Gewohnheiten ebenso zum Trinker werden wie die Hartz 4-Seele, die nach Jahren aufgegeben hat.

    Ein Co schadet, meiner Meinung nach nicht nur sich selbst: er/sie schadet dem "Betütelten" indem er ihn/sie seiner Verantwortung beraubt. Indem Konsequenzen erspart, weil abgefedert werden, nehmen wir diesen Menschen die Lebensrealität und halten sie (wie uns) in einer "ist doch nicht so schlimm"-Meinung.

    Noch was: für mich ist Stärke "schwach sein können" - zugeben etwas nicht alleine zu können, Hilfe in Anspruch zu nehmen, sich verletzlich zeigen können und Offen sein und vieles andere mehr, was eigentlich in unserer Gesellschaft zu den "schlechten" Eigenschaften gezählt wird.

    Stärke und Schwäche liegen also im Auge des Betrachters :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Abend Ladies,
    nun da lese ich aber viele "fromme Wünsche" in Folge.

    Zum ersten denke ich mal, die wenigsten Alkoholiker steigen von heute auf morgen gesundheitlich aus sondern es dürfte sich ein längerer Weg aufzeigen, wenn ein Organ nach dem anderen den Dienst aufgibt.

    Zum zweiten glaube ich, wer nach Jahren von Verschlechterung der Beziehung noch nicht gehen wollte, der wird auch nicht dann gehen wenn das Krankenhaus oder Pflegeheim der Aufenthaltsort des Alkoholikers ist. Wenn jetzt schon das schlechte Gewissen, die 20zig oder 30ig Jahre einer Ehe das Gehen schwer machen, dann geht es nach eben diesen 20zig, 30ig Jahren und einem Menschen, der nun wirlich hilflos ist, auch nicht.

    Genau das ist nämlich der Punkt, den ich immer in meinen dunkelsten Träumen sah: Pflegeheim/Krankenhaus, Betreuung regeln, Verantwortung abgeben geht dann wohl nicht, denn wer bis zum siechen dabei ist, der wird auch dann bleiben...

    Mal ehrlich: ich sagte am Anfang meiner üblen Beziehung ich habe es im Griff, ich kann gehen wenn es Not tut - ich tat es nicht - und denke auch, Ihr werdet es nicht tun wenn die Situation im Krankenhaus ist wie geschildert und Du dann noch an seiner Seite bist.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Du, ich finde es auch bei anderen o.k., Claudia!

    Ich für mich möchte es einfach nicht mehr. Schlichtweg deshalb weil bereits durch E-Mail-Kontakte viel über sich verraten wird, was im spontanen Real-Life besser über Augen und Gefühle von mir erkannt wird.

    Ich persönlich habe mich damals - wohl auch durch Hormone und schöne, beschwichtigende Worte und durch meinen Phantasietraum der "großen Liebe" - von meinem Gefühl ablenken lassen, einfach durch wohl durchdachte und liebeserklärende Mails. Ich persönlich - gilt nur für mich - bin für diesen Anbandelkontakt nicht geeignet :)

    Davon mal abgesehen: ziehst Du zu mir oder ich zu Dir.... ich zog zu ihm, und ihn zog es zum Alk :) Somit bleibe ich hier ... und zwar im Reallife.... mit oder ohne Mann :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, ja, liebe Claudia,
    das Leben ähnelt zuweilen einem Spiel. Wäre Dein Spiel nun Monopoly würde wohl auf Deiner Ereigniskarte stehen "Gehe zurück zum Start - gehe nicht über Los und ziehe nicht 4000 Euro ein."

    Seine Frau hat ihm .... Es sind immer - auch in Suchtbeziehungen wie bei mir - zwei schuld am scheitern einer Beziehung. Ganz einfach und ohne schlechte oder dreckige Wäsche - es hat einfach irgendwann nicht mehr gepasst, oder??

    Übrigens: ich habe meinen Spezie auch übers Internet keinnengelernt, auch keine Singlebörse - und eines weiß ich: nie wieder einen Internetbekannten ins reale Leben holen wenn er männlich sein sollte und es nach Hormonen "riecht".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach, liebe Nici,
    wenn ich alles jetzt betrachte, dann weiß ich, dass ich bereits früher (wo ich alles schultern musste) schon lange über meine Kräfte gelebt hatte, es aber nicht mehr merkte, nicht mehr merken konnte bzw. durfte weil sonst Hausfalt, finanzen ect. zusammengefallen wären.

    Heute ist es auch oft zuviel - aber es bricht dann nicht zusammen... merkst Du was??? Wir haben nämlich schon ganz schön viel geschaffen und ganz andere Grundlagen erarbeitet (genau die von Silberkralle genannten 1000 Dinge, die gelungen sind :)

    Nur: wir setzen uns immer noch unter Druck, haben das Gefühl es erschlägt uns. Wie gesagt, mir geht es wie Dir - meine Steuer ist ein Problem, derzeit das letzte heftige. Gerade habe ich nun auch noch die LST-Unterlagen gerichtet und bemühe mich morgen die Formulare auszufüllen. Sie werden nicht richtig sein - aber ich sende Beilagen dazu so dass die Finanzbeamten schnell auf meine Fehler kommen können. Ich bin nicht perfekt - ich habe es bisher nicht geschafft und habe den Horror vor den Formularen, aber vor was hatte ich nicht noch Horror.... und es ist jetzt weg....

    In guter alter Manier - vielleicht auch diesen Angstgefühlen, die viele von uns besitzen - haben wir das Gefühl wir schaffen es nicht (können das nicht und sind somit nicht 100%ig).

    Du glaubst nicht, wie gut ich Dich verstehe und dass meine Zeilen an Dich auch meiner Selbstberuhigung dienen. Denn ich hätte so viel zu tun, zu machen so viel würde ich gerne tun und schaffe es nicht. Weil ich eben mittlerweile auch auf meine Batterie und Kraft achten will.

    Ebenso wird es Dir gehen nur ist es noch frisch, neu und somit fühlt es sich falsch an.

    Du bist schon auf dem richtigen Dampfer, liebe Nici, nur sind die Wellen um Dich herum einfach noch recht heftig. Aber Dein Dampfer ist stabil und hochseetauglich :)

    Lieben Gruß von Daggi

    Guten Morgen, liebe Paddy,
    ich für meinen Teil muss mir nur die Zeiten ins Gedächtnis rufen in denen ich mich im Sommer um 21.00 Uhr schlafend stellte, die Tür zu meinem Schlafzimmer abschloss um sicher zu sein.... Leider kommt bei mir regelmässig das Gefühl dieses Leidens wieder hoch, einfach mit dem mulmigen Magen den ich damals hatte. Ich vermute mal, ganz werde ich das alles nie vergessen.

    Auch deshalb, weil ich mir in jedem glücklichen Moment - auch in jedem neutralen - gegen über stellen kann wie schlimm es doch innerhalb dieser Wohngemeinschaft war.

    Jeder Krimi, den ich abends in Ruhe sehen kann, erfreut mich. Jede Nacht, die ich ohne Fernseher einschlafen kann ist meine :) Jedes Heimkommen und mich nur um mich zu kümmern ist Zufriedenheit.

    Das Leiden war extrem und mein Psychotherapeut meinte mal ich solle das nicht runterspielen was ich erlebt habe, es sei eine Qual mit einem Alkoholiker. Klar, aber die Vergangenheit ist vorbei und ich muss nach vorne sehen. Würde ich nach hinten sehen, so müsste ich sehr daran arbeiten nicht wütend auf mich zu sein, die so lange "durchgehalten" hat und dabei lange Jahre die eigene Gesundheit malträtiert hat.

    Ich glaube Paddy, formulieren kann ich dieses Leid nicht mehr in Worten - dazu ist es einfach schon zu sehr durch mein neues Leben ersetzt worden. Aber was immer noch zu Tage tritt sind diese leidvollen Gefühle und Ängste - nur für Sekundenbruchteile - aber sie sind da, selten aber da. Genau das lässt mich nicht vergessen was geschah und sorgt dafür dass ich extrem auf mich und mein Umfeld achte.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Pflegeheime und Abstinenz, liebe Waldliebende, den Zahn muss ich Dir leider ziehen ;)

    Je nachdem welches Haus es ist und wie die Meinung von Ärzten und Pflegedienstleitung ist, erhält der Bewohner sehr wohl Alkohol!

    Entzug pur ist gefährlich und bei manch einem Abhängigen ist es einfach nicht mehr möglich erfolgreich zu entwöhnen. Die meisten Pflegeheime sind offen und Bewohner und Gäste können es verlassen und kommen zu den regulären Zeiten wie es ihnen beliebt. Null Problem, sich Alkohol selber zu besorgen, besorgen zu lassen oder ihn zu konsumieren!

    Wie gesagt - je nach Träger bzw. behandelndem Arzt.

    Ich habe 8 Jahre in der Verwaltung eines Pflegeheimes gearbeitet und bei aussichtslosen Fällen wurde lieber der Spiegel erlaubt, der diese Menschen funktionieren ließ als zu riskieren dass sie die Kontrolle über sich - und die Pflegeleitung die Kontrolle über die restliche Gesundheit des Bewohners verliert.

    Übrigens: wenn kein Alk da ist reicht auch Rasierwasser oder manch ein Eau de Toilette. Auch Spiritus verrichtet Dienste... Die Nebenerscheinungen erwähnen wir nicht, denn die spielen für den Süchtigen keine Rolle.

    Davon mal abgesehen solltest Du Dir darüber im Klaren sein, dass ein Pflegeplatz - und somit Deine Selbstbeteiligung - nicht gerade ein Taschengeld ist. Wenn Besitz vorhanden ist, nun, dann wird auch dieser beitragen müssen zur Heimunterbringung.

    Nein, liebe Waldliebende, so einfach ;) ist das Problem ganz sicher nicht gelöst....

    Welche Krankheiten? Was wurde verschleiert?? Ist das nicht die Kirche ums Dorf zu tragen? Henne oder Ei? Vor allen Dingen kann mit allen diesen Krankheiten ein Alkoholiker dennoch 100 werden. Vielleicht im Rollstuhl, von Angehörigen gepflegt, gewindelt und gefüttert.... aber 100....

    Lieben Gruß von Dagmar
    die genau solche Fälle im Pflegeheim erlebt hat

    Liebe Nici,
    auch mir fehlt heute noch oft die Kraft - ist vieles zu viel und ich ärgere mich darüber, wie böse ich über mich selber bin.

    Ich kriege gerade einen Steuerteil nicht auf die Reihe, ganz übel, Frist ist da und es wird so die eine oder andere Ermahnung geben. Belastet mich - aber ich beginne am Wochenende wenn ich es schaffe gut, wenn nicht, dann gebe ich ein Chaos ab. Nicht schön, und schlimm für mich, aber es ist nicht einfach alles alleine zu bewältigen. Diese Fairness müssen wir versuchen uns gegenüber aufzubringen. Das verzeihen darüber, dass wir keine Maschinen sind, die 24 Stunden on top sind.... übrigens, bei der Auslastung gehen zumeist auch Maschinen kaputt, sogar die benötigen Ruhezeit...

    Auch ich kämpfe jeden Tag - manchmal sogar (dummerweise) gegen mich. Aber so ist es halt.... und auch das werden wir hinkriegen!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Wie oft leben Menschen neben einander her - auch ohne Alk und bleiben einfach deshalb zusammen weil es bequemer ist und weil man/frau halt nicht "einfach" eine Familie zerreißt.

    Wenn Probleme oder Misstimmungen da sind, wie der Alk sie zwangsläufig verursacht, so schwindet Vertrauen und Lebenslust (zumindest bei mir). Was hatte ich (arbeitslos und quasi ohne Dach über dem Kopf und natürlich ohne Geld) für eine Angst vor der Zukunft.

    Einfach ist sie nicht, oft ist mir vieles zu viel - aber ich bin glücklich und zufrieden und falle geschafft ins Bett.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Hilflos,
    ich denke mal, dass Du erwacht bist - oder dabei bist - aus Deinem hilflosen Zustand aufzuwachen. Erwachen 2010 also :)
    Vielleicht willst Du nicht mehr warten, hoffen ect. Allerdings muss ich Dir sagen, bei mir ging das Gefühl auch immer runter wenn ich dachte es "tut" sich etwas, ich fühlte mich (bei mir war es trügerisch) egaler, sicherer und dachte mich abgrenzen zu können. In meinem Fall ein Riesenfehler.

    Du fühlst Dich als würdest Du Dir den "Bauch aufschlitzen" wollen. Nun, wenn eines meiner Tiere starb, so hätte ich am liebsten den Kopf gegen die Wand geschlagen bis es nicht mehr geht. Der seelische Schmerz war für mich nicht auszuhalten und ich hätte ihn lieber durch den körperlichen (der heilen kann) ersetzt. Ich war ein Mensch der Extreme - Gefühle, gut wie schlecht, wurden im Extrem ausgelebt - ohne Mittelmass, ohne Logik und ohne Verständnis für meine Trauer und die Geduld sie zuzulassen, aber auch ohne Verständnis darüber dass ich nicht Herr über Leben und Tod bin.

    Nun, liebe Hilflos, Du wirst Dich für Dich auf einen Weg machen müssen, der Dir sagt in welche Richtung er führen wird - warten - hoffen - oder starten in eine neue, oft angstvolle Zukunft. Du hast es in der Hand : heute und immer ....

    Viel Glück wünscht dir
    Dagmar

    Guten Morgen, liebe Diandra
    und natürlich alle anderen :)

    Ich kann Dir absolut Recht geben. Ich fand das innere Kind für mich super hilfreich um die Grundfundamente zu entdecken. Mit dem Wissen musste ich aber ganz schnell in die Realität und eben dieses "Kind" erwachsen werden lassen.

    Für mich war wichtig durch mein kindliches Verhalten selbstgebraute Probleme abzustellen.

    Ich sehe ganz stark die Gefahr zu sagen "Hach, ich habe es, meine Kindheit und mein inneres Kind, und nun habe ich die Lösung".

    Denn genau das ist es nur dann - die Lösung - wenn eine Entwicklung erfolgt. Wenn ein rumstochern in dem Thema erfolgt ist das keinen Deut anders als das "Warum trinkt er/sie" ect.pp

    Nein, in mir gibt es keine zwei Kinder. Es gibt einen Menschen, mich, der hat als Kind angefangen zu leben. Er hat das eine oder andere eingesteckt, welches ihn im erwachsen werden gehindert hat. Ein Manko, welches ich nachträglich bearbeiten kann und an meiner Entwicklung weiterarbeiten kann. An der Entwicklung zu einem selbständigen, erwachsenen Menschen. Etwas kindhaftes wird immer in mir bleiben, aber ganz sicher keine Kinderseelen in einem erwachsenen Körper, dann nämlich hätte ich nicht gelernt zu gesunden und mich um mich zu kümmern.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Claudia,
    Du schreibst: "Aber ein inneres Kind bleibt doch ein Leben lang bei uns??Findest du nicht!Ich glaube nicht das es weg ist wenn wir Verletzungen und Wunden haben heilen lassen und logelassen haben und anderen MEnschen die uns geschadet vergeben haben??"

    Mein inneres Kind ist dabei erwachsen zu werden. Etwas kindliches, naives, wird wohl immer in mir bleiben, aber ich beginne mich erwachsener zu verhalten.

    Mein persönlicher kindlicher Trotzkopf voller Wut und Enttäuschung ist einem erwachseneren Menschen gewichen, der keinerlei Groll, Wut oder Enttäuschung gegen andere hegt. Wunden, die mir zugefügt wurden, die möchte ich für mich gut versorgen, damit sie so gut wie möglich abheilen.

    Die "Vergebung" für andere war mein Weg mir zu vergeben, von mir nichts übermenschliches zu verlangen, mir erlauben Fehler zu machen und so zu sein wie ich bin.

    Mein "inneres Kind" bin ich mit meinen Verletzungen und meinem kindhaften Schmerz, den ich wahr nehme, akzeptiere und tröste.

    Wie die radikale Vergebung geht :) Ganz einfach :) Zumindest meine persönliche Art von radikaler Nachsicht und Vergebung.... Der andere ist wie er/sie ist und ich bin so wie ich bin. Eventuell sind wir beide anders - keiner ist falsch - aber beide sind anders und passen vielleicht nicht zueinander. Ich setze bei keinem Menschen voraus, dass er mich verletzt des verletzen willens sondern einfach deshalb weil er/sie von Verhaltensweisen ebenso beeinflusst wird wie ich.

    An mir liegt es mich verletzen zu lassen. An mir liegt es wütend auf den anderen zu sein (oder es einfach zu lassen). An mir liegt es Wege (wenn ich will) zum Verständnis mit dem anderen zu finden oder ihn/sie zu meiden. Ich habe alleine für meine Gefühle zu sorgen und dafür mit ihnen erwachsen umzugehen.

    Diese Einstellung hat mir Frieden gebracht. Und ein Leben, in dem Wut auf mich selber ganz selten geworden ist. Im Konsenz viel mehr Rücksicht auf alles andere um mich herum. Das beginnt mit nervenden Schnecken oder Wespen die ihren Bau an meinem Wohnhaus anbringen wollen. O.k. vielleicht geht es in friedlicher Cooperation ... bisher wurde ich nicht gestochen....

    Frieden mit mir und meinem Umfeld, dadurch komme ich zur Ruhe und vergeude keine Energien durch Enttäuschund oder Wut - nichts mehr beschäftigt mich so, als dass ich vergeben muss, weil es passiert ist was geschah (egal was) ich aber keinesfalls in diesem Strudel gefangen bleiben muss.

    lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Aufbruch,
    auf zu "neuen Ufern". Beginne einfach Deine ersten Schwimmzüge und bekomme Sicherheit im kühlen Nass und dem Fahrwasser der Selbstbestimmung.

    Alkoholmengen und Verhaltensweisen habe ich auch erleben müssen und in die Gewaltbereitschaft hat sich leider gesteigert und führte zu sexuellen Übergriffen, was für mich entsetzlich war. Es hat nämlich alles was an Zuneigung mal da war in ein rein sexuelles Fahrwasser gebracht - ohne jegliche Achtung....

    Ich hatte den Fehler gemacht (wollte sauber "als Freunde" abschließen) und mitgeteilt dass ich ausziehe und wohin ich ziehe. In meinem Fall ein Riesenfehler. Seine Luft und sein Geld sowie der Ruf wurden langsam angeknackst und somit machte er hier Zinober. Mein Fehler, wäre ich weg gewesen so hätte wenigstens eine Zeit Ruhe geherrscht.

    Paartherapie - ein "toller" Gedanke, den ich auch hatte. Ich empfand meine Gedanken später für falsch. Es geht hier in erster Linie um den Alk - solange er benebelt ist kann er keine Paar/Therapie leben nachdenken oder fühlen.

    Ich hatte mich früher selber isoliert - das aber ist eine Entscheidung, die ich rückgängig machen kann. Beginne Du damit wieder Kontakte zu pflegen, ganz langsam, ganz vorsichtig - nur Du ohne ihn als Anhängsel, das könnte eine gute Starthilfe sein.

    Gruß von Dagmar

    was hält? Was verbindet?

    Vielleicht die Gewohnheit, vielleicht das, was eimal war, vielleicht die Tatsache, dass wir zu wenig das eigene "Ich" pflegen, vielleicht die Angst alleine vieles nicht bewältigen zu können. Es gibt viele vielleichts und auch jede Menge Gründe, die nicht von der Hand zu wischen sind.

    Die Trauer während der Abnabelung ist schlimm und wir haben Angst dass es noch schlimmer wird. Bei mir wurde es schlimmer :( bevor es merklich besser wurde :) Es war ein Weg, der alles andere als leicht war, holprig, voller Schmerzen. Wie oft hätte ich damals schreien können "hört der Schmerz denn nie auf?"

    Diese Ängste sind verständlich und berechtigt! Wer aber den Mut findet einfach vorwärts zu gehen, der wird belohnt werden, wenn er/sie die Horrorstrecke der Abnabelung übersteht :)

    Toi toi toi wünscht Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    seit einiger Zeit kenne ich Schuldgefühle, egal in welchem Lebensbereich nicht mehr. Wenn etwas schief läuft kann man/frau darüber reden und es lösen ohne ein schlechtes Gewissen zu hinterlassen.

    Das galt nicht in der Suchtbeziehung.
    Schön subtil wurde die Schuld auf andere abgeladen. Mal auf mich, mal auf den Arbeitgeber, mal hüh, mal hot. Da ich als Person zuerst immer meine Fehler suche war es ein leichtes mir Schuldgefühle einzuimpfen und bestehen zu lassen. Einmal in diesem Fahrwasser angekommen ist es verdammt schwer raus zu schwimmen oder zu rudern.

    Kraft ist gefragt, für jeden Schwimmstoß oder jeden Ruderschlag, quasi die Unterstellungen wegdrängen. Im wohl ersten halben Jahr habe ich mich für ganz viel verantwortlich gemacht und mir Schuhe angezogen, die nicht passen. Heute ist es anders - was daran liegt, dass dieser Mensch und seine Schuldzuweisungen nicht mehr in meinem Leben sind. Seit zwei Jahren gibt es solche Kommentare nicht mehr.

    Andere Menschen gehen anders mit Problemen um. Da gibt es kein ständiges "Du hast, du hast nicht, du bist schuld ect." Gesunde Menschen versuchen Probleme anders zu lösen. Je mehr wir in normalen Gefilden sind, desto mehr schütteln wir ab was uns andere eingeimpft haben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Da gebe ich Dir recht Sinnesrausch.

    Wobei ich ganz klar sagen muss: Alkoholismus war mir nicht unbekannt, dass es eine Krankheit ist, war mir klar. Sogar dass es Spiegel-, Quartalstrinker ect. gibt.

    Das aber die Persönlichkeit sich dermaßen verändern kann / muss war mir nicht klar. Klaro, man sah die eine oder andere Bierzeltleiche, wollte aber nicht gleich Alkoholismus unterstellen. dass es die vielen, noch funktionierenden Trinker gibt, die still, heimlich und ungesehen in sich reinpumpen war mir in der Form nicht verständlich.

    Noch viel weniger, warum es nicht einfach stehen gelassen werden kann das erste Glas. Erst über ein sehr gutes Buch habe ich die Stoffwechselveränderungen verstanden und die Automatismen.

    Die Hoffnung stirbt als letztes. Auch ich habe einen Alkoholabhängigen so betrachtet wie mich. Ich war der Meinung Moral, Lebenseinstellung ect. man/frau kann darüber reden und eine Lösung finden.

    Das aber die Gier nach dem flüssigen Öl (Gleitstoff) alles überdeckt, sorry, das habe ich jetzt oft noch nicht begriffen. Auch wenn mein Kopf hier gelernt hat dass das Trachten nur noch nach dem Alk läuft, so bin ich schwer in der Lage einen Menschen als Maschinerie zu betrachten, die ihre Schmierstoffe braucht. Sehr viel anders ist es ja nicht....

    Wissen tue ich mittlerweile viel - verständlich ist mir sehr vieles leider nicht....

    Lieben Gruß von Dagmar