Beiträge von dagmar007

    Oh je, Graupe, da müssen wir durch.... Und zwar deshalb weil das Umfeld im Regelfall eine Rolle vorgespielt bekommt und auch die Menge gut vertuscht werden kann.

    Seine/meine Familie konnte es sich (fast) nicht vorstellen, was da abging. Logisch, zeigte er sich dort immer im Besten Bild.

    Ich hatte irgendwann gar keine Lust mehr irgend etwas zu erklären: er entwickelt sich so - ich anders - also passen wir nicht mehr. Der Alk war zwar ein massgeblicher Grund, aber Fakt ist es ist kein glückliches Zusammenleben mehr gewesen. Warum anprangern: zu einer Beziehung gehören zwei und wenn es nicht mehr geht, dann geht es nicht mehr, egal wer daran "schuld" ist.

    Oooh, die Nachbarn wissen oft viel mehr als wir denken, im Regelfall werden sie uns das aber erst sehr viel später erzählen ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich denke, liebe Graupe, genau da wird es schwierig: erklären oder begegnen wie einem Kind. Dieses wird der Betreffende spüren und sich auch behandelt fühlen wie ein Kind und dann vielleicht ebenso trotzig reagieren wie ein Kind. Da dürfte vielleicht sogar egal sein ob süchtig oder nicht.

    Auch ich habe Stimmungswandel erlebt. Irgendwann war das für meine Nerven zu anstrengend über 24 Stunden auf Alarmbereitschaft zu sein.

    Zwangsläufig habe ich seine Stimmungen aufgenommen, meine ständige Alarmbereitschaft hat meine Kräfte geschwächt und mein einziger Weg da raus war die Trennung. Eines nämlich habe ich innerhalb meines Jahrzehnts in einer Alk-Beziehung gelernt: die Stummung des anderen sind (vielleicht nicht mal von ihm selber) zu steuern, ob ich mich dem aber aussetze oder nicht, dass kann ich für mich entscheiden.

    Es ist schwer Graupe, gerade wenn die Situation beginnt sich selber zu erklären und eine lange Beziehung da steht, von der man/frau gar nicht so gerne "lassen" will. Ich für meinen Teil konnte irgendwann bemerken dass alles immer schlimmer wird und ich nicht mehr ich war..... Ab da hatte ich NULL BOCK mehr etwas von ihm zu verstehen, zu ändern, zu manipulieren oder zu ertragen - ich wollte nur noch weg und ich selber sein.

    In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Kraft.

    LIeben Gruß von Dagmar

    Für mich kommt der Versuch durch die Hintertüre in die Wesenswelt eines "Süchtigen" zu gehen absolut gleich mit seiner/ihrer Eigenschaft die Co-Knöpfe zu betätigen.

    In der Konsequenz würde das dann bedeuten, dass zwei Menschen gegenseitig ihre Aufgabe "nur" in der Manipulation sehen. Kein erfreulicher Gedanke oder?

    Davon mal abgesehen verhindert, meiner Meinung nach, die Manipulation eines Menschen dessen Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit (sogar dann, wenn er/sie kein Alkoholiker ist)!

    Mal ganz ehrlich: wenn ich mich mit mir beschäftige und meine Probleme löse (ich meine ohne den anderen mit rein zu ziehen) dann habe ich so viel um die Ohren in Form der Lösung dass da gar kein Platz für Manipulationsversuche ist oder wäre.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh Grazia,
    ich weiß nicht ob man/frau sagen kann dass der Alk das oder das aus einem Menschen gemacht hat. Aufgrund dessen, was ich erlebt habe und nun in der Lage bin alle Puzzleteile emotionslos zusammen zu bauen muss ich in meinem Fall ganz klar sagen: der Alk hat nur die versteckte Person ans Tageslicht gezerrt. Die Grundlagen waren schon immer da! Nur hat Erziehung und Selbstkontrolle verhindert dass die Dinge zu offensichtlich sichtbar wurden.

    Ab dem Einsetzen des Kontrollverlustes konnte nun eben auch nicht mehr der äußere Eindruck stabil gehalten werden und die "wahre Persönlichkeit" kam immer mehr ans Tageslicht.

    In meinem Fall bin ich mir sehr, sehr sicher, dass der Expartner weitere psychische Probleme hatte. Der Alk war eben mit dabei. Nur weg lassen von Alk hätte ebenso wenige geholfen wie nur das behandeln der psychischen Probleme. Ein Bollwerk aus vielen kleinen einzelnen Unebenheiten, die ein Bollwerk von Stolpersteinen ergibt....

    Lieben Gruß von Dagmar

    p.s. glaub mir früher oder später hast Du diese rechthaberische Seite nicht mehr, es könnte Dir nämlich egal sein ob der/die anderen Dir Recht geben oder nicht. Bereit zu sein die eigene Meinung zu ändern wenn sich etwas unvorhergesehenes ergibt, lebendig und im Wachstum bleiben, aber bei sich - ohne dem Interesse was andere darüber denken ;)

    Weißt Du Matthias,
    ich denke viel schlimmer ist das wirklich für die Aggressoren als für die "Opfer". Aus meiner Opferrolle kann ich mich mit meinem Kopf, guten Freunden, therapeutischer oder ärztlicher Hilfe rausarbeiten.

    Derjenige aber, der sein Gift verspritzt tut das ja weil er der Meinung ist im "Recht" zu sein und ihm ist "Unrecht" wiederfahren. Somit kann er/sie vermutlich auch kein neutrales Gespräch führen oder Hilfe annehmen. Somit wird also das Leben des Agressors wütend und unzufriedener nicht unbedingt das seines Gegenübers.

    Glaubst Du, erst nach einem Jahrzehnt habe ich bemerkt, dass der Mensch mir gegenüber sich nicht freuen konnte, ihm wohl nichts Lebenssinn oder Vorfreude vermittelte. Ein für ihn Fremder nannte ihn mal "Miesepeter". Natürlich nahm ich ihn in Schutz, weil ich es nicht toll finde Fremde mit Namen zu titulieren.

    Viel viel später erst begriff ich, dass dieses gerne am Leben teilnehmende Wesen meinen Ex-Partner so gesehen hatte, wie es mir erst nach einem Jahrzehnt gelang. Und mal ganz ehrlich, so etwas gönne ich meinem größten Feind nicht: Lustlosigkeit, Interessenlosigkeit und nur vor sich hin vegetieren.....

    Die Verantwortlichkeit für sich selber ist denke ich, immer schwer zu tragen - egal ob Süchtler oder nicht - es gibt ja immer Außenfaktoren, die beitragen können (aber nicht müssen). Ziehe ich mir die an Land habe ich immer eine gute Erklärung - aber keine Lösung für mich ;)

    Und da sind wir wieder beim Urvertrauen ....

    Das, was für mich ganz schwer zu lernen und zu leben ist.....

    Auf manche Dinge habe ich Einfluß, auf andere nicht - die einen geschehen wie ich es mir wünsche - andere nicht. Die, die entgegen meinem Wunsch verlaufen können am Schluss dennoch ein Happy-End haben :) Nur muss ich dann offen sein für diesen anderen Happy-Weg zum End(e).

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, liebe Nancy,
    ich denke, die Frage "wie ein Mensch so werden kann" die packen wir einfach in die hinterste Schublade, in der wir nie etwas suchen würden ;)

    Ich habe mich das ganz oft gefragt, auch weil alle Talente verschütt gingen und nur noch gnadenlose böse Wut auf Gott und die Welt zu finden war. Zum ersten Nancy, danke ich dem lieben Gott diese Gefühle nicht zu kennen - diese masslose Unzufriedenheit und Wut nicht in mir zu spüren.

    Und dann ...warum Süchtige das machen? Vielleicht weil sie sich nicht mehr zu helfen wissen? Vielleicht, weil sie mit sich selber nicht zufrieden und glücklich sind und somit vermehrt in der Lage mit negativen Gefühlen um sich zu werfen? Ich gebe niemandem mehr die Macht über mein Wohlgefühl - wohl würden mich böse Worte auch treffen, aber ich würde immer wieder versuchen "hallo Kopf, Du weißt wer es gesagt hat und dass die Person derzeit in einem Ausnahmezustand (egal welchem) ist".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Vielleicht von mir falsch verstanden, vielleicht schwierig nur über die Schreiberei alles auf die richtige Reihe zu bekommen .... aber.....

    """"ich kann Dich sehr gut verstehen, denn auch ich brauche aufgrund finanzieller gemeinsamer Verquickungen in jedem Fall das Gehalt meines Mannes, um leben zu können """""

    Ich hoffe inniglich, dass da einfach bei mir ein falscher Eindruck entstanden ist, denn was da steht, bedeutet für mich a u s n ü t z e n und b e n ü t z e n.....

    Fragender Gruß von Dagmar

    Ich für meinen Teil denke einige der "warums" zu kennen. Das jedoch bringt mich persönlich nicht weiter. Warum und wieso und weshalb und deshalb ist für mich persönlich ein Rad, in welchem ich mich abstrampeln könnte bis zum umfallen.

    Für mich persönlich ist wichtig, was ich anders machen kann. Anders ausgedrückt: egal, welche Handlungen und Gedanken meinerseits Nachteile bringen - wie kann ich diese ändern. Mir hilft es nicht zu wissen warum etwas "falsch" läuft sondern welche Möglichkeiten ich habe zukünftig anders zu agieren und zu reagieren.

    Überhaupt habe ich im Nachgang zu einer kranken Beziehung für mich erfahren müssen, keines der Warums hat mich wirklich klüger gemacht (aber es gab aha-effekte, die ich nicht missen möchte!!!) Sondern im Rahmen meines Verhalten zu bemerken, "ups, da läuft etwas falsch". Wie kann ich es jetzt begradigen und zukünftig überhaupt verhindern de falschen Weg einzuschlagen.

    Die Warums könnten sehr wohl helfen auf den Weg zu kommen - bergen aber die große Gefahr (meiner Meinung nach) sich in der Vergangenheit zu verlaufen und niemals in der Gegenwart zu landen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ohh, auch ich lese jeden Beitrag ... verstehe die Argumente - da ich ähnliche hatte - aber ich habe mich einfach für mein Leben mit allen Risiken entschieden. Ich war arbeitslos und ohne Wohnsitz - pleite und fertig.

    Damit ich nicht noch den letzten Rest zerstören lasse ging ich....

    Und ab dem Moment kann ich mich eben mit den Gedanken nicht mehr asozieren und sie auch nicht mehr verstehen. Einfach deshalb, weil ich gesehen habe, dass mein Leben kurz vor dem Aus stand. Aber auch dass ist die Entscheidung eines jeden, welchen Weg er geht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lieber Hartmut,
    mir als Co sprichst Du so was von aus dem Herzen, dass ich es nicht sagen kann.

    Natürlich, harte Worte sind schwerer zu verkraften als ein liebevolles "ich verstehe Dich, mir geht es ebenso wie Dir" aber es scheint dann eher dahin zu gehen, dass die Betreffenden auf genau dem Level bleiben und sich eben gegenseitige Stärke für den Moment geben.

    Das aber führt nicht aus der Krankheit - das aber hindert eher die Betreffenden zu erkennen wo des Pudels Kern sitzt.

    Für mich persönlich war wichtig mir eine gesündere Zukunft aufzubauen. Mir wäre nicht damit gedient, den Moment eben etwas besser zu überstehen. Genau das aber spüre ich innerhalb sehr vieler Postings: momentanes Verständnis, Beruhigung und auf den Boden kommen, aber weit weit weg von dauerhaften Veränderungen.

    Was ich dabei noch ganz ganz schlimm finde - was auch ich tat - ich meinte zu wissen was am Besten für den anderen ist. Pappnase, die ich war, nur jeder kann das für sich entscheiden - egal ob mit oder ohne Alk.

    Weiterer Punkt: ich habe mich immer interessiert wie er denkt, tickt oder warum derjenige sich in Grund und Boden säuft und sein Leben ruiniert. Nur: das war meine Meinung! Wenn derjenige nun eben keine Interessen mehr am Leben hat, dann ist das seine Sache und sein Recht. Wenn seine/ihre Befähigungen schwinden, kein guter Bastler und Handwerker mehr vor einem steht, dann hat derjenige vielleicht einfach das Interesse daran verloren .... auch sein Recht .... Nur als Co frag(t)e ich mich "warum wirft man/frau das weg". Vielleicht weil es einfach nicht mehr interessiert.

    Meine Schmerzgrenze war da wo es um das Leben meiner Tiere ging, wo ich spürte es gibt kein "uns" und wo ich merkte unsere Leben sind anders und verlaufen anders. Wir haben andere Freunde und Interessen. Lasst not least war meine Lebensfreude verschwunden durch die beständige Angst.

    Nein, ich wollte wieder ein Mensch sein mit Freude und Vertrauen in das was kommen mag. Ich wollte (m)eine Zukunft und kein auf und ab.... Nein, diesen Adrenalinkick, den wollte ich nicht Tag für Tag zu warten was mich erwartet.

    Übrigens, irgendwann funktionierte meine Schönrederei "sonst ist er ja ein Lieber .... wenn er nicht trinkt" nicht mehr. Denn beide Zustände gehören zusammen. Es gibt diesen Menschen eben nicht ohne Alk (wenn er es nicht will). Entweder ich nehme den Partner wie er ist - mit der Sucht - oder gehe in meine Leben. Für mich gibt es keine andere Alternativ für MEIN Leben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Zielführend aus der Krankheit Co-Abhängigkeit bedeutet für mich eine ganze Portion Schritte.

    Der erste - und für mich wichtigste - war sehr wohl die Trennung vom Partner. Er war nämlich mein Gift, welches ich mir immer und immer wieder gegeben habe um nicht auf "Entzung" zu kommen.

    Nein, damit war die Co-Abhängigkeit keinesfalls eliminiert, denn nun gingen die Schritte weiter:

    Mein Leben selbstverantwortlich leben

    Co-Mechanismen erkennen, die sich auch innerhalb anderer Kontakte breit machen.

    Die Erkenntniss, dass alles bei mir beginnt und bei mir endet und ich niemanden, außer mir selber und meiner Einstellung ändern kann.

    Mein Ziel ist es nie wieder eine abhängige Beziehung zu führen, in welcher ein Partner, der nicht von einem Gift lassen kann, sich mit einem anderen zusammentut, damit diese beiden gemeinsam "untergehen".

    Ja Gesche, je mehr ich den Respekt für mich widerfand, desto mehr verlor ich den Respekt für Menschen, die nicht bereit sind ihr Leben selber und selbstverantworlich zu leben. Sie haben meinen Respekt als Lebewesen als solches, nicht aber meine Wertschätzung im Sinne von "Selbstverantwortlichem Handeln".

    Auch ich konnte nicht nachvollziehen - dachte es aber zu müssen, als ich mir noch ständig das Gift der Sucht verarbreichte (im Rahmen einer kranken Partnerschaft). Nunmehr will ich mich verstehen, begründen oder mir selber erklären, wo meine Ecken und Kanten sind, diese lieben, akzeptieren oder verändern, wie es meinem Leben entgegen kommt.

    Nein, ich benötige keine Partnerschaft um meine Probleme zu meistern! Ja, ich habe Freunde und geschätzte Menschen um mich herum - aber ich hoffe, nie wieder in meinem Leben eine Symbios, in der sich wieder und immer alles nur "um den Partner dreht".

    In vielen Beiträgen wirkt es so, als wäre die Trennung der letzte Schritt und einfach eine unverschämte Forderung an uns arme Co's... ich persönlich sehe es so, dass es eine berechtigte Forderung ist um nämlich dem evtl. auch abhängigen Alkoholiker sein Recht auf Selbstbestimmung wieder zu geben, welches ich durch krankhafte Symbiosen, Helfersyndrom oder die "ach-er-ist-ja-so-lieb-wenn-er-nicht-trinkt" Meinung vertrete.

    Ich beschneide als Co die Rechte des anderen - egal, wie suchtkrank er/sie ist weil ich ihn/sie ändern möchte - ich will ihn anders, trocken, und nehme ihn/sie nicht so wie er/sie ist - also bin ich anmassend und fordernd gegenüber einem anderen Menschen. Vielleicht sogar ist er mein Sündenbock, wegen dem ich nun unglücklich bin - viel leichter wohl, als selber für mein Glück verantwortlich zu sein. Viel leichter zu sagen, ich bin fertig weil er/sie dies oder das tut, als selber das Leben in eigene Hände zu nehmen.

    Ich persönlich muss für mich ganz klar sagen, ich kann nur für mich selber sorgen wenn ich alleine bin und alleine entscheiden muss. Lebe ich nämlich innerhalb einer Partnerschaft so ist Rücksicht unabdingbar - in Verbindung mit Alkoholismus dürften wir alle wissen, was dann Rücksicht sein wird....

    Ohhh, auch ich war fertig, auch ich hatte keine Kraft mehr ... aber wohl noch ein paar Funken Selbstverantwortung für mich selber um mich von da ab um mich zu kümmern und die Menschen, die sich mit mir ergänzen und die sich nicht mit und durch mich krankhaft ergänzen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Natürlich lese ich noch mit, liebe Kathrin,
    es geht das loslassen - vielleicht bist Du schon weiter als Du es selber meinst.

    Weißt Du, erwische mich nahe zu täglich mit Gedanken an die kranke Partnerschaft. Ich fragte mich dann auch "hallo, was machst Du eigentlich". Ja, was, emotionslos zu sagen "danke, dass ich jetzt in Frieden leben kann". Gestern dachte ich "Gott sei Dank muss ich jetzt selber fürs Holz sorgen und bin nicht aufgeschmissen durch leere Versprechungen". Auch ich denke manchmal, hallo - Du hast nicht losgelassen.

    Wenn ich das aber realisitisch betrachte ist es nur ein Gegenüberstellen der Realitäten aus zwei Zeiten. Denn ich spüre weder Sehnsucht noch Wut. Es ist einfach die Erinnerung - wie in Kindertagen - "weisst Du noch, damals".

    Deine neue Beziehung .... hm, es macht einen traurig, aber vielleicht sollte es noch nicht sein. Vielleicht ist viel mehr in Dir, was Du alleine entdecken kannst als durch die Ablenkung mit oder durch einen Partner.

    Ich bin nach wie vor alleine - erfreue mich über liebe Bekannte und Kollegen und spüre für mich selber ich "brauche" keinen Partner. Denn wenn ich für mich ehrlich bin, dann kam der Wunsch nach Beziehung immer nur dann, wenn ein Problem für mich selber unlösbar erschien.

    Lebe, liebe Kathrin,
    glaub mir, wenn es passt, dann klingelt es :)

    Lieben Gruß von Daggi

    Wer, liebe Lolli, vermag zu richten oder zu beurteilen, was wer darf? Wer, außer mir selber kann bestimmen, was für mich gut, erträglich oder überhaupt tragbar ist?

    Ich lasse niemanden fallen, wenn ich mich wieder in eine aufrechte Haltung bringe - auch wenn das vom einen oder anderen so gesehen werden könnte.

    Etwas "fallen" lassen kann ich nur, wenn ich es zuvor in meinen Händen als "Besitz" hielt. Das aber kann ich weder bei noch mit einem Menschen.

    Der Vergleich mit anderen Krankheiten der hinkt gehörig. Krankheiten gehören immer in die Hände von Fachleuten, die überhaupt einmal die Krankheit diagnostizieren und den passenden Hilfsweg finden könn(t)en. Es ist wirklich vermessen, sich den Alkoholkonsum und die Folgen (die ja auch selber herbeigeführt wurden) von Krankheiten, die im Körper zu Hause waren zu vergleichen.

    Der Krebs wird nicht unwissend aus dem Supermarkt mitgenommen, evtl. aber die Promille.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Diese Frage war bei mir damals hier auch so ein Eingangsgedanke. Vielleicht dachte ich mir, wenn diese Situation einen Namen oder Mengenangaben bekommt, dann ist sie klarer. Wollte ich mich rechtfertigen nicht zu gehen? Oder wollte ich einen Grund nicht gehen zu dürfen??

    Lange, lange war es aus und der Kontakt abgebrochen. Ich traf seinen ehemaligen Mitbewohner und fragte "nun, ist er Deiner Meinung nach Alkoholiker?"

    Wie wenig diese Frage zu meinem nun gelebten, eigenen Leben passte, merke ich erst heute - noch einige Monate später....

    Egal, ob er Alkoholiker war oder nicht - egal ob ich mit seinem Lebensstil klar kam oder nicht: wir hatten nicht selbigen Wunsch das Leben zu leben.

    Ich hätte mich damals nicht fragen sollen "ist er Alkoholiker" sondern mich fragen "will ich das - was alles noch kommen könnte - ertragen? Will ich so leben?!

    Sollte das Thema auf den Ex kommen - was schon passiert kann ich nur sagen "er fand andere Interessen wichtiger als mich" bingo - aus - amen....

    Sein Leben - mein Leben - unsere Welt und unsere Eigenverantwortung.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich denke, lieber Harry, (und natürlich alle anderen hier) je mehr wir Cos die Partner festhalten und auf den "richtigen" Weg bringen wollen, desto mehr schränken wir sie ein. Sie werden quasi gezwungen sich zu distanzieren wenn selber keine Einsicht vorhanden ist.

    Ich selber habe ein Problem, wenn ein Co von sich gibt, würder er nur weniger trinken, oder ich habe schon x-mal gesagt, oder wenn nicht, dann.....

    Alles das sind meiner Meinung nach Dinge, die als Drohung selten funktionieren weil wir alle schon viel zu oft leere Drohungen aussprachen. Wie oft ist wirklich Konsequenz angesagt? Wie oft gibt es bei den Co's eben solche Rückfälle wie bei einem stoffabhängigen Süchtigen?

    Wir Co's sollten erst mal bei uns anfangen und unsere eigenen Verleugnungs- und Schönungstechniken offenlegen bevor wir das vom anderen verlangen. Wer nämlich tatsächlich in der Lage sein sollte die eigene Schönfärberei zu durchblicken, der könnte vielleicht auch den stoffabhängigen Süchtigen "verstehen".

    Manchmal denke ich sogar, wir Co's sind viel abhängiger als ein Stoffabhängiger Süchtiger Wenn wir Co's meinen es ist wichtiger den anderen durch warums zu erklären als uns selber, so sind wir wohl noch viel kränker als der andere.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    als ich begonnen habe an mir "festzuhalten". Festzustellen, dass ich ein Recht auf meinen Lebensstil und meine Wünsche habe, da konnte ich beginnen loszulassen.

    Erst in der Konzentration auf mich, mein Leben und meine Wünsche war es mir möglich mich an erste Stelle zu setzen - mein Überleben und gut gehen anzugehen - um dann den anderen loszulassen.

    Festhalten tut nicht gut - es engt den anderen ein. Abwertungen, böse Worte muss ich mir nicht anhören, oder? Ich für meinen Teil bin gegangen weil ich keine negative Stimmung mehr spüren wollte. Ich wollte mir nicht mehr die schönen Dinge des Lebens durch die negativen Gefühle eines anderen versauen lassen. Und genau da begann loslassen.

    Solange ich andere Menschen in den Mittelpunkt stelle drehen sich meine Gedanken um diese Menschen (die ich damit sogar noch einschränke) somit halte ich Gedanken, Menschen und Träume fest. Wie soll da ein los lassen gelingen? So sorge ich selber ja noch dafür dass ich festhalte....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Tiffany,
    eine verflixt schwere Frage - aber sehr interessant was Du schreibst.

    Ich selber kann Dir vermutlich zu der Frage nicht gut helfen, da ich aus der nassen Zeit des Expartners verschwinden musste um mein Leben in Sicherheit zu bringen - somit für mich Kontaktabbruch, weil es ein paar Aktionen gab, zu denen ich die Polizei hinzuziehen musste.

    Nun .... vergessen wird man/frau wohl schwer - verzeihen evtl. sich überzeugen lassen wohl schon.... manchmal, je nachdem, wie tief die Wunden waren, die zugefügt wurden.

    Ich finde es o.k., den Kontakt ganz abzubrechen - aber ich würde wohl sagen warum, damit der andere auch weiß woran er/sie ist.

    Ich selber habe wohl eine Zeitlang gekämpft, als wir noch zusammen wohnten, als ich quasi noch in meiner Sucht der Abhängigkeit zu ihm gefangen war.

    Ich wünsch Dir Tiffy, dass Du auf Deiner Linie bleibst und weiterhin trocken ins Leben hinaus stiefelst, sollte es mit "ihm" und Dir weitergehen sollen, dann wird es das auch. Ist wirklich etwas tiefes da (und Eure noch bestehende Freundschaft zeigt ja, dass da eine ehrliche Basis ist) so wird es schon kommen ;)

    Herzlichen Gruß von Dagmar (Co-)

    Dank Dir, lieber Matthias,
    genau das ist für jeden von uns der wichtigste Punkt: zu erkennen was ist für jeden indivduelle das Beste und wie lässt sich das sozial mit dem Umfeld ergänzen.

    Und genau am Ende dieser Fragen und Begegnungen steht für mich Zufriedenheit oder Unzufriedenheit. Solange ich im Partner und seinem Trinken den Grund für eine schlechte Beziehung sah war ich auf dem Holzweg. Wenn "er nur aufhört zu trinken" ist nämlich nicht die Lösung.

    Er und ich sind individuelle Lebewesen - wenn einer so leben will und einer so, dann passt es halt nicht (ohne dass Schuld eine Rolle spielt).

    Schwieriger wird es tatsächlich mit dem im Anfangsposting angesprochenen gebraucht und geliebt werden. Ich brauchte das damals von außen weil ich es selber nicht spüren und leben konnte.

    Als ich begann um mein (Über-)Leben zu kämpfen musste ich mir wichtig werden, gewann Selbstliebe und Selbstachtung und demzufolge kam ganz, ganz viel von anderen Menschen - was nicht partnerschaftlich fundiert war.

    In diesem Sinne:
    Happy Weekend :)

    Dagmar

    Ja - es war meine Chance mich beleuchten zu müssen! Mich zu fragen was ich überhaupt möchte und was nicht!

    Zu entscheiden wie ich leben kann und will und nicht ob gesellschaftlich erwartet wird dass man/frau einen Partner hat oder wie man(n)/frau zu leben hat.

    Meine Chance ganz sicher - nachdem alles zerstört war in meinem Leben und ich nichts mehr hatte weder Geld, noch Job, noch nichtmal ein geschütztes Heim da gab es die Möglichkeit aufzugeben oder neu zu starten!

    Ich bin gestartet und jeden Tag dankbar was sich aus dem Grauen entwickelt hat, in welchem ich steckte. Denn eines ist für mich Fakt: mir geht es jetzt - wenn auch nicht finanziell! - besser als jemals zuvor in meinem Leben. Es geht mir besser als vor der Alkbeziehung, besser als in der Alkbeziehung und auch besser als in meiner Kindheit.

    Ja, ich bin wieder sehr viel aktiver, ja, ich kümmere mich um meine Optik und liebe nun wieder frohe Farben in der Kleidung. Ja, ich trage nun auch trotz Übergröße frauliche Kleidung (was in der Suchtbeziehung Säcke waren).... Ja, ich bin bei mir angekommen....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ob allerdings Alkoholismus eine Chance für eine Partnerschaft darstellt, wage ich zu bezweifeln. Ich denke nämlich, er macht erst einmal sehr, sehr viel kaputt, vielleicht - aber nur sehr vielleicht - lassen sich die Scherben kitten ....

    Oh, das kann ich Dir sagen, liebe Silberkralle :) nicht was aus mir wird - sonder was aus mir geworden ist: ein glücklicher und zufriedener Mensch....

    Ich habe als arbeitsloser, mittelloser Wurm mein Zeug und und meine Katzen gepackt - alles Gottvertrauen der Welt gesucht und gefunden.

    Mir geht es gut, wenn auch ärmlich. Ich lebe gut alleine auch wenn manches ein Kampf ist - zumal das finanzielle weil nur befristeter Job :) aber alles, alles ist besser als in einer Pseudobeziehung zu hängen, wo einer sich vom anderen abhängig macht und beide sich gegenseitig manipulieren ohne es zu wissen.

    Nein, was Leben ist und sein kann scheine ich erst jetzt, nach der Trennung und dem Horror erfahren zu haben.

    Alles war zerstört und ich habe alles neu erbaut - viel schöner und glücklicher als je zuvor.

    Lieben Gruß von Dagmar