Zielführend aus der Krankheit Co-Abhängigkeit bedeutet für mich eine ganze Portion Schritte.
Der erste - und für mich wichtigste - war sehr wohl die Trennung vom Partner. Er war nämlich mein Gift, welches ich mir immer und immer wieder gegeben habe um nicht auf "Entzung" zu kommen.
Nein, damit war die Co-Abhängigkeit keinesfalls eliminiert, denn nun gingen die Schritte weiter:
Mein Leben selbstverantwortlich leben
Co-Mechanismen erkennen, die sich auch innerhalb anderer Kontakte breit machen.
Die Erkenntniss, dass alles bei mir beginnt und bei mir endet und ich niemanden, außer mir selber und meiner Einstellung ändern kann.
Mein Ziel ist es nie wieder eine abhängige Beziehung zu führen, in welcher ein Partner, der nicht von einem Gift lassen kann, sich mit einem anderen zusammentut, damit diese beiden gemeinsam "untergehen".
Ja Gesche, je mehr ich den Respekt für mich widerfand, desto mehr verlor ich den Respekt für Menschen, die nicht bereit sind ihr Leben selber und selbstverantworlich zu leben. Sie haben meinen Respekt als Lebewesen als solches, nicht aber meine Wertschätzung im Sinne von "Selbstverantwortlichem Handeln".
Auch ich konnte nicht nachvollziehen - dachte es aber zu müssen, als ich mir noch ständig das Gift der Sucht verarbreichte (im Rahmen einer kranken Partnerschaft). Nunmehr will ich mich verstehen, begründen oder mir selber erklären, wo meine Ecken und Kanten sind, diese lieben, akzeptieren oder verändern, wie es meinem Leben entgegen kommt.
Nein, ich benötige keine Partnerschaft um meine Probleme zu meistern! Ja, ich habe Freunde und geschätzte Menschen um mich herum - aber ich hoffe, nie wieder in meinem Leben eine Symbios, in der sich wieder und immer alles nur "um den Partner dreht".
In vielen Beiträgen wirkt es so, als wäre die Trennung der letzte Schritt und einfach eine unverschämte Forderung an uns arme Co's... ich persönlich sehe es so, dass es eine berechtigte Forderung ist um nämlich dem evtl. auch abhängigen Alkoholiker sein Recht auf Selbstbestimmung wieder zu geben, welches ich durch krankhafte Symbiosen, Helfersyndrom oder die "ach-er-ist-ja-so-lieb-wenn-er-nicht-trinkt" Meinung vertrete.
Ich beschneide als Co die Rechte des anderen - egal, wie suchtkrank er/sie ist weil ich ihn/sie ändern möchte - ich will ihn anders, trocken, und nehme ihn/sie nicht so wie er/sie ist - also bin ich anmassend und fordernd gegenüber einem anderen Menschen. Vielleicht sogar ist er mein Sündenbock, wegen dem ich nun unglücklich bin - viel leichter wohl, als selber für mein Glück verantwortlich zu sein. Viel leichter zu sagen, ich bin fertig weil er/sie dies oder das tut, als selber das Leben in eigene Hände zu nehmen.
Ich persönlich muss für mich ganz klar sagen, ich kann nur für mich selber sorgen wenn ich alleine bin und alleine entscheiden muss. Lebe ich nämlich innerhalb einer Partnerschaft so ist Rücksicht unabdingbar - in Verbindung mit Alkoholismus dürften wir alle wissen, was dann Rücksicht sein wird....
Ohhh, auch ich war fertig, auch ich hatte keine Kraft mehr ... aber wohl noch ein paar Funken Selbstverantwortung für mich selber um mich von da ab um mich zu kümmern und die Menschen, die sich mit mir ergänzen und die sich nicht mit und durch mich krankhaft ergänzen.
Lieben Gruß von Dagmar