Hallo Ihr Lieben,
alle drei Postings von Euch stellen das dar, was ich am Anfang meiner Beziehung zu einem Alkoholkranken gesehen, gedacht und gefühlt habe. "Er ist ja ein Lieber, wäre da nicht...."
"Wäre er nur trocken"
Nun, bei mir wurde aus dem "lieben Kerl" innerhalb von Jahren ein sehr gewaltätiges, depressives Wesen, welches auch kriminell wurde (war früher nicht denkbar).
Mittlerweile glaube ich nicht mehr dass "würde er nur nicht trinken" die Lösung gewesen wäre. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass er sich im Falle von Abstinenz verändert hätte - wie auch ich - sehr fraglich wäre, ob es dann noch einen Konsenz gegeben hätte.
Auch weiß ich dass er keinesfalls so "lieb" war wie ich es glauben wollte. Viel mehr waren diese Wut und kriminelles Handeln Dinge die tief in ihm saßen. Er wollte etwas und wollte es sich holen - der Alk enthemmte. Ohne - oder mit weniger - Alk setzte sich die Erziehung durch und das was man/frau tut oder nicht tut....
Alles das aber war ein aufgesetztes Bild, welches das Umfeld sehen sollte - weil er ja doch "ein ganz lieber wäre, würder er nicht trinken".
Der Alkoholkonsum verändert Menschen - nicht alle wollen oder können aufhören - und nicht alle sind in der Lage Grundsatzprobleme zu lösen.
Rechnungen liegen lassen, Haftbefehle ect. ja - schön - habe ich erlebt: mit dem Resultat, dass ich irgendwann auf meine Möbel meine Rechnungen klebte damit ich dem Gerichtsvollzieher nachweisen kann was meins ist.... Nee, das möchte ich nie mehr!
Ich lebe alleine, nach einem Jahrzehnt, und jeden !!! Abend bin ich glücklich über das Leben welche meine Tiere und ich führen dürfen. Alleine - nein, das war ich früher .... alleingelassen nämlich ....
Heute weiß ich ich habe Freunde an die ich mich wenden kann, auch Arbeitskollegen - wenn sie etwas sagen, dann kann ich mich darauf verlassen und stehe nicht alleine da.
Ja, das Gefühl geliebt und gebraucht zu werden. Tagtäglich bekam ich ein "ich liebe dich" - eigentlich viel zu oft um wahr zu sein - einfach wie ein Gebrauchsgut, weil es dazu gehört. Liebe heisst für mich auch Verantwortung - die jedoch habe ich persönlich vermisst.
Was wird aus ihm???
Wichtiger ist "was wird aus Dir/Euch" ? ? ?
Lieben Gruß von Dagmar