Ja, meine Lieben, das muss wirken wie eine Ohrfeige nach der anderen.
Genau das ist aber der Punkt, wo uns von den alten Hasen gesagt wird "tut etwas für Euch selber". Fakt ist nämlich, alleingelassen ist es ebenso als hätten wir den trinkenden Partner verlassen und ihn tatsächlich seiner Verantwortung selber übergeben.
Könnte es sein, dass manch ein ehemals trinkender sich anders entschieden hätte wären wir resoluter gewesen, hätte er dann vielleicht gesagt "ups, sie ist ein selbständiges Wesen, sie braucht mich nicht, es lohnt sich vielleicht um sie zu kämpfen und sie nicht auszutauschen?"
Ja, wir sind so dumm Zeit und Kraft in andere zu investieren statt in uns, was gesund und richtig wäre. Das aber zeigt unser Suchtbild. Ehrlich gesagt, ich wollte mich auch nicht als die Partnerin haben, die ich war innerhalb der Alk-Beziehung! Zwar begann ich vor dem trinkenden Partner aufzuwachen, etwas für mich zu tun und zu gehen, aber ich war voll der Leistungen, die sich nur ein Kranker gefallen lässt: ich wollte entscheiden was für ihn gut ist, ich übernahm seinen Schreibkram und und und. Ein gesunder Mensch kann und will das selber.
Jetzt, in der Trockenheit, beginnen diese ehemals kranken zu gesunden, werden wieder gesellschaftlich und sozial denkende Menschen und wieder anerkannt. Ist es nicht sogar richtig, dass sie nun wieder Anerkennung und Aufnahme finden? Ich denke schon! Und wir??? Sind wir denn nicht selber schuld diese Rolle des hilflosen Helfers übernommen zu haben? Haben wir nicht genau dadurch ausgelöst dass wir abserviert werden.
Genau unser Verhalten ist nämlich tödlich für jeden Gesundenden. Wir hätten gesunden können - vorher - selbständig werden und Schuldzuweisungen ablegen können - etwas für uns tun so wie das der Alkoholkranke tat....
Ich wünsche Euch viel Kraft das alles durchzustehen, denn es ist sehr, sehr hart und so vieles ist im Moment nicht zu verstehen.
Lieben Gruß von Dagmar