Beiträge von dagmar007

    Ja, meine Lieben, das muss wirken wie eine Ohrfeige nach der anderen.

    Genau das ist aber der Punkt, wo uns von den alten Hasen gesagt wird "tut etwas für Euch selber". Fakt ist nämlich, alleingelassen ist es ebenso als hätten wir den trinkenden Partner verlassen und ihn tatsächlich seiner Verantwortung selber übergeben.

    Könnte es sein, dass manch ein ehemals trinkender sich anders entschieden hätte wären wir resoluter gewesen, hätte er dann vielleicht gesagt "ups, sie ist ein selbständiges Wesen, sie braucht mich nicht, es lohnt sich vielleicht um sie zu kämpfen und sie nicht auszutauschen?"

    Ja, wir sind so dumm Zeit und Kraft in andere zu investieren statt in uns, was gesund und richtig wäre. Das aber zeigt unser Suchtbild. Ehrlich gesagt, ich wollte mich auch nicht als die Partnerin haben, die ich war innerhalb der Alk-Beziehung! Zwar begann ich vor dem trinkenden Partner aufzuwachen, etwas für mich zu tun und zu gehen, aber ich war voll der Leistungen, die sich nur ein Kranker gefallen lässt: ich wollte entscheiden was für ihn gut ist, ich übernahm seinen Schreibkram und und und. Ein gesunder Mensch kann und will das selber.

    Jetzt, in der Trockenheit, beginnen diese ehemals kranken zu gesunden, werden wieder gesellschaftlich und sozial denkende Menschen und wieder anerkannt. Ist es nicht sogar richtig, dass sie nun wieder Anerkennung und Aufnahme finden? Ich denke schon! Und wir??? Sind wir denn nicht selber schuld diese Rolle des hilflosen Helfers übernommen zu haben? Haben wir nicht genau dadurch ausgelöst dass wir abserviert werden.

    Genau unser Verhalten ist nämlich tödlich für jeden Gesundenden. Wir hätten gesunden können - vorher - selbständig werden und Schuldzuweisungen ablegen können - etwas für uns tun so wie das der Alkoholkranke tat....

    Ich wünsche Euch viel Kraft das alles durchzustehen, denn es ist sehr, sehr hart und so vieles ist im Moment nicht zu verstehen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    ganau diese :)

    Schön, wenn es Dir etwas hilft meine Stolpersteine und Wege verfolgen zu können. Weiß Gott heftig auch was jetzt gerade auf mich zukommt, da wohl nach dem 31.3. mein Arbeitsvertrag enden wird.

    Aber irgendwie ist es besser wir kämpfen unseren Kampf für uns als Person als gegen Süchte, denen wir auch noch selber unterlegen sind.

    lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    ich muss feststellen, ich habe mich gehörig übernommen (bzw. die Sponsorensendung war schön groß) bei den über 2.000 Frühlingszwiebeln für meinen Garten.

    Nun sind rund die ersten 1000 in der Erde, die jeweils mit Sortenschild versehen sind - publiziert mit Foto (damit der Sponsor auch etwas davon hat) aber es sind noch 1000 da und die Weihnachtsvorbereitungen und der Job sind auch nicht gerade weniger geworden.

    Ich weiß, dass ich mich im nächsten Jahr darüber freuen werde und dass ich für Monate meine Blütenpracht habe, die ich mir als arme Kirchenmaus nie hätte leisten können, aber leisten muss ich nun wesentlich mehr, als ich eigentlich schaffen würde. Dafür steht nun leider anderes hinten an.....

    Nicht so ganz einfach zu entdecken es geht nicht alles, was man/frau will weil einfach nur so und so viel Energie da ist.

    Noch habe ich es nicht geschafft, mein altes Auto zu verkaufen, da ich damit derzeit echt überfordert wäre. Zumindest der Versicherungswechsel ist nun wohl über die Bühne gegangen.

    Nun bin ich mal gespannt ob mein Arbeitsvertrag verlängert wird.

    Ansonsten geht es mir gut, ich habe in der Wohnung viel verändert durch Decken, andere Teppichlegung ect. pp, was natürlich auch Kraft und Zeit gekostet hat. Ich sehe das eben nicht, wenn ich etwas vor habe und dann mitten in den Aktionen merke ich eben dass manches (speziell schwer zu tragendes) alleine sehr schwer möglich ist. Schleppt mal große, schwere Teppiche durch die Bude um dann noch die Möbel darauf zu zerren....

    Mein Muskelkater spricht Bände....

    Schweren Herzens gesteht ich mir also ein, ich habe mich übernommen, muss einige weitere Aktionen nach hinten verschieben, damit meine Zwiebeln in die Erde kommen, denn dass ist mir doch sehr sehr wichtig.

    Die ehemalige Alkbeziehung ist noch sehr präsent, jedoch emotionsfrei und einfach verbunden mit den Gegensätzen zwischen damals und heute. Verbunden mit so vielen Dingen, die mir wie Kronleuchter aufgehen wenn ich Beiträge lese von Menschen, die gerade erst frisch in das Thema Co-Abhängigkeit reinrutschen. Gleichzeitig wie der Abstand größer wird zu den 10 Jahren, die ich vegetiert habe, so sind die Gedanken an das was wie gelaufen ist doch "mehr" geworden. Wohl ein Teil der Aufarbeitung. Gefällt mir nicht so dolle, hätte ich lieber weg, aber es muss wohl so sein dass ich nunmehr so viel wie möglich aufarbeite und somit abhacken kann.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Fender,
    ein Co, möchte dir mal "danke" sagen für Deine Zeilen :)

    Genau das ist es, was meine damalige Beziehung war: eine Zweckgemeinschaft. Das tagtäglich von mir gehörte "ich liebe Dich" hätte besser in "wir brauchen uns um gegenseitig die Mankos auszugleichen" umgewandelt werden.

    Liebe, kann nach meiner jetzigen Abstandsbetrachtung, nie zwischen zwei Menschen entstehen, die sich jeweils selber noch nicht gefunden haben.

    Nun gut, ich habe nie Ultimaten gestellt oder "entweder/oder" Aussagen, auch weil ich gar nicht die Tragweite der Spiegeltrinkerei erkannt hatte....

    Lieber Fender, ich bin nun seit über einem Jahr Single und mein Leben ist zufriedener als je zuvor. Es gibt Momente, wo das Leben mich überrollt und ich wäre gefährdet mir eine Schulter zum anlehnen zu suchen, die durch Probleme durchhilft (Auto nicht durch den TÜV, Neukauf ohne Geld, Versicherungswechsel ect. pp.). Aber genau mit dem Wissen, dass eben Verantwortung auf einen anderen übertragen werden könnte, bleibe ich schön alleine und kämpfe mich durch.

    So lange ein Mensch "Helfer" sein muss kann es keine "Liebe" darstellen sondern eine Zweckgemeinschaft oder ein Rettersyndrom.

    Erst dann wenn zwei Menschen sich gegenseitig das Beste wünschen, egal mit wem und wie, dann kann es das sein, was wohl - uneigennützige - Liebe ist. Du und ich - und auch alle anderen die wollen - schaffen es sehr wohl das eigene Leben zu meistern (Schritt für Schritt) und uns selber in einer vermeintlichen Einsamkeit anzunehmen.

    Denn mal ganz ehrlich Fender, ich bin jetzt an keinem Tag so alleine, wie ich es in der Beziehung war....

    Du packst das schon :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    G e n i a l, liebe Ruthga,
    der Sprung ins kalte Wasser lief ohne Schock, dafür aber in oder mit Bestzeit :) Klasse, klasse, klasse.

    So, gestartet - mit Erfolg "über"nommen und nun kommen ganz neue und andere Aspekte in Dein Leben. Du hast beschlossen Dein Leben wieder selbstverantwortlich in Deine Hände zu nehmen. Du wirst neue Kollegen kennenlernen, ein neues Arbeitsumfeld - somit ist einfach schon manches anders als noch vor einer Woche.

    Deine Welt bekommt nun andere Farben und Bilder, es beginnt ein neuer Abschnitt, für den ich Dir alles erdenkenswert gute wünsche.

    Ich denke, ab dem Moment, wo man/frau für sich eine klare Entscheidung treffen kann, wirkt man/frau nach außen pur und bekommt Chancen, von denen wir während der abhängigen Beziehungszeiten nicht zu träumen wagten. Da waren wir nicht autentisch, da waren wir in einer kranken Symbiose gefangen. Wenn wir beginnen auf uns zu schauen, dann kann das Leben uns als Einzelperson wahrnehmen und uns Chancen geben.

    Viel Spaß bei Deiner :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lieber Olli,
    hallo, aufgewacht: Du (und auch Dein Hundchen) : Ihr seid mehr wert als nur angeblufft zu werden und schuldig zu sein am Leid anderer. Du hilfst Ihr keinesfalls indem Du den Dreck nach ihr wegräumst. Gleichzeitig kann man/frau aber in einem solchen "Saustall" war bei uns zumindest so, nicht leben.

    Meine Situation war der deinen ähnlich und ich konnte nicht mehr Putzfrau spielen, Punchingball des anderen sein und und und. Davon mal abgesehen Olli, es könnte noch viel passieren, was sie anstellt, wofür Du leiden musst.

    Das einschlafen mit Zigarette war ebenso meine Angst wie auch das er kocht und einfach die Platten anlässt. Oder den Ofen anfeuert und dabei die Bude verfeuert (dass er sie abbrennt hatte er ja schon angedroht).

    Hey Olli, willst Du (über-)leben? Achte auf Dich und Dein Leben - schütze Dich - und auch das des Hundes, der sich selber nicht schützen kann, der aber von menschlichem Schutz und Verantwortung abhängt.

    Meine Tiere waren ein wesentlicher Grund zu gehen obwohl ich keine Kraft mehr hatte. Irgendetwas war vorgefallen und sie pinkelten immer in sein Bett. Ich hatte Angst um sie, dass er ihnen mal was antut - nicht bewusst, aber im Suff halt.

    Lieber Olli, als mein Expartner volltrunken die Treppe hochstürzte und bewußtlos oder schlafend - was weiß ich - liegen blieb machte ich mir klar, dass ich irgendwann mal wegen unterlassener Hilfeleistung dran kommen könnte. Denn nicht immer passiert so was sehend in der Wohnung. Was wäre gewesen, wäre er in seiner Räuberhöhle umgefallen ... gesucht hätte ich ihn dort nicht weil schon der dortige Geruch von Alk mich irre machte... Wer wäre dann als schuldiger markiert worden: i c h

    Nachdem ich gegangen war meinten Nachbarn, sie hätten sich so und so gewundert warum - und auch wie lange - ich das alles mitgemacht hätte.

    A l l e wussten mehr als ich sehen wollte und konnte. Und k e i n e r verstand mich, im Gegenteil, alle hätten schon viel früher auf gehen appeliert.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, lieber Fragender,
    oh ja, ich bin sehr wohl an und in meine Kindheit zurückgegangen. Grundsätzlich war ich schon als Kind nicht glücklich. Zog schnell aus - war wohl der Verantwortung alleine nicht gewachsen und habe mir Partner gesucht, die meinen Eltern ähnlich waren.

    Sie waren immer auf unser bestes bedacht, konnten aber Gefühle nicht ausdrücken und vermitteln mir ein Gefühl der "Wertlosigkeit". Die Erziehung bei mir lief in Richtung Duldung und nicht auffallen. Schlucke lieber anstatt unangenehm aufzufallen.... was sollen die Nachbarn denken....

    Ja, lieber Questor - gute Grundlagen für eine unauffällige Co-Abhängigkeit - für schlucken um nicht von der Gesellschaft verschluckt zu werden weil man/frau zu auffällig ist.

    Wohl erst jetzt, nach der Aufarbeitung der Suchtbeziehung, in einem finanziell armen Leben beginne ich glücklich und zufrieden zu werden. Ich beginne zu verstehen was sich um mich herum abspielt - ich beginne zu lernen nicht immer mich als Mittelpunkt aller Fehler und negativen Dinge zu sehen und ich beginne bereit zu sein das Leben so zuzulassen wie es ist ohne manipulieren und berechnen zu wollen.

    Schau Questor, meine Eltern waren keine Alkoholiker. Sie konnten mir aber nicht die Wärme geben, die ich als Kind gebraucht hätte. Eigentlich rannte ich immer der Liebe von Menschen hinterher, die diese nicht zeigen konnten. Genial also das Spiel für mich fortzusetzen indem ich mir einen Alkoholiker als Partner suchte. Ich konnte ja wieder versuchen endlich "Liebe" zu bekommen. Irgendwann musste ich doch mal "siegen".

    Genau das war mein Problem es gab für mich früher nur Erfolg oder Misserfolg - alles von mir ausgelöst - so ist es eben nicht. Das Leben hat viele Facetten, so wichtig bin ich nicht, dass ich der Urheber aller Dinge bin.

    Ich denke, Du gehst die Sache klasse an. Indem Du jetzt auf die Kinder siehst wirst Du bald merken, welche Wirkung - positiv - das auf Dich und Dein Freischwimmen haben wird.

    Lieben Gruß von Dagmar


    p.s. ich habe niemals Ultimaten gesetzt weil ich der Meinung bin dass dieses nichts bringt. Höchstens ein paar Lügen oder ein paar Tage zusammenreißen. Der Suchtkranke möchte ja gerne - kann aber zumeist nicht - aus seiner Haut heraus.

    Liebes Steinche,
    den Worten von HansHa möchte ich mich als Co (die Antidepressiva verordnet bekommen hat) uneingeschränkt anschließen.

    Ich bin sehr froh, dass es mittlerweile so gute Medis gibt, die keinerlei suchtmachenden Charakter (lt. meiner Psychotherapeutin) besitzen. Ich bin sehr froh, dass meine Stoffwechselstörung im Hirn (was ein Depression ja zumeist ist) durch eine kleine Tablette am Morgen behoben werden kann.

    So viel mehr Lebensqualität - so viel weniger Angst. Für mich eine tolle Hilfe!

    Ich habe auch ein Problem, die "Klapse" zu titulieren. Für mich ist das eine Einrichtung, an welcher Menschen geholfen werden soll, dazu gehören keinesfalls nur Suchtkranke, sondern auch Menschen, deren Körper Fehlfunktionen aufweist, für die niemand etwas kann. Mit der Bezeichnung "Klapse" würde ich bspw. Menschen degradieren, die auf Grund starker Kopfschmerzen untersucht werden. Es gibt sicher bessere Beispiele als das von mir genannte....

    Es sind dort Profis - ja - es sind Menschen, die Hilfe anbieten - wer sich helfen lassen möchte, der dürfte dort auch Unterstützung bekommen und sich somit "selber helfen können".

    Womit hast Du das Hauptproblem? Dich zu outen? Dich als Randgruppe zu betrachten? Das Gefühl zu haben, dass Dich ein Makel begleitet? Sind es alle diese Dinge, die Dir Angst machen?

    Glaub mir, ich als Co hatte tausende von Ängsten, als ich ja sagte zum Leben, wie es nunmal gerade ist, mit allen seinen schlimmen Begleiterscheinungen wurden diese immer besser - verschwanden am Schluss ganz ... oder sagen wir fast... Bspw. hoffe ich, dass mein Arbeitsvertrag zum 1.1. verlängert wird, natürlich macht es mir Angst dass er es nicht wird und ich arbeitslos bin - dann muss ich eben nach dem 1.1. reagieren.... Angst kann von uns Besitz ergreifen, so dass wir nur noch ein "Angstbündel" sind. Ich war es zumindest.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich hätte es nicht können: Distanz aufbauen und in der Partnerschaft zu bleiben.

    Wenn das Gegenstück aktiv krank ist ist er/sie wohl kaum in der Lage verantwortungsbewußt zu handeln. Lebt vielleicht sogar in einer realitsfremden - selbst aufgebauten - Scheinwelt.

    Ich selber habe jahrzehntelang Mechanismen gelebt, die nicht von heute auf morgen abzuändern sind. Mechanismen, die zumeist mir erst auffielen lange, lange nach der Trennung.

    Ein weiterer Punkt: ein paar Prozent bleiben trocken (das sind aber nicht unbedingt diejenigen, über die wir als Co schreiben, sondern dass sind diejenigen, die sich selber anmelden und aktiv an sich arbeiten, im Alkoholikerforum) sollte ich mich tatsächlich der Gefahr aussetzen, dass es bald wieder losgeht.

    Trennung räumlich, eventuell nur auf Zeit, die Chance für beide sich zu finden - die Chance später sich (wieder)zufinden, aber erst nachdem jeder bei sich in der eigenen Waschküche seine dreckige Wäsche gewaschen hat ....

    Mein Weg ist sicher nicht für jede-/n der richtige, für mich persönlich war es der einzig mögliche. Distanz funktionierte nicht im Zusammenleben, ich habe Brot gekauft, den Kaminfeger ins Haus gelassen, die pünktliche Zahlung der Miete arrangiert.... denn auch ich musste dort leben und eine Abgrenzung war schon deshalb unmöglich.

    Allerdings ist es mir sehr wohl, sehr schnell, auch im Zusammenleben gelungen es nicht mehr persönlich zu sehen. Ich bin nämlich ich - mit Ecken und Kanten, die einen mögen mich, die anderen nicht (allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann).

    Ja, er hat die Krankheit - ja er/sie ist krank... aber er/sie hätte auch die Möglichkeit etwas dagegen zu tun wäre eine Einsicht da. Ist diese nicht vorhanden, dann ist mir persönlich abgrenzen zu wenig, dann müssen aus einem Leben wieder zwei autonome werden.

    Oh, ich ließ mich während der Beziehung runterziehen. Seine schlechte Laune steckte mich an, seine Freudlosigkeit zog auch bei mir ein. Aber nicht weil er mich runterziehen wollte sondern weil ihm sein Leben keinen Spass machte und das mich berüherte und runterzog. Einer der Gründe warum ich gehen musste: ein unzufriedenes Gesicht von morgens bis abends ist nämlich ansteckend....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, lieber Questor,
    Respekt, wie bereit Du bist alles zu hinterfragen - Dich selber in Frage zu stellen und für Dich zu beantworten.

    Du fragst etwas, was mich auch lange beschäftigte "der Warnschuss". Ich selber gab keinen ab, ich bin gegangen... einfach so .... weil alles immer schlimmer wurde.

    Bei mir hätte der Warnschuss ebenso wenig gebracht wie die einmalig ausgesprochene Tatsache, dass er am Abstürzen ist und ich dem ganzen nicht mehr gewillt bin zuzusehen.

    Mir persönlich hätte nun ein Zeitrahmen nichts gebracht, ebenso wenig wie das Fordern einer Therapie oder oder oder. Mein Ex hätte nämlich 3511 Gründe gefunden, warum es grade und deshalb nicht ging, ich wäre (weil er sich ja kurzzeitig zusammengerissen hätte) zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt durchs Weltall geschossen und am Schluss wäre lediglich der Alkpegel höher geworden.

    Ja, lieber Questor: ganze Fachwerkvillen brachen zusammen unter dem Lügengerüst. Nur, der andere ist sich evtl. seiner Lügen nicht mehr im Klaren sondern lebt in einer Scheinwelt, weil die reale Welt evtl. für ihn/sie nicht mehr zu ertragen ist.

    Nun Questor, für mich war der Bestand der Beziehung wichtig und ein Grundfest meiner Moral. Übersehen hatte ich aber, dass wenn ich kraftlos und am Boden bin ich gar nicht mehr in der Lage bin eine Beziehung am Leben zu halten, da ich ja dann am Boden mein eigenes aushauche.

    Nein Questor, meine Grundfeste und Moralregeln gelten immer noch - aber sie erlauben die Ausnahme der Regel. Nämlich dann, wenn eine Beziehung für mich bedrohlich wird. In meinem Fall war sie das, detailliert gesagt ich hatte mich bereits verloren und Handlungen des ex hätten auch zu körperlichen Schäden führen können.

    Bleib weiter auf Deinem Weg, beleuchte, hinterfrage, trauere und erhalte dabei doch eine - wenn auch für Dich derzeit kaum merkbare - Stärkung.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Habibi,
    mit, durch, nach und im Anschluss an meine Suchtbeziehung ist mir recht schnell aufgefallen dass ich keinerlei Lust habe (zumindest bei den meisten Menschen) meine Handlungen, Gedanken oder ähnliches zu rechtfertigen.

    Es sind meine - ich habe ein Recht darauf meine Meinung zu vertreten bzw. zu leben. Vertreten? Sie anderen erklären - darauf kann ich zumeist "pfeifen". Das betrifft dann die Entscheidungen, die ich alleine treffen muss.

    Bin ich im Team, dann bin ich jederzeit kompromissbereit bei Entscheidungen für die ich nicht alleine gerade stehen muss.

    Ich diskutiere auch im Regelfall nicht - warum auch? Sollten grundsätzlich unterschiedliche Meinungen sein, so wird sich niemand annähern. Entwickelt es sich als Gespräch, so freue ich mich über Anregungen - hier muss aber der Beginn des Gespräches wert- und vorurteilsfrei von beiden Seiten sein.

    Interpretieren.... hm, das versuche ich mir komplett abzugewöhnen. Ist etwas wichtig, dann spreche ich das Gegenüber an - ansonsten lasse ich es einfach (ohne Interpretation und gewünschte Übersetzung) stehen.

    Das was Du schilderst erinnert mich sehr an den "Deppen" der nicht peilt, dass er bei mir nicht willkommen ist. Auch hier habe ich erklärt, ihm dann gesagt er engt mich ein und nun (fruchtet ja alles nicht) bleibt die Türe geschlossen, ans Telefon ging ich monatelang bei ihm nicht) und er kann sich zu Tode klingeln.

    Sein letzter Schrei war mir letzte Woche drei Bierflaschen vor die Türe zu stellen... was auch immer das sollte.

    Schnell bin ich vom Gedanken ihm das mit Kommentar hinzustellen abgekommen. Warum denn, ein Kommentar brächte die Möglichkeit von Rechtfertigungen und Gesprächen. Also habe ich die Flaschen weiter verschenkt und raus ist die Maus....

    Der Mensch weiß sehr wohl dass ich Alkohol im Regelfall nicht konsumiere und den Geruch von Bier schon hasse....

    Nun gut, seine Geldausgabe .... seine Enttäuschung, falls er eine Reaktion erwartet hatte.
    Sein Ding ... nicht meines .... Jede Reaktion von mir wäre pure Kraftvergeudung. So sehe ich das grundsätzlich bei fruchtlosen Gesprächen, die ich im Regelfall nicht beginne.

    Sollte mein (Senior-)Chef mir etwas wie Fehler unterstellen ect. pp., dann darf er das - dagegen bin ich imun - überzeugen könnte ich ihn doch eh nicht....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Habibi,
    auch ich gehe stark davon aus, dass ich Signale ausgesendet habe. Ich bin mir sogar sicher, dass ich diese immer noch aussende - jedoch in der Lage bin diese Menschen und meine Muster zu hinterfragen und somit für mich "Stop(p)" zu sagen.

    Ich zeige ich bin gefühlvoll, ich zeige ich kümmere mich um andere - ich bin dabei zu zeigen : ich kümmere mich um diejenigen, die sich selber helfen wollen! Denn genau das war früher anders. Ich dachte den anderen (m)einen Weg aufzuzeigen, der für sie gut und richtig ist. Anmassend, meiner Meinung nach, aber derjenige rückte in den Mittelpunkt, war wichtig und merkte erst nach langer Zeit dass das, was ich für ihn/sie wollte nicht das ist, was /er/sie für sich selber bevorzugte.

    Dann aber gibt es auch noch die Gesellen (so einen Deppen gibt es um mich herum) die weder deutsch verstehen können, noch begreifen wenn die Türe bewusst vor ihnen zubleibt und wenn ich von meiner Seite einen Kontaktabbruch betreibe. Das sind einfach die Menschen, die meiner Meinung nach selber krank sind, und zwar gehörig.... Da liegt es nicht an meinen Signalen sondern an deren "Selbstüberschätzung" oder an was auch immer.

    Wie auch immer - konsequent sein ist wohl der Weg - alles beleuchten ob wieder der Beschützer in uns wach wird. Wenn ja, sich diesem gegenüber stellen - und am Besten auch dem zu bemutternden Gesprächspartner - und Tacheles reden.

    Bei mir funktioniert es gut.
    Ich spüre "Achtung, dieser Mensch könnte jemand sein", der ich Deine Richtung ich "beschütze" Dich fällt. Also - aufgewacht - er/sie ist selber groß, Selbstbeobachtung, detaillierte Gespräche und immer wieder Erdung (für mich heisst das der Person eine Zeit aus dem Weg zu gehen).

    Ich selber habe mich früher auf einem Silbertablett als williger Helfer und Egoaufbauer präsentiert. Ich habe mich geradezu wie Fallobst hingeworfen.

    Nunmehr muss ich sagen dass ist vorbei - im Gegenteil: ich komme mit meinem Leben alleine klar, ich brauche niemanden der mich braucht. Ich brauche meine ehrlichen Freunde und auch solche, bei und mit denen sich Ehrlichkeit und Konsequenz entwickelt. .... und immer wieder meine Erdung....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Juhu ich lerne...

    Ich lerne etwas wegzuwerfen, ich lerne Urlaub zu machen ohne mir Gedanken zu machen, was vielleicht in meiner Abwesenheit passiert oder wer mir fehlt, wenn ich ihn/sie nicht sehe.

    Juuhuuu....
    Denn das ist garantiert eine Auswirkung der Beendigung der Suchtbeziehung!

    Aufbewahren, sammeln und nur nicht "verbrauchen", die schönen Dinge die man/frau liebt, geschenkt bekommt oder in die er/sie verliebt ist.

    Weder habe ich die mich krank machende Beziehung beendet, noch Marzipanfiguren gegessen oder die Weihnachtsmänner vor Ostern vernichtet. Resultat: mit den Marzipanfiguren hätte ich Menschen erschlagen können, die Weihnachtsmänner wären wohl langsam grau geworden, die Suchtbeziehung hätte mich gekillt und herrliche Stumpenkerzen, die aber nicht brennen, bleiben jahrelang im Schrank....

    Genau eine solche Kerze brachte nämlich eben bei mir den Aha-Effekt. Über Jahre schon gebunkert, sieht ja so schön aus.... Wie eine andere, die ich nun in adventlicher Manier auf den Wohnzimmertisch gestellt habe mit dem Gedanken "sie wird angemacht". Die andere schweren Herzens mal angebrannt, aber immer wieder erlosch diese im eigenen Wachs (so wie ich innerhalb der kranken Beziehung) Mal kurz in die Küche, wo ich auch abends Kerzenlicht habe. Nerv, nerv, hurra - Mülleimer auf Kerze rein....

    Juuhuu ... nun habe ich also angefangen (ich merke es langsam schon seit Wochen, aber nie in dieser Deutlichkeit) dass ich mich von Dingen trennen kann die nicht gut wirken. Das war früher nicht der Fall - ich habe klammernd festgehalten.

    Zwar nie ein Messi gewesen, so gelang es mir dennoch nicht mich von wertvoll erscheinendem zu trennen oder eine Trennung zu akzeptieren und den Neuanfang mit etwas anderem. Heute gelingt es mir. Auffällig war für mich schon, dass ein Herr der Schöpfung, der mir hätte gefallen könnte, von meiner Seite mit vielen inneren guten Wünschen bedacht wurde als er eine neue Freundin fand. Kein Wehmut, kein nichts, im Gegenteil: unser Draht ist besser denn je zuvor (wobei ich nicht mal weiss, ob diese Beziehung noch besteht, die Buschtrommeln hämmern mir gerade anderes ein, was aber total egal ist).

    Mensch Leute, wie Schuppen fällt mir das jetzt von den Augen - wie sehr doch eines mit dem anderen verwurzelt ist. Wie groß doch die Gemeinsamkeit zwischen einer Kerze und einem Menschen sein kann. Nein, den Menschen werfe ich nicht weg wie die Stumpenkerze, aber er leuchtet nun in anderem Licht. Wie in meiner Küche nun eine andere Stumpenkerze :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Ihr Lieben,
    das geclonte, nun ja, ist wohl ganz sicher so .... Sucht ist wohl immer gleich - im Endeffekt.

    Nun aber mal im Ernst: Ihr schreibt Ihr habt das Gefühl es wäre Euren Gespo(e)nstern am liebsten Ihr würdet mittrinken. Ich kann in meinem Fall sagen, dass der Versuch regelmässig wieder kehrte mir etwas aufzutischen. Besonders auffällig deshalb, weil ich Alk geschmacklich nicht mag.

    Ich hatte sehr, sehr wohl den Eindruck, dass dieses damals ein ganz bewußtes Verhalten war mit dem Wunsch mir dadurch "Lockerheit" zu verpassen. Ich will nicht soweit denken, dass man/er/Süchtige einen ins selbe Fahrwasser werfen wollen, da sie aber keine Krankheitseinsicht (zumeist) besitzen ist mein Ex einfach davon ausgegangen ich kenne relaxen nicht, dazu sollte halt der Alk her.

    Somit - würde ich Alk konsumieren, wäre ich doch lockerer.... toleranter ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Quester,
    ich finde Deinen Titel, gut, wichtig, richtig und schön :)

    Aufwachen : Du machst die Augen auf! Deine Augen, Du beginnst - hoffentlich - darauf zu achten was Dich stört, Dir Probleme bereitet und was im Umfeld stimmt oder nicht.

    Jeder fängt an - jeder geht den ersten Schritt - ob Du wirklich in den Anfängen stehst, dass möchte ich so gar nicht sagen. Vielleicht bist Du viel weiter als andere ....

    Ja Quester, wenn der Wecker klingelt und uns aus unseren "Träumen" reißt, dann meinen wir, wir sind in einem Alptraum. Aber wir können langsam erkennen was um uns herum passiert, uns selber beleuchten - vielleicht erstmalig unsere wirklichen Wünsche artikulieren und auf dieser Basis unser Leben ordnen.

    Meine Beziehung und das Gehen war die Hölle! Nunmehr bin ich zufriedener als jemals in meinem Leben zu vor. Finanziell sehr viel ärmer, gerade sogar unter dem Sozialsatz, dennoch: viel, viel reicher an Leben, liebenden Menschen um mich herum und einer inneren Selbstfindungskraft, die ich mir nie zugetraut hätte.

    Aber der Wecker, der hat mich zu Boden gerissen und lange da unten am Boden - unter dem Wecker - liegen lassen.

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar

    Liebe Restless,
    ich denke, es ist nahezu unmöglich Deine Frage zu beantworten, da wir alle nicht wissen, was dieser Arbeitgeber sich so denkt. Ja, "eigentlich" geht es den Arbeitgeber nichts an ....

    Eigentlich....

    Aber .....

    Ich bin früh über jeden Arbeitgeber, der sich - wenn er Probleme entdeckt - nicht aus der Verantwortung zurückzieht. Ich bin froh über jeden Arbeitgeber, der "Tacheles" spricht und deutlich macht welche Gefahr von Alk am Arbeitsplatz ausgehen kann.

    Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass der Arbeitgeber meines Ex alles übersehen wollte, obwohl die Kollegen schon eindeutig waren - auch das Pfandgut im Fahrzeug oder die kleinen Flachen sprachen wohl für sich..... Diese Duldung - damit verbunden das weitere Gehalt und die Erkenntnis, oh es merkt niemanden - lassen die Sucht bequem werden.

    Und eines sage ich Dir: mein Exbegleiter war auffällig, war aggressiv, war nicht teamfähig und begann krank zu werden. Mal wirklich krank, weil eben draussen zu viel Kälte abbegkommen oder mal eben in der Promillelust wogegen gelaufen, oder auch mal eine SChlägerei angefangen und auf die Nase bekommen.

    Eigentlich ... sollte das einen Arbeitgeber nämlich schon interessieren. Ich als Arbeitgeber wäre um das Wohl der Mitarbeiter - und Kollegen! bedacht! Ich würde jedem Kranken helfen wollen, aber dafür nicht die Kollegen der Mehrarbeit und des Tragens der Verantwortung für den Kranken belasten wollen.

    Ich als Arbeitgeber wollte (ehrlich gesagt) auch niemanden der meinen Ruf als Arbeitgeber in Mitleidenschaft zieht, wie es ein Schläger tut, torkelnder Maschinenbediener oder ein Verkäufer mit Fahne der einen Eindruck entstehen lässt, dem Arbeitgeber ist alles egal. Das nämlich wirft für mich Rückschlüsse auf das Produkt auf....

    Ja, es gibt den Schutz bei Krankheit - ja, ich persönlich wäre eine ehrliche Seele (aber ich bin nicht alkoholkrank). Letztendlich ist das aber ein Problem, welches der Arbeitnehmer mit dem Arbeitgeber klären muss und nicht DU als Angehörige.

    Der Kranke muss nämlich mit dem Outing klarkommen, oder mit seinen Lügen. Der Alkoholiker muss sich entscheiden für Offenheit oder Still im Hintergrund halten. DER KRANKE MUSS (meiner Meinung nach) A L L E I N E entscheiden um hinterher nicht sagen zu können "Deine Entscheidung war schuld...." aber auch deshalb um zu sagen "ICH bin, war, habe ect. pp."

    In diesem Sinne wünscht eine gute Entscheidung

    Dagmar

    Genau richtig Paddy!
    Mit dieser vermeintlichen Stärke, die auch ich lebte, eine Abgrenzung, die ich mir einbildete (und in der Realität nur spielte) verlor ich mich immer mehr selber.

    Nun, ich lebte meine Abgrenzung - aber in der Folge drehten sich meine Gedanken immer mehr um das Objekt meiner Kopfarbeit. Statt also ihn weit weg aus dem Leben zu bringen musste ich mich konzentrieren wie ich mich verhalte.

    Bis ich begriff, wie Provokationen liefen sind viele Monate nach der Trennung ins Land gegangen. Warum Streits provuziert wurden, oder Unterstellungen anher gebracht wurden begriff ich erst viel später. Es ging niemals um die Lösung von Problemen in der Partnerschaft sondern nur um einen Weg, damit es einen Gang zu Freund Alk gibt.

    Ich war ganz unten - darin lag meine (einzige) Chance, erst ab da konnte und musste ich begreifen was eigentlich los war - und erst ab da konnte ich leben was ich sagte und mich abgrenzen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe phibesifra, da beginnt es: mit meiner Macht und Ohnmacht! Zu spüren, es ekelt mich an oder ich bin müde oder ich will nicht mehr um dann vielleicht zu gehen, oder gar zu bleiben weil es schön ist.

    Als Teenager war es wichtig immer bis zum Schluss zu bleiben, es hätte einem ja was entgehen können. Recht schnell fand ich heraus, dass diese Abende ganz oft sinnlos vergeudet waren, und auch ohne Alk für mich der nächste Morgen versaut und zu kurz war.

    Irgendwann - recht schnell - habe ich mich nicht mehr dem Generationendruck unterworfen. Ging wann ich wollte, kam wann ich wollte und wie ich mich fühlte. Ebenso muss es heute erst recht sein.

    Habe ich heute einen späten Abend, bin ich morgen kaputt, dann war er schön, hat sich gelohnt und ich wusste was der Folgetag mit sich bringt.

    Viel Kraft und Durchhaltevermögen wünscht Dir Dagmar

    Danke, liebe Emma,
    schön, wenn Du hier schmöckern kannst und ein bischen das Gefühl bekommen wie es sein kann wenn man/frau sich freischwimmt.

    Weißt Du, es ist für mich alles andere als leicht "ich habe mir nie den Rosengarten versprochen ;) " aber es ist so ganz anders. Jetzt lebe ich reale Belastungen, die real bewältigt werden können.

    Zuvor war es ein Druck, der von einer Minute auf die andere entladen werden konnte, sich steigerte oder in Hoffnung umschlug. Mein Körper und meine Seele brannten aus - die Kräfte wurden immer weniger - meine persönliche Erscheinung war wohl unter aller Kanone. Nicht, dass ich mich damals als schlimm empfand... aber das, was ich heute zu hören bekomme und die Blicke, wenn jemand Fotos sieht, die nur zwei Jahre alt sind, die sprechen Bände.

    Die Farben die ich trage sind fröhlich, wie ich es nun auch bin - früher schwarz/weiß. Der Stil ist nicht mehr Lappershirts wie früher (ich bin Elefantensondergröße, Zeltabteilung) sondern auch Body's ect., kaschiert durch Westen oder ähnliches.

    Ich hatte letzte Woche mal eines dieser weiten Shirts an - kuckt mich ein Kollege an, den ich sehr mag, zieht an mir rum und sagt: Ey, was hast Du denn an? Wieso willst Du Dich verstecken....

    Wieso eigentlich? War das mal wieder ein komischer Tag? Neee, ich mag diese Shirts, weil sie warm sind. Aber sie passen nicht mehr zu mir - zu dem was ich bin, fühle und wie ich mich gebe.

    Das schwierige ist, ich kann das einfach nicht weitergeben weil man/frau das in sich erleben muss. Jeder, der noch drin hängt in einer solchen Beziehung und hier ist, der möchte ja, dass sich etwas ändert. Nur die Kraft selber zu ändern, die ist eben erst da wenn man/frau - wie ich - ganz unten hängt.

    Manchmal könnte ich wirklich abgehen wie ein Herbststurm wenn ich spüre dass Menschen immer kleiner werden, gemacht werden und dann irgendwann nur noch sich selber klein machen und dadurch alle Kraft, Farbe und Power verlieren. Aber ich kann nicht helfen, nicht einmal anstoßen, weil ich es ja kenne - ich kann nicht .... wie lange habe ich das gesagt?

    Wie lange habe ich Gründe gefunden? Logische Gründe, unzählige Katzen? Wo mit ihnen leben? Wo dürfen wir hin....

    In der Not fanden wir ein Hexenhäuschen, sogar bezahlbar, ein Haus für uns alleine - mit viel Grün, Brunnen und Holzbeheizung.

    Sauviel Arbeit, ich bin abends fertig, habe ganz wenig Zeit für die Dinge, die ich gerne täte. Es ist aber ein ausgefülltes Leben, mich macht es glücklich nachher wieder Holz in allen Facetten aufgefüllt zu haben, den Beistellherd zu füttern, damit er mit Wasser aus dem Brunnen kostengünstiges Spülwasser abgibt.

    Ich werde kaputt sein, wenn ich mir die Blumenzwiebeln ansatzweise überlegt habe wohin und wie und fotografiert und geschrieben habe. Aber wie wird mich jede einzelne im Frühjahr erfreuen, wenn ich den morgendlichen Gang ums Haus mache?

    Weisst Du Emma, es ist alles so anders - es ist meins - ich bin ich - ich habe keinen Partner, ich weiß auch nicht ob sich dass nochmals ergibt, aber irgendwie bin ich mir selber genug, habe liebe Freunde und tolle Menschen um mich herum, ich denke das ist soooo viel...

    In euros arm und unter dem Sozialsatz lebend bin ich doch so reich beschenkt worden....

    Lieben Gruß von Dagmar

    So Ihr Lieben,
    ein für mich geniales Thema, da ich selber den Alk nicht mag und auch nicht die Veränderungen der anderen, auch nicht die untypische Lustigkeit und Entspannung weil es einfach nicht pur ist.

    Allerdings liegt es an mir an solchen Festen anwesend zu sein oder nicht. Ich kann gehen wenn es extrem wird oder ich kann mich mit Leuten unterhalten, die eben den Bogen nicht überspannen. Ich selber kann steuern (auch wenn es sehr schwer ist) ob ich der "Hüter/Beobachter" eines anderen bin oder nicht.

    Ich selber bin immer mit dem eigenen Auto unterwegs - so kann ich gehen wann ich meine ich will nicht mehr. Da beginnt es für mich.

    Lieben Gruß von Dagmar