Beiträge von dagmar007

    schön und schwer ... ganz schön schwer ;)

    Gestern war ich auf einer Feier, von der ich im Vorfeld nicht wusste, ob sie mir gut tun wird oder eher schaden. Ich denke, sie hat mir einfach nur viele Denkanstöße gegeben und war schön.

    Der erste Umgang mit einer Gruppe Menschen, die ich sehr mag, wo Alkohol floß. Ich hatte sehr große Bedenken, wie ich auf das Plopp der Bierflasche und den Anblick einer speziellen Sorte Weinbrand reagiere. Es gab nur ein Plopp, verschmerzt ;) Die Flasche gab es nicht auf dem Tisch, auch keinen Konsum der Marke - somit mir der Geruch erspart.
    Dafür aber einiges an Likörchen und guten Weinen. Verbunden mit dem ausgesprochenen Versuch, mich berauschen zu wollen. Nun ja, bin ja selber groß und es klappte nicht :) Ein Blick auf meinen Kaffee "wie soll ich Dich denn so "abfüllen"? Klare Antwort: "ich lasse mich nicht abfüllen und hasse Kontrollverlust" kurze Diskussion und Ende des Themas.

    So, ich war ohne Auto da, meine Rückfahrer waren schon gegangen. Derjenige, der mich quasi zum Bleiben gebracht hatte war nun schon am überlegen, wie wohl die Autos bestückt werden, damit ich ja nach Hause komme. Liebes Ansinnen, aber danke - ich laufe. Wer was getrunken hat weiss ich nicht - aber dass ich selber laufen kann weil ich nicht viel getrunken habe, das weiss ich! Heute nacht um 1.30 Uhr also meine halbe Stunde Spaziergang genutzt um den sternenklaren Himmel zu betrachten.

    Sehr schmerzlich empfand ich ein Gespräch mit einem Mädel, Azubi, deren Mutter Angst hat, dass sie Alkoholikerin wird weil sie zwei Weizen zu Hause alleine trinkt. Wie gut verstehe ich die Mutter - wie gut aber auch das Mädel, welches sagt, weil ich das jetzt trinke bin ich nicht gleich Alkoholiker. Wie schwer lässt sich vermitteln, dass es schleichend gehen kann, aber keinesfalls muss? Wie schwer ist es doch jemanden zu mögen, sich Gedanken um ihn zu machen ohne sich verrückt machen zu lassen?

    Es war ein sehr, sehr schöner Abend. Wobei mir einfach auffiel wie Kontaktprobleme durch Alkohol oder "abfüllen wollen" übergangen werden können. So wohl begannen meine Beziehung zuvor, indem der Ex alkoholisiert (wofür ich natürlich die Schüchternheit verantwortlich machte) zur Tat schritt. Heute soll mein Gegenüber meine Meinung dazu kennen, erleben um sich dann zu überlegen, ob oder wie er einen Kontakt mit mir wünscht - wobei ich dann in Folge auch für mich überlegen muss/kann/darf ob eine Kombination (auf welcher Basis auch immer) möglich wäre.

    Alles das, was früher über Automatismen lief ist heute meinem Kopf und meinem Bauch untergeordnet. Da wo ich früher auf Angebote reagierte will ich heute erst das Verhalten erleben.

    Gestern gab es eine Menge von Informationen, Emotionen und Dingen, die ich erst einmal vom Hinterkopf in Herz und Bauch dringen lassen muss. Ich war auf dem Heimweg der Vermutung nahe, dass es mir heute schlecht gehen wird weil ich erst mal ganz viel sortieren muss.

    Mein Verhalten heute morgen jedoch, das schrubben der Laminatböden, welches ich über Monate hinausgeschoben habe sagt mir etwas anderes darüber, wie es in mir angekommen ist. Gefühlsmässig - kopfgesteuert - bin ich etwas unrund, aber die Aktionen/Taten von mir sprechen Bände. D. h. (aus jahrzehntelanger Erfahrung) das Putzen steht für ein gutes Vorwärts und säubern von alten Dingen oder Gedanken, die nicht mehr passen oder mir nicht gut tun (welche auch immer das waren oder sind).

    Einfach ist das alles nicht für mich (zumal ich abgestoffelt bin, von einer Minute auf die andere, ohne mich beim Gastgeber zubedanken - was ich natürlich noch nachhole) aber ich spüre ich bin auf dem Weg zurück in das normale soziale Leben. Seit einem Jahr eine Veranstaltung mit rund 100 Personen um mich herum, die ich mehr oder weniger kenne oder kennen lernen kann. Ich war da - ich war ich - ich habe mich nicht versteckt und an niemanden klammern müssen. Ich bin gegangen als ich spüre ich muss, sonst überrollt mich die Müdigkeit, ich habe nicht gewartet, dass mein Prinz Eisenherz dafür sorgt das der Schimmel namens Auto mich nach Hause bringt und ich habe zuvor mit Pflanzenlichtern, die angeschaltet waren, mein Heim so gestaltet, dass das Heimkehren warm und hell war.

    Komisch, so viele ganz einfache Dinge, die doch so schwer und nachhaltig wiegen können.

    LIeben Gruß von Dagmar

    Fühl Dich gedrückt, liebe Kathrin,
    ich kann Dir jetzt keinen Mut machen, weil Dein Schmerz einfach sitzen dürfte. Aber gebe Euch die Zeit der Ruhe, auch wenn es noch so schwer ist. Es ist ja keine Entscheidung gegen Dich - es ist seine Entscheidung sich selber zu finden, zur Ruhe zu kommen.

    Es hätte auch genau anders herum sein können: Du bemerkst, hoppla ich werde überholt, stop(p). Ich lerne mich und jemanden anderen auch gerade erst kennen (ohne Beziehung) auch da gibt es Nähe, neue Informationen die sich setzen müssen und jedesmal ein neues Anknüpfen von dem keiner weiss ob es weitergeht. Jeder Urlaub des einen scheint Fragen des anderen mit sich zu bringen. Jede Trennung auf Zeit bedarf wieder eines vorsichtigen "haben wir uns noch was zu sagen". Es ist schwer Kathrin, und auf der anderen Seite auch schön sich wieder zu treffen.

    Ich verstehe Dich so so gut, aber es hilft uns - auch wenn es soooo schmerzhaft ist. Es hilft uns uns selber im Auge zu behalten. vielleicht hilft uns hier das Schicksal - auch wenn es ein paar Tränen mit im Rucksackerl hat.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, liebe Rosita,

    ja es gibt sehr, sehr viele Dinge, die uns nicht auffallen weil sie normal sind für uns. Sie sind normal im Alltag und gegenüber dem Partner. Aber ein gesunder Partner könnte ebenso diesen Part übernehmen, nicht aber ein Schwerkranker.

    Und genau da war für mich klar gemeinsam geht es nicht - denn diese Hilfsmassnahmen erfolgten unweigerlich durch das zusammen wohnen, da es ja meinem Grundbedürfnis von Wäschepflege, Toilette ect. entsprach.

    Du wirst noch auf viele Dinge kommen, die Dir zuvor nie auffielen. Und sei es nur die Frage "weisst Du wo das oder das ist". Nein, ich hatte es nie in Händen, habe es vielleicht gesehen und eine bessere Merkfähigkeit. Im anderen Fall könnte ich mich vielleicht als "Schuldige" eignen. Ist doch bequem, jemanden in der Nähe zu haben, der es gewesen sein könnte....

    lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Karotte,
    ich denke, Du weißt Bestens wie ich Deine Gedanken nach voll ziehen kann.

    Gerade die körperliche - nicht sexuelle Nähe - ist so ein Part für sich. Speziell spürt man/frau da natürlich auch die inneren Ängste von Menschen. Ich stecke gerade auch in einer solchen (nichtsexuellen) Begegnung, wo zu spüren ist, dass Nähe mal in den Arm nehmen, mal rumalbern gewünscht ist, aber einfach (noch) nicht möglich ist. Dennoch spüre ich Veränderungen in diese Richtung und denke, das macht sich irgendwann von selber.

    Bis dahin gibt es viele andere Menschen im Umfeld, gibt es jetzt - gab es früher nicht in der Anzahl - wo ich dieses "Manko" aufholen kann. Um Wärme, Zärtlichkeit oder Angenommen sein zu spüren benötigen wir nicht den Partner. Es gibt so viele liebevolle Menschen, mit denen wir uns ergänzen können. Menschen, mit denen wir uns ergänzen können und wo es nur um Zuneigung geht und nicht um Tauschgeschäfte "Hier Sexualität - dafür Nähe und Zärtlichkeit".

    Gespräche, die tiefer gehen, entwickeln sich in Neukontakten eben langsamer. Aber sie kommen ebenso, geb dir und Deinen Kollegen oder Mitmenschen die Zeit. Es wird sich lohnen. Auch für unsere Entwicklung, die nämlich auch Zeit benötigt.

    Was meinst Du, wie dolle ich das bemerke. Nunmehr gehe ich nämlich mit körperlichen Berührungen sehr, sehr vorsichtig um. Denn sie sind ein Eingriff ins Persönlichste des Menschen. Früher war das für mich Zuneigung, wenn mich jemand liebevoll in den Arm nahm, aber zuweilen war das nur Bezirzen oder "bekommen". Bei mir arbeitet hier sogar teilweise der Kopf, was früher nie der Fall war. Teilweise sagt mir das Hirn, diesen Menschen magst Du, möchtest ihm auch durch kleine Berührungen zeigen, dass er Dir näher ist als andere. Dann dauert es vielleicht nochmals Wochen, bis ich einfach nur am Vorbeigehen, diesen Menschen leicht am Arm berühre. Früher keine Überlegung wert! Heute schon! Und verbunden mit ganz bewusstem Gefühl und schönen Entwicklungen.

    Glaub mir, Du kommst schon noch auf Deine Zufriedenheit, aber etwas Zeit brauchen wir halt für uns und unseren Weg der "Besserung".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Dieses Wecken, liebe Rosita, war bei mir eine Sache, die mir erstmal meine Fürsorge (oder besser gesagt kranke Fürsorge) klar machte: aber hallo, ich muss doch auch selber aufstehen. Wer war ich denn damals, dass ich mich für ihn, sein aufstehen und den Gang zum Arbeitsplatz verantwortlich fühlte... die bequeme Lösung...
    Hinterher bekam er es nämlich auch ohne mich hin.

    Ich habe den Ex nie geschützt, nie für ihn gelogen - aber ihn früher mal geweckt, an Termine erinnert und und und. Dinge, die mich Kraft kosteten, Dinge, die nicht in meiner Verantwortung lagen und Dinge die mich nervten und ausmergelten.

    Ich selber habe ganz viel nicht gemerkt: das WC-Papier, welches ich besorgte, weil auch ich es benötigte ermöglichte ihm sich für nichts zu interessieren. Das Brot, welches im Hause war, der Schornsteinfeger, den ich ins Haus liess, alles das war in meinem Fall Hilfe für ihn, damit ich überlebe.

    Und wie schön ist es jetzt: der Schornsteinfeger kommt wenn er mich nicht antrifft weil ich arbeite im Regelfall am selben Abend nochmals vorbei. Oder es hängt ein Zettel. Ich trinke mit ihm einen Kaffee unterhalte mich über gott und die Welt und erfahre von ihm Firmendetails, die er besser weiß als ich :)

    Bei allen diesen Dinge wurde mir klar, wo ich überall Hilfestellung gab. Ich kaufte Weichspüler, Waschmittel ect. weil ich es ja brauchte. Nun, das ersparte ihm, was nach meinem Auszug erfolgte: er wurde an seinem Arbeitsplatz gefragt ob er Dusche und Waschmaschine nicht kennen würde. Auch hier hatte ich als Hilfestellung geboten ohne es selber zu merken. Schon das Wegbringen des Mülls hindert den Partner am vermüllen - schon unser Begleichen der Müllrechnung (damit unser Müll wegkommt) erspart dem uninteressierten Müllansammler die Konfrontation mit seiner Unfähigkeit (falls vorhanden) seiner Verantwortung gerecht zu werden.

    Alles Dinge, die mich Kraft kosteten, unzufrieden machten und mir immer wieder wie als Kind entrissen: "immer wieder ich"....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Dank Dir, liebe Karotte :) Wobei ich nicht denke, dass wir in Richtung Beziehung in Sachen Partnerschaft unterwegs sind sondern es ist einfach ein gewisses Band da, von dem ich mich fragen muss ob ich es halten will, bereit bin enger zu ziehen oder ziehen zu lassen.

    Oder sagen wir mal so, es wird enger und im Moment komme ich gut damit zu Recht, weil ich mich immer wieder erde. Ich habe NULL Erwartungen und somit auch keine Enttäuschungen mehr. Aber genau das muss ich auch so beibehalten können.

    Dazu ist aber für mich, mit meinem Hintergrund, ganz ganz wichtig, dass ich für mich meine Wünsche und Vorstellungen in mein Köpfchen packe um mich dann überraschen zu lassen, aber selber nicht überfordert bin mit Situationen, in denen ich nur noch ein "ich weiss nicht" rausbringen würde.

    Denn in der letzten Zeit war ich schon zuweilen hin und her gerissen zwischen dem, was ich möchte, dem was man tut, und dem was die Situation erfordert.

    Nun ja, die nächsten Monate oder Jahre werden es zeigen. Wichtig war für mich einfach der Start in diese Zeit und meine Gedanken über mich und das was noch kommen mag.

    Laufen lassen, liebe Karotte ist o.k. und meine Tendenz, aber im Sinne von nichts verzwingen oder selber übers Knie brechen zu wollen. Laufen lassen heisst aber auch dass ich selber wissen muss was ich will und was nicht um den Lauf dann im Notfall "umleiten" zu können.

    Früher mal konnte ich meine Bedürfnisse nicht erkennen oder habe sie mit der Zeit in den Hintergrund gedrängt, das darf nicht mehr passieren.

    Lieben Gruß von Daggi

    Nun, liebe Rosita, bei mir lag es nicht am Alter! Denn jetzt gehe ich anders mit meinen Kräften um und bringe viel, viel mehr zu Wege als früher.

    Ich erlebe für mich eine Zufrieden (trotz Leben unter dem Sozialsatz), diese bringt Harmonie in meine menschlichen Kontakte, da mir Wut und Ärger recht fremd geworden sind. Dadurch aber habe ich viel mehr Kraft (sie wird ja nicht durch wütende Gefühle verschleudert).

    Nein, jede Unzufriedenheit um mich herum schadet nur mir selber - egal, durch was ausgelöst. Auch ich hatte so Ansätze von "es wäre schön wenn, jetzt bin ich traurig, weil nicht".

    Das war dann mein stop(p)-Moment. Was erwarte ich? Warum will ich von meinem Gegenüber etwas erhalten? Warum kann ich mir das Gewünschte nicht selber geben oder warum meine ich "nur" das zu brauchen um zufrieden zu sein.

    Sollte ich es dann noch immer nicht geschafft haben mich "geerdet" zu haben, dann lege ich Zwangspausen ein! Dann meide ich die Dinge, die mich zur Unruhe bringen (sofern möglich, und sehr oft ist es möglich etwas ganz anders anzugehen).

    Eventuell hilft Dir ein Gespräch mit bzw. bei einem Therapeuten? Zuweilen sind auch Depressionen vorhanden und ein Fachmann kann helfen und wieder Stabilität geben, mir zumindest sehr wohl.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ist alles sehr richtig, liebes Kaltblut, was Du sagst. So ganz einfach fällt es mir nicht alles anerzogene abzulegen. Vor allen Dingen auch die Urinstinke des Weibchens am Herd, welches vom keulenschwingenden Neandertaler "geschützt und versorgt" wird. Denn genau darauf basiert ja "mein" Besitzanzeige und somit Erlaubnis zu mehr Kontakt oder Intimität.

    Heute morgen, bei meinem Aha-Moment, war ich mir auch ganz plötzlich klar, dass ich heute die Sicherheit (die scheinbare!!!) Sicherheit nicht mehr benötige zu einem Menschen "mein" sagen zu können. Ich bin mir sicher, dass das für mich früher ein Schutz war mich jemandem (risikolos? haha...) anzuvertrauen. Dabei entstanden da noch die grössten Risiken, was ist leichter als dem anderen nach dem Mund zu reden wenn man/frau spürt was das Gegenüber hören will.

    Erst seit wenigen Wochen habe ich die Tendenz, mich so zu geben wir es mir passt, ohne zu überlegen was, warum und wie der andere damit anfangen kann. Und es scheint genauso pur anzukommen - und zwar zumeist genau so wie ich es sage oder schreibe.

    Aber dazu war notwendig mit mir selber in Bindung zu kommen. Einen gewissen Widerspruch habe ich auch immer noch in mir. Auf der einen Seite würde ich wohl sehr gerne manches über das Wort regeln. Das aber geht meiner jetzigen Erfahrung nach nicht immer. Auch deshalb, weil einem selber zuweilen gar nicht die Worte für die Gefühle einfallen, oder aber auch es erst realisieren zu können.

    Ich denke, manchmal könnte schweigen und einfach leben wertvoller sein als etwas im Vorfeld zu sehr in Blümchen zu packen, im Besten Licht darzustellen oder sich in Wünschen hinzugeben. Aber auch das muss in den nächsten Monaten oder Jahren erst mal gelernt werden.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Viele hilfreiche Gedanken und Inspirationen Danke!

    Was mir auffiel, war das was Nicole schrieb,und zwar direkt nach dem Absenden des Posts als ich auf dem Weg zum Arbeitsplatz war "mein Partner, mein Freund"blablabla. Besitz und somit "mehr" Nähe.

    Ich habe für mich heute morgen den Entschluss gefasst, diese Klarheit im Vorfeld nicht mehr zu benötigen und auch diese Aussage nicht, da diese über "nichts" befinden kann wenn Zusammengehörigkeit beginnt.

    Nein, liebes Kaltblut - es beginnt so nicht einfach bei mir. Denn bei mir muss vorab mein Kopf mit meinem neuen Denkgefühl befreundet sein mit dem Herzen. Würde ich es so "einfach" auf mich zukommen lassen (denn so handelte ich es bisher) dann käme jetzt der Moment mich zurückzuziehen aus der Entwicklung, die stetig erfolgt.

    Ich für mich muss wissen wie ist meine Verfassung zu dem Thema - was will ich mit wem und wie und wie bin ich bereit mich dabei am Besten kennen zu lernen, und zu stop(p)en falls ich wieder in ein Rädchenwerk gerate.

    Ich spüre gerade die Intensivierung in einem Kontakt, bestädig, beharrlich, immer natürlicher, wenn auch mit kleinen Ängsten überzogen von beiden Seiten, ganz vorsichte Annäherungen, die aber irgendwie so ganz logisch, selbstverständlich und nahezu unausweichlich sind. Wohin die führen ist nicht so wichtig. Aber es ist Leben in dem Kontakt und ich weiss nun dass ich bereit bin das anzunehmen was kommen mag. Noch vor drei Monaten hatte ich Angst davor - egal ob es nur lockere Freundschaft oder Verliebtheit sein könnte.

    Ich hatte damals Angst, vor allen Dingen vor meinen eigenen Wünschen oder Erwartungen. Ich konnte jedoch an mir feststellen, dass mich keine Eifersucht begleitet sondern die Feststellung, dass diese oder jene Person dem Betreffenden gut tut. Somit auch egal wäre, wenn es zwischen den beiden eine Beziehung gäbe.

    Somit also für mich erstmalig im Leben die Situation dass mir ein Mensch etwas bedeutet, ich das aber nicht auf eine Beziehung zu mir in Verbindung bringe - den Freund oder Gesprächspartner kann er für mich genauso wenig oder mehr sein wie jetzt auch.

    Das ist ganz viel Soziales "so muss es ein", was mich begleitet.

    Sehr gut getan hat mir Auroras Beitrag, da er meiner Situation ähnelt im Punkt einer langsamen Annäherung. Das nämlich kenne ich so nicht, es gab eigentlich immer ex oder hopp-Entscheidungen. Hier entwickelt sich nunmehr über Monate (wo ich früher dachte, da hat sich doch schon alles entschieden, wenn ein Fünkchen da ist). Diese Unsicherheiten dem anderen gegenüber lassen nach, es baut sich ein so ganz inneres "ja" auf. Klare Augen die mich ansehen und wo mir Augen mehr zu verraten scheinen als Worte. Ungekannt, da zuvor immer zwischen up und down ist das wohl das unbekannte, das Neue und beängstigende (gleichwohl aber wunderschöne).

    Liebe Sad,
    es handelt sich bei mir um einen Menschen, den ich vor einigen Monaten kennenlernte, der meines Erachtens nichts mit dem Thema Sucht zu tun hat.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hm, die kranke Variante habe ich ja nun lange genug gelebt: kennenlernen, zu meinen eine Symbiose zu erleben und quasi sich dem anderen verschreiben.

    Was aber wäre, ist oder wie entwickelt sich eine gesunde Beziehung zum anderen Geschlecht?

    Gut, klar, ich lerne jemanden kennen, versuche ihn/sie so sein zu lassen wie er/sie ist, versuche nicht zu biegen zu brechen oder zu manipulieren. Schön, dann sind wir mal im Punkt "ich nehme Dich so wie Du bist".

    Im glücklichsten Fall kommt ein näheres Kennenlernen und vielleicht ein Bewußtsein, "Du interessierst mich sehr nahe".

    Und dann???

    Wie bei sich bleiben ohne zuviel über sich zu erzählen (und dem anderen quasi ein Verhalten in Sachen rosarot implementieren) aber auch nicht zu wenig. Wie eine klare Linie schaffen, wenn diese sich doch erst entwickeln muss? Wie körperliche Nähe zulassen ohne das zwangsläufig durch eine "Beziehung" zu diktieren? Denn genau das war meiner Meinung nach ein verhängnisvoller Fehler in meiner Vergangenheit.

    Zum kennenlernen und einlassen gehört für mich heute auch die Möglichkeit das dann sein zu lassen weil es nicht passt. Somit würde das in meiner heutigen Art zu leben bedeuten einen Menschen kennenlernen, ohne sich auf eine Beziehung festzulegen, und zu leben was kommt (egal in welchen Facetten) eine Entwicklung (egal in welche Richtung) zukommen lassen.

    Eigentlich aber entspricht das meinem (kranken?) Naturell aber nicht: denn für mich mussten immer die Zugehörigkeitsverhältnisse klar sein. Körperliche Berührungen ect. gab es nur innerhalb einer (kranken?) Beziehung. Letztendlich könnte ich hier vielleicht auch umdenken, weiß aber tatsächlich nicht ob der gedachte Weg der Richtige wäre.

    L a u f e n l a s s e n mit allen Erlebnissen oder Ereignissen, die sich so abzeichnen ohne diese sozial anerzogenen Richtsäulen zu bauen. Der Zeit ihre Entwicklung lassen. Denn eigentlich erlaubte nur dieser Weg eine freie Entwicklung, die ohne Fesseln eines "offiziellen "ja" erlauben sich zu nähern oder zu entfernen, wie es die Entwicklung ergibt.

    Etwas konfus, gebe ich zu, aber ich kenne bisher nicht den gesunden, normalen Weg und wäre mal neugierig, wie Ihr das denkt, fühlt und lebt...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Karotte, guten Morgen,
    wie schön, dass menschliche Größe nichts mit Körpergröße zu tun hat ;) sondern tatsächlich eher Kreativität, Ideen und der Mensch selber :)

    Ach Mädels "alleine sein". Vom Grundprinzip macht mir das nichts aus. Wohl gibt es ein paar Menschen, die mir etwas bedeuten, die ich auch gerne näher kennenlernen würde. Wenn es dann um die Herren der Schöpfung geht, dann aber frage ich mich, woran liegt da dann wirklich mein Interesse? Wäre es eine Beziehung, wäre es einfach ein Hormonschub oder was ist es wirklich? Ehrlich gesagt, so ganz richtig finde ich die Antworten (noch) nicht.

    Ehrlich gesagt, (das werde ich aber innerhalb eines anderen Themas fragen) ist mir eigentlich so gar nicht richtig klar, wie eine gesunde / normale Beziehung starten kann. Ich kenne nur das kranke Element.

    Und glaube mir, liebe Karotte, der Arbeitsplatz begleitet uns viel Zeit in unserem Leben. Wenn wir da etwas Geborgenheit und Angenommensein erhalten, dann ist das soooo viel wert. Ich denke, viel von meiner Stabilität kommt von den Menschen an meinem Arbeitsplatz.

    Halt Dich wacker meine Liebe

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey und guten Morgen Melanie,
    ist alles richtig was Du schreibst! Ich selber lebe unter dem Sozialsatz und eigentlich gelingt mir das überleben kaum. Aber.....

    Das Gehen mit allen seinen Ängsten und mangelnden Finanzen war der Horror. Dennoch ein Aufstieg: ein Punkt der Ruhe, des endlichen nicht mehr 24 Stunden auf Hochspannung sein.

    Nein - finanziell geht es mir schlecht ... Aber das macht nicht mein Leben aus! Ich lebe mich, wenn ich mir fotos der letzten Jahre ansehe, dann werde ich wieder jünger! Sozial bin ich, trotz finanzieller Armut, aufgestiegen und kontaktfreudiger. Ich nehme Wahlrecht wahr und nehme wieder an sozialen Zusammenkünften wie Firmentreffen teil. Früher hatte ich mich selber ausgegrenzt.

    Ich kleide mich fröhlich, auch mal gewagt - ich trage wieder den Schmuck, den ich schon immer hatte, der mir aber zuviel war überhaupt an- oder abgelegt zu werden. Ich dekoriere, ich pflanze - schon von weitem ist sichtbar mir geht es gut. Ich kenne keine Wut mehr, keine Verbitterung oder Enttäuschung.

    Nach wie vor gibt es in meiner Person viel zu lernen. Die Anfänge sind getan: der Ausstieg aus der schädlichen Beziehung als Einstieg in ein soziales Leben für mich. Ich bin ohne Beziehung, lebe soweit mir bekannt keine Co-Tendenzen mehr sondern bin sehr um meine egoistische Bodenhaftung bemüht.

    Meine Co-Zeit mit dem suchtkranken Partner hatte aus mir ein Wrack gemacht, welches weder sozial sei konnte (weil ich viel zu fertig war) weder sozial beteiligt sein wollte (weil mir alles zuviel war und mich nicht mehr interessierte). Ich war ausgestiegen aus dem, was Gesellschaft sein kann! Merkte es damals aber nicht. Erst jetzt bemerke ich Monat für Monat was alles zurückkommt und was ich nicht mehr gelebt hatte (obwohl es 30 Jahre zuvor für mich normal war).

    Bei mir war es der totale Abstieg durch meine Co-Abhängigkeit und die Fixierung auf einen anderen Menschen. Geld braucht man/frau zum überleben Melanie das ist richtig, und ich weiss nur zu gut wovon ich rede und nie wie ich meine Rechnungen zahlen soll....

    Aber ich lebe, ich bin zufrieden und glücklich und kämpfe eben immer wieder um die nächste Rechnung. Aber heute nicht mehr mit Frust, nein, heute sehe ich die Sonne, lächelnde Menschen und meine Pflanzen. Heute fühle ich mich mit Tier, Mensch und Gesellschaft verbunden .... was zuvor nicht der Fall war. Ich war eingeigelt in ein Cocon von Frust, Unverständnis und Pessimismus mir selber gegenüber.... Unzufrieden, Unglücklich und ständig auf der Stelle tretend, so war die Zeit bis zu meinem Ausstieg.....

    Finanzen sind ein Punkt - der Überlebenspunkt - aber meines Erachtens der Unwichtigste. Und das sage ich, obwohl ich nicht weiss wie ich überleben soll. Zuvor aber habe ich auch nicht gelebt, sondern nur vegetiert.

    Heute will ich überLEBEN und nicht vegetieren!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach wem sagst Du das, liebe Karotte, es war so mein Sport, mein Stil und ganz tolle Menschen - aber eben in Stuttgart und Bad Liebenzell.

    Das System, welches dahintersteckt ist jedoch mittlerweile ziemlich korrupt und nicht "astrein". Im Kampfsport ist es zumeist so, dass wenn man einen Stil begonnen hat für jeden anderen (der andere Regeln hat) "verloren" ist. Ich habe Vollkontakt-Kung-Fu betrieben. Vollkontakt gibt es in den anderen Systemen, aber auch im Kung-Fu, nicht so häufig, in dieser ländlichen Region hier gleich drei mal nicht.

    Es fehlt mir ja - aber ich kann nicht das zurückholen, was ich an anderen Orten damals erlebt habe und was so wunder, wunderschön war.

    Um das alles aber wieder zu relativieren: ich hätte weder das Geld für die Beiträge noch die Zeit, neben Holz hacken und Katzen versorgen diesen Sport so zu betreiben wie es sein muss. Noch nicht mal halblebig, jeden Tag bin ich jetzt beim "Spänle" machen Anzündeholz herzstellen. Wenn das überstanden ist, kommt das Winterholz und dann der Garten abbau, Knollen raus ect. pp.

    Es war ein Kapitel meines Lebens, dem eben nun ein anderes folgt. Jedes dieser Kapitel hat schönes für sich.

    Ja, Julchen - unsere Wohnung - unser Styling unser Leben. Schaut mal, ich habe mein Leben lang gewählt. Heute werde ich es wieder vor Ort tun. In der Zeit der Suchtbeziehung habe ich erst Briefwahl getätigt und es dann einschlafen lassen. Ich habe mich nicht mehr eingebracht, habe meine Rechte nicht mehr wahr genommen - in allen Punkten.

    Nein, es gibt niemanden zu wählen, der mich überzeugt, ganz sicher nicht, aber nichts zu tun, ist einfach ignorant. Ein Recht welches wir haben, dürfen wir nicht verspielen, habe ich aber früher. Dieses als harmlosestes Recht und viele anderen auch, die mich fast mein Leben gekostet hätten.

    Liebe Rosita, meine Veränderungen und Bewegungen hier sind anders als jene in der Alkbeziehung. Hier mache ich es für mich und nur für mich. Früher habe ich auch dekoriert und gestaltet, aber irgendwie war ich von der Anerkennung des anderen abhängig. Ich wollte für uns etwas tun und nicht für mich. Somit habe ich das immer mehr eingestellt, weil es ihn nicht interessierte. Jetzt gibt es keinen ihn sondern nur mich. Somit mache ich nur das, was mir auch wirklich gefällt, wonach ich mich wirklich fühle, und somit bin ich langsam bei mir. Wie gesagt, langsam. Denn jetzt - nach über einem Jahr - ist der letzte kleine Karton verschwunden und auch das nur von mir und den Katzen bewohnte Schlafzimmer wird gestaltet.

    Wir merken doch gar nicht, was mit uns passiert wenn wir uns in anderen verlieren oder anderen dienen und helfen. Ich habe doch das komplette Leben drumherum und am meisten mich vergessen. Und es dauert ziemlich lang, es wieder ans Tageslicht zu holen.

    Es scheint aber noch alles da zu sein :) Dem aber folgt ja noch mehr. Wenn ich mir erlaube mich zu entwickeln und nicht stehenbleibe - wenn ich mich lebe mit allen Wünschen, Gedanken oder Fragen so wachse auch ich. Ein Wachstum, welches ich mir früher selber beschnitten hatte. Mann oh Mann....

    So, meine Lieben, noch etwas Kaffee, ein paar Nikotinzüge und ein langes Bad, dann ab zum Wählen und wie 1/3 der Deutschen recht unentschlossen sein.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich würde sagen,
    es geht mir gut :)

    Gestern habe ich meiner Psychotherapeutin eine Minisonnenblume nebst einigen Zierkürbissen überreicht "als Früchte dessen, dass sie mich aus dem Teufelskreis Arbeitsplatz (Lover) damals rausgeholt hat". Diese symbolische Aktion schien sie sehr zu erfreuen, auch weil es optisch war hergab, diese hellen gelben Farben - sie war gestern auch überwiegend in gelb gekleidet (zufällig ich auch :)

    Ich habe nun alle Zeitungsberichte von mir aufgehängt und persönliche Bilder zieren mein Heim. In den letzten Wochen beginne ich auch im Schlafzimmer um-an-oder aufzubauen. Ein Jahr lang war es eben Schlafraum, nett ja, aber kein Raum, um den ich mich besonders kümmerte. Das wird gerade anders. Warum auch immer....

    Mein seit einem Jahr andauerndes Problem mit der tagelangen Nichterreichbarkeit am Telefon hat sich mit dem Besuch eines Technikers gelöst: Beim Laminat legen hatte der Schreiner zielsicher einen Minninagel in das Minikabel geschlagen - genau in die Mitte. Soviel Zielsicherheit an einer Sockelleiste, die verdeckt, muss man erst mal haben.

    Den wohl letzten Umzugskarton habe ich ausgepackt und den seit einem Jahr "rumliegenden" Softgymnastikball als Sitzmöglichkeit aufgepumpt und in die Küche gebracht. Sehr zur Unfreude der Katzen "Mann, Frau, schon wieder was neues" scheinen sie zu denken.

    Günstige Chrysanthemen, weil vom Händler zu wenig gegossen, pepple ich wieder auf und habe somit eine recht schöne Blütenpracht ums Haus herum. Meine Vergissmeinicht und Bellis vom Frühjahr haben mir tatsächlcih den Gefallen getan und sich zahlreich vermehrt. Nunmehr kommen sie in die Balkonkästen, damit ich im Frühjahr meine Freude an ihnen habe.
    Meine Palmen werden gerade alle umgetopft und kommen nun stückweise wieder ins Haus. Nicht ganz einfach, mit so vielen, rund 2 m hohen Pflanzen.

    Anzündeholz für die nächsten 6-9 Monate, also den Winter habe ich in Massen gehackt.

    Leider sind viele Dinge, die ich gerne gemacht hätte, bei obigem auf der Strecke geblieben. Somit werde ich demnächst Urlaub beantragen.

    Ich würde sagen, es geht mir gut, ich fühle mich wohl und das Singledasein ist schön und zufriedenstellender, als das was ich in Beziehungen mein Leben lang erlebt habe. Das muss nicht heissen, dass es nicht irgendwann mal eine gute Beziehung geben kann (evt. auch für mich) aber bis dato lasse ich es mir hier so gut gehen.

    Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen den Ex von weitem sehen zu müssen, also ist er noch zuweilen hier am Arbeitsplatz. Nun ja.... hoffentlich passiert das nicht oft, ich sehe ihn ungern - werde noch ungerner an die gemeinsame Zeit erinnert. Der eine oder andere meldet sich bei mir, der noch Forderungen an ihn hat und er "unbekannt verzogen" ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Bleegle,
    ein bischen schwer fällt es mir Dir zu antworten, weil Deine Fragen so viel "er" und "wir" enthalten. Ich für mich musste lernen, dass nur wenn ein ausgeglichenes und glückliches "ich" da steht überhaupt ein "Wir" etwas werden könnte.

    Nein, in meinem Fall gab es kein "wir". 10 Jahre versaut - wie Du denken könnstest. Nun ja, aber vielleicht lebe ich noch 10 oder 20 Jahre - und die dann ganz sicher (wenn auch ärmer) glücklicher als die letzten 20! Weil ich bei mir bin, weil ich gelernt habe mich ernst zu nehmen, meine Bedürfnisse zu spüren und zu aller erst diese - meine - zu erfüllen bevor ich nach anderen frage. Nicht aus Egoismus, sondern weil nur eine gesunde Dagmar anderen eine Stütze, Hilfe oder Freund sein kann.

    Ob Dein GG es jemals begreift ist dahin gestellt. Ob Dein Gehen ihn zum aufwachen bewegt ebenso.

    Nachdem die Schuld ja beim bösen Sozialbericht zu liegen scheint dass sich nichts tut habe ich meine Probleme einen Erfolg für EURE Hoffnungen zu sehen oder mir vorstellen zu können.

    Eure Familie wird wohl nicht nur durch den Alk Deines Mannes ruiniert, sondern auch noch durch Dich, die ja selber von sich sagt, sie drehe sich im Kreis und weiß heute nicht was morgen gut ist. Das ist inkonsequent und einfach nicht wissend was gut oder schlecht ist. Vielleicht Angst eine Entscheidung zu treffen, ich weiss es nicht. Ich spüre nur bei Deinen Zeilen, dass Dein Mann und Du eigentlich auf dem selben Stand bleiben, über manches reden oder schreiben, aber Taten nicht erfolgen.

    Ja, Du bist leer - war ich auch - ich war kraftlos und einfach nur ein Häufchen Elend welches funktionierte. Genau das war mir zu wenig. Ich wollte wieder leben. Mit genau diesem Wunsch begannen meine Änderungen und Taten. Fast unmögliches funktionierte plötzlich: Arbeitslos mit 47, 600 Teuros zum Leben ... doch ich fand ein Haus, danach einen tollen Job (von dem ich hoffe er wird verlängert) und last not least mich, mein Leben und meine Zufriedenheit. Alles das ohne "er" und ohne "wir". Es gibt nur noch mein Leben und das meiner Tiere - aber ganz viele liebe Menschen in meinem Leben, die wertvoller sind als mein ehemaliger "er" und mit denen ich ein schöneres "wir" lebe, als ich es in der Beziehung jemals tat.

    Lieben Gruß von Dagmar


    Mit schlechten Zeiten ist ja wohl nicht unbedingt gemeint dass einer abstürzt. Sind schlechte Zeiten nicht vielleicht Umstände des Umfeldes?? Sind es nicht Widrigkeiten, die ein Paar gemeinsam bekämpft. Ich lese hier immer heraus dass "gute wie schlechte Zeiten" interpretiert wird auf die schlechten Zeiten des anderen. Dabei gibt es aber auch das Veursacher-Prizip, oder???

    Hallo Ihr Lieben,

    wenn ich nur die Überschrift lese, dann fällt mir ein ganz spontanes "ja" ein.

    Ich war innerhalb einer Suchtbeziehung gefangen in meiner "Sucht", mir ging es schlechter und schlechter, die Kraft und meine sozialen Bindungen wurden langsam weniger.

    Finanziell war der Ausstieg aus der Beziehung eigentlich nicht zu schaffen - speziell der Neuaufbau, da damals arbeitslos. Dennoch: mein gehen war ein Aufstieg. Wäre ich geblieben, dann wäre der komplette Abstieg und Ausstieg aus dem Leben ganz sicher gewesen!

    Davon mal abgesehen, wenn ich hier einige Beiträge lese von Partnerinnen innerhalb von Alk-Beziehungen, die sich selber verloren zu haben scheinen, dann ist das Abstieg/Ausstieg aus dem Leben. "Er" er, er - das ist Ausstieg aus dem eigenen Leben.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lieber Hartmut,
    mein Ex war Alkoholiker, das, was ich erlebte war abschreckend - aber nur ein (!) Mensch hat dieses abschreckende durchgeführt.

    Sein nasses und verantwortungsloses Verhalten kann ich für mich auf keinen Fall auf Trockene Alkoholiker übertragen, die zudem mir gegenüber ein einwandfreies Verhalten zeigen. Letztendlich ist jeder Mensch individuell und von einem auf "ähnliche" zu schließen wäre wohl sehr voreingenommen.

    Ich traue jedem Menschen so lange bis ich hinters Licht geführt wurde - nehme aber meine persönlichen Verhaltensschutzmassnahmen in Anspruch.

    Da ich aber den Alkoholabhängigen nicht mehr in meinem Dunstkreis habe kann ich Dir vermutlich keine Antwort geben. Jedoch habe ich Menschen um mich herum, Arbeitsplatz, die (wenn auch wenig) konsumieren und somit auch möglich wären, dass sie Probleme haben. Das jedoch ist nicht meine Sache sondern deren. Wenn ich sie als Mensch achte, dann intensiviere ich den Kontakt oder öffne mich oder freue mich über deren Öffnung. Ich lerne einen Menschen kennen und nicht jemanden, der vielleicht trinkt oder rückfällig wird oder oder oder.... Ich musste lernen dass es für nichts Garantien gibt.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Hartmut,
    eine interessante Frage, über die ich mir noch nie Gedanken gemacht hatte. Ich selber sehe es erst einmal so, dass hier Menschen sind, der eine oder andere schreibt etwas, zu dem ich eine Antwort im Kopf habe, die ich dann im Regelfall auch einbringe.

    Für mich ist ein, jetzt trockener, Alkoholiker ein genauso guter oder schlechter Gesprächspartner wie ein Co oder ein Kind von Alkoholkranken.

    Desweiteren denke ich, so unterschiedlich unsere Süchte auch sind, so gleich sind sie auch im Konsum und mit den Begleiterscheinungen. Wut/Trotz/Schuldzuweisungen/Entzug/Loslösung und das Lernen neuen Verhaltens betrifft uns alle.

    Aber auch ich bin schon sehr, sehr oft gestolpert über die Fragen von uns Co im Alkoholikerbereich, von denen ich oftmals das Gefühl hatte dass eine "Gebrauchsanleitung" für den kranken Partner-/in gesucht wird und keinesfalls die Reise zum eigenen Kern der Sucht.

    Aber auch das dürfte wieder bei allen unseren hier betroffenen Gruppen gleich sein: die Wahrheit ist nicht schön und nicht jeder will sie erkennen, geschweige denn den Weg der Gesundung gehen.

    Etwas weiteres ist mir aufgefallen: im Bereich der Alkoholbetroffenen gehen die Menschen zumeist Schritt für Schritt in ihrer Entwicklung - in einer zumeist erfolgreichen Entwicklung. In unserem Co-Bereich finde ich viel häufiger Erklärungen warum Veränderungen jetzt nicht gehen, so nicht gehen oder warum Kritik in genau diesem Fall nicht stimmt. Ich empfinde oftmals die Verleugnung der eigenen Sucht in unserer Co-Region viel schlimmer als die im Bereich der Alkoholiker.

    Last not Least bringt mir das Lesen im Alkoholikerbereich - vielleicht auch das Schreiben - eine ganze Menge an Erklärungen für mein vergangenes Leben und vor allen Dingen die Gewissheit das Richtige getan zu haben um nun in meinem Leben zu stehen, ohne meinem damaligen alkoholkranken Freund in meinem Leben.

    Ich bin nunmehr über ein Jahr hier aktiv und stelle bei uns Co fest dass die Zahl derer verschwindend gering ist, deren Hoffnung eventuell hätte Früchte tragen können. Zumeist ist es doch bei uns Co das Spiel der Hoffnung, des immer-schlimmer-werdens und leider nicht immer der Veränderung des eigenen Lebens.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hm, bei mir lief das irgendwie anders: wohl fand ich Gründe nicht zu gehen, aber ich habe nie auf einen Auslöser gewartet (weil ich ja nicht gehen wollte :(

    Plötzlich brach auf einen Schlag "Familie Auslöser" in mein Leben ein: Herr Alkohol und Frau Agression nebst ihrer Kinderschar namens "Fahren unter Alk" "Besuche von Polizei und Gerichtsvollzieher" und deren Enkel namens "Sorgen ums Übeben von mir und meinen Tieren" war mit einem Schlag auf der Matte und es ging nun ganz schnell.....

    Wie eben beim Alkoholiker: der Leidensdruck muss so unerträglich werden, dass ein gehen mit weniger Leid verbunden erscheint als das Bleiben.

    Geht es ? Geht es nicht ? Wie oder wo steht der Mut zu sich selber "Ja" zu sagen und zu einer Beziehung "Nein". Ich denke nämlich, da beginnt und endet diese Frage.

    Was bin ich mir wert?
    Wo ist meine Selbstliebe?
    Wie offen bin ich bereit gegenüber Kritik und Offenheit meines Umfeldes, welches wohl schon länger erkannt hat was läuft?

    Punkte also, die der Selbstbeobachtung, Reflexion und Kritikfähigkeit, zugehörig sind. Die Anfangsbereitschaft in sich zu gehen und den anderen "gedanklich" zu verlassen, nunmehr nur sich selber zu sehen, also einen Teil der symiotischen, krankhaften, Verbindung schon gekappt zu haben, der Anfang vom möglichen Ausstieg aus der Sucht.

    Ich bin dankbar wenn ich Berichte von Neulingen lese, die mich immer wieder daran erinnern, dass ich ähnlich dachte wie viele von Ihnen. Jeden Tag bin ich dankbar, dass Familie "Auslöser" über mich hergefallen ist und mir ermöglicht hat wieder in meine Selbständigkeit zurück zu kehren.

    Ich danke immer wieder für das Leben, welches ich nun führen kann - begleitet von finanziellen Existenzängsten - aber das in einer Existenz, die nunmehr meine ist :) Keine Ängste mehr von einem anderen, keine Ängste mehr vor Fremdbestimmung, vor ständig ändernden Situationen (von denen jede als sich schon hätte ein Auslöser sein müssen, wäre ich damals gesund gewesen).

    Ja, es ist bequem zu sagen "irgendwann".... Und wenn sie nicht gestorben sind.....

    Und manche tun es, weil eben dieser Auslöser nie kommt und sie innerlich so vereinsamen dass das Leben wirklich nicht mehr lebenswert erscheint.... und dass dann unter dem Deckmäntelchen von "ich liebe ihn/sie doch so sehr...."

    Lieben Gruß von Dagmar

    Schuldzuweisungen und Schuhwerk - ein verflixt guter Vergleich.

    Mein Leben ist ein langer Fußmarsch, für den ich das geeignete Schuhwerk benötige. Da gibt es ein paar bequeme Wanderschuhe, die ich tragen kann und die einen guten Platz im Schuhschrank haben.

    Dann gibt es ein paar sommerlich leichte Sommerstiefel oder Sandalen, die für die leichten Momente da sind.

    Dann aber gibt es die Schuhe, die mir gefallen, die aber Druckspuren hinterlassen und bei denen ich Jahre brauche bis ich sie richtig eingelaufen habe (die guten Dinger also schon aus der Mode sind). Manchmal dauert das bei mir 3 Jahre (Cowboystiefel ect.)

    Es gibt aber auch die Schuhe, die Fehlkäufe waren (ähnlich wie Schuldzuweisungen) in die passe ich niemals. Sie werden mir immer Druckstellen oder Blasen verpassen weil sie unpassend sind für meine Füße und für meinen Lebensweg.
    Oftmals stehen sie über Jahre in meinem Regal und es dauert lange, bis ich mich von ihnen trenne. Erstmal weiter weg, dann irgendwann in die Altkleidersammlung.

    Diese Schuhe, also, die unpassend vor meiner Nase stehen - die ich nicht anziehen kann oder will - die sind nicht unnötig. Sie sagen mir doch auf was ich beim Kauf achten muss, oder?

    Schuldzuweisungen ... ich habe es abgelehnt mir diese anzuziehen einfach dadurch, dass ich jeden Tag versuche bewusst zu leben und alle Entscheidungen bewusst zu treffen, zu treffen unter a) dem wichtigsten Aspekt (mir selber) und b) dem des anderen (Eltern, Kollegen ect.). Bin ich von meiner Überzeugung "überzeugt" habe für mich alles in die Waagschale geworfen und abgewogen, so kann Schuld mich nicht übervorteilen oder aus dem waagetechnischen Gleichgewicht bringen.

    Ich kann mich nicht so um meine ältere Mutter kümmern wie ich möchte, die Entfernung ist da und ich habe eine stressige Art von Alltagsbewältigung. Ich würde gerne mehr geben, aber ich kann nicht. Meine Batterie hat nur so und so viel Kraft - das weiss ich und muss ich akzeptieren. Im anderen Fall würde ich sie auspumpen und ganz leeren... Das hilft dann keinem mehr.

    Schuld, Sühne, was wäre wenn und ect. blabla. Das würde mich nur auf der Stelle treten lassen in meinen zu engen Schuhen. Vielleicht muss ich ab und zu mal in ein paar gemütliche Socken rein um die Enge von Schuhwerk zu vergessen und nur Wärme und Schutz zu spüren. Meinen Schutz, meine Füsse und meinen Körper....

    Ich bin ein Mensch, ich mache Fehler und bin nicht perfext, bspw. am Arbeitsplatz. Ich kann es nur versuchen, für die Zukunft besser zu machen ... Schuldvorwürfe machen es nicht besser sondern lähmen mich. Habe ich einen Fehler gemacht, so habe ich das Problem Angst zu haben ihn zu wiederholen und somit bugsiere ich mich selber in schwere Situationen wo ich wieder und wieder prüfe ob ich alles richtig gemacht habe ... und platsch wieder ist ein Fehler dabei.

    Genau hier muss auch ich noch lernen. Peux un peux, immer ein bischen weiter. Je mehr ich Abstand halte von Vorwürfen was gestern falsch lief, desto besser kann ich es morgen machen.... In dem Wissen (den Schuhen also, die ich nicht anziehe und die mir hinterherlaufen) wie ich es besser nicht mache.

    Lieben Gruß von Dagmar