Liebe Trauerkloss,
rechtfertigen, ja das war früher auch meine Spezialität. Ich wollte es ja allen und jedem Recht machen - nicht mir, nein den anderen, denen gefallen oder alles richtig machen zu müssen war wohl ein Anspruch an mich.
Ohne Arroganz : das habe ich nicht mehr nötig. Ich entscheide was für mich gut und richtig ist. Dabei kann ich eine falsche Entscheidung treffen, die muss ich dann halt auch selber vor mir ausbaden oder eben vor und mit einem anderen Menschen. Auf der anderen Seite, liebe Trauerkloss, ich habe Dir schon mehrfach gesagt, DU bist interessant nicht er. Du aber bist immer beim "er" "ihn" ect. Eine richtige Freundin übt Kritik - zumindest sehe ich es für mich so - nach dem Mund reden könnte ich mir selber.
Sauer sein, schon lange habe ich das Gefühl nicht mehr verspürt, darüber bin ich froh weil ich früher viel ungute Wut in mir hatte, die auch willkürlich sich Luft machte. Einfach geballte Wut, die zum falschen Zeitpunkt aus mir rausfloss.
Derzeit bleibt alles in und bei sich. Ist eine Situation unschön so betrachte ich sie, verarbeite sie, handle oder lasse Zeit zu. Wut entsteht derzeit für mich nicht mehr.
C o - M u s t e r
Ach nein, wie schön 
Ist man/frau doch gewöhnt sich um Menschen zu kümmern, die man/frau mag, dann möchte man/frau sie vor "Schaden" bewahren. Nicht nur in Beziehungen 
Ich muss derzeit neue Papiere für Mitarbeiter ausstellen wozu Angaben benötigt werden. Nicht alle Mitarbeiter haben diese geliefert. Uuuups, wollte ich doch tatsächlich jemanden auf das Fehlen der Daten ansprechen, der mir etwas näher ist als andere.... Huuch, Fräuleinchen
Ist er selber gross oder nicht? Hast Du ihn bereits darauf angesprochen? Na klar! Also .... selber groß, selber in der Bringschuld und Mama bin ich ja nicht 
So schnell aber könnte es gehen mit Besorgnis und mögen eines anderen - diesen vor Schaden bewahren wollen und ihn dadurch entmündigen!
Ja, darin sich um andere sorgen war bin ich als Co recht gut
Bitte keine Missstimmung, bitte Harmonie und "alles ist gut"-Stimmung. Aushalten konnte ich ungute Situationen nicht.
Nunmehr war ich in einer, die für mich sehr belastend war. Nun gut, ändern kann ich nichts daran. Ich kann aber meinem Gegenstück sagen, dass es auf sich selber achten soll weil es derzeit überlastet wirkt. Nein, ich gebe keine guten Ratschläge mehr
Ich sage "achte auf Dich, Du bist mir wertvoll, ich mache mir Gedanken um Dich" aber kümmern musst Du Dich selber.
Und huuchh, schau mal ach nee, sieh mal da: Mein Gegenüber hat wieder für sich selber (und das nicht zum ersten Mal) für sich selber den Weg gefunden wie es aussieht. Der Anflug von Melancholie ist wieder verflogen, die Misstimmung auch. Ohne meine aktives Mitwirken! Mein Gegenüber hat wieder selber Stärke in sich aktiviert und wieder für sich einen Schritt getan. Selber - ohne eine "du musst, du kannst, du solltest"-Tante wie mich die früher meinte zu wissen was für andere gut ist.
Mensch, mensch, mensch. Ich will gar nicht wissen, wie ich früher in das "du musst, du sollst" meine WÜnsche eingearbeitet habe damit das Gegenüber das tut was ich möchte um so für mich förderliche zu sein - ohne Rücksicht auf den Betreffenden selber.
Manipulation könnte man/frau sagen.... Zumindest aber das Abnehmen eigener Entscheidungen und das Drängen in (m)eine Ecke.
Angst also, dass jemand nicht so reagiert wie es mir förderlich wäre? Angst, jemanden durch dessen eigene, freie, Entscheidung zu "verlieren"???
Ein tolles Deckmäntelchen war die "Liebe" die ich meinte für den anderen zu empfinden, den ich aber beständig versuchte ans Gängelband meiner "Du musst, du sollst"-Ansichten zu nehmen. Ich sehe heute durch das komplett gegenteilige Verhalten und das ich nur sage wie ich mich bei diesem oder jenem Verhalten fühle und wie was auf mich wirkt ohne Tipps zu geben was der andere zu machen hat ganz viel anderes. So schwer es mir fällt, ich erlaube meinem Gegenüber sich zurück zu ziehen, mit seinen Launen klar zu kommen und seine Entscheidungen zu erhalten, seine schlechten Stimmungen mit sich selber zu vereinbaren und überlasse es ihm und dem Leben ob wir nach einer solchen Phase noch etwas miteinander zu bereden haben. Das aber bedeutet jede erneute Annährung ist aus freiem Willen entstanden - ein Wunsch sich dem anderen zu nähern ohne Du gibst mir/dafür gebe ich Dir....
Es ist einfach nur toll, einen solchen Prozess begleiten oder beobachten zu dürfen. Und niemals wird kommen: wgen Dir, nur weil Du, oder oder oder.....
Es ist ein ganz heftiger Weg - ist wohl das, was "Loslassen" sein soll. Du lässt den anderen loslaufen wie er will, egal wohin und egal, wo Du später stehst. Aber er/sie kann von Dir weglaufen oder zu Dir hin laufen. So wie Du selber auch! Freie Menschen mit freien und puren Entscheidungen.
Einfach nur deshalb, weil mir klar ist, nur ich bin für mich verantwortlich und für mein Wohlbefinden zuständig. Alles andere ist schönes Beiwerk oder Geschenke des Lebens - nie aber meine Substanz in meinem Leben.
Lieben Gruß von Dagmar