Beiträge von dagmar007

    Hallo, liebe Susanne,
    so war auch mein Leben - Ausnahme der alkoholkranke Partner - auch seit Lebenszeit ausgerichtet. Einfach weil ich nichts trinke und im Regelfall ein Nüchterner unter Angeheiterten nicht immer so das Non-Plus-Ultra ist.

    Du sprichst von Triggern und Selbstaufgabe. Betrifft Dich das speziell als Co oder mehr als selber konsumierende?

    Ich selber muss für mich einfach mal die Zeit und meine Erfahrungen die ich noch machen werde abwarten. Und dann noch ein Grillfest in vier Wochen, wo ich dann schon verflixt gespannt bin auf mich selber. Aber ich habe zumindest einen Chef, der dort auch NULL trinkt, was mir sehr entgegen kommt.

    Na ja, ich arbeite an dem Thema und weiß noch nicht, wohin es mich führt. Mein Wunsch wäre eigentlich, dass mir das alles komplett egal ist was die anderen tun oder konsumieren. Solange ich nämlich noch dazu Emotionen habe stecke ich im Bereich Co, meiner Meinung nach, noch gut drin.

    Aber auch das wird die Zeit zeigen.

    Lieben Gruß und Danke für Eure Meinungen. Wobei ich Julchen und die Reisende beneide, denn das finde ich schön und gelassen. ... das fehlt mir noch...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe "unten rechts" ;)
    liebe Reisende,

    ich denke genau das ist der Punkt, den Du ansprichst: die Trennung von Genuß und Sucht.

    Und mein Ego - den vermutlich traue ich mir selber nicht zu das eine vom anderen zu unterscheiden. Es gäbe sonst keinen Grund, dass ich alles aus meinem Dunstkreis schieben möchte, dass nur ansatzweise eine Gefahr darstellt.

    Genau dieses differenzieren - den Mut zu haben und zu lernen dass das des einen nicht das Problem des anderen sein muss. Kann es werden, keine Frage, aber auch dann ist es nicht mein Problem. Ich frage mich auch manchmal, ob das nicht vielleicht ein an den Haaren herbei gezogener Grund ist um mich zurück zu ziehen..... Ein Trick 17 um manches schlecht zu denken, bevor es normal sein kann.

    Ich selber trinke halt auch nicht, für mich ist es somit kein Genuss, weil ich den Geschmack nicht mag. Somit natürlich noch schwerer diesen Genuß des anderen nach zu vollziehen.

    Aber ich habe mir für mich vorgenommen mich dem einfach bewußt zu stellen. Nicht immer weg zu blicken und alles zu überhören was mit Kronkorken & Co zu tun hat. Bewußt wahrnehmen, dem anderen dabei in die Augen zu sehen und meine Augen auf zu halten. Denn in der Alkbeziehung habe ich wohl geflissentlich weg gesehen. Als Gegenstück meine ich vielleicht jetzt "zuviel" sehen zu müssen.

    Ich denke, auch das ist ein Teil des Lernweges: die Relationen anders, besser oder passender zu setzen. Auch hier eine gewisse Art von Mut und Grundvertrauen mit zu bringen oder zu entwickeln.

    Lieben Gruß von Dagmar

    So geht es mir auch - aber genau das ist der Punkt: ich denke sehr wohl, dass ich da ein Vorurteil mitbringen. Nicht nur ein Vorurteil, sondern mich selber belaste durch diese "Erwartungshaltung". Ich kann ja auch nicht jeden "verliebten" verdammen weil ich Co-Abhängig bin.

    Jedes Ding hat ja, in Maßen, seine Berechtigung. Woher nehme ich mir das Recht - meine Vorverurteilung oder Angst - Menschen ohne Vorbelastung in selbigen Stiefel stecken zu wollen?

    Ich beraube mich durch mein Verhalten, nicht die anderen. Ich kapsle mich ja ab, was natürlich keiner verstehen kann ;) wie auch....

    Anders wäre es für mich, wenn es mich einfach nur als Thema aneckeln würde, aber innerhalb der Begegnungen sind die Erfahrungen des Ex dabei. Es ist also nicht einfach "ich gönne Euch den Genuß nicht" sondern "ich will keine Steigerung erleben, also breche ich den Kontakt mit Dir ab". Nicht so sehr klug, eigentlich kleinkariert und dümmlich...

    Na ja, mal sehen, wie ich da mit meinem Gehirn oder abder der Situation arbeiten kann. Denn in der Konsequenz würde das ja bedeuten, dass ich sämtlichen Orten (was ich derzeit auch tue) auf Dauer fernbleiben muss, an denen konsumiert wird. Das bedeutet, dass ein Genußmensch, der einmal im Vierteljahr ein Viertele trinkt von mir ebenso beurteilt wird wie der Spiegeltrinker. Wobei beim einen eventuell gar kein Suchtcharakter angezueigt ist. Dieses schwarz/weiß denken an mir gefällt mir nicht.

    Vielleicht benötigt es aber einfach noch seine Zeit, bis ich in den Farben die Zwischentöne erkennen kann.

    LIeben Gruß von Dagmar

    Nachdem ich die schleichende Wandlung vom "Feierabendbier" in die totale Sucht erlebt habe bemerke ich bei mir ein Gefühl von unangenehmen Berühertsein, wenn vom "Feierabendbier" die Rede ist oder ich diesen symbolischen Akt "miterleben" muss.

    Allerdings habe ich den Unmut mit mir selber. Ich finde es nicht gut, dass ich den Alk-kranken-Ex (der sich alleine abfüllte) in einen Topf werfe mit jenen, die zum Feierabend gemeinsam ihr Bierchen trinken. Erschwerend kommt für mich hinzu, dass dieses Feierabendbier eben tatsächlich nach Feierabend gegen 11.30 Uhr genossen wird.
    Logisch, die Jungs beginnen um 0.00 Uhr zu arbeiten, sind dann oftmals erst gegen 12.00 Uhr fertig und dann gibt es noch eine gemütliche Runde, die nie ausartet, mir aber einfach in mir ein Unwohlgefühl vermittelt.

    Ich merke nun, und genau das finde ich nicht gut, dass ich mich vor diesen Menschen (die ich sehr mag) zurückziehe. Ich denke mal, dass ich da auf einen neutraleren Stand gelangen sollte. Klar, ich bin froh, dass ich niemanden missioniere - aber ich wäre noch froher, wenn mich das nicht berühren würde. Dem ist leider nicht so.

    Dummerweise läuft halt auch da ein Muster ab: Um noch mal kurz ein Gespräch zu führen lässt "man" die Flaschen gegeneinander klingen, dass ich es nicht überhören kann. Statt also dem sonst netten Gespräch ziehe ich mich also doppelt zurück. Es wird genau der gegenteilige Effekt ausgelöst, von dem was beabischtigt ist.

    Wie geht Ihr mit solchen Situationen - falls ihr sie kennt um? Gelang es Euch mit der Zeit das neutraler zu sehen oder sind da einfach die eingebrannten Erfahrungen so begleitet von Widerwillen, dass da schon von vorne herein alles auf Abwehr steht?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebes Minchen,
    wenn mir ein Mensch etwas bedeutet, dann spuckt er/sie auch in meinem Kopf herum - ich denke das ist nur natürlich.

    Mittlerweile habe ich aber für mich gelernt, dass dieser Spuck nur ein Teil meines Tages sein darf. Ich kehre immer mal wieder zu den Menschen zurück die ich mag - aber muss dann wieder den Weg zur Arbeit, dem Haushalt oder den Freunden finden.

    Mir selber gelingt es auch nicht Menschen sofort aus dem Gedächtnis zu bekommen oder nicht mehr über sie nachzudenken. Wie auch? Diese Menschen bedeuten mir ja etwas (ich spreche nicht mehr von meinem Ex-Alkoholiker, sondern einfach von Menschen, die unsere Gedanken begleiten, ich sehe da nämlich zwischen dem einen oder dem anderen keinen Unterschied). Unser Kopf ist ja leider in der Lage Gedanken über andere Menschen tief abzuspeichern und immer wieder ans Tageslicht zu ziehen; auch wenn wir es nicht wollen.

    Ich selber kann nur langsam lernen das als einen Tagespunkt zu achten und anzunehmen. Daneben gibt es aber noch viele andere Punkte am Tag, an und bei denen diese Gedanken um andere Menschen nichts zu suchen haben.

    Was für mich auch sehr wichtig ist mich zu fragen, warum kommen jetzt Gedanken? Sind es Erinnerungen durch bspw. ein Motorengeräusch oder sind es einfach leere Momente in mir, die ich im Notfall durch Trauer bereit bin zu füllen.

    Als nächster Punkt kommt für mich besonders umsichtig mit mir umzugehen. Kleidung in der ich mich wohlfühle, mein Erscheinungsbild ect. Bin ich nämlich mit mir zufrieden, so ströme ich das nach aussen, von dort kommt ein Feedback, welches mich ganz oft vergessen lässt, dass sich noch vor wenigen Minuten (m)ein Gedankenkarussel fast überschlagen hat.

    Träume - Sehnsüchte ect. habe ich nicht mehr. Ich bin mittlerweile in der Lage Situationen neutral zu überdenken, was aber dennoch Gefühle entstehen lassen kann.

    Meine Gedanken kreisen schon lange nicht mehr um die Ex Beziehung zum Alkoholiker. Aber als Co begegne ich täglich Menschen - und täglich muss ich lernen ein neues Verhalten an den Tag zu legen um die alten Muster und Gefühle abzustreifen.... Muss ... Kaltblut würde sagen "darf".... ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Rosita,
    auch hier liegt - mal wieder - die Wahrheit in uns, dass wir nichts äußerliches ändern können sondern nur unsere Einstellung. Welche Rolle spielt der Beruf für uns?

    Ich selber habe mich früher nur über Leistung und Arbeit definiert. Mein Arbeitsplatz war mein Zuhause, meine Familie und mein Ego.

    Jetzt erlebe ich gerade selbiges bei einem Kollegen, es ist nicht schön mit anzusehen, was das bei und mit ihm macht. Und ich sehe mich wieder...

    Mein Ego und Selbstbewußtsein waren nicht stark, wurden am Arbeitsplatz größer und stäker. Ich leistete wurde auch menschlich geschätzt aber ich verband alles nur mit dem Arbeitsplatz. War nicht so richtig in der Lage das Geschätzt werden in mein Privatleben zu nehmen oder innerhalb von anderen Menschen auszuleben.

    Gefährlich für mich mich über einen Lebensbereich komplett zu definieren. Denn mein Arbeitgeber schloss die Pforten und aus war es mit der Bestätigung dort. Ich hatte damals Führungsposition - aber ich habe sehr, sehr viel gelernt.

    Jetzt weiß ich daß ich führen kann, es aber nicht mehr brauche oder will. Jetzt weiß ich Job ist eines, Menschen sind anderes - es gibt mehrere Bereiche.

    Kämpfen? Nein würde ich nach heutigem Stand ganz sicher nicht. Würde es mich beschäftigen, dann würde ich vielleicht nachfragen. Aber ich kann mich da mittlerweile ganz schwer reinfügen weil mir mein Job heute Spaß macht, ich mich dort zuhause fühle aber ich mein Ego nicht mehr aus der Arbeit beziehe. Es macht Spaß, ich wollte den Job nie missen, und hoffe auf Verlängerung, aber ich empfinde mich nicht als wichtig für Verteiler ect. Ich weiß dort wie ich geschätzt werde, wie meine Arbeit gesehen wird und dass wir alle ein Team sind, deshalb weiss ich nicht, ob das bei mir eine Rolle spielen würde.

    Nachgetreten, liebe Rosi - wer macht das ? Ich kannte nur einen Menschen, das war mein kranker Expartner. Weil krank, vielleicht nachtreten müssend um sich seine Stärke zu holen, indem ich klein gemacht werde. Auch das weiß ich nicht. Aber da war es meine Aufgabe einen solchen Menschen aus meinem Leben zu schmeissen.

    Ich kenne keinen gesunden Menschen, der das je mit mir machte. Und Rosita, ich habe Kollegen, von denen manche nicht einfach im Umgang sind.Vermutlich hat mir meine Empfindsamkeit (deshalb sehe ich es als Stärke) die Möglichkeit gegeben hinter die Facette zu sehen. Denn genau diese schwierigen Menschen sind alles andere als böse, ihr Selbstschutz ist halt die "schwierige Art".

    Übrigens: Selbstschutz hatte ich früher auch! Cool, lässig, ich komme mit allem klar. Nur keine verletzliche Seite zeigen, bloß keine Blösse geben oder nur keine "nackte Fläche" zeigen. Vielleicht kam durch das Zeigen von Verletzbarkeit das Vertrauen. Wer sich (wirklich) vertraut, versucht sich nicht zu verletzen...

    LIeben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe Karotte, nicht nur, dass wir "entmündigen" oder wie auch immer wir das nennen wollen. Wir nehmen dem anderen die Chance.

    Du, es war so faszinierend zu erleben wie jemand selber über sich hinauswächst weil es ihm wichtig genug war etwas zu tun, was für ihn unüblich ist. Es stärkt denjenigen, der über seinen Schatten gesprungen ist, ist ermutigend für denjenigen, dem gegenüber gesprungen wurde und gibt somit zwei Menschen die Möglichkeit sich an einer Entwicklung zu erfreuen.

    Und: liebe Karotte - ich denke, nur wer bereit ist sich zu entwickeln, zu lernen und eben über den eigenen Schatten zu springen ist mir "ebenbürtig". Das nämlich hat auch den Gegeneffekt für mich dass ich "vorleben" muss was ich vom anderen erwarte.

    Ich denke, da kann eines zum anderen kommen, wenn es die Entwicklung oder der Kontakt wert ist, wenn nicht, dann wird es versanden.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebe Karotte,
    was Du erzählst erinnert mich an mich, wie ich mich früher fühlte. Mir war so wichtig, dass ich "s"ein Mittelpunkt war.

    Mensch Karottchen :) Du bist Du :) Stell Dich selber in den Mittelpunkt! Du bist ohne ihm auch was - vielleicht sogar viel mehr :) Was wäre ein Gemüseeintopf ohne die schönen orangefarbenen Karotten, die so toll farblich abstechen.

    Fühl dich mal kräftig gedrückt und lass Dir was von meiner letzten Woche erzählen: in einem Kontakt trat Schwermut ein, mein Gegenüber war recht leblos, melancholisch und auf Rückzug. Nun gut, seine Sache, tat mir weh, aber ich konnte nichts ändern. Nein, meine Laune durfte ich mir nicht versauen lassen, es gibt so viel anderes. Und wie viel habe ich dann erst gesehen.

    Eine Handvoll unbekannter sprachen mich morgens nett an an der Stelle wo ich sonst mit jemandem anderen saß. Zu dem Zeitpunkt wo ich sonst mein Zigarettchen mit jemandem rauchte waren nun täglich andere liebe Menschen da. Dieser eine Mensch, war die vergangene Woche nicht in meiner Nähe. Dafür aber ganz viele andere, ebenfalls wertvolle Menschen.

    In einem Bereich meines Lebens vermisste ich jemanden - aber in anderen freute ich mich über neue Kontakte, die auch schön waren. Die anderen Lebensbereiche waren im grünen Bereich. Warum also traurig sein? Es ist doch nur ein kleiner Bereich, der anders läuft als wir es uns vorstellen. Muss er (der Bereich) deshalb schlechter sein?

    Auch ich weiß nicht so ganz genau, wie ich mit der Situation meines "Fallrückziehers" umgehe. Aber ich weiß jeder hat das Recht sich zurückzuziehen, traurig zu sein oder einfach jemanden für Zeiten aus dem eigenen Leben auszuschließen. Es tat mir weh, aber ich habe es akzeptiert. Habe lediglich eine Mail geschrieben, die keinen Grund für eine Antwort gab mit einem Gedicht über Stress, dass ich feststelle dass es ihm nicht gut geht und er einfach mal versuchen soll abzuspannen - für sich.

    Nunmehr sind wir wieder im Normalbereich. Klar, wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, so kann es schwer werden weil jeder der beiden Stimmungen hat. Wenn nun beide den Kontakt versuchen aber anders drauf sind, so kann das wirklich schief gehen. Diese Rückzüge sind schwer für mich (auch wenn ich selber oft einlege :( aber sie haben mich persönlich weiter gebracht. Speziell was die Umsicht und das Verständnis für andere betrifft und in der Folge meinen eigenen Umgang damit. Ich sah es in der Woche so: jetzt ist eben nicht die Zeit des Kontaktes. Nach Monaten der Öffnung ist nun eben mal ein Schloss vor. Vielleicht wird es zu einem späteren Zeitpunkt geöffnet, vielleicht auch nicht .... hauptsache ich verschließe nicht mein Herz.

    Ich weiß bestens wie schwer es ist, sich selber in den Mittelpunkt zu stellen und sich nicht berühren zu lassen davon in den Hintergrund gestellt zu sein oder sich so zu fühlen. Aber wir können es lernen, liebe Karotte :) Was meinst Du, wieviele andere Menschen sich freuen dadurch mit uns in Kontakt zu kommen :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Rosita,
    ich bin verletzlich, bleibe es und werde es immer sein. Und ich sehe darin meine Stärke.

    Aber:
    in der Zeit der Alkbeziehung war ich in einem tiefen Loch weil ich nur negative Gefühle verspürte, alles zog mich runter weil ich keine Gegenstücke hatte.

    Jetzt:
    Bin ich gefühlsmässig noch viel, viel stärker involviert - zuweilen mehr Gefühl als ich meine verkraften zu können. Aber es gibt auch viele Freudentränen, Gefühle des Glücks und ganz ganz selten Gefühle der Trauer oder Unzufriedenheit. Auch dann kaum mehr, wenn es mal im Job nicht so gut geht.

    Ich bin jetzt erstmalig in der Lage meine Gefühle zu definieren ohne Rücksicht darauf was andere sagen oder denken, oder ich mich verletzbar mache weil ich mich "enttarne".

    Es geht mir gut dabei - ich bin ich geworden! Ich bin sehr, sehr verletzbar. Komischerweise aber wird das nicht ausgenutzt!!!! Es gibt einen Menschen in meinem Umfeld, der allgemein lieber von hinten gesehen wird weil er sehr sehr hart sein kann. Wohl durch meine "Schwäche und Verletzbarkeit" zu der ich offen stehe erlebe ich einen ganz anderen Menschen als mein Umfeld. Komisch, da biete ich ganz viel Aufschlagfläche, die zuvor auch genutzt wurde als ich noch nicht zu mir und meinen Emotionen stand.

    Nunmehr biete ich ganz viel Angriffsfläche weil ich mich leben möchte und werde eher noch geschützt. Komischerweise scheint es so zu sein, dass durch mein nicht mehr kämpfen gegen mich selber und das annehmen von mir und meinen Gefühlen Achtung entgegengebracht wird. Diese Achtung scheint WErtschätzung in sich zu bergen die mich vor Angriffen schützt.

    Auch ich werde unbewußt verletzt von anderen. Ich sage das dann und aus. Ich habe nie mehr erleben müssen dass nachgetreten wird seit ich mich selber gefunden habe.

    Für mich gehörte jedoch dazu mich aus der kranken Beziehung zu lösen um überhaupt gesundes, respektvolles Verhalten zu sehen, zu lernen und selber zu leben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Will man/frau die eigene Abhängigkeit vielleicht ebenso wenig erkennen wie der Alkoholkranke selber? Ich von mir muss das auf jeden Fall bejaen! Hätte ich nämlich klar Bilanz gezogen, so hätte ich etwas ändern müssen!

    Ich hätte alles neu starten müssen, so viele Wagnisse auf mich nehmen - einfach nur Risiken von a - z.
    Nein, davor hatte ich viel zu viel Angst - und viel zu wenig Vertrauen in das Leben oder Freunde, die immer Freunde waren und von denen ich hätte wissen müssen dass sie da sind!

    Erst als mir das einzige was geblieben war (Job weg, Beziehung weg, Dach über dem Kopf weg weil Alkoholiker durchdrehte) mein einfaches kleines Leben und meine Tiere geblieben war, da konnte ich schalten. Wohl sogar am ehesten wegen der Tiere - als wegen mir ging ich. Startete mit allen Ängsten, arbeitslos und ohne Geld, durch.

    Erst als ich am Boden war - mein Leben in Gefahr war und das letzte (meine Tiere) auch noch drohte zusammen zu brechen, konnte ich gehen. Erst jetzt war die Angst davor, was noch kommen kann in der Beziehung größer als die Angst davor was mir in einer neuen Selbständigkeit passieren kann.

    Auch wir Co's müssen erst am Boden liegen bevor wir - vielleicht - neu starten, denke ich....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Ette,
    auch ich kenne das Gefühl. Und ich denke fast es ist normal. Ich für mich merke ja dass jeder Schritt neu gegangen wird, jeder Gedanke quasi neu beleuchtet wird. Alles spürt sich "falsch" weil ungewohnt an.

    Nun, ein Jahr lebe ich nun alleine. Vieles hat sich normalisiert und ist gesundet. Zeit also für Rückblicke - Zeit für Vorwärtsgedanken aber auch für das Lebensalter und den Lebensabschnitt in dem wir stehen.

    Eine Freundin sagte letzte Woche über sich selber "Mensch, ich bin 40, habe den Großteil des Lebens gelebt und bin total unglücklich - wie soll das weitergehen?"

    Großteil des Lebens - für mich gleichzeitig leichter und schwerer Gedanke. Leicht, weil es mir wohl jetzt erstmalig gut und stabil (trotz finanzieller Probleme) geht.

    Schwer weil ich mich frage wieviel Lebenszeit und welche Dinge des Lebens ich durch mein falsches Verhalten zerstört habe?

    Resüme wird wohl bleiben müssen dass ich die Chance habe, die zu verbleibende Lebenszeit gesünder zu leben. Mich zu leben, was zuvor nicht der Fall war. Kleidung, Frisur, Wohnungseinrichtung, meine Freizeit alles das ist nun so, wie ich mich darin wohl fühle. Wohl erst nach 50 Jahren erreicht .... aber erreicht.

    Ja Ette, die Pubertät holt leider auch mich ein. Denn nunmehr kommen auch (zwischen-)menschliche Kontakte in mein Leben mit denen ich ganz anders umgehen muss als in den Jahrzehnten zuvor. Alles neu lernen, denn das in der Teenagerzeit gelebte hat sich als selbstschädigend erwiesen.

    Was haben wir geschafft, oder was haben wir -noch ! - nicht geschafft? Ich denke verdammt viel!!!! Nur müssen wir uns auch erlauben das sehen zu können, was mir persönlich nicht immer gelingt.

    Wenn dann dunkle Gedanken über mich ziehen, dann sage ich "Stop(p) Mädchen" suchst Du nur vielleicht schlechte Gedanken um dich in die altbekannte Frustsituation zurück zu bringen???

    Was machen wir uns Gedanken über vergeudete Zeit - wir haben noch Zeit vor uns. Was machen wir uns Gedanken über Langsamkeit - wir haben ja unser Ziel erreicht, und der Weg ist ja bekanntlich das Ziel.

    Halt Dich wacker,
    liebe Pubertierende ;)

    Gruß von Dagmar

    Hihi,
    ja, Ihr LIeben, es findet sich immer ein Bemutterungsobjekt. Habe ich mich doch gestern erwischt als ich auf den Gedanken kam einen Kollegen nochmals! darauf hinzuweisen dass Unterlagen von ihm fehlen und demnächst "chefe persönlich" anfragen könnte.

    Ich spreche alle Kollegen die ich kenne darauf an, keine Frage! Ich biete Alternativen, wie die Daten beigebracht werden können und wir haben immer einen Weg gefunden. Nur gehen müsste ihn der Betreffende selber. Soweit er/sie das nicht tut, muss er/sie eben Konsequenzen tragen.

    Aber fast.... der Gedanken war da... aber nur da, da kam dann nämlich schon ein kleiner Piecks "Hallo, aufgewacht, Herr Kollege ist alt genug selber über das Gehalt zu verfügen, dann muss halt auch der Rest klappen....

    Somit habe ich das "mal gelassen" ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Trauerkloss,
    rechtfertigen, ja das war früher auch meine Spezialität. Ich wollte es ja allen und jedem Recht machen - nicht mir, nein den anderen, denen gefallen oder alles richtig machen zu müssen war wohl ein Anspruch an mich.

    Ohne Arroganz : das habe ich nicht mehr nötig. Ich entscheide was für mich gut und richtig ist. Dabei kann ich eine falsche Entscheidung treffen, die muss ich dann halt auch selber vor mir ausbaden oder eben vor und mit einem anderen Menschen. Auf der anderen Seite, liebe Trauerkloss, ich habe Dir schon mehrfach gesagt, DU bist interessant nicht er. Du aber bist immer beim "er" "ihn" ect. Eine richtige Freundin übt Kritik - zumindest sehe ich es für mich so - nach dem Mund reden könnte ich mir selber.

    Sauer sein, schon lange habe ich das Gefühl nicht mehr verspürt, darüber bin ich froh weil ich früher viel ungute Wut in mir hatte, die auch willkürlich sich Luft machte. Einfach geballte Wut, die zum falschen Zeitpunkt aus mir rausfloss.

    Derzeit bleibt alles in und bei sich. Ist eine Situation unschön so betrachte ich sie, verarbeite sie, handle oder lasse Zeit zu. Wut entsteht derzeit für mich nicht mehr.

    C o - M u s t e r

    Ach nein, wie schön ;)

    Ist man/frau doch gewöhnt sich um Menschen zu kümmern, die man/frau mag, dann möchte man/frau sie vor "Schaden" bewahren. Nicht nur in Beziehungen ;)

    Ich muss derzeit neue Papiere für Mitarbeiter ausstellen wozu Angaben benötigt werden. Nicht alle Mitarbeiter haben diese geliefert. Uuuups, wollte ich doch tatsächlich jemanden auf das Fehlen der Daten ansprechen, der mir etwas näher ist als andere.... Huuch, Fräuleinchen :) Ist er selber gross oder nicht? Hast Du ihn bereits darauf angesprochen? Na klar! Also .... selber groß, selber in der Bringschuld und Mama bin ich ja nicht ;)

    So schnell aber könnte es gehen mit Besorgnis und mögen eines anderen - diesen vor Schaden bewahren wollen und ihn dadurch entmündigen!

    Ja, darin sich um andere sorgen war bin ich als Co recht gut ;) Bitte keine Missstimmung, bitte Harmonie und "alles ist gut"-Stimmung. Aushalten konnte ich ungute Situationen nicht.
    Nunmehr war ich in einer, die für mich sehr belastend war. Nun gut, ändern kann ich nichts daran. Ich kann aber meinem Gegenstück sagen, dass es auf sich selber achten soll weil es derzeit überlastet wirkt. Nein, ich gebe keine guten Ratschläge mehr :) Ich sage "achte auf Dich, Du bist mir wertvoll, ich mache mir Gedanken um Dich" aber kümmern musst Du Dich selber.

    Und huuchh, schau mal ach nee, sieh mal da: Mein Gegenüber hat wieder für sich selber (und das nicht zum ersten Mal) für sich selber den Weg gefunden wie es aussieht. Der Anflug von Melancholie ist wieder verflogen, die Misstimmung auch. Ohne meine aktives Mitwirken! Mein Gegenüber hat wieder selber Stärke in sich aktiviert und wieder für sich einen Schritt getan. Selber - ohne eine "du musst, du kannst, du solltest"-Tante wie mich die früher meinte zu wissen was für andere gut ist.

    Mensch, mensch, mensch. Ich will gar nicht wissen, wie ich früher in das "du musst, du sollst" meine WÜnsche eingearbeitet habe damit das Gegenüber das tut was ich möchte um so für mich förderliche zu sein - ohne Rücksicht auf den Betreffenden selber.
    Manipulation könnte man/frau sagen.... Zumindest aber das Abnehmen eigener Entscheidungen und das Drängen in (m)eine Ecke.
    Angst also, dass jemand nicht so reagiert wie es mir förderlich wäre? Angst, jemanden durch dessen eigene, freie, Entscheidung zu "verlieren"???

    Ein tolles Deckmäntelchen war die "Liebe" die ich meinte für den anderen zu empfinden, den ich aber beständig versuchte ans Gängelband meiner "Du musst, du sollst"-Ansichten zu nehmen. Ich sehe heute durch das komplett gegenteilige Verhalten und das ich nur sage wie ich mich bei diesem oder jenem Verhalten fühle und wie was auf mich wirkt ohne Tipps zu geben was der andere zu machen hat ganz viel anderes. So schwer es mir fällt, ich erlaube meinem Gegenüber sich zurück zu ziehen, mit seinen Launen klar zu kommen und seine Entscheidungen zu erhalten, seine schlechten Stimmungen mit sich selber zu vereinbaren und überlasse es ihm und dem Leben ob wir nach einer solchen Phase noch etwas miteinander zu bereden haben. Das aber bedeutet jede erneute Annährung ist aus freiem Willen entstanden - ein Wunsch sich dem anderen zu nähern ohne Du gibst mir/dafür gebe ich Dir....

    Es ist einfach nur toll, einen solchen Prozess begleiten oder beobachten zu dürfen. Und niemals wird kommen: wgen Dir, nur weil Du, oder oder oder.....

    Es ist ein ganz heftiger Weg - ist wohl das, was "Loslassen" sein soll. Du lässt den anderen loslaufen wie er will, egal wohin und egal, wo Du später stehst. Aber er/sie kann von Dir weglaufen oder zu Dir hin laufen. So wie Du selber auch! Freie Menschen mit freien und puren Entscheidungen.

    Einfach nur deshalb, weil mir klar ist, nur ich bin für mich verantwortlich und für mein Wohlbefinden zuständig. Alles andere ist schönes Beiwerk oder Geschenke des Lebens - nie aber meine Substanz in meinem Leben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ladies,
    ich würde Euch bitten mal zu versuchen den Kontaktabbruch von Freunden ganz anders zu betrachten.

    Vorab: meine Freunde hielten zu mir und waren eine große Hilfe. Sie haben mir aber ganz klar gesagt, dass sie das tun damit ich wieder auf die Beine komme. Auch wurde mir von der einen oder anderen Seite ganz klar gesagt, man/frau würde nicht weiterhin bereit sein mir zuzusehen wie ich selber am Zahnfleisch daher kommen würde.

    Auch meine Freunde wären gegangen hätte ich mein Ding nicht konsequent durchgezogen. Ich sagte ich gehe und tat es.

    Könnte es sein, dass Eure Freunde von Euch hörten "wenn, dann, gehe ich" und ihr es dann doch nicht durchgezogen habt? Inkonsequenz wäre es dann und somit ein freundschaftliches zurückziehen nur zu verständlich.

    Freundschaft ist tief und wichtig - Freundschaft ist Zuverlässigkeit. Freundschaft ist aber auch eigene Belastbarkeit: auch ich selber sehe nicht mehr zu wenn ein Mensch sich kaputt macht, egal ob Alk oder Co. Auch ich würde mich aus der Freundschaft zurück ziehen. Auch aus Selbstschutz!

    Auch denke ich, es kann keinem Menschen zugemutet werden sich eine ständig im Kreis drehende Geschichte anzuhören. Ihr dürft nicht vergessen, wir als Co leben uns ja nicht selber sondern sind fast immer bei ihm, seinen Aktionen und und .... Sind wir da wirklich selber noch Freunde??? Hören wir überhaupt der Freundin zu oder sind wir nur in Gedanken bei der Frage was macht der Alkoholkranke gerade....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lieber Lefty,
    an dieser Stelle möchte ich mich mal ganz lieb bei Frozen Tears für ihren Beitrag bedanken! Der macht nämlich wirklich Mut! Hoffentlich auch Dir - mir nämlich schon!

    Auch ich als Co habe viel Zeit vergeudet, merke nun natürlich dass ich ein paar Jahr älter geworden bin und manches erscheint schwerer und einfach unter der Sichtweise (so sagte meine Freundin gestern über sich) "der Großteil meines Lebens ist vorbei"

    Schau ich hatte nichts - habe neu aufgebaut. Mit Erfolg: ein Häuschen in dem ich mich wohl fühle, auch wenn es finanziell mehr als knapp ist unter dem Existenzminimum.

    Freunde habe ich wertvolle - und es gelangen neue Menschen hinzu, mit denen sich wertvolle Freundschaften entwickeln was keine Frage des Alters ist.

    Beziehung! Nun, das ist ein Part, da wird es tatsächlich etwas schwerere. Aber auch hier hat Frozen Tears recht dass wir es uns vielleicht schwerer machen als nötig. Ich hatte das Problem jemanden kennenzulernen, zwischen uns beiden lag ein Generationssprung. Hm.... so ..... Logik sagt "ach nee, bloss nicht". Nun gut, ich wäre wohl auch noch nicht in der Lage für eine Beziehung. Aber: ist das biologische Alter nicht einfach egal? Warum machen wir uns abhängig von dem, was wir als "normal" erachten?

    Mensch Lefty: ich habe mit 48 Jahren einen tollen Job gefunden - und ich hoffe auch, dass ich ihn nach der Befristung weiterhin halten kann, es sieht so aus. Ich bin keine Ausnahme - das gelingt manch einem - warum nicht auch Dir? Nur wollen musst Du es - bereit sein es anzunehmen, wenn denn die Chance da ist. Einverstanden zu sein mit Dir, damit Dir eine solche Chance gegeben werden kann.

    Mensch Lefty, ich bin eine der ältesten im Hause - Teenagerspätles - dennoch die Azubis mit Mitte 20 zieht es zu mir hoch. Sie wollen einfach auch privat quatschen und einfach mal einen Blödsinn oder ernsthaftes reden. Und es kommt wirkliche Freundschaft und Achtung - trotz zig Jahren Altersunterschied.

    Ich selber nehme mich bei Festlichkeiten gerne zurück, weil ich tatsächlich Probleme habe (auch als Co) den Geruch eines speziellen Schnapses zu riechen, der einfach bei diesen Feiern hingestellt wird. Nun, eine junge Kollegin teilte mir gestern mit, dass sie es "unkollegial" und das war ganz lieb gemeint findet dass ich mich aus solchen Sachen fernhalte. Gerne bekomme ich alkfreies aber ich soll doch dabei sein! Autsch, das tat weh. Und gleichzeitig gut! So viel zum Thema Altersunterschied! Wir werden auch als Teenager-Spätlese geschätzt!!! Sind wir uns nicht selber im Weg mit unserem Gefühl "och ich werde alt". Kann es nicht sein, dass es unserem Gegenüber egal ist, wie alt oder jung wir sind? Kann es sein, dass unser Gegenüber einfach nur uns annimmt wie wir sind?

    Und kann es sein, dass ich mir das bspw. selber fast zerstört hätte, weil ich mich fernhalte. Wenn ich denke, Mensch, ob ich da bin oder nicht ist doch egal - dann denkt die Gegenseite ganz anders, vermisst mich und empfindet es als unkollegial. Und wie gesagt, dieses "unkollegial" war für mich ein netter Vorwurf. Sie sprach mich direkt darauf an, warum ich mich fernhalte, dass es schade wäre und man/frau mich sehr gerne dabei hat. Mehr noch: vermisst!

    Ich stand mir selber im Weg! Mach Du es klüger als ich :)

    Lieben Gruß von Dagmar
    co

    Guten Morgen Trauerkloss,
    Dich bewegt und führt hier nur eine Frage "wie lange kann er" oder "wie wird er" oder oder oder - Betonung auf (od) er!!!

    Und wie lange wirst Du noch können?

    Wie lange machen Deine Nerven noch mit? Wann machst Du vor lauter (od)er, (od)er, (od)er mal einen Fehler im Autoverkehr, bist zerstreut, fällst die Treppen runter (od)er, (od)er, od(er).

    Mensch, wach auf! Er kann saufen bis zu seinem Tode - er kann saufen bis 100! Sein Hirn kann immer mehr verkümmern, er kann auf dem geistigen Stand eines 2jährigen landen, in die Hosen machen und immer noch guten Mutes weitersaufen. Und es ist sein Recht! Wenn er will, dann will ER!

    Es ist Dein Recht immer nur nach (od)er, (od)er zu suchen, aber ehrlich gesagt, langsam frage ich mich wirklich was Du hier erreichen willst. Für Dich nämlich scheinbar nichts! Ich höre nur Fragen ihn betreffend, maximal wie Du erlernen kannst besser mit ihm umzugehen. Ich spüre NULL dass Du bereit bist etwas für Dich zu tun! Ich spüre NULL dass Du selber daran arbeitest etwas gegen DEINE SUCHT und DEINE psychische Abhängigkeit zu tun.

    Sei Dir im Klaren, dass vielleicht Deine Sucht und Deine Abhängigkeit vielleicht früher tödlich enden kann als seinige!

    Sorry, aber Du trittst nicht nur auf der Stelle, Du gehst meiner Meinung nach rückwärts. Du drehst Dich immer mehr rein in die Fragen wie lange kann er, wie lange wird er und dabei scheinst Du noch auf den Zusammenbruch zu warten, der vielleicht niemals kommt.

    Das ist zum einen vermessen, auf sein schlechter gehen zu warten um zu hoffen, dass es Dir dann besser geht! Und eines noch Trauerkloss: sollte er zum Tiefpunkt gelangen und etwas lernen, dann ist sehr fraglich ob er dann mit jemandem wie Dir, der selber so krank ist, gesund werden könnte.

    Sorry, aber Du scheinst gar nichts ändern zu wollen!

    Dagmar

    Liebe Rosita,
    ich denke, viele von uns kennen die Situation rund gemacht zu werden oder die Verantwortung in die Schuhe geschoben bekommen für irgendwas. Ich selber war es über die Jahre ja wohl schon gewöhnt, habe nicht einmal mehr bewusst gemerkt, wie unverschämt und verletzend ich behandelt wurde und wie wenig Selbstachtung scheinbar für mich selber zurück geblieben war. Ich war in meinem Trott - so verging Jahr um Jahr.

    Hätte alles nicht eskaliert - wofür ich jetzt dankbar bin - und ich quasi um mein kleines bischen Leben zu sichern abgerauscht bin, so hätte ich eventuell diesem Teufelskreis auch nicht entfliehen können.

    Erst über längere Zeit solchen negativen Dingen nicht mehr ausgesetzt zu sein machte mich wissend was ich nicht mehr bereit bin zu ertragen - machte mir klar, was abgelaufen ist und was ich duldete.

    Ich denke sogar, liebe Rosi, dass ich gefühlsmässiger noch empfindlicher geworden bin als ich früher war. Jedoch nicht empfindlich im Sinne von verletzt werden sondern empfänglich für Stimmungen aller Art. Wobei die Guten imens wirken und auch schon des öfteren Freudentränen mit sich brachten. Die "negativen" sind Gründe zum nachdenken aber niemals waren es Tränen weil ich durch andere verletzt wurde weil sie mir weh tun wollten. Eher weil ich an irgendetwas oder irgendwen zu hohe Erwartungen gestellt hatte.

    Ich für mich sehe es so, dass in der Schwäche - oder der Stärke Emotionen zuzulassen - auch eine große Stärke liegt. Mir ist egal was ein anderer denkt wenn ich ihm sage dass ich ihn schätze. Es ist mir auch egal, was jemand denkt wenn ich sage "pass auf Dich auf, Du bist mir wertvoll". Freut er/sie sich schön .... findet er mich bescheuert, dann ist es sein/ihr Problem.

    Wichtig ist für mich aus mir und meiner Seele keine Mördergrube zu machen. Nicht mehr das fortzuführen, was während der Alkbeziehung war. Für mich zu lernen zu meinen Gefühlen zu stehen, selbst wenn sie vorpubertär oder unlogisch sind. Sie sind ein Teil von mir. Ja, vielleicht blamiere ich mich irgendwann mal, vielleicht komme ich mir auch irgendwann mal vor wie der größte Depp auf Gottes Erdboden, vielleicht will ich sogar irgendwann mal in letzterem versinken.... alles möglich.

    Aber eines fühle ich mich nicht mehr: wie ein unehrlicher Lügner. Es fällt mir alles andere als leicht quasi offen da zu stehen, zu meinen Gefühlen zu stehen und mich quasi als Kanonenfutter aufzubauen. Aber erkenne ich nicht so am Besten Freund und Feind? Zeige ich nicht so am deutlichsten wie ich bin und nicht wie ich von anderen gesehen werden möchte?

    Ja, ich mache mich angreifbar - und hoffe und vertraue darauf, zu spüren wenn dieses missbraucht wird. Wissentlich war es bisher noch nicht der Fall, könnte sich natürlich noch ändern.

    Ich spreche jetzt von der Zeit nach der alkohlischen Beziehung! Die Zeit zuvor interessiert mich nicht mehr weil ich an der nichts mehr ändern kann. Ich kann nur mich bewegen, mein jetzt verändern und in die Zukunft sehen - mit allen Licht- und Schattenseiten, die da noch kommen werden.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hm, Wilson, da muss ich mal als nicht konsumierender Co nachfragen in wie weit Deiner Meinung nach die Stufen wichtig sind. Ich denke mal ab dem Moment wo Alk als Medizin verwendet wird beginnt der Kreislauf.

    Und ich denke ab dem Moment wo man/frau sagt NEIN - NICHT MEHR - beginnt der Weg, unabhängig wo man/frau steht. Ich persönlich - lasse mich aber belehren, weil ich tatsächlich noch nicht einmal einen Rausch hatte und das Gefühl nicht kenne - denke dass das schlimmste der Weggang der Gewohnheiten und somit die Psyche ist. Ich könnte mir vorstellen, dass der reine Entzug ja durch ärztliche Hilfe für Stufe 2 bis Stufe 4 gleich stark oder gleich schwach gehalten werden kann.

    Sozial mag ein Unterschied sein zwischen den Stufen, da gebe ich Dir recht - und somit evtl. auch damit wieder neu, frisch und trocken einzusteigen. Aber ich bin einfach mal so naiv und denke für jede-/n ist der Ausstieg erst mal schwer, egal, wo er/sie steht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr LIeben,
    was gibt es wertvolleres als ein Zuhause für die eigenen Gefühle? Einen Ort, an dem mein Wohlfühlgefühl durch Duft und Farbe Ausdruck finden kann.

    Was gibt es wichtigeres als den Schutz von mir durch ein Dach, unter welches ich Freunde meiner Auswahl gelangen lassen darf?

    Ja, liebe Skybird ohne Erwartungen ..... hm, sind Erwartungen oder Hoffnungen selbiges? Ich weiss es nicht so recht.

    Wut, die kenne ich schon lange nicht mehr, weiss auch nicht so genau warum. Für mich hat sich Wut immer als kontraproduktiv erwiesen. Ich kenne Trauer oder Enttäuschung. Da kann ich in mich hineinhören und mich fragen warum bin ich enttäuscht, welche falsche Voraussetzung bietet die Grundlage für die Trauer oder ist sie überhaupt angebracht - ist es gar so, dass ich selber keine Geduld habe?

    Wut hat für mich immer bedeutet sie "rauslassen" zu müssen, sei es an mir oder an anderen - kreativ war ich dann höchstens beim Unkraut hacken mit Wut. Auch ein Ansatz, aber für mich kommen die anderen Gefühle besser als Wut.

    Weißt Du Karotte, die Äußerlichkeiten zeigen mir nur das ich zu mir selber finde. Wieder die Mühe mir mache den Schmuck an oder ab zu legen, die Kosten zu investieren für meine Gerüche - die Gelder hinlege, die ich eigentlich nicht habe. Für mich und nicht für andere. Mich hegen und pflegen. Und genau das wirkt auf mich zurück. Das gibt mir genau die Stärke die ich benötige, wenn ich in schwere Situationen komme. Ich bin in mir zu Hause und mit mir zufrieden - das scheint mir zu ermöglichen auch mit unerfüllten Hoffnungen Frieden schließen zu können und einfach zu sagen: jetzt ist es so und soll nicht sein.....

    Weißt Du, liebe Karotte, für mich war es auch recht schwer als ein über Monate aufgebauter Kontakt so von heute auf morgen (warum das so ist weiß ich noch immer nicht genau) von hoch-heiß-brodelnd auf Gefriertemperatur stagniert ist und mir gerade ein kleiner Gletscher gegenübersteht, der in sich zu schmilzen scheint und an Stabilität verliert.

    Aber mal ehrlich: heute morgen war ich so weit zu sagen, wer nicht will, der hat schon - nicht mein Problem. Ich finde es schade, bin traurig über dieses Holzhämmerchen-Schock-Methödchen, welchem ich da gerade unterzogen werde, aber derzeit ist es eben so. Dafür meinte dann ein netter Kollege "sag mal, wo wohnst Du in dem Ort eigentlich" Erklärt wo und auf seine Antwort "muss ich mal vorbeifahren" sind wir gleich so verblieben, dass er dann auch reinschaut.
    Wo ein Mensch eben derzeit Rückzug benötigt muss ich diesen einräumen und mich über die anderen freuen, die eben offener sind. Um Partnerschaft geht es bei mir derzeit ja nicht weil ich selber noch instabil bin.

    Weißt Du, dieses Schritt-für-Schritt-Verfahren, welches ich auch gehe, kommt in diverse Stufen, in denen sich die Teilnehmenden wohl immer neu sortieren müssen. Mal gehen sie in die nächste Runde, mal geht einer k.o. oder mal wird die Runde abgebrochen. Wie das Leben sonst halt auch ist..... Ich denke, unsere Aufgabe wird sein mit diesen Gefühlen zu Recht zu kommen ohne dass sie uns zu Boden ziehen. Bei mir geht das auch nicht so wie ich möchte.... aber daran arbeite ich ;)

    Lieben Gruß von Dagmar


    p.s. eines ist mir aufgefollen in der Zeit in der mein Gegenüber gerade Eisblockakzente setzt: für jeden Eiswürfel, den ich serviert bekomme und meine Ruhe und Gelassenheit behalte, begegenen mir mindestens pro Tag zwei wohltemperierte andere Menschen - nur früher konnte ich diese nicht sehen, heute Gott sei Dank schon .... Ich leider nicht mehr an gefühlsmässiger Unterkühlung :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Rosita,
    ich habe leider alles andere als eine dicke Haut. Ich bin sehr leicht verletzbar und getroffen. Aber: ich versuche die Menschen in meinem Umfeld so zu wählen, dass niemand dabei ist, der mich nur des verletzen willens schädigen will. Der Ex-alkoholkranke Freund tat es! Mit solchen Menschen meide ich mittlerweile den Kontakt. Da zähle ich nämlich nicht als Mensch sondern als Agressor.

    Die Menschen, die ich schätze, denen ich etwas sagen will und die eventuell danach etwas bedenkliches über mich denken, bei denen habe ich das Bedürfnis etwas zu sagen und tue es auch. Noch habe ich Vertrauen zu ihnen.

    Geht der Schuss nach hinten los, nun gut, dann kann ich immer noch neu überlegen. Ich aber erwarte Fairness und Offenheit von anderen (was nicht jeder geben kann) also gibt es für mich nur eines: selbiges vorleben und hoffen, dass mein Gegenüber durch meine Offenheit und Verletzlichkeit etwas von sich preisgibt.

    Schau, wer mich beleidigt - wissentlich beleidigt und mir weh tun will - das ist kein Umgang für mich! Versehentlich kann es passieren, oder aus Missverständnissen resultieren, dann kann man versuchen wieder ein Level zu bekommen, aber das sind Kommunikationprobleme und keine Beleidigungen.

    Sprich: wer mich beleidigt, der soll mal besser statt Worte an mich zu richten im Erdboden versinken. Das ist nämlich kein Niveau - weder für Bekannte, geschweige denn für Vertraute.

    Ich werde nie eine dicke Haut bekommen und immer verletzbar sein. Ich will aber auch in der Lage sein, das den Menschen zu erlauben zu wissen, die ich in mein engeres Umfeld lasse.

    Lieben Gruß von Dagmar