Beiträge von dagmar007

    Na Susanne, ich weiß nicht so recht - bei mir kann ich da keine Übereinstimmung fühlen (was nicht heisst dass diese nicht da ist).

    Ich wollte anders leben und begann damit. Ich spürte, dass jede Information mich zurück warf im Neuen und deshalb blockte ich sie ab. Ich wollte mein neues Leben leben und nicht durch altes zurück geworfen werden.

    Allerdings, liebe Susanne, habe ich nicht den vermeintlich guten Zeiten nachgeweint, denn ich musste feststellen sooo gut waren die nie, wie ich es mir hatte eingebildet.

    Ehrlich gesagt, ich war viel zu sehr mit Umzug, allen den Problemen wie Möbel, Telefon ect. beschäftigt als das ich Lust gehabt hätte was von ihm zu erfahren. Dann war ich mit der Jobsuche beschäftigt - also viele Dinge für mich zu erledigen, die durch "ihn" oder das Wissen über ihn nur gestört worden wären.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Nachtrag - sag mal Chris bei Dir gibt es doch Wohnbaugenossenschaften (ich kam auch aus der Region) und hatte da einiges an Auswahl was Wohnungen betrifft. Wäre das nicht eine Idee, falls finanziell machbar....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lieber Chris,
    ich wurde erzogen immer mit dem schlimmsten zu rechnen, denn damit würde man(n)/frau nie schlimm überrascht werden - das schlimmste wurde ja schon mit einkalkuliert.

    Diese Erziehung, die sich in mir manifestierte, hat mein Leben ziemlich behindert und ich habe mir dadurch alles schwerer gemacht, als es hätte sein müssen. Genau diese Denkweise hatte ich damals auch noch als alles zu Ende ging, der Lover durchdrehte und ich ohne Job und ohne Dach über dem Kopf dastand.

    Ich hatte nichts mehr zu verlieren - hatte nichts mehr ausser meinem nackten Leben und meinen Tieren und der Frage, versuchen wir es mal mit "Gottvertrauen" weil das Schwarzsehen ja wohl auch nur ins Dunkle zog.

    Und plötzlich, da wurde alles anders....

    Es war gerade so, als hätte ich einfach begonnen das Leben anzunehmen und mich nicht mehr im Kreis zu drehen und mich selber verrückt zu machen. Gerade so, als ich hätte ich gesagt, o.k., dann warten wir mal ab. Gerade so, als hätte dann das "Leben" gesagt, in Ordnung, dann schauen wir mal.

    Chris, alles das Drama was um mich herum war, all die Ausweglosigkeit als Teenagerspätlese ohne Job - alles das löste sich in Wohlgefallen auf. Beim Job hoffe ich auf eine Verlängerung, weiß es aber noch nicht.

    Ich denke ganz einfach dass die Bereitschaft anzunehmen was kommt es mir ermöglichte meine Kräfte sinnvoll zu bündeln. Gerade so als würde ich nun nicht mehr gegen Windmühlenflügel kämpfen.

    Ich drücke Dir in jedem Fall ganz doll Daumen und Zehen dass Du etwas findest, in dem Du Dich ebenso wohl fühlst wie jetzt. Klar macht es traurig, klar ist Umzug Horror und klar fühlt man sich einfach auch nur "verarscht" der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen....

    Verstehen kann ich Deine Gefühle nur zu gut!!! Lass nicht zu dass sei Dich lähmen und Du Dich selber Deiner Chancen beraubst. Zeig dem Guten mal was eine Harke ist ;) Was meinst Du, wie der kuckt, wenn er spürt Du hast was schönes und freust Dich darauf :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Chris,
    versuch es - auch wenn es schwer ist - als Chance zu betrachten.

    Meine Welt brach zusammen als Co, als der Lover austickte, ich arbeitslos eine neue Bleibe brauchte. Chance sah ich für mich keine mit meinen vielen Tieren.

    Der Anfang zu meinem Glück wurde mit einem kleinen finanzierbaren Häuschen gemacht, in welchem wir nun alle glücklich sind. Alle die schlimmen und schmerzhaften Dinge konnte ich im alten Haus lassen und mich hier auf mein Leben konzentrieren. Neu beginnen zu leben - neue, liebenswerte, Menschen.

    Nutze die Chance - betrachte es nicht als Hinderniss oder Problem sondern als einen Weg für Dich, der vielleicht ein ganz toller wird.

    lieben Gruß von Dagmar

    Ja, Ihr Lieben, das ist die Zufriedenheit, die sich auch wie Glück anfühlen kann: die Waschmaschine, die entlastet, liebevolle oder einfach nur angenehme Menschen um einen herum.

    Vor kurzem sprach mich ein bekannter Servicetechniker und alter Nachbar aus Zeiten der Co-Beziehung an auf den Expartner. Es war so weit weg - er erzählte von einer unglücklichen Zeit. Das erzählte er mir an einem Ort, an und in dem ich wohl behütet fühle und umgeben von geschätzten Menschen, wovon einige wohl einen tieferen Platz in meinem Herzen haben als während der Suchtbeziehung einem Kranken wie mir jemals möglich gewesen wäre.

    Weißt Du, liebes Kaltblut: das an sich arbeiten tut weh - manchmal verführt es, einfach ins alte Muster zu fallen. Bei mir geht es nicht mehr weil ich mich so viel hinterfragt habe und auf so viele Verhaltensweisen von mir gestoßen bin, die meinen positiven Kontakt zum Umfeld verhindert haben.

    Dieses bei mir sein - dieses bei mir fängt es an und hört es auf - war einfach nur schwer, unbegreiflich und erschien mir niemals auf mich umsetzbar. Die Worte habe ich verstanden, aber nicht wie das als Leben innerhalb meines Lebens pulsieren soll.

    Fast spielerisch kamen die Akzente in mein Leben, hier ein Hauch und da ein Windchen. Nunmehr fühlt sich alles an wie eine leichte Briese, die mir um die Nase streicht. Manchmal um die Nase um mich etwas zu kitzeln und an alte Fehler zu erinnern und als Briese um den Körper mit einem Wohlfühlgefühl.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Es ist ganz sicher so, lieber Hartmut - dass Trennung vom Alkoholiker nicht genügt. Denn das kleine Helferlein kann ja überall loslegen. Das Helferlein braucht weder einen Trinker noch einen psychischen Kranken, es kann sich überall nahezu unbemerkt einnisten und versuchen das Leben des anderen zu manipulieren. Das Helferlein wird wohl auch immer versucht sein - oder oft - das zu tun, befürchte ich.

    Je weiter ich bei mir gekommen bin andere Menschen so zu akzeptieren wie sie sind, desto weniger hatte ich den Wunsch zu helfen oder zu veräündern. Logisch, wenn mein Gegenüber o.k. ist, so wie es ist, dann gibt es nichts zu verändern.

    Und welche Welten liegen darin nun einen Menschen kennen zu lernen? Jemand anderer Meinung? Kein Problem! Jemand Ansätze von Giftigkeit? Kein Problem, sein Gift ... Ach ja, den Wolf im Schafspelz, den konnte ich auch kennenlernen. Erst zog der Wolf den Schafspelz aus um dann wie ein Lämmchen sein Fell abzugeben.

    Hätte ich wie früher, auf den ersten Impuls geachtet, so hätte ich nur das Schafsfell gesehen, nicht aber das "Lämmchen" darunter.

    Ich glaube, Hartmut, hätte ich mich im guten getrennt, dann ist es interessant wenn man mehr über den anderen hört. Wenn einfach eine gesunde Grundlage ist mehr zu erfahren. Ich habe nur erfahren müssen wie extrem die Sucht fortgeschritten ist und das ist wirklich nichts, was erheiternd ist oder für mein Leben irgend eine Rolle spielt.

    Ehrlich gesagt, wenn ich versehentlich über seinen Anblick stolpere, dann fühle ich mich unwohl und meilenweit entfernt. Da schlägt kein Gefühl - nicht mal ein schlechtes...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Mir als co, lieber Spiegel, ging es nicht anders. Erscheint mir auch logisch, der Körper hatte gelitten, die Nerven waren am Ende und das Hirn masslos überfordert. Bei Dir wie auch bei mir, schätze ich....

    Umstellungen - Gedankenveränderungen - bedeuten ja ständige Aufmerksamkeit. Eventuell sich selber noch "in den Hintern treten zu müssen".

    Bei mir hat die Abgeschlagenheit relativ lange gedauert. Übrigens wurde mein Kräftevolumen später anders. Ich kann nicht sagen ob mehr oder weniger, aber ich kann sagen, ich ging bewußt und ganz anders um mit der Kraft, die ich besitze.

    In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Power ;)

    lieben Gruß von Dagmar

    Für mich ein ganz heikles Thema. Denn ich muss ganz klar sagen, ich wollte nichts vom Ex mehr hören, dennoch habe ich anfänglich alles aufgesaugt. Kontrolle? Hoffnung, dass es bergab geht - der kleine Funke Hoffnung des Expartners-/in der noch keimte. Egal was, es war absolut schädlich für mich. Es warf mich immer zurück - egal, was ich hörte - ab dem Moment war wieder präsent dass die jahrelange Beziehung zerbrochen war.
    Bei mir was das ein Zeitraum von rund 5 Monaten. Die nächsten drei Monate schnitt ich alle Infos bewusst ab, dann unbewußt.

    Jetzt ist ein Jahr vergangen und vor kurzem war ein ehemaliger Nachbar als Servicetechniker an meinem Arbeitsplatz. Das Gespräch über den Ex war uninteressant, betraf mich nicht - im Gegenteil: ich war an einem Ort, an dem ich mich sicher fühlte. Ich war an einem Ort mit liebenswerten und geschätzten Menschen und Platz war in und bei mir für ein überdeutliches "Gott sei Dank ist alles vorbei".

    Viele Stufen, die viel Zeit erforderten - noch mehr Trauer und Selbstkontrolle. Niemals hätte ich gedacht, dass ich dieses Level des Desinteresses jemals erreichen kann.

    Das einzige, was mich an den Ex erinnert ist die Tatsache, dass ich nicht mehr in Esslingen sondern in Hohenlohe lebe....

    Nichts vom anderne hören und sehen ist wie ein Entzug - auf lange Sicht bei mir die Abstinenz vom Suchtmittel. Denn eines ist Fakt: Menschen gelangen nun ganz anders in mein Herz als damals der Ex.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Charmenida,
    komisch nicht, wie einfach es ist glücklich zu sein und gleichzeitig doch soooo schwer. Auf der einen Seite gibt es diese wunderschönen Erlebnisse, Gefühle und menschlichen Übereinkünfte, auf der anderen Seite das Gefühl "fremd" ... Hilfe was ist das ... was war das.... oh je....

    Ja, liebe Charmenida, oftmals konnte ich gar nicht wahrnehmen was real passierte. Mein Gefühl hüpfte wie verrückt vor Glück und das Hirn funkte, was war den schon.... Schon ins straucheln gekommen habe ich mir dann immer - neutral - diese Erlebnisse zurück geholt. Und das Gefühl hatte immer recht. Auch was die Nachhaltigkeit betraf, es waren im Regelfall keine einmaligen Erlebnisse sondern Stabilisierungen von Kontakten.

    Kummer, ja den war ich gewöhnt, da wurde ich halt still. Aber glücklichsein, spüren und damit fertig werden hat mich schon Tränen (der Freude gekostet). Auch tatsächlich das Problem, einen Arbeitstag noch sauber und leistungsstark zu beenden weil mich da einfach Gedanken und Gefühle positiver Art überrannten.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe bealinipoldi,
    ich bin mir sicher, nicht nur ich kann mich erinnern, wie mein Herz im Quadrat schlug, wenn der Ex anrief. Wie ich jedesmal hoffte, dass er endlich "normal" wird und nachdenken kann. Bei jedem Anruf wohl hoffte ich jetzt würde er er sagen, ich habe es geschnallt.

    Es war nicht so - die Agression wurde zunehmend stärker, je mehr ich mich abkoppelte. Ich ging nicht mehr ans Handy, ignorierte SMS. Langsam, ganz langsam kam meine Stärke zurück.

    Ich begann für mich zu kochen - egal, was ich früher für "ihn" tat. Ich genehmigte mir "Vollbäder" um zu entspannen für mich. Es war ein ganz langer Weg und nach nunmehr einem Jahr steht immer noch das eine oder andere Scheunentor offen, welches ich mit Kraft schließen muss.

    Nein, auch ich war mehr als schlecht zu mir - Frustesser, gerade mal so das nötigste im Erscheinungsbild und alle Hobbies und Interessen mehr oder minder auf "Leistung" aufgebaut.

    Heute, lasse ich mal 5 gerade sein. Habe ich Emotionen und bin durch den Wind, dann ist das o.k. und ich bleibe halt einfach in meinem Kämmerchen. Ich dusche morgens (statt den Vollbädern abends) gönne mir meine edlen Duschgels und Parfüms (die ich mir eigentlich nicht leisten kann). Ich spüre, ich fühle mich gut und tue mir selber gutes. So beginnt dann der Start in den Arbeitstag.

    Dort komme ich gut gelaunt an, weil ich mir ja schon gutes tat und mich wohlfühle. Komischerweise nehme ich nun auch ab, weil ich früher aus Frust zur Schokolade griff. Ich nehme ab ohne es zu wollen oder etwas dafür zu tun. Einfach weil ich die Frustesser nicht mehr brauche. Und wenn doch ... o.k.....

    Die Kollegen, oftmals Morgenmuffel da schon ab 0.00 Uhr im Einsatz scheinen das positve Erscheinungsbild und die gute Laune mittlerweile für gut zu empfinden und kommen aus ihrem Muffeltrott raus. Es gibt tatsächlich ab und zu ein liebevolles "Guten Morgen". Das freut mich extrem und wir alle haben uns gutes getan ... Begonnen damit, dass ich mir Gutes tat....

    Eigentlich ganz einfach - aber doch soo schwer. Ein Weg voller Stolpersteine, eine Entwicklung voller Tiefs (die keine sind, die wir aber so empfinden). Eine Chance in DEIN Leben zu kommen, DEIN neues Leben, eines, das Du DIR aufbauen kannst.

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar

    Erschreckender Aha-Moment :(

    So, ich bin also Gefühlsmensch und frage mich, ob oder wie ich mit einem "Kopf-"Menschen klarkomme.... Hmm, gerade habe ich mich gefragt ob ich nicht vielleicht leichter mein Ego durch einen Gefühlsmenschen aufpolieren könnte als durch einen Kopfmenschen. Logisch, wer wie ich gefühlsdusselig sein kann, dem gehen Komplimente und anderes viel leichter von der Zuge.

    Fazit oder Fragestellung an mich selber: erwarte ich mir durch einen Gefühlsmenschen das Aufpolieren meines Egos, welches ich meine im Kopfmenschen nicht sehen zu können.

    Na, geniale Pleite ... Gut, nach dem ersten Schock würde ich sagen, mir reicht mein eigenes Ego und ein weiterer Polierer ist nicht notwendig. Aber diese Einsicht war gerade ein "HAllo-Wach"-Moment und nciht gerade ein schöner....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe Caro,
    zwar habe ich mich sehr wohl als Co begriffen, dennoch sehe ich mich nicht - und somit auch DICH nicht! als unheilbar krank an.

    Im Gegenteil: alle die grausigen Tiefs, alle die Stimmungen (die immer noch nicht einfach sind zu verarbeiten) sie erlauben mir erstmalig in mich reinzuhören, meine Wünsche zu spüren und im günstigsten Fall auch mir selber gegenüber realisieren zu können.

    Liebe Caro, ich bin Tag für Tag dankbar den Absprung geschafft zu haben (selbst dann wenn es für mich nie wieder eine Partnerschaft geben sollte) denn ich fühle mich auch alleine glücklich. Ich habe so viel umgestellt - statt baden abends dusche ich morgens - tut mir sau gut. Ich habe wieder, auch wenn ich es mir nicht leisten kann, den Weg zu meinen Parfüms gefunden.

    Ich lerne Menschen kennen mit für mich unbekannten Verhaltensweisen. Ich lerne es sie voruteilsfrei anzunehmen, mich ihnen langsam zu nähern und erlaube ihnen sich mir vorsichtig zu nähern. Ein Erlebniss, welches ich nicht kannte. Es gab nur ex oder hopp. Niemals den Zwischenweg der Entwicklung - niemals mein Aushalten eigener Gefühle (egal, ob Sehnsucht, der Wunsch etwas zu klären oder oder oder).

    Gelernt habe ich wohl nur dadurch, dass ich erstmal die furchtbare Trauer und das Chaos ertragen musst. Mich als unwert fühlen um dann wieder Schritt für Schritt aufwärts zu gehen. Aus dem nichts wieder ein Mensch werdend... Aber es brauchte Zeit und viel Geduld von mir mit mir selber. Nachsicht für mich und Akzeptanz, dass ich vieles anders machen möchte, dass nicht gleich funktioniert.

    Du kriegst das hin :) mit Vertrauen auf und in Dich selbst!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Nat, ich kann Deine Eingangsfrage sehr gut verstehen. Meine nun folgenden Gedanken sind dadurch entstanden, weil ich seit einem Jahr aus der Suchtbeziehung raus bin. Ich denke, wäre ich in Deiner Situation, würde ich mich ebenso fühlen wie Du...

    Mein erster Gedanke zu Nat's Zeilen war: "Mensch, im normalen Leben merkt man/frau doch auch einmal es geht nicht oder ich muss erst mal mit mir alleine sein. Das hat ja nicht zwangsläufig etwas damit zu tun, dass es sich um einen (trocken werdenden) Alkoholiker handelt.

    Als nächstes stellte sich mir die Frage dessen, was ich noch aus meiner Alk-Beziehung weiß: über Probleme wurde nicht geredet, sie wurden einfach überspielt und weiter zur Tagesordnung. Nun ist für mich natürlich nicht klar, ob der Mensch grundsätzlich ob trocken oder nüchtern vor Klärungen von Problemen davon rennt oder ob er noch nach wie vor selbiges tut wie in der trinkenden Zeit .... davon rennen ....

    Eines aber dürfte klar sein: für beide Partner ist so etwas alles sehr schwer. Vielleicht wäre es einfacher, vor einer Therapie zu sagen, lass uns danach als Bekannte aufeinandertreffen und uns neu kennenlernen. Nicht also das mitnehmen, was schon die Suchtbeziehung war sondern quasi neu starten. Sich neu kennenlernen und sich dabei viel Zeit - und Abstand - lassen (den vielleicht beide zum gesunden brauchen).

    Lieben Gruß von Dagmar
    Co

    Nun, liebe Gotti, für mich ist es eine Stärke zu wissen, dass man/frau sich "schwach" fühlt. Genau das ist für mich nämlich der Einblick in mich und was ich jetzt benötige. Tränen, Mut, Aufbauenergie - egal was - wenn ich weiß, wie es mir warum geht - so kann ich für mich arbeiten.

    Oh, ich denke, Deine Unruhe ist da und noch ganz viel anderes, was zwiespältig oder angsteinflößend ist, aber darin sehe ich weder Schwäche noch einbrechende Welten: Du siehst nach Dir und das ist für mich der Hauptaugenmerk.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Caro,
    ist es nicht einfacher, ein Tief anzunehmen und es zu akzeptieren als Kräfte aufzubringen (die so und so nicht vorhanden sind) um dagegen anzugehen?

    Ich spreche nicht von Selbstaufgabe und schleifen lassen. Ich spüre wenn ich durch den Wind bin, ich spüre wenn mich etwas beschäftigt und ablenkt. Ich erlaube mir dass, denn es rumoren dann in mir Fragen und Gefühle. Mit denen muss ich mich auseinandersetzen um in mir Ruhe zu bekommen. Irgendetwas verwirrt oder beschäftigt mich. Also ist es mir wichtig. So, und nun gibt es im Notfall eine Zwangspause! Ich hatte nahezu zwei Wochen, die mich gehörig durch den Wind fegen ließen. Es musste sein: so viel neues war in meinem Leben, so vieles zu verarbeiten und so vieles musste in Bahnen gebracht werden, die ich erst für mich herausfinden musste. Das kostet Zeit, Kraft und Energie.

    Und es dient der folgenden Entwicklung! Nein, ich übergehe ein Chaos in mir nicht mehr - nein, ich lasse mich nicht mehr vom Wind wegwehen, er darf mich durch die Haare wehen um mir neue Gedanken zu bringen, aber mehr nicht.
    Und wenn der Wind zu stark weht, dann suche ich Schutz vor ihm um nicht "vom Winde verweht zu werden".

    Ach Caro, sei einfach nachsichtiger mit Dir - verständnisvoller zu (D)einer Seele, die Gefühle hat und sie spürt.

    Ich lebe auf nachdem ich den Job gewechselt habe, 8 Jahre brachten mich tiefer und tiefer - machten aus mir eine Maschine. Ich hatte den Job riskiert obwohl ich wusste ich bin eingentlich zu alt etwas neues zu finden..... muss nicht sein .... ich habe etwas und hoffe, es wird unbefristet, weil es ganz toll ist - nur den Mut musste ich haben es zu wagen! Ich denke, Du machst das schon richtig, liebe Caro!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Meikel,
    ich finde Deine Fragestellung sehr gut - und ebenso passend Kaltbluts Gegenfragen, ich sehe es nämlich ebenso wie er!

    Ist es nicht verletzend, wenn ein Co über den Partner entscheidet?
    Ist es nicht unverschämt als Partner zu entscheiden was für den anderen besser ist - ist es nicht vermessen zu sagen "Du musst aufhören" "Du ruinierts Deine Gesundheit". Ist es nicht selbiges wenn der Alkoholiker sagt Du bist schuld dass ich trinke wie wenn der Co sagt, "wegen Dir geht es mir so schlecht".

    Meikel dürfte das schon richtig sehen mit dem ganz unten sein um überhaupt erkennen zu wollen - Konsequenz bedeutet für mich Regeln im gesellschaftlichen miteinander. Konsequenz bedeutet für mich durch meine Konsequenz die Selbstachtung zu erhalten.

    Ich hatte den Eindruck, dass für den Trinkenden wirklich nicht zu spüren ist, wie er tickt und die gesellschaftlichen Regeln verletzt. Ich musste feststellen, dass über viele Jahre ein ganz unzufriedener Mensch um mich herum war. Gerade so, als könne er sich selber (egal ob mit oder ohne Alk) selber nicht leiden. Ich denke, wenn das ein persönliches Grundgerüst ist, dann hilft die Abstinenz alleine absolut nichts. Wer nicht in sich drinn Lebensgeister und Lebensfreude "hervor kitzeln kann" der sieht vermutlich wenig Sinn in einer Änderung des Lebens.

    Ja Meikel, ich hatte früher mal ganz viele Fragen, Erklärungen habe ich nur sehr eingeschränkt gefunden. Sie haben mir dahingehend geholfen mehr auf mich zu sehen und nur noch auf mein Leben zu achten - wenn der (nasse) Alkoholiker nicht auf sich und sein Leben achten kann, wie kann er dann auf meines "achten".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Noooöööö :)
    Ich sehe das gaaaaaaaaanz anders :)

    Gotti hat Kraft - Gotti fällt gar nicht erst um und muss ihren Weg finden.

    Was mit "ihm" ist wird sich zeigen. Gotti ist - wäre - stark genug ihren Weg zu gehen, der ihr zuträglich ist, egal, wofür, wie und wann deren Ehemann sich entscheidet. Unabhängig, liebe Gotti, dass ich Dir absolut wünsche, dass er für sich den Weg findet bist DU mir wichtig!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Julchen,
    neues Jahr - neues Glück :)

    Alles Liebe zum Burtzelstag und auf ein wunderschönes neues Lebensjahr! Ich weiß, so ein Geburtstag ist etwas zweischneidig: da ist der Stolz dass man es geschafft hat verbunden mit der Trauer, dass Gutes nicht mehr da ist (was es ja auch zwischendurch gab).

    Aber weißt Du was, liebes Julchen, wenn mal ein Jahr durchgelaufen ist, in dem Du Deine Frau gestanden hast und alleine alles durchlebt hast, dann ist es "Routine".

    Halt Dich wacker,

    lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Trauerkloss,
    ich für mich muss ganz klar sagen, dass mein Umfeld ganz dolle auf mich abfärbt. Das Alkoholumfeld machte mich wütend und aggressiv, ich habe es verlassen.

    Nunmehr ist mein Umfeld komplett anders, liebevoll und ruhig - beständige Stimmungen (vom Montagmorgengesicht mal abgesehen ;) und das färbt auf mich ab.

    Es gibt in meinem Leben nichts mehr, dass mich ärgert oder hilflos erscheinen lässt. Ich lebe arm, aber frei - ich lebe mein Leben und meine Gefühle. Ich beginne zu lernen meine Emotionen und den Kopf in Einklang zu bringen, was nicht ganz einfach ist. Eine jahrzehntelange, kranke Beziehung hinterlässt Schatten und macht es mir schwer neutral auf Männer zuzugehen, die in Herz und Seele nachwirken. Das aber bringt maximal nachdenkliche oder melancholische Momente in mein Leben. Wut, Trotz und schlechte Laune haben hier keinen Platz mehr.

    Weißt Du Trauerkloss, ich war auch keine hilfreiche Tochter. Als Kind konnte ich nämlich nicht sehen was meine Mutter leistete. Ich bin mir aber ganz sicher, dass das - was sie heute zurückbekommt - mehr wiegt als alles im Haushalt helfen oder Geschirr spülen in "jungen Jahren".

    Lieben Gruß von Dagmar