Beiträge von dagmar007

    Lieber Trauerkloss,
    Du fragtest innerhalb meines Threads ob ich mich vom Partner getrennt habe.

    JA ! Unsere Beziehung ist beendet und ich habe den Kontakt total abgebrochen. Er ist Alkoholiker, ich war in meiner Beziehung gefangen und kein Mensch mehr.

    Unabhängig vom Partner und ob die Beziehung je hätte weitergehen können, wollte ich im August 2008 nur eines: wieder ich selber sein und leben! Ich wollte endlich wieder glücklich sein - mich fühlen spüren und nicht mehr fremd orientiert sein!

    Ich wollte mich zurück - die, die ich mal war, oder vielleicht sogar noch eine, die noch besser mit dem Leben klarkommt. ICH wollte leben! Was ER macht ist seine Sache!!!!

    Seit August 2008 lebe ich alleine und konzentriere mich auf meine persönliche, seelische Gesundheit. Seit Anfang 2009 ist mein Leben "stabiliisiert" und neue, wertvolle Menschen treten in mein Leben. Alte Freundschaften haben ihren Bestand bewiesen.

    Es gibt Männer, die einen tiefen Platz in meinem Herz und meiner Seele haben - aber keinen Partner. Ob das der Fall wird ist derzeit uninteressant - wenn ich einen Menschen wertschätze und mich in seinger Gegenwart wohl fühle, so muss es kein Partner sein!

    Nur ich selber muss mir ein guter Partner sein, damit ich gesund bin, werde oder bleibe um dann zusammen mit anderen gesunden Menschen den Alltqg zu bewältigen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Paddy,
    ich schließe mich Dir an!!!

    So traurig ein Rückzug des Partners war, so war es doch so, dass in dem Moment ich mir selber gehörte. Das, und anderes, machte mir klar, dass ich auch während der Beziehung schon alleine war. Was änderte da also noch die - offizielle - Trennung?

    Weißt Du Paddy, ich dachte früher "aufhören" geht doch, wenn auch nicht einfach, aber es muss gehen. Ich verstand nichts von der Sucht, ich verstand nichts vom Stoffwechsel, nichts von der Wesensveränderung und absolut nichts vom Abstumpfen der Gefühle.

    Durch unsere Eigenschaft sehr gut mit uns PingPong spielen zu lassen bieten wir dem anderen natürlich auch die Möglichkeit des Aufschlages. Gerade so, als würden wir selber darauf warten weil wir gar nicht zur Ruhe kommen können - es nicht kennen.

    Gerade aber die tagelangen Ausreisser brachten Trauer und Ruhe - eine Verzweiflung - aber auch gleichzeitig das Wissen wenn ich diese Dinge wie den Teilabbruch des alten Hauses alleine durchstehe, dann auch den Rest dessen was ich an Verantwortung tragen muss. Dann aber für mich alleine!!!

    Festgefahren in einer Suchtbeziehung dreht man/frau sich tatsächlich im Hamsterrad ... nie sah ich es so klar wie heute. Manchmal denke ich, dass was da vor noch einem Jahr lief kann nicht sein.... ich habe so reagiert??? Warum ????

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Gotti,
    auch Dir ein paar (noch) sonnige Grüße, die vermutlich später in Regen münden werden, der mir aber ca. 15 Gießkannen erspart :)

    Ja, mir geht es sehr gut. So ein paar Tage musste ich mit mir Frieden schießen und der kleinen Unruhe um mich herum. Dann aber gab es ganz viele "Hallo Wach Momente" für mich, die mir ganz schnell erklärten wie einfach und schwer es gleichzeitig ist (nur) mit sich selber im Einklang zu stehen, dadurch mit Geduld und Offenheit das Leben zu durchqueren und in sich zufrieden zu sein.

    Was mich sehr, sehr erschreckte, war die Tatsache, dass ich vor rund 12 Jahren schon einmal einen ähnlichen Turnus hatte. Tod einer Freundin/Bekanntschaft/Jobwechsel.

    Die Vorzeichen sind absolut identisch - jedoch der Ablauf und die Ergebnisse komplett anders. Gut nämlich. Nein, der Tod wird nie gut sein - meine Verzweiflung war in beiden Fällen gleich - aber das Resümee : früher Wut auf den Tod und heute Freude über die Bekanntschaft. Der Jobwechsel damals ein Abstieg zu einem Choleriker als Chef ist heute das Gegenteil.

    Die Bekanntschaften, beide forciert über Kontakte der ehemaligen - leider nicht mehr lebenden - Freundinnen sind nun bereichernd und ohne Erwartungen verknüpft, damals interpretiert, vermutet und vorgeplant.

    Gerade so, als würde das Leben sagen: " so nun nochmal, mal sehen, ob du etwas gelernt hast ".

    Und ob ich das habe - ich frage mich oft: "Sag mal, wie hast Du früher gefühlt oder gedacht." Gerade so, als wäre es schon so weit weg und nicht mehr präsent.

    Wie war es, als ich meinem Körper kein guter Hüter war? Warum eigentlich? Ich habe ganz viel umgestellt, was mir einfach nur gut tut. Früher im Regelfall abendlich ein Vollbad - heute eine Dusche am Morgen mit meinem Lieblingsduschgel und das dazugehörige Parfüm zum Abschluss. Leisten, ja leisten kann ich es mir "eigentlich" nicht. Dennoch: ich mache es.....

    Wie war es, als ich Wunden, wie bspw. meine Brandwunde, nicht tiefer beachtete. Heute sieht man kaum mehr etwas davon. Warum war das früher anders .... wie war ich damals ....

    Ich kann gar nicht mehr nach vollziehen, warum ich mir selber das Leben so schwer gemacht habe weil ich immer so gerne alles unter Kontrolle gehabt hätte. Ich habe das Leben nicht unter Kontrolle, weil viele Menschen beitragen zu den Dingen, die geschehen - somit bin ich nur einer der Akteuer.

    Natürlich ist mein Ansatz immer noch wie früher: ich empfinde bspw. eine Traurigkeit. Früher hätte ich mich der hingegeben und wäre einfach auf dem Flaschenboden geblieben und hätte das Gefühl gehabt alles wird enger.

    HEUTE spüre ich auch wieder diese Traurigkeit. Ich frage mich warum ist sie da? Ich beleuchte neutral die Ursache (merke oft, dass es einfach nur daran liegt, dass ich Erwartungen hatte, die nicht erfüllt wurden) und weiss, was heute nicht ist kann morgen oder übermorgen eintreten.

    Früher bin ich am Flaschenboden liegen geblieben - heute entwickle ich Kräfte für das "morgen". Ich war gestern von mir selber geplättet, weil ich nach kurzer Traurigkeit der Vortage zu Höchstleistungen auflief. Dinge, die ich seit dem Umzug verschiebe (bald ein Jahr) die liefen gestern mit links. Nichts hatte sich geändert an der Situation, die mich leicht traurig machte - aber der Umgang damit war anders - somit auch die Einstellung zum Tag und meine Belastung.

    Umzug - genau das Gotti - das was so viel Kraft kostet, das was so viel neues mit sich bringt. Das, wo einfach neu durchgestartet werden kann. Erst viel Stress, dann Befreiung weil es überstanden ist und dann kommt im günstigsten Fall das "einleben".

    In diesem Sinne wünsche ich Euch einen ruhigen Abspann betreffend dem Umzug :)

    Lieben Gruß und Happy Weekend,
    mit oder ohne Regen ;)

    Daggi

    Liebe Monabu,
    ich denke mal, Du machst es Dir - jetzt wo Du von seiner Therapie und Abwesenheit weisst - schwerer als je zuvor, oder?

    Er war ja von Anfang an offen und stand zu seinem Problem. Somit ist es ja nicht so, dass Du überrollt wirst von Informationen oder Gefühlen. Die Gefühle konnten langsam wachsen.

    Etwas schwer ist für mich nach zu vollziehen, dass gerade jetzt - wo er weg gehen will um sich eine stabile Grundlage für Hilfe zu suchen - Du einiges in Frage stellst, dass vor seiner Therapieansicht (noch) nicht (offen) in Frage stand.

    Ist es vielleicht auch die Angst vor seiner Abwesenheit? Davor, was oder wie er dort eventuelle Veränderungen lebt oder beginnt zu leben?

    Ich denke mal, Dein Partner weiß für sich selber was er für sich möchte (nämlich die Therapie). Wie wäre es, wenn Du es ihm gleich tust, und einfach für Dich überlegst, was Du für DICH willst.

    Die Aussage "Ich frage mich halt auch, lohnt es sich, diesen Kampf mit ihm durchzustehen. Kämpfe ich nun mit ihm und wir gewinnen, dann wäre das natürlich super. Kämpfe ich mit ihm und wir verlieren, geh ich auch vor die Hunde?
    Die einfachste Lösung wäre, dass ich die Sache beende.
    Das wäre auch die vernünftigste Lösung, denn Alkoholismus kann man nicht wie ne Grippe behandeln, das ist lebenslange Arbeit." ist doch nicht von heute auf morgen gereift, oder? Warum jetzt, bevor er auf Therapie gehen will?

    Übrigens: Kämpfe sind im Regelfall immer Kräfteauwendungen - wie wäre es, wenn er seinen Weg geht und Du Deinen und Ihr in Freundschaft verbunden bleibt. Ob es eine Beziehung wird kann sich dann immer noch zeigen.

    Bei diesem Satz "Ich mache selbst gerade eine sehr schwere Zeit durch und brauche einen Partner an den ich mich mal anlehnen kann, der mir zur Seite steht, wenn ich grad mal wieder ganz unten bin. Jemand, der so ein Problem am Hals hat braucht doch selbst einen Halt." denke ich, es würde Dir vielleicht mehr helfen an Stabilität zu arbeiten, die nicht an einen Partner gebunden ist. Partner können gehen, sterben oder erkranken - auch dann musst Du die Verantwortung für Dich alleine tragen.

    Ich wünsche Dir viel Kraft

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe Susanne, wir machen es uns durch diese - unmögliche - Kontrolle ja selber schwer! Ist jemand nämlich intelligent genug das zu durchschauen, so dreht er/sie nämlich den Spieß einfach herum. Es ist also kein Problem, einem Mensch, der ich früher war etwas vorzuspielen, auf das ich anspringe. Ich erzähle meine Meinung, oder das was ich gerne hätte, und der andere weiß ich bin Wachs in seinen Händen.

    Was ich jetzt, mit 48 Jahren erstmalig bewußt erlebe ist dass versucht wird mich aus der Reserve zu holen durch Frotzeleien, durch testen meiner Frustrationsgrenzen ect. Ein ganz legitimer Weg, den viele Arbeitgeber bei Bewerbungsgesprächen gehen, also ein normaler, menschlicher Abcheckweg.

    Früher aber war ich immer der Meinung, jeder kann so ehrlich sein wie ich was sich und seine Person betrifft, also nahm ich die gesagten Worte als Wahrheit an.

    Der Alkoholiker musste lügen weil er schon zu krank war. Der intelligente Mensch, der an meine Grenzen gehen will sagt mir auch nicht die Wahrheit weil er oftmals meine Reaktionen austesten möchte - was zumeist nur mit extremen Ansagen möglich ist.

    Diskussionen, die also an der Wand lang gehen. Boahh, so ein alter "Esel" wie ich bin habe ich vieles erst jetzt begriffen. Vor allen Dingen wollte ich nicht bewußt der Macher sein, sondern helfend, (?) den anderen auf meinen Weg führen (ich weiss ja was gut ist für dich). Boah welche Kraftverschwendung für mich und welche Vergewaltigung an meinem Gegenmenschen.

    Nunmehr ist es so leicht und locker für mich - sogar leicht provokativ mich zu zeigen wie ich bin und was ich denke - die Meinung des anderen als gesagt da stehen zu lassen. Heute erst bin ich in der Lage Worte "nur" als Worte zu sehen und Taten für sich sprechen zu lassen:

    Heute erst bin ich in der Lage nach zu vollziehen dass ein Mensch A in Aktion ist und Mensch B findet das unmöglich und Mensch C kommt damit klar. Die Einschätzungen über A sind alle unterschiedlich - vielleicht sogar alle richtig! Weil nämlich A Person B und Person C gegenüber komplett anders ist. Nämlich eventuell genau so, wie er von B oder C angenommen wird, bzw. deren Verhalten empfindet.

    So, genug der Mengenlehre: mich hat es ganz doll erschrocken zu entdecken dass ich Menschen nicht nehme wie sie sind sondern sie nach einem (Wunsch-)Bild formen wollte welches in mir saß. Dabei habe ich mich um echtes Kennenlernen betrogen, den anderen in ein Muster gepresst - Kräfte ohne Ende vergeudet und doch nichts erreicht.

    Heute bin ich froh, dass mit jemand das Spiel "Etikettenschwindel" gespielt hat: ich spiele Dir etwas vor, mal sehen wie Du reagiertst, dann entscheide ich, ob ich Dir sage, wie es wirklich in mir aussieht....

    Menschen sind unterschiedlich - jeder hat sein eigenes Glück und Wohlfühlgefühl - ich muss dieses Verhalten nicht richtig finden. Ich muss nur entscheiden ob ich diesen Menschen so respektiere und akzeptiere wie er/sie ist.... Dann, und wohl nur dann, wird er/sie mir gegenüber vielleicht sich selber zeigen .... und erst dann verliere ich keine Energie mehr für Veränderungen (die vielleicht noch nicht einmal nötig wären)....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Und wisst Ihr was, hallo, liebe Susanne,
    und genau heute fiel mir auf, wie strohdumm ich doch früher war. In meiner Naivität habe ich dem Partner Geschichten erlaubt warum er trinkt, habe dadurch selber seine Alibis gestützt um ihm dann in tiefsinnigen Gesprächen quasi noch meinen gewünschten Gedankengang unter zu jubeln.

    Quasi, er hatte ja eine schwere Kindheit "ach, Du armer, wenn Du trinkst, so kann ich das verstehen, aber".... Und natürlich immer gleich in Drucksituationen nichts aushalten, eher genau so lamentieren.... immer an der Wand lang ;)

    Heute, ja heute läuft mein Kontakt mit anderen Menschen anders. Heute will ich mir nicht mehr erklären, warum wohl jemand so denkt, wie er es sagt! Weil .... sagen kann er viel .... ich habe nun nämlich auch erfahren müssen wie es ist wenn man/frau einfach blufft um jemanden aus der Reserve zu holen.

    So: Worte sind also Schall und Rauch, egal ob in meinem Sinne oder im Anderen - wie lebt jemand, das ist die Frage - und nicht was ist das gesprochene Wort - das gelebte zählt.

    Dadurch wurde meine Power immer weniger: ich habe überlegt und überlegt, warum, wieso, weshalb, was kann dagegen getan werden und und und....

    Bestes Beispiel gestern: es ist bekannt, dass ich Katzen liebe und besitze. Ein Kollege gestern "nur eine tote Katze ist eine gute Katze, er habe schon einige überfahren".... Nun sagen kann er viel, ich weiss es nicht und kann es auch nicht ändern (früher hätte ich unendlich diskutiert, viel Energie verschleudert ect.) Mittlerweile weiß ich aber, dass derjenige mich gerne frotzelt und versucht meine Reizgrenze zu finden.

    Nun, heute morgen lief mir ein zuckersüßes Kätzchen über den Weg, in welches ich mich sofort verliebte, die Welt um mich vergaß und direkt vor einer Türe mit ihm spielte während genau dieser Mensch ankam, klaro, Provokationsversuche ....

    Nur .... abkaufen konnte ich sie nicht weil das Verhalten nicht in die Richtung ging .... aber der arme Kerl stand nun auf Grund seines gestrigen Kommentares schon ein wenig ungeschickt da und Kätzchen streichte noch immer um meine Beine ;)

    Ich habe mich bei dem Kätzchen wohl gefühlt und beim streicheln und nicht in sinnlosen Diskussionen, von denen sich später rausstellt sie sind so unnötig wie ein Kropf.... Genau so aber war es früher, genau so habe ich Energien verschleudert in dem ich anderen meine Meinung "aufdrängen" wollte oder "Verständniss für mein Verhalten" Hey, das ist mir jetzt so was von schnurz..... NUR was für mich wichtig ist muss es bleiben, andere haben das Recht zu denken und zu tun, oder zu sticheln, wenn sie es wollen - es geht mich nichts mehr an.....

    lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, liebe Paddy,
    wir scheinen uns da recht ähnlich gefühlt zu haben in unserem Laufrad, das uns viel mehr Kraft abverlangte als wir hatten. Dennoch: wir liefen und liefen und liefen.... und fanden Entschuldigungen (gerade die schlimme Kindheit) und liefen noch schneller, damit er diese bösen Dinge vergessen kann.

    Weißt Du, was mich interessieren würde? Ich bin sehr - viel zu schnell - mit meinem Partner über eine Fernbeziehung zusammen gekommen. Das was ich heute lebe - kennenlernen - war in der Form nicht der Fall. Nach einem halben Jahr zusammengezogen - weil ja die schlimme Entfernung für mich nicht aushaltbar war - um dann nach 10 Jahren aufzugeben.

    Aber Paddy, vielleicht haben wir dadurch eine der größten Chancen erhalten, die Menschen bekommen können: Liebe als Liebe kennen zu lernen. Zumindest empfinde ich es so, in meinem jetzigen "neuen" Leben.

    Anderer Wohnort - anderes Haus - meine geliebten Tiere, neuer Job und Menschen, die mich so annehmen wie ich bin: Nachbarn die Kürbisse oder Auberginen einfach nur vorbeibringen oder vor die Türe legen. Kollegen, die mich bereits nach ein paar Urlaubstagen vermissen und es mir sagen. Offene Freundschaft und Vertrauen die mir entgegengebracht werden ohne dass ich um sie kämpfen muss.

    Seit ich alleine hier bin, was nicht immer einfach ist, wird mir soviel an Gefühlen zu Teil, was ich nicht bruchstückhaft in den 10 Jahren erlebt habe. Alles in meinem Hamsterrad hat mich abgehalten gutes zu spüren, selber nach außen zu leben und wirkliche offene Freundschaft wahr zu nehmen.

    Jetzt, endlich, beginne ich bereit zu sein meinen Mitmenschen anders entgegen zu treten. Ich beginne mein Schubladen denken einzustellen. Ich beginne pur zu leben was ich fühle ohne mir zu überlegen ob ich damit anegge, nach fast einem Jahr beginne ich offen darüber zu reden was/wie/mit wem die ehemalige Beziehung war. Ich wollte alles verdrängen - vergessen - und dabei hätte ich mich (unbewußt) weiter isoliert um der Wahrheit niemals zu begegnen.

    Ich muss nun umlernen, es ist schwer und ungewohnt aber das was ich nun kennenlerne ist etwas, um das ich scheinbar nicht kämpfen muss: angenommen zu sein, geschätzt zu sein und das auch gezeigt zu bekommen.

    Paddy, ich denke, wir haben grausames durchlebt. Vielleicht aber dadurch die Chance nun alle die schönen und hellen Facetten des Lebens bewußt in uns aufnehmen zu dürfen. Gerade durch das Leid und durch die - immer noch gespürten - traurigen Gefühle aus der Zeit sind wir vielleicht in der Lage die jetzigen schönen Gefühle anders zu spüren.

    Ich bin jetzt in der Lage zu sagen, ich bin müde, ich bin groggy, ich lege mich hin und ich habe halt nicht mehr Kraft - auch wenn ich noch etwas zu tun hätte. Früher, ja da habe ich mich durchgeschleppt um am Ende noch fertiger zu sein, etwas lieblos gemacht zu haben und dadurch selber die Lust an allem verloren zu haben.

    Ich habe alles, was mein Potential ist mit Füßen getreten, weil es von den Launen eines anderen abhängig machen ließ. Ich habe mich und meine Charakereigenschaften - ob Stärke oder Schwäche - einem anderen vor die Füße geworfen um zu sagen "Ich bin Dein, mach damit was DU willst". Nunmehr schaffe ich es mich zu fragen, was ICH will, kann, darf, muss und bin auch in der Lage zu sagen "ich kann nicht".

    "Ist Dir das auch wieder zuviel" so oft hörte ich es, so oft tat es weh, und so oft war es der Knopf, der wieder mein Hamsterrad in Gang setzte. Vielleicht war es mir zu viel .... vielleicht aber war ich nicht in der Lage es mir gegenüber zuzugeben....

    Vielleicht.... liebe Paddy ... wird das nun alles anders.

    Denn meine - und wohl auch Deine Energie - hat nun andere Wirkungsstätten. Orte, Menschen und Gefühle die wir anders wahr nehmen und auch anders darauf reagieren können.

    Ich habe das große Glück erfahren dürfen zu spüren und zu sehen, wie bei Menschen die Augen funkeln wenn sie mich sehen, ein ganz inniges Lächeln in diesen Menschen kehrt und mein Herz dabei richtig warm wird. Ohne gegenseitige (Hilfe-)Leistungen - ohne Erwartungen, was tust Du mir und ich Dir dafür - einfach nur die Freude sich zu sehen und drei Takte zu reden.

    Hätte ich jemals diese Gefühle - und stärkenden Energien - spüren (oder überhaupt auch nur beschreiben) können hätte ich nicht auch das Gegenteil erlebt??? Hätte ich dieses Funkeln sehen können, wenn ich nicht zuvor fale, eingefallene und leblose Augen hätte sehen müssen/können/dürfen???

    Hätte ich Wertschätzung spüren können hätte ich nicht für mich zuvor das Gegenteil spüren müssen???

    Ich glaube Paddy, eines bedingt das andere - nur der Lernweg von manchen (wie von mir) ist vielleicht ungleich härter von Menschen ohne einer Co-Abhängigkeit.

    Ich beginne mehr und mehr meinem ehemaligen Partner dankbar zu sein durch den harten Lernweg, der mich fast das Leben gekostet hätte, endlich - reine - Liebe und Zuneigung zu spüren. OHne Erotik ohne Partnerschaft - einfach nur menschliche Zuneigung (die für mich Liebe ist - für mich persönlich ist Liebe den anderen so annehmen wie er ist, sich mit ihm auszutauschen und seine Meinung zu achten auch wenn icheine andre habe. Für mich ist Liebe den Respekt zu behalten auch wenn die Meinungen komplett anders sind).

    Und Paddy, so wie ich spürte wie früher meine Energie destruktiv genutzt wurde, so erlebe ich heute wie sie anderen Menschen (Tieren) nutzen kann - wie mein Gegenstück und ich profitieren - voneinander - füreinander....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Gotti,
    bei uns ist es im Hause üblich, dass auf die erste Halbjahreszeit eine weitere Verlängerung folgt (in der ich mich befinde), dieser folgt dann im glücklichsten Fall eine unbefristete Verlängerung - auch welche ich ganz dolle hoffe. Es geht mir dort gut - meine Kolleginnen sind o.k. es gibt Spass, aber auch ernsthaftes und mein Chef ist super!!!! Meine Arbeit macht mir Spass, fördert und fordert - was kann ich mehr erwarten?

    Nein, liebe Gotti, verheiratet ist er nicht, soweit ich weiß ist seine Trennung ein paar Monate nach meiner erfolgt. Beide haben wir dann nach der Trennung (natürlich separat :) neue Heime/Häuser bezogen. Allerdings liegt zwischen uns ein zweistelliger Alterssprung, was schon gehörig ist.

    Hmmmmm, schon tut es mir gut, schon ist es eine schöne Ablenkung, schon ist es sehr schön (wenn auch nicht leicht) zu lernen, aber es beschleicht mich schon eine größere Angst. Der Arbeitsplatz wäre ganz, ganz sicher nicht der richtige Ort um zu testen, ob ich gesünder geworden bin .....

    Ich denke, liebe Gotti, hier liegen nun meine weiteren Lernpunkte begraben. Zu fragen was mich interessiert, zu sagen was ich denke, nicht in Panik abzublocken um gefühlsmässig "cool" bleiben zu können. Zulassen, was passiert, abwägen, überlegen und erst dann reagieren. In der Vergangenheit wäre mein typisches Verhalten gewesen alle Situationen - und meine Reaktionen darauf - durchzuspielen.

    Ich muss lernen etwas schönes wie langsames kennenlernen zuzulassen, selbst wenn es mir "Angst" macht. Ich trete mir bei dem Gefühl dann immer selber auf die Füße und stelle fest, "es ist nichts ausser einem netten, offenen, kollegialen Kontakt, da ist es nicht nötig mir mehr Gedanken zu machen als effektiv ist.

    Rein gefühlsmässig empfinde ich es so, dass wir uns wohl einiges zu sagen haben, was wohl unter der Oberfläche ist, aber nicht unbedingt in Beziehungswünsche münden muss. Ich denke, wir fühlen uns gegenseitig wohl in der Nähe des anderen und ich denke auch, wir forcieren wohl beide Zusammentreffen. Allerdings nur wohlgeschützt am Arbeitsplatz :)

    Ich habe noch einen langen, langen Lernweg vor mir, wenn es dann jemanden gibt, der mir hilft zu lernen, und der sich hoffentlich dabei wohl fühlt, dann ist wohl für uns beide ein Schritt nach vorne getan.

    In sich gekehrt, fotoscheu, wie der Gute ist wehrt er sich velemment dagegen für einen Firmenausweise Bilder zu machen. So zum Spaß meinte ich "kein Problem wir suchen einen passenden Comic aus". Kam doch da tatsächlich kreatives rüber "ein netter Smilie, such mir mal einen aus". Klasse, bisher war so von Fantasie oder Begeisterung für eben solche Dinge nicht viel zu verspüren, weil es eher eine zurückgezogene, eher stille Person ist, aber wenn unser rumalbern solche Blüten trägt, dann finde ich es schön.

    Na ja Gotti, ich muss noch lernen mit der Situation umzugehen, denn wenn ich Dir so schreibe, dann merke ich, dass ich vielleicht mal die "normalen Kollegen-Aussage" in den Hintergrund stellen sollte....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Der Tag wahr seeeeeeeeeeehr arbeitsreich und entsprechend ungewohnt lange. Aber wenn es Spaß macht hält man/frau gut durch. Ich war erstaunt, dass ich noch in der Lage war einige Kisten mit Holz zu befüllen und verpackt zu stapeln.

    Ich kann Dir nur sagen, liebe Paddy, dass eine Freundin (ex. Shiatsu Anwenderin) meinte dass mein Ex Partner meine Energien benötige, weil er selber recht kraftlos ist.

    Ich selber hatte das Gefühl, sobald ich meine Füße in unser gemeinsames Heim setzte, dass alle meine Kraft aufeinmal verpufft war.

    Ja, ich selber habe und hatte auch damals noch positive Energie und Lebensfreude - diese war ein Grund auf mich und meine kleinen Freuden herabzusehen. Nun, ist mir ganz gut gelungen mich runter ziehen zu lassen - bis ich aufgewacht bin....

    Wie oft musste er wohl belächelt haben, welche Naivität ich habe wenn Versprechungen wieder und wieder sinnlos auf den Tisch geworfen wurden? Wieviel Glaubwürdigkeit kann man/frau überhaupt noch haben wenn man sich anlügen lässt?? Wieviel Achtung kann mir jemand überhaupt noch entgegenbringen, wenn ich quasi um eine Beziehung bettle, die schon lange ein Dreier ist, mit Lady oder Mr. Alk.

    Ganz sicher habe ich mich innerhalb der Situation selber degradiert.

    Ihn hatte der Stoff in der Kontrolle, und ich habe meine Gemütsverfassung der Kontrolle des Expartners überlassen - zwei Kranke mit unterschiedlichen Suchtmitteln, die zum damaligen Zeitpunkt beide vor dem Abgrund standen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hatten wir doch in einem anderen Beitrag das Thema Kontrolle bzw. Kontrollmöglichkeit, so wurde ich heute mal wieder mit solchen Möglichkeiten konfrontiert.

    In meinem Büro werden auch Personalangelegenheiten bearbeitet, jedoch im Regelfall nicht von mir. Kam heute mein geschätzer Kollege (der von vielen anderen nicht geschätzt wird, weil er so trocken/ironisch/gefühllos und mitteillos sei). Nun gut, ich empfinde es anders und wir sind mittlerweile in Gesprächen bei persönlichen Punkten angelangt.

    Ganz enttäuscht war er als ich meine Kollegin mit seinem Anliegen betrauen wollte, nun gut, dann mach ich es Dir halt, äh was denn????

    Kopien - uuups - Gehaltsabrechnungen und Kontoauszug. Uuuuuuuuups - das will ich nicht wissen, "bleib doch gleich hier, dann kannst Du sie mitnehmen" "Nee, ich hole sie später"....

    Mann, habe ich mir Mühe gegeben zu sehen, dass die Kopien einwandfrei sind ohne den Inhalt auch nur ansatzweise zu lesen. Denn mir war es peinlich etwas in Händen zu halten, was mich nichts angeht.

    Erst sehr viel später ist mir klar geworden, dass das ein sehr großes Zeichen für Vertrauen war. Denn ich kann 1+1 zusammenzählen und kenne Grundlagen für dies und das, was er somit wohl erreichen möchte.

    Dadurch, dass ich früher zum Überleben Kontrolle ausgeübt habe ist es mir jetzt sehr, sehr unangenehm etwas erfahren zu können, was mich nicht betrifft. Da tritt wohl eine Scham auf, die mich erinnert an das, was ich nicht gut fand, aber als Überlebenszweck getätigt habe.

    Boah, wäre mir recht gewesen, wenn er beim Kopieren dabei geblieben wäre. Einfach weil er dann hätte sehen können, dass mich der Inhalt nicht interessiert weil er mich nichts angeht....

    Da ich seine Einstellung zu Geld und Finanzen kenne, die sehr, sehr gut berechnet, kalkuliert und auch geldorientiert ist, denke ich zu wissen, dass dieses eines der schönsten Komplimente in Sachen Vertrauen war, die mir ein Mensch machen kann.

    .... wenn ich es so richtig überlege ....

    Bei Freundinnen ist das für mich kein Thema, da redet man über Geld, mit Kumpels wo bereits eine offene Basis da ist auch (sogar mit meinem KFZ'ler) einfach weil wir offen sind und nicht geldorientiert. Wenn aber ein Mensch, der so ganz anders ist "quasi sein Konto ausbreitet" um mir bewußt die Möglichkeit zu geben mich zu informieren ist das für mich Vertrauen pur.

    Ein sehr schönes Gefühl von jemandem, der doch noch etwas fremd ist und mit dem kein absoluter Austausch über die Persönlichkeiten oder deren Leben besteht, so viel Vertrauen entgegen gebracht zu bekommen.


    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, lieber Hartmut,
    mir als Co ging es keinen Deut besser als Dir - oder schlechter ;)

    Ich wollte Hilfe, in erster Linie für mich (aber verbunden mit der Hoffnung auf SEINE Gesundheit). Dieser Zahn wurde mir schnell gezogen - dadurch, dass mir schlichtweg gesagt wurde dass ich handeln muss.

    Vieles tat ich aus der Logik, die mir (schweren Herzens entstand) beim Lesen anderer Betroffener. Speziell das Thema "um mich selber kümmern" war mein Ankerpunkt. Durch genau den habe ich nämlich erstmal mich beleuchtet.

    Co und Abhängiger gehen den selben Weg - sie sind süchtig nach Stoff oder einem Menschen. Sie wollen eine andere Situation - aber nur manche sind willens selber bei sich anzufangen.

    Jeder "gute" Tag für mich ohne Belastung durch den damaligen kranken Partner war ein guter Tag. Somit war bald klar, nur meine Tage ohne Belastung sind gute Tage. Aber das bedeutet auch sich fallen lassen - blindlings - in eine neues Leben. Eigenverantwortung übernehmen (die zuvor ganz toll getürckt wurde mit "ich kann ihn doch nicht verlassen" "so übel ist er eigentlich nicht" alle diese blablas waren bei mir einfach nur Ausreden um nicht zu starten. Zuviel Angst vor dem was kommen könnte.

    Irgendwann war es aber so, dass die Angst was mir alleine passieren könnte kleiner war als die Angst was mit ihm zusammen passieren könnte. Tiefpunkt also...

    Hart gesagt: Der Nutzen des eigenständigen Lebens und der Übergabe der Verantwortung an die jeweilige Person muss entgegen der Nachteile überwiegen. Nicht jede-/r ist aber bereit, dass zu erproben und einfach alleine Schritt für Schritt in eine ungewisse Zukunft zu tun.

    Wie oft erwarten Angehörige dass die Partner trocken werden und einen neuen Weg gehen. Oft aber sind sie leider selber dazu nicht bereit!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Susanne,
    ich finde Deine Frage sehr gut! Denn ich nehme mir das Recht heraus zu sagen, ich habe zeitweise eine Kontrolle ausgeübt, um mein Überleben abzusichern. Ich überprüfte (nachdem wir bereits als Paar getrennt waren aber noch in einem Haus wohnten, welches er drohte abzufackeln) die Trinkmenge im Hause um die Hoffnung zu haben, dass er nicht unter oder über Level trinkt und ich die Nacht (im anderen Zimmer) heil überstehe.

    Auch gehörte dazu vor dem Briefkasten beim öffnen wie geschockt wieder mal vor einem Brief vom Gerichtsvollzieher oder Amtsgericht zu stehen.

    Diese habe ich geöffnet - danach wieder verschlossen - allerdings: auch hier wollte ich keinesfalls, dass meine Möbel gepfändet wurden und habe als Vorsichtsmassnahme auf alle meine Gegenstände die Rechnungen geklebt.

    Hmmm, vielleicht war es zwanghaft, für mich diente es dem Wunsch zu überleben.

    Nicht gesund waren Zwangshandlungen wie wenn er das Haus verließ zu sehen, wie er aussah, was er anhatte ect. pp.

    Bei letzterer Handlung erwischte ich mich selber und fragte mich selber, warum ich mich quälte. Abstellen konnte ich es nicht sofort! Ebenfalls das zwanghafte Denken an die Person nach dem Auszug. Auch hier gab ich mir selber die Gedankenkeule: "er bekommt viel zu viel Zeit und viel zu viele Gedanken von Dir". Auch hier dauerte das endgültige Ablegen sehr lange. Ist vielleicht noch immer nicht ganz bewältigt.

    Ich merke sehr wohl, was mir gut tut und was nicht - ich kann es auch gedanklich in Worte fassen - das Umsetzen dauert länger, erfolgt bei mir aber im Regelfall. Mit Disziplin, das sagst Du schon richtig! Mit und durch Selbstkontrolle und evtl. dem Zwang mich davon abzulenken. Und wenn ich laufen gehe, oder Unkraut zupfen... raus aus dem Haus oder dem Ort, an dem ich angefangen hatte schlechten Gedanken nachzuhängen - Ortsveränderung hilft mir meistens. Vom Haus in den Garten, zum Unkraut zupfen oder zum Holzhacken....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja Gotti,
    aber ich hatte bessere Erfahrungen selber zu inserieren. Du weißt ja, ich habe viele Katzen und somit dachte ich es ist unmöglich etwas zu bekommen.

    Das aber stand in der Anzeige Alter sucht für sich und ihre Katzen kleines, günstiges Häuschen.

    Und es riefen Leute an, die kleine günstige Häuschen hatte. Anders, als wenn ich als Bewerber 3012 auf eine Zeitungsanzeige da stehe.

    toi toi toi liebe Gotti,

    lieben Gruß von Daggi

    Hallo Ladies,
    erlaubt Euch mal in eine gegenteilige Richtung zu denken:

    Das nämlich das Pflegepersonal erstaunt ist, dass jemand konsequent ist! Im Pflegebereich ist man/frau oftmals bestens informiert welche Folgen die Abhängigkeit hat und wie die Angehörigen dafür sorgen, eine solche Sucht am Leben zu erhalten.

    Polizei, Ärzte und Pflegepersonal erleben beständig wie Partner oder Familienangehörige in einer unheilbringenden Situation (wider besseren Wissens!) bleiben.

    Alle sie sind erstaunt, wenn Angehörige den Absprung schaffen.

    Ich habe selber lange in einem Pflegeheim gearbeitet, micht mit Ärzten und Polizei über das Thema Alk unterhalten. Ebenso hochprozentig wie Alkoholiker krank sind, erleben diese Helfer wie Angehörige sich selber nicht helfen und nicht helfen lassen wollen! Sie erleben beständig wie Partner zurück gehen, egal wie groß seelische oder körperliche Gewalt ist!

    Erlaubt den Leutchen einen erstaunten Blick, wenn es "mal" jemand schafft.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    ich lese sehr oft von der Aussage "ich kann aus finanziellen Gründen nicht gehen". Habe ich auch lange gesagt, irgendwann mal erschien mir mein Leben das einzige zu sein, was ich überhaupt noch retten kann.... mit oder ohne Geld ... einfach nur mich in Sicherheit bringen, der Rest lässt sich schaffen - egal wie oder mit welcher Hilfe.

    Aber ....

    Habt Ihr Euch mal überlegt, die Ihr mit Alkoholikern verheiratet seid, dass Ihr in jedem Fall wenn er Pflegefallw wird - und diese Chancen sind sehr hoch - zahlen dürft? Kennt Ihr die Sätze, speziell ohne Pflegestufe (denn nur durch Alkohol erhält man keine Pflegestufe) berechnet werden? Glaubt Ihr wirklich dann wird Eure finanzielle Lage besser???

    Ich habe meinen Expartner als sehr unüberlegten Geldausgeber kennengelernt, wodurch eine extreme finanzielle Gefahr für mich entstand. Als Eheleute, je nach Regelung, könntet Ihr nämlich eventuell für die Belastungen und Konsequenzen Eurer Männer gerade stehen.

    Was könnte sein bei einem alkoholisierten Unfall? Glaubt Ihr tatsächlich, eine Versicherung übernimmt da ohne Murren den Schaden der angerichtet wird?

    So, das Ansprechen der Sucht.... Habe ich nur in der Form getan, dass ich sagte nicht mehr bereits zu sein mir seinen Verfall weiterhin zu betrachten. Das war zu einem Zeitpunkt als schon die Kartons gepackt waren.

    Hier geht es um Krankheit ! Hier geht es um süchtiges Verhalten, welches nicht einfach ohne fachliche Hilfe ausgeschaltet werden kann. Was über Jahre angelernt wurde an süchtigem Verhalten muss langsam umgelernt werden - mit fachmännischer Hilfe!!!! Der Stoffwechsel muss normalisiert werden, mit fachlicher Hilfe. Die gehirnorganischen Schäden, Depressionen ect. gehören zu Fachleuten....

    was sollen da unsere Worte bewirken????

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Gotti,
    lasst mal den Kopf nicht hängen. Ob es nun bis nächste Woche klappt, dürfte wohl mehr als fraglich sein, - eventuell geht da als Notlösung zur Prüfung wirklich nur eine Ferienzimmer oder Penisonsübernachtung.

    Aber langfristig geht bestimmt was...

    Als ich ganz schnell und ganz billig raus musste, da habe ich den örtlichen Blättchen - Anzeigenblättern - Anzeigen geschaltet, die auch schnell Erfolg brachten und nicht zu teuer sind.

    Ebenfalls schrieb ich die angrenzenden Stadtverwaltungen an, da diese die Adressen von Vermietern kennen. Das allerdings war keine bombige Aktion, weil viele Wohnung umrenoviert wurden oder aber derzeit nicht frei waren. Dennoch: einen Versuch vielleicht immer wert. Evtl. sind dort auch WG's bekannt.

    Macht es besser als ich: ich habe mich von meiner Panik erdrücken lassen und fast gar hätte ich mein Hexenhäuschen vor Panik verpennt ....

    Also Ihr Lieben, kommt runter vom Frust - denn schlimmer werden kann es nimmer ;) Und dann morgen, nach einem Frühstück in die Hände gespuckt, die Ortsanzeiger der Region anschreiben, nach Anzeigenpreisen fragen (evtl. Rabatt für Azubi, der in der schönen Region dort unbedingt bleiben will bla bla bla....

    Ich drücke Euch die Daumen
    lieben Gruß von Daggi

    So, dann übe mal, liebe Nicole :)

    Ich finde es schön, was aus Elocin geworden ist. Das Herz ist immer noch am rechten Fleck, aber die Selbstsicherheit ist anders.

    Da geht jemand vorwärts und nicht rückwärts :)

    Man spürt dass Du eine andere Art von Kraft bekommen hast und ein gewisses Einverständnis mit dem Leben, egal, was es bringen mag. Es wirkt so als nimmst Du an, was da eben so ums Eck "schleicht" und machst das Beste daraus.

    Ich finde das klasse!!!!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    p.s. auch ich musste vor Jahren lernen mit Lob umzugehen, habe es immer als "ach was" abgetan. Es ist sehr schön, es einfach als Lob zu erhalten und nicht selber zu schmälern!!!!!

    Und außerdem, liebes Julchen, waren wir es so gewohnt! Wir wurden evtl. erzogen, dass man Menschen beisteht, denen es nicht so gut geht, mit mütterlichem Instinkt Schaden abzuhalten und und und.

    Erschwerend kann noch hinzu kommen, dass die eigene Rolle in der Kindheit belastend war, somit also nichts neues in der Beziehung, als es im Elternhaus empfunden wurde. Muss nicht, aber kann...

    Sich selber wichtig nehmen - Hilfe, aber nicht wenn man/frau erzogen wurde im Sinne von "was die Nachbarn denken" so war es bei mir. Duldsamkeit und schweigen, heimlich den Nutzen ziehen, mit Diplomatie durchs Leben reisen, so wurde ich erzogen.

    Dabei aber, liebes Julchen, mussten wir selber zwangsläufig auf der Strecke bleiben. Einfach mal zu sagen ICH WILL - ICH KANN - ICH WERDE ist da schon viel mit Mut verbunden gewesen.

    Dieses Schlüsselerlebniss, welches Du mit dem Joint hattest, hatte ich als Menschen auf einem Weihnachtsmarkt angerempelt wurden, deren Senf der Bratwurst dann auf dem Wintermantel zu finden war. Diese KLICK-Momente sind unser Dreh- und Angelpunkt. Haben wir den KLICK müssen wir noch damit leben, es verarbeiten und auf diesem klickenden Weg bleiben, so wie die Klicker die ich als Kind kannte /zwei Kugeln die gegeneinander fixiert wurden klick klack, wie ein Uhrenwerk, klick klack... und wehe, die Uhr bleibt stehen.

    Unsere ist es nicht, liebes Julchen, sie ging wohl mal vor und mal nach, wie unsere Entwicklung, aber sie lief beständig im Uhrzeigersinn....

    Nicht jeder hat die Kraft, den Willen und ein stabilisierendes Umfeld welches hilft dieses Uhrwerk am Gehen zu halten.


    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Gotti,
    da hast Du recht, diese Kommunikation fordert und fördert mich und ich erhalte Fachwissen, welches ich selber nicht habe und was mich auch interessiert.

    Als guter alter Co habe ich es nie verkraftet mit Situationen klar zu kommen, wo Dinge nicht bereinigt oder geregelt wurden. Ich konnte quasi keine Misstimmung stehen lassen und beiden Personen erlauben zur Ruhe zu kommen und sich in weniger erhitzter Situation - nunmehr in Ruhe - darüber zu unterhalten.

    Hier habe ich gelernt, dass das sehr wohl möglich ist! Ich sagte mal "wer Dich als Kollegen hat, der braucht keine Feinde" Sah mich an, drückte die Zigarette aus und ließ mich da stehen....

    Nun gut, am nächsten Tag begann er das Gespräch um mir zu erklären was ihn zu solchen Handlungen bewegt, die auf mich so unkollegial wirken. Egal, ob ich das so sehe wie er, ich fand es gut dass wir ganz normal darüber reden konnten, anknüpfen ohen Untertöne ect.

    Das war mir schon schnell klar, vielleicht auch durch den Intellekt und die (leider ? vorhandenen) Querverbindungen zum Umfeld meines Ex einiges an Bewährungen ansteht. Ich wurde daran gehindert zu verdrängen! Eigentlich hätte ich so gerne alles vergessen, dachte auch kurzzeitig das ginge, da ich ja den Ort gewechselt habe. So spürte ich aber Schritt für Schritt ich muss dazu stehen was war, mit wem und eventuell auch zu dem extremen Ende.

    Wären diese Begegnungen nicht gewesen, so hätte ich es verdrängt - als Konsequenz mich in der Öffentlichkeit versteckt um keine Farbe bekennen zu müssen. So aber konnte ich langsam in die Offenheit reinwachsen um sie in einem Fall auszusprechen. Was einmal gut ging, festigte mich und ging fortan immer gut.

    Vielleicht können da einfach zwei Menschen voneinnander lernen, die gegensätzlicher "eigentlich" nicht sein könn(t)en.

    Es tut auch gut zu lesen, dass es vielen von Euch ebenso geht wie mir. Man fühlt sich wütend, verlassen, hilflos - kann und will nicht verstehen und doch ist es so....

    Ich denke, nächste Woche bin ich soweit mit einem Mitarbeiter an die Stelle zu fahren, wo es passiert ist um Blumen aufzustellen. Auch habe ich ganz viele Vergissmeinicht (die sie noch bewundert hat) aufgezogen aus Samen der Mutterpflanze im Frühjahr, die sind doch wohl nur passend....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Wie recht Du hast, Hartmut, wie eng Freude und Leid bei einander sind. Am Donnerstag war ich so stolz die lange Fahrt hinbekommen zu haben, sie war der Horror, habe mich oft verfahren - wurde aber von ganz, ganz lieben Menschen geleitet - und war froh meine Tante in den Arm zu nehmen.

    Dann die Horrormitteilung die mir die Füße unter dem Boden wegzog.

    Heute, die Trauer als ich aufs Gelände fuhr und mir wieder klar war, sie kommt heute nicht, nein, sie kann so nie wieder kommen....

    Einige Stunden später ein Blick in die Backstube, wo eine Gruppe von ca. 8 Leuten harmonisch Brezeln schwang. Es war schön anzusehen von meinem Büro aus, in dem ich mich auch wohl fühle mit den Menschen um mich herum.

    Morgens kam auch noch ein Kollege gezielt um ein Gespräch zu führen, auch das hat mich sehr gefreut, weil es ein Mensch ist, den ich sehr schätze - der aber vom Umfeld teilweise extremst abgelehnt wird.

    Diese Ablehnung basiert "eigentlich" auf einer sarkastisch trockenen - aber sehr intelligenten Art und Weise. Auf mich hat dieser Mensch nicht so negativ gewirkt unser Kontakt wird mittlerweiler beständiger und persönlicher. Ich fühle mich darin bestärkt so zu sein wie ich bin und die anderen so zu nehmen, wie mein Gefühl es mir anzeigt. Ich war dem Knaben gegenüber schon auch recht deutlich, manche waren geschockt "was, das hast Du zu ihm gesagt? Hätte ich mir nie getraut..." Und wohl genau daher kommt diese Veränderung an ihm, die auch vom Umfeld bemerkt wird. Er hat meine Art verkraftet, ich seine - wir haben es immer geschafft wieder anzuknüpfen an den Punkten, wo wir anderer Meinung waren.

    Ich schätze diesen Menschen und mache keinen Hehl daraus - auch vor denen, die ihn ablehnen. Ich "traue" mir ihn vorsichtig auf Gefühle wie Ego oder ähnliches anzusprechen und bekomme klare Antworten, kein abweichendes Getue oder stark spielen, einfach Antworten. Von Anfang an war das für mich eine Bewährungssituation weil ich alte Schubladen drohte aufzumachen, partout meine Lebenssituation geheim halten wollte, da er den Exlover kennt. Wie ich gewachsen bin konnte ich im Umgang mit diesem (von anderen als schwierig eingeschätzten) Menschen lernen. Wie ich lernte keine Schublade aufzumachen, wie ich begann offen mit der Lebensgeschichte umzugehen und wie im Gegenzug dazu ein Mensch mir gegenüber begann "menschlich" zu werden.

    Ja, so nah liegen auch hier wieder Freud und Leid beinander. So nah sind Entwicklungen - manchmal forciert durch Erlebnisse, die schockieren .... vielleicht ....

    Ich bin sehr glücklich an einem Arbeitsplatz gelandet zu sein, wo ich offen zeigen kann wie traurig ich bin und wo ich diejenigen, denen es so geht wie mir, einfach in den Arm nehmen kann und fragen "geht es Dir besser".

    Ganz viel an meiner Kommunikation spielte sich mit der lieben Seele ab, die gehen musste. Immer schon kam ich aber mit den anderne Kollegen auch sehr gut zurecht. Für mich ist es jetzt umso schöner, dass ganz bewußt einige um mich herum sind. Dadurch falle ich nicht soo in das Loch wie ich es erwartet hatte.

    Dinge, die sicherlich nicht bewußt passieren von Seiten der Kollegen, die für mich einfach schön zu spüren sind.

    Lieben Gruß von Dagmar