Beiträge von dagmar007

    Liebe Malola,
    das finde ich jetzt einfach klasse: Du gibst Dir und ihm die Chance zur Ruhe zu kommen und zu sich selber zu kommen.

    Dadurch, dass er derzeit aufnahmefähig und bereit ist würde ich Euch wünschen (wenn das DEIN Wunsch ist) dass ihr beiden Euch in der Zeit entwickelt und als Neues Paar wieder gemeinsame Chancen hat.

    Die Zeit wird zeigen wie er sich entwickelt, Du hast an Stärke gewonnen. Ihr beide an der Fähigkeit zu kommunizieren, ich denke da ist schon ganz viel Grundlage geschaffen, dass jeder von Euch erst den Weg zu sich selber und dann vielleicht - Ihr beide - zueinander findet.

    Klasse! Ich wünsche Dir viel Power für Umzug ect. Es wird sicher nicht ganz einfach, aber Du bist früher dran als ich: so gibst Du Dir die Chance auf Dein Leben und Deinem Mann die Chance vor dem absoluten Absturz sich selber zu retten und auf ein rettendes Ufer der Abstinenz zu bringen.

    Respekt!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Da sprichst Du mir als Co aus dem Herzen. Wohl kein alter Hase aber vor einem Jahr begann mein Drama und im August letzten Jahres zog ich aus und kappte alle Verbindungen.

    Gekommen war ich in das Forum weil ich absolut nichts, obwohl ich dachte ich wüsse Bescheid, über Alkoholismus - seine Wirkung im Stoffwechsel und die Persönlichkeitsänderung wusste.

    Ich habe damals recht "brutale" Antworten auf meine naiven Fragen bekommen. Das Holzhammerchen machte mir klar, der Dauerschmerz und die Dauerbelastung kostet mich irgendwann das Leben. Mein Leidensdruck stieg und irgendwann stand die Frage im Raum "mein Überleben gegen die Krankheit des Angehörigen".

    Ich bin nicht so leidensfähig wie einige meiner Mitleidenden, die immer und immer wieder die Hoffnung nähren und immer und immer wieder davon sprechen, dass es nicht so schlimm sei und ob wir nicht ein Patentrezept hätten.

    EINES aber habe ich ganz, ganz sicher begriffen: ein Alkoholiker ist ein mündiger Mensch, wenn auch kranker, der sich für oder gegen seine Sucht entscheiden kann. Ich habe weder das Recht ihn zu manipulieren (heute rede ich nichts mit Dir, heute koche ich nicht, ich wecke Dich nicht ect.) was auch ich früher subtil tat.

    Mich und mein Leben kann ich versuchen zu führen - aber niemals das eines anderen. Und ich habe auch nicht das Recht dazu jemanden zu behandeln wie ein unmündiges Kind und zu meinen dass was ich für richtig halte muss er/sie akzeptieren.

    Doros Frage "was ist das Ziel" kann ich für mich beantworten:
    Mein Leben selber mit den Problemen lösen, gute Freunde zum Reden oder auch mal mit anpacken "keine Frage". Aber nie, nie wieder möchte ich einem Partner die Verantwortung dafür in die Schuhe schieben dass es mir gut geht. Ein Alkoholiker ist nämlich ein toller Sündenbock: nur weil er/sie trinkt, geht es mir schlecht.... ect pp

    Ich glaube, es gibt die Gruppe derer, die sich auch sich selber besinnen und noch einen Überlebensdrang haben und eine andere Gruppe, die der Meinung ist "bei uns ist alles anders". Meines Erachtens ist bei beiden Gruppen anfänglich kein Realitätssinn mehr vorhanden.

    Ich denke, ich selber habe Schmerz ausgeblendet, weil ich sonst wohl nicht hätte überleben können, weil er zu stark gewesen wäre. Nach und nach kommen mir die Erinnerungen wieder. Die Lebensgefahr "ich brenne die Hütte ab" und andere Dinge, die erst für ein ganz langsames Aufwachen sorgten.

    Ich hatte ANGST (damals arbeitslos, weit weg von der Heimat ect.) neu zu starten. Ich dachte ich schaffe es nie, blieb jahrelang in meinem Drama - weil weder Urvertrauen noch das Vertrauen in meine wirklichen Freunde da war.

    ALLES, alles hat sich zum Guten gewendet: nettes kleines Hexenhaus, netter Job, tolle und liebenswerte Kollengen und meine Tiere, die von Monat zu Monat harmonischer miteinander werden weil auch sie keinem Druck mehr ausgesetzt sind.

    Ich selber denke noch an die Situation - ohne Schuldzuschreibung - ohne Vermisst-Gefühl - aber mit vielen Puzzlesteinen, aus denen ich langsam beginne zu erkennen wie schleichend Süchte sind und wie schnell sich eine Realitätsverkennung einstellt. Nicht nur bei stoffabhängigen Menschen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Das ist ein sehr schöner Satz, mit dem Du Dein letztes Posting beendet hast liebe Jamie123.

    Ich verstehe Dich richtig.... Du bist bereit zu versuchen für Dich den Absprung zu schaffen? Oder versuchst Du noch für Dich Deine Waage ins Gleichgewicht zu bekommen.

    Denn ich vermute mal, wenn Dein Partner jetzt trocken ist, dann kommt ein langer und harter Lernweg auf ihn zu, der nicht ganz einfach ist - für beide bzw. alle Beteiligten.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Viele Deiner Beiträge sind voll von "er", "er" und nochmals "er". Du fixiertst Dich auf ihn und seine Krankheit. Du meinst, Du kümmerst Dich um Dich selber, das kann nicht möglich sein, wenn so viele Deiner Gedanken um ihn kreisen. Oder bist Du die erste, die sich Gedanken um einen Mitmenschen macht und dann einfach beim shoppen diese Gedanken auslöscht.

    Du willst zusammen ziehen? Du bist gespannt? Auf was? Wie schnell die Sucht bei ihm schleift??? Wo er die Flaschen versteckt oder ob er offen trinkt? Ob er Dir die schönsten LIebensbekundungen macht, damit er seine Ruhe hat?

    So extrem, wie Du Erklärungen für Deine Gedankengänge suchst, so extrem Du Dich um ihn kümmerst, so hältst Du ihn nicht nur in seiner Sucht, so besorgst Du ihm eine superdunkle Sonnenbrille, dass er sich selber im Spiegel nicht sehen musst und packst das blickdichte Deckmäntelchen aus.

    Viel Kraft wünsche ich Dir für das, was vermutlich auf Dich zukommen wird.

    Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    das "drücken" hat wenigstens ein bischen geholfen. Die Arbeitstage waren traurig und schwer. Traurig, weil ich sie noch in jeder Ecke sehen (möchte) und schwer weil mir so viel im Herz brennt was sie mir an diesem letzten Dienstag erzählt hatte, wovon ich nicht weiss, ob genau diese Menschen dieses Gute jemals von ihr erfahren konnte weil sie da eher still war.

    Ein weiterer Punkt, zu dem ich aber derzeit nicht fähig bin, weil ich noch beim darüber sprechen in Tränen ausbrechen würde ist ein Kollege. Die Jahre in denen sie dort beschäftigt war trug er seine mehr als rauhe und rationale Schale zu Markte. Vor ungefähr 2 Monaten änderte sich sein Verhalten ihr gegenüber (ich kam schon immer genial mit ihm zu Recht, auch wenn er kein einfacher Knabe ist). Ihr tat das soooo gut und sie hat so glücklich davon erzählt. Sie kann es ihm nicht mehr sagen, wobei ich weiß, dass sie es gerne getan hätte (so sagte sie mir). Mal sehen, wann ich die Kraft und die Situation dazu habe.

    Komisch war, als ich mir das gestern überlegte, was für mich relativ schwer ist auf der einen Seite will ich nichts ausquatschen, auf der anderen Seite waren es so gute und liebe Dinge, die einfach auch schön sind zu hören - vielleicht auch egal - aber niemals negativ, für keinen der Beteiligten.

    Wie gesagt ein Knabe, der nicht ganz einfach ist, der aber mir gegenüber nie so verschlossen war wie den Kollegen gegenüber und der das private Gespräch sucht. Ich musste heute feststellen, dass ich mich immer stehend mit ihm unterhielt und so quasi enen Abstand hatte oder auf- oder ab sehen. Vor einigen Wochen haben wir uns dann mal auf "Augenhöhe" erhalten, was irgendwie eigenartig (weil ungewohnt) war. Seit ich den Entschluss gefasst habe ihm das zu sagen - auch weil ich ihm für das Verhalten dankbar bin, welches er ihr gegenüber in den letzten Wochen reflektierte, bin ich auch in der Lage ganz relaxt in der Sonne neben ihm zu sitzen. War komischerweise früher nicht der Fall. Wäre möglich gewesen, kein Problem, aber weder mein Bedürfniss, noch das Gefühl mich so weit (abwehrunfähig) in seine Nähe zu begeben.

    Abwehrunfähig heisst, es ist ein kluges Kerlchen, wo auch mit Wortgefechten zu rechnen ist. Das fällt mir gutdurchblutet, stehend, in die Augen sehend leichter. Ich war relativ erstaunt als ich heute merkte dass die letzten Tage bei mir bewirkt haben dass ich bereit bin ich zu sein, die Trauer und Wut rauszulassen. Hätte ich jetzt bei mir und diesem Menschen (der selten Gefühle zeigt) nicht gedacht.

    Vielleicht bewirkt auch die Trauer in mir etwas. Auch dieses "nicht mehr sagen können, was gut und schön war". Es könnte sein, dass ein paar von uns eine Lektion gelernt haben durch diesen Tod, den keiner so recht begreifen kann.

    Vielleicht halten diese vielen Gutscheine, die in Menschen um sie herum für sie entstanden waren, aber von ihr nie eingelöst werden konnten, sie in unseren Herzen und Gedanken gerade deshalb wach und lebendig....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du Ette, das hatte ich mir auch überlegt, denn was sie über ihre Wohnsituation sagte war nur schrecklich.

    Ich hätte ihr halt einfach mehr Freude in ihrem Leben gewünscht (sie hatte ja welche, sie war nicht unglücklich) aber die Unbeschwertheit, die ich bei manchen Menschen erlebe, die hätte ich ihr so von Herzen gegönnt. Sie liebte ihre Kinder abgöttisch - auch da wäre das bewusste Erleben so schön gewesen.

    Es zeigt einfach wieder es gibt keinen Gutschein für das, was man/frau nicht leben konnte oder durfte. Sie hat eine Wohnsituation ertragen, die krank machen musste, nur um das Haus nicht zu verlieren. Der kranke Ehemann machte das Leben in allen Formen schwer, wie wir es ja kennen, sie zog sich in ein Zimmer zurück und lebte für ihr Gewächshaus (wenn er mal nicht gerade das Wasser abstellte). Sie bekommt keine Gutschrift für alles das. Alle Berechnungen waren für die Katz ! Eine Lehre für mich, dass mein gehen so richtig war, dass alle "Ertragen" eine Milchmädchenrechnung sein kann weil so viele "Unbekannte" in die Rechnung einfließen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen Ihr Lieben,
    danke für Eure mitfühlenden Worte die mir zeigen, dass so etwas wirklich einen Menschen "erschlagen" kann. Vor allen Dingen alles so "unnötig". Auf dem Weg zur Arbeit, morgens, im Regen im Cabriolett. Immer hatte sie bei Regen den Passat (der eine bessere Knautschzone bot) und verdammt noch mal, dieses Mal nicht. Dann wäre sie halt zu spät gekommen, es hätte ihr doch niemand den Kopf abgerissen .... ich weiß doch selber dass diese hätten, wenns zu spät kommen, aber das ist wirklich mitten aus dem Leben gerissen.

    Sie war einfach diejenige, die mich dort an die "Hand nahm" mir erklärte wo das Brot liegt, welches ich nach Hause nehmen darf, die einfach etwas weg legte weil sie weiß ich bin nicht der Typ für diese "kostenlosen Mitnahmemöglichkeiten" die eigentlich für die Bäcker sind. Hilft alles nichts und schön, dass es sie überhaupt gab, aber im Moment bin ich noch nicht so weit das nur so sehen zu können.

    Ja, im Moment bin ich wütend - hilflos - traurig und würde am liebsten aufstampfen und sagen nein nein nein - ich will nicht - und somit ausblenden was geschehen ist.

    Ich bin froh, dass mein Chef mir das privat per E-mail mitgeteilt hat, hätte ich das am Arbeitsplatz erfahren, hätte ich es nicht "verpackt" damit umzugehen.

    Also Ihr Lieben, ich wünsche Euch einen schönen Tag - auch wenn das nicht für jeden von uns leicht sein wird.

    Dagmar

    Loslassen, ja loslassen - das sollte ich gerade versuchen aber ich kann es nicht. Es will nicht in meinem Kopf rein, dass ein Traum einem Menschen das Leben genommen hat.

    Diese Woche habe ich Urlaub weil ich alle Behördengänge ect. nicht auf die Reihe bringe. Heute war ich mit dem Auto in Speyer, also auch ganz schön aufwendig.

    Komme nach Hause und lese eine Mail von meinem Chef. Eine der Kolleginnen, mit der ich mich angefreundet hatte, deren Blumen vom letzten Besuch ich gerade gestern auf den Kompost legen musste weil sie verwelkt waren, hat ihr leben verloren. Ein tödlicher Autounfall mit ihrem Traum, den sie sich nach langem Sparen erfüllt hatte.

    Die letzten meiner SMS auf dem Handy waren von ihr.... Wir haben noch vor ein paar Tagen gegrillt, nächste Woche wäre ich zu Ihr damit ich ihre Blumen während dem Urlaub versorgen kann. Verdammt, ich lese den Bericht wieder und wieder und in mir schreit es "das kann nicht sein"... "Du kannst doch nicht gehen"....

    Verdammt, verdammt, verdammt,,,, ein hartes Leben - eine scheiß Partnerschaft (mit einem Alkoholiker) von dem sie innerhalb des Hauses getrennt war, sich den Arsch aufgerissen um zu helfen, gerade die Mutter verloren, den demenzkranken Vater am pflegen und aus.............

    Irgendwie muss ich zur Ruhe kommen, aber es tut so weh sich von jemandem gar nicht so richtig verabschiedet haben zu können, gar nicht richtig gesagt zu haben, wieiviel er/sie einem wert ist. Wir hatten doch gerade erst angefangen uns kennen zu lernen, wie oft stand der Sportwagen hier vor der Türe .... wie oft haben wir zusammen in den Pausen eine geraucht ..... wie oft uns mal kurz ausgetauscht. Ist das wirklich alles vorbei....

    Aus dem Liebenskreis geschieden,
    aus dem Herzen aber nie.
    weinet nicht, sie ruht in Frieden,
    doch sie starb noch viel zu früh.

    Ich schnelle es noch nicht - auch wenn ich es weiß. Ich kann damit derzeit überhaupt nicht umgehen.....

    Trauriger Gruß von Daggi

    Ja loslassen - auch hier wäre es angesagt weil ich nichts ändern kann, aber ich habe das einfach noch nicht für wahr genommen dass sie nicht mehr da ist. Es geht nicht in mich rein......

    Hey Gotti,
    d. h. Dein Göttergatte hat schon gleich geschnallt, dass es Dir diesmal ernst ist. Klasse und ganz, ganz selten, denke ich.

    Ganz sicherlich hat zu Deiner Stabilisierung Therapie und Gruppe beigetragen. Denn ich denke mal, da werden wir dann wieder auf den Boden geholt wenn wir unsere Knöpfchen drehen lassen.

    Na bin ich froh, dass nicht nur ich so eine Fremdbestimmung als erdrückend empfinde. Ich denke, ich bin auch noch übernervös weil ich am Donnerstag eine Tante besuche und da eine weitere Strecke vor mir habe und als nicht Super-Autofahrer rutscht mir das Herz in die Hose und Stoßgebete zu meinem alten Audi, dass er durchhält.

    Genau das aber sind die Punkte wo ich merke ich bin noch nicht bei mir angekommen. Wäre es nämlich so, dann ließe mich das kalt. Da aber meine Verfassung von Umweltfaktoren (wenn auch nicht mehr vom Partner) diktiert werden fehlt mir noch einiges zur Ankunft bei mir selber.

    Aber ich arbeite dran.... denn dazu brauche ich kein Formular... ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hihi Kaltblut,
    so witzig diese Vorstellung auch ist, aber das sind Menschen, die ich nicht ertrage :) Genau die Kategorie von "mitleidheischend" und "ich arme Socke" aber dennoch anderen vorschreiben wollen was diese tun oder nicht gilt für den einen und beim anderen weder intelligent, noch charmant, noch geistreich, noch lustig - einfach nur aufdringlich....

    Weißt Du, ich bin nicht mehr bereit und willens solche Pappenheimer in meiner Nähe zu ertragen. Leider sind die Herren auch noch ein bischen einfälltig und es fällt ihnen schwer zu verstehen dass mein "NEIN" nicht nur für eine oder zwei Wochen gilt sondern dauerhaft. Die Konsequenz halt, die diese Menschen wohl auch nicht (oder nicht genug) erfahren haben.

    Ich denke, da muss ich eher bei jedem Holz spalten daran denken: und wieder ein Schlag, weg mit einer Nerverei ....

    Na ja, irgendwie kriege ich mich schon wieder hin. Nur dieses elende "von der Wiege bis zur Bahre: Formulare, Formulare" scheint nie aufzuhören. Da dachte ich mal Umzug überstanden, Ummeldungen, Neuanmeldungen erledigt, Arbeitslosigkeit überstanden, da kommt nun alle Rutsch eine Statistik oder ein anfruf oder oder oder und so geht das weiter. Vorhin Brief Finanzamt "Erklärung ist nicht eingegangen" das war ausnahmsweise mal schnell zu klären weil Versand Erklärung und Versand Schreiben sich überlappt hatten. Aber es nervt einfach nur..... Passbilder machen lassen, hier auf dem Land geht das nur mit Termin .... gefolgt von einem Termin beim Landratsamt. Nicht einfach, weil ich oft heute nicht weiß, wann ich morgen Feierabend machen kann....

    Irgendwann mal muss das enden, oder? Zumindest der Perso dient dann wieder rund 10 Jahre....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich habs: diese Termine wirken auf mich so fremdbestimmend - so unselbständig - so ach einfach einschneidend....

    Da lese ich doch gerade bei Melinak, dass sie sich überfordert fühle und denke es wird Zeit für ein paar Zeilen hier. Da es mir ebenso geht!

    Im Job ist es sehr turbulent und die Arbeitszeit ist nun in Richtung Vollzeittag. Das wäre noch kein Problem. Wenn dann Holz gespalten ist und Wasser vom Brunnen geholt ist, dann wird es schon anstrengender. Wenn die Blumen und der große Garten - incl. Ernte und Verarbeitung - erledigt sind, dann bin ich mit den Kräften am Ende.'

    Dann aber kommen Freunde und wollen kommunizieren, wozu ich derzet nicht mehr fähig bin. Richtig belastend ist dann der Vermieter, der es lieb meint, aber nahezu täglich hier ist (somit kann ich die Katzen nicht rauslassen ect. pp) Der Scheunenmieter, der mich zwar derzeit in Ruhe lässt, aber dennoch gehe ich dann nicht aus dem Haus weil er sonst wie ein Blutegel wieder an mir kleben würde. Dazu kommt der Holzdepp, der immer noch am Haus vorbeischleicht und zwar mehrfach täglich.

    Belastend, richtig belastend sind also die Menschen die nicht zum Freundeskreis gehören und ständig um mich herum schwänzeln. Dazu kommt noch jede Menge Papierkram (vom Arbeitsamt nach der Arbeitslosigkeit, Neuausstellung Perso, Steuer, monatliche Nachweise des Gehaltes wegen Mietkostenzuschuss ect. pp).

    Die letzen beiden Abschnitte sind einfach Dinge, die zu meinem umständlichen Lebensstil kommen (den ich aus Finanzgründen leben muss). Es fällt mir derzeit sehr, sehr schwer da immer wieder runter zu kommen - ein ständiges Gefühl der Belastung, welches aber nicht abstellbar sind, da es alles Verpflichtungen sind, denen ich nachkommen muss bzw. die meinen Alltag diktieren. Es gibt also kein nach Hause kommen und alles gerade sein lassen.

    Das kostet (derzeit) sehr, sehr viel Kraft. Und immer sage ich STOPP Fräuleinchen, du fühlst Dich belastet und überlastet. Versuche auf den Boden zu kommen. Denn wer von uns weiß wirklich, ob Du Dir nicht die alte Unzufriedenheit ins Leben holst, die Du über ein Jahrzehnt gewöhnt warst....

    In wie weit auch noch das Wetter mitspielt, kann ich auch nicht sagen, denn der Dauerregen der macht mir bald mehr zu schaffen als die täglichen zwei Stunden gießen. Ich scheine hier ein Wasserwerfer geworden zu sein: entweder ich muss gießen, oder aus den Töpfen abgießen....

    In diesem Sinne, nun ein Schreiben an die Wohngeldbehörde mit Abrechnung Juni 09....

    lieben Gruß von Dagmar

    Hm Andrea,
    das erinnert mich ganz ganz doll an meine Singlezeit, als ich Vollkontakt-Kung-Fu trainierte. Erst zwei mal die Woche, dann drei mal oder mehr.

    Ich fühlte mich dort wohl, der Sport tat mir gut (ähnlich Deiner SHG) und mein Leben konzentrierte sich darauf und auf die Menschen innerhalb dieser Gruppe.

    Du schreibst, Deine Partnerschaft ist nicht optimal. Dann könnte sein, dass Dir das jetzt richtig bewusst wird und erst noch in Gedanken und zukünftige Handlungsweisen eingearbeitet werden muss. Denn klar, Du tust was für Dich und Deine Gesundung und wünschst Dir auch eine gesunde Partnerschaft. Logisch und berechtigt!

    Vielleicht geht es Dir einfach nur ähnlich wie mir: mein Suchtmittel ist weg und mein Leben somit ganz anders in Tagesstruktur und Bewältigung. Jetzt heisst es für mich neue Menschen kennenlernen, neue Gefühle zulassen - aber auch einordnen - Gefühle, die zuvor auch bei mir betäubt waren durch Isolation und Co-Abhängigkeit. Einfach all das neue zulassen, verarbeiten und ein gesünderes Leben aufbauen.

    In diesem Sinne wünsche ich uns beiden "viel Glück dabei"

    Lieben Gruß von Dagmar

    Sich wünschen dass es anders wird reicht nicht. Er beweist Dir nun vermutlich dass er es ein paar Tage ohne Alk hinkriegt und somit kein Alkoholiker ist, meint er ... wer weiß, vielleicht hat er Recht...

    Entscheidend sollte nämlich - meiner unmassgeblichen Meinung nach - nicht sein ob er Trinker ist oder nicht oder was, ob oder wann er dagegen tut sondern wie es mir und den Kindern in seiner Gegenwart geht.

    Er trinkt und es geht allen schlecht - er trinkt nicht und es geht ebenfalls allen schlecht. Warum also ziehst Du nicht Dich und Deine Kinder aus seiner derzeitigen schlechten Verfassung? Warum überlässt Du ihm nicht sein komplettes Leben mit allen Entscheidungen selber? Vielleicht würde er so aufwachen .... vielleicht aber auch nicht ...

    Aber Ihr würdet sicher besser schlafen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, lieber Kopfmensch,
    ach da kommt mir so manches bekannt vor: die netten Kumpels, die Kisten für die anderen - weil die ja immer alles getrunken haben....

    Ich hatte auch den Eindruck, dass die wenigen Kontakte die bei meinem Expartner bestanden eigentlich nur die Gleichgesinnten waren. Alle anderen haben sich verabschiedet - oft sogar gleichgesinnte, die noch eine stabilere Grundlage haben.

    Wundert es Dich? Partner, wie wir, wollen es nicht glauben. Kumpels haben irgendwann die Nase voll und werfen das "emotionale" oder die "gmeinsamen Kumpeljahre" einfach weg - weil sie klüger sind und keine Lust auf Launen und Unzuverlässigkeit haben.

    Ich gebe Frozen Tears recht: nur eine Trennung vom Alkoholiker reicht nicht wenn in Zukunft ebensolche Modelle angezogen werden. Denn wir haben ja in unserem Verhalten etwas, dass wir genau solche Menschen anziehen.

    Ich selber habe mich getrennt, mir ging es ähnlich bescheiden wie bei Dir und bin auch - nach bald einem Jahr - keinesfalls in der Lage eine neue Beziehung einzugehen.

    ICH hätte früher gehen sollen - vielleicht hätte der Expartner damals noch begriffen was läuft - vielleicht hätte ich nicht die Angst haben müssen, dass er wie er sagte "das Haus abfackelt". Ich hätte früher sein Deckmäntelchen abreißen müssen und ihn auf die Nase fallen lassen. Dann hätte er zu einem Zeitpunkt, wo es vielleicht noch gegangen wäre, sein Hirn in Einsatz bringen können.....

    Ich tendiere auch weiterhin zur Trennung - und sei es nur räumlich - weil ich persönlich niemals aus meinen Mustern rausgekommen wäre. Zu tief wären meine Gefühle und Gewohnheiten eines Jahrzzehnts gewesen... ich wäre immer und immer wieder in die Spirale hineingerutscht....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Gotti,
    schön, dass alles so rund läuft. Ist doch toll nach einem schönen Urlaub nach Hause zu kommen und auch die Kiddies haben etwas getan.

    Ich wünsche Dir ein schnelles Überstehen der Bügelwäsche, die ich auch noch in kleinen Massen vor mir habe.

    Sag mal, liebe Gotti, zwar habe ich Dein letztes Jahr wohl verfolgt, aber ich denke, die Zeit zuvor ist mir entgangen. Mich würde mal ein kurzer Abriss Eurer Zeit interessieren weil ganz viele aus Deiner - hoffnungsvollen - Erfahrung ihre Hoffnungen schöpfen.

    Wenn ich es richtig weiß, dann hattet Ihr viele Jahre ein auf und ab und irgendwann bist Du doch resolut geworden und hast eine Trennung (?) vollzogen, räumlich? Deinen Mann hatte das zum Aufwachen und aktiver Suchtbearbeitung geführt. Habe ich das soweit richtig in Erinnerung?

    Ich glaube nämlich, dass Ihr beide eine der wenigen schönen Ausnahmen seid wo auch Dein Partner Anlagen hatte, die der Alk noch nicht zerstört hat - charakterlich gesehen....

    Ich wünsch Euch ein gutes Wieder eingewöhnen in den Alltag.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Als Co kann ich zu Deinem Thema leider nichts sagen, welches ich weniger als heikel empfinde. Verständlich aber, dass in einem offenen Forum nicht jede-/r über ein solches, intimes, Thema sprechen möchte.

    Was mich nun etwas erstaunt sind die Gedanken weg von Deinem Partner. Ich würde mich fragen wie Du grundsätzlich zum Thema Treue stehst oder mal früher gestanden hast.

    Bei meinem nassen Expartner habe ich sehr wohl den Eindruck gehabt, dass in unserer Anfangszeit der Alk gegen Sexualität eingetauscht wurde - quasi als Erstzdroge. Ich neige nicht zur Aussage "Suchtverlagerung" habe aber beim Lesen Deiner Zeilen dennoch ein solches Gefühl verspürt.

    So irgendwie wie die Suche nach einem KICK. Wie den Versuch auf einer Ebene des Lebens ein HOCH oder HIGH erleben zu dürfen. Da der Alk ausscheidet (hoffe ich :) bietet sich die Sexualität (da ja heikel und oftmals unbemerkt sich abspielend) gut an.

    Ich musste feststellen, dass die Sexualität in nassen Zeiten des Expartners sich in eine Richtung entwickelte, die sehr von der meinigen abwich (da will ich auf die Suchtverlagerung abzielen) extremer wurde, und weit weit vom "normalen" abwich. Es zeichnete sich ein Hang zum Sadismus ab, Fesselungswünsche ect. Macht / Dominanz ect. Ich will damit sagen, dass in der Sexualität eine Menge an Gefühlen und Wünschen ausgelebt werden kann ohne dass es offensichtlich wird für das Umfeld.

    Ich, als getrennter Co, habe versucht mir viel mehr Zeit zu nehmen meine Gedanken und Sehnsüchte nach Partnerschaft oder mehr zu beleuchten. Da wo ich früher aktiv wurde habe ich nun abgewartet. Mit dem Ergebniss, ich wollte durch eine Partnerschaft/Beziehung/Erotik eine Stabilität, die mir in einem anderen Bereich fehlte. Somit klar: Verlagerung der Bedürfnisse.... Es wäre ein Selbstlüge gewesen: ich hätte mich in etwas neues, anderes geflüchtet um irgendwas belastendes zu verdrängen.

    Viel Glück wünscht Dir Dagmar

    Hallo, liebe Kathrin,
    ich kenne das gut, immer mal zwischendurch ein Gefühl das der Trauer ähnelt, welche ich oft während der Beziehung verspürt habe.

    Ich bin mir bei mir selber nicht ganz klar, ob es das ungewohnte ist - weil eben dieser Druck fehlt - und ich mir zuweilen diesen "Druck selber hole" selber diese Trauer ins Haus hole. Beispielsweise läutet gerade das Telefon - ich habe eine Woche Urlaub - erster Gedanke: mein Chef, ich habe einen Fehler gemacht. So, dieser Gedanke begleitet mich nun bis zum Arbeitsbeginn übernächste Woche. Dabei können das x andere Leute gewesen sein. Ich gehe aber nicht ans Telefon, damit mein Mr. Ungewollt nicht zufällig anruft.

    Ich verstehe Dich sooo gut, liebe Kathrin, das wirst Du dir kaum vorstellen können.

    Übrigens, ich erwähnte ein paar nette Herren, von und bei denen ich mich aber in eine Sicherheitszone zurückgezogen habe. Mittlerweile habe ich so den schmalen Gedankengang, dass sie evtl. doch die eine oder andere Ähnlichkeit mit Mr. Ungewollt haben.... Muss nicht sein, aber könnte....

    Sprich: unsere Muster, unsere Auswahl und unsere Gefühle werden sich erst ganz langsam ändern...

    Viel Kraft wünscht Dir Daggi

    Ach Mädels ;)
    Wenn es mir mal wieder nicht gut ging, dann habe ich mir meine - unsere - Suchtspirale vorgestellt.

    Da konnte ich mir dann plastisch vor Augen halten, dass ich nun gerade eben durch eine Verengung rutsche, nach der dann die Spirale wieder offener wird.

    Je tiefer die Sucht, je länger die Beziehung, desto enger die Suchtspirale, oder? Jedes "eng" werden oder jedes Gefühl stehen zu bleiben zeigte bei mir die nächsten Veränderungen an.

    Bei jeder Stagnation gab es die Möglichkeit umzufallen in alte Muster oder neu zu starten. Ein "neu" hat immer ein aufwärts bedeutet. Auch wenn es zum neuen Anfang nicht sichtbar war.

    Also: haltet Euch wacker....

    Ich selber habe mich oft gefragt, ob dieses Gefühl des still stehens, dieses Gefühl von ich komme nicht weiter das ist was ich während der Suchtbeziehung hatte: einfach nur ein schlechtes Gefühl. Ich fragte mich, war ich es nicht einfach gewöhnt alle paar Zyklen ein schlechtes Gefühl zu haben und ziehe ich es mir in einer anderen Situation wieder rein, einfach weil "es mir nicht gut gehen darf...".

    Dagmar

    Hallo, Ihr Lieben,
    das mit dem Schlafen als "Suchtverlagerung" würde ich gerne mal ganz anders "betrachten wollen". Ich empfinde nämlich den Schlaf als eine Möglichkeit zur Ruhe zu kommen. Habe letzte Woche sogar etwas diesbezügliches im Radion gehört, dass der Mittagsschlaf bspw. der Depression entgegenwirken soll.

    Davon mal abgesehen, wenn jemand ausgepowert und fertig ist (im heutigen Arbeitsleben können das wohl viele von uns sagen) so spricht ja nichts dagegen, sich eine Zeitlang auf dem Allerwertesten auszuruhen.

    Als Co hatte ich nach dem Ende der Suchtbeziehung ganz wenig Power und ein irres Schlafbedürftnis. Der Schlaf der vergangenen Monate war durch Drohungen nicht der Beste. Vielleicht geht es einem trocken werdenden ebenso: der Schlaf wird vielleicht besser und "reiner" und wird somit mehr gebraucht.

    Suchtverlagerung ist schon eine gefährliche Sache, auch eine Sache, über die man/frau von Anfang an sprechen sollte - von der ich aber auch denke, dass nicht in allem und jedem dieser Verlagerungspunkt liegen muss (wenn auch kann....)

    Haltet Euch wacker und Lefty, manchmal geht manches langsamer, manchmal fragt man/frau sich warum und wofür ... aber Du wirst es bemerken können, es wird sich lohnen!

    Lieben Gruß von Dagmar
    Co

    Ach, ich würde gerne weniger Nikotin und Cola konsumieren, gelingt mir aber derzeit nicht .... Nikotinabhängig bin ich, leider...., gebe ich auch zu.

    Liebe Karo,
    nun, Du rüttelst an seiner heilen Welt und bringst sie eventuell ins Schwanken - Deine Welt scheint auch zu schwanken, jedoch bist Du noch nicht ausgestiegen.

    Bei mir hatte das die Folge, dass ich vom trinkenden Expartner ausgetauscht wurde gegen eine Rotweindrossel, die bereit war und ist mit ihm gesellige Stunden zu genießen.

    Ich selber habe keine Drohungen ausgesprochen über das Ende der Beziehung wegen Alk, erst als es dem Ende zu ging sagte ich ihm dass es keine Schande sei Alkoholiker zu sein, aber nichts dagegen zu tun.

    Fakt ist: eine Runde Menschen, die alle gerne trinken wissen sich schon gegenseitig zu beruhigen, dass keiner von ihnen ein Trinker ist. Und überhaupt, im Notfall trinkt man/frau mal für vier Wochen nichts, und dadurch ist ja schon belegt, dass man/frau kein Trinker ist.... meinen solche Damen und Herren wohl oftmals.

    Fernbeziehung.... führte ich auch .... ich Depp zog dann zu ihm, 120 km weit entfernt von Familie und Freunden und dann doch nach 10 Jahren ein Aus. Nun gut, es sollte so sein..... und mein Leben gewinnt wieder an Farbe, aber ich weiß nicht, ob ich jemals wieder eine Partnerschaft haben möchte. Ganz sicher ist mir jetzt meine Eigenständigkeit wichtiger, denn schnarchende Alkoholleichen neben mir im Bett, die will ich nie, nie wieder erleben....

    Ich hatte andere Interessen, andere Freunde und eine andere Lebensansicht - fast gar hätte ich alles verloren, weil meine Lebensfreude mit Jahr zu Jahr weniger wurde.....

    Nie wieder,..... hoffe ich.....

    Lieben Gruß von Dagmar