Beiträge von dagmar007

    Super,
    lieber Erdling :)
    damit bestigst du die Meinung, die ich persönlich auch für passend halte. Co-Abhängigkeit muss keinesfalls als frühkindlichen Mustern stammen sondern kann sich im Rahmen einer solchen Beziehung - quasi als Schutzmechanismus - entwickeln.

    Das Problem ist, so denke ich, dass Angehörige oftmals das Ausmass von Sucht nicht kennen, genau das was Du schreibst und oft so gut erklärt hast, das sitzt zwar im Kopf aber wie man/frau so leben kann ist nicht nachvollziehbar für mich. Muss es auch nicht sein.

    Jeder Mensch ist in der Lage ein Gleichgewicht herzustellen wenn er/sie spürt etwas gerät ins Wanken. Jedoch muss das jeder für sich tun - vielleicht beide zum selbigen Zeitpunkt in Gemeinsamkeit, aber eben nicht einer hoffen, hoffen und hoffen und der andere nehmen und nehmen und nehmen, so wie wir es hier ja sehr, sehr, sehr häufig lesen.

    Nur .... der "gebende" nimmt ebenso! Und sei es nur dadurch, dass er / sie erwartet, dass endlich!!! ihre / seine Forderungen nach Trockenheit erfüllt werden.

    Bei Sucht nur möglich im Kern eines jeden Betroffenen.

    Lieben Gruß von Dagmar,
    die sich skarisch freut, wie Du das betrachtest :) dafür wurde ich nämlich zuweilen "zerrissen"..... ich bin ja Betroffene .... Du aber nicht, Du bist in dem Punkt objektiver als ich es je sein könnte.

    So Ihr Lieben,
    keine Panik - auch wenn es grausam ist, wenn ein Tier daneben pinkelt oder kotet.

    Diverse Tiere lieben diverse Streus - ausprobieren - und diverse Arten von Toiletten - ausprobieren - oder Farben. Oftmals hassen Tiere die Deckel auf den Toiletten - in der Natur gibt es das auch nicht.

    Es gibt ein Harmonisierungsspray Feliway, welches in solchen Fällen eingesetzt wird. Zuweilen hilft Leckerlies an den Stellen zu verteilen, an denen er seine Haufen setzt.

    Trauma .... bei mir ist ein traumatisierter Kater, der als er in meinem Katzenasyl ankam nicht genießbar war. Nach der Kastration konnte der Tierarzt nicht füttern weil der fauchte und tobte. Auch bei mir. Warf sich auf den Rücken und fauchte..... Nunmehr, nach zwei Jahren (es änderte sich aber bereits nach ein paar Monaten) ist es das liebste und treueste Tier.

    Tiere aus dem Tierheim könnten auch ahnen wieder weggeschickt zu werden, da sie vermutlich von hier nach dort getrieben wurden.

    Toi toi toi
    lieben gruß von Dagmar

    So, dann sind wir doch schon einen Schritt weiter.

    Warum ist es so schwer Machtlosigkeit einzugestehen. Liebe Rosita, ich kümmerte mich um zig Streuner im Ort und drehte fast durch, wenn einer stark - ich diesem Tier nicht helfen konnte.

    Irgendwann, kurz nach dem Durchdrehen, stellte ich fest: ich bin nicht Gott - ich bin nicht allmächtig. Entweder ich verinnerliche das oder ich muss aufhören den Tieren zu helfen. Immer und immer wieder wird eines der zig kranken Tiere sterben müssen, eben weil ich nicht Gott bin und weil auch der Tierarzt nicht allmächtig ist - und mein Geldbeutel war es ganz sicher auch nicht ;)

    Damals, begann für mich der Anfang vom Leben: zu begreifen es gibt Dinge, meine Dinge in meinem Leben, die ich ändern kann und andere, die ich nicht ändern kann - sondern einfach nur akzeptieren muss.

    Ja Rosita - wir sind oder waren... - mal starke Menschen, die versuchten alles zu schaffen. Aber alles schaffen wir nicht, sonst schafft das Leben uns. Wir müssen nicht alles wissen, sondern nur wissen, wen wir befragen dürfen. Wir müssen nicht alles können, sondern Hilfe denen überlassen, die Fachleute sind. Mein Auto geht zum KFZ-Mechaniker, deshalb überlasse ich meinen Ex (wenn er denn mal wollen sollte) den Fachärzten. Meine Toilette, nun, die konnte ich einmal selber reparieren, aber der Fachmann war informiert, damit ich keine Zeit verliere.....

    Wir können viel, aber nicht alles - und das viele, was wir können, das können wir am Besten bei und mit uns.

    Rosita, er kann es doch nicht sehen wie er die Familie zerstört. Er ist doch nicht schuld, das bischen Bier .....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Solche Worte wie "Du bist ja gestört" blieben mir nun ausnahmsweise mal erspart. Aber ich konnte nur bei Elocins Worten schmunzeln.

    Denn ich habe aus heiterem Himmel damals zu meinem Lover gesagt, "weißt Du was, mir ist Dein Alkkonsum egal, die Kranke bin ich weil ich in dieser Beziehung geblieben bin. Ich werde nun erst mal an meiner Gesundheit arbeiten.

    Ach ja, Rosita, Gotti war sehr konsequent - ist wenn ich das richtig gelesen habe - auch ausgezogen, oder Gotti? Und Gottis Partner, oder täusche ich mich? wurde einsichtig und ließ sich von Fachleuten helfen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Na klaro, liebes Julchen.

    Ich kämpfe wohl den einen oder anderen Kampf (mit den Zähnen sieht es sauübel aus, obwohl seit Anfang 20 jede 3 Monate beim Zahnarzt) aber da fällt halt auch mal ein Zahn aus :-((( genial .... Guter Doc aber schlechte Basis.... und dummer Raucher....

    Am Arbeitsplatz ist so manches passiert, was mich sehr beschäftigt hat. Ich bin sehr froh einen Chef zu haben, der mit mir Dinge anspricht die passieren, selbst wenn diese mich nichts angehen. So kann ich mit ihm ganz erhlich reden - auch über das was mich beschäftigt. Ist eigentlich schon mehr privat, als geschäftlich.

    Der Holzdepp war x-mal da, nun verbeisst er sich in den lieben Nachbarn und belabert den (ob er wohl Angst hat dass ich etwas erzählt habe :)

    Nun, meinen lieben Nachbarn konnte ich eine Freude machen mit selbstgemachter Marmelade vom Holzofen und einer selbstgezogenen Minisonnenblume :)

    Nun, und ich bekomme wieder Kraft. Denn die hat mir die letzten Wochen etwas gefehlt. Jedes Wochenende weg (mal Steuer, mal meiner Mutter helfen, dann der Holzdepp, so kam ich nie zur Ruhe).

    Ich werde mir wohl mal demnächst eine Woche Urlaub gönnen. Hatte ja bisher noch keinen. Aber es ist viel an Arbeit, zumal eine Kollegin ausgefallen ist und ich nun noch etwas in Sachen Buchhaltung (was echt nicht mein Gebiet ist) helfen, muss, darf, kann.

    Insgesamt geht es mir gut und nachdem nun auch meine Verbrühung verheilt ist und nur noch die Zahnprobleme da sind fühle ich mich wieder wie ein Mensch. Ringelblumen und Zierkürbisse motivieren. Natürlich auch meine Katzen, die aber Dank meiner verrückten Besucher hier auf dem Gelände nur noch verkürzten Ausgang haben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Rosita,
    daneben gegriffen ... nicht nur einmal .... nun, da dürftest Du hier nicht die einzige sein ;)

    Wird es nicht gerade dann Zeit eine Entscheidung zu treffen wie Elocin fragt, sagt und anregt??? Dann solltest Du für Dich einfach entscheiden was denn nun ansteht, denn Besserung wird sich vermutlich in den nächsten 32 Seiten Deines Postings in Bezug auf Deinen Ehemann ebenso wenig einstellen wie in den vergangenen 32.

    Auch ich ging wie Elocin - nichts mehr was meins war. Besser noch: ich hatte keinen Job, gerade mal 600 Euro im Monat Arbeitslosengeld und eigentlich zu alt für einen neuen Job. Weg von meiner Familie in einer Region, in der ich mich nicht wohl fühlte.

    Wie Elocin hatte ich noch etwas: Angst - wie Sie habe auch ich Gewalt erlebt. Und wie sie habe ich mein Leben in den Vordergrund gestellt und gesagt "nun starte ich / wir".

    Wir sind gestartet - wir sind frei - wir tragen unsere Verantwortung für uns und unsere Lieben und sonst für niemanden mehr. Für keinen süchtigen Partner, der uns die Kraft raubt. Nein, wir müssen uns nicht mehr beschweren. Vielleicht fehlt auch uns oft die Kraft wegen zu viel Aufgaben um uns herum, aber wir kämpfen nicht mehr Tag um Tag darum dass sich etwas ändert, das so "einfach" nicht zu ändern ist (wenn der andere nämlich nicht will).

    Elocin war mir ein gutes Beispiel zu gehen - auch mit nichts - Denn wo "nichts" ist, da kann nur noch etwas dazu kommen.

    Du drehst Dich im Kreis, liebe Rosita, drehst immer schneller, immer verzweifelter und stolperst dann auch noch ein paar Schritte zurück in Deinem Rad. Du bist unzufrieden, kraftlos, ohne Vertrauen in Deine Zukunft oder Dein Umfeld. Statt das zurück zu gewinnen beisst Du Dich Tag für Tag fest in der Erwartung "er" ändert sein Verhalten "er" sieht ein wie ungerecht er ist.

    Kann es sein, dass Du ebenso krank bist wie er? Dass nur Du Dir selber helfen kannst, ebenso wie ER sich....

    Viel Glück wünscht Dagmar

    Liebe Beano,
    auch wenn ich es nicht verstehen kann, so wusste mein Ex oftmals nichtmal dass er bei mir angerufen hatte als er bereits in seiner nächsten Beziehung war.

    Ursprünglich sagte er das habe er nicht getan, auf der Anruferliste auf meinem Handy musste er dann sehen "ups, stimmte doch".

    Ich kann es nicht verstehen, muss aber akzeptieren dass vermutlich längerfristig kein Leben und kein Bezug zur normalen Realität da ist. Siehst Du ja in der "Stalking-Anzeigen-Androhung". So etwas würde auch nur dann gehen, wenn sie von sich aus mit Dir keinerlei Kontakt aufnimmt. Ansonsten ist es ja ein beidseitiger Kontakt. Aber auch hier ist das Realitätsbewußtsein ausgeklinkt.

    Die Wut, die Du spürst, dürfte einfach eine Hilflosigkeit sein. Ein Wissen, jetzt könnte mehr rauskommen und .... einer hat immer schuld .... im Zweifelsfall bietet sich der (Ex-)Partner ideal an.

    Liebe Beano, leider hat auch mein Kopf (selbst jetzt) eigentlich nichts verstanden. Aber ich habe akzeptiert dass es eben nun mal so ist wie es ist. Und ich bin glücklich, mich dieser Situation entzogen zu haben und wieder leben zu dürfen. Die Trauerarbeit war schwer, und ich wollte zuweilen aufgeben, aber es geht immer weiter ... wenn man/frau will....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe RoteLampe, schwer zu verstehen ist es schon mit der Verdränung (auch wenn ich es akzeptiert habe).

    Für mich war es einfach so, dass ich dache mein Hirn versteht ebenso wie das Hirn eines Alkoholikers Vorgänge und Alltagsbewältigungen. Ich war einfach der Meinung, nun klar, da trinkt jemand um mit dem Moment besser klar zu kommen, dass aber definitiv alles andere nicht mehr interessiert konnte ich sehen, aber nicht verstehen.

    Mahnbescheide, Polizei vor der Türe für einen Transport nach Stammheim wegen unbezahlter Rechnungen - einfach Dinge, die ich nicht verstehen kann. Nein, das kann ich immer noch nicht - muss es wohl auch nicht mehr.... Aber es muss doch mehr Angst machen die Folgen zu ahnen (denn dumm sind Alkoholiker ja nicht) als sie langsam anzuarbeiten (Schriftkontakt/Ratenzahlung).

    Ich musste feststellen alles wird, wenn überhaupt, im letzten Moment erledigt. Rausgeschoben und rausgeschoben. Ich bin anders, unangenehmes versuche ich schnell zu erledigen, weil es mich belastet.

    Weisst Du Beano, ich denke am ehesten verletzt man genau die Menschen, die einem am nahesten sind - nicht nur Alkoholiker, sondern allgemein. Liebende trifft es am meisten und sie verbringen die meiste Zeit miteinander, bieten sich also eher an als ein Arbeitskollege zum stänkern.

    Ich hatte den Eindruck, dass mein Expartner eine Rolle im Leben übernahm die er innerlich nicht wollte, die ihm aber anerzogen wurde nach sozialen Normen. Das ging ein jahrzehnt gut - dann kam der Schlag und alle Normen wurden mit der Faust vom Tisch gewischt.

    Agression zog ein, Wut kam dazu und auch die eine oder andere Straftat.....Bewußt geschah das alles wohl kaum, aber nach einem Jahrzehnt nicht mehr steuerbar, da voll in der Suchtspirale - zuvor war noch die blasse Erinnerung an die Erziehung wohl zu finden.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Nun, das mit dem Charakter sehe ich - pardon - ganz anders. Ich denke nämlich, dass zu viel Alkoholgenuß genau die Persönlichkeit an den Tag holt, die vom Grundnaturell vorhanden ist. Auch mein Hausarzt hat mir das bestätigt.

    Wer Moral verletzt und selber Hemmungen abbaut, der tut das leichter unter Alk - aber er wird niemals Dinge tun, die sein Grundcharakter entgegen liegen.

    Das werden Euch die bereits trockenen bestätigen. Gewiss, etwas ruppig in der Kommunikation könnte man/frau danns schon werden, aber um bspw. gewalttätig zu werden, da bedarf es grundsätzlicher Charakterzüge. Betrug muss schon in der Grundbereitschaft gegeben sein, sonst würde er durch den Alk nicht ausgelöst werden. Der Alk macht es nur leichter, aber er tut es nicht....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Rosita,
    Du appelierst an seinen Verstand, mit Worten, die für ihn inhaltlich vermutlich nicht nachvollziehbar sind.

    Liebe Rosita, wie soll er Dich verstehen, ihm bedeuten diese Dinge nichts mehr! Sorry, wenn ich Dir weh tue, aber dieser Mensch ist krank - sein roter Faden durchs Leben ist mit dem Alk alles so gut wie möglich auf die Reihe zu bekommen. Dazu gehört keinesfalls DICH ZU UNTERSTÜTZEN! Meine ich persönlich....

    Davon einmal abgesehen Rosita - und das ist genau der Punkt indem wir Angehörige die Sucht unterstützen: wir haben jahrelang mitgemacht. Wir haben jahrelang schwere Steine aus dem Weg geholt um uns einen Bruch zu holen. Nun ist der Bruch in unserem Kreuz da aber der andere denkt sich "ging doch all die Jahre zuvor auch".

    Ich lese bei Dir immer wieder "wie kann er es verstehen". Garnicht mehr. Betonung auf "mehr".... Hätte ich früher reagiert, vielleicht hätte es mein Ex-Partner geschnallt. Als ich ging konnte er es nicht mehr begreifen. Zu wenig interessierten ihn Müll- oder Flaschenberge, die Spülmaschine, die verstopfte Toilette oder oder oder.

    Und Rosita: eines wurde mir nach dem Auszug klar, als seine Hilfeleistungen nicht mehr angenommen wurden und ich wirklich Fachleute wie beim Auto zu Rate ziehen musste "ich kann von Glück sprechen, dass alles noch glimpflich ausging".
    Es war nämlich so, dass er nicht mehr so gut mit den Bremsen oder anderen Dingen des Autos umgehen konnte wie früher.... Da er sich aber für genial hielt und für einen Fachmann (der er früher war) so ging er auch an Starkstrom oder oder oder....

    Nee, diese Verantwortung für ihn - und letztendlich für mich - bin ich nicht willens zu tragen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ehe - errare human est (oder so ähnlich) - irren ist menschlich, oder so....

    Was ist das für eine Ehe, wovon Du schreibst? Für mich persönlich keine..... Da bin ich dann lieber alleine als verheiratet auf einer Basis von "Depp für alles".

    Allerdings, liebe Rosita, ich hätte es im Zusammenleben nicht abstellen können dieser Depp zu sein. Im Zusammenleben hätte ich mich nicht vor beißenden Kommenataren oder dem Müll- und Flaschenberg im Haus schützen können... ohne eben wieder selber Depp zu sein.... Denn wie gesagt, dem anderen ist egal wie es aussieht, ob die Spülmaschine voll ist, der Mülleimer voll ist oder oder oder.... Dazu ist er nämlich zu krank, dass es ihn interessiert.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du Mauve,
    das mit der Hemmschwelle kam bei uns ganz brutal, schnellstens und bedeutete die Drohung das "Haus in Schutt und Asche zu legen". Diese Persönlichkeitsveränderung, Herabsetzung aller Moral und Hemmschwellen war für mich ein Schock ohne gleichen. Vielleicht ein heilsamer, denn ich bin dann gegangen.

    Bei meinem Ex-Partner, Spiegeltrinker, würde ich sagen, er hat jeden Tag konsumiert. Seine früheren Freunde hielten jedoch regelmässige Trinkpausen von rund vier Wochen als Beweis genug, dass sie keine Alkoholiker sind.

    So ist das mit der Last, ja liebe Mauve, man/frau bricht fast zusammen, wird unzufrieden und ist am Schluss noch der Muffel, dem alles zu viel wird....

    Ja, mir wurde es zuviel.... ich bin gegangen ... es ist alles immer noch viel, weil ich finanziell unter dem Sozialsatz lebe und quasi mit wasser vom Brunnen und Holzfeuerung versuche die eine oder andere Summe zu sparen. Aber es ist ein anderes "zu viel" als vorher ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Rosita, nun geht es ans eingemachte,
    zumindest bei mir war es so.

    Für mich war jetzt noch nicht einmal in erster Linie interessant ob es Hilfe durch Nichthilfe ist für den anderen, sondern ich wollte keinesfalls mehr der alleinige Depp, Putzfrau, Einkäufer ect. sein.

    So, das bedeutet nun aber dass ich mich vielleicht nicht um den Schornsteinfeger kümmere, das Stromablesen, oder das Toilettenpapier im Haus oder oder oder. Ja, es ist meiner Meinung nach das, was als Hilfe durch Nichthilfe betrachtet wird.

    Da diese Hilfe durch Nichthilfe jedoch in meinem Fall bedeutet hätte die Existenz von mir selber zu gefährden (Stromabschaltung) ect. bin ich ausgezogen. Nun trage ich meine Verantwortung für mein Leben und er vielleicht für seines.

    Eines weiß ich ganz sicher: ich bin nicht der Lakaie eines Menschen, der seine Prioritäten anders setzt!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Mauve,
    hmm, so ganz einfach hört sich Eure Geschichte nicht an. Zwar hat er (wohl auf Deinen Druck) derzeit aufgehört zu konsumieren, aber ich habe so das Gefühl, dass es ganz schön schwer sein dürfte, dass Ihr gegenseitig Eure Erwartungen erfüllt.

    Ich befürchte nämlich, das "wohlgeschmierte" Butterbrot könnte Euch beiden den Hunger auf mehr vergehen lassen.

    Es hat schon seinen Grund, warum mittlerweile Trockene davon sprechen die Arbeit geht erst richtig los wenn die Nüchternheit sich einstellt. Das Verantwortung zu übernehmen ist eine Aufgabe, die nicht nur mit dem Alkohol zu tun haben muss. Es gibt nämlich Menschen, die auch nüchtern dieses nicht können oder wollen.

    Du hast Ansprüche an Deinen Partner, verständlich, wobei sich aber die Frage stellt, ob er überhaupt in der Lage ist, sich derzeit mit seiner eigenen Forderung an sich (oder dem Wunsch von Dir) trocken zu bleiben arrangieren kann.

    Ehrlich gesagt, ich stelle mir das für beide Partner (nebst der Kinder, die sicherlich subtil die Schwankungen spüren) verdammt schwer vor. Ehrlich gesagt, im nachhinein kann ich von mir sagen, ich hätte es nicht geschafft selber auf einen klaren Weg zu kommen wenn ich die Trockenheit meines Expartners hätte zum selbigen Zeitpunkt erleben müssen. Eben wegen der Anforderungen die man/frau stellt und sich denkt, mensch, der ist doch nüchtern, das muss er doch schaffen...

    Ich wünsche Euch viel Glück, ERfolg und gutes Durchhaltevermögen - aber auch die notwendige Ruhe/Akzeptanz für den anderen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Beano,
    mein Thread ist T(r)ockenes Resümee einer Co, aber elend lang ;-).

    Das Drama begann im März/April letzten Jahres. 9 unauffällige Jahre mit einem Spiegeltrinker und im 10. Jahr, da legte er los, so mir allem drum und dran.

    Ausgezogen bin ich im August 08, der Terror ging weiter weil er am neuen Wohnort auftauchte. Bis Februar 09 tobte er hier rum.

    Derzeit fährt er ab und zu durch den Ort aber ich meide jegliche Gefahr ihm zu begegnen. Er stürzte wohl tiefer und tierfer, bei mir geht es aufwärts und ich kann eigentlich nicht mehr nachvollziehen, was ich alle die Jahre mitgemacht habe und nicht ausgestiegen bin. Kann nicht mehr nachvollziehen, warum ich die Gegenwart dieses Menschen nicht missen wollte, wo es doch so viele Menschen gibt, die klar, autonom und verantwortlich leben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo beano,
    ich selber habe für mich festgestellt, dass Angst und Wut mir nicht gut tun und mich noch tiefer an den anderen fesseln.

    Ich konnte aber nicht damit umgehen und bin dann in meiner Verzweiflung in den Garten gegangen und habe Unkraut gezupft oder bin einfach gelaufen, einfach den Körper ausgepowert. Egal was, aber etwas für mich.

    Solange Wut, Hass und Angst (Angst verfolgt mich jetzt zuweilen noch) vor dem Gegenüber da ist, haben die uns noch immer an der Angelrute und können uns zappeln lassen.

    Ich habe komplett den Kontakt abgeblockt, kein Telefonat, keine Öffnen der Türe als dann Wutanfälle kamen habe ich die Polizei geholt. Nein, meinen mühsamen Abstand, den lasse ich mir nicht zerstören. So lange habe ich gebraucht mich endlich loszureißen, dann lasse ich mich nicht mehr zurückziehen. Es ist mein Leben und kein Spiel wie Tauziehen, wo es mal hin und her geht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Sunny,
    auch ich habe nichts gemerkt, besser gesagt erst zu dem Zeitpunkt als die Anzeigen eintrudelten, er das Haus in Schutt und Asche legen wollte und und und.

    Meine Wahrnehmung war damals absolut nicht realistisch! Dieses vermeintliche Einfühlsame, welches ich genießen durfte war in meinem Fall einfach ein Anpassen an das, was ich wohl haben wollte damit ich bei der Stange bleibe.

    Fakt ist: ich selber habe mich um die Frage gedreht "trinkt er" "hört er auf" "wird irgendwann eine glückliche Beziehung am Ende stehen"

    Meine Fragen - seine Antworten sind seine und sehen anders aus als ich es gerne gehört hätte. In Worten, ja da sagte er was ich hören wollte, die Taten waren anders. Mein Leben ist in meiner Verantwortung und sein Konsum in seinem. Somit ist es also Jacke wie Hose ob Alkoholiker oder nicht, ob suchtkrank oder nur suchtgefährdet. Interessant dürfte allein die Frage sein: Nehmt ihr die Partner so wie sie derzeit sind - mit allen Ecken und Kanten - und seid Ihr gewillt abzuwarten was weiterhin passieren wird? Seid ihr bereit Eure Kräfte eventuell nutzlos verpuffen zu lassen um in einigen Jahren festzustellen, es ist alles aussichtslos.

    Nicht das, was er tut, konsumiert oder vorhat ist wichtig, sondern das, was ihr für Euer Leben geplant habt und wie wichtig Ihr und Euer Seelenfrieden Euch selber seid.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hmm Anna,
    als ich Deinen letzten Beitrag gelesen habe, da musste ich für mich schon etwas arbeiten, um nicht ungerecht zu werden....

    Dein Freund will weiter trinken, o.k., seine Entscheidung - denn er ist mündiger Bürger.

    Aber mit der Einstellung zu einer Gruppe zu gehen, die an sich arbeitet genau das nicht mehr zu sich zu nehmen, was für Deinen Lover unverzichtbar ist, das ist für mich eine (pardon) Frechheit. Womöglich noch mit Restfahne den Leuten ins Gesicht zu pusten, die an sich arbeiten und noch einiges vor sich haben.

    Nun gut, sicherlich sind die Leute in diesem Kreis stark, und sicherlich wissen sie was sie glauben dürfen und was nicht, aber als selber nicht trinkende empfand ich das als ganz harte und egoistische Verhaltensweise gegenüber denen, die an sich arbeiten.

    Warum sollte er es nach einem Besuch bei den AA anders sehen? Davon mal abgesehen bin ich mal gespannt, ob er überhaupt hin geht .... Sucht hat doch nichts mit wollen oder verstehen zu tun, so meine ich. Sie bestimmt den Stoffwechsel, den Körper und das Denken.

    Dir fällt auf, dass er kommunikativer ist - ihm fällt wahrscheinlich auf, dass er etwas tun muss, um sein Deckmäntelchen weiterhin halten zu können. Ich wage aber ernsthaft zu bezweifeln, dass Euer "Auffallen" etwas massgebliches an der Grundsituation ändert.

    Du wartest auf den AA Abend ...
    und er dass Du wieder Ruhe gibst...
    und ihr beide werdet so fortfahren wie bisher, oder ...

    ,,, denke ich, ohne den Anspruch auf Richtigkeit ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Doro,
    auch ich empfand/empfinde Deine Frage als wichtig. War ich doch auch jemand, die aufgrund eines ständigen Spiegels nicht registrieren konnte (da ja nicht in meiner Gegenwart konsumiert wurde) was sich auftut. Mir ging es wie Gotti gerochen habe ich nichts, weil ich auch nicht "proberieche" wenn er dann mal später aus der Werkstatt kam, dann dachte ich an Autoreparatur und nicht an mehr.

    Ich habe es bald 10 Jahre nicht geschnallt, dass täglich zugeführt wurde. Erkennen konnte ich erst, wenn das Spiegellevel überschritten war. Ich habe mir sagen lassen (ob korrekt oder nicht kann ich nicht beantworten) dass der Spiegel wohl bei einigen niemals auf Null fährt. Oftmals würde wohl deshalb ein in den Schlaf trinken erfolgen, damit so viel Pegel ist, dass er für den nächsten Arbeitstag genügt.

    Wie gesagt, leider kann ich Dir nicht helfen, weil ich dieses Spieglein nicht sehen konnte.

    Leider musste ich feststellen, als ich dann wusste was läuft und "kontrollieren konnte" dass bei 4 Bier ein Normallevel erreicht war und er nüchtern und ausgeglichen wirkte. Bei 7 kam die Berauschung und schlechte Gehweise, na und den Rest kann ich nicht nachvollziehen.

    Ich kann mir vorstellen, dass diese Frage als "unrelevant" für Außenstehende wirkt. Egal welche Menge, egal welcher Spiegel, krank ist krank....

    Aber genau diese Krankheit konnte ich so fast ein Jahrzehnt nicht bemerken. Es war ein entsetzlicher Schock als ich vor der Wahrheit stand - die mich nämlich von heute auf morgen überrannte.... Klar, blauäugig war "sie" also ich kann man/frau sagen. Oder einfach dämlich vertrauensvoll....

    Übrigens hat auch mir die Polizei gesagt, einen Spiegeltrinker morgens blasen zu lassen wäre aussichtslos, da würde er nämlich wieder unter soundsoviel Promille fallen. Ein Thema also, über welches sich auch Gesetzeshüter Gedanken machen müssen. Es ging damals um einen Einsatz als meine Schutzmaßnahme, wo es schwer war zu handeln und auch der Staatsanwalt eingeschaltet war.

    Liebe Doro, ich glaube, an Deiner Stelle würde ich einfach nur versuchen Euch zu schützen. Egal, ob er was oder nichts oder nur den Spiegel hat. Einfach versuchen die Kinder zu stabilisieren (man/frau weiss ja nie wie die Zukunft spielt) die Kiddies stark machen "nein" zu sagen. Sie mit Handy ausrüsten, damit sie Dich anrufen können und sagen ich will nicht mehr.

    Ich denke über ihn und das Spiegeltrinken, was für mich immer noch mit vielen Fragen besetzt ist, dürfte man/frau/kinder nicht weiterkommen. Eher mit Schutzmassnahmen um Kinder grundsätzlich stark zu machen.

    Toi toi toi wünscht Dir Daggi

    Als sich bei uns das Ausmass und die Folgen der Schreckensbeziehung nicht mehr verleugnen ließen war meine erste Ausgabe eine Brille mit allem drum und drum (war bei mir schon über Jahre fällig). Ich wagte mich sogar an die Gleitsichtgläser, vor denen ich all die Jahre Angst hatte.

    Ich wollte endlich wieder den klaren Durchblick haben.

    Mir hat das a) vom sehen geholfen und b) als ständige Erinnerung, die ich in Form einer neuen Brille auf der Nase hatte und habe.

    lieben Gruß von Dagmar