Guten Morgen, liebe Koketterie,
uups, da ähneln sich unsere Gedankengänge derzeit ganz schön. Einige neue Kontakte - aber keine Partnerschaft - sind bei mir in den letzten Monaten entstanden oder haben sich intensiviert und manche Frage wirft sich auf.
Ich konnte gestern feststellen, dass ich sehr wohl in der Lage bin ganz überdeutlich mit Körper und Mund "nein" zu sagen wenn mit mir jemand ein Tet-a--tet (wie auch immer man das schreibt) anfangen will. Klasse, früher hätte ich es nicht so überdeutlich hingekriegt. Ein Punkt, gut, über den bin ich froh.
Nun aber wieder zum Kernpunkt. Es gibt jemanden, man lernt ihn/sie kennen und schätzen und so etwas wie Sehnsucht tritt auf. Stinkt mir schon gehörig.... Denn mein Wunsch wäre sich einfach nur über die Gegenwart des anderen zu freuen wenn sie einfach gegeben ist. In dem Moment - ohne Gedanken zuvor an das was sein könnte oder Gedanken später was dieses oder jenes zu bedeuten hätte.
Ein weiterer Punkt, der mich mein Leben lang begleitete bzw. jetzt in der Bearbeitung steht ist dass der Weg das Ziel ist und nicht das Ergebniss am Ziel entscheidend ist. Geduld, loslassen und wieder finden sind hier also die Faktoren. Sich Raum und Zeit geben, eventuell auch über Jahre, ohne gefangen zu sein in einem Wunschgedanken diesen einfach nur als "es wäre schön" im Raum stehen zu lassen.
Kommunikation - Dinge, Wünsche oder Gedanken beim Namen nennen und hoffen, dass das Gegenüber auch wirklich seine Lebenseinstellung verraten kann? Die kann jetzt anders sein und anders wieder gegeben werden als er/sie diese lebt. Überraschen lassen, abwarten, einfach der Zeit ihren Lauf lassen um dabei zu bemerken, ob man selber überhaupt langfristig selber interessiert wäre.
Das ist nämlich ein weiterer Punkt. Man(n)/(Frau lernt jemanden kennen, dieser ist zwei Monate interessant, evtl Sehnsucht?oh je, im dritten dann wird alles vielleicht purer auch ohne Beziehung. Deutlicher, ehrlicher und plötzlich bemerkt man/frau uuups doch nicht so ganz die Übereinstimmung wie anfänglich gedacht....
In den letzten Tagen begleitet mich immer ein Gedanke: alles, was ich erzwingen will, oder wo ich Ergebnisse erwarte ist nicht gut. Ist nicht wirklich gewachsen und natürlich entstanden sondern gepresst wie Spannholz. Gerade so, als wäre der Mensch mir gegenüber eine Rohmasse Holz, die durch meine Fragen/Erwartungen/Interessen oder Ungeduld wie eine Platte Spanholz gepresst wird.
Wenn ich dann über mein Wort "Sehnsucht" stolpere, dann stelle ich mir die Frage, nach was sehne ich mich und wie sollte ich mir das selber geben.
In einem Fall fand ich für mich die Antwort, dass ich mich in der Gegenwart eines Menschen besonders wohl fühle. Dazu aber muss keine Beziehung an den Tag treten. Aber genau da wird es dann irgendwie "spannholzmässig" weil jeder geformt und gepresst ist von seinen Erfahrungen. Die Kommunikation ist somit immer ein gewisser Feixtanz zwischen Wahrheit und offenem Reden und dann doch wieder ein zurück ziehen um keine falschen Schlüsse - und somit gegenseitige Unsicherheiten - zuzulassen.
Ja, liebe Koketterie. Ich selber habe ein Riesenpuzzle, von dem ich noch nicht weiß wie ich es zusammen legen soll.
Es liegt sicherlich auch daran, dass wir nun vieles anders machen als zuvor. Mehr Erlebnisse und andere Menschen in unser Leben kommen. Alles ist neu und wir wollen ja nun besser für uns sorgen als zuvor.
Ich hoffe, auf noch viele weitere Gedanken von Dir (und anderen?!), damit ich mein Puzzle besser zuordnen kann.
Lieben Gruß von Dagmar