Beiträge von dagmar007

    Liebe Nele,
    ich glaube nicht so richtig, dass man/frau sich innerhalb und mit seinen Süchten wohl fühlt. Ich denke viel eher, damit wird eine innere Leere kompensiert. Mit Sex, mit Alkohol, mit Internet egal mit welchem (Konsum-)Gut, welches einfach erhältlich ist und käuflich zu erwerben.

    Glaubt mir, mit jedem Monat kommt Ihr sichtbar weiter aus der Spriale raus. Selbst dann, wenn Ihr das Gefühl habt, auf der Stelle zu stehen oder zurück zu fallen - die Aufarbeitung ist nicht leicht und gibt einem manchmal einen Schwächeanfall nach dem anderen. Dennoch .... aus dieser Schwäche wird (wenn überstanden) ... Stärke.

    Liebe Nelle, ich habe den Vater meines Ex gehasst wie die Pest - ein Ekelpaket, der alles besser wusste. Obwohl langjährig arbeitslos, wusste er was andere im Job so zu machen haben wie er es vorschreibt. Aber ..... dieser Mensch war in sich drin nicht bösartig, sondern wollte einfach alles besser wissen und grossssssss sein.

    Je mehr Alk, je höher das Alter, desto ähnlicher wurde sein Sohn ihm. Mein Hass schwand, ich empfand nur noch Bedauern um eine Familie, die sich so im Kreis dreht. Der Vater starb, der Ex drehte durch und innerhalb von Wochen war er auf Dauerpromille, eine Anzeige nach der anderen und und und

    Warum Wut, Nelle, wir dürfen glücklich sein raus zu kommen aus der Spirale. Ich glaube, dass jene (auf die wir Wut empfanden) so sehr mit sich selber und dem Wunsch nach außen zu gelten, zu kämpfen haben, dass sie selber geschlagen damit sind.

    Wißt Ihr Wut, Enttäuschung müssen gelebt werden, aber sie nehmen uns die Kraft für die Weiterentwicklung. Zumindest bei mir.

    Ich kenne die von Empty angesprochene "Warterei" und die ständige Angst um den anderen. Das Bangen, Warten und Hoffen. Aber warum tun wir uns das an??? Wollen wir vielleicht dieses auf und ab??? Wäre es nicht schöner Beständigkeit oder Sicherheit spüren zu dürfen???

    Nur ... geht dass mit einem aktiv süchtigen ...
    ginge das überhaupt mit einer/m Co.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Rosita,
    also ich weiß nicht, ob jemand mit Dir Mitleid hat? Denn Du bist an der Seite des Partners geblieben, oder? Dein Partner, als Piek 7, ist an der Seite des Alks geblieben, oder? Warum Mitleid??? Es war seine Entscheidung - Krankheit hin, Krankheit her! Du kannst im Alkoholikerforum nachlesen wie viele kämpfen, über viele Jahre, aber sie tun etwas und lassen sich nicht bemitleiden.

    Liebe Rosita, ich meinte im Alkohol den alleinigen Grund für ein abartiges Verhalten sehen zu müssen. Das scheint mir nach jetzigem Stand nichtmehr zu stimmen!

    Vieles am Verhalten meines Ex war als Einzelaktion schon einer Bezeichnung einer psychischen Krankheit wert. Somit kann ich mir die Huhn/Ei-Frage umformulieren: waren erst die psychischen Defizite da oder holte der Alk sie ans Licht???

    Rosita: der Alk macht keine gänzlich andere Person aus einem Menschen! Er enthemmt und bringt oft das ans Tageslicht, was der wahre Mensch ist und was Erziehung bisher vertuschte....

    Warum tust Du Dir etwas an, was Du ekelhaft findest? Warum siehst Du zu?? Warum tat ich es ... weil es schleichend war??? Wie auch immer, jetzt tue ich es mir nicht mehr an...

    lieben Gruß von Dagmar

    Ja, Ihr Lieben, so vieles übersieht man/frau.

    Mir ging es wie Nele und erst jetzt nachdem der letzte wechselseitige Kontakt über 6 Monate zurückliegt kommen mir die "anderen" Dinge ins Gedächtnis zurück, die ich dem Alkohol zuschrieb, die damit aber höchstwahrscheinlich nichts zu tun haben sondern zuvor schon in der Persönlichkeit schlummerten.

    Wie Nele, hatte ich einen am PC Hängenden, meiner Meinung nach Sexsüchtigen, dessen Vorlieben sich etwas krass geändert hatten.

    Es war eine Person, die alles aufschob obwohl er sich der Konsequenzen klar war. Auch das kann eine psychische Krankheit sein, die zuweilen therapeutisch behandelt werden muss. Mit dem Alk muss das nichts zu tun haben, kann aber muss nicht....

    So vieles bin ich jetzt erst am bewußten begreifen. Vermutlich lässt meine Erinnerung und meine Seele nur so viel zu an Beabeitung wie ich selber verkraften kann. Wie also meine Umzugswehen noch den einen oder anderen Karton bedeuten, so bedeutet der Abschluss der Beziehung noch die eine oder andere Bewußtwerdung.

    Alle die Dinge, die ich aufzählte, die haben wohl nichts mit mir zu tun. Oder auch nichts mit Euch wenn Ihr Euch habt einreden lassen ihr seid schuld.

    Anzeigen trudelten ein: Internetbetrug, Diebstahl, ein Zimmer in Stammheim war schon gebucht, die Jungs in grün wollten Taxi spielen (ich Depp habe damals die Geldzahlung geliehen weil ich noch nicht wusste welcher Ratenschwanz noch kam). Nein, das lag sicher nicht an mir sondern die eigene Moral, die war weniger geworden je größer der Konsum war.

    Noch etwas fiel mir auf: wenn ich ein Sehnsuchtsgefühl bekam, dann sah ich den Menschen, den ich kennen gelernt hatte. Wenn ich an den Menschen - auch optisch - zurückdachte den ich am Schluss genießen musste, dann spüre ich alles andere als "Sehnsucht".

    Scham, liebe Leute, die brauchen wir nicht. Hatte ich auch ganz lange, ist abgehackt: ich bin ich und lebe mich - ganz alleine. Für Taten eines anderen bin ich nicht verantwortlich.

    Eines, liebe Empty, hast Du ja glaube ich schon erfahren: es wird schlimmer... oder? Ich kann immer nur wieder sagen in meinem Fall wurde durch Todesfälle von jetzt auf nachher ein geliebter Mensch zur Zeitbombe. So schnell wie er gewalttätig, unberechenbar und Haus abbrendend werden wollte, so schnell konnte ich gar nicht umdenken. Geschweige denn für meine Sicherheit sorgen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen Ette,
    Empathie steht für mich nur für die Fähigkeit mich in andere - gedanklich - hineinzuversetzen und nachzufühlen.

    Keinesfalls aber verbinde ich das mit Hilfestellung oder Aktionen meinerseits.

    Empathie steht für mich als neutrales Entgegennehmen von Gefühle eines anderen, nachvollziehen ja - mit leiden nein....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Hilda,
    ich befürchte, die nächste Zeit wird Dir viel Kraft abverlangen. Ich würde hoffen, dass Du diese so aufbringst wie Du es schreibst und vor hast. Ich selber war auch mehr als einmal am wackeln bei den vielen Versprechungen, halbherzigen Aktionen (die natürlich nur nach außen gerichtet waren). Im Regelfall kennen uns unsere Partner und wissen auf welche Dinge wir reagieren, wie sie uns ein schlechtes Gewissen machen können oder unsere Gefühle ansprechen können. Man(n)/Frau verbrachte ja eine gewisse Zeit zusammen. Wir dachten wir kennen die Partner und diese wissen manches über uns.

    Ich bin anfänglich ans Handy, habe das aber schnell eingestellt denn an friedliche Lösung war nicht zu denken. Ich bin im August ausgezogen und bis Februar 09 ist er noch an meinem Haus aufgetaucht und hat alles mögliche vors Haus geworfen. Es gabe hier auch einen recht gut angelegten Polizeieinsatz gegen ihn.

    Nunmehr fährt er nur noch am Haus vorbei und fährt betont langsam. Auch nicht angenehm, aber zu verkraften.

    Viel Kraft wünscht Dagmar

    liebe Hilda Schleich,
    das mit dem Schlüssel ist so ein Problem, welches ich kenne. Ich selber habe den Schlüssel per Übergabe-Einschreiben an meinen Ex geschickt. Aber ... der hat es nicht abgeholt ... somit hatte ich dann wieder den Schlüssel in Händen und Bedenken vor dem Terror. Ich selber habe dann den Schlüssel an den Vermieter gesendet, da eine Übergabe an den Mieter nicht möglich war.

    Und wenn Du die Schlüssel einem Mittelsmann gibst oder an seinem Arbeitsplatz abgibst?

    Warum dreht er durch? Warum benimmt er sich wie viele? Warum schimpft und beleidigt er? Vielleicht weil es einfacher ist die Schuld in Dir zusehen und sich aufzuführen wie ein kleines Kind als sich selber zu beleuchten. Wenn Du so böse und schuldig bist, dann muss er nichts an sich ändern, weil Du ja die Böse bist.

    Ob einem Trinker eine Beziehung wichtig ist, würde ich aus meinen Erfahrungen in Abrede stellen. Meinem war einfach der Deckmantel wichtig und der Helfer, der ihm sein Leben so einfach wie möglich gestaltet. Das hätte ebenso die Mutter, der Arbeitskollege oder die Wohlfahrt sein können: hauptsache nach außen wirkt alles normal und ihm werden so viele Dinge wie möglich abgenommen.

    Ich selber habe nach der Trennung versucht mit Rücksicht zu reagieren weil ich ja gerne in friedlichem Ton eine Trennung haben wollte. Ging bei mir nicht - ich habe mir deshalb abgewöhnt mich zu fragen was für beide oder ihn gut ist sondern mich nach meinem eigenen "Gut-Gefühl" verhalten. In meinem Fall bedeutete das NULL-Kontakt, den Beschimpfungen und Unterstellungen müssen nicht sein.

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dagmar

    Liebe MissMathilda,
    mir begegnet ein Mensch, ich beginne mich mit diesem Menschen auseinander zu setzen.

    Hat dieser Mensch ein Problem mit dem Alkohol und beginnt Verhaltensweisen an den Tag zu legen, die mir nicht gefallen oder auffällig sind weil seine Person sich unter Alkoholgenuss auffällig verändert, so fühle ich mich in der Gegenwart dieses Menschen nicht mehr wohl.

    Ich musste feststellen, dass die Charakterzüge eines nassen Menschen sich wandeln und dieser nasse Mensch keine Person mehr ist, mit der ich mich um- und abgeben möchte.

    Wird diese "nasse" Person auf dem Weg der Trockenheit sein, so müsste ich ihn neu kennenlernen - ebenso wie er sich. Ich persönlich bin jedoch der Meinung jeder Süchtige bleibt "süchtig" selbst dann, wenn er, sie, ich mit seiner Sucht umgehen kann, so ist die latente Gefahr das Leben lang anwesend.

    Für mich bedeutet das ich als Co muss immer genau auf meine Handlungsweisen achten - ebenso wie ein Trockener Alkoholiker beständig auf sein Umfeld achten muss. Co und Trockener dürfen wohl nie vergessen, dass sie süchtig sind.

    Dein Partner ist nicht trocken geblieben - also kann man/frau in ihm nur den nassen sehen. Er hatte nicht die Kraft den folgenden Weg zu gehen, der ganz sicher ein vielfaches schwerer ist als die Therapie selber. Er wollte "so" gesehen werden wie er sich sah. Aber war er auch bereit andere Menschen das sehen zu lassen, was diese sehen können und erblicken???

    Ich möchte .... möchte .... und möchte .... aber dann muss ich auch die Grundlagen liefern dass mein ... möchte ... in Erfüllung gehen kann.

    Er kann suchen, er wird suchen, er wird die', der's, das' finden die vielleicht für heute und morgen den Alkoholiker "verschwinden" lassen - wenn er aber nicht in sich selber beginnt Mensch zu sein, dadurch sich selber als Mensch sieht, dann wird es dem Umfeld nie gelingen.

    Ich sage Dir ganz ehrlich, liebe Missmathilda, als mein Ex sich Ersatz für mich suchte, der (die) selber eine Rotweindrossel ist da war mein Ego gekränkt, der Verlust war von mir gar nicht mehr real zu sehen (denn es war keiner, unser Zusammenleben war bereits mehr als schwierig).

    Egal, ob es mit ihr klappt oder nicht, er ist deshalb kein anderer Mensch. Egal ob sie mittrinkt oder ich damals nicht, sein Konsum richtet sich nach seinem Bedürfniss und seiner Verfassung. Und ich mich nach meiner ....

    Ich wünsche Dir viel Kraft, denn jeder ist für sich und sein Leben verantwortlich - jeder, der meint andere verantwortlich machen zu dürfen, hat sein Leben noch nicht in die eigene Hand genommen.

    lieben Gruß von Dagmar

    Ach so Weitsicht,
    es kam viele Jahre später aus mir selber - bedingt durch die Alk-Beziehung in der ich merkte wieviel Macht ich einem anderen über mein Leben gebe.

    Ich merkte für mich schon vor rund 20 Jahren, wenn ich meiner Mutter verzeihen kann, dann renne ich nicht mehr meiner unglücklichen Kindheit nach, die ich so und so nicht mehr ändern kann.

    Es war eine lange lange Entwicklung, die wohl durch die Alkbeziehung den Höhepunkt erreicht hat und in mir das Bewußtsein, dass meine kraft und Energie viel zu schade sind um "vergeudet" zu werden.

    Lieben Gruß von Dagmar

    ps.s. damals habe ich keine therapeutische Hilfe gesucht, das kam erst in der Alk-Beziehung und dem Burnout

    Weißt Du Weitsicht,
    in erster Linie Enttäuschung - Wut wohl damals auch.

    Aber weißt Du, liebe Weitsicht - ich denke, egal, welche Enttäuschung wir erfahren müssen, dieses verzeihen dient uns selber uns nicht ewig im Kreis zu drehen.

    Eine Belastung war es wohl für mich, da ich noch ein Teenager war und somit der Eingang in den Béreich Beziehungen etwas komisch war. Aber alles das lassen wir mal dahin gestellt weil es geschah, nicht mehr zu ändern war und damit gelebt werden muss.

    Ich habe ich meinem Leben in den letzten Jahren lernen dürfen dass ein verzeihen mir persönlich Erleichterung bringt. Es stellt für mich keine Entschuldigung von Taten dar sondern einfach ein Bewußtsein, das war - ich bin nicht daran schuld - und ich will das nicht wie eine Fessel ständig mit mir herum tragen.

    Weißt Du Weitsicht, ich denke auch es gibt Dinge, die man vor SChmerz fast nicht aushält und die einen zurück werfen und masslos traurig machen. Aber dadurch nehmen mir diese Dinge meine tägliche Kraft zum Leben die ich brauche. Wut oder Enttäuschung bringen mich persönlich einfach nicht weiter, kosten nur noch mehr Energie. Und weißt Du, liebe Weitsicht, ich möchte anderen Menschen nicht die Macht geben sich in meinem Leben festzubeißen, wenn sie bereits in meinem Leben Scherben hinterlassen haben.

    Ich möchte dann die Scherben ordnungsgemäss entsorgen und einen Sicherheitsabstand zum Elefanten aufbauen, der diese Scherben zertreten hat. Bei mir gelingt das über s verzeihen....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe Weitsicht, ich sehe das "verzeihen" als eine Möglichkeit für mich an mit meinem Leben in Einklang zu stehen. Ein "verzeihen" ist für mich persönlich vielleicht von anderer Bedeutung als es im Sprachgebrauch sonst der Fall ist. Ich beispielsweise sehe es für mich so, dass der Mensch, dem ich verzeihe ein Opfer seiner selbst ist (egal, warum, wieso, weshalb). Das verzeihen seiner Person ermöglicht mir zum einen mir selber gegenüber auch verzeihend zu sein und zum anderen diese und solche Geschehnisse (ich habe eine Vergewaltigung erlebt, das gilt für mich auch für den Täter) bearbeitet und abgeschlossen sind oder an der Bearbeitung gearbeitet wird. Es einfach vorwärts geht und nicht in der Stufe Wut und Enttäuschung stehen bleibt.

    Lieiben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    in dem Fall speziell liebe Weitsicht,

    ich wollte eigentlich zu dem Thema nichts schreiben da Wut für mich unnötige Energieverschwendung ist und mich Wut selber viel mehr vergiftet als andere - ob gerecht oder nicht ist mir dabei Jacke wie Hose - sie bringt mich nicht weiter und kostet nur Kraft.

    Aber was Du sagst, was man/frau als EKA tun soll das sprach mich an. Ich selber wurde recht lieblos groß, war alleine und verlassen und wurde bös im Stich gelassen (auch bei Handlungen wie Erpressungen von älteren Kindern ect.) dennoch: meine Eltern waren so wie sie waren - vielleicht hilflos vielleicht nicht in der Lage damit umzugehen. Deshalb bekomme ich keine schöne Kindheit zurück, weil ich verzeihe - aber ich erlaube mir nicht immer wieder an einem solchen Punkt "nachzuhacken" wo sie etwas getan haben, was mir nicht gut tat.

    Schau Weitsicht, verstehen kann ich dich soooo gut, aber ich befürchte genau diese Enttäuschung, die Du spürst, die bindet noch sehr an "das Objekt der Enttäuschung". Ich selber möchte meine Kräfte aus meiner hauseigenen Batterie so nutzen, dass ich etwas daraus gewinne. Wut und Enttäuschung sind für mich persönlich Kraftvergeudung.

    Es gibt Kapitel in meinem Leben, die sind abgeschlossen. Dazu gehört eine schwere Kindheit (und die Verursacher) wie auch eine wunderschöne Zeit im Kampfsport (mit tollen Menschen und einem wunderbaren Sport). Ich lebe nicht mehr in der Region der Kampfsportschule - die schönen Zeiten, dieser Sport und diese Menschen gab es nur einmal, da versuche ich nicht mehr, mir diese Zeit zurückzuholen.

    Alle diese Kapitel waren ... zumeist waren sie einmalig, wenn auch oft über viele Jahre ... aber sie waren, haben mich für die Zukunft zwar geprägt, sollen sie aber nicht mehr massgeblich beeinflussen. Denn jetzt und morgen wird von meiner Batterie gespeist und nicht das Gestern.

    Weißt Du Weitsicht, ich kann Deine Fragestellung sehr gut verstehen - aber ich selber drehte mich damals mit selbigen Fragen im Kreis. Denn Lösung konnte ich keine finden, die Zeit war vorbei, meine Jugend recht lieblos verstrichen. Aber es war .... und es ist jetzt anders ....

    Und Weitsicht, ich denke meiner Mutter ist oft klar, das vieles nicht gut war was geschah - und ich denke weiter, dass sie selber vielleicht darunter mehr leidet als ich selber. Da ich ja für mich sage, "es war" und es geht anders weiter.

    Ich drück Dir die Daumen für Deine Verarbeitung.

    LIeben Gruß von Dagmar

    Hallo, lieber Andi,
    das, was Dir wiederfahren ist ist einfach nur knüppeldick und geht wirklich extremst am Schutz von Kindern vorbei. Den (ich persönlich) denke dass Schutz vor einem "trockenen" Alkoholiker nicht notwendig ist.

    Selbst wenn die Mutter anfänglich Zweifel an der Trockenheit von Dir hat oder gehabt hat, so wäre da doch von deren Seite eine Chance notwendig gewesen. Denn ein Elternteil zu entziehen, der nicht "schädlich" ist, dass ist dann genauso schlimm!!!

    Wenn Dein Sohn sich derzeit und jetzt noch nicht meldet, so kann sich das ändern. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Du noch die Chance hast ein väterlicher Freund zu werden. Zumal Ihr dann als erwachsene Menschen miteinander reden könnt, was in meinen Augen auch Vorteile bringen mag.

    Im Bekanntenkreis die Kinder, die von einem Elternteil getrennt wurden, haben im Regelfall mit der Volljährigkeit begonnen neugierig zu werden. Einfach auch deshalb, weil sie langsam begannen sich frei zu strampeln und sich eine eigene Meinung bilden wollten.

    Hätte Dein Sohnemann überhaupt die Möglichkeit Dich zu kontakten???

    Ich drücke Dir die Daumen und hoffe einfach, dass Ihr Euch auf freundschaftlicher Basis begegnen könnt, was für Euch beide sehr schön sein dürfte.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Elocin,
    weißt Du, das Schlimme scheint mir zu sein, dass Kinder ja beide lieben: Mutter wie Vater - aber eben oft zum Spielball werden.

    Mich hat vor ein paar Monaten ein 12 jähriger ins Vertrauen gezogen weil er nicht weiss wie er damit klar kommen solle, dass er nun plötzlich zum Vater solle, weil dieser den Unterhalt sparen wolle und er deshalb zu ihm solle. Gelockt mit vielen kleinen Versprechungen ging der Aufenthalt dann doch so was von in die Hosen. Aber geliebt fühlt der kleine Mann sich nun nirgends mehr - sondern nur noch als finanzielles Druckmittel.

    Das mit dem Begreifen, wird er vermutlich spät oder gar nicht auf die Reihe bekommen. Schlecht machen ect. kann er nicht nachvollziehen, er merkt nur dass Versprechungen nicht gehalten werden. Aber die klugen Gründe des Kranken warum, die kann der kleine eben nicht durchschauen.

    Ein elendes Spiel. Denn sind wir mal ehrlich, egal welcher Weg - jeder kann in die Hose gehen....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Tausend Dank für diesen guten Gedanken mit der Thematik ein neues Thema aufzumachen. Somit kann eine allgemeine Diskussion darauf werden ohne dass es zu sehr auf einem "Ursprungsschreiber" lastet.

    Ich habe nun das Problem, selber von etwas zu sprechen, von dem ich keine Ahnung habe: kinder. Aber ich wurde selber groß in keiner Alkoholikerfamilie und habe mein Costempelchen durch Lieblosigkeit erhalten.

    Preußische Strenge und Eltern, die ihre Zuneigung nicht zeigen konnten ließen aus mir einen Menschen werden, der sich nur an Leistung definieren konnte. Zu leben, ja zu leben beginne ich jetzt - nach dem totalen Zusammenbruch. Zuvor durfte ich nicht leben sondern nur leisten.

    Mein Patenkind hat diesen Kampf gekämpft um die Liebe zum Vater. Leider hatte der nur sehr selten und sehr unterschiedliches Interesse an der Kleinen. Es hat lange gedauert bis das Kind sich abnabeln konnte und nicht mehr um LIebe buhlte. Bis dahin gab es viel Schmerz, den sie mir erzählte, weil ich zwar Erwachsener, aber nicht ihre Mutter/Vater war.

    Zwei Jungs, jetzt 16 und 12 haben mir überdeutlich die Jahre geschildert mit dem alkoholkranken Vater. Wie sie jetzt noch um die Liebe eines "nassen" buhlen, muss ich leider auch sehen. Wie er sie zurückstößt und maximal dann "mal" nimmt, wenn es darum geht den Unterhalt nicht mehr zahlen zu müssen.

    Ich erlebe diese Kinder als Spielball, die aber selber nicht mehr spielen dürfen weil sie von der Verantwortung her schon erwachsen sein müssen. Die beiden Jungs wurden mit unter 10 schon regelmässig zum Bier holen geschickt oder erlebten mit wie am Steuer getrunken wurde.

    Nein, nicht jeder Alkoholiker ist ebenso verantwortungslos! Aber jeder Alkoholiker ist krank und somit unberechenbar - weil eben krank.

    Weitsicht schreibt es für mich so logisch und zeichnet damit meinen persönlichen Weg auf, obwohl wie gesagt kein alkoholtrinkendes Elterntei: aber der Liebe nachrennend. Weil nie erhalten, dann eben einen Partner mit diesen Eigenschaften gesucht.....

    Ich bin so stolz auf meine Freundin, die Mutter meines Patenkindes die gegangen ist! Einfach gegangen mit den drei Kindern und ihn sich selber überließ und die Kinder schützte.... dennoch, die größere hat viel erleben müssen....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Es wird besser Vreni,
    auch ich habe gedacht leiden und Schmerzen nehmen keine Ende, ich könne es nie verwinden was geschah.

    Schau Vreni, Du bist traurig, weil Du Liebeskummer hast - eine Partnerschaft ist gescheitert. Das benötigt Zeit zum trauern.

    Diese Zeit hatte Butterweich - wie auch ich - vielleicht schon viel innerhalb der Beziehung. Verletzungen gehen nur bis zu einem gewissen Grad. Dann sagt der Körper "Schutzmantel ausfahren" mehr geht nicht.

    In diesem Sinne, jeder Weg der Bewältigung ist wichtig und richtig - Grundvoraussetzung ist "nur" sich selber schützen : egal wie und auf welchem Weg.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Selbst, wenn Ihr mich jetzt steinigt: Mit "gutem Gewissen" darf kein Kind zu einem Suchtkranken. Eigentlich dürfte es gar nicht, meiner Meinung nach.

    Ich glaube Dir Julchen, was Du sagst, aber das steht in keinem Widerspruch zu den seelischen Schäden, die ein Kind erleiden kann. Als Erwachsene muss sie/er dann austragen was sich angesammelt hat. Schau uns an: ich bin aus keiner Alkoholikerfamilie, aber Lieblosigkeit oder das nicht zeigen können der Gefühle hat mich zu einem Partner gebracht, der mehr als schädlich für mich war.

    Kämpft vielleicht nicht manch ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen ein Leben lang um die LIebe, die ein nasser Alkoholiker nicht geben kann weil er eben krank ist und einer Gefühlskrankheit erlegen ist??? Woher wissen wir, ob nicht bei jedem Besuch dieses kleine Kind etwas mehr Schaden mitnimmt weil wieder keine Liebe gezeigt werden konnte.....

    Das - was ich erlebt habe - möchte ich keinem Menschen gönnen. Und ich würde für kein Kind wünschen, dass ihm ein solcher Weg quasi noch vorgebaut wird.

    Nee also sorry, ich stelle mich auf Steine und harte Worte ein, aber ein Kind gehört (im Gegensatz zum erwachsenen Süchtigen) geschützt!! Vor Süchtigen in jedem Fall - schnurz wie pieps, wie die neue Freundin ist, Co ja wohl in jedem Fall - oder würde sie sonst eine für sie selber schädliche Partnerschaft eingehen???

    Also, werft mal los....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich würde Chanell's Meinung unterstützen, immer vorausgesetzt es geht um "nassen" Umgang. Es stimmt nämlich auffällig, dass bei uns viele Ex-Partnerinnen erleben mussten wie Kinder zum Spielball verwendet werden.

    Davon einmal abgesehen geht es um das Wohl eines Kindes. Nun, ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand akut Abhängiger so verantwortungsbewußt sein kann wie er / sie muss.

    Nächster Punkt: die gefühlsmässige Belastung die auf ein Kind zukommt durch einen abhängigen Partner, die lernen wir ja im Bereich der Kinder von Alkoholabhängigen kennen. Das, was diese Menschen in Ihr Leben mitnehmen mussten und das, was viele von Ihnen gehörig in den Kniekehlen verspüren.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hm, liebes Kaltblut, sitze ich auf meiner Leitung? Denn die Hürde Arbeitsplatz, die hätte ich leider nicht gerader gehen können.... wäre mir echt lieber gewesen....

    Ansonsten bin ich nämlich "tunlichst bemüht" Steinchen wie Beziehung oder Ärger oder oder oder ganz behutsam auf die Seite zu legen und zu sagen "derzeit nicht".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Komisch nicht, liebes Julchen :)
    Da baut man sich das auf, wovor man soooo Angst hatte. Man "kämpft" sich durch Dinge, von denen man/frau zuvor meinte "ich schaffe das nie" und wenn es uns dann gelungen ist über unsere Schatten zu springen, dann sind wir nicht einmal in der Lage das "Kind beim Namen zu nennen".

    Eine meiner Freundinnen sagte gestern zu mir "Alle Achtung, wie Du das geschafft hast, denn Du hattest ja wirklich alles verloren und bist losmarschiert ohne zu wissen, wie finanzieren, wie das alles machen." Ich konnte ihr nur antworten "ich wollte leben und überleben" Ich sah darin "auch" nichts besonderes mehr.

    Ihre Antwort war: wieviele Frauen lassen sich schlagen, spielen Krankenschwester und Gesprächspartner für den Gerichtsvollzieher innerhalb einer solchen Beziehung.

    Doch Julchen, es gehört etwas dazu wie Du zu gehen, auf die Kinder zu achten und auf sich selber. Den Absprung zu schaffen und bei zu behalten.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, liebes Julchen,
    ich finde es immer spannend bei Dir zu schmöckern, wie es Stück für Stück weiter geht immer ein großes Stück raus aus der Suchtspirale. So als würde man/frau sehen können, wie diese Spirale um den Hals sich nun endlich lockert und wieder ein durchatmen erlaubt.

    Auch ich war gestern mit einer Freundin über Stunden in der Sonne, es war herrlich. Alle die Jahre zuvor war ich am arbeiten, arbeiten, arbeiten. Gutschriften für Sonne oder Leben gibt es nicht....

    Wäscheberger... ja, die liebte ich früher ebenso wenig wie jetzt. Aber.... Heute habe ich um 5.30 Uhr eine Maschine losgerüttelt. Der Himmel hier ist (noch) blau. Also geht alles demnächst auf die Leine. Im dritten Zimmer steht das Bügelbrett und ich kann peux und peux bügeln, so dass es keine "Belastung" ist wie bei Körben ohne Ende, die sich zusammengesammelt haben.

    Genau das ist es nämlich: wir bauen unsere Struktur auf, die in unseren Tagesablauf passt und dank der Besinnung auf uns selber sind wir besser in der Lage auf uns zu achten, somit auch organisatorisch auf uns einzugehen.

    In diesem Sinne wünsche ich Dir einen schönen Sonntag

    lieben Gruß von Dagmar