Liebe Nele,
ich glaube nicht so richtig, dass man/frau sich innerhalb und mit seinen Süchten wohl fühlt. Ich denke viel eher, damit wird eine innere Leere kompensiert. Mit Sex, mit Alkohol, mit Internet egal mit welchem (Konsum-)Gut, welches einfach erhältlich ist und käuflich zu erwerben.
Glaubt mir, mit jedem Monat kommt Ihr sichtbar weiter aus der Spriale raus. Selbst dann, wenn Ihr das Gefühl habt, auf der Stelle zu stehen oder zurück zu fallen - die Aufarbeitung ist nicht leicht und gibt einem manchmal einen Schwächeanfall nach dem anderen. Dennoch .... aus dieser Schwäche wird (wenn überstanden) ... Stärke.
Liebe Nelle, ich habe den Vater meines Ex gehasst wie die Pest - ein Ekelpaket, der alles besser wusste. Obwohl langjährig arbeitslos, wusste er was andere im Job so zu machen haben wie er es vorschreibt. Aber ..... dieser Mensch war in sich drin nicht bösartig, sondern wollte einfach alles besser wissen und grossssssss sein.
Je mehr Alk, je höher das Alter, desto ähnlicher wurde sein Sohn ihm. Mein Hass schwand, ich empfand nur noch Bedauern um eine Familie, die sich so im Kreis dreht. Der Vater starb, der Ex drehte durch und innerhalb von Wochen war er auf Dauerpromille, eine Anzeige nach der anderen und und und
Warum Wut, Nelle, wir dürfen glücklich sein raus zu kommen aus der Spirale. Ich glaube, dass jene (auf die wir Wut empfanden) so sehr mit sich selber und dem Wunsch nach außen zu gelten, zu kämpfen haben, dass sie selber geschlagen damit sind.
Wißt Ihr Wut, Enttäuschung müssen gelebt werden, aber sie nehmen uns die Kraft für die Weiterentwicklung. Zumindest bei mir.
Ich kenne die von Empty angesprochene "Warterei" und die ständige Angst um den anderen. Das Bangen, Warten und Hoffen. Aber warum tun wir uns das an??? Wollen wir vielleicht dieses auf und ab??? Wäre es nicht schöner Beständigkeit oder Sicherheit spüren zu dürfen???
Nur ... geht dass mit einem aktiv süchtigen ...
ginge das überhaupt mit einer/m Co.....
Lieben Gruß von Dagmar