Beiträge von dagmar007

    Liebe Rosita,
    natürlich sind Teenager schwer zu erziehen und eine gewisse Zeit lang haben Eltern kaum oder keinen Einfluß auf sie.

    Allerdings bin ich überzeugt, dass sie aus dem Leben (auf lange Sicht) was ihnen vorgelebt wurde.
    Wenn aber das "leuchtende Vorbild" konsequent seine selbstschädigende Sucht fröhnen darf und dafür keinerlei Konsequenzen tragen muss, so wird genau das Beste Vorbild vorgelebt.

    Ich habe ein solches Exemplar 10 Jahre an meiner Seite gehabt! Getrunken weil es normal war, in der clique immer mehr Konsum. Jahrzehnt für Jahrzehnt wurde das Hirn immer weniger, die Sucht aber mehr. Genial .... wo er jetzt ist, was er macht, ob er noch lebt, ich weiß es nicht.....

    Bei ihm brachte der Alkoholismus auch eine gewisse Anzahl von Delikten mit sich. Angefangen vom Gerichtsvollzieher bis hin über Fahrerflucht, dass alles möglich ist :) Dann wirst Du Dir für die Zukunft wohl sehr stabile Nerven aneignen müssen. Wenn das nämlich so weiterläuft wie Du Dich mit der Situation arrangierst, dann hast Du zwei Männer um Dich herum, die vielleicht irgendwann einmal werden wie kleine Kinder.

    Reden - ja reden ist wirklich ziemlich aussichtslos, da gebe ich Dir recht. Das hat hier wohl jede Tochter, jeder Sohn, jede Mutter oder Partnerin versucht. Wohl bei den wenigsten mit Erfolg. Hast Du es schon mal mit Konsequenz (egal in welcher Form) versucht?

    Boahhh, bist Du Dir im Klaren, was da unter und vor Deinen Augen geschieht bzw. geschehen kann....????

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Ratsuchende,
    auch ich kenne das schleichende, die sexuellen Übergriffe und und und.

    Sorry, aber bei dem Satz "da ich weiß, dass viele Frauen recht froh mit nassen Männern zusammenleben. " hat sich mir gerade der Magen umgedreht....

    Glücklich mit einem nassen Alkoholiker - glücklich, wenn man/frau sich selber glücklich redet und mit der Situation zwangsläufig im Arrangement lebt. Glücklich ist für mich nicht Arrangement.

    Glücklich mit jemandem zu leben, von dem man/frau nicht weiß wie angegriffen der Körper ist und wann entsprechende Hirnschädigungen auftreten könnten, Leberschäden oder einfach nur Filmrisse.... Also sorry, da kriege ich die Türe nicht zu!

    Wer bei seinem Partner bleiben will, der soll das tun, denn das ist o.k., aber von Glück zu reden das grenzt für mich an Science-Fiction. Gerne gebe ich zu, dass ich hier verbohrt bin - und bleiben werde - aber mit einem Alkoholiker!!!!! kann man nicht glücklich sein wenn man ihn liebt weil einen vermutlich schon die Sorge um ihn umbringen kann.

    Liebe Ratsuchende, ich würde Dir dringend empfehlen, mal mit Ämtern ect in Kontakt zu treten. Du erkennst Deine Situation und weißt "eigentlich" was richtig wäre. Du sprichst von Deinem 8jährigen, der hier eventuell die Ansätze von etwas schrecklichem sehen muss.

    Du hast Dein Leben noch vor Dir, bist etwas jünger als ich, und auch ich bin komplett neu gestartet - nebst Arbeitslosigkeit weit weg vom Freundeskreis und der Familie. Und nun geht es mir gut.... ohne die Promilleprobleme.

    Komme zur Ruhe und überlege Dir die möglichen Schritte und Alternativen um dann ganz in Ruhe Deine Entscheidung zu treffen ...

    LIeben Gruß von Dagmar

    Hey, liebe Caro,
    ich denke mal, falsch gemacht haben wir es nicht, wenn auch bestimmt oder vielleicht? etwas versäumt. Auf der anderen Seite Caro, wenn ich so richtig überlege, wenn es dafür dann mal Glücks- oder Stolzmomente gab, dann waren die vielleicht intensiver, als das unbeschwerte, was uns abhanden gekommen ist.

    Was Du schilderst, das kenne ich nur zu gut, ich hatte dann auch das Gefühl, ich bin ein alter - damals junger ;) Schwerenöter.

    Loreen hat auch etwas passendes gesagt, als einzige "Nichttrinkerin". Denn auch das spielte eine Rolle, habe ich bemerkt, wenn die Ausgelassenheit vor Ort war. Ich selber trinke auch nichts, habe mich also nie durch den Alkohol von meiner Hemmschwelle befreien wollen. Ob gut, ob schlecht, ich weiss es nicht, ist glaube ich auch nicht wichtig.

    Ich denke, es ist richtig, wie Du das machst: einfach betrachten, wahrnehmen und selber spüren. Ich denke so oft, dass es Kindern und Heranwachsenden so schwer fallen muss (wie mir) "anders" zu sein. Das schlimmste finde ich, dass da bereits ein ausgrenzen beginnen könnte. Ich hatte Glück und habe mich nie den Trends angepasst, sei es trinken, kiffen oder oder oder und ich hatte gute Freunde, die so etwas nie verlangten. Aber es kann einen anders treffen...

    Lieben Gruß und einen schönen Sonntag in der Sommerzeit, in der wir auf das Frühjahr warten ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Caro,
    auch ich persönlich kenne die unbekümmerte Freude nicht und habe ganz viele Jahre für mich ein Manko darin gesehen.

    Ich war ganz erstaunt, als es mir in den letzten Wochen mehrfach ganz spontan aus mir heraus rutschte, eine Art von spontaner Lebensfreude.

    Ich denke, ich kann es nicht nachholen, was als Kind oder Teenager vielleicht??? schön gewesen wäre. Aber ich kann mir im heute und jetzt ganz viel selber schenken. Besser gesagt, ich sehe es sogar so, dass es mir geschenkt wird - von anderen Menschen, die in der Lage sind mir genau das Gefühl zu vermitteln.

    Ich selber habe nämlich zu meiner persönlichen Schwere und einem gewissen Grundgefühl der Traurigkeit genau diese Menschen um mich herum gehabt, die dieses Feeling noch verstärkten. Nunmehr bin ich in der Lage, beginne es zu lernen, solche Menschen die mir nicht gut tun und die mich ein- oder begrenzen aus meinem Leben zu bugsieren.

    Liebe Caro, heute ist der erste Tag vom Rest Deines Lebens :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Das sind wunderschöne Zeilen, Ghiuirgean,
    genau so ist es: aktives Zutun ist erforderlich - egal, um was es im Leben geht. Kein Erzwingen aber ein Arbeiten hin auf ein Ziel.

    Vor allen Dingen gilt für mich egal ob Alkoholismus oder etwas anderes - es muss gelernt werden Schritt für Schritt etwas "Neues" (in dem Fall "trockenes") zu lernen.

    Der Weg ist das Ziel - ich für mich habe gelernt, nichts ist so schlecht, als dass es nicht doch noch einen Sinn oder Zweck erfüllt.

    lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, liebe Rosita,

    ich persönlich habe so und so ein Problem mit der Definition Co-Abhängigkeit und versuche das für mich und mein Leben in ein besonderes Erklärungsmuster zu legen (welches aber doch genau die Grundlagen der Co-Abhängigkeit besitzt).

    Ich persönlich gehe davon aus, dass es Menschen wie mir an Selbstvertrauen in Teilgebieten des Lebens fehlt. Diese Unsicherheit wollte ich mir durch einen Partner "eliminieren".

    Für mich und mein Leben hat dieser Tauschhandel nicht funktioniert weil ich ein persönliches Loch bzw. Manko durch eine andere Persönlichkeit stopfen wollte. Nur wenn ich mich persönlich mit allen Ecken und Kanten wahrnehme, schätze und in den Mittelpunkt meines Handelns stelle, so können das auch andere Menschen mit mir.

    Nur wenn ich die Verantwortung für mein Leben übernehme, so kann ich mich in mir heimisch fühlen. In meinem Fall muss ich sagen, ich bin selber verantwortlich für mein Wohl-Fühl-Gefühl. Innerhalb einer kranken Partnerschaft hat meine Gesundheit und meine Seele gelitten. Nur wenn ich meine Aufgabe übernehme und mich schütze und "für wertvoll und lebenswert" erachte bin ich in der Lage mich, mein Leben und meine Gesundheit zu schützen. Wenn dazu eine Trennung gehört, dann gehe ich auch diesen Weg. Denn mein Leben muss ich vor jedes andere stellen, da ich dafür verantwortlich bin.

    Meine Batterie, die auch für andere Menschen da ist, kann nur Kraft geben wenn sie voll und belastbar ist. Dafür bin ich mit meiner kleinen "Trafostation" in meinem Leben verantwortlich.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Rosita, wenn ich mein Leben vor einem Jahr betrachte (kurz vor dem wegwerfen) und heute dann hat man/frau Probleme die selbe Person zu erkennen - zumindest wird mir das von ehemaligen Arbeitskollegen gesagt, die mich auf der Straße oft nicht erkannten. Übrigens, im positiven Sinne!!!!

    Das ist nachvollziehbar, Thomas. Wobei ich schon Unterschiede sehe in Worten oder Taten. Auch Worte verletzen, dass soll nicht in Frage gestellt werden, dennoch, sagen und tun ist zweierlei.

    Sowie mein Hausarz mir erzählte, lange als die Beziehung beendet war, sprach ich mit ihm über die Suchtbeziehung ist ein Großteil der Alkoholiker nicht so, dass sexuelle oder körperverletzende Aktionen von statten gehen.

    Schön, dass Du den Weg in ein anderes Leben geschafft hast, bevor solche Punkte gekommen wären, mit denen man/frau dann später Probleme haben sollte klar zu kommen.

    Ich denke auch, je mehr passiert ist an extremen Vorfällen, desto schwere ist eine wirkliche Bearbeitung im nüchternen Zustand. Auch mit Hilfe von Therapie ect. Ich weiß nun nicht, was im Gedächtnis bleibt von solchen Vorfällen bzw. was bei 20 Jahren oder mehr Alkoholmissbrauch überhaupt noch vom Hirn erfasst werden kann, aber ich denke, je mehr es ist, desto schwerer einen neuen Weg einzuschlagen.

    Das mit der Agression ist schon gewaltig und für mich als Nichttrinker schwer nach zu vollziehen. Ich denke, da wird ganz viel an Emotionen in die Wut gepackt und an "irgendjemandem" ausgelassen. Vielleicht auch die Wut auf sich selber. Der Partner ist eben im Regelfall derjenige, der am häufigsten in der Nähe des Suchtkranken ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Nun ja, unser Versuch war auch ein separates Zimmer - scheiterte dann aber aufgrund seiner sexuellen Übergriffe.

    Auch ich dachte besser verstehen zu können wenn ich hinter die Sucht blicke. War in meinem Fall nicht so, da die Sucht bzw. deren Auswirkungen im Fall meines Expartners nicht vorhersehbar, ständig sich steigernd und unkontrollierbar war.

    Was ich begriffen habe ist dass Sucht eine Krankheit ist, die den Stoffwechsel beeinflusst, somit das Hirn alleine nicht mehr ausschlaggebend ist für die Entscheidung zur oder gegen den Alkoholkonsum. Da der Alkoholkonsum gesundheitliche Schäden verursacht, teilweise irreparable, habe ich irgendwann einmal aufgehört mir das Verhalten im alkoholisierten Zustand zu erklären. Ist mal eine toxische Vergiftung eingetreten, dann tickt so und so manch ein Rädchen im Hirnkasterl anders.

    Kann ein trinkender Mensch so hassen? Aber selbstverständlich!!!! Vielleicht sich selber? Vielleicht den Partner, der ja in Wirklichkeit schuldig ist? Vielleicht die Arbeitskollegen, die ja in Wirklichkeit schuldig sind?? Vielleicht die böse Welt, das schlimme Elternhaus, vielleicht, vielleicht, vielleicht .... Nur warum willst Du das ausbaden?

    Wenn Du davon sprichst, wie hasserfüllt er ist, dann frag Dich doch mal irgendwann in einer ruhigen Minute für Dich selber, wie liebevoll Du zu Dir selber bist wenn Du Dir seine hasserfüllten Tiraden anhören darfst.....

    Ich kenne diese Haßanfälle und habe sie in Massen erlebt, sogar die Polizei mit Megaeinsatz war zugegen, ich weiß bestens wovon Du sprichst. Weiß aber auch bestens, wie ruhig ich nun leben kann im Gegensatz zu den Zeiten, wo der ständige Hass einer mit mir zusammen lebenden Person mich selber fast noch angesteckt hätte.

    Denn eines liebe Rosita war bei mir der Fall: die negative Lebenseinstellung des Partners, die Unzufriedenheit und alles was mit seinen Launen zusammenhing, habe ich mir ans Bein gebunden.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Rosita,
    ich weiß nun nicht, wie alt Du bist, ich selber bin Teenager-Spätlese, 48, und fange mein Leben neu an. Und? Schlechter als zuvor hätte es nicht werden können, denn da hatte ich mich schon selber verloren.

    Nun lebe ich wieder :) Muss nicht mehr schweigen und kann sprechen, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Ich setze Grenzen und fordere auch deren Einhaltung ein, was mir zuvor nicht gelang. Auch das ist nicht immer einfach - aber es stärkt und bringt mich zu mir.

    Scheidung? Davon spricht niemand!

    Es gibt räumliche Trennungen innerhalb einer Wohnung, es gibt Auszüge (die keine Scheidung mit sich bringen müssen) aber alle diese Dinge bedingen natürlich Eigeninitiative und Grenzen zu setzen. Dem anderen gegenüber wie auch sich selbst.

    Neue Lebensmuster kann ich jetzt leben - ich lebe an einem anderen Ort, arbeite an einem neuen Ort und habe liebe Menschen um mich herum.

    An alter Stelle mit ehemaligem Partner war ich nicht in der Lage neue Lebensmuster zu leben da ich persönlich immer wieder im Sog der alten Partnerschaft, Umgebung und alter Verhaltensmuster hing. Das muss jedoch nichtbei jedem Menschen so sein. Bei mir war es so.

    Ich wünsche Dir viel Glück auf Deinem Weg.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Das musst Du für Dich entscheiden, liebe Rosita, ob du die Kraft und den Willen hast neben und mit einem nassen Alkoholiker Dein Leben zu verbringen.

    Die einen können es vielleicht, die anderen (dazu gehöre ich) wollen es nicht. Wohl die meisten Suchtkranken - Alkoholiker wie deren Angehörige - reden sich das Leben schön und die Belastungen, in denen sie stecken. Denn "es ist ja alles nicht so schlimm" und wenn "eigentlich ist er ja nicht so" und "er ist ja ganz lieb, wenn er/sie nicht trinkt".

    Ich für mich kann nur sagen, meine Zufriedenheit ist nur dadurch möglich geworden, dass ich mit mir selber zufrieden lebe und meine Verantwortung für mein Leben ganz alleine auf meine Schultern nehme. Verdammt schwer - zumal ich den Entschluss fasste in einer Zeit wo ich arbeitslos war, Hartz 4 drohte und durch das Ende der Beziehung auch quasi ohne Dach über dem Kopf war.

    Die Ängste, von denen Du sprichst hatte ich auch. Ich war nicht bereit, mein Leben mit jemandem zu teilen, der mir Angst macht. Ich war nicht mehr willens mir zu überlegen, was richtig oder falsch ist. Sollte es eine "ehrliche und respektvolle" Partnerschaft sein, dann wird über alles geredet und die Samthandschuhe können verstauben.

    Du Rosita wirst für Dich viele Entscheidungen treffen müssen was Du möchtest und was Du nicht möchtest. Es sollten aber keine Antworten - vor Dir selber kommen - wie "wenn er",.... Deinen Partner nämlich kannst Du nicht beeinflussen. Dafür aber Dich, Dein Leben, Deinen Lebensstil und Deine Verfassung ... einfach ist es nicht, aber möglich....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Uuups :)
    Erstaunt war ich schon weil das für mich einfach unangemessen war. Dann aber fiel mir ein, wie schwer ich als Partnerin damals damit leben konnte mich abgewiesen oder nicht "registriert" zu fühlen. Und da machte es kling: hier empfand sich jemand als nicht gewürdigt und musste nun quasi einen richtigen Gang ins Porzelangeschäft wagen.

    Halt die Aussage "ich zahle auch Miete" fand ich irrig.... Einfach, weil da schon wieder der Trotz rauskommt über eine Sache, die noch nie Thema war.

    Nun gut, für mich eine Erleichterung - wenn auch mit ungeahntem Ende.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du Doro, da kommt vielleicht auch unsere Rolle als Frau, da wir ja Verständnis haben wollen und sollen.

    Mir würde es ähnlich gehen wie Dir, ich würde mich zurückziehen und nach einigen Wochen ein unaufdringliches Lebenszeichen schicken, Karte, Blume vor der Türe oder oder oder und würde warten ob der andere reagiert. Einfach deshalb, weil ich sein Bedürfnis achte. Einem Kranken schicke ich evtl. auch Blumen oder Obst.

    So einfach wäre das für mich. Das ist auch mein Problem Doro "das was Du nicht willst, was man Dir tut, das füg auch keinem andren zu". Auch ich lebe so. Und Doro, ich glaube das ist gut und fair. Wir müssen nur einfach beachten dass unser Spiegelbild nicht verschwimmt und das tun wir mit dieser Einstellung.

    Das Bildnis der anderen muss uns nicht stören, erinnert es doch eher oftmals an die Geschichten des Jünglings Narziss, der sich in das eigene Spiegelbild verliebte.

    Wobei ich jetzt gerade meinte gespürt zu haben, dass auch Du etwas erstaunt über die Reaktion warst, dann geht es auch anderen so wie mir, ist ein gutes Gefühl. Unabhängig dessen, dass ich trotz dem Kontaktabbruch auch weiterhin zu allen Aktionen stehe, ist es ein gutes Gefühl zu wissen dass etwas wirklich "befremdlich" ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Rosita,
    da bist Du nun aber, gelinde gesagt, in einer scheiß Situation: entweder Du passt Dich ihm an (verleugnest Dich und verlierst Dich) oder hast den Terror.

    Wie gehe ich damit um?

    Oh je, ich denke, die Antwort darauf kennst Du selber .... Was würdest Du einem anderen Menschen raten der Dir erzählt dass ein Zusammenleben mit seinem Partner problembeladen ist?

    Was würdest Du einer Freundin raten, die Dich fragt wie sie ihren Mann von der Decke holen soll, auf der er mal wieder dank schlechter Laune hängt....

    Was ich gemacht habe, kannst Du Dir denken oder? Denn meine Glacehandschuhe haben mich nicht geschützt vor Aussagen wie "ich fackle das Haus ab". Da ich weder Gott, noch Feuerwehrmann bin, noch 24 Stunden in der Lage in Hab-Acht-Stellung zu sein, und auch mein Körper leider nicht unverletzbar bin ich gegangen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Nun, das finde ich nun mal einen interessanten Ausgang.

    Ich habe ja nunmehr auf Anrufe und Klingeln nicht reagiert, welches die letzte Woche erfolgt ist - heute erst wieder.

    Vor 30 Minuten erfolgte ein Anruf: ob er mir helfen könne, er verstehe ja dass ich meine Ruhe haben wolle aber.... seine Mütter würde auch ihn nerven, es läge halt im Blut.

    Eine halbe Stunde später: Nun, auch er möchte seine Ruhe. Er würde sich ständig, wenn er zuhause wäre, überlegen was mit mir sei und das wäre nicht gut für ihn (da hat er Recht). Dadurch, dass ich meinen Anrufbeantworter abhöre und nicht reagiere wäre er mir nichts wert (ist leider nicht ganz falsch) somit würde er sich nicht mehr sehen lassen.

    Aber - und das fand ich interessant: ich möge doch bitte zukünftig mein Auto anders parken, auch er würde Miete bezahlen (für seine Scheune) und müsse an- und abliefern.
    War eigentlich noch nie ein Problem, aber das kann ich selbstverständlich in seinem Sinne regeln

    Ehrlich gesagt, ich empfand das gerade wie den kleinen Struwelpeter: "Nein, meine Suppe ess ich nicht". Eine solche Extremreaktion zeigt mir jedoch schon, dass es ein ebenso extremer Belagerungszustand war wie die jetzige Reaktion. Also kein gehen in den Ruhezustand, etwas abwarten oder einfach mal geschehen lassen, sondern etwas erzwingen wollen.

    Das erinnert mich ganz dolle an meine Beziehung mit dem alkoholkranken Partner. Wenn wir Krach hatten, so wollte ich partout eine Lösung erreichen, wieder Frieden schließen oder darüber reden - einfach es nicht im Raum stehen lassen.

    Ich empfinde diese Situation als ziemlich gleich und empfinde auch diese Aussage "dann lassen wir es" ebenso wie die Reaktionen des kranken Partners.

    Schon komisch, wie solche Situationen wieder auftreten - auch ausserhalb von Partnerschaften und auch bei Nichtalkoholikern.

    In jedem Fall empfinde ich es für mich so, als ob tatsächlich sehr wohl verstanden wurde dass ich meine Ruhe haben möchte, dieses aber nicht akzeptiert wurde. Das ist übrigens noch unangenehmer, als ich das ursprünglich vermutete. Denn da dachte ich "nur" er versteht das nicht.

    Nun gut, somit ist das Thema geklärt und zeigt mir ganz deutlich, wie froh ich bin gelernt zu haben den Dingen ihren Lauf zu lassen und nichts mehr selber erzwingen zu wollen. Denn dieses egal, was ich dieser Situation gegenüber empfinde habe auch ich früher ausgelöst, wenn ich eine Situation erzwingen wollte.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Nun, das finde ich nun mal einen interessanten Ausgang.

    Ich habe ja nunmehr auf Anrufe und Klingeln nicht reagiert, welches die letzte Woche erfolgt ist - heute erst wieder.

    Vor 30 Minuten erfolgte ein Anruf: ob er mir helfen könne, er verstehe ja dass ich meine Ruhe haben wolle aber.... seine Mütter würde auch ihn nerven, es läge halt im Blut.

    Eine halbe Stunde später: Nun, auch er möchte seine Ruhe. Er würde sich ständig, wenn er zuhause wäre, überlegen was mit mir sei und das wäre nicht gut für ihn (da hat er Recht). Dadurch, dass ich meinen Anrufbeantworter abhöre und nicht reagiere wäre er mir nichts wert (ist leider nicht ganz falsch) somit würde er sich nicht mehr sehen lassen.

    Aber - und das fand ich interessant: ich möge doch bitte zukünftig mein Auto anders parken, auch er würde Miete bezahlen (für seine Scheune) und müsse an- und abliefern.
    War eigentlich noch nie ein Problem, aber das kann ich selbstverständlich in seinem Sinne regeln :)

    Ehrlich gesagt, ich empfand das gerade wie den kleinen Struwelpeter: "Nein, meine Suppe ess ich nicht". Eine solche Extremreaktion zeigt mir jedoch schon, dass es ein ebenso extremer Belagerungszustand war wie die jetzige Reaktion. Also kein gehen in den Ruhezustand, etwas abwarten oder einfach mal geschehen lassen, sondern etwas erzwingen wollen.

    Das erinnert mich ganz dolle an meine Beziehung mit dem alkoholkranken Partner. Wenn wir Krach hatten, so wollte ich partout eine Lösung erreichen, wieder Frieden schließen oder darüber reden - einfach es nicht im Raum stehen lassen.

    Ich empfinde diese Situation als ziemlich gleich und empfinde auch diese Aussage "dann lassen wir es" ebenso wie die Reaktionen des kranken Partners.

    Schon komisch, wie solche Situationen wieder auftreten - auch ausserhalb von Partnerschaften und auch bei Nichtalkoholikern.

    In jedem Fall empfinde ich es für mich so, als ob tatsächlich sehr wohl verstanden wurde dass ich meine Ruhe haben möchte, dieses aber nicht akzeptiert wurde. Das ist übrigens noch unangenehmer, als ich das ursprünglich vermutete. Denn da dachte ich "nur" er versteht das nicht.

    Nun gut, somit ist das Thema geklärt und zeigt mir ganz deutlich, wie froh ich bin gelernt zu haben den Dingen ihren Lauf zu lassen und nichts mehr selber erzwingen zu wollen. Denn dieses egal, was ich dieser Situation gegenüber empfinde habe auch ich früher ausgelöst, wenn ich eine Situation erzwingen wollte.

    Lieben Gruß von Dagmar

    So ein bischen ähnlich gedacht habe ich wie Ette.

    Wenn ich mir überlege, wenn ich früher meinte ich wäre verliebt, dann waren Flugzeuge in meinem Bauch und nichts konnte mir schnell genug gehen und war es dann soweit, eine Beziehung entstanden, dann hing man/frau wie Klette aufeinander. Ein Muster und Gefühle, die ich kenne - die für mich normal waren. Die Angst abgelehnt zu werden, den anderen zu verlieren und und und

    Das was ich fühlte war wohl ich - aber Liebe war es nicht - Geborgenheit auch nicht.

    So, nun weiß ich aber nicht wie sich das stabile, gesunde, ehrliche anfühlt.

    Vielleicht ganz anders? Vielleicht fremd, weil keine Flugzeuge da sind?? Vielleicht "langweilig" weil diese Angst des Verlustes nicht da ist?? Vielleicht unnatürlich weil so anders??

    Ich kann es noch nicht sagen, weil das Thema Beziehung für mich zu weit weg ist. Allerdings merke ich dass mich ein Mensch interessiert. Und da merke ich ein gänzlich anderes Verhalten als in der Vergangenheit: keine Eile, keine Ziele, keine Erwartungen. Treffen, unterhalten, nicht mehr nicht weniger.

    Die Ausgangsbasis dürfte ganz sicher selbige sein, wie zu den Zeitpunkten wo ich dachte verliebt zu sein. Aber der Weg den ich jetzt gehe, ist ein komplett anderer.

    Zwischendurch erwische ich mich immer mal wieder bei alten Gedanken, die aber jetzt für mein Leben nicht mehr stimmig sind. Noch etwas habe ich abgelegt: diese Gewinner oder Verlierermentalität, die ich früher hatte.

    Ich denke, liebe Karotte, es ist ein ganz langsamer Weg, auf dem wir "einfach" nur uns spüren müssen. Allerdings erscheint mir das eben auch nicht so einfach zu sein. Selbst dann, wenn ich mich spüre - und weiß fühle ich mich gut oder nicht, so verunsichern mich äußere Einflüsse.

    Da scheint es so zusein, dass ich mir selber nicht genug traue und noch nicht stabil genug für tiefere Kontakte bin. Warum sonst, bin ich geschockt, wenn ich auf diese Peson angesprochen werde? Mal sehr positiv, aber auch mal negativ. Zum ersten bin ich erschreckt warum man/frau mich überhaupt auf einen flüchtig bekannten Menschen anspricht. Dann frage ich mich "warum eigentlich wird da jemand schlecht gemacht" und schon stehe ich da wie ein Fragezeichen....

    Du siehst also, liebe Karotte, mir geht es zuweilen ebenso fragend wie Dir, auch wenn ich nicht in der aktuellen Situation stehe tiefsinniger werden zu müssen.

    Ich denke sehr wohl, dass Menschen, die zu wenig Liebe gespürt haben in der Lage sind dieses selber zu lernen, umzusetzen, zu geben und zu nehmen. Der Weg dahin wird vielleicht ein anderer sein, ich schätze aber sehr intensiv mit sehr lebendigen - und wohl auch schönen - Erlebnissen.

    Wie Du so schön schreibst, wenn ich mich aktzeptiere wie ich bin, kann ich auch den anderen so nehmen wie er/sie ist. Das heisst dann auch für mich der Zeit und den Geschehnissen ihren Lauf lassen.

    Zwar habe ich für mich ein bischen das Gefühl, dass das Leben mit derzeit "leicht verarscht" weil ich ständig auf diese Person gebracht werde. Heute sogar innerhalb eines Gespräches mit einem Fremden, den ich im Wartezimmer traf. Ich denke mal, da liegt eine Lektion für mich begraben, wohin auch immer die führen mag. Ich erzähle dem fremden, älteren Herrn wo ich wohne und schwupps kommt "ich kenne denn, blablbla der wohnt im Haus meiner Tochter"....

    Ich glaube, liebe Karotte, wir alle bekommen unsere Lernwege, die uns z um Ziel führen. Der den ich vermutlich gerade zu gehen habe ist keiner, den ich ausgewählt hätte. Aber das Leben fragt mich nicht was ich möchte sondern es scheint mich dahin zu führen wo ich noch Soll-Stellen habe, die gefestigt werden müssen.

    Liebe Karotte, ich wünsche Dir ganz viel Seelenruhe für Deine Ruhe. Ich kann mir vorstellen, dann löst sich so manches von alleine.

    LIeben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Gartenarbeit,
    Deine Gedanken habe ich für mich in einem anderen Thread auch so geäußert, das würde mir nämlich ebenso gehen.

    Davon einmal abgesehen: wenn der erste Schmerz (der grausam ist) überstanden ist, dann geht es immer wieder ein Schrittchen besser. Das alles selber zu zerstören um im dümmsten Fall eben wieder in dieser grausamen Situation zu stehen....

    Ich könnte und wollte es wohl nicht mehr. Auch deshalb, weil mein Leben nun ganz anders ist. Nicht immer leicht, weiß Gott nicht, aber ganz, ganz anders. Zufriedener, zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder einen Arbeitsplatz der eine Arbeitsfamilie ist. Da passt mein Expartner mit der ewig schlechten Laune gar nicht hin.

    Wie oft habe ich mich in Grund und Boden geschämt wegen irgendwelcher Verhaltensweisen. Nein danke.....

    Wenn ich mir jetzt überlege, wie gerne ich geheim halten würde, dass dieser Mensch einmal mein Partner war, dann weiß ich, dass ich viel zu spät gegangen bin.

    Lieben Gruß von Dagmar