So ein bischen ähnlich gedacht habe ich wie Ette.
Wenn ich mir überlege, wenn ich früher meinte ich wäre verliebt, dann waren Flugzeuge in meinem Bauch und nichts konnte mir schnell genug gehen und war es dann soweit, eine Beziehung entstanden, dann hing man/frau wie Klette aufeinander. Ein Muster und Gefühle, die ich kenne - die für mich normal waren. Die Angst abgelehnt zu werden, den anderen zu verlieren und und und
Das was ich fühlte war wohl ich - aber Liebe war es nicht - Geborgenheit auch nicht.
So, nun weiß ich aber nicht wie sich das stabile, gesunde, ehrliche anfühlt.
Vielleicht ganz anders? Vielleicht fremd, weil keine Flugzeuge da sind?? Vielleicht "langweilig" weil diese Angst des Verlustes nicht da ist?? Vielleicht unnatürlich weil so anders??
Ich kann es noch nicht sagen, weil das Thema Beziehung für mich zu weit weg ist. Allerdings merke ich dass mich ein Mensch interessiert. Und da merke ich ein gänzlich anderes Verhalten als in der Vergangenheit: keine Eile, keine Ziele, keine Erwartungen. Treffen, unterhalten, nicht mehr nicht weniger.
Die Ausgangsbasis dürfte ganz sicher selbige sein, wie zu den Zeitpunkten wo ich dachte verliebt zu sein. Aber der Weg den ich jetzt gehe, ist ein komplett anderer.
Zwischendurch erwische ich mich immer mal wieder bei alten Gedanken, die aber jetzt für mein Leben nicht mehr stimmig sind. Noch etwas habe ich abgelegt: diese Gewinner oder Verlierermentalität, die ich früher hatte.
Ich denke, liebe Karotte, es ist ein ganz langsamer Weg, auf dem wir "einfach" nur uns spüren müssen. Allerdings erscheint mir das eben auch nicht so einfach zu sein. Selbst dann, wenn ich mich spüre - und weiß fühle ich mich gut oder nicht, so verunsichern mich äußere Einflüsse.
Da scheint es so zusein, dass ich mir selber nicht genug traue und noch nicht stabil genug für tiefere Kontakte bin. Warum sonst, bin ich geschockt, wenn ich auf diese Peson angesprochen werde? Mal sehr positiv, aber auch mal negativ. Zum ersten bin ich erschreckt warum man/frau mich überhaupt auf einen flüchtig bekannten Menschen anspricht. Dann frage ich mich "warum eigentlich wird da jemand schlecht gemacht" und schon stehe ich da wie ein Fragezeichen....
Du siehst also, liebe Karotte, mir geht es zuweilen ebenso fragend wie Dir, auch wenn ich nicht in der aktuellen Situation stehe tiefsinniger werden zu müssen.
Ich denke sehr wohl, dass Menschen, die zu wenig Liebe gespürt haben in der Lage sind dieses selber zu lernen, umzusetzen, zu geben und zu nehmen. Der Weg dahin wird vielleicht ein anderer sein, ich schätze aber sehr intensiv mit sehr lebendigen - und wohl auch schönen - Erlebnissen.
Wie Du so schön schreibst, wenn ich mich aktzeptiere wie ich bin, kann ich auch den anderen so nehmen wie er/sie ist. Das heisst dann auch für mich der Zeit und den Geschehnissen ihren Lauf lassen.
Zwar habe ich für mich ein bischen das Gefühl, dass das Leben mit derzeit "leicht verarscht" weil ich ständig auf diese Person gebracht werde. Heute sogar innerhalb eines Gespräches mit einem Fremden, den ich im Wartezimmer traf. Ich denke mal, da liegt eine Lektion für mich begraben, wohin auch immer die führen mag. Ich erzähle dem fremden, älteren Herrn wo ich wohne und schwupps kommt "ich kenne denn, blablbla der wohnt im Haus meiner Tochter"....
Ich glaube, liebe Karotte, wir alle bekommen unsere Lernwege, die uns z um Ziel führen. Der den ich vermutlich gerade zu gehen habe ist keiner, den ich ausgewählt hätte. Aber das Leben fragt mich nicht was ich möchte sondern es scheint mich dahin zu führen wo ich noch Soll-Stellen habe, die gefestigt werden müssen.
Liebe Karotte, ich wünsche Dir ganz viel Seelenruhe für Deine Ruhe. Ich kann mir vorstellen, dann löst sich so manches von alleine.
LIeben Gruß von Dagmar