Beiträge von dagmar007

    Weißt Du Gartenarbeit, das Einzige, was mich betrübt ist die Tatsache, dass ich zu meinem Expartner uneingeschränktes Vertrauen hatte. Ich gehe auch davon aus, dass es die ersten Jahre begründet war.

    Was aber dann passiert ist, spottet jeder Beschreibung und noch immer hatte ich ein Gottvertrauen, welches ich zuvor nicht gehabt hatte - zu keinem anderen Menschen. Das ist wohl das, was mich am betroffensten gemacht hat.

    Auch wenn ich weiß, dass das Verhalten in der Sucht nicht persönlich zu nehmen ist, so ist für mich einfach Fakt gewesen, dass das Vertrauen welches ich gegeben hatte mit Füßen getreten wurde. Ich könnte mir nicht vorstellen, dass ich diesem Menschen weiterhin trauen könnte. Gut, wir haben NULL Kontakt und somit werde ich nicht in die Gefahr kommen da zu wanken und rückfällig zu werden. Aber ich weiß nicht einmal ob ich in der Lage wäre diesem Menschen zuhören zu wollen (egal ob nass oder trocken) da es mir zu mühsam ist zu überlegen ob wahr oder gelogen....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Gartenarbeit,
    auch ich habe so etwas erlebt, wo meine Freundinnen sagten "Mensch, und Du hast nochmal..."

    Damals war ich noch nicht so weit. Aber es wurde schlimmer..... was ich mir nicht hätte vorstellen können.

    Überhaupt: erst jetzt, wo ich lange, lange weg bin beginne ich zu begreifen, wie tief er schon in der Sucht gewesen zu sein scheint. Erst jetzt, nachdem ich lange keinen Kontakt mehr habe, und alles wie ein alter Kinofilm "abgespult" werden kann finde ich Zusammenhänge, die mir sagen es war höchste Zeit. Denn ich persönlich glaube, dass ich die Hälfte der Gesetzesbrüche und Alkaktionen gar nicht kenne. Vermutlich auch nicht mehr erfahren werde da kein Kontakt mehr besteht und das meinerseits auch so bleiben soll.

    Nun, für Dich ist es schwer. Er tut ja (vermutlich) etwas. Auf der anderen Seite wissen wir alle wie schwer für ihn die Zeit danach sein wird.

    Und eines ist ganz sicher klar: in der Zeit, in der er weg ist bekommst Du Abstand und Dein eigenes Leben. Sobald es für Euch wieder ein "wir" gibt ist das gehen wieder ebenso, vielleicht noch schwerer, als nach den ersten Trennungsgedanken. Ich befürchte, da musst Du gut mit Dir ins Reine kommen was und wie Du Dich entscheidest.

    Auf der anderen Seite, wenn Du jetzt sagst Beziehungspause, so muss das ja nicht heissen für immer....

    Lieben Gruß von Dagmar

    ich befürchte, liebe Karlotta, die Antwort aus meinem Leben wird nicht die sein, die Du hören möchtest.

    Während der Schlussphase der Beziehung wirkte es ebenfalls so, als würde mein Expartner spezifisch Nähe suchen. Richtete sogar einen speziellen Platz mit Banner "ich liebe dich" frischen Blumen und Obst und blablabla. Je mehr ich mich distanzierte, desto mehr war er aktiv.

    Um mich ging es jedoch keinesfalls! Kann es nicht, denn wie soll ein kranker Mensch in der Lage sein, einem anderen nachzufühlen oder jemand, der sich selber so wenig schätzt, dass er den eigenen Körper vergiftet, den Körper eines anderen und dessen Seele gesund halten oder werden lassen.....

    Wie soll ein Mensch, der durch Alkohol beständig in Watte gepackt ist (und sei es nur der Restalkohol) und somit nicht in der Realität lebt, ein wirkliches Bewußtsein erlangen und leben?

    Nein Karlotta, im Fall meines Expartners war es schlicht und einfach die Angst vor seiner Zukunft wenn ich mal gegangen bin. Davon mal abgesehen, dass es aufgrund der vielen Tiere die ich betreute fast unmöglich erschien, den geeigneten Wohnraum zu finden befand sich mein Expartner in einer Pseudosicherheit. Diese wollte er durch liebevolles Verhalten noch festigen.

    Als ich dann - von jetzt auf nachher weg war - da zeigte sich dann Wut und Agression, ich würde mal vermuten u. a. als Abreagieren der eigenen Zukunftsängste.

    Liebe Karlotta, ich für mich habe eines lernen müssen: egal, was sich um das Leben eines Alkoholkranken abspielt, ich kann nicht erkennen was gelogen ist und was Wahrheit. Deshalb überzeugen mich persönlich Taten und keine Worte.

    Wenn mir jemand sagt, er braucht mich, dann weiß ich heute, dass es nicht ist weil dieser Mensch mich wert schätzt und respektiert sondern weil er mich "braucht" für seine tägliche Lebensbewältigung.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Dachte ich auch beim Lesen Espoir. Ich selber gehöre zur Teenager-Spätlese, da waren es noch ein paar andere "Verführer" die auf unsere / meine Generation warteten.

    Aber mal ehrlich Leute : den Alkoholismus (wie auch Aids) gibt es schon viel länger als darüber berichtet wird. Früher hießen die Dinge "halt" anders und es wurde vertsucht, was die Medien in den letzten Jahrzehnten etwas verhindert haben.

    Weiter aber sind wir wohl noch wenig. Ich selber halte mich für aufgeklärt, dennoch waren mir die definitiven Auswüchse der Sucht nicht klar! Heute wie früher wird die Erkenntnis krank zu sein ebenso schwer fallen und auch die Gründe wieder in die Krankheit oder Automatismen zurückzufallen.

    Früher wie heute sind die Endresultate der Süchte - egal welcher! - ähnlich grausam....

    Lieben Gruß von Dagmar Co

    "Eigentlich" ja "eigentlich" wäre das alles ganz einfach. Den Erziehungssatz "nicht unangenehm auffallen" vergessen, das wäre es schon.

    Alle meine Freundschaften sind langsam entstanden, durch gegenseitige Öffnung, welche der Akezptanz der Grenzen und Lebensumstände des anderen voraussetzte. Ein gemeinsames Wachsen und der gemeinsame Wunsch nach "Freundschaft".

    Im von mir beschriebenen Fall habe ich weder den Wunsch noch Interesse an dem Kontakt. Aber das "nicht auffallen sollen" sitzt und wird auch sitzen bleiben. Aber es wird mich nicht daran hindern auch in diesem Bereich zu lernen.

    Meine Türe wird weiterhin zu bleiben und das Telefon unbeantwortet. Ich habe mehrfach zarte Hinweise getätigt und einmal klar und deutlich gesagt, was Sache ist. Mir ist die Zeit für unzählige Erklärungen zu schade. Davon mal abgesehen bin ich ganz sicher nicht verpflichtet nur meine Tür zu öffnen weil der andere durch meinen Lichtstrahl sieht ich bin zuhause.

    Aber genau das muss für mich noch selbstverständlich werden. Weißt Du Kaltblut, wenn ein Freund auf der Matte steht, dann ist es ein Freund und es gilt das zuvor geschriebene, da empfinde ich mich auch nicht als bedrängt. Zu Freunden habe ich Vertrauen und sie servieren mir kein blabla sondern wir haben etwas gemeinsames. Da kann auch mal nachts jemand stören - aber es muss ein Freund sein, den ich auch als solchen bezeichne ;)

    Mir gefällt diese Nerverei ganz und gar nicht. Aber ändern kann ich nichts außer mich eben selber diesen Gesprächen entziehen. Aber es ist so, wie Du schreibst, je mehr man mit sicher selber im Klaren und Reinen ist, desto weniger von außen wird gewünscht. Wie gesagt, gute Freunde sind wertvoll für mich, einige Arbeitskollegen schätze und mag ich sehr. Mit diesen Menschen unterhalte ich mich gerne, sie sind keine Belästigung und es scheint so zu sein, dass es dann gemeinsame Wege sind.

    Rambos aber, die gerne bei mir die Türe sprengen würden, die sind mir zu nervig. Dennoch - meine Signale, die würde ich schon mal gerne beleuchten. In dem Fall gehe ich wirklich von Mitleid aus - und da bin ich wieder eng in der Co-Ecke.

    Na ja, wir werden ja sehen, wie dieser Weg weitergeht :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Genau dieses Doro!
    Dieses Grenzen verschieben und testen wie es denn doch gelingt die Grenze zu druchbrechen.

    Erster, mein Fehler, ich werde genervt, aber ertrage es weil ich erzogen wurde niemanden zu verletzen. Wenn ich gleich zu Anfang überdeutlich bin, dann grenze ich mich gleich von solchen Menschen ab. Aber ich will niemanden verletzen, das ist dann der zweite Fehler.

    Das Signal das ich sendete war klar: ich habe zwar keine Zeit für Dich und auch keine Lust, aber komm halt für 10 Minuten rein.
    Somit war die Türe schon offen.....

    Ein weiteres Signal "ich sage ich habe keine Lust", die Antwort ist o.k., aber ich will Dir schnell etwas erzählen. So, bingo, schon wieder meine Grenze verschieben lassen. Wenn ich sage nein, dann heisst das auch nicht für "schnell mal kurz Zeit haben sondern nein".

    Ich möchte aber noch eine andere Theorie in den Raum stellen: das nämlich genau die Menschen, die Grenzen von anderen nicht akzeptieren auf uns zugehen. Wir noch nicht einwandrei in der Lage Grenzen zu setzen und der andere sehr wohl in der Lage das zu erspüren.

    Komischerweise hat sich das nämlich noch nie ein wirklicher Freund erlaubt. Weder männlich noch weiblich. Wer wirklich mein Freund war und es gut mit mir meinte, da war so etwas nie nötig, da konnte ich immer offen sein, meine Freunde waren es auch - da gabe es solche Überfälle nicht.

    Dieser Knabe betreibt es nämlich ebenso wie mein Ex der hier vor der Türe stand und Mist ablud. Der eine eben seinen Müll, den er los werden wollte, der andere seine Gedanken die er mitteilen will und seine Langeweile, die er loskriegen möchte.

    Beide wollen etwas abladen.....

    Lieben Gruß von Dagmar,
    die sich wirklich überlegen muss, wie im Vorfeld früher regaiert wird....

    Für mich auch Karlotta, und dadurch bin ich in die absolute Tiefe gerutscht!

    Ich würde das ungern nur in den Breich Co-Abhängigkeit stopfen. Ich denke, und kann jetzt nur von mir reden, da kommt auch die Erziehung (nur nicht auffallen, nur niemanden verletzen) ebenso dazu wie das Gefühl sich an einer Schulter anlehnen zu können. Was meinst Du, welche Ängste ich zuweilen habe, dass ich "alleine" dastehe, wenn mein Auto bei meiner Mutter 120 km weit weg kauptt geht. Wie ich dann heimkomme ist fraglich. Hier gibt es keine Bahnhöfe ect.

    Bei mir war das alles pure Angst alleine zu sein, pure Angst, dass das Leben mich mit einem Horrorerlebniss überrollt. Leider kam der Horror von der Seite, von der ich mir die Schulter gewünscht hätte. Also habe ich eine falsche Rechnung aufgemacht.

    Freunde sind o.k. und ebenso mit einer Schulter ausgestattet, wie ein eventueller Partner. Ich für meinen Teil erfreue mich derzeit an meinen Freundschaften und habe nichts dagegen, wenn passende sich ausweiten, aber mit viel, viel Vorsicht.

    Bei mir war es wohl auch das Gefühl selber nicht hart genug sein zu können, während mein Ex-Partner ein Egoist der guten Klasse war. Das, was ich zu wenig hatte, wollte ich durch ihn kompensieren. Habe ihm dadurch Macht gegeben, Verantwortung übertragen und meine eigene nicht getragen.

    Freundschaften und Partnerschaften können etwas wunderschönes sein, dazu aber müsste ich selber erst einmal in der Lage sein absolut zu erkennen, ob ein Mensch mir auf Dauer gut tut oder nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das heute schon erkennen kann.

    Nie wieder, liebe Karlotta, will ich den Schmerz und die Sinnlosigkeit des Lebens verspüren, wenn derjenige dem mein Leben galt, sich aus dem Staub macht. Nie wieder will ich von einem Menschen so behandelt werden, dass er mir Telefon und Internetzugang kündigen kann um mich von der Außenwelt fern zu halten. Nie, nie wieder will ich mich zum Spielball machen.... Ich habe mich ja selber als "mit-"Spielball hergegeben.

    Auch das Selbstwertgefühl dürfte eine Rolle spielen. Ruft ein Freund nicht an, so hat er vielleicht einfach keine Lust auf ein Telefonat, was ichts mit Dir oder mir zu tun haben muss. Einfach nur kein Bock auf Telefonieren. Keine Wertung - Freunde müssen da sein, wenn man sie braucht, oder Du und ich von diesen wirklichen Freunden gebraucht werden, aber nicht allezeit, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du Karotte, das einzige was noch fehlt ist die Aussage: Du engst mich ein und ich will Deine Besuche nicht mehr. Das aber ist verletzend und das hätte ich gerne verhindert.

    Es scheint aber zwangsläufig genau in dieser Form sein zu müssen. Weißt Du, ich habe es schon x-mal gesagt. Allerdings wird meine Aussage ich möchte alleine sein nicht so angenommen. Das gilt nur für andere Menschen, nicht für ihn ;)

    Übrigens, selbige Verhaltensmuster wie immer gepackt in andere Zeitmodelle - irgendwann wird sie schon mürbe werden.... als ob ich das nicht kennen würde....

    Ja, ich denke Karotte, das ist die Frage "was verstehst Du daran nicht wenn ich sage, ich möchte alleine sein. Zudem ich sagte über einen längeren Zeitraum und nicht nur diese und nächste Woche."

    Auf der anderen Seite bin ich jetzt so bedient dass es nie wieder so sein wird, dass ich nie wieder vorbehaltlos einen Kontakt hegen kann da das für mich Einengung ist. Wenn ich also erst den guten Ton verletzen muss um meine persönlichen Wünsche durchzusetzen, dann ist es kein passender Umgang für mich. Da fühle ich mich einfach nicht wohl.

    Der Mensch selber mag ja o.k. sein - aber wohl zu anders als ich. Somit passt es nicht - egal, wie locker das auch sein könnte.

    LIeben Gruß von Dagmar

    Wie sich doch alte Erlebnisse einbrennen: an meinem letzten Arbeitsplatz hatte ich drei Wochen Urlaub. Als ich zurück kam war meine Chefin nicht mehr meine Chefin, einiges an Personal gekündigt und ich hatte eine (unberechtigte!) Abmahnung.

    Nunmehr hatte ich gestern einen Tag frei um zum Zahnarzt, 120 km entfernt, zu fahren. Seit gestern hatte ich ein unwohles Gefühl, ob sich wohl etwas abgespielt hat - was einmal war - könnte ja wieder sein. Als gebranntes Kind habe ich noch keinen Abstand vor diesem Erlebniss.

    Zumindest viel Arbeit müsste auf meinem Schreibtisch liegen, das schien mir sicher.....

    Schön aber, wenn das Leben sich zeigen darf, wie es sein kann:
    Es lag keine "Arbeit" im schlimmen Sinne da.
    Es lag eine nette Info da, wo jemand mit mir mitdachte, damit wir unsere gemeinsame Arbeit gut hinkriegen und eine liebe, lustige Mail meines Chefs. Einfach nur eine spassige Sache weil wir mal Witze gemacht haben über Menschen, die Angst haben älter als 40 zu sein.

    Schön, die Erfahrung gehabt haben zu dürfen. Vielleicht gibt es noch mehrere davon, damit diese - unberechtigte - Angst wieder bearbeitet werden kann und schwindet. Ich werde mal meine Psychotherapeutin darauf ansprechen ob es da ausser guten Erfahrungen noch andere Wege gibt.

    Es ist so - egal ob Partnerschaft oder restliches Leben: das was uns schockt, das brennt sich ein. Mal mehr, mal weniger.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hm Karlotta,
    gehört zum glücklich sein unbedingt ein Partner ? Ich kann mir wohl vorstellen, dass eine glückliche Partnerschaft (wie oft gibt es die.... weil der Alltag zuweilen doch viel zerstören kann) eine Bereicherung ist, aber wenn ich den Wunsch nach einer Partnerschaft hätte, dann würde das bedeuten ich bin alleine "unglücklich" oder mir fehlt etwas.

    Dadurch würde ich mich quasi selber einschränken oder meine Wertigkeit durch einen Partner finden wollen. Wenn nicht Wertigkeit, dann doch Glück - und schon hinge ich wieder in einer abhängigen Position.

    Ich für meinen Teil bin nun seit vielen MOnaten solo, der Terror ging bei mir genau vor einem Jahr los. Nur bin ich zum ersten Mal im Leben soweit Männer ganz anders zu sehen als früher. IN keinem Fall mehr als potentiellen Partner sonderne einfach "nur" als Mensch.

    In der Gegenwart von manchen fühle ich mich unwohl, diese meide ich und versuche sie mir vom Hals zu halten.

    In der Gegenwart anderer fühle ich mich wohl, genieße die Zeit mit ihnen und hätte sicherlich kein Problem wenn die eine oder andere Freundschaft mit mehr gemeinsamer Zeit verbunden ist. Aber ich muss es nicht haben, brauche es nicht und bin auch glücklich ohne eine Intensivierung dieser Kontakte. Ganz zu schweigen von einer Partnerschaft, die ich mir nicht vorstellen wollte.

    Einfach weil ich nicht wieder "Abhängig" sein möchte. Ich für mich sehe die Gefahr sehr wohl im Moment als groß an, würde ich mich binden. Ich persönlich kann von mir noch nicht sagen dass ich mit der alten Beziehung so im Reinen bin, wie ich es gerne wäre. Das wäre nämlich ihm alles Gute auf der Welt zu wünschen - weil die Wut und das Unglück eines jeden Menschen auf andere abstrahlt.

    Bei mir hat sich das von selber abgestellt: in dem Wissen "hallo, mein Leben gehört nicht mehr mir sondern kann von einem anderen Menschen bestimmt werden". Das möchte ich nie wieder erfahren, deshalb wird bei mir persönlich wohl noch Zeit vergehen bis ich mich binden würde.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    So Ihr Lieben,
    jetzt muss ich Euch doch mal was fragen. Mit der Grenzsetzung hat ja so manch eine von uns - nebst mir - Probleme.

    Nun, ich brauche lange Zeit bis ich dem anderen klar mache, dass er mich einengt. Gelingt es irgendwann einmal, dann werde ich immer deutlicher und halte den jenigen aus meinem Leben und meiner Wohnung fern.

    Nun gut, es scheint Menschen zu geben, die trotz deutlicher Ansage nichts begreifen können.

    Nunmehr bin ich bei einer Person bereits seit Wochen telefonisch nicht erreichbar, außer einem Mal, wo ich sagte ich will meine Ruhe und keine Besucher. Das war wohl am Donnerstag. Am Sonntag der nächste Anruf, gestern ein Blitzbesuch (bei dem ich klar sagte ich will alleine sein und die Türe geschlossen hielt) und eben wieder ein Anruf.

    Sagt mal, sehe ich das zu eng weil ich ein größeres Bedürfnis nach Einsamkeit habe als andere? Nicht, dass Ihr mich falsch versteht: ich will diese Grenze und meine Ruhe und hole sie mir. Aber ich frage mich, ob ein solches Verhalten üblich ist. Mit meinen Freunden ist es immer so, dass wir uns absprechen und nur ganz selten jemand so vor der Türe steht. Das ist dann aber auch jemand, zu dem ich Vertrauen habe und der über intensive Kontakte mit mir verbunden ist, was ich diesem Menschen auch zeige.

    In dem Fall hier habe ich von meiner Seite keinerlei Kontakt gesucht, sondern derjenige kam eben auf mein Areal. Also keine gemeinsame Bildung einer Freundschaft.

    Mich würde einfach mal interessieren, wie oder ob Ihr Euch auch zuweilen eingeengt fühlt bzw. was ihr dagegen tun werdet. Ich für meinen Teil werde nun eben immer extremer, sprich immer abweisender. Ich empfinde es für mich so, dass meine Grenzen nicht anerkannt werden. Er fährt ein.... Jetzt mit dem Auto....

    Ich kriege den Vogel

    Lieben Gruß von Daggi

    Ach, Erdlings Worte könnten mich beschreiben ;)

    Wie läuft das oder jenes wohl? Was kann passieren und was mache ich wenn? oder wenn ?

    So habe ich mein Leben gelebt, weil ich so erzogen wurde. Deshalb gab es auch in Beziehungen kein Abwarten und checken sondern einfach nur "entweder oder". Es gab nicht das was es bei mir jetzt gibt "Emotionen" "runterkommen" und dann erst mal sehen was noch übrig bleibt.

    Das reinsteigern, von dem Erdling spricht, war genau das, was mir persönlich das Leben schwer machte und auch das endgültige Loslassen. Steigere ich mich rein, bin ich noch immer verbandelt. Um genau zu sein: "ich steigere mich immer mehr rein und bin immer mehr am anderen und seinem Verhalten, als es überhaupt mein Recht wäre".

    Dadurch enge ich ein. Wie enge ich dann erst ein wenn der Partner Alkoholkrank ist? Ich mich also reinsteigere was gerade passiert sein könnte wenn er als Don Promillo unterwegs ist??? Genial! Aber nur mein persönliches Problem! Weil ich mich dauernd reinsteigerte .... letztendlich hat mein Leben bewiesen:

    den erstens kommt es anders,
    als man/frau zweitens denkt

    lieben Gruß von Dagmar

    Auch für mich persönlich sind und waren alle Statements wichtig. Ich konnte mir aus allen meine Meinung bilden und mir überlegen was für mich tragbar ist oder nicht.

    Wer kommt ... wer geht ... nun immer eine Sache für mich. Ich halte es für mich in Foren so, dass ich mich beteilige wenn ich Lust und Zeit habe, aber auch mal Wochen oder Monate inaktiv bin (auch in meinem eigenen, recht gut besuchten). Wenn aber große Reden zum Abschied in einem x-beliebigen Forum geschwungen werden, dann habe ich eher den Eindruck einer "ich will nicht mehr Laune". Egal, mit wem oder was .... Einfach "bääähhh". Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

    Ein Punkt aber, ist eben in dieser Geschichte nicht ganz von der Hand zu weisen - nämlich genau die Eigentümlichkeit von uns Co's das Leben des/der anderen zu managen und dabei das eigene zu verlieren. Das kann natürlich dann auch dabei heraus kommen ...
    Aber auch da gilt wieder: jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

    Coabhängigkeit - eine tolle Sache: hört sich an wie Liebe - sieht auch so aus und könnte etwas anderes sein...

    Mir persönlich war heute aufgefallen, dass der Expartner und ich bis fast vor Ende regelnmässig händchenhaltend ect da saßen. Lieb oder? Wie man sich so festhält um nicht die Kontrolle zu verlieren ;)

    Eigentlich, ja eigentlich ist "er" ja garnicht so, nur wenn er getrunken hat und überhaupt nur bei anderen endet es im Sumpf oder ;)
    Wirklich aber war ein durch den Alkohol veränderter Mensch sehr wohl so. Mensch, wenn ich mir jetzt überlege, wie ich gegängelt habe, dass er mal einen Part an Hausarbeit übernimmt. War das vor Jahren mal geschehen, da ja, dann war er ja wirklich nicht so schlimm, er hat ja irgendwann das getan, worum ich bat. Ja! Hat er : um seinen Frieden zu haben und keinesfalls weil einsichtig war, dass ein Haushalt ab und zu wenigstens mal notdürftig versorgt werden muss.

    Genau da aber heißt es Hilfe beginnt bei mir und nicht bei anderen: weder beim Alkoholkranken noch bei anderen Menschen und in deren Leben. Ratschläge oder Worte sind für mich dahingehend "anders" weil jeder alles sagen kann und doch selber etwas ganz anderes tun als der eigene Ratschlag doch war.

    Na, und da können sich doch wir Co-Abhängige wie auch die Alkoholiker gegenseitig den Ball zu spielen wenn bei anderen das Manko gesehen wird und bei einem selber nichts gesehen oder verändert wird. Aber auch das trifft nur den/die Betreffenden selber.

    Meine Worte waren immer: meine Aktionen zu meiner Zeit und dann wenn ich dafür reif bin. So war es und so habe ich es durchgezogen. Schritt für Schritt - für manche zu langsam - aber eben so wie ich es mir erlaubte und konnte.

    Wer stehen bleibt und sich im Kreis dreht und eben keine Schrittchen aus dem Kreis heraus macht, der trifft sich letztendlich nur selber. Wie oft lese ich: "ich will mich aber nicht trennen" Ist o.k. weil das jeder für sich entscheiden muss.

    Wenn sich nun natürlich mehrere Personen treffen, die nichts ändern sondern weiterhin in ihrem Trott gefangen bleiben ist das für diese Leute tragisch, nicht für diejenigen, denen ein Rat gegeben wird. Treffen sich mehrere, die sich gegenseitig glücklich reden, so ist es deren Problem und erinnert mich zuweilen an eine Massenhypnose ;)

    Ich konnte meinen persönlichen Verfall bemerken, das verlieren meiner Lebenskräfte und durfte mein Leben wieder in meine Hände nehmen. Es geht mir gut dabei! Auch mir geht es zuweilen wie Nancy, dass ich denke, ich schaffe das alles nicht, auch ich bin manchmal mutlos oder fühle mich einsam. Aber diese Einsamkeit ist keine schlimme und keine der Ratlosigkeit - sondern eine Einsamkeit der Ratsuche.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Und wie das stimmt, was Loreen sagt.
    Wegen dem Partner bin ich in diese Region gekommen, in der ich lebe.

    Die ersten Jahre war es einfach nur übel und ich überlegte echt wie ich das jemals hier schaffen soll, die Menschen sind anders und ich konnte und wollte nicht so recht. Immer habe ich ein paar auserlesene treue Freunde gehabt, aber wohl gefühlt hatte ich mich nicht.

    Nun bin ich umgezogen, wohne nur ein paar km entfernt von da, wo ich es nicht aushielt und bin glücklich. Ich habe einen neuen Job, der mir sehr großen Spaß macht. Zwar darf ich in der heutigen -Wirtschaftslage nichts erwarten, aber jeder Tag der schön ist erfreut mich.

    Jetzt bin ich hier heimisch - in der Region - im Ort und in mir. Zumindest halbwegs ;) es gibt noch viel zu lernen, keine Frage. Aber jetzt fühle ich mich wohl, was über 10 Jahre !!! nicht der Fall war.

    Du schaffst es Nancy, gib Dir die Zeit dafür um anzukommen, ich habe sie auch gebraucht.

    lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Morgan,
    eigentlich habe ich keine Zeit, aber Deine Zeilen haben mich so sehr an mich erinnert innerhalb meiner fast 10 jährigen Partnerschaft, dass ich doch "loslegen" möchte.

    Weißt Du, ich war todtraurig, dass meinem Ex das gesellige Trinken mit den Kumpels wichtiger war als ich. Dann hatte er wie Du es schreibst "noch was zu tun" musste im Keller am Auto basteln und und und.

    Erst viel zu spät bemerkte ich, dass meine Eiferscuht auf Kumpel und Co. besser gerichtet wäre auch die dritte in unserer Beziehung: die Sucht. Alle Eifersucht "der Kumpel ist wichtiger" war so was von umsonst und kräftezehrend, dass es zum heulen ist, wie ich mich dadurch selber klein gemacht habe.

    Hast Du Angst vor dem alleinsein? Es hört sich teilweise so an. Schau, ich bin Teenagerspätlese, 48, vielleicht auch für mein Leben nun solo (auch weil ich derzeit noch gar nicht in der Lage wäre eine Partnerschaft zu führen). Aber ist alleinsein wirklich schlimmer als die tagtäglichen Belastungen? Das ständige "auf der Hut sein was passiert".

    Du weißt gar nicht Morgan, wie Recht Erdling mit seinen Zeilen hat und damit, dass die Sucht sich steigert. Es kann von heute auf morgen einen Schlag tun und nichts mehr ist wie es mal schien - obwohl es schon schlimm genug erschienen war.

    Ob fallenlassen richtig ist?
    Ich kann Dir nur sagen, ich habe es lange Jahre nicht getan und dadurch die Sucht meines Ex unterstützt. Ich habe ihm seine Verantwortung abgenommen und ihn davor bewahrt in sein wahres Gesicht sehen zu müssen. Ich habe ihn durch Kontrolle der regelmässigen Mietzahlungen, Strom ect. vor dem Auflaufen geschützt und dadurch dafür gesorgt dass er viele, viele Jahre weitertrinken konnte und seinen Konsum gesteigert hat.

    Egal aber, ob das Fallenlassen für ihn gut oder nicht war - ich beginne zu leben. Ich tat das innerhalb der Beziehung schon lange nicht mehr. Ich empfinde pure Freude, das ging innerhalb der Suchtbeziehuhung schon lange nicht mehr. Die schlechte Laune des anderen hatte ich schon angenommen. Die Unzufriedenheit mit meinem Leben machte mich missmutig.

    Meine Freunde wurden madig gemacht und es wurde unbewußt immer isolierter um mich herum. Es gab gute Freunde, Gott sei Dank, diese ermöglichten mir mein gehen und nun ein Leben, welches als Leben bezeichnet werden kann.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Gartenarbeit,
    komm für Dich zur Ruhe und überlass ihm seine negativen Gedanken.

    Einfach mal runterkommen - auch wenn es schwer ist. Morgen mal bei Sonnenschein die Fragen
    was will ich ertragen
    was kann ich ertragen
    wie ist die Beziehung wirklich
    fühle ich mich sicher, geborgen
    sind wir offen miteinander
    muss ich "Angst" haben
    kann ich mich im eigenen Haus so benehmen wie ich möchte und last not least:
    wie könnten die Kinder darunter leiden.

    Es ist schwer Gartenarbeit, die richtige Lösung zu finden. Das erschreckende in meinem Fall war, dass es jahrelang für mich als Partnerin harmlos war (es gab aber im Umfeld bereits Schlägereien und ähnliches, als Co wurde ich noch heil gelassen).
    Das änderte sich schlagartig, als innerhalb von Wochen beide Großeltern und der Vater starb. Der Knabe rastete von heute auf morgen so was von aus, dass ich gar nicht blickte was geschah. In allen Lebensbereichen. Plötzlich gab es Betrug, eine andere Bettgeschichte und und und.

    Innerhalb von wenigen Stunden und Tagen war alles auf Chaos programmiert. So schnell konnte ich gar nicht mehr schalten, wie sich die Aktionen abspielten.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich denke, liebe HOffender,
    Du hast es erkannt und gehst dagegen an. Du gehst mit der Problematik offen um und hast alle Chancen der Welt nicht so zu werden wie beispielsweise mein Partner geworden ist als die Suchtspirale immer enger wurde.

    Ich denke mal, er selber hätte vor fünf Jahren noch den Kopf geschüttelt über die Strafanzeigen, die er bekommen hat, die sexuellen Übergriffe oder die Aussage "das Haus abzufackeln".

    Spät zwar, aber Du bist nicht zu spät aufgewacht und wie in einem Thread zuvor so wunderschön geschrieben wurde: Du hast einen Bruder auf den Verlaß ist und eine Frau, die noch mit Dir spricht, also alle Chancen mit Karacho den Karren rauszukriegen.

    Toi toi toi
    wünscht Dagmar

    Oh je, Gartenarbeit,
    das dürfte von Fall zu Fall unterschiedlich sein.

    Mir war es zuviel - die Brücke, die er sich raussucht, das Haus, welches er abfackelt, sein Testament, welches ich schreiben sollte.

    Weißt Du, egal, ob was dran ist oder nicht
    a) kostet es unsere ganze Kraft
    b) will ich mit so etwas nicht in Verbindung gebracht werden
    c) unterlassene Hilfeleistung ist auch nicht von schlechten Eltern.

    Alleine die Angst, dass er eine der Drohungen wahrmacht, die reichte mir schon um nach einem neuen Heim zu suchen.

    Und dann Gartenarbeit: nur mal Märchenstunde: er fährt alkoholisiert, baut einen Unfall, verletzt Menschen und sich selber.
    So .... jetzt sagt das Gewissen ja erst recht "du kannst nicht gehen", oder?

    Nein, liebe Gartenarbeit in meiner Situation habe ich gespürt, da kann noch ganz schlimmes passieren - freie Auswahl was - weg mir Dir.

    Es kann ja auch "nur" einen Sturz haben, eine Hirnschädigung und eine Pflegefall werden - mit Abstand ist das alles noch immer viel besser als im selbigen Wohnbereich, oder?

    Das schlimme erschien mir dass ich nicht wusste, wann er welche Probleme hat. D. h. also ich gar nicht hätte ahnen können wann die tickende Zeitbombe, mit der ich unter einem Dach wohnte, explodierte. Mir war es zu gefährlich und ich hatte blanke Angst um mein Leben. Habe ich auch jetzt noch und meide sogar einen wichtigen Laden, weil der neben seinem Arbeitsplatz ist.

    Ich weiß echt nicht, für wie ernst man so etwas nehmen kann - aber ich weiß es belastet. Komm zur Ruhe und überleg Dir langsam Deine Schritte. Auch wenn ein Auszug nicht schön wäre, manchmal ist er sicherer. Denn darauf, dass er geht, zu hoffen ist mutig.

    Ich drück Dir die Daumen, denn es scheint viel ähnlich zu sein wie bei mir (das Alter meines Ex-Partners war 43, gezecht seit Teenagerzeit) und ich befürchte unsere Partner sind schwer einzuschätzen, weil die Sucht das Züngelchen auf der Waage ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Gartenarbeit,
    ich bin "getürmt" nachdem er drohte das Haus abzufackeln.

    Ich habe mir ein Minihäuschen gemietet, was ich Naivling ihm auch noch sagte. Da war ich noch so naiv zu denken, dass alles "normal" über die Runden geht. Dem war aber nicht so.

    Nach einem weiteren sexuellen Übergriff bin ich während seines Urlaubes ausgezogen - ab da war die Hölle los und teilweise habe ich die Polizei betraut etwas für meine Sicherheit zu tun.

    Nunmehr scheint es so, als wäre er 80 km weit verzogen und ob er den Arbeitsplatz hier (ein paar Km von mir entfernt) noch hat ist fraglich.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Vor allen Dingen ist es ja auch so, dass wir hier miteinander kommunizieren. Dein Partner hat sich ja nicht hier im Forum angemeldet sondern Du. Somit ist es vermutlich für die meisten von uns wichtriger zu wissen wie es Dir geht. Wie Du mit Deinem Leben klar kommst - ohne dass es von ihm beeinflusst wird.

    Denn ich denke, dass ist der Hauptteil den wir als Partner eines Alkoholikers drauf haben müssen um überhaupt eine Beziehung halten zu können. Wir müssen selber überlebensstark sein um nicht für ihn ein Hindernis zu sein, sollte er tatsächlich auf dem Weg zur Trockenheit sein.

    Dann nämlich, wenn er wirklich in sich geht und lernt - es anders machen will - dann will auch er bestimmen was, wie und warum. Das ist auch sein gutes Recht - da heisst es nämlich als Partner dann auch stark zu sein, in Freiheit losloassen und sich fragen ob man sich wieder trifft und sich suchtfrei auch noch etwas zu sagen hat.

    lieben Gruß von Dagmar