Beiträge von dagmar007

    Salue Hartmut,
    ich hatte mich innerlich gefragt warum er denn nicht einfach fragt was drin ist, dass kann eine Frage nach dem Rezept sein - ist ja unauffällig, wenn man/n/frau denn nicht mit der Wahrheit raus will.

    Ich dachte für mich, dass das ganz schön mutig ist. Wie auch jeder seine eigene Art hat damit umzugehen ob Alk im Haus ist oder ob Kneipen angebracht sind. Ich würde es mir nicht antun, da ich meine persönliche "Verführung" befürchten würde.

    Andere empfinden sich als stark - ich würde denen wünschen, sie sind es wirklich. Denn ich persönlich hätte mir als Abstinenzler keinen Kuchen angetan, von dem ich nicht weiß was drin ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

    uuups, da wurde ich leider grad mal Zeuge wie es schief gehen kann wenn nicht das Umfeld informiert ist über Alkoholismus, bzw. die Erkrankung eines Menschen.

    Am Freitag nahm eine Mitschülerin aufgrund Ihres Geburtstages zwei Kuchen mit, einer ohne Alkohol, kein Problem für einen meiner Mitstreiter (außer mir ist wohl niemand darüber genau informiert dass er seit zwei Jahren trocken ist) der Eierlikörkuchen muss wohl mit einer vollen Dosis versehen gewesen sein, laut der Bäckerin. Sie hätte es eigentlich mitbekommen müssen, dass er trockener Alkoholiker ist. Wir haben uns darüber jedoch unterhalten ohne sie gezielt einzubeziehen. Er jedoch dürfte davon ausgegangen sein, dass sie es mitbekommen hat da wir uns oft darüber unterhalten haben.

    Das erzählte sie erst gegen Ende der Kaffeerunde. Mein Mitstreiter fragte nur ganz geschockt, wo denn nun Alkohol drinnen gewesen wäre und das Gesicht fiel ihm runter.... Er und ich sahen uns nur an.... Er hatte sich nie gewagt irgendwo Salat mitzuessen in dem Bewußtsein es könnte in Sachen Essig ect. schiefgehen.

    Wenn ich für die Runde backe teile ich gleich mit "sorry Leute, ich mag keinen Alkohol, deshalb ist hier keiner drin".

    Ich musste hier wieder klar merken wie wichtig es wäre sich komplett zu outen, auch wenn es nervt wenn jede-/r Bescheid weiß. Auf der anderen Seite denke ich die wenigsten Bäcker interessieren sich dafür, "soll derjenige es eben stehen lassen".

    Ich glaube seinen Blick als wir uns ansahen, den werde ich nie vergessen...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    sagen wir mal, lieber Matthias, ich hätte meinen "Spezels" einen angemesseneren und weniger kindischen Umgang zugetraut. Nun gut, wenn sie dann also diese Spielwiese brauchen, dann sollen sie da eben spielen und ich "trolle" mich davon ;)

    Es ist einfach so, dass diese kindhaften Dinge für mich fremd geworden sind. Eifersucht subtil auszudrücken und quasi gegenseitiges Duellieren und versuchen mich da mit rein zu ziehen finde ich nicht toll. Aber, und das widerum finde ich toll, dass ich das gemerkt habe und unbewußt gleich den Riegel vorgeschoben habe. Wisst Ihr verstehen kann ich das alles schon, aber nicht gut heißen.

    Und da gilt was Du sagst, liebe Nici, wer dann immer noch freundschaftlich verbunden ist und meine Grenzen akzeptiert, der ist willkommen um andere ist es nicht schade, weil es nicht passen würde. Hat aber eine Weile gedauert, bis ich wieder diese Ruhe in mir fand. Die letzten beiden Wochen hatten mir schon zugesetzt. Einfach weil dieses "buhlen" mit versteckten Waffen für mich fremd ist.

    Beigetragen hat natürlich noch die Reaktion der alten Kollegen, die mich zu Tränen gerühert hat. Das hat mich schon positiv geschafft, denn welche schönere Freundschafts- oder Achtungserklärung kann man sonst noch bekommen: weg, aber nicht vergessen und dennoch vermisst und in Gedanken dort bei denen die noch da sind (bald waren).

    Es ist eben einfach das normale Leben, welches mich jetzt im Griff hat - während ich alle die Jahre zuvor eher zurückgezogen war erst in der Suchtbeziehung dann im finden von mir selber. Und ich merke halt, dass so viel schwer gelerntes jetzt "mein" ist.

    Gestern ging es um Haushalt und dass ich zu vielem nicht komme. Jemand sagte zu mir, "ist doch egal, sieht keiner". Mir rutschte raus "Das ist mir auch egal, ich mache es ja für mich". Da sah mich einer meiner Herren mit ganz offenem Mund an. Er selber ehemals Alkoholiker hat große Probleme mit sich und dem annehmen des Lebens wie es einfach ist und wie seine Probleme damit sind. Und da habe ich gemerkt, wo ich stehe und das war ein gutes Gefühl.
    uups kriege alte kollegen bescuh bis sptäer

    daggi

    Ja Ihr Lieben,
    ich bin derzeit gefühlsmässig ganz leicht ansprechbar. Ich habe erfahren, dass zwei ehemalige liebe Kollegen nun auch gekündigt haben und es wurde mir von einem weiteren Kollegen gesagt, dass ich a) auch gehen musste weil ich mich mit diesen so gut verstand und b) der Weggang einiger Leute mit mir zusammenhing und auch von diesen benannt wurde. Das zog mir die Füße weg. Positiv! Ich finde, etwas schöneres kann es in Form von menschlicher Anereknnung nicht geben als nach der Zeit zu sagen "wir vermissen sie" und wir gehen jetzt auch weil es uns nicht mehr gefällt.

    Bevor ich die Details wusste sagte ich zu dem Kollegen, der seither betriebstreu war: "Wenn ich entscheiden müsste was mich wichtiger wäre Job oder Ihr - so hätte ich mich immer für Euch entschieden und gerne meine Kündigung entgegen genommen.

    Gefühlsmässig ist gerade ganz viel in Verarbeitung und Bearbeitung. Nicht zum negativen von mir, aber eben ganz viel....

    Ja, liebe Gotti, Freiwild nicht im Sinne von negativ gegen Frauen, aber zwei Singles, die die sich ins Zeug werfen. An Tagen wie heute habe ich dann auch ein Problem wenn die so laut sind und sich übersteigern. Ich habe meine Sachen gepackt und im anderen Büro weitergearbeitet. Nun wurde es natürlich nebenan noch lauter .... Manno, so war ich auch mal .... mit 17 ....

    Gotti, ich glaube nicht dass es die Angst ist dass ich nichts dagegen tun kann, gegen Witzelein und so, denn es sind Menschen, mit denen mich schon mehr verbindet als nur Blabla. Und eben das tut mir ein bischen weh. Ich muss sie gerade in einem Licht sehen, welches mir nicht gefällt. Und Gotti - ich bin mir sicher dass noch ein weiterer Punkt mitspielt: ich spüre, dass ich nicht mehr die Angst vor einer Beziehung habe wie seither. Ich bin also sehr wohl in der Lage Komplimente und ähnliches wieder anzunehmen. Ich denke einfach, ich habe tierische Angst Alarmzeichen zu übersehen.

    Denn wie gesagt, es sind nicht irgendwelche Leute sondern schon nahestehende.... bei denen ich diese Thematik so nicht hören wollte.

    lieben Gruß von Daggi

    das ist wieder der gute, liebe und so direkt colle Matthias :)

    Ja, lieber Matthias, derzeit verschwinde ich dann wenn es mir zu blöde wird - im anderen Falle höre ich zu und beteilige mich nicht am Gespräch. Ich habe mir für mich meine Gedanken gemacht und werde diese sobald es mal passt dem "Sprecher" mitteilen. Denn das ist wirklich wie bei Kindern so eine Art von Verbalerotik (die real nicht gelebt wird wie ich weiß) und dann finde ich halt so Sprüche von wegen er würde sich gerne mit jemandem wälzen, einfach daneben. Ich weiß Männlein und Weiblein sind unterschiedlich, für mich ist das aber eine Tätigkeit am Objekt wenn das so ausgedrückt wird. Und das schlimme ist ja, einer hat sich jetzt zurückgenommen und der andere legt auf....

    Echt Du, manchmal denke ich "Jungs, das kann nicht wahr sein" einer ein paar Jahre jünger als ich - einer ebenso viel älter als ich.... und beide fangen immer wieder an.

    Wobei halt auch ich mir ersparen muss "Typisch Mann oder typisch Frau-Beispiele zu benennen, da dann mache ich ja mit - wenn auch auf flachsenderer Basis - aber da kommen wieder die unterschiedlichen Betrachtungsweisen.

    Es macht mir auch zu schaffen, dass das an mir so stark nagt, ich hätte gedacht das besser weg geschoben zu haben. Auch habe ich derzeit keine Ahnung ob ich sagen soll warum es mich trifft. Auf der einen Seite mag ich kein "Kanonenfutter liefern und quasi selber meine emfpindliche Seite präsentieren" (nicht dass ich in dem Duell noch das Opfer bin) auf der anderen Seite stört mich von Menschen mit Herz (was ich über Monate genießen konnte) diese Objektbezogenheit.... dieses weg vom Mensch einfach mit Start auf Primitivität...

    aber was solls, in jedem (oder in vielen, schreibende Anwesende sind natürlich ausgenommen, lieber Matthias ;) Manne steckt ein Kind.

    Lieben Gruß von Daggi

    Hallo Ihr Lieben,

    eine hektische nicht einfache Zeit, Wasserproblem, meine Schüssel erlaubte mir nicht ins Internet zu gehen, aber ich hatte halt einfach super Kollegen: ich habe tagelang keine Mail von Dir bekommen, deshalb stehe ich jetzt mit Frühstücksbrötchen da. So war es dann am Samstag und mein "Bäckerbote" stellte die Internetschüssel ein, obwohl er so etwas nie zuvor getan hatte.... Toll einfach..... nicht das einstellen sondern, ich habe nichts von Dir gehört - ist etwas passiert...

    Schule schwer - Mathe 4 als Note. Für mich schon die Creme de la Creme - was sagt mein Lehrer: nein, das gefällt mir noch nicht. Sie haben die schwerste Aufgabe (als einzige) richrig gelöst, sie haben sehr wohl ein Verständnis und das wollen wir jetzt nochmals prüfen.... wir lernen nochmals und schreiben die Arbeit nochmals.....

    o.k., das Vertrauen ehrt mich, das Angebot nehme ich an, aber ist verrückt, meine Ansätze wären alle o.k., aber so verrückt in der Durchführung dass sie in ein Desaster führen müssen. Aber wie ich es zu lieben ausdrücke "null Ahnung" das würde nicht stimmen....

    Wie schon lange offensichtlich arbeitet sich nun vieles an die Oberfläche, was ich während der Suchtbeziehung verdrängt habe und nach der Trennung noch nicht bearbeiten konnte weil es zu viel auf einmal gewesen wäre.

    Ich bin in Sachen Erotik und Sexualität ein recht offener Mensch und habe auch kein Problem, wenn mal der eine oder andere Witz erfolgt oder das eine oder andere Gespräch.

    Ernsthafte Fragen oder Themen - null Problem. Nun liegen da natürlich zuweilen die Meinungen von Männern und Frauen recht kontrovers gegenüber. Derzeit steigert sich die Themenvielfalt eines Mitschükers/Bekannten doch ziemlich (wohl noch angestachelt durch ein paar andere Herren) in die Richtung Männer/Frauen-Thematik "typisch Mann" oder "typisch Frau". Bisher sah ich das als Gag und war munter mit dabei.

    Allerdings habe ich derzeit ein Gefühl als ob beständige Kommentare über Sexualität (egal welcher Art) den Charakter einer "Entspannung" erfüllen und es hier keinesfalls mehr um Menschen geht über die gesprochen wird.

    Ich habe für mich noch keine Kommentare gefunden, die eine passende Antwort sind, die nicht gerade als weiblich empfindlich angesehen werden. Es trifft mich persönlich wohl deshalb, weil genau diese laxxe extreme Art von Spaß mir zeigt wie mein Alk-Ex gedacht haben könnte, der nach der Trennung sexuelle Übergriffe der übelsten Art vom Stapel ließ. So, nun ist das eine Sache, die ich für mich verarbeiten muss. Da einige Aktionen passierten als ich im Schlaf war kann natürlich auch sein, dass da jetzt so eine Art Bewältigung bei mir erfolgt und ich deshalb überempfindlich reagiere.

    Aber da stehe ich im Moment schon ein bischen vor meiner eigenen Türe und lausche....

    Derzeit ziehe ich mich also recht konstant aus solchen Gesprächen zurück weil ich einfach ein schales Gefühl dabei habe.

    Ich frage mich ein bischen ob mit solchen "recht primitiven" Kommentare der Herrenweilt einfach eine gewisse Unsicherheit überschattet werden, vielleicht spielen einfach die über Jahre nicht aktiven Hormone des Herrn der Schöpfung "Zwergenaufstand" oder oder oder. Eine Kollegin von mir, die sich schon seit Wochen genervt fühlte sagte heute zu einem Herrn der Schöpfung "Ich weiß nicht, sie als männliche Singles (Mehrzahl) sind einfach kindisch".... das umschrieb es gut, obwohl ich den Begriff an sich nicht mag....

    Na ja, es gibt noch viel zu lernen. Ich spüre schon, dass das im Moment wieder ein neuer Schritt ist, gefallen tut er mir jedoch gaaaarrrrr nicht....

    Lieben Gruß von Daggi

    Liebe Feeli,
    Deine Zeilen habe ich gerade erst gesehen, und Du sprichst genau das an, was ich merke: da sind zwei in meiner Nähe und einer ist zögerlich (den ich früher "auf die Seite gestellt hätte") und der andere "mächtiger" gesicherter, stabiler.

    Genau deshalb habe ich diesen Vergleich gewählt, liebe Feeli, dieses zarte Zupfen gegenüber dem ziehen, von dem ich in den letzten Tagen überrannt wurde.

    Nein Feeli, in einem Punkt täuscht Du dich :) der "schwächere" hat die Oberhand weil er für mich durch seine Schwäche stark ist. Nämlich weil er zu dieser steht! Mich hat nämlich sehr gestört, dass diese für mich überraschende weil so intensive Demonstration des Stärkeren so erfolgte dass der "Schwächere" ausgesperrt war. Im wörtlichsten Sinne!

    Weißt Du Feeli, das erstaunliche an der Sache ist ja tatsächlich, dass es diesesmal für mich so etwas von deutlich ist was da passiert, was ich früher so nicht "geschnallt" hätte.

    Aufgrund dessen, dass ich hier keine zufällige Widererkennung fürs Reallife geben möchte kann ich nicht zu überdeutlich sein: lass es mal als Beispiel so stehen: während der eine mich liebevoll bei einem Danke in den Arm nimmt sagt der andere "kommen sie doch mal mit". Sprich: einer beläst mich im Kreis der Allgemeinheit und einer schottet mich ab und zieht mich weg von der Allgemeinheit.

    Ich bin nun gezwungen Grenzen zu ziehen, muss aber erst mit mir ins Reine kommen wie. Das ist erst ein paar Stunden her und ich habe es noch selber nicht verarbeitet was da an diesem Tag alles geschah.... denn es war zu viel....

    Ja, meine Tiger sind über den Berg, aber es war - und ist noch eine Daueranspannung. Da einer davon ein Streuner ist, der schon lange bei mir lebt habe ich eben gnadenlose Panik dass auch er etwas tödliches unheilbares hat. Das nämlich war in jedem Januar der vergangenen Jahre, einer meiner Streuner musste ins Regenbogenland, FIP oder Leukose oder Nierenversagen... also nichts, auf das wir Einfluß haben könnten.

    Ja Feeli, Du hast es genau richtig interpretiert, Ausnahme der Punkt dass ich diesesmal Herz und Bauch entscheiden lassen möchte und die Geduld, die ich früher nicht hatte, auf meinen Lebensweg mitnehmen möchte.

    Lieben Gruß von Daggi,
    die saufroh war dass Du das ebenso interpretiert hast wie ich - oder einfach meine Gefühle so gedeutet hast, wie es mein Verstand mir auch sagt.

    Ach lieber Matthias,
    haben mir Deine Zeilen doch gerade gut getan :)

    Ach Du, warum es immer die erwischt, die eh keine Mäuse haben ;) ganz einfach ;) die holen nicht vorsorglich einen Flaschner, weil das ja auf den ohnehin schon schmalen Geldbeutel geht. WEr hat ohne Ende, der erneuert das Ding schon aus Geldtechnischen Grünen, weil ja jedes Jahrzehnt Entwicklung an den Wasserkästen sparsamer im Wasser ist. Das Ding hier ist uuuuuuurrrrrrrrralt.

    Ja, der Vermieter lässt einen neuen reinmachen, und kostentechnisch dürfte es so aussehen, dass Vermieter und ich die Hälfte übernehmen. So war der Stand der Gespräche. Ich habe natürlich schon leichte Panik, dass diese finanziellen Probleme mich noch ein bischen mehr runterbringen.... Nun gut, aber auch da werden wir sehen.

    Nein, Matthias, die Begleitung eines nun trocknene und seine "Probleme" sind nicht die meinen, er schafft es auch mit Bravour und ich muss mir weder für mich geschweige den über ihn Gedanken machen. Aber: die Gesellschaft lebt so "hast Du Kummer mit die Deinen, trink Dich einen". Lieber nicht mit der Person auseinandersetzen (egal ob Trinker, Drogi oder einfach nur trauriger Mensch) sondern "her mit dem Alk", dann wirst Du lustig und vergisst alles.
    Auch werde ich an meine Außenseiterposition als junger Mensch erinnert, was mich jedoch nicht störte, denn ich mag das Zeug einfach nicht, bei mir ganz einfach.... aber nicht bei anderen, denen es mal geschmeckt hat.

    Silberkralle, ich werde es bewältigen können und müssen. Können durch das was ich durch Euch und Deine Umärmelungen lernen durfte ;) und müssen weil ich ja nicht das verdrängen kann, woran ich die letzten Jahre gearbeitet habe. Es ist halt gerade schwer für mich meine Erdung zu bekommen weil ein Erlebnis das andere ablöst. Ich komme nicht zur Ruhe, zum Nachdenken oder abschließen, weil quasi jeder Gefühlsveränderung eine Erdung folgen sollte, bevor ich die aber erreicht haben könnte steht schon das nächste Mainzelmännchen vor der Tür "Guten Abend" "Und das wäre Ihr Preis gewesen" kommt dann gleich die nächste Schiene.

    Ich weiß wofür es gut ist, lieber Matthias, der Weg ist so etwas von klar und deutlich, wie es anders gar nicht geht, wie es noch nicht einmal anders interpretiert werden könnte. Ich kann, muss, darf, nochmal genau den Weg neu gehen, den ich als Teenager gegangen war. Logisch ... Ausbildung mache ich gerade, zwischenmenschliche Kontakte lerne ich neu und mein häusliches Leben lebe ich selbstverantwortlich.

    Alles neu also macht nicht der Mai sondern zwangsläufig die Daggi....

    Ach, Dein Kompliment betreffen meiner "herausragenden" Persönlichkeit tut mir ja so wohl. Aber, lieber Matthias, da das diese Woche so losgelegt hat frage ich mich manchmal ob ich den Fehler mache und zu offen bin oder einfach zu "herausragend". Ich habe einen Kuchen für die ganze Manschaft gebacken, einfach weil meine Nebensitzerin eben Quarkstollen liebt - kein Thema, ich auch, also kurze Backrunde für die ganze Meute.
    Ich liebe Blumen, habe viel an Seramisprodukten, setze diese aber nicht ein. Was liegt näher, als das jemandem zu geben, der sich darüber freut. Ergänzt durch einige Pflanzenzöglinge habe ich jemanden glücklich gemacht und vielleicht dieses Szenarie ausgelöst....

    Ich weiß es nicht, lieber Matthias, denn genau das ist ein Punkt, an dem ich knabbere. Dinge, die ich so machen möchte weil ich sie fühle. Aber liegt es wirklich an mir oder am Helferlein, welches andere spüren... ich weiß es nicht, und das macht mir Gedanken....

    Lieben Gruß
    von Daggi, die nun 3 m hoch zum Brunnen geht

    Na, liebe Andrea,
    Du würdest Dich wundern wie effektiv diese Entzugserscheinungen sind. Dieser Hunger nach dem zuvor gelebten auf und ab - vor allem nach dem auf. Die ständig enttäuschten Hoffnungen, der absolute Absturz. Wir waren in ständigen ups and downs ;)

    Nun, wenn Ruhe einkehrt, ist es ruhig. Wir hätten die Zeit uns mit uns zu beschäftigen. Dadurch entsteht aber auch die "nagende Fragerei" was bin ich, wer bin ich, was mache ich, wie fühle ich wirklich und last not least "was will ich"....

    Und nun geht es los.... Herz spüren, Bauch fliegen, die verflixten Schmetterlinge, die in Scharen unterwegs sind, der Herzschmerz der uns zu zersprengen droht. Alles ist in Unruhe und eine Achterbahn ist ein Dreck dagegen...

    Der Alkoholiker und wir Angehörigen müssen nun beginnen ohne unser Gift zu leben. Unseren "Glücklichmacher" und "Betäuber" in ein Regal zu stellen oder am Besten gleich in den Müll.

    Und nun beginnt die wirkliche Arbeit.

    Viel Kraft, aber auch viel Erfolg werden auf Dich warten! Aber durchhalten musst Du halt....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Rosensonne,
    wir versagen wohl kaum weil ein anderer mit sich Mißbrauch betreibt.

    Allerdings ist es die Entscheidung des anderen den Missbrauch mit sich zu betreiben und unsere Entscheidung uns das nicht mitansehen zu müssen oder uns gefühlsmässig davon abhängig machen zu wollen/können/müssen.

    Ich glaube nicht, dass ich Dir irgendwas sachliches sagen muss, das nämlich weißt Du selber! Du spürst Deinen Kummer bei den Schritten die vor Dir stehen, wenn Du es für Dich und für ihn verantwortliche gestalten willst. Du spürst nun dass Du gefordert wärst für Dich, Dein Leben und Deine Zukunft - im Notfall ohne ihn - zu sorgen...

    Lauf los....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Sad,
    ich möchte mich vollstens Gotti anschließen!!!!!

    Nur wer alleine mit sich klar kommt, seine Probleme - weitestehend - alleine lösen kann und sich alle gefühlsmässigen Zufriedenheiten selber holen kann, der/die ist überhaupt in der Lage selber selbiges zu geben. Wer keine Selbstliebe und Selbständigkeit besitzt kann diese weder vom anderen einfordern noch geben.

    Gewiss, es ist es schwer das Leben selbstverantwortlich zu gestalten und es gibt immer Zeiten, in welchen man/frau sich hilflos fühlt. Der Start ist schwer.... aber er ist das a und o.

    Ich bin gestartet! Ich hatte nämlich die Nase voll im anderen das zu suchen was ich selber nicht habe. Von der Dosis, die er mir von sich gibt, meine Zufriedenheit abhängig zu machen.

    Schwach, Stark? In der Schwäche liegt die Stärke! Diese zu sehen, sie an die Hand zu nehmen und zu sagen gemeinsam sind wir stark!

    Jeder Mensch ist wertvoll, kein Mensch sollte sich "verpissen" müssen/sollen! Kein Mensch sollte zum Spielball gemacht oder verleugnet werden.

    Und Sad: es gibt viele wertvolle Menschen - die so etwas nicht bringen und Dir servieren! Sind sie deshalb langweilig? Wohl kaum?! Aber Dein "Nervenkitzel" fehlt und es fühlt sich langweilig an.

    Glaub mir, ich weiß sehr gut wovon ich spreche... Nur hat mein Körper mir diese "nicht langweiligen Männer" nachgetragen, meine Psyche hat sich verabschiedet und ich war ein Schluck Wasser in der Kurve. Reicht Deine Kraft weiter als meine???

    In diesem Sinne,
    lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    danke fürs "hochholen" und nicht vergessen :)

    Ich habe gerade schon eine heftige, harte Zeit, in der ich stecke - sie ist nicht schlecht, aber schwer...

    Da sind zum einen mal die Krankheiten/Erkältungen/Gastritis meiner Tiger, die mir sehr viel Angst machten. Ich habe ziemlich an Nerven eingebüsst, weil jeder von ihnen mal kränkelte als es so saukalt war, bis das aber wieder gesund ist und ich mich "sicher" fühle, das dauert noch.

    Dann hausintern: es entstand bei mir ein unerklärbarer hoher Wasserverbrauch. Stadt war hier ect. pp. Fakt ist der Wasserkasten ist nicht o.k. und lässt viel zu viel Wasser durch die Rohre - was aber nicht sichtbar ist.

    Dinge, die wohl in der Klärung sind, aber viel Geld kosten und meine Kraft.

    Last not least ... und das ist das womit ich derzeit am schwersten trage... sind so die normalen menschlichen Gesetze, denen man sich unterwirft wenn mal urplötzlich in einer sehr lebendigen Gemeinschaft ist. Plötzlich erscheint am Rande das Thema Alkoholismus, gott sei Dank bei nun trockenen, die einem die Probleme des "heute" schildern. Trocken und alleine - weil das vorher nicht mehr lebbar ist, auch nicht gewollt, aber plötzlich verbunden mit "Einsamkeit".

    Hier erlebe ich gerade pur wie schwer es ist wenn jemand sich von seinem Gift gelöst hat, welches ihm alle Hemmungen und Probleme nahm, diesen nun klar stellen möchte, es aber schwer ist. Da sind dann die Dinge, die von unseren nun trockenen Alkoholikern angesprochen werden. Da ist wenn ich einen Kuchen für alle backe die Thematik ich nehme keinen Alk zum backen (kein Problem, mag ich eh nicht). Da ist die Weihnachtsfeier für mich mit Cola kein Problem, aber ich sehe halt auch wie andere betrachtet werden, die sich in den Augen anderer "ausschließen". Es ist ein verdammt schwerer Weg, den ich hier nicht bei einem Partner begleite, sondern bei jemandem neutraleren....

    Dann... mein Hauptschwerpunkt.... ich habe mich mit jemandem angefreundet (allerdings nur in dem Rahmen dort, private Treffen sollten wir uns noch vorbehalten aufgrund unserer beiderseitigen alten Verletzungen). Alles schön, alles gut, alles immer offener und ehrlicher.... Könnte alles gut sein...

    Wenn nicht von einem der Chefs dort eine Betonung auf den Kontakt mit mir bestehen würde. Ein netter Mensch, keine Frage, aber das ist etwas viel, was da auf mich zubröckelt an sehr vielen intimen, verdammt intimen, Details. Ich kam mir gestern vor als wäre ich eine Gummipuppe, an der zwei Menschen ziehen. Der eine ganz verhalten und vorsichtig zupfend, der andere mit Schwung.

    Ich möchte das hier nicht so deutlich ausführen, aber es ist nicht ein bischen Kontakt sondern schon verbunden mit extrem viel Nähe und Aktionen.

    In sich nichts schlechtes oder negatives, aber viel für mich und einfach "neu" hier quasi so einen Mittelpunkt darzustellen. Es ist so ein bischen ein "Duell der Besten", bei dem ich so mittendrin stehe als derjenige um dessen Aufmerksamkeit und Zuwendung es geht.

    Alle meine Verhaltensweisen die als Teenie schon gelebt wurden, nun neu überdacht wurden, kommen als Aufgaben auf mich zu:
    Bei Mathearbeiten bin ich früher mit meinem Nebensitzer eine Treppe hoch, rechts, bis wir erfahren habe Mathearbeit - und sind links wieder runter und zu ihm nach Hause. Heute schreibe ich meine Tests auch wenn ich weiß, ich habe keine Ahnung, ich stehe es durch.

    Früher bannten sich Beziehungen an, ich hatte keine Geduld und kein Selbstwertgefühl. Somit habe ich den Kontakt, der Herz und Bauch berührt weggeschoben als "ist eh nicht gut" und habe mich erobern lassen von dem "nächsten" der besser kämpfen konnte...
    Da bin ich jetzt aktiv dabei mit dieser Situation umzugehen, kann also noch kein Resultat vermelden sondern nur den "Kriegszustand in mir".

    Alles ganz logische Vorgänge:
    Das Leben wiederholt sich in seinen Begegnungen und Geschehnissen. Früher habe ich vieles falsch entschieden - veranlasst durch Muster meiner Kindheit - heute bin ich gefordert es anders, verantwortlicher für mich selber, zu bewältigen und das ist Herausforderung pur.

    Lieben Gruß von Daggi

    Liebe Regenblume,
    lieber Roloff,
    ihr solltet jetzt sehr, sehr stark auf Euch selber aufpassen. Der Helferinstinkt in Euch ist schon sehr stark, so stark, dass Ihr vor lauter helfen evtl. überseht, dass Ihr die Probleme eines anderen so stark in Euer Leben nehmt, dass Euer Leben immer kleiner wird.... und das in Eurem Leben....

    Ich kenne das sehr gut. Nur mit dem Unterschied, dass ich heute - früher war ich so um Hilfe bedacht wie Ihr - immer wieder für mich Abstand halte um in diesem Abstand für mich mein Resümee zu ziehen. Und ich sage Euch, wenn man wirklich auf den realen Boden kommt, dann setzen sich Gedanken frei, die man/frau in der direkten Verliebtheit nicht wahr haben kann.

    Es geht hier auch weiter in einer gegenseitigen Abhängigkeit, die noch nichts mit einer Beziehung zu suchen hat. Ihr wollt dem anderen helfen, der fühlt sich "verstanden" gut beschützt und behütet. Dabei habt Ihr Probleme mit deren Alkoholkonsum, was diese aber nicht wissen. Mein Exxi war der Meinung ich toleriere das und ging damit sogar bei seinen Eltern "hausieren". Ich ertrug es, ich fand es immer entsetzlich. Es kam wie es kommen musste: Level hochgradiger Trinker mit Verlust aller sozialen Bindungen und Hemmschwellen.

    Passt gut auch Euch auf.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, lieber Dobby,
    "such Dir eine Neue" ist ein gut gemeinter Spruch, der aber so wohl - zumindest für mich - nicht umsetzbar ist. Ganz sicher stirbt eine alte Liebe wenn eine neue im Leben erschienen ist.

    Aber "Liebe" ist etwas anderes, als es oft gelebt wird. "Liebe" ist für mich uneigennützig, frei von Eifersucht, dem Wunsch Menschen zu verändern - sie zu nehmen wie sie sind - und ihnen alles Glück zu wünschen, auch wenn das mein persönliches Unglück bedeuten würde (denn muss es dann als Glück empfunden werden wenn der andere sich wohl in sich fühlt). Ich lerne das Schritt für Schritt, bin auch auf einem für mich sehr guten Level.

    Aber genau das war notwendig um zu der Erkenntnis für mich zu gelangen ich bin liebes- und beziehungsfähig. Aber eben nur dann, wenn ich dem anderen sein Glück gönnen kann und im Notfall auch zurücktreten kann und dennoch mit mir selber glücklich bin.

    Dobby, die Zeit der Trauer und Schwere kann noch lange anhalten, bei mir war es sehr, sehr lange. Dennoch hat sich Tag für Tag etwas zum positiven geändert. Immer mehr wurde ich in mir "heimisch", meine Optik veränderte sich, meine Kleidungsfarben und Art. Wer mich jetzt sieht und vor 2 Jahren der erkennt zumeist nicht einmal die selbige Person.

    Du bekommst Deine Gefühle wieder - hast sie sogar jetzt ;) weil es nämlich zu viel ist fühlt es sich vielleicht an wie nichts. Vielleicht sagt Deine Psyche einfach: stop, ist gerade alles zu viel ... abschalten.

    War bei mir so. Flashbacks kamen auch noch nach zwei Jahren. Der Psychotherapeut sagte zu mir dass dies imens wichtig sei denn genau der Schmerz der zuvor empfunden wurde, der muss als solcher nochmals erlebt und bewältigt werden, körperlich. Denn über den Kopf war das schon lange geschen, aber Herz und Gefühl hinkten mit loslassen und bearbeiten hinterher.

    Dieser Frust, den Du hattest, der bleibt nicht so, kann aber anfänglich oft dabei sein. Er ist Deine Bewältigung und ist auch notwendig! Ich denke nur nach einem Trauerprozeß kann man/frau wieder nach vorne sehen.

    Gegenüber einem Borderline-Bekannten, der in der Schwärze, Tiefe und Depression schwebt und immer in die Vergangenheit abdriftet, dem kann ich immer nur sagen: "ich sehe für mich auf heute und morgen, gestern ist vorbei - ich kann nicht ändern was geschah, kann die Schmerzen nur heilen lassen, heute die Narben gut pflegen, damit morgen erneuerte Haut die Narbe schützt.

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar

    Guten Morgen Dobby,
    gut, dass Du "startest". Dein Hausarzt wird Dich ernst nehmen, die Frage dürfte eher sein ob er Erfahrungen im Suchtbereich hat. Mein Hausarzt hat dieses, was ich aber erst erfahren habe als schon alles "überstanden" und ich in Händen einen Psychotherapeuten war/bin.

    Ich für mich selber kann nur sagen, wie imens wichtig für mich die Nachbearbeitung war (gilt insbesondere für Dich vermute ich auch als Borderline-Partner, was noch erschwerend ist). Ich bin nun seit 2 Jahren solo, was ganz wichtig war weil ich mein Leben für mich glücklich/zufrieden gestalten musste um nicht wieder in die Abhängigkeit zu einem anderen zu geraten.

    Obwohl ich vermutlich kaum mehr Züge meiner Coabhängigkeit lebe, da ständig in Bearbeitung, fühlen sich auch weiterhin Menschen zu mir hingezogen, die Probleme haben. Entweder geht von mir noch etwas aus, oder ich bin eben Magnet - wie auch immer, damit nun richtig umzugehen ist sehr, sehr wichtig. Denn auch jetzt gilt für mich erst das Hirn und dann das Gefühl, ansonsten wäre ich bereits in diesen 2 Jahren in großer "Gefahr" gewesen.

    Für mich ist der Psychotherapeut wichtig weil er mich nur alle drei Monate sieht und dabei Änderungen eher bemerkt als ich selber. Er hinterfragt und bewege ich mich auf Glatteis, so dürfte er das ansprechen. Wenn es nicht jemand im Freundeskreis tut.

    Ich selber brauchte/brauche für mich noch ganz viel Zeit alleine - verarbeiten, mein Leben jetzt betrachten - Bilanz ziehen oder "neue Konten" eröffnen, und mich dabei immer im Auge haben, ist für mich verdammt schwer.

    Alles aber hat sich gelohnt!!! All die Trauer und Schwere, die bei mir lange, lange angehalten hat. Auch Alpträume hatte ich sehr, sehr lange, zuweilen auch jetzt noch (wo ich dann hinterfragen muss was gerade aktuell gefährlich für mich sein könnte). Ich werde mein Leben lang lernen dürfen.

    Ich weiß nicht ob ich wieder eine passende Partnerschaft erlangen werde, spüre aber nun nach diesen beiden Jahren, dass ich langsam in der Lage bin gesund mit den WErbungen/Anforderungen eines evtl. zukünftigen Partners umzugehen. Jetzt erst bin ich in der Lage mich zu fragen "kann ich diesen Menschen so nehmen wie er ist ohne verändern zu wollen".

    Bisher musste ich mich immer dagegen entscheiden, weil Gefahren für mich damit verbunden waren (deshalb ist mir das Thema Borderline alles andere als unbekannt, leider). Ich bin nicht in der Lage einem anderen Menschen das zu geben, was er nicht in sich selber spürt. Das würde nur ganz kurz funktionieren und ihn dann langweilen, weil es ja nicht in ihm ist.

    Nun, Du bist (vielleicht) ersetzt worden (wurde ich damals auch) und das ist das Beste was mir passieren konnte! Ich konnte nämlich gehen - freiwillig wäre ich wohl in der Partnerschaft untergegangen aber nie gegangen. Ich sagte ihm damals noch dass ich dankbar bin wie er sich verhalten hat! Das denke ich heute mehr denn je!!!

    Es war schwer - es ist noch schwer (weil ich mit Holz heizen und in der Ausbildung als alte Dame) abends todmüde umfalle (oft noch bevor alles erledigt ist) aber zum ersten Mal in meinem langen Leben kommt alles aus mir und ich bin in der Lage meine Bedürfnisse selber zu erfüllen, mir selber eine Freude zu machen und meine Zufriedenheit zu leben ohne von einem anderen bestätigt zu werden.

    Der Weg lohnt sich Dobby, aber er wird nicht einfach sein.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja Zeter,
    ich kann mich Doro nur anschließen, auch ich schämte mich während der Beziehung - und auch danach - für meine schlechte Wahl und meine Dummheit vieles zu übersehen. Andere nämlich haben genau gesehen wie krank derjenige ist, den ich noch mit ".... aber sonst ist er" in Schutz nahm.

    Dann war ich getrennt, baute ein neues Leben auf und immer wieder war ich an der Grenzlinie wenn Menschen auftauchten die ihn kannten, oder evtl. gewusst hätten haben können wer mein Ex-Partner war. Ich habe mich noch immer geschämt....

    Irgendwann mal war ich stark genug und hatte liebe Menschen genug um mich herum die mich annahmen wie ich war, die mich mochten und denen egal war wie falsch oder richtig ich mich entschieden habe.

    Ab da konnte ich dazu stehen wer mein Exlover war, was mein Exleben war und das eben manches nicht gut war, was ich übersehen wollte.

    Jetzt - 2 Jahre Abstand - ist er mir egal, dieses Jahrzehnt ist ein Teil von mir aber so weit weg als wäre es jahrhunderte her.....

    Heute stehe ich vor meinem Spiegel muss für mich entscheiden - führe mein Leben alleine und trage Verantwortung alleine. Verflucht schwer (wenn ich nur nachher an 4 m Holz denke, die ich alleine stapeln muss) aber verantwortlich und sozial verträglich!

    Ich hätte mir den Terror ersparen können, wäre ich schon da gegangen als ich wusste was los war! Wäre ich zurück gekehrt, ich denke, dann wäre alle meine Überlebenskraft untergegangen und ich wäre heute nicht mehr am Leben.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Dobby,
    ich muss mich Melanie überdeutlich anschließen: es ist nicht möglich, dass ein Partner uns das gibt, was uns selber fehlt. Er - oder ich - wären damit gnadenlos überfordert und quasi verantwortlich für das eigene Wohlfühlgefühl.

    Wenn ich mich nicht lieben und respektieren kann, wie soll ich das denn bei einem Partner tun?

    Du sprichst von Borderline - da dürften Dir dann auch die Zusammenhänge klar sein zwischen Dir, Ihr und diesem "fehlen", oder?

    Alkoholiker und Borderline(r) das bedeutet Streß ohne Ende, niemals runterkommen und das einzige stabile an einer solchen Beziehung ist die Instabilität! Ich glaube, es wäre für Dich selber "soooo" hilfreich an Dir zu arbeiten und Deinem Wohlfühlgefühl.

    Überlässt Du diese Verantwortung nämlich anderen, so wirst Du vermutlich in und mit Dir nie selber zufrieden und glücklich sein weil dazu immer jemand anderer - dritter - notwendig ist, der aber niemals immer so funktionieren kann und anwesend sein wie Du es bräuchtest.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Sollte nicht bevor eine "Beziehung" gerettet wird erstmal der Angehörige selber gerettet und stabilisiert werden???

    Ich persönlich kann mir nicht vorstellen alles vergessen zu können was geschehen war. Das würde bedeuten ein gewisser Argwohn würde immer den Partner begleiten. Für ihn, auch wenn er trocken ist, keine gute Basis.

    Ich erlebe öfters mal "trockene Alkoholiker" in meinem beruflichen Umfeld. Oft ist das Bewußtsein da für die Erkrankung, oftmals aber auch die Interpretation "mein Partner hat mich verlassen weil.... ohne diesem Aspekt". Ich habe nicht immer den Eindruck das eine Aufarbeitung dessen geschehen kann, was alles Realität war.

    Ich persönlich denke ein gewisser Abstand müsste für beide Seiten sein - und zwar ein kompletter - damit jeder für sich reifen kann und sich beide (wenn es dann beide wollen) neu begegnen können. Im anderen Fall wird der Helfer nämlich sein Verhalten beibehalten und den Alkoholiker tiefer ziehen! Der hat nämlich dann auch keine Chance wenn er nicht aus alten Mustern aussteigen darf....

    Nein Leute, wir können nur uns selber helfen! Und ehrlich gesagt, wenn ich mir mich überlege und mein nicht auf mich selber gerichtetes Verhalten sondern immer auf das "Beste für den Partner" dann muss ich sagen ich habe nicht nur mich krank gemacht, sondern ihn noch kränker als zu Beginn. Und dass es "Liebe" war, bezweifle ich bei mir! Ich wollte das finden was ich mir selber nicht geben konnte.

    Ich bin ein Mensch, der Harmonie braucht - seine Stimmungen, besonders die negativen wollte ich vielleicht sogar ohne es zu sehen! Es wirkte wohl auf mich wie ein "durchsetzen". Die vermeintlichen Liebesschwüre waren einfach nur "Routine", da sprachen weder Herz, noch Augen noch Seele mit. Ich hatte mir das nur eingebildet. Es waren Worte, Handlungen und Taten, die gesteuert waren durch die Sucht ... die ich auch noch unterstützt habe durch meinen Kampf um diese "Liebe".

    Erst wenn ich selber meine eigenen Wünschen erfüllen kann - erst dann bin ich in der Lage mein Leben zu leben und das eines anderen zu bereichern. Ansonsten zehre ich von ihm wie er von mir.....

    Beide sind wir dann Opfer und in einem tödlichen Kreislauf.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Nici :)

    Um mich brauchst Du Dir (derzeit) keine Gedanken machen, es ist alles sehr anstrengend, aber bringt mich viel weiter.

    Nein, Neugier habe ich keine. Mir werden die Geschichten angetragen und zumeist habe ich nicht einmal etwas dazu zu sagen.

    Ja, es gibt dort viele Menschen mit Problemen - und es gibt viele, die mich so als stabilen Gegenpool betrachten - nicht nur aus Reihen der Mitschüler ;) Das aber ist für mich keine Belastung. Ich selber habe ja gelernt selber loszugehen und kann das auch nur jedem anderen vermitteln (wollen).

    Am Dienstag war ich gefrustet in allen Ecken und Enden: schickt mir das Arbeitsamt doch Vermittlungsvorschläge "Arbeit vor Ausbildung". Ich hatte ja nicht angefangen um alles wieder hin zu werfen. Aber nun gut: ich sehe es jetzt so: ich bewerbe mich dort, werde vorstellig wenn es gewünscht wird und dann sieht man/frau weiter. Wer weiß, was noch kommt oder nicht. Aber offen sein sollte ich in jede Richtung - nein sagen oder wegmogeln kann ich mich noch immer.

    Einen besonderen Aha-Moment hatte ich in diesem Zusammenhang - und eine ganze Kiste "Gedanken-"Kleister was meine Alk-Beziehung betraf und auch meine immer noch vorhandene Anziehungskraft bei Menschen, die sich innerhalb eines Tiefs befinden.

    Ob beim Exlover (oder heute bei einigen Personen) damals eine psychische Krankheit vorhanden war oder sich durch den Alk ergeben hatte ist unklar, spielt aber keine Rolle mehr. Dass der Mensch gefühlsmässig leer war auch. Wer Leere in sich spürt, muss oder möchte diese füllen. Ich bin alles andere als leer habe viel Leben und Freude in mir. Deshalb fühlt sich manch ein "entleerter" Mensch zu mir hingezogen.

    Können diese Menschen selber Freude empfinden und wieder lernen sich zu freuen oder Interessen zu haben, dann ist es o.k., wer aber ganz leer ist und nur meine Batterie anzapfen möchte, der würde mich schwächen. Wer meine Lebenskraft teilen möchte um die eigene Leere auszufüllen, der täte weder sich noch mir gutes.

    So wurde mir auch ganz viel klar, über das was die letzten 10 Jahre gelaufen war. Meine Lebendigkeit konnte mir "abgesaugt" werden, aber meine Freude am Leben vom anderen nicht nachempfunden oder gelebt. Das nun brachte den Frust und die Enttäuschung mir gegenüber. Konnte ich doch dem anderen nicht geben was er sich selber eh schon nicht geben konnte.... (Merkt Ihr was: wer sich selber nicht lieben kann, kann auch keine anderen lieben .... oder mit sich selber etwas anfangen).

    Somit ist nicht nur meine Anziehungskraft erklärt sondern auch das werbende Verhalten des einen oder anderen Herren der Schöpfung. Da geht es dann weniger um mich als mehr um das "Objekt Dagmar" welches lebendig ist und beweglich. Ein Objekt von dessen Beweglichkeit man/frau sich gerne etwas "abschneiden" oder "mitnehmen" würde. Das geht halt nicht, weil es aus dem eigenen inneren kommen muss. Wer nun keine Freude fühlt, der hat es schwer. Wer sich mit meinen Idealen identifiziert weil er denkt dass ich daraus meine Person geformt habe und er es ebenso kann, der hat halt leider vergessen ein paar Unbekannte mit einzurechnen.

    Ich finde es schön, wenn mir der Hof gemacht wird :) Ich finde es auch toll, wenn meine Gedanken und meine Lebensweise für "gut befunden" werden und nicht abgelehnt werden. Aber es ist mein Weg, den ich gegangen bin und der mich hat reifen lassen, das könnte ein anderer nur für sich selber leben lernen und nicht versuchen durch mich zu lernen. Ich befürchte nämlich das geht nicht....

    War schon ein bischen frustig das zu erkennen. Schade nämlich, dass es Menschen gibt, die innerlich so traurig und leer sind (bei morgendlichem Frieren wurde mir gesagt "ich friere innerlich, da hilft es nicht wenn es warm ist"). Diese Wärme kann ich auch nicht vermitteln, die muss jeder in sich selber entzünden.

    Lieben Gruß von Daggi