Ja, Ihr Lieben,
Kathrin hat das schön in Worte gefasst.
Übrigens auch genau der Punkt, wo ich persönlich - gilt wieder nur für mich - keine Beziehung mit einem nassen Alkoholiker führen könnte.
Ich habe hier Lesematerial von Alanon und war auch in meinem Heimatort 120 km entfernt in einer Gruppe. Dieses Lesematerial versucht zu beschreiben wie es möglich ist in einer Ehe/Partnerschaft mit einem nassen Trinker klar zu kommen ohne sich selber zu verlieren.
Genau das wäre für mich nicht möglich. Denn ich sehe es so, dass ich die Stärke haben müsste in meinem Leben zu stehen ohne gefühlsmässig von den Resultaten oder dem Verhalten des trinkenden Angehörigen abhängig zu sein.
Ich könnte es nicht - genau das ist es Doro. Deshalb musste ich (gilt nur für mich) auch gehen. Mich hat dieses auf und ab von Hoffnung und Umschlagen der Gefühlslage angesteckt. Ich habe mich sehr wohl danach gerichtet wie die Laune meines Gegenüber war.
Da gibt es ja sinngemäß die Aussagen, das zu ändern, was ich ändern kann und das zu ertragen, was ich nicht ändern kann. Den Konsum kann ich nicht ändern .... seinen ..... nur meinen zum Suchtmittel.....
Genau das, abhängig zu sein von der Verfassung eines anderen Menschen, ist für mich persönlich aber nicht mehr selbständiges Leben. Es wäre für mich nicht mehr autonom und selbstbestimmt. Weil eben ich die Kraft nicht für eine offene Beziehung hätte.
Was ich übrigens, Doro, tatsächlich für einen sehr guten Vergleich halte. Denn nichts anderes ist ja die Partnerschaft mit einem Alkoholiker: keine Zweierbeziehung sondern zumindest ein Dreier. Er - Sie und der Alk. Der Weg erscheint für manche lern- und begehbar, für mich wohl aufgrund meiner Co-Anteile nicht. Genau dieses Scheißgefühl will ich nicht leben und kann ich nicht aushalten (gilt nur für mich!) Das Leben und der Alltag bieten schon genügend auf und abs für die ich selber verantwortlich bin und die mein persönliches Leben betreffen, da mag ich nicht noch auf und abs wegen meiner persönlichen Abhängigkeit zu einer anderen Person durchleben.
Hier würde mich aber mal die Meinung derer interessieren, die den Weg aus dem Alkoholismus überstanden haben. Denn nur ihnen ist es möglich zu beurteilen wie ein Verhalten ihnen gegenüber nicht suchtfördernd, gleichzeitig aber auch nicht "erpressend" betrachtet wird. Wie gesagt, mir wäre das zuviel Überlegung um den anderen und zu wenig Autonomie für mich (weil ich einfach so nicht leben kann), dennoch wäre es für mich interessant die Sichtweise von (ehemaligen) Alkoholikern dazu zu hören.
Lieben Gruß von Dagmar
Lieben Gruß von Dagmar