Beiträge von dagmar007

    Eigentlich wollte ich bei Mö was dazu schreiben, und mal wieder Beitrag verloren, weil Thema geschlossen.....

    Ja, liebe Mö, da sitzen nun zwei geschiedene auf der Couch und bemittleiden sich in ihrem Alkkonsum. Aber ist das nicht der übliche Weg des Alks - heute schlagen, morgen gemeinsam weinen? Ist das nicht das, was auch wir in Beziehungen gelebt haben: saufen, streiten, verzeihen, hoffen und dann doch wieder saufen, streiten, .....

    Ein Familiengeheimnis gepräft von Alk und Gewalt über drei Generationen hin verteilt. Kinder, die kränker werden von Generation zu Generation. Die verlassen und verloren sind, wenn keine Erwachsenen sich mit dem Jugendamt in Verbindung setzen. Kinder, deren Leben jetzt schon vorgezeichnet sein dürfte durch psychische Krankheiten oder Sucht.

    Es ist einfach nur grausam, und umso wertvoller für jeden Menschen, der sich traut aus eben solchen Systemen auszusteigen. Diese Senioren saßen da also gemeinsam auf der Couch und konnten sich und ihr Leben beweinen, in welchem sie sich gegenseitig verletzten ohne Ende. Schade nur, dass vermeintlich keiner von beiden auf die Idee kam auch nur in einem Satz die verletzten Kinder einzubeziehen.

    Alk eben ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Caro,
    ich denke, dass ist nicht selten, die Wut an einem Punkt zu kompensieren, die dann zuweilen auch noch den falschesten trifft.

    Mich hat darauf eine ehemalige, therapierte, Leasingkraft gebracht, die bei mir beschäftigt war. Ich stritt mich mit einer Kollegin über den Sinn bzw. Unsinn einer speziellen Dosenmarke. Damals sagte das "Mädel" zu mir, "ich habe den Eindruck, hier geht es gar nicht um diese Dosenmarke". Bingo, das war ganz einfach mein Wehren gegen Dinge, gegen die ich mich nicht traute mich offen zu wehren. Als Dienststellenleiterin war ich damals jung und frisch in der Position und noch nicht so wie ich sein wollte. Nach diesem Gespräch habe ich sehr viel anders gemacht.

    Denn da betrachtete ich alle Wut anders. Warum jetzt - wodurch und warum (vielleicht) so überdimensional.

    Ich habe mir auch angewöhnt, wenn es um Reklamationen geht, wie bei meinen Möbeln wo nach drei Monaten Wartezeit nicht mal die Farbe der Ledermöbel stimmt gleich zu Beginn des Gespräches zu sagen "ich weiß, Sie sind nicht der Verursacher, wenn ich laut werde, so soll sich das nicht auf Sie beziehen, aber ich bin einfach stinksauer!"

    Auch wenn ich solche Wut abbekomme bin ich sehr wohl in der Lage mich selber zu besänftigen in dem Wissen, was kann ich dafür, dass er/sie morgens schlecht aufgewacht ist.

    Aber das musste ich lernen, was nicht immer einfach war da ja überdimensionierte Gefühle zu Tage treten. Ja Caro, Du bekommst es hin! Angefangen wird ja immer mit dem Erkennen. Danach ist es fast nicht mehr möglich so weiterzumachen wie bisher.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Trauerkloss,
    dein Mann wird wohl fast immer Restalkohol haben, oder. Ist doch nett, dann kann er im dümmsten Fall gleich heute mit den ab heute geltenden Bußgeldern Freundschaft schließen wenn er erwischt wird.

    Junge Frau, zerbrich Dir nicht Dein hübsches Köpfchen über seine Probleme. Ich weiß, dass klingt überheblich, aber achte auf Dich, Deine Gesundheit und Deine Nerven, Deine Fragen zeigen mir dass Du mehr auf ihn achtest als auf Dich.

    Ich bin überhaupt nicht mehr mit meinem Ex mitgefahren - nahm auch ihn nicht mehr mit. Nie weiß ich ob er alkoholisiert ist und ich dadurch den Deckel abgeben müsste oder aber er mir ins Lenkrad greift. Nein danke, ich habe nur ein - wenn auch altes Auto - das wird mir kein DonPromillo zerstören - und auch nicht meine 20 Jahre Führerscheinbesitz.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du Kathrin, ich will nicht einmal mehr die Macht haben irgendwas zu beeinflussen. Vielleicht deshalb ist mittlerweile das Thema "Machtlosigkeit" an mir vorbeigegangen.

    Ich habe beim Zusammenbruch von allem erlebt dass alles, absolut alles, anders kommt als ich es meine, erwarte oder plane. Ab diesem NULLPUNKT habe ich für mich beschlossen ich nehme an was kommt und mache daraus das Beste.

    Ich kann mich ganz aktiv um Jobs bewerben, habe aber keinen Einfluss darauf, ob meine Nase, meine Zeugnisse oder mein Bewerbungsstil gefallen. Bekomme ich eine Chance, dann freue ich mich und mache das Bestmögliche daraus. Wenn nicht, Absage? Traurig, aber soll dann wohl so sein.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    während ich in jungen Jahren Komplimente entwertet habe. So freue ich mich heute darüber, strahle wohl im Regelfall mein Gegenüber an und drücke ihm/ihr gegenüber auch meine Freude darüber aus.

    Meine Arbeit scheint geschätzt und gelobt zu werden, das freut mich und wird auch mit einem Danke oder Freude beantwortet.

    Ich glaube, liebe Madison, diese "Streicheleinheiten" sind viel wichtiger als körperliche Streicheleinheiten, denn sie berüheren die Seele, das Herz und die Zufriedenheit. Wenn ich in mir - meiner Seele - zufrieden bin, so benötige ich keine von außen kommenden Streicheleinheiten.

    Ich selber wäre noch nicht in der Lage von Außen kommende Streicheleinheiten eines Mannes und somit potentiellen Co-Opfers wertfrei betrachten zu können oder mich darauf einzulassen.

    Ich-Stärke, ich hatte sie schon in jüngeren Jahren - musste sie aber auch lernen, da ich vom Elternhaus sehr klein gemacht wurde. Diese Ich-Stärke war stabil bis ich mich in diese suchtbeziehung einließ und unmerklich meine Stärke schwand, die aber jetzt wieder immer stabiler und beständiger, ja größer als zuvor, wird.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Kathrin,
    auch bei mir ist es eingezuckert. Ich war gleich heute morgen am Brunnen und habe Brennholz reingeholt. Muss aber später nochmals.

    Je besser Du den Tag genießen kannst, desto mehr ruhst Du in Dir und das merken auch die Kiddies. Es erinnert mich sehr an meine Tiere, die auch meine Gefühle spüren. Jeden (!) Tag erlebe ich an diesen Tiere neue Herzlichkeiten untereinander. Und das, obwohl ich sie alle schon über viele, viele Jahre betreue und diese Tiere sich über viele, viele Jahre kennen. Aber das, was hier nun gelebt werden kann ist anders als zuvor - es erreicht deren Seele ebenso wie meine, oder die von (nichtvorhandenen, bei mir) Kindern.

    Hab Zutrauen zu Dir - und auch zu Deinen Kiddies :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen liebe Nancy,
    früher hat mich Stille auch zuweilen belastet, aber langsam kam das zurück, was bei mir früher normal war: als erster Schritt den Radio an, auch wegen Nachrichten, Wetter und Co.

    Aber in allen den Jahren der Suchtbeziehung war es nicht der Fall und auch im neuen Heim dauerte es Monate bis ich soweit war. Ich liebe die Stille - Stille im Sinne von meine Tiere und ich und niemand. Ich denke, heute abend kommt mein Nachbar, und ehrlich gesagt, so richtig glücklich bin ich nicht, wäre gerne alleine nach ein paar anstrengenden Tagen.

    Liebe Nancy, Deine Gedanken über ihn, die kenne ich nur zu gut: dieses ich habe ihn geliebt, ich habe ihm vertraut und "er"....

    Er, liebe Nancy ist einfach nur krank. Er sieht in allem und jedem vielleicht einen Feind, er kommt vielleicht mit sich selber nicht klar. Er selber ist sich vielleicht sein schlimmster Feind. Mache es nicht ebenso: sei glücklich, daß DU DICH hast, in der Lage bist in DICH HINEIN ZU HÖREN, Wut und Schmerz zu empfinden, ausdrücken zu können - denn das ermöglicht auf kurz oder lang auf Freude spüren können, fühlen und erleben.

    Liebe Nancy, jedes !!!! down war für mich die Stufe in ein neues Bewußtsein. Jeder Depression oder Trauer folgte bei mir ein weiteres Stück Bearbeitung. Vielleicht ging bei mir die Trauer voraus, der Bearbeitung der einzelnen Kapitel. Ich kenne das schnüffeln ect. es haute mich um. Aber irgendwann war der Abstand, nach Monaten, groß genug zu sagen "der Lauscher an der Wand, hört sein eigen Schand" oder aber in dem Fall sieht der Spion dass andere etwas leisten und festhalten können. Ob ihm das wohl noch gelingt???

    Auch Trauer und Depression sind meiner Meinung nach Helfer auf dem Weg der Gesundung.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebes Julchen,
    ich bin auch oft nicht in der Lage zu antworten auf Threads, auf die ich viel zu sagen hätte. Vielleicht manchmal auch deshalb, weil ich spüre, die Beantwortung würde mich wieder in die alte Zeit zurückbringen und zu den Erlebnissen.

    Mir persönlich hilft es imens weiter die Schicksale anderer zu erleben. Immer wieder spüre ich nämlich langfristig ist ohne fachmännische Hilfe keine Situation zum gesunden zu lösen, zumindest empfinde ich es so. Jeder Thread und fast jedes Posting bestärkt mich darin froh sein zu dürfen meinen Weg so gegangen zu sein und mich geschützt zu haben.

    Oftmals denken wir nur bei anderen mit und greifen eben nicht in die Tastatur. Muss auch nicht immer sein :)

    Liebes Julchen, natürlich war der Geburtstag anstrengender und ungewohnter. Jedes Neue, das auf uns zukommt benötigt nun vielleicht doppelt so viel Kraft (beim ersten Mal). War doch bei mir nicht anders! Wann bestand die Gefahr positiv an die schlimme Beziehung zu denken bei mir? Wenn mein Auto defekt war und ich früher "Hilfe" schreien konnte und die Hilfe kam.

    Mit bösem Gesicht, stinkig und motzend, aber sie kam.

    Eines aber, liebes Julchen, habe ich jetzt erst erfahren: diese Hilfe wäre nicht notwendig gewesen. Die Autoreparaturen wurden falsch gemacht bspw. eine absolut zu kleine Batterie in meinem Auto sorgte für ständiges nicht starten können und somit für meine "Hilfe-Schreie". Wäre vor drei Jahren schon die richtige Batterie im Auto gewesen dann wären hunderte von Hilfeschreien nicht notwendig gewesen. So, und nun macht es der Fachmann. Ich zahle Geld, ja - aber vermutlich weniger als alle paar Monate eine neue Batterie.

    Verstehst Du was ich ausdrücken möchte. Wenn wir uns hilflos fühlen, dann kommt der Ex-Partner der mal geholfen haben könnte wieder in Erinnerung.

    Ich wünsche Dir einen schönen, entspannten Tag

    lieben Gruß von Dagmar

    Ein ganz schön schweres Thema, lieber Erdling, zumal Du ja nun "trocken" bist und das Thema keine Belastung mehr für Eure Beziehung - nach außen darstellt. Somit natürliche eine Co-Abhängigkeit schwerer klar macht oder erkenntlich für die Betroffene selber.

    Auch ich war recht eifersüchtig, habe das aber nicht in Fragen oder Unterstellungen augelebt, sondern lieber in mich "reingefressen" weil ich selber spürte ungute Unsterstellungen zu "denken".

    Vor allen Dingen ist mir persönlich klar, dass Du hin und her überlegst ob sie co ist oder nicht, ob betroffen durch Deine Sucht oder nicht. Denk mal an meine Beiträge, wie oft habe ich an mir und an meinem Suchtmittel gezweifelt. Wie oft konnte ich mich selber nicht einschätzen. Mich selber .... wie also soll es Dir zweifelsfrei möglich sein Deine Partnerin einzuschätzen.

    Aber sag mal, ist es wichtig ob sie Co ist oder geht es eher um Verhaltensweisen, von denen Du das Gefühl hast nicht damit klar zu kommen oder dass diese Dich einschränken.

    Lieben Gruß und toi toi toi von Dagmar

    Hallo, liebe Frozen Tears,
    vielleicht ist da auch unsere weibliche Erziehung im Hintergrund, die ständig flüstert "ein Mädchen/Frau tut das nicht" eine Frau hat Mittler zu sein ect.

    Ich kenne Wut, auch aus jungen Jahren, sogar auf eine sehr überkandidelte Form, oftmals hat ein Auslöser die Wut für vieles ausbaden müssen.

    Ich glaube, massgeblich geändert hat es bei mir der Kampfsport, in dem ich mich "austoben" konnte. Bodenkampf und Nahkampf, kämpfe mit Deinem Trainingspartner, lass Dich nicht ganz unterkriegen, auch wenn er viel besser ist, ich denke, das hat bei mir viel bewirkt.

    Vor allen Dingen wurde mir damals klar, jeder Körperteil ist als Waffe zu verwenden. In der Zeit hätte ich mich nie auf diese kranke Beziehung eingelassen, zu viele "gesunde" Menschen waren da um mich herum. Dieses komische umgehen mit Wut hat sich in den letzten Jahren eingestellt und war nicht gut für mich.

    So quasi mit der Verarbeitung der Trauer ist auch die Wut gegangen. Allerdings empfinde ich auch innerlich keine Wut. Würde ich sie empfinden, dann müsste sie raus. Ich habe das im Sommer mit Unkraut jäten und Holz hacken ganz gut kreativ genutzt. Auch schreiben für meine Homepages war manchmal gut, geht aber nicht immer.

    Ich drücke Dir die Daumen, liebe Frozen Tears, dass Du einen Weg für Dich findest. Ich frage mich manchmal, ob die friedlichen Tiere bei mir "abstrahlen" und mir diese Wut genommen haben - zusammen mit dem friedlichen Umfeld, in dem ich mich selber schützen kann.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    hier muss ich passen, ich war nicht mehr wütend, seit mir das Ausmaß unserer kranken Beziehung klar geworden ist und was da gelaufen ist. Da hatte ich eine Wut gegenüber dem Ex, mir gegenüber und und und

    Die spüre ich nicht mehr. Ich könnte mir oft selber auf die Finger hauen, wenn ich ungeschickt bin, ungeduldig oder so was. Aber das ist keine Wut! Egal gegen wen, auch mein mobbender Ex-Arbeitgeber ist eine Wut nicht wert, geht es mir doch jetzt menschlich um Klassen besser als zuvor.

    So..... schlechtes wurde ersetzt durch Gutes - vielleicht ist deshalb keine Wut mehr vonnöten???

    Lieben Gruß von Dagmar

    Tja Ihr Lieben, ein heisses Thema,
    ich für mich kann wohl sagen es gibt bei mir eine introvertierte Seite, wenn ich mit mir mein Gefühle verarbeitet habe, dann bin ich extrovertiert - selbst wenn ich traurig bin, reagiere ich auf mein Umfeld kontaktfreudig und freundlich.

    Mein Ex - so ja, hmmm.... meines Erachtens war er introvertiert, wäre aber gerne extrovertiert gewesen. Vielleicht half der Alk ihm sich in den Mittelpunkt stellen zu wollen, nun ist es aber so, dass manche Menschen einem lallenden Wesen ungerne zuhören und somit die Wichtigkeit - zumal die Geschichten unzählige Male erzählt wurden - langweilten, evtl. sogar nicht glaubwürdig waren.

    Während der alkoholkranke Ex auf Sause sein wollte zog ich mich zurück. Als seine Sucht stärker wurde und ich wohl spürte, es geht nicht mehr lange gut, orientierte ich mich mehr nach außen.

    Vereinfacht gefragt stellt sich mir die Frage hat diese Extro-/Introvertiertheit etwas mit Selbstwertgefühl zu tun bzw. mit den menschichen Kontakten, die ein Mensch hegt. Habe ich gute, ehrliche und faire Freunde, dann betärken sie mich, zeigen mir, dass ich meinen Platz in der Gesellschaft habe und führen mich vielleicht sogar (zwangsweise und unbewußt) ein. Habe ich nur oberflächliche Menschen um mich herum, dann interessieren sie sich nicht für mich als Mensch und es ist ihnen egal wo ich stehe, bleibe oder untergehe. Dadurch wird weder das Selbstbewußtsein gestärkt noch meine Interessen mit anderen Menschen Kontakt zu hegen, also extrovertiert zu sein.

    Oder sehe ich das falsch?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lieber Trauerkloß,
    ich lese bei Dir Fragen, wie ich sie auch am Anfang stellte: was mache ich wenn er, wie könnte, warum könnte er, was macht er und was denkt er.

    Bei meinem Ex war das nicht mehr berechenbar - vermutlich nicht einmal für ihn selber.

    Du kannst Dich natürlich verrückt machen, und Dir die negatisten Szenarien überdenken, Du kannst Dir Dein Bett aus Hoffnungen zimmern und auf das Beste hoffen. Vermutlich wird keine dieser Lösungen Dich zu Dir und zu Deiner Zufriedenheit führen.

    Für mich war es am Besten aktiv zu werden, mich zu erkundigen, eine neue Bleibe suchen, Job und und und....

    Viel Glück wünscht Dir
    Dagmar

    Ach, liebe Kathrin,
    als Teenager war ich auch nicht gerade eine Freude für meine Eltern, das hat sich dann Mitte 20 umgekehrt. Ich denke, bei einem Teenager ist einfach viel Revolte dabei und das übers Knie brechen: "ich bin erwachsen".

    Weißt Du, liebe Kathrin, Du schreibst"nichts weiter,das zeigt mir das er tief drin ist.
    und die angst schleicht sich ein in meinem kopf,die angst er stirbt.hat ja beim letzten mal auch auf intensivstation geendet,weil vor der wohnungstür gefunden hat. "
    Das war eine der Ängste, die mich zur Trennung bewegt haben und einfach der Gedanke, körperliche und geistige Spätschäden und dann??? Unterlassene Hilfeleistung??? Alles Dinge, die ich nicht hätte miterleebn dürfen, a) weil ich die Kraft nicht mehr gehabt hätte und b) weil ich in einem solchen Moment leeren Versprechungen wieder geglaubt hätte.

    Ja, das alles ist schwer liebe Pandora. Aber auch deshalb (so war es bei mir) dass ich immer an den schönen Momenten klebte (auch wie er damals aussah, was seine Hobbies und Interessen schienen). Irgendwie tut das noch immer weh.

    Wenn ich aber sehe, dass aus dem damaligen Menschen mit mittellangen Haaren wurde, der sich zur Einfachheit nur noch den Kopf selber schert, oder wenn ich bedenke, dass damals noch ein Motorrad und ein behäbiges Auto ihn begleiteten, dass das Motorrad wohl schon lange nicht mehr von ihm gehalten werden kann und die Autos immer langsamer, behäbiger und kastenförmiger wurden. Mittlerweile ein Teil, welches in der LKW Klasse angesiedelt ist. Ebenso behäbiger und einfacher wie seine Optik und sein Erscheinungsbild nach außen wurde, so einfacher waren wohl seine Emotionen nur noch um Sucht gestrickt. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich mir das viel zu selten in den Vorderkopf hole. Wenn ich an ihn denke, dann ist es die Person, die ich einst kennenlernte, dann aber trete ich mir ans Schienbein und hole mir in Gedanken den Wutbrocken zurück, der mit Schergerät im Bad steht und sich Löcher in die wenigen Stupfelhaare schneidet, die noch da sind.

    Ja Pandora, es ist ein böser Weg und ein langer Weg, aber wir schaffen ihn!!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Kathrin,
    ja ich habe sauviel um die Ohren, am Arbeitsplatz gibt es mehr Stunden als ursprünglich erwartet und einer meiner Stubentiger benötigt Intensivstpflege.

    Dann hatte ich vor ein paar Tagen wieder Besuch des alkoholfreudigen Müllentsorgers, der mir wieder etwas servierte. Ist auch Zeit, das wieder zu entsorgen oder zu deponieren....

    Er klingelte, ich dachte, ich bin im Wald. Ist doch wohl mehr als klar, dass ich einem solchen Wutbolzen die Türe nicht öffne. Gleich mit Telefon vor der Türe, falls es Randale gibt und die 110 im Anschlag. Aber meine Schutzengel waren wieder Top - 4 m Holz heisst bei mir nach Feierabend 3 Tage Arbeit bis das letzte Tageslicht weg ist. Kurz vor seiner Ankunft schickten meine Schutzengel mich ins Haus.

    Jetzt sind drei Wochen am neuen Arbeitsplatz rum, ich kann sagen es macht mir Spaß und ich habe ein gutes Gefühl. Ein paar Dinge merke ich, sind an mir hängen geblieben, die ich vor der Alkbeziehung nicht kannte: begegnet mir ein Mann, von dem ich weiß, bei ihm resultierte eine Scheidung aus seinem Fremdgehen, da weiche ich zurück. Es sind also in jedem Fall Blessuren übrig geblieben - oder aber Warnsymptome. Ich kann es noch nicht einordnen, es gefällt mir aber nicht, dass ich diese Dinge spüre, bevor ich sie dann bestätigt bekomme. Das sind Dinge, die will ich nicht wissen, die gehen mich nichts an und haben in meinem Leben nichts zu suchen. Da fehlt mir dann genau die "Leck-mich-am-Arsch-Einstellung" denn letztendlich hat das alles nichts mit mir zu tun.

    So gibt es sicherlich noch manches aufzuarbeiten über die Jahre. Auch ein Grund, warum ich keine Beziehung möchte - weil da noch so viel schlummert, was nur häppchenweise (teilweise nicht einmal erkenntlich) ans Tageslicht kommt.

    Aber mir geht es gut und ich fühle mich wohl in meiner Haut und lebe mein Leben ganz für mich, in voller Übeeinstimmung mit mir.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Also, liebe Olive, ich packe mal mein Rucksäckchen auf. Dieses kleine Rucksäckchen hat zwar nichts mit dem Bordell aber sehr wohl mit anderer Sexualität zu tun, Swingerclubs in dem Fall.

    Könnte es vielleicht sein, dass ja so und so die Partnerin schuld ist weil "es ihm" nicht gut geht? Weil es vielleicht nur daran liegt, dass sie keinen sexuellen Austausch mehr wünscht? Kann es vielleicht sein, dass er versucht sich seinen Kick anders zu holen, weil der Alk keinen mehr bringt?
    Könnte es vielleicht auch sein, dass das männliche Ego gelitten hat weil Du Dich weiterentwickelst.

    Erdling ist solche Wege nicht gegangen, viele anderen auch nicht, denn sie waren vielleicht noch nicht so "tief drunten" und hatten ihre "Moral versoffen". Nicht jeder bringt solche Spielchen, aber eben manche....
    Kann es vielleicht sein, dass sie dadurch ihr Ego aufpeppen wollen? Als toller Hecht....
    Kann es sein, dass die Potenz bereits am Schwinden ist und sie es sich beweisen müssen, dass dem doch nicht so ist.

    Glaub mir, liebe Olive, ich war geschockt ohne Ende, als da einiges ablief und er sich in eine Fetischrichtung entwickelte und er nunmehr behauptet "regelmässig" in Swingerclubs zu gehen. Kann stimmen, muss es nicht, ich denke, das hat nur etwas ureigenes mit dem Selbstwert dieses speziellen nassen Alkoholikers zu tun.

    Liebe Olive, ich denke mal, dass das alles jetzt gehörig trifft und weh tut - auch wenn es aus ist - aber mit der Zeit bekommt es einen ganz anderen Gehalt, als es zu dem Zeitpunkt hat wo Du oder ich aus allen Wolken fielen.ä

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    ich für meinen Teil habe für mich akzeptiert, dass mein Ex-Partner sich selber nicht schätzt und gesund erhält. Meines Erachtens war ich eine Zweckperson für ihn und meine Nachfolgerin wird ebensolches sein. Vielleicht war es mal "LIebe".

    So, und nun möchte ich dieses Spiel mal gedanklich durchspielen: Nur wer sich selber achtet und auf sich und sein Wohlfühlgefühl achten kann, der / die ist überhaupt in der Lage eine gleichberechtigte Partnerschaft zu führen.
    Achte ich mich aber selber, dann bewege ich mich nicht mehr im Rahmen einer krankmachenden Beziehung, die mich Nerven und Kraft kostet ohne Ende. Wer weiß, mich hätte sie vielleicht irgendwann mal mein Leben gekostet. Da sich schwupps die wupps plötzlich eine Agression einstellen kann, die der Sucht entspringt.

    Ich habe im Abschluß zu meinem Ex gesagt dass es keine Schande ist alkoholkrank zu sein, sehr wohl aber nichts dagegen zu tun. Sollte er irgendwann selber das für sich erkennen, so könne er gerne mit mir Kontakt aufnehmen damit wir sehen können ob überhaupt etwas gesundes im Rahmen unserer Partnerschaft zu finden war.

    Ja, am Anfang, da dachte ich meine Welt bricht ein, ich überlebe es nicht ohne ihm, weil ich ihn doch liebe ohne Ende. Nun, egal ob Liebe oder nicht: ich lebe nun ohne ihm und bin zufrieden obwohl finanziell eine arme Maus. Ich war arbeitslos und am Ende und dennoch war ich ausgeruht, frisch und lebenshungrig. Alles das war ich die Jahre zuvor, in denen ich dachte zu lieben, nicht.

    Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Abstand ich mir erlaubt habe und desto eher ich bereits war zu überdenken was ich aushalte und was nicht, was ich für Wünsche ans Leben habe und was ich nicht mehr haben möchte, umso weiter ist die vergangene Suchtbeziehung ins Abseits gerutscht.

    Er ist in Gedanken noch immer da, keine Frage. Aber weder wollte ich ihn zurück, noch könnte ich mir eine Partnerschaft vorstellen, ich denke, noch nichteinmal ein Gespräch wollte ich führen.

    Ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem Weg, liebe Tina

    p.s.s wenn ich Deine Gedanken lese - die ich am Anfang auch hatte, dann bin ich so dankbar wie sich alles nach dem Totalchaos entwickelt hat.

    Ach Nancy, der Weg ist das Ziel :) Du fühlst Dich, was Dir gut tut und was nicht - also kennst Du Deinen Weg, der an DEIN Ziel führen wird.

    Du wirst Dich noch wundern, was Du alles spüren wirst. Ich selber war manchmal geschockt, dass ich in mir so etwas wie eine Eiseskälte empfand. Keine Bösartigkeit sondern ein "vorbei" nicht mehr und nicht weniger.

    Wohl geht es mir wie Dir, dass noch eine latente Bedrohung vorliegt, die mir dann immer durch Vorbeifahrten an meinem Haus demonstriert wird. Aber ich für mich muss sagen, auch wenn die Angst noch da ist, so ist sie mittlerweile nicht mehr so, dass sie mich klein macht. Ich nehme sie als real vorhanden war, sorge für Telefon ect. damit ich Hilfe holen kann und gut.

    Ja Nancy, manche Menschen sind nicht berechenbar und sie machen es uns schwer, unsere Schritte so zu planen, wie wir es möchten. Aber lass uns diesen Menschen beweisen dass wir uns so hoch einschätzen, dass wir um uns und um unser Glück kämpfen. Ich dachte immer für mich: auch wenn mir Deine Gewalttätigkeit Angst macht, so kannst Du mir das nicht nehmen, was für mich im Leben schön ist.

    Und Nancy, ich habe in meinem Fall (das muss nicht für alle anderen Ex-Partner gelten!) das Gefühl dass es weniger an Bedrohung wird, aber seine persönlichen Probleme größer werden. Dadurch, dass ich das erfahren könnte dürfte sich die Lust sich ertappen zu lassen dass wieder dies und jenes nicht geklappt hat, in Grenzen halten.

    Weißt Du was Nancy, ich war froh zu sehen, dass man meinem Haus schon von weitem ansieht, dass ich darin lebe (Blumen, Weihnachtsmann ect.) denn das war für mich deutlicher als jeder Kontaktabbruch. Zu zeigen: es geht mir gut und ich lebe mich .... ohne Dich bestens!

    Egal, ob mein Wutbolzen das spürte oder nicht - ich spürte beim nach Hause kommen, ich bin in meinem Heim, meiner Burg, meiner selbst geschaffenen Oase.

    Und Du schaffst es auch!

    Lieben Gruß von Dagmar


    Halt dich wacker,
    lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Andrea,
    nicht, dass Du mich falsch verstehst: Du bist selbstverständlich nicht schuld an seinem Trinken!!!

    Ich persönlich befand MICH für schuldig (du musst Dir nicht meine Stiefelchen anziehen ;) es meinem Ex ganz leicht gemacht zu haben sich in seiner Sucht normal zu fühlen. Das muss nicht für andere Menschen gelten!

    So, nun aber zu Dir. Zu einem Menschen, der sehr wohl liebenswert ist, was wohl aber eine gewisse Zeit benötigt, um sich da selber umzuerziehen und bereit zu sein, auch die kleinen positiven Dinge ohne Ängste zu sehen. Das ist schwer, wenn man-/frau es gewohnt ist lieblos behandelt zu werden.

    Liebe Andrea, ich denke sogar, Du darfst sein wie Du es möchtest. Wie Du es von Dir und für Dich wünschst. Du hast Recht, es benötigt Zeit - aber schau, so viele Jahre wurden von vielen Menschen in ungute Beziehungen gesteckt - selbige Zeit können wir alle (egal ob trocken oder Co) zukünftig in uns selber stecken um am Ende uns zu finden. Vielleicht sogar, wenn wir mit uns im Reinen sind, den - oder einen neuen Partner.

    Für mich selber spielt Partnerschaft derzeit keine Rolle, da ich wohl erst mal mich selber über einen längeren Zeitrhytmus im Auge behalten muss, aber generell scheint mir das eine wichtige Möglichkeit zu sein, die auf uns warten könnte.

    Andrea, Du bist noch etwas jünger als ich und hast - ebenso wie ich - bzw. alle anderen hier - die Chance ein zukünftig glückliches Leben zu erhalten. Schritt für Schritt - immer ein Schrittchen zu sich selber und einen großen Schritt weg von den Dingen, die uns wehtun.

    Es wird Dir gelingen! Du beginnst für Dich zu erkennen wo die Ursachen zu liegen scheinen, somit wirst Du zukünftig besser auf Dich achten können.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft - und viel Power für Dich und Dein wertvolles Leben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Das ist ja das Schlimme, liebe Tihasso,
    wenn dieser Leidensdruck da ist, ist oftmals schon alles zerstört. Bei mir war alles zerstört - allerdings war das ein Glück, welches ich damals nicht sehen konnte.

    Alles futsch kaputt, nichts mehr da - somit Neuaufbau in einem suchtfreien Umfeld. Eines kam zum anderen. Aber ich hatte wohl mehr Glück als Verstand. Erst kam die Arbeitslosigkeit, die mir den Umzug ermöglichte, dann das herrliche Haus hier mit all seiner Romantik und Arbeit ;) dann der Job ein paar km weiter, der auch noch Spaß macht mit Menschen, wo es derzeit gut aussieht und ich hoffe, dass das auch so bleibt. Wissen kann man es nach der kurzen Zeit nicht.

    Ein Job, bei dem ich nur gerade die Miete verdiene weil nur Teilzeit. Aber auch hier könnte wieder Glück unterwegs gewesen sein, es gibt keinen Tag, wo ich nicht mehr arbeite als die ursprünglich vereinbarte Zeit.

    Ich empfinde das immer wie einen Phönix aus der Asche, aber noch vor einigen Monaten sah es ganz anders aus. Schade, was man/frau sich alles kaputt macht durch Sucht - egal welche...

    Lieben Gruß von Dagmar