Beiträge von dagmar007

    Hallo, liebe Melanie,
    ja, wir stehen vielleicht in diesem Punkt an einem "Anfang", nicht an dem Anfang ;) Es ist ein neues Wagnis, wir sind uns darüber bewußt und werden selber den Zeitpunkt wählen, an dem wir stark genug sind. Bis dahin müssen wir eben mit uns in die "Innenrevision" gehen. Vielleicht ist das gut so? Wir machen nicht im ersten Gefühl von "Du" auf sondern haben noch Sicherheitsmechanismen im Hintergrund.

    Es gefällt mir auf der einen Seite gar nicht, weil ich meine Verletzbarkeit spüre. Aber ich bin stolz auf mich um diese zu wissen und zu lernen damit umzugehen. Damit nämlich können wir auch Schritt für Schritt weiterkommen (auch wenn wir uns gerade so nicht fühlen).

    Ich finde Nicis Ansatz gut einfach ein stärkeres Fell aufzubauen mit etwas l.m.a.a. Ich arbeite auch in diese Richtung an mir, immer mal wieder ein kleines Wagnis, aber eben nur so wie ich der Meinung bin den Rückhall zu verkraften.

    Viel zu arbeiten habe ich in Bereichen, von denen ich dachte ich kenne sie nicht mehr. Dazu gehört ein Gefühl der Eifersucht (dem ich wohl gleich entgegentreten kann, der Anflug ist aber dennoch da, leider). Dazu gehört doch noch eine kleine Angst abgelehnt zu werden, obwohl ich innerlich genau weiß dass dieses in dem Fall gar nicht der Fall ist sondern Verhaltensweisen/Krankheiten entgegenstehen, die ein sonderliches Verhalten bewirken, welches nichts - aber auch gar nichts mit mir zu tun haben.
    Ich weiß es und dennoch, ich bin nicht gänzlich frei mich anstecken zu lassen von (zu erwartenden/vermuteten/vielleicht ganz anderen) Handlungen eines anderen. Das aber heißt für mich ich bin noch nicht ganz autonom!!!

    Menschen brauchen einander - es gibt auch solche innerhalb meiner Mauern - vermutlich ist mein Schutz in der Situation sogar angebracht (Kontakt mit einem Borderliner) und dennoch wäre ich der Meinung ich könne mich da besser distanzieren. Nun gut, ich lerne - und vor allen Dingen muss ich differenzieren sind es eigene Ängste oder gesunde/wichtige Sicherheitsmechanismen, was in diesem einen Fall bei mir ganz schwer zu unterscheiden ist.

    Fakt ist aber: ich kann um Hilfe bitten, Hilfe annehmen und auf die Menschen zugehen, wo ich das Bedürfnis habe (diese eine Ausnahme jedoch beschäftigt mich). Ist sie vielleicht mein Lernweg genau dieses letztes Pünktchen noch auf den Punkt zu bringen....

    Lieben Gruß von Daggi

    Hallo, liebe Melanie,
    auch bei mir gibt es diese Mauer. Früher zum Selbstschutz, ganz dicht, heute viel durchlässiger.

    Dennoch habe ich gemerkt ich bin keinesfalls so weit wie ich dachte, also benötige ich noch etwas "Mauerwerk".

    Was mich an mir selber stört ist die Tatsachen, dass es Menschen gibt, die zwar durch meine Mauer zu mir vordringen dürften (weil ich sie schätze) ich selber aber diese Mauer nicht für sie aufbrechen kann. Nun, fraglich ist da noch für mich ob es der Schutz für mich selber ist um nicht zu Schaden zu kommen, mein Schutz vor Unbekanntem (was auch mich zukommen könnte) oder vor Abweisung.
    Wäre es nämlich letzteres, dann wäre das nicht gut denn ich war der Meinung ich müsse mir eine solche Frage nicht mehr stellen.

    Ich habe gemerkt daß ich ganz weit gekommen bin und auch tatsächlich alle Ansätze in mir habe, die mir je wichtig waren. Ich musste leider auch merken, dass dennoch eine gewisse Verletzlichkeit noch da ist (was ich nicht gedacht hätte).

    Ich kann heute diese Verletzungen (die ich mir einbilde weil mich niemand verletzen wollte und nur ich selber mir das Leben schwer mache) ertragen, revanchiere mich nicht und ziehe mich auch nicht zurück ... aber ich möchte nicht weiter aufmachen... Ich finde das für mich schade, weil ich mir eine Chance nehme etwas zu gewinnen und die Chance an meinem Mut zu reifen.... Aber es dauert wohl bei mir noch etwas bis ich alle Punkte erreicht habe, die mir wertvoll sind.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hihi Frozen Tears,
    nein, aber etwas ist dran an Deinem Witzchen.

    Ich habe ja schon früher gemerkt wenn jemand Alkprobleme hatte und hatte immer Erklärungen finden wollen. Heute ist die Fahne Zeichen genug. Nun gut 30 zufällige Treffen ohne Fahne und Alkgenuß, die ließen mich vielleicht überlegen ob ich falsch gelegen habe.

    Mir ist aufgefallen, dass ich einfach überdeutlich bin und durch meine Therapie an mir und mein ANnehmen von dem was eben ist anderen ebenso gegenüberstehe.

    Wenn mir jetzt jemand erzählt er hat ein so langes und leeres Wochenende vor sich (Mitleid?) dann sage ich ihm "es liegt an Dir".
    Wenn mir jemand sagt "ich bin am explodieren", dann frage ich ihn ob er für sich einen Weg finden kann damit umzugehen.
    Ich bin gerne Fragesteller, damit derjenige selber seine Antwort findet - aber ich bin nicht aktiv eingebunden.

    Das ist wie der böse Blick, denn hier wird ja jemand gesucht, der Verantwortung abnimmt und ich lasse die arme Seele stehen mit "überleg selber".

    Und komischerweise scheint das eine recht gute Kombination zu sein, denn manch einer besinnt sich auf sich selber; ohne mein Zutun! Wie anders fühlt sich das an als in Zeiten mit einem aktiv Süchtigen, auf den man/frau ständig meinte aufpassen zu müssen....

    lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, liebe Claudia,
    genau das hat mich in (Lebens-)Gefahr gebracht, die Bestätigung eines anderen Menschen zu benötigen um mich als "wertvoll", "sinnvoll" oder oder oder zu empfinden.

    Ich habe in den letzten beiden Jahren gelernt - mit Hilfe anderer Menschen, die mir der Zufall auf den Weg geschickt hat weil ich wohl offen war - wie wertvoll ich auch ohne Partner bin. Wie geschätzt ich bin und wie ich als Mensch gemocht werde, dazu ist nicht ein Partner notwendig.

    Heute bekomme ich die Bestätigung von einem Menschen, bei dem wohl gerade eine Werbephase aktiv ist. Es ist schön, ich genieße es .... und dennoch ich "falle nicht um". Einfach deshalb weil ich nicht weiß ob ich mir meine Stabilität erhalten würde wenn ich jetzt in eine Beziehung ginge.

    Liebe claudia, nennen wir das Kind beim Namen - Mann/Partner steht ebenfalls für Erotik. Sexualität kann ebenfalls Spannungen abbauen - Spannungen aus dem täglichen Leben, Unzufriedenheit ect. pp. Es wird dadurch ein falsches Gefühl von Angenommensein erzeugt - zuweilen ist es nämlich nur eine Entlastungshandlung die leider nichts mit Gefühlen zu tun hat.

    Genau das ist einer der Punkte, warum ich mich ganz vorsichtig irgendwelchen "Werbungen" gegenüber stelle. Wenn jetzt der Hormonspiegel tobt, dann heißt das nicht, dass wir morgen noch respektvoll und übermorgen ehrlich miteinenander umgehen können.

    Ich bin gerade auch in der Situation, wo Herz und Gefühl sagen ja - aber der Verstand "Achtung, immer wieder einen Schritt zurück". Und ich sage Dir was: wenn es sein soll, dann muss ich irgendwann mal keinen Schritt mehr zurückgehen und es passt. Wenn nicht, dann hat mein Selbstwert auch nicht gelitten weil ich noch genauso viel wert bin wie vor dem Zeitpunkt, als ich diese Werbungen und Bestätigungen erhielt.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr LIeben,
    ja Nici, es ist total eingeschneit bzw. verschneit. Letzte Woche habe ich angefangen Tannenreisig zu verteilen, heute machte ich weiter. Auch mein kugelrunder Weihnachtsmann, ca. 40 cm hoch aus Keramik kommt ab Montag zum Einsatz.

    Ich habe drei Streunerkatzen, die ich versorge und die hier für Aufregung und "anklammern" sorgen.

    Gebacken, liebe Gotti, habe ich noch nicht - morgen gibt es aber einiges, da ich am Montag etwas für die ganze Truppe mitbringen möchte. Ich denke mal, viel weihnachtliches Backen kriege ich nicht hin, weil ich abends zu spät zu hause bin. Und wenn Wochenende ist, dann klingelt regelmässig irgendjemand aus der Bäckerei (heute ganz süß: mit entgegengestrecktem Brot). Ich bin so dankbar, diese Menschen kennengelernt haben zu dürfen. Dort ist übrigens Kriegszustand ... es hat sich also nicht beruhigt, seit meinem Weggang (was nicht nur mit mir zusammenhängt) ist Mitarbeiter gegen Chefetage angesagt, so was von verhärtet, was ich nicht erlebt hatte. Ich war beim Glühweinfest mit vielen Kollegen, was schön und traurig gleichzeitig war.

    In der Schule ist es schon sehr heftig, die Anforderungen sind riesig und manchmal sind wir schon sehr im blödeln und ich denke dann "mensch, du sollst lernen und nicht schäkern". Aber ich denke, es tut mir gut dort zu sein. Zumindest wurde mir das von meinen Kollegen (sorry, Ex-Kollegen) bestätigt :)

    Menschlich gibt es viel zu lernen und viel abzugrenzen. Ich komme geballt (geballter geht es gar nicht) in Berührung mit den Dingen wie psychischen Problemen der Mitschüler (viele Burnouter) dem Stress der Referenten und einigen menschlichen Akzenten, mit denen ich zuvor nicht umgehen musste.

    Ich sehe Tag für Tag was ich in den letzten beiden Jahren gelernt habe. Ich bin glücklich nun für mich mein kleines Glück geschaffen zu haben und hoffe natürlich auch später einen entsprechenden Job zu bekommen. Es ist so wunderschön sich nicht mehr von den Problemen anderer runterziehen sondern sich abgrenzen zu können ohne den Menschen abzulehnen oder den Kontakt meiden zu müssen. Diesen Selbstschutz benötige ich nicht mehr :)

    Meine Öfen laufen super, brauchen viel Holz und ich gönne mir eine Ausgabe, die eigentlich dummbackig ist! Einen Heizer, der wie ein Kaminofen ist, auch dimmbares elektrisches Feuer. Ein Heizer also, der auch im Wohnzimmer stehen darf. Hier darf ich keinen (Holz-)Ofen einstellen weil die Wände aus brennbarem Material sind. Und bei hohen Minusgraden kriege ich da keine Wärme rein. Ich habe ganz, ganz lange überlegt, weil ich mir das nicht leisten kann.
    Aber es sind Träume einer Kindheit im Wohnzimmer auf der Couch vor einem Kamin (auch wenn elektrisch, zwei reine Holzherde stehen ja auch noch da) sitzen oder liegen zu dürfen. Vielleicht ist es die Erfüllung meiner Träume der Kindheit (angefangen vom Holzofen, Kaminofen und Kaminfeuer im Wohnzimmer, zur Hollywoodschaukel und und und) die es schaffen mich nun erwachsen werden zu lassen. Ich kann mir selber Wünsche erfüllen und mir Dinge ansehen, Tag für Tag, die mich glücklich machen. Ich habe durch Holz, Pflanzen und Tiere meine eigene/weitere Therapie praktisch ins Leben gerufen und erarbeite mich selber Schritt für Schritt mit Erfolg.

    Leicht ist mein Leben weiß Gott nicht, und derzeit beschäftigt mich so manches aus dem zwischenmenschlichen Bereich, aber es ist ein glückliches Leben trotz aller Probleme.

    Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht dankbar bin, wie sich das alles nach der Trennung entwickelt hat. Eigentlich fast ein Wunder, was da alles geschah und jetzt geschieht.

    lieben Gruß von Daggi

    Liebes Schneewittchen,
    ich denke mal, es geht noch gar nicht um das Thema Scheidung.

    Ich selber habe mich zu aller erst innerlich distanziert, dann bemerken müssen, dass ein Zusammenleben nicht mehr möglich ist (auf Grund von extremen Agressionen und sexuellen Übergriffen von Seiten des Expartners).

    Auch jetzt habe ich nicht alle Kontakte abgebrochen sondern immer noch die Möglichkeit eingeräumt zu einem späteren Zeitpunkt (nach Bearbeitung der Probleme) eventuell sich neu kennen zu lernen.

    Nun gut, bei uns hat das nicht funktioniert - bei anderen wie bei Gotti, sind andere Möglichkeiten gewesen.

    Nur, zuallererst ist wirklich das auf sich selber konzentrieren und sich selber spüren wichtig. Sich überhaupt darüber klar zu werden, was man/frau braucht oder nicht braucht. Hier geht es erst mal ganz dolle um Dich (der andere ist für den Moment gar nicht so wichtig).

    Schau Schneewittchen, für mich war das alles eine Horrorzeit, aus ihr konnte ich so viel lernen, das mir jetzt eine Bereicherung ist. Heute bin ich in der Lage mich nichts mehr anzuziehen was nicht mehr für mich gilt. Zurückweisungen müssen nicht persönlich sein und Streitkultur will gelernt sein. Das Unruhegefühl eines anderen oder den Druck kann ich durch eigenen Druck noch verschlimmern oder einfach durch ein zurückziehen abbauen.

    Glaube mir, wäre ich damals schon so weit gewesen wäre vieles anders gekommen. Ich wäre vermutlich (weil ich bei mir war) sehr viel früher gegagnen, das aber ohne Groll und Wut - einfach nur gegangen weil der andere (derzeit) andere Interessen hat. Das hätte eine erneute Annäherung nicht verhindern müssen ... wenn eben das was ich für mein Leben will identisch gewesen wäre mit dem was er sich erwünscht....

    Ich wünsche Dir viel Kraft Deine nun empfunden Gefühle gut verarbeiten zu können. Es ist ganz viel, was jetzt auf Dich niederprasselt und bei mir hat es lange gedauert zu verarbeiten und einen neutralen Punkt zu erreichen der verzeihen ebenso ermöglicht wie weitergehen. Es war lange ... es war schmerzhaft .... aber es war erfolgreich :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebes Schneewittchen, mein Problem ist, wenn ich das Wort "Liebe" lese und das, was darunter verstanden wird. Für Dich ist sie etwas anderes als für mich.

    Ich kann Dir gerne sagen, was "Liebe" für mich bedeutet:

    Sie ist selbstlos und nicht daran gekoppelt, dass ich etwas zurück bekomme (egal was). Ich wünsche mir, dass es dem anderen gut geht und er/sie glücklich ist, selbst wenn ich dadurch aus seinem Leben verschwinden muss weil ich dadurch unglücklich werden würde.

    Ein Alkoholiker fühlt sich oftmals glücklich mit seinem Stoff, er hat das Recht dazu, nur, wenn das mir schadet muss ich ihn seiner Liebe überlassen. Ich selber muss existieren und überleben, meinen Alltag bewältigen. Mit einem Trinker an meiner Seite sollte ich schon mal beginnen Rücklagen weg zu legen um einen evtl. Pflegeplatz bezahlen zu können und meine Nerven so was von zu stärken, damit ich mit einer weiteren Steigerung des Konsums klarkomme.

    Ich komme mit keiner Konsumsteigerung klar - ich komme auch nicht mit Fahnen oder Autofahrten unter Stoff klar, nein, nichteinmal mit dem wanken über die Treppe (welches bald mal zum Fall - und Pflegebedürftigkeit führt) fallen.

    Nein, ich habe eine Verantwortung und diese sagt mir, wenn ich Dich - alkoholkranken - so annehme wie Du derzeit bist, dich liebe (und Dir dein Glück erlaube) dann begebe ich mich in Gefahr wie auch Du.

    Ich habe nicht das Recht einen anderen Menschen verändern zu wollen! Ich persönlich habe nicht das Recht zu verlangen dass Alk von der Liste der "Hobbies" zu streichen ist! Ich habe nur das Recht und die Pflicht mein Leben verantwortlich zu gestalten und keinesfalls wegen unterlassener Hilfeleistung dran zu kommen weil ich im großen Haus einen tödlichen Sturz nicht gehört habe.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebes Schneewittchen,
    ich habe mal die letzten "märchenhaften" Kommentare gelesen und nichts an Verbitterung feststellen können. Hier lese ich von Verhaltensweisen, die nahzu (ab einem gewissen Grad) an der Tagesordnung stehen.

    Das große Wunder gibt es ja noch nicht einmal im Märchen, sondern nur im Kino. Sogar in den Märchen muss der Frosch geküsst oder Schneewittchen erweckt werden. Zwei Seiten also, die aktiv sind (ob gut oder schlecht ist einfach mal Jacke wie Hose).

    Bei einem uneinsichtigen Alkoholiker ist da wohl von "Beteiligung" und "Aktivität" kaum zu sprechen.

    Und eines muss ich Dir ganz klar sagen: zu den Zeiten, als ich noch meinte der großen Liebe nachrennen zu müssen und nicht alleine sein zu können, da hätte ich diese Liebe gar nicht geben können! Wenn ich mich nämlich nicht schätze und mit mir alleine klar komme ist es unmöglich es mit einem anderen zu tun. Da machen sich nur der Blinde und der Taube gemeinsam auf die Reise, waten in die Ebbe und werden von der Flut überrascht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    oh nici, abweisend und bissig habe ich da genau schon geboten :) aber das ist natürlich auch wieder der Effekt von jemandem, der eben nicht alles schluckt.

    Du darfst nicht vergessen, mittlerweile habe ich mich empor gearbeitet, mich spricht kein aktiver Süchtler mehr an ;) sondern nur noch therapieerfahrene ;) keine geringere Gefahr, aber somit doch eine Akzeptanz von Bissigkeit und Kritik. Hey Nici, dass ist schon ein Erfolg gegen früher - fällt mir gerade auf ;)

    Lieben Gruß von Daggi

    Ich denke Nici, genau diese Coabhängigkeit, auch wenn nicht mehr gelebt, wird gespürt in Form von Wärme, keinen Vorurteilen und und und.... Deshalb bin ich so froh es gelernt zu haben einen Schritt nach hinten zu gehen und mich mal tiefer mit der Person zu beschäftigen - um eben die Türe nicht aufzumachen.

    Kontakt ist o.k., lässt sich in meinem Fall weder verhindern, noch wollte ich es verhindern, aber alles andere, das kann ich steuern....

    Lieben Gruß von Daggi
    die nun Briketts schleppen muss

    Hallo Janeba,
    Du schreibst "er muß lernen mit worten auch gefühle aus zu drücken, denn das brauche ich.... kompromisse mache ich gerne bei zahncreme und duschgel,doch gefühle müssen endlich auf den tisch.... "

    So habe ich früher gedacht weil es mein Grundbedürfnis war Bescheid zu wissen. Heute sehe ich es sortierter. Ich habe nämlich Menschen kennen lernen dürfen, die gerne Gefühle ausdrücken würden, es aber definitiv nicht können. Deshalb sind sie weder schlechter noch herzloser, weil sie mein Bedürfnis nach Austausch so nicht leben können.

    Ich habe für mich gelernt zu erfassen dass ich keinesfalls an Stimmungsschwüngen beteiligt bin. Ich habe akzeptiert dass der andere evtl. nicht darüber reden kann. Ich kann nur das Angebot abgeben, ich bin da, Du kannst mit mir reden.

    Wie ich das in mir auf Dauer manifestieren kann, kann ich noch nicht sagen, aber es wäre mein Wunsch für mich selber. Denn es ist ein sehr gutes Gefühl zu wissen, daß die Gefühle des anderen keinesfalls mit mir zu tun haben müssen und ich mich nicht in tausend Fragen mit dem vermeintlichen Un-/Wohlbefinden des anderen auseinandersetzen muss. Er/sie kann mit mir sprechen wenn es ihm/ihr ein Bedürfnis ist, wenn nicht auch o.k.

    Ich habe eines gelernt: Hilfe zur Selbsthilfe und nicht mehr und nicht weniger!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Salue Paddy,
    was Coabhängigkeit ist habe ich an mir im wohl extremen Beispiel erleben müssen weil ich ganz unten war und alles verloren hatte.

    Mir konnte nichts schlimmeres/besseres passieren! Ich war auf dem Nullpunkt musste/konnte und durfte neu anfangen. Auf meinem Weg begegneten mir wunderbare Menschen, die mich an die Hand nahmen und für mich da waren.

    Heute bin ich immer noch coabhängig. Habe immer noch eine Anziehungskraft auf Menschen mit psychischen Problemen weil diese meine Ruhe verspüren, die ich durch das schlimme erworben habe.

    Es gelingt mir heute immer einen Schritt zurück zu gehen. Mich immer zu fragen tut mir das gut oder nicht. Es gelingt mir keine, aber auch wirklich keine Verhaltensweise mir selber zuzuschreiben, die ein Gegenüber aufgrund psychischer Belastung weitergeben möchte.

    Es war die Hölle was ich erlebt habe - ohne diesem Erleben wäre ich nie da angelangt wo ich jetzt bin. Mir wurde während meiner Umschulung von ganz vielen Menschen gesagt dass ich so eine Ruhe und Zufriedenheit verströme, die einfach nur schön für das Umfeld wäre. Mir wurde aus Reihen psychisch kranker gesagt dass ich durch meine "Gelassenheit" in der Betrachtung und keine Vorverurteilung eine Bereicherung sei. Meine Ex-Kollegen sind ständig in Kontakt mit mir. Mein Leben ist schön - ich dekoriere für mich weihnachtlich - ich schminke und pflege mich für mich. Ich fühle mich wohl in mir. Alles das gelang nur durch dieses furchtbare "fast aus" in meinem Leben.

    Wer den Ausstieg geschafft hat - den Willen hat mit sich selber kritisch umzugehen und nahezu das ganze Leben in Frage zu stellen, der hat nach einer solchen Tiefphase vielleicht mehr Chancen als andere Menschen jemals in ihrem Leben.

    Aber... die wenigsten wollen diesen verdammt harten Weg gehen.... Kaum einmal gestrauchelt hält man/frau sich wieder fest am alten Pfad/Geländer, welches stabil aussieht aber über lange Sicht zusammenbricht.

    Was morgen ist, kann ich nicht sagen - aber heute kann ich sagen, ich bin nicht nur zufrieden, heute kann ich sagen ich bin in der Lage aufzuarbeiten (aufarbeiten zu müssen) und mit mir Frieden zu schließen - das wirkt sich auf das Umfeld aus und das Feedback ist einfach nur harmonisch schön.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, lieber Matthias,
    Umärmelung :P dankend angekommen :)

    Ja, wie Volldampf erscheint es mir auch. Es wäre gelogen zu sagen alles das ist einfach und einiges hätte ich mir freiwillige nie als Lernstoff (nämlich den über mich selber) aufgebürdet. Es ist aber wohl einfach so, dass einen manche Dinge einholen. Wer sich nicht zuvor erlaubt (angemessen) zu trauern, den holt halt irgendwann die Situation ein.

    Aber ich bin ja lernwillig :)
    Lieben Gruß von Daggi

    Da kann ich mich nur DespaerateS anschließen: nun bekommst also Du ein Ultimatum??

    Oh toll, weißt Du was Emma, eine Frau bekommt ihr Leben auch ohne Partner gebacken! Vielleicht nicht immer einfach .... aber bevor mich jemand gefühlloser wieder in die Hände bekommt bleibe ich lieber mein Leben lang alleine.

    Zumal ich mir dann noch erahnen kann wie es weitergeht ... nämlich schlimmer als es je war weil er ja nun die Oberhand hat.

    Nun gut, Du musst entscheiden was Dir wichtig ist wenn du schone eine eventuelle gemeinsame Zukunft in Erwägung ziehst.

    Meine Psychotherapeutin sagte mal zu mir "Denken sie an ihre Zukunft, mit ihm haben sie keine". Kluge Frau, auch wenn mir das damals zu wenig Antwort war.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Also, liebe DesperateS, dann hast Du doch für die Zukunft gelernt und musst Dir nicht böse sein. Ab heute entscheiden nur noch die Taten und nicht die Willensbekundungen.

    Mir fällt der Umgang für mich damit besonders aufweil ich für mich heute ganz anders damit umgehen kann als bevor ich mich mit meiner Abhängigkeit vom Partner befunden habe.

    Wo ich heute sage "ändere das ab jetzt, wenn Du willst" so habe ich früher Vorschläge serviert, die man/frau dann verbal abhandeln konnte. Ich war über mich selber erstaunt als ich das im Nachhinein nochmals konstruiert habe was in dieser Kommunikation abgelaufen war. Und das war kein aktiver Alkoholiker sondern jemand, der vor Jahren eine Therapie gemacht hatte, aber noch an seinen Mankos knabbert.

    Ich denke nämlich das mit-leid(en) niemandem hilft. Nur kann ich das mittlerweile leben, früher nur denken. Deshalb ist für mich eine Chance für mich da, weil ich ja wieder anders denken und handeln muss. Den anderen nehme ich so wie er/sie ist oder muss es lassen.

    Mal sehen, wie ich mich in Bälde mal dazu stellen muss. Ich weiß es auch noch nicht.... Aber ich weiß was ich muss im Interesse meiner Selbstwillen....

    lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe DesperateS EIN Ultimatium wäre für mich ein fixer Termin/Geschehen ect. an dem dann ein Ergebnis erzielt wird.

    Aber auch dann diktiert einer und der andere hat zu springen: in diese oder jene Richtung. Es ist keine gemeinsame Lösung sondern eine Entscheidung muss getroffen werden, die Veränderungen nach sich ziehen würde.

    Nun, wenn aber ein Ultimatum ohne Konsequenz verstreicht, dann werden es die anderen 312 wohl auch tun weil derjenige, der es gestellt hat unglaubwürdig wurde.

    Und jetzt kommt Chance für Chance - oder ein sinnloser Anfang nach dem nächsten....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Nun, ich erlebe gerade etwas in einer wohl ähnlich und abgewanderten Form.

    Ich selber habe die Chance mich besser zu erkennen und ein anderer Mensch, der aus seinem Suchtkreislauf mittels Therapie ausgestiegen ist beginnt sich zu finden und mit sich klar zu kommen, was sehr schwer erscheint.

    Wobei ich Euch sagen muss, ich könnte mir nicht vorstellen mit jemandem offen zu sein oder seine Wort an zunehmen, mit dem ich in dessen aktiven Suchtzeiten die Momente verbracht hätte. Das merke ich jetzt ganz deutlich. Diesen Menschen habe ich kennengelernt rund zwei Jahre nach seiner Therapie wo er für sich seinen Weg versucht zu finden und an dem ich gänzlich unbeteiligt bin. Jemand, den ich in der aktiven Zeit hätte begleitet, da wäre immer das "damals" in der Nähe.

    Ich persönlich empfinde diese (meine) Chance jedoch als ganz schwierigen Weg weil immer wieder eine Konfrontation mit sich selber gegeben ist. Ich muss ständig innehalten und mich reflektieren. Meine geänderten Wege und Einstellungen beibehalten und einfach die sein und bleiben !!!! die sich entwickelt hat.

    Ich glaube der Grad eines Rückfalls wenn einem eine Chance gegeben wird ist imens groß. Was meint Ihr wie oft ich mich täglich an die Nase fassen muss!!!!!

    Gebe ich jemandem eine "Chance" dann heisst es quasi, entweder einer, beide oder jeder spuren oder es geht eben nicht. Ich aber will niemandem eine "Chance geben" sondern einfach das Gegenüber annehmen. Chance hat für mich so etwas mit Gnade zu tun.

    Das sehe ich heute so, vor ca. 4 Wochen hätte ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht....

    Lieben Gruß von Dagmar