Beiträge von dagmar007

    Oh Nora, und wie ich Dir Recht gebe, weil ich es selber erlebt habe, mit dem Verhalten.

    Ich denke nur, das Wort "bösartig" möchte ich für mich nur dann verwenden, wenn es tatsächlich mit klarem Gedanken gefasstes Verhalten ist, und manch einem Alkoholiker würde ich zutrauen pro Tag 24 Stunden unter einem gewissen Spiegel unterwegs zu sein.

    Mir gelingt es für mich persönlich nicht mehr einen Mensch mit zwei Seelen zu sehen. Ich wüßte nicht einmal, ob ich menem Ex in Trockenheit einen guten Menschen zutrauen könnte. Diese Bösartigkeiten (ich nenne sie nun auch so) sind geschehen. Der Alkohol hat ihn nicht anders gemacht sondern so enthemmt, dass diese bösen Eigenschaften zu Tage traten. Also sind sie in ihm vorhanden!

    Was also einmal zum Ausbruch kam, könnte immer wieder zu Tage treten. Zumal es sich um eine Rückfallkrankheit handelt.

    Ich gehe auch davon aus, dass die Psyche meines Ex Störungen hat oder die Erziehung ihm Schaden zugefügt hat, es also Verursacher für diese unbändige Wut gibt. Nur ich stelle mich keinesfalls als Punchingball zur Verfügung..... war ich lange genug ...

    Ich habe auch den Eindruck, die wenigsten unserer jetzt trockenen Alkoholiker waren gewaltätig oder haben komplett ihre Moral verändert oder sind durch den Alk kriminell geworden. Ich stelle nämlich wirklich in Frage, ob ein "nur Entzug" und "nur Therapie" diese Charaktereigenschaften ausschalten kann.

    Jeder Mensch ist anders, keine Frage, aber ich habe da schon komische Gefühle was dieses Thema betrifft.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Renate,
    Du verwendest das Wort "bösartig". Auch ich hatte es bei vielen Aktionen in meinem Hinterkopf. Meinem Ex gegenüber sprach ich einmal an, dass er skrupellos sei weil er mir Telefon und Internet gekündigt hatte, obwohl ich es ebenso finanzierte wie er.

    Es sind Rachezüge. Es sind Zeichen der Hilflosigkeit. Dir zu sagen, er ginge da oder dort hin ist nicht bösartig, glaube ich, sondern der Versuch sich wieder in den Mittelpunkt zu heben.

    Natürlich bekommen die Angehörigen soviel Wunden und Narben ab, dass diese am Anfang fast nicht heilen können. Fast so als hätte der Körper mehr Haut verbrannt, als dass er noch überleben könnte. Jetzt geht es darum gut, sterile und zur Heilung beitragende Verbände anzulegen.

    Einer davon ist ganz, ganz sicher langsam daran zu arbeiten (bei mir dauerte es sehr lange) zu begreifen, dass es sich um kein gesteuertes Verhalten mehr handeln dürfte sondern um Verhaltensmuster, die seit zig Jahren gelebt werden. Allerdings war es früher in meiner Beziehung so, dass der Alk noch ein gewisses Denken erlaubte und somit die sozialen Normen erfüllt wurden (mir gegenüber also keine größeren Auffälligkeiten). Irgendwann wurde das anders.

    Drei Menschen aus seiner direkten Familie starben, nebst dem Vater, mit dem ihm eine Hassliebe verband. Also auch hier schon alles wirr, krank und schädlich.

    Was in dieser Familie passiert ist weiß ich nicht, was mit ihm im Kopf wirklich ist weiß ich auch nicht. Er litt scheinbar darunter ständig betrogen worden zu sein und servierte mir selbiges. Obwohl ihm Treue doch scheinbar so wichtig war. Weißt Du Renate, alles was meinem Ex bei klarem Kopf vielleicht wichtig war verlore unter Alk eventuell bei ihm seine Bedeutung.

    Das soll aber meine Grundwerte nicht in Frage stellen sondern mir nur sagen, dass er der falsche Partner für mich ist.

    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du Dir die Geschehnisse nicht zu sehr als "von Dir verursacht" reinziehst.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Wo Ihr gerade darüber schreibt, da fällt mir doch was ein: als die Beziehung begann und ich ihn "nur" besuchte hingen in der Küche und im Arbreitszimmer je eine 3 l Flasche uralter "Schnaps"

    Meine Kommentare, dass dieses meiner Meinung nach säuferhaft aussieht, sorgten dann dafür dass irgendwann die Flaschen verschwanden (klasse, hatte ich ertappt und es nciht begriffen) Die Herren konnten regelmässig einen nach den anderen kippen und es fiel kaum auf. Diese großen 3 l Flaschen wären ja früher sogar noch begehrt, also kein Problem sie los zu bekommen.

    Schlimm fand ich, dass die herren noch die Decekl der Flaschen gesammelt hatten, so quasi als Auszeichnung, wie viel sie doch konsumieren können.

    Alles Warnzeichen, die ich nicht geschnallt hatte und als spätpubertäre Macke eingestuft habe.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Frozen Tears,
    danke für diese Frage, denn da hat mich auch schon ein ganz besonderer Aspekt/Vermutung begleitet.

    Mein Ex konsumiert über Jahrzehnte, die Persönlichkeit änderte sich leicht, von einem Tag auf den anderen knallte es und es wurden lieb, einfühlsam und fürsorglich ersetzt durch aggressiv, wütend, morallos und alle anderen gewalttätigen Aspekte.

    So, nun gibt es für mich in seinem Fall leider die Frage, die ich mir stellte ob alle seine positiven Eigenschaften, die ich dachte in ihm zu sehen und die auch da waren (fürsorglichkeit gegenüber der Katzen ect.) eine Maske speziell für mich und das Umfeld? War er nicht lieb und fürsorglich um als Gegenleistung eine Partnerschaft zu erhalten, die nach außen ein Deckmäntelchen bietet?

    War es nicht vielleicht so, dass dieser Mensch schon immer wütend und voller Agresseionen steckte, diese nicht auslebte weil die Gesellschaft es nicht akzeptiert und Job und Mäntelchen nach außen geschwärtz wären?

    Ist nicht vielleicht genau dieses gewalttätige Wesen, welches sich zeigte der Urkern und die eigentlich Person um die es geht???

    Lieb, nett, fürsorglich - die Maske die mein Ex aufsetzte und verlor (da sehe ich nämlich den Unterschied zu den oben schreibenden, die im Regelfall eine fürsorgliche Eigenschaft haben).

    Lieb, nett, fürsorglich ... vielleicht deshalb um eine Gegenleistung zu erhalten?? Zu wirklichen Gefühlen nicht mehr fähig also definitive Gefühlskommunikation. Somit konnte diese ausgelebt oder ausgeglichen werden durch das ach so liebe, ach so fürsorgliche und mitdenkende.

    Mit dem Resultat (gilt nur bei mir) dass mir auf diese fürsorgliche Art alles mögliche an Dessous vorgeknallt wurde, was ich nicht wollte! Sprich fürsorglich stand hier auch für Manipulationsversuch. Es war keineswegs fürsorglich mir ein alkoholisches Getränk in lauer Sommernacht hinzustellen (da ich sonst nur Säfte trinke) nein, das war Berechnung....

    Ich für mich musste grausam aufwachen und stelle mir die Frage ob dieser eigenartige Mensch der jetzt tobt und wütend nicht genau der Mensch ist, der pur ist....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Angst. uupss ein ganz schlimmes Thema. Nicht weil ich oft Angst habe, sondern weil es bestimmte Dinge gibt, da wird meine Angst unrealisitsch. Und genau das halte ich für schlecht.

    Angst selber halte ich für einen interessanten Begleiter, der uns davor bewahrt unvorsichtig zu sein. Jedoch gab es Zeiten, da wurde ich von dieser Angst überrannt.

    Viele Angstfaktoren verhinderten dass ich mich aus meiner krankmachenden Beziehung löste. Seit geraumer Zeit nehme ich Antidepressiva, die alles auf ein Normalmaß gebracht haben. Seit dem Normalmaß sind mir auch Lösungsansätze möglich, was zuvor eher ein reinsteigern in die Angst war.

    Dann aber gibt es noch die reale Angst vor meinem alkoholkranken Exfreund, seinen Wutangriffen und Müllentladungen vor dem Haus. Hier habe ich zur Sicherheit einen Rechtsanwalt beauftragt und bin im Notfall in polizeilichem Kontakt.
    Hier nämlich ist die Angst real und kann von mir nicht auf ein normales Level gebracht werden.

    Ja, liebe Linde, mit meinen Tieren, dass ist auch schlimm, habe gerade auch einen kranken Kerl und das Problem mit dem rausgehen der Streuner. Da sterbe ich dann auch tausend Tode. Aber auch das fällt mir leichter seit dem ich versuche das in "Liebe loslassen zu verstehen".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ein für mich ekeliges Thema - weil es so richtig präsent machte was läuft (als ich begann es sehen zu können)....

    Nachdem der Versuch fehlschlug mir die Flaschen zur Entsorgung zu übergeben wuchs die Anzahl der bereits im Hobbykeller gesammelten Flaschen wohl in ein paar Hundert Stück, nebst großen Bierdosen und diversen (aber weniger) Schnapsfalaschen oder Glühweinflaschen.

    So zwischendurch wurde mal eine Portion in eine außerhalb liegende Scheune gebracht. Im Wohnwagen, der nicht mehr funktionstüchtig ist und auch an der Scheune steht ist auch noch einiges auffindbar. Ich könnte mir auch vorstellen, in dem Boot, welches seit Jahren nicht mehr bearbeitet wird und einfach nur in der Garage steht. Da nämlich kommt fast niemand direkt ran und es bietet, viel, viel Stauraum, weil es darin kein Innenleben mehr gibt.

    Das war für mich der Horror, die Sammlung an Flaschen zu sehen....

    Daneben standen noch zumeist um die vier oder fünf Kisten, die dann jedoch entsorgt wurden - Pfandgut.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Cora,
    ich denke, es wird dann gelingen einen anderen Menschan an Dich und in Dein Herz zu lassen, wenn Du genügend Vertrauen zu Dir selbst aufgebaut hast. Vielleicht geht es schnell, vielleicht dauert es, aber klasse, wie Du damit umgehst.

    Indem Du Dir bewusst bist über diese gefühlsmässige Situationen kannst Du sie betrachten. In der Situation innehalten und fragen "was fühle ich". Kannst Du es deuten: sehr gut. Wenn nicht, dann kannst Du spüren "hier bin ich unsicher, hier hängt es, bis wohin bin ich mir sicher. So war immer mein Weg. Ob der jetzt für Dich passend ist, ist fragwürdig. Aber so viele Menschen es gibt, so viele möglichen Wege gibt es.

    Meines Erachtens geht Du nicht den leichteren Weg, weil Du alleine bleibst! Im Gegenteil!!! Einfacher ist es sich seinen Juwel rauszusuchen und zu hoffen, dass sein Schein wirklich Karat und keine Fälschung ist ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Karotte,
    ungefähr so muss ich mich angehört haben, als ein Suchtkumpan meines Ex mich fragte "warum tust Du Dir das (also ihn) an?"

    Schöne Worte, klingt logisch, ergibt einen selbstkritischen Zusammenhang vergisst aber eines: den Charakter der Sucht und die von heute auf morgen möglichen eintretenden Veränderungen.
    Ich habe erlebt, wie schnell es geht, dass plötzlich Anzeige um Anzeige gegen einen Alkoholiker erstattet wird (der natürlich nie schuldig) Und das war nur der Anfang!!!!

    Der Alkohol ist unberechenbar und kann von heute auf morgen aus einem Lamm den Wolf projezieren und ins Leben holen. Einen Wer(?)-Wolf, der Opfer hinterlässt....

    Ich wünsche Dir, dass Du (anders als ich) diese mitternächtliche Wandlung nicht miterleben musst, bei der innerhalb von Minuten aus einem Menschen eine reißende (ums Überleben kämpfende) Bestie wird .....

    Man(n)/Frau verzeihe diesen Vergleich....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe Sonea, ich musste mich auch belehren lassen, dass Alkoholiker oftmals nicht mehr wissen, was sie überhaupt taten oder sagten. So extremes ich auch erlebt habe, richtig kapiert habe ich das immer noch nicht, obwohl es im Gehirn gespeichert ist.

    Ebenso wie die Moral, Ethik oder was auch immer mal einen Menschen ausgemacht hatte, der diese Begleitfaktoren einfach mal ausgeklinkt hat.

    Ich befürchte, es ist mehr als nur "Zeit für Alk und Ausreden". Die Persönlichkeit scheint sich ebenfalls massgeblich zu verändern. Oder drücken wir es anders aus: Dinge und Verhaltensweisen, die zuvor durch Erziehung "verboten" waren, die werden nunmehr gelebt. Scham oder Moral ist nicht mehr so interessant, leben, machen was gerade angesagt ist. Konsequenzen sind bei manchen Menschen einfach nicht mehr zu berücksichtigen.

    Auch ich kann es mir sehr schwer vorstellen, weil ich einfach das Gefühl eines Rausches oder des wegdröhnens nicht kenne. Ich habe nie gekifft und meine Zigaretten verändern die Persönlichkeit nur wenn ich keine habe :(

    Ich habe für mich akzeptieren müssen - oder versuche es gerade - dass es den Menschen, den ich mal meinte zu "lieben" nicht mehr gibt. Er hat sich - wie auch ich entwickelt - wir beide jedoch in gegensätzliche Richtungen. So wie er jetzt ist (und das ist vermutlich sich selber viel näher als zu dem Zeitpunkt als wir uns kennenlernten) hätte ich ihn nicht näher kennengelernt (harmlos ausgedrückt).

    Lieben Gruß von Dagmar

    p.s.s das schlimmste sind die möglichen Veränderungen/Steigerungen in der Zukunft - schon alleine deshalb ist ein Abstand für liebende Angehörige ganz wichtig (meiner Meinung nach).

    Liebes Julchen,
    bei mir persönlich war dieses Kribbeln wohl meine Entzugserscheinung und mein (Kontaktier-)Druck der auch bei anderen Süchtigen (Konsumierdruck) auftritt.

    Es ist Monat für Monat besser geworden. Wobei ich, dadurch dass ich keine Kinder habe, auf Nullkontakt gehen kann. Das ist ein großer Vorteil. Ich befürchte, Du musst Dir diese "Entwöhnung" erlauben und ich selber kenne kein Hausmittel dagegen - ausser der Zeit....

    Finanzen, deshalb Kontakt ? Nun, wenn es Deine betrifft würde ich sagen ja, wenn es um seine geht, dann soll er sich doch mal mit der nächsten Parkuhr darüber unterhalten, kannst ihm ja dann die Centmünze "spendieren".

    Mir ging es lange schlecht nach Kontakten, deshalb brach ich sie ab. Es ging mir auch dann noch nicht besser wo ich keinen Kontakt entgegennahm, aber ich seine Stimme hörte. Bei mir war es die Zeit, das auseinander wohnen und das wissen, dass es mir jetzt um Klassen besser geht.

    Lieben Gruß von Dagmar, einer davon ;)

    dann möchte ich mich doch gleich anschließen und Dir alles, alles Gute zum Burtzelstag wünschen :)

    Gesundheit, die Erfüllung aller Deiner Wünsche und das Dein Leben so verläuft wie Du es Dir für Dich wünschst.

    Alle Lieben Grüße von Dagmar

    Ach Mensch, liebe Fish,
    ich hatte irgendwie gehofft, dass Deinem Herzblatt die Augen aufgehen .... Aber irgendwie hört sich das leider nicht danach an.

    Eh komisch, diese Mail oder SMS Geschichten. Mir fällt gerade ein, an unserem letzten gemeinsamen Jahreswechsel schickte mein Ex auch an alle aus seinem Adressbuch Neujahreswünsche. Hatte er sonst nie getan, auch nicht sortiert sondern einfach quer Beet. Sind das irgendwie Gefühle der Einsamkeit?

    Deine Ma hat super reagiert. Komisch, mein Ex hatte mal versucht auch meine Mutter in das Spiel einzubinden. Ein zweites Mal wagte er das nicht. Ich hasse es so, wenn Unbeteiligte quasi als Übermittler von Informationen eingespannt werden.

    Hm Fish, er wartet halt immer noch auf Liebeserklärungen oder Eure Rückkehr. Irgendwie hat er wirklich nicht geschnallt, dass es nicht um "weniger" geht sondern darum, dass das Grundfundament schon irgendwie Risse hat.

    Traurig, dass so wenige Erfolgsgeschichten im Leben zu finden sind, die das bewältigen von Süchten bzw. den dazugehörigen Paaren zeigen. Leider ist es zumeist anders. Mal ganz erhlich, jeder Neueintrag eines neuen Schreibers/neuer Schreiberin sagt mir wie richtig mein gehen war. So oft noch spüre ich beim Lesen von Erstlingspostings noch meine Gefühle von Schmerz und Hilflosigkeit, die ich damals empfunden habe.

    Und das liebe Fish haben wir zumindest dadurch überstanden, dass wir nun "unsere Prioritäten" neu geregelt haben. Na klar, nicht einfach, natürlich noch mit vielen Gedanken an das was mal war. Aber davor stehen wir! Und das ist der Anfang von etwas Gutem.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Thea,
    zur Ruhe kommen ist mir in seiner Gegenwart nicht geglückt, das beginnt nun bei mir jetzt langsam (nachdem ich vier Monate ausgezogen bin).

    Ich denke, es ist verdammt schwer, wenn man(n)/frau zusammen lebt. Einfach weil die Ängste dessen was geschah und was noch geschehen könnte ja immer da sind. Erinnerungen sind da - und Momente, die einen an schmerzliches erinnern, einfach jetzt und hier und sofort ... und schon ist es wieder da dieses "schwere" Gefühl - so war es zumindest bei mir.

    Du fragst etwas zum Thema "Leben Deines Mannes" ich befürchte fast, ich würde das so laufen lassen ohne mich selber einzumischen. Einmischen wäre für mich ja wieder "helfend" oder "vorsorglich" für ihn etwas zu managen. Ich denke, wenn er zuvor getrunken hat könnte es rauskommen oder auch nicht, nur ich wollte nichts damit zu tun haben ob oder ob nicht. Sein Leben, nicht mehr meines....

    Weißt Du Thea, es ist sein Rückfall, seine verspielte Gesundheit, sein Leben - Deines beginnst Du für Dich auf die Reihe zu bekommen - selbiges soll Dein Ex-Partner erst mal selber hinbekommen :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr LIeben,
    ich bin so glücklich, dass ich diese kalten Tage (es könnten heute nach mal in Richtung -20 Grad erwartet werden) in meinem kleinen Häuschen mit meinen Öfen - und meinem Elektroöfchen, das mir wie ein Hund nachlaufen muss - verbringen kann.

    Lieber Gott, dieser Winter im alten Haus, den hätte ich gesundheitlich nicht ohne Blessuren rumgebracht. Ein altes, schlecht isoliertes Haus, mit unzureichender Heizung. Derzeit die Straßen aufgerissen und vollste Frostgefahr. Lieber Gott, dass mir das erspart bleibt, da kann ich nur jeden Morgen aufwachen und danke sagen - bei beim zu Bett gehen.

    Selbst in Zeiten, wo der Alk keine Rolle spielte waren die Winter in dem alten Haus grausam - zumal kein grün - eingekastelt in Beton. Hier bin ich heute morgen in Lammfellstiefeln und mit ganz dicker Jacke zum Brunnen; juhu nicht eingefroren. Meinen Katzenkot entsorgt :) Genial, brauche ich also nicht die größere Mülltonne, hätte ich nämlich bei den vielen Tieren sonst gebraucht bzw. hatten wir im Haus zuvor.

    Mein Arbeitsbeginn verzögert sich um drei Tage weil mein Chef noch kurz skifahren geht. Klasse, ich freue mich über drei Tage hier im gemütlichen Hexenhäuschen.

    Ich habe gestern angefangen Zwiebeln vorzuziehen, Tulpen, Osterglocken ect. Und einiges an Samen, die nicht von der Jahreszeit abhängig sind in Töpfchen zu bringen. In einem separaten Teil, wo vielleicht die Katzen nicht wüten, ist ein Teil aufgebaut - an anderer in der warmen Küche, wo ich Exoten probiere wie Palmen und Bananenpflanzen. Mandarinen ect.

    Kaum ist die Weihnachtsdeko weg - nur noch der Weihnachtsmann mit Licherkette sitzt - will ich den Frühling bezirzen....

    Gestern habe ich Ostergebäck "getestet" ich habe eine Homepage über osterliches Backen, da möchte ich noch das eine oder andere neue einbringen und nach Ostern oder eine Woche vor Ostern bringt das wenig.

    Tja Ihr Lieben, liebe Dagmar,
    und da sollen wir uns noch trauernde Gedanken um unser altes Leben machen? Nicht wirklich, oder?:-) Wohl sind jeden Tage meine Gedanken immer noch beim Ex, lässt sich derzeit noch nicht unterbinden. Dieses aber in einer neutralen Form, die mich weder belastet noch begleitet. Natürlich wäre ich soooooooooooooooooo waaaaaaaaas vooooooooon neugierig, ob sein Umzug nun geklappt hat oder nicht.... ob die Rohre eingefroren sind oder nicht ......... ob es wann ja dort noch Strom gibt............. Klar Leute, das würde ich schon sehr gerne wissen wollen. Aber ich weiß genau es tut mir nicht gut und somit frage ich auch nicht im Umfeld nach und lenke auch Gespräche mit ehemaligen Nachbarn (schweren Herzenz) weg von diesem Thema.

    Eines weiß ich jedoch: Ich kann "ungestraft" die Dinge tun, die mir Spaß machen ohne einen strafenden Blick zu riskieren. Ich kann backen, pflanzen, mit den Tieren spielen ohne mir quasi dieses gespürte Glück dadurch zerstören zu lassen weil mein Gegenüber selber diese Gefühle nicht verstehen oder nachvollziehen kann und sie deshalb "niedermacht".

    So Leutchen, die Asche habe ich schon rausgebracht - aber ich muss noch mal zum Brunnen :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Komisch liebe Dagmar,
    ich wurde zum 1. April 2008 arbeitslos, und genau da suchte er sich meine Nachfolgerin. Ich hatte zuvor, was für mich nicht üblich ist, gegen den Arbeitgeber mit Rechtsanwalt gekämpft und ihm gesagt, ich sehe mir Deinen Verfall nicht länger an.

    Ich dachte die ganze Zeit unterschwellig ob es auch daran liegt, dass ich den Job los bin und er Angst hat dass ich in Hartz 4 komme bzw. er mich unterhalten sollte, könnte, müsste, dürfte.... dieser Gedanken ist sehr, sehr tief, aber niemand kann sagen, ob das Alkoholikertypisch ist oder nicht - deshalb habe ich mir diese Fragestellung bisher verkniffen.

    Eigentlich hätte ich meinem Ex diese Weitsicht nicht zugetraut. Dein offenes Schreiben bringt jedoch genau meine Grundgedanken aufs Papier....

    Ich hatte am Anfang auch gedacht "Bombenfrau". Komisch nur, dass sie niemand aus seinem Säuferkreis kennenlernte. Nun, dann sah ich ein Foto und fragte ihn wo das Bild seiner Oma herkäme, sie war doch zuvor gestorben, sind das alte Bilder..... Volltreffer, es war die Dame....

    Komplett unglücklich, weil deren Ex-Mann für den 18jährigen Sohn keinen Unterhalt mehr zahle, der aber ohne Job ist, die anderen drei Kinder wären auch Problemfälle und sie selber würde keinen Ganztagsjob bekommen, die arme sei also sehr belastet.... Nun gut, dann hat sie nun die richtige Unterstützung an ihrer Seite. Sie habe wohl zu ihm gesagt, sie wäre früher von Männern schlecht behandelt worden. Nun, dann kann sie in diesem Jahr (falls es das Paar noch gibt) mit einer Steigerung rechnen.

    Weißt Du Dagmar, am Anfang tut es weh, das Ego ist verletzt und bei mir war viel Haß und Wut. Je mehr ich meine Zufriedenheit spürte, desto mehr konnte der Hass gehen und ich auf den Boden zurück kommen. Es dauerte noch lange, ehe ich das ganze neutral sehen konnte. Eigentlich so lange, bis ich mich rundum wohl in und mit mir gefühlt habe.

    Und jetzt, wo es so aaaaarrrrschkalt ist und mein Ex seinen Umzug eigentlich hinter sich bringen müsste, da stelle ich fest, was es mit Eigenverantwortung so an sich hat.

    Ich würde nie im Dezember umziehen - Strassenverhältnisse und andere Probleme auch am neuen Wohnort sind nicht kalkulierbar. Dann würde ich meinem Arbeitsplatz näher ziehen und nicht 80 km weiter weg - wohlgemerkt im Winter mit desolatem Auto - aber genau das ist die Selbstverantwortung, die diese Menschen nun tragen müssen. Sie haben sich entschieden und sollen es auch ausbaden.

    Geht es Dir oder mir anders? Das Leben serviert und wir dinieren.... mal beim Sternchenkoch und mal Tagesessen und auch mal nichts..... Jeder ist seines Glückes Schmied....

    Was Du mit dem Lügen schreibst muss nicht böswillig sein, eventuell hat er sich seine eigenen Geschichten gebastelt und weiss es nicht mehr. Krank eben ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    ich möchte mich vollstens!!! meinen Vorrednern anschließen!!! Jemand der seine Selbstmordabsicht äußert und die passende Waffe (den PKW noch in Händen trägt) ist ein Fall für Polizei und Psychologen.

    Sorry, wenn das hart klingt, aber es scheint so zu sein, dass seine Depressionen ihn schon zu unüberlegten Handlungen bringen könn(t)en.

    Was ist nun schlimmer: die Polizei zu informieren, damit fachkundige Stellen und Personen nach ihm sehen oder dass er die Drohung (irgendwann einmal) wahrmacht, evtl. andere Menschen mitreißt und man selber in der Situation stand um die Gefährdung zu wissen.

    Auch mir wurde schon so gedroht. Jedoch nahm er danach keine Autofahrt in Kauf sondern schlief ein. Grundsätzlich halte ich diese Aktionen für ein Unter-Druck-setzen, was ebenso gefährlich (nämlich für und gegen Dich ist) wie die Umsetzung des Selbstmordgedankens.

    Dein Leben sollte Dir gehören und nicht durchzogen sein von der Angst, ein anderer wirft seines weg. Davon einmal abgesehen ist es vermessen was "er" da bringt. Du hast dafür zu sorgen, wie auch immer (im Zweifelsfall wie er will, dass er es nicht tut....

    Halt Dich wacker und ruf die Jungs in Grün, die sind sehr oft sehr gute Helfer!!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Live,
    das hört sich nicht gut an. Ich weiss nun auch nicht, wie ich Dich trösten kann, aber ich will versuchen, Dir meine Situation zu schildern (in Sachen "verarmen") um vielleicht plausibel machen zu können, dass das Leben es wert ist mit den schönen Seiten entdeckt zu werden und sich von seinem Suchtmittel (bei mir der Ex-Partner) zu befreien.

    Kurz bevor mein Ex abstürzte verlore ich den Job, durch seinen Absturz und die latente Gefahr musste ich ausziehen, somit alles weg, was mein Leben war.

    Ich habe nun ein schnuckeliges Haus im Grünen, in dem ich glücklich bin (hätte ich früher nicht für möglich gehalten, da ich sehr viele Katzen habe), ich habe einen neuen Job zum 7. Ich verdiene gerade mal so viel, dass ich die Miete zahlen kann, unter 600 Euro.... weil es anfänglich nur Teilzeit ist.... Ich habe keine Ahnung, wie ich davon leben soll, auch wenn Antrag auf Miezuschuss ect. gestellt wurden.

    Aber ich weiß:
    das Leben zuvor mit meinem Suchtmittel hat aus mir eine funktionierende Marionette gemacht, die Glück selten spüren konnte - sich selber fast gar nicht mehr.

    NUN bin ich eine arme Kirchenmaus, aber wieder Mensch, mit Gefühl und Glück.... diese Kirchenmaus, weiss noch nicht wie sie überlebt, aber irgendwie wird sie es (hoffentlich)....

    Ich weiß nun nicht, ob ich Dir rüberbringen konnte, was mein Grundgedanke war: Jedes Leben ist wertvoll, auch wenn es oft schwierig ist, nahezu nicht zu bewältigen. Aber lieber arm, eventuell nur den Mindestsatz verdienen, aber leben.....

    Ich bin mir übrigens nicht sicher, wie lange Dein Sohn verlangen kann, dass Du diese finanzielle Last trägst....

    Vielleicht kommt er irgendwann einmal wieder gerne zu Dir .... schieb es nicht so weit weg, es wäre so schwer wieder her zu holen. Denk dran, bei Dir entwickelt sich ganz viel, das kann auch eine ganz andere Richtung sein, als Du jetzt vermutest.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Dagmar :)
    schönen guten Morgen,

    na, irgendwie habe ich die Vermutung (ohne die Situation meines Ex genau zu kennen) dass das irgendwie auch mal wieder ähnlich läuft. Dagmar, Dagmar (einmal ich - einmal Du :)

    Hmm, verstehen kann ich, dass Du ihm helfen wolltest. Machen würde ICH es NICHT! Eine Beziehung ist für mich gegenseitige Unterstützung (so wie es bei Euch und uns früher einmal war). So, er will Deine Unterstützung/Freundschaft/Partnerschaft so nicht mehr, also würde ich auch keinerlei Unterstützung mehr beitragen. DU hast gemanagt, jetzt soll er merken wie es ist wenn man das alleine tut. Mensch, sind wir mal ehrlich, in Beziehungen holt uns der Alltag ein und Schmetterlinge fliegen weg. Was bleiben sollte ist Fairness, Partnerschaft, Zuverlässigkeit - also weit weg von der Romantik, einfach nur das ehrliche "füreinander da sein". Er will Schmetterlinge und Romantik - gut, dafür fehlt dann eben der Rest :)

    Und wie ich es höre... auch wenn ich weiss, dass es eigentlich nicht gut ist, weil das ja immer noch eine Bindung ist "Ätsch" es geht Dir schlecht....

    Aber wie gesagt, ich kann es nachvollziehen und nachfühlen.....

    Packen wir mal Schadenfreude, falls vorhanden ;) weg und betrachten alles mal ganz realistisch:
    Ich habe oft den Eindruck, dass das Niveau des neuen Partners fällt. Ich habe auch den Eindruck, dass oftmals ein neuer Partner gesucht wird, einfach damit einer da ist, und die alten Probleme wegfallen. Das aber dadurch ein Packen neuer kommt, wird im ersten Moment missachtet. Meiner wollte beide behalten - die neue und mich - Deiner doch bestimmt auch.... So, wenn das aber nicht geht müssen sie ja das "wenige" nehmen, was sich selber anbietet um nicht alleine zu sein.

    So und jetzt sind wir bei uns. Das Problem haben wir nämlich nicht - wir haben keine Nachfolger gesucht sondern versuchen uns selber zu finden. So, da sind wir also schon viel fester in uns selber verankert als der/die Ex.

    Schau, so lange wir gegen die Nachfolger wettern, schimpfen oder uns über sie auslassen, so treibt es diese beiden noch mehr zueinander. Einfach weil die Expartner die Gegner sind, gegen die sie stark sein müssen und können - sie müssen sich ja so auch nicht mit sich auseinander setzen. Egal, wie gut oder wie schlecht ihr deutsch ist, lass es ihn doch genießen. Es ist nicht Deine Aufgabe ihn darauf hinzuweisen, er darf es selber erfahren. Seine Selbstverantwortung - auch die, seine Papiere selber zusammen zu stellen. Egal, wie schön oder intelligent sie ist: er meinte, sie Dir vorziehen zu müssen. Nun gut, dann soll er auch alles hinnehmen, mit gutem wie mit schlechtem Spiegel, in guten wie in schlechten Launen. Seine Entscheidung!

    Daß ist das, liebe Dagmar, wo die "alten Hasen" sagen: bleib bei Dir und wir würden ihnen gerne im Anfangsleid entgegenschreien: Aber es tut doch so weh, ich liebe ihn, ich vermisse ihn....

    Durch unser denken an ihn, durch das klammern an Beziehungen kommen wir nicht an und zu unserer eigenen Zufriedenheit. Haben wir das aber einmal geschafft - oder sind wir auf dem Weg dazu - dann sehen wir klarer.

    Wir haben die Gnade nicht suchtmittelabhängig zu sein, somit unseren Stoffwechsel nicht zu übertölpeln zu müssen. Ein Substanzabhängiger hat aber seinen eigenen Körper zum Gegner, seine Gesundheit dürfte schon angeschlagen sein und die Psyche wohl auch, denn aus irgendeinem Grund entstand bei ihnen (wie bei uns) diese Sucht.

    So, und wenn wir uns jetzt fragen, wollen wir mit diesem Menschen weiterhin zusammen sein, der nicht in der Lage ist seine eigenen Dinge zu regeln, was sagen wir da? Wenn uns auffällt, wie wenig dieser Mensch für sich selber Verantwortung tragen kann, wollen wir da wirklich, dass wir füreinander da sind in "guten wie in schlechten Tagen". Jetzt, wo wir sehen, wie eine solche Beziehung für Außenstehende wirkt, wollten wir sie da wirklich zurück???

    Denn genau alles das wollten wir als wir feststellten: wir lieben ihn und es tut so weh.....

    .... uns fehlte jeglicher Abstand und jegliche Neutralität ....

    Diese aber konnte ich persönlich nur aufbauen, durch räumliche Trennung, Kontaktsperre und den Versuch mich selber zu erspüren. Trauerarbeit (immer noch nicht ganz überstanden), Bewältigung von Problemen (ging komischerweise), Angst um die finanzielle Situation (war sie zuvor besser? nein, anders....) Wie können wir sehen was wirklich in unserer BEziehung passiert wenn die Augen von Tränen des Verlustes getrübt sind? Nur wenn zwischendurch unsere Augen blitzen über die Freude, die unser Leben mit sich bringen kann (und wenn es auch nur kurz ist) nur dann haben wir (wenigstens kurzzeitig) den klaren Durchblick.

    Weißt Du Dagmar, ich denke wir sind in die Abhängigkeit gesunken wie auch die Partner. Bei beiden wurde die Spirale enger und führte nach unten. Bei uns in der Psyche, beim stofflich Abhängigen zu anderen Folgen .... aber immer Folgen, die belastender wurden, oder?

    Halt Dich wacker und freue dich daran, dass es bei Dir schöne Zeiten gibt, Du Dich wohlfühlen kannst und dafür kein menschliches Gegenstück benötigst. Dass Du Dir genug sein kannst und alles selber in Angriff nehmen kannst.

    Lieben Gruß von Dagmar