Hallo, liebe Dagmar 
schönen guten Morgen,
na, irgendwie habe ich die Vermutung (ohne die Situation meines Ex genau zu kennen) dass das irgendwie auch mal wieder ähnlich läuft. Dagmar, Dagmar (einmal ich - einmal Du 
Hmm, verstehen kann ich, dass Du ihm helfen wolltest. Machen würde ICH es NICHT! Eine Beziehung ist für mich gegenseitige Unterstützung (so wie es bei Euch und uns früher einmal war). So, er will Deine Unterstützung/Freundschaft/Partnerschaft so nicht mehr, also würde ich auch keinerlei Unterstützung mehr beitragen. DU hast gemanagt, jetzt soll er merken wie es ist wenn man das alleine tut. Mensch, sind wir mal ehrlich, in Beziehungen holt uns der Alltag ein und Schmetterlinge fliegen weg. Was bleiben sollte ist Fairness, Partnerschaft, Zuverlässigkeit - also weit weg von der Romantik, einfach nur das ehrliche "füreinander da sein". Er will Schmetterlinge und Romantik - gut, dafür fehlt dann eben der Rest 
Und wie ich es höre... auch wenn ich weiss, dass es eigentlich nicht gut ist, weil das ja immer noch eine Bindung ist "Ätsch" es geht Dir schlecht....
Aber wie gesagt, ich kann es nachvollziehen und nachfühlen.....
Packen wir mal Schadenfreude, falls vorhanden
weg und betrachten alles mal ganz realistisch:
Ich habe oft den Eindruck, dass das Niveau des neuen Partners fällt. Ich habe auch den Eindruck, dass oftmals ein neuer Partner gesucht wird, einfach damit einer da ist, und die alten Probleme wegfallen. Das aber dadurch ein Packen neuer kommt, wird im ersten Moment missachtet. Meiner wollte beide behalten - die neue und mich - Deiner doch bestimmt auch.... So, wenn das aber nicht geht müssen sie ja das "wenige" nehmen, was sich selber anbietet um nicht alleine zu sein.
So und jetzt sind wir bei uns. Das Problem haben wir nämlich nicht - wir haben keine Nachfolger gesucht sondern versuchen uns selber zu finden. So, da sind wir also schon viel fester in uns selber verankert als der/die Ex.
Schau, so lange wir gegen die Nachfolger wettern, schimpfen oder uns über sie auslassen, so treibt es diese beiden noch mehr zueinander. Einfach weil die Expartner die Gegner sind, gegen die sie stark sein müssen und können - sie müssen sich ja so auch nicht mit sich auseinander setzen. Egal, wie gut oder wie schlecht ihr deutsch ist, lass es ihn doch genießen. Es ist nicht Deine Aufgabe ihn darauf hinzuweisen, er darf es selber erfahren. Seine Selbstverantwortung - auch die, seine Papiere selber zusammen zu stellen. Egal, wie schön oder intelligent sie ist: er meinte, sie Dir vorziehen zu müssen. Nun gut, dann soll er auch alles hinnehmen, mit gutem wie mit schlechtem Spiegel, in guten wie in schlechten Launen. Seine Entscheidung!
Daß ist das, liebe Dagmar, wo die "alten Hasen" sagen: bleib bei Dir und wir würden ihnen gerne im Anfangsleid entgegenschreien: Aber es tut doch so weh, ich liebe ihn, ich vermisse ihn....
Durch unser denken an ihn, durch das klammern an Beziehungen kommen wir nicht an und zu unserer eigenen Zufriedenheit. Haben wir das aber einmal geschafft - oder sind wir auf dem Weg dazu - dann sehen wir klarer.
Wir haben die Gnade nicht suchtmittelabhängig zu sein, somit unseren Stoffwechsel nicht zu übertölpeln zu müssen. Ein Substanzabhängiger hat aber seinen eigenen Körper zum Gegner, seine Gesundheit dürfte schon angeschlagen sein und die Psyche wohl auch, denn aus irgendeinem Grund entstand bei ihnen (wie bei uns) diese Sucht.
So, und wenn wir uns jetzt fragen, wollen wir mit diesem Menschen weiterhin zusammen sein, der nicht in der Lage ist seine eigenen Dinge zu regeln, was sagen wir da? Wenn uns auffällt, wie wenig dieser Mensch für sich selber Verantwortung tragen kann, wollen wir da wirklich, dass wir füreinander da sind in "guten wie in schlechten Tagen". Jetzt, wo wir sehen, wie eine solche Beziehung für Außenstehende wirkt, wollten wir sie da wirklich zurück???
Denn genau alles das wollten wir als wir feststellten: wir lieben ihn und es tut so weh.....
.... uns fehlte jeglicher Abstand und jegliche Neutralität ....
Diese aber konnte ich persönlich nur aufbauen, durch räumliche Trennung, Kontaktsperre und den Versuch mich selber zu erspüren. Trauerarbeit (immer noch nicht ganz überstanden), Bewältigung von Problemen (ging komischerweise), Angst um die finanzielle Situation (war sie zuvor besser? nein, anders....) Wie können wir sehen was wirklich in unserer BEziehung passiert wenn die Augen von Tränen des Verlustes getrübt sind? Nur wenn zwischendurch unsere Augen blitzen über die Freude, die unser Leben mit sich bringen kann (und wenn es auch nur kurz ist) nur dann haben wir (wenigstens kurzzeitig) den klaren Durchblick.
Weißt Du Dagmar, ich denke wir sind in die Abhängigkeit gesunken wie auch die Partner. Bei beiden wurde die Spirale enger und führte nach unten. Bei uns in der Psyche, beim stofflich Abhängigen zu anderen Folgen .... aber immer Folgen, die belastender wurden, oder?
Halt Dich wacker und freue dich daran, dass es bei Dir schöne Zeiten gibt, Du Dich wohlfühlen kannst und dafür kein menschliches Gegenstück benötigst. Dass Du Dir genug sein kannst und alles selber in Angriff nehmen kannst.
Lieben Gruß von Dagmar