Beiträge von dagmar007

    Hallo, liebe Stefanie,
    leider kenne ich einiges aus Deinen Erlebnissen selber hautnah und auch die Eskalation, die von einem auf den anderen Tag entstand.

    Deine Fragen wird Dir vermutich ausser Dir so niemand beantworten können, weil die Antworten in Dir oder Deinem Partner ganz innen drin begraben sind.

    Ich würde Dir gerne ein paar Fragen stellen, da ich so viele Punkte kenne, die Du ansprichst. Fragen, die Du nicht mir beantworten sollst sondern Dir selber. Vielleicht treffen diese Fragen Dich auch nicht weil Du diese Dinge noch nie erlebt hast, ich habe diese Dinge leider erlebt...

    Grundtenor meiner Frage ist: Hast Du überhaupt noch Kraft - kannst Du es noch verkraften wenn er

    - er mit Kumpels zusammensitzt, eine Flasche nach der anderen geköpft wird, er dann zu später Stunde lallend zu dir kommt um dann torkelnd sich am Herd zu schaffen macht? Oder gibt es Vorwürfe weil Du nichts zu essen gekocht hast oder jetzt weil es spät ist keine Lust mehr hast mit ihm zu essen? Ist er öfters mal im Internet unterwegs weil Du ja keine "Lust mehr auf ihn hast", denn weil Du schuld bist muss er sich ja quasi woanders umsehen?? Hast Du noch die Kraft wenn er wegfährt und sich 24 Stunden nicht meldet ganz relaxt die Haustüre aufzumachen wenn es läutet oder das Telefon sich bemerkbar macht?

    Auch ich habe meinen Partner nicht gedeckt, nicht für ihn gelogen und und und
    aber - ich habe eingekauft für uns beide
    - ich habe dafür gesorgt dass die Miete überwiesen wird
    - dass der Strom bezahlt ist
    - die KFZ-Steuer entrichtet
    - das Wasser abgelesen
    - der Schornsteinfeger ins Haus kommt
    Logisch, denn ich leb(t)e ja auch dort. Was aber wäre, würde dort nur mein Ex oder Dein Partner leben? Wären dann alle diese Dinge noch getätigt??? Auch das ist leider co.....

    Kennst du das Gefühl wie ich an einem Weihnachtsmarkt zu sein, der Partner hat bereits zu viel getrunken und rämpelt die Dorfbewohner an, die auch die Nachbarn sind,mal den Senf auf die Hose oder den Glühwein aufs Jacket, natürlich war aber immer der andere schuld .... obwohl der andere gerade ging und keinesfalls wankte.... Ja, ich schämte mich mit meinem Partner, weil ich solche dinge erlebte....
    Du auch??

    Kannst Du wirklich noch? Hast Du wirklich noch Kraft. Ich hatte nach 8 Jahren keine Kraft mehr und bin mit Burnout zusammen gebrochen. Damals wusste ich nicht einmal mehr, was ich selber will oder kann....
    Weißt Du es noch ....

    Beantworte nicht mir diese Frage, sondern Dir selber ....

    Ich wünsche Dir sehr, sehr viel Kraft (am Besten mehr als ich hatte)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du Julchen, ich denke, mir geht es so wie vielen: ich bin keine perfekte Hausfrau, aber ich kriege alles ganz gut auf die Reihe. Ich denke aber einfach, wenn zwei anfassen, dann geht es schneller, weil ja auch zwei Dreck machen und zwei arbeiten (im Regelfall).

    Ich habe mich so genervt wenn Flaschen stehen blieben bis zur Vergasung, das nämlich ist für mich asozial. Aschenbecher gehören für mich geleert, weil sonst diese noch mehr stinken als der ursächliche Rauch.

    Ich denke, dass ist schon o.k. so, wenn er so lebt - ich selber möchte es eben nicht. Somit haben wir einfach nicht gepasst (unabhängig vom Alk). Wobei sich das halt auch über die Jahre schleichend verschlechtert hat. Anfänglich ging es noch mit Hängen und Würgen, wurde dann immer weniger und nun....
    Nun stehe ich oft in meiner Wohnung und bin glücklich keine Flaschen mehr zu sehen. Meine Bügelwäsche immer an selbiger Stelle abzulegen, wenn mal mein Ich mit dem ÜBER-ICH nicht selbiger Meinung ist, was den Bügeltermin betrifft.

    Alle diese tausend Dinge machten mich wahnsinnig und ich habe ganz klar seine Grenzen übertreten: wenn er so leben will, dann darf er das - es wäre mein Recht gewesen zu gehen (wäre ich nicht so feige gewesen!) Statt dessen habe ich gemault, denn ich wollte ihn ja so haben, wie ich mir einbildete dass er sei.... War weit gefehlt, von mir Nötigung, Nerverei und ganz sicher für ihn ein Grund (was mir aber schon damals egal war) wegen dem zänkischen Weib etwas zu trinken um abzuspannen.

    Genau so, aber liebes Julchen, kommt eine Isolierung zu Stande: ich empfand das Zuhause als asozial und hielt mich zurück wenn Besuch kam, lieber also keinen .... somit Isolierung .... Nun gut, ich hatte gute Freunde und habe letztendlich eben alles selber gemacht, aber genau so beginnt eine Leidensgeschichte.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Nancy,
    mir ging es ähnlich, leider war es so, dass ich alle Treffen, Neuversuche oder ähnliches zurückgeworfen haben. Ich dachte damals es ging entweder neu, oder als Freunde oder oder oder. Jedoch war jedes mal ich diejenige, die zu kämpfen hatte wieder auf den Boden zu kommen.

    Du musst Dir für Dich Klarheit besorgen darüber was Du derzeit, willst und kannst. Überlege Dir für Dich was Du ertragen kannst. auch wenn Dir meine Worte nichthelfen werden, der Anfang ist immer sehr, sehr schwer - wie eine Sucht eben ist.

    Ich habe mir dann gesagt: Madame: du hättest ihn gerne nüchtern? Dann werde erst mal Du (also ich selber) nüchtern, entziehe vom Suchtmittel und dann weisst Du (also wieder ich) wovon du (wieder ich) redest.

    Ich kann nicht erwarten dass jemand die finger von seiner Sucht lässt während ich mein Suchtmittel konsumiere. Gleiches Recht für jeden ;)

    Halt Dich wacker, ich wünsche Dir so wenige Verletzungen wie möglich - am besten gar keine!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh je, Julchen,
    da muss Dein Herz und Deine Kraft entscheiden.

    Einen Hammer finde ich, dass er Deinen Sohn einspannt ihm die Antwort zu sagen. Das ist dem Sohn gegenüber eine imense und unmenschliche Verantwortung! Ich finde das unverantwortlich. Davon mal abgesehen ist das eine Triangelkommunikation über einen Dritten zu kommunizieren, also unehrlich und feige.

    Vermutlich müssen Deine Kiddies ihn reden lassen und sich selber ihr Urteil bilden. Wenn er partout reden will, wird ihn wohl niemand davon abhalten, wobei ich denke, Du kannst Deinem Sohn zutrauen damit umzugehen, es zumindest versuchen, oder?

    Co-Verhalten hin, Co-Verhalten her, Sicherheit ? Hm, die Frage wird die sein, ob seine Schwester sich das überhaupt vorstellen kann, dass er Psychosen hatte. Die Familie meines Ex kann oder will nicht begreifen was abgeht. Sollte ich mich einmischen durch Informationen, die von meinem Ex-Partner als Lügen glaubhaft dargestellt werden so habe ich persönlich nichts erreicht, ausser mich als Drachen dar gestellt.

    Ich persönlich würde nichts machen - einfach deshalb, weil Du bisher auch geschwiegen hast und derZeitpunkt jetzt eventuell als ganz andere Aktion wirkt. Davon mal abgesehen ist das auch wieder so eine Geschichte wenn zwei über einen Dritten reden, so wie oben, wo Dein Sohn der Dritte ist.

    Wo er hinsoll(te) liebes Julchen, ist im ersten Moment sein Problem, wobei mir nur zu klar, ist, dass dieses Problem wieder zu Dir zurück kommen könnte.

    Guter Rat ist nicht möglich, da bist Du und Deine Kraft gefragt - und das was Du möchtest oder spürst.

    Lileben Gruß von Dagmar

    Na Julchen, aber er machte wenigstens anstalten. Dennoch ist das nicht das, was ich mir unter einer Partnerschaft vorstelle.

    Ich denke,jeder kann mal "Null Bock" haben, kein Thema. Aber irgendwie müsste es doch möglich sein, dass alles gemeinsam mal hinzukriegen, ohne dass einer die Hauptlast trägt.

    Problem ist aber weniger die Dummheit, liebes Julchen, sondern in meinem Fall war es vielmehr die Tatsache, dass das was für mich Notwendigkeit ist für einen anderen egal ist, uninteressant und "wurscht".

    Als es das letzte Mal richtig knallte sagte ich ich schäme mich wenn Besuch kommt es es meiner Meinung nach asozial aussähe. Wie ich auf so einen Quatsch komme, er kenne asoziale Wohnungen, unsere gehöre nicht dazu.....

    Nun gut, verwahrlost war sie weiß Gott nicht - aber auch nicht liebevoll gerichtet, geräumt oder versorgt. Da spürte man einfach die unterschiedlichen Wertigkeiten.

    Deshalb liebe ich mein Heim hier :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Wisst Ihr was?

    Niemand sollte (ja, ich weiß, von mir blöd und leicht daher "geschwätzt") sich Gedanken machen wer ebenfalls etwas gegen die Sucht tut - und wer einen sehen könnte. Jeder, der diesen Schritt geht sollte und darf stolz sein!

    a) Selbsterkenntnis
    b) Mut sich zu outen
    c) etwas ändern zu wollen

    Etwas ins "Gute" ändern zu wollen sollte nie ein Grund sein sich Gedanken machen zu müssen, obwohl ich Eure Bedenken selbstverständlich(st!) verstehe. Aber ich denke als Co, eigentlich dürftet ihr alle mit stolzgeschwellter Brust zu einem solchen Treffen gehen....

    Jeder von Euch, der aktiv in eine Gruppe geht ist einer gegen wohl 1000, die nichts tun obwohl sie es vielleicht gerne würden aber nicht die Kraft haben.

    Schön, dass Du wieder lebst lieber Rowi und Dir darüber bewußt sein kannst und darfst - das gibt noch eine ganz besondere Qualität :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    haben diese Kinder mit ihren guten Feelings uns allen nicht etwas voraus? Haben sie nicht schon viel vor uns über das Gefühl gespürt, dass etwas nicht stimmt während wir mit Logik versuchten zu arbeiten und unsere unsere eigene Logik bauten, wie eben ein Süchtiger sich seine Welt selber zimmert?

    Ich glaube, mit Kindern kann man fast nicht früh genug - natürlich in ihrer Sprache ohne sie mit Wissen und Gefühl zu überfordern - über Süchte sprechen. Je früher sie den Krankheitscharakter begreifen, aber auch die Gefahr für jeden Menschen - ob jung oder alt - desto eher wissen sie dass die älteren Semester in der Schule, die mit Bierflaschen anstoßen, vielleicht doch besser nicht nachzumachen sind (übetriebenes Beispiel, aber für mich das einfachste).

    Kinider erfassen scheinbar genau, wer "da" ist und wer nicht. Oder ob ein Mensch sich wirklich mit ihnen auseinander setzt oder abgelenkt ist.

    In diesem Siinne:
    Kompliment an Eure Kiddies :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Live2008,
    schön dass Du ein paar Zeilen schreibst :)

    Ich sehe es wie Mieken und denke auch man kann Kindern ruhig sagen dass man(n)/frau traurig ist. Kinder kennen ja Traurigkeit ebenso wie wir "Großen" Ich glaube, das ist für ihn besser zu verstehen als zu spüren irgendetwas stimmt nicht und nicht zu wissen was.

    Ich fände es auch schön - ob es richtig ist weiß ich nicht - kein Geheimnis aus allem zu machen sondern offen damit umzugehen. Eben zu einem Zeitpunkt, wo es Dir geliingt darüber zu reden ohne dass es Dich total runter zieht.

    Ich habe so manches mitbekommen müssen über die Familie meines alkoholkranken Freunde und ich hatte dort den - subtilen - Eindruck, dass ganz viele Familiengeheimnisse vertuscht werden und sich unter einem vermeintlich tollen Familienmantel ganz viele Misstimmungen befinden, die alle vergiften. Alles so ungesagtes, gespürtes und "ausgetobtes" an anderen Themen als an den ursächlichen.

    Wer weiß, wenn Dein Großer zur Ruhe kommt, so kann er vielleicht auch vieles anders sehen. Er hatte viel zu verkraften - vielleicht hilft es einfach ihm Zeit zu geben.

    Halt Dich wacker :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    So, liebes Julchen,
    pack Dich nicht so voller Selbstvorwürfe und versuche (noch) nicht in Deinen Kindern Co-abhängiges Verhalten zu sehen.

    Ich würde da einfach die Liebe von Kindern zu ihrer Mutter entdecken, nicht mehr und nicht weniger. Von der ersten Liebe trennt man sich wohl ebenso schwer wie von einer Suchtbeziehung, warte mal ab, wie es mit Deiner Tochter weiter geht :) Panik ist glaube ich noch nicht angesagt, so lange kein schlimmes Verhalten ihr gegenüber ausgeübt wird von ihrem Partner.

    Meiner Meinung nach geht es nicht um gut machen oder Schaden zu reparieren sondern nun einfach zu zeigen "so weit und nicht weiter". Gesunde Grenzen setzen und das den Kindern vorleben. Das ist meines Erachtens schon viel und hindert an Co-Abhängigkeit bzw. ermöglicht mit den Kindern dieses Thema "Alkoholkrankheit und Nichthilfe" durchzusprechen.

    Das Mitleid Deiner Mutter in allen Ehren, aber vielleicht musst Du ihr klar sagen dass Du es nicht mehr kannst. Meine Mutter mochte meinen Ex auch und war sehr traurig, sie begriff am Anfang nicht das sexuelle Übergriffe und Drohungen das Haus in Schutt und Asche zu setzen an der Tagesordnung waren. Erst jetzt beginnt sie langsam die Tragweite zu begreifen.

    Wie soll Deine Mutter begreifen was mit ihm passiert, wenn auch Du oder ich lange brauchten um zu begreifen was mit unseren Partnern passiert?

    Ich drücke Dir die Daumen - denn ich denke, du gehst es konsequent und richtig an :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    So geht es mir auch, liebe Laurina :) ;)
    Ich freue mich über männliche Gesprächspartner, aber nicht mehr. Nett sein, sich gut unterhalten und aufeinander freuen, aber bitte - bei mir - kein Kribbeln oder Schmetterlinge, die mir ankündigen mein Hormonspiegel könnte verrückt spielen.

    Vielleicht, aber nur vielleicht, irgendwann mal. Mal ganz erhlich, es dauert doch ganz sicher auch mehr als ein paar Wochen um aus einer jahrelangen Beziehung auf gefühlsmässig auszusteigen und sich ganz frei zu schwimmen. Egal, ob Suchtbeziehung oder nicht.

    In diesem Sinne wünscht Euch viel (innere) Wärme an diesem doch kühlen Weihnachtstag

    Dagmar

    Hallo, liebe Laurina,
    ich denke es geht jedem so (der selber noch keine Sucht verspürt hat, die stoffbezogen ist) dass es absolut nicht nachvollziehbar ist warum ein Centprodukt aus dem Supermarkt einem Menschen mit Seele und Gefühlen vorgezogen wird.

    Ebenfalls die Verleugnung (zumindest bei mir) vieler Dinge die geschahen und die nicht nur mir gegenüber sondern auch der Gesellschaft gegenüber asozial waren.

    w a r e n .... wenn wir aber beginnen aufzuwachen, dann kann und wird es zwangsläufig anders und diese Erkenntnis ist weder einfach, leicht, noch schnell noch vermutlich ohne Tränen zu erlangen.

    Wenn ich mir ansehe, was sich bei mir im letzten halben Jahr getan hat (Entschluss auszuziehen, Umzug, neuer Job und glückliches Leben mit meinen Tieren) so ist das so viel mehr als in den 8 Jahren einer kranken Beziehung. Es war so viel leichter mich selber glücklich zu machen als zu hoffen, dass das der Partner macht und mir meine Defizite stopft.

    Nach einem Umzug ist Chaos und Durcheinander. Ich habe sehr viele Pflanzen, die sehr oft fast 2 m sind und einen entsprechenden Durchmesser haben. Viele haben die letzten Wochen gelitten weil sie immer hin und her gestellt werden mussten ja nachdem wann ich Möbel hatte.... Einer meiner großen Ficus Bejamini hat fast alle Blätter verloren und stand ebenso "nackt" da wie ich. Wie glücklich macht es mich (er hat seit ein paar Tagen einen neuen Standort) zu sehen wie Tag für Tag neues grün kommt, neue Blättchen sich entwickeln und zeigen er hat noch soooooooo viel Leben, trotz all dem Dunkel, welches er verkraften musste.

    Dieses Licht, in diesem Haus - genau das hatte ich in meinem Leben zuvor nicht. Ich hatte auch Holzbefeuerung, aber keine Begeisterung weil diese und jenes fehlte und eigentlich an den Bedürfnissen vorbei gewirtschaftet wurde.

    Hier muss ich meine Bedürfnisse erfüllen und bin dazu viel besser in der Lage als mein Gegenstück, von dem ich es erwartete und er von sich behauptete dieses zu erfüllen.

    Wertschätzung und Anerkennung, die ich mir selber geben kann, darf und muss. Hier liegt seit Tagen Bügelwäsche, ich trete mich beständig in die Kniekehlen, und lasse sie liegen. Nun, vielleicht heute, wäre schön ... es steht aber noch anderes auf dem Programm. Ziel ist heute, aber wenn nicht, dann nicht ....

    Eine Einstellung, die mir früher nicht gelang....

    Der Anfang ist schwer, es wird immer etwas leichter - aber es dauert wohl eine lange Zeit bis wirklich alles "o.k." ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Wenn ich Dich so lese, lieber Rowi, dann sehe ich viel vor meinen Augen, was mir auffiel, in meiner Co-Beziehung.

    Schön, dass Du wieder ein Buch in die Hände nehmen kannst und Interessen entwickelst. Mir fiel immer auf, dass es auf mich so wirkte, als hätten manche Menschen mit Alkoholproblemen so wirklich keine Interessen mehr, keine Hobbies oder Dinge, die sie erfreuen. Ein fast immer trauriges und regungsloses Gesicht, welches im Maximalfall Wut zuließ.

    Ganz toll finde ich das Gespräch mit Deinen Kindern. Ich glaube, egal welches Problem ein Mensch hat, darüber zu reden ist der erste Weg es anzugehen. Sich selber dem Thema offen zu stellen und nicht zu verstecken erlaubt einen offenen Umgang - allen Betroffenen.

    Lieben Gruß und ich wünsche Dir dass Dein Weg weiterhin so direkt an Dein Ziel führt.

    Dagmar

    Hihi, guten Morgen, liebe Renate,
    das ist natürlich auch eine Feststellung: Zusagen und Einhalten :)

    Ist also quasi dann mein Gegenstück, Dein Ex, wobei ich immer bemüht war und bin vorzuleben. Da ich der Meinung bin, was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg auch keinem andren zu. Im Gegenzug aber ich der fälschlichen Meinung war, das was ich biete, kommt auch zurück.

    Ich denke aber da liegt ganz viel begraben in Erwartungen, die nicht erfüllt werden können. Das muss noch nicht einmal böses zutun sein. Wer es nicht gelernt hat wie man/frau Wäsche aufhängt (also nicht drei feuchte Kleidungsstücke übereinander) der kriegt es später auch nicht hin wenn kein Interesse daran besteht es sinnvoll zu tätigen.

    Da treffen wir dann auf den Bereich, was bringt jemand von den Eltern mit - da es eben einfach als Kind leichter ist zu lernen.

    Und wir treffen natürlich wieder auf den Punkt Vertrauen, Kontoführung, ect. der dann auch wieder ein wunder sein dürfte. Nicht jedem fällt es leicht mit Geld umzugehen, ist keine Schande, wenn man/frau es weiß und dazu stehen kann, dann kann man das über Budgets ect. lernen. Wer aber den Wunsch hat perfekt dazustehen ( - ups, ich erwarte von mir Perfektionsmus, der andere möchte perfekt dastehen - da haben wir eine nach außen getragene Überdosis Perfektionismus, die in sich zusammenbricht) der kann sich nicht helfen lassen.

    Und da sind wir ja schon wieder bei den Unterschieden: Du oder ich wir lassen uns helfen, sei es dadurch, dass wir uns hier in die Kniekehlen treten ;) andere Menschen meinen zuweilen Probleme vertuschen zu müssen weil sie dadurch angreifbar sind.

    ... ganz gemein würde ich nun gerne abschließend gegenfragen: Nutzt derjenige, der selber Fehler nicht eingestehen kann die Tatsache aus um das Wissen von Fehlern/Problemen/Mankos der Mitmenschen aus? Sind das die Schuldzuweisungen, die viele von uns beim Scheitern einer Beziehung vorgeworfen bekommen. Das trifft Süchtige wie auch Co-Abhängige oder Kinder von Alkoholikern! Das ist nicht auf eine Gruppierung gemünzt sondern auf die Art von Person, die zu Mankos steht, sich Hilfe vom anderen erhofft (Hilfsbedürftigkeit, Angst ect.) und sich quasi so auf einem Servierbrett anbietet....

    Erschreckend, was da so alles auf den Tisch kommt. Noch nicht einmal nur was Suchtbeziehungen betrifft sondern die Möglichkeit mit dem Wissen um Menschen zu manipulieren, zu spielen und sie unter Druck zu setzen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Gemessen an Leistung könnte bei mir persönlich ein großer Auslöser gewesen sein für diese kranke Beziehung, die ich über 8 Jahre geführt habe.

    Selber bereits als Kind an Leistungen gemessen zu werden wollte ich das niemals einem anderen Menschen antun.

    Für mich bedeutete das alle Dinge, die mich störten so abzutun, als wäre es mein angelernter Perfektionismus, den diese Dinge stört. Ich empfand mich als unfair und war der Meinung ich stelle zu hohe Erwartungen.

    Dummerweise nur habe ich die Normalität ausgeblendet. Es gibt Perfektionismus und es gibt alltägliche Notwendigkeiten, die verrichtet werden müssen. Ich für meinen Teil habe beides in die Schublade "Leistungsdenken" gepackt und nicht mehr neutral meine partnerschaftliche Situation betrachten können:

    Zuverlässigkeit - es wird später, ich komme nicht .... ect
    Teilung der gemeinsamen Arbeiten wie Haushalt
    Pflichtenerfüllung Stromstand ablesen,
    Ehrlichkeit - sprechen überfinanzielle Probleme oder Information, wenn über gemeinesame Konten eigennützig verfügt wird ect.
    Eine Grundordnung im Haushalt, benutztes wird abgeräumt, gewaschene Wäsche selber einsortiert oder verursachte Flecken aus Teppichen entfernt und Müll nicht erst nach Jahren entsorgt...
    Über Probleme sprechen und nicht flüchten oder sich durch Suchtmittel bedröhnen ....

    Alles das sind Dinge, die nichts mit Perfektionismus zu tun haben sondern mit Alltagsbewältigung. Ich jedoch empfand das Einfordern dieser alltäglichen Arbeiten als Intoleranz von meiner Seite. Warum eigentlich? Sind das nicht alles Dinge, die in einem sozialen miteinander notwendig sind?

    Kennt Ihr diese Gedanken oder die Selbstverurteilung, dem anderen ganz sicher Unrecht zu tun, bzw. einfach selber eine falsche Meinung zu haben?

    Lieben Gruß von Dagmar

    So, liebe Hope,
    nun auf in Deine nächste Runde der Stabilisierung. Die Tage werden länger, es kommt mehr Sonne raus - wenn der Nebel es erlaubt - und wir können uns aus unserem Nebel heraus bewegen.

    Ganz langsam und vorsichtig, Schritt für Schritt - im Notfall auch mal stehen bleiben und sich orientieren, schadet nicht, so denke ich.

    Der Zorn war lange auch bei mir Begleiter, kann auch heute noch mal hie und da den Kopf in mein Leben stecken. Nun gut, dann strecke ich ihm - dem Zorn - eben stellvertretend die Zunge raus :) d. h. dann ich gehe statt Unkraut zupfen Holzspachtel machen oder schleppe Holz ins Haus oder Asche raus :)

    Neues (Holz) rein in mein Leben und altes, verbranntes (Asche) raus auf den Kompost :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Nancy,
    lass eine "alte Oma" mal zu Wort kommen: mein Leben war immer ein Kampf. Aber einer, den ich selber hätte vermeiden können. Immer, immer, immer war ich ehrgeizig. Wollte Wünsche von anderen erfüllen und habe auf Ziele hingearbeitet, egal welcher Art.

    Nach meinem Zusammenbruch stellte ich fest, das Leben macht was es will, egal, wie sehr ich dagegen steuere.

    Ich habe in diesem Jahr, mit 47, angefangen das Leben anzunehmen mit dem, was es mir serviert. Und sieh da, erstmalig in meinem Leben passieren so etwas wie Wunder: ein wunderschönes kleines Hexenhaus, relativ günstig im Grünen. Ein neuer Job, wenn auch schlecht bezahlt bzw. Teilzeit. Gute Freunde und ihre Unterstützung in jeglicher Form.

    Du glaubst nicht wie gut ich Deine Gedanken kenne - sogar verbunden mit der Frage was soll ich hier? Nur kämpfen um doch wieder zu verlieren, ich will, kann und mag nicht mehr.

    Nein, ich kämpfe auch nicht mehr. Ich nehme das an was kommt, um zu versuchen mich dann von diesen Wellen in die richtige Richtung treiben zu lassen.

    Ich hatte im Mai diesen Jahres, alles - aber auch wirklich alles!!!! verloren - Job, Partnerschaft, Wohnort .... Ich habe nun viel, viel mehr bekommen. Vom Leben - einfach so ----

    Ich wünsche Dir ganz viel Leben und Lebensfreude!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Genau liebe Dagmar,
    das ist ganz einfach, auch wenn es doch so schwer ist: einfach Ärmel hoch und beginnen. Anfangen sich selber sortieren, fragen was will ich, was will ich nicht.

    Mit dem Wissen wie man leben möchte - oder wie nicht - kann man/frau sich dann diesem Punkt nähern. Sich spüren, die Bedürfnisse wieder lernen zu spüren, sich langsam wieder beginnen fürsorglich sich selber gegenüber zu verhalten, so greift dann ein Rädchen ums andere.

    Weißt Du, ob schlau, dement oder einfach nur mit einem guten Überlebenstrieb ausgestattet, das überlassen wir den Herren selber sich damit auszuleben. Denn es würde uns nicht helfen es zu wissen. Klar, ich fragte mich immer wieder "tat ich ihm unrecht" war aber nicht Sinn der Sache. Sinnvoll wurde es als ich mich selber fragte: "Bist Du gewillt so weiterzumachen". Da ergaben sich langsam Antworten und dadurch begann sich die Trauer zu ändern, die Betrachtungsweise zu realisieren, die Wut zu schwinden und dieses Geschehniss als das anzuerkennen was es war: ein finden von zwei Kranken, die sich gegenseitig statt zu helfen tiefer hinunter zogen.

    Du ruderst weiter, mit jedem Schlag kommst Du dem rettenden Ufer näher. Mit an Board hast Du ein kleines Rettungspacket mit Wasser, etwas Brot und zur Sicherheit einen Rettungsring. Alles Voraussetzungen also um das rettende Ufer zu erreichen. Deshalb mit allen Resourcen und vorhandenen Kräften von Dir selber vorsichtig umgehen und langsam auf Dein Ziel zusteuern.

    Es gelingt, glaub mir!

    Tja, mit "Laurina" haben wir dann die dritte Dagmar im Trio. Genial :) Da Dagmar scheinbar für Berühmt/Berüchtigt steht haben wir uns nun wohl an richtiger Stelle getroffen ;)

    So, meine Lieben, bei mir wird noch etwas gewaschen, im Haushalt gekämpft und bald in die Heia - morgen um 6.00 Uhr kommt der Wecker. Damit ich nicht auf die Idee komme noch die letzten beiden Wochen vor Arbeitsbeginn in ein Schlamperleben zu rutschen. Ich habe noch so viel zu erledigen bevor meine Arbeitskraft voll und ganz meinem Arbeitgeber zur Verfügung stehen soll.

    Das Kochen kann ich mir morgen sparen weil meine Freundin heute so viel gekocht hat, dass eine ganze Mannschaft heute satt geworden wäre, und ich das morgen aus dem "mitgenommenen" auch noch werde.

    Noch ein paar Papiere für den Mietzuschuss zusammenstellen und dies und jenes, und mich vor allen Dingen freuen, dass es meiner Mutter gut geht und sie das Krankenhaus vorzeitig verlassen durfte.

    Ich bin auch schon so richtig schön müde. Ein ganz anderes "müde" als früher :) Kein fertiges müde mehr, wo der SChlaf mir half mich aus den Geschehnissen zu beamen. Es ist jetzt ein Schlaf, der aus schaffensreichen Tagen resultiert und vielen kleinen Freuden:
    der Verbundenheit meiner Tiere, die erst hier unter ihnen entstanden ist. Ein wunderschöner Wasserkessel, den ich heute für den Beistellherd geschenkt bekam. Ein paar günstige Lammfellhausschuhe, die ich günstig erstanden habe und meine Tulpen, Osterglocken und Narzissen, die ihr erstes Grün der Sonne entgegenstrecken. Pünktlich zum Zeitpunkt, wo die Tage wieder länger werden.

    Jetzt können wir uns langsam darauf einstellen, dass wir bald wieder Kräfte tanken können.

    Lieben Gruß und Gut's Nächtle wünscht
    eine der Dagmar's ;)

    Jetzt muss ich trotz aller Traurigkeit einfach nur lachen. Du solltest ihm Zeit geben, liebe Dagmar, während ich warten sollte bis mein ehemaliger den richtigen Zeitpunkt bei der Neuen bekommt. Zeit schinden - halli hallo - gerne, aber vielleicht nicht mir Dagmars :)

    Also meine Geschichte in lila blasblau :)

    Jetzt mal ganz ehrlich: es sind arme Wesen, denen nicht unsere Wut gehören sollte sondern unser Mitleid. Auf der einen Seite wollen sie sich vielleicht bestätigen - au eine neue Frau, die mich anhimmelt. Auf der anderen Seite ist die Sicherheit des jahrelangen auch nicht zu verachten. Gefühle, nun Gefühle werden vermutlich kaum mehr gespürt bzw. nicht mehr definiert werden können, weil der regelmässige Alkoholspiegel verhindern dürfte dass etwas längerfristig ankommt. Ich habe auch den Eindruck gewonnen, dass es nicht mehr möglich ist logisch zu überlegen oder die Konsequenzen von Handlungen zu überdenken. Ich denke, ein Handeln passiert aus einer aktuellen Stimmung heraus - ohne Bedenken der Konsequenzen.

    Jetzt reagiert aber unsere Seite mit einem Schritt, der eventuell nicht einkalkuliert worden ist und auch nicht mehr dem Schema der vergangenen Jahre entspricht und schon gerät das Schiff der Verdammnis ganz gehörig in Wallung. Jetzt müssen aber noch mehr Promille für Ruhe sorgen, damit das Boot im Sturm nicht ganz kentert. Leider ist durch die Promille der Steuermann nicht mehr in der Lage einen sicheren Hafen anzusteuern um sich erstmal auszuschlafen, sondern er fährt munter mit Schlagseite weiter.

    Ja, Thelma hat Recht - und Spedy hat es auch schon mal so benannt: jegliches Handeln ist entgegen der Logik. Es braucht aber seine Zeit, bis man als Betroffener / Angehöriger das annehmen kann. Denn mit diesem Bewußtsein erübrigt sich dann nämlich die Schuldfrage ... ganz langsam zwar, aber es kommt, glaubt mir.

    Jede der Geschichten hier, die ich lese, bringen mich weiter. So oft stoße ich auf bereits erlebtes, welches ich verdrängt habe, nicht wahr haben wollte. Dinge die weh taten, und die mein Hirn wohl einfach nicht ankommen ließ. Auf diese Art und Weise kann ich aufarbeiten und beginne immer weiter weg zu rudern in meinem Rettungsboot. Ich habe mittlerweile das Sturmtief verlassen und sehe den sicheren, ruhigen Hafen schon.....

    Ich habe mal in meiner Wut zu meinem Expartner gesagt, er solle mir gegenüber nicht von Liebe sprechen - er könne sich nicht einmal selber schätzen, geschweige denn mich oder meine Nachfolgerin lieben.

    Wir können uns das geraubte selber wieder zurück erobern indem wir Liebe und Glück zu Mensch oder Tier und in unsere Zukunft zurück gewinnen. Das ist viel mehr, als diese Menschen derzeit können. Wichtig ist tatsächlich auch zu bedenken, der Suchtkranke und wir als Co-Abhängige waren jahrelang in selber Sucht zueinenader und miteinander gefangen. Wir beginnen nun langsam uns aus unserer Sucht zu lösen und zu lernen, während andere noch nicht bei sich selber suchen. Somit sind wir einfach auf einem ganz anderen Stand. Auf einem schmerzhaften, auf einem traurigen, aber auf einem, der das eigene Glück vermitteln kann.

    Also Ihr Lieben haltet Euch wacker,
    ich freue mich immer wenn ich im alkoholikerform lese wer lange durchgehalten hat, nun ein glückliches Leben führt und uns an seinem Wissen teilhaben haben lässt.

    Es gibt Menschen die es schaffen, und das ist einfach schön!

    Also schaffen wir doch auch mit unseren Co-Anteilen zu arbeiten und sie umzuwandeln ;)

    Lieben Gruß von Dagmar