Ja, liebe Nici,
es hatte mich sehr beschäftigt. Vor allen Dingen deshalb, weil ich so viel Glück hatte und so viele Menschen um mich herum mich aufgefangen haben. Einfach da waren, ohne dass ich sie rief. Meine Ex-Kollegen die mich so genommen haben wie ich war und mich dabei so was von stark gemacht haben, wie sie es nie wissen werden.
Ja Nici, ich war und bin dankbar darüber, was mir doch als Person eigen war und ist und mich hat überleben lassen und Freude empfinden zu dürfen.
Und Nici, ich komme hier gerade mit all jenen Facetten in Berührung, die ich hinter mir ließ (ohne zu trauern und es zu bearbeiten) als ich Hals über Kopf zum Exlover zog. Ich war in der Musik aktiv, mein Gegenüber in der Schule ist es noch und jetzt muss ich mit Trauer diesen Abschied nachleben. Den Tod von Freunden -auch aus der Musik- nachbearbeiten, Dinge die ich weggeschoben habe.
Täglich muss ich an der Unfallstelle von Chris vorbei. Sie fehlt mir so ... und immer wieder ist es ein Grund mich zu erinnern mit mir sorgsam zu sein.
Ja Nici, ich komme hier genau an die Bearbeitung die zuvor nicht nötig war weil ich mich in meinem geschützten Raum aufgehalten habe.
***********************************
Hallo Ihr Lieben
nun also mal wieder ein Resümee,
drei Wochen Schule sind ins Land gegangen, der Stoff ist nur interessant (Mathe weiterhin eine Herausforderung).
Mit den Referenten komme ich wohl großteils sehr gut klar wie auch den "Mitschülern" zuweilen habe ich sogar den Wunsch alleine zu sein, weil ich eigentlich immer jemanden "anziehe", der mit mir die Pause verbringen möchte.
Etwas mehr zu arbeiten stellt für mich der zwischenmenschliche Bereich dar. Es kam wohl so wie es kommen musste: freundschaftliche Annäherung und gegenseitige Symphatien gegenüber einem "Suchtgefährdeten". Oder soll ich sagen trockenen, therapierten. Wie auch immer es definiert sein soll, latent schwierig ....
Während ich auf der einen Seite immer mal wieder ein Stückchen zurück weiche um die Informationen zu verarbeiten und für mich einfach bilanziere ob ich noch mehr erfahren möchte habe ich dadurch sehr viel über mich selber lernen dürfen, können müssen.
Beispielsweise die Frage, warum zieht einen ein "Süchtiger Alkoholiker" an. Für mich seit jetzt klar: diese Menschen sind ja extrem in ihren Gefühlen (zumindest soweit von mir erlebt). Deshalb werden sie nicht langweilig (das könnte auch nach Therapie so sein) weil sie ja Stimmungen haben, mit denen sie klar kommen müssen. Somit spiegeln sie ja auch in uns alle unsere Seiten, die sichtbaren und die unsichtbaren. Das wiederum kann in dieses "verschmelzen/Symbiose-Gefühl" münden.
Gut, ich hatte mehr "Glück" als mein Gegenüber, mein Suchtweg verlief anders. Ich hatte Freunde, Eltern die zwar auch nicht so waren wie ich es gewünscht hätte, aber dennoch mit dem Versuch ausgestattet uns als Kinder Liebe geben zu wollen, wenn auch nicht zu können.
Boahhh, ich komme da mit den tiefsten Abgründen zusammen, die ein Mensch wohl erlebt haben kann. Bisher in für mich gesunden Bahnen dass ich auf mich achte, aber auch darauf den anderen nur in den Themen zu befragen, die er mir im Vorfeld von sich aus offenbart hat. Wenig sinnvoll wäre es nämlich bei einem Menschen zu tief ins Detail zu gehen (was in Therpie ja schon ansatzweise getan wurde) und ihn dann alleine zu lassen mit dem verarbeiteten. Alles Dinge, die ich wohl hier gelernt habe.
Derzeit ziehe ich mich regelmässig zurück um Informationen zu verarbeiten und mich danach zu fragen: o.k. oder zuviel. Immer in dem krassen Bewußtsein "AAllaarrmm"
Große Probleme hatte ich mit einem meiner Holzöfen und meine Nerven lagen blank. Aber nein, keine Fehler der Vergangenheit
Kein männlicher Schutz notwendig, Problem selber geklärt, aber wirklich am Rande der Nervenkraft.
Nunmehr kann ich beginnen - oder bin schon dabei - mich auf herbstliche Dekoration, winterliche, einzurichten. Obwohl finanziell nicht erlaubt habe ich mir schöne bunte Blumen ins Wohnzimmer gestellt und die Blumenkästen ums Haus herum bekommen ein paar Christrosen (die aus dem Vorjahr beginnen teilweise auch schon zu treiben). Wenn ich es heute schaffe sehe ich mal nach meiner Adventsdekoration, aber der fröhlichen
Adventskran mit Elch auf Skiern ect. pp. Also einfach fröhliche Dinge und nicht sentimentale wie "nur" der Weihnachtsmann.
Meine Weihnachtsbaumkugeln sind ja auch anders als andere: Motorrad als Christbaumkugel oder Eisenbahn. Ich denke mal, das tut mir gut und manch einem meiner Besucher.
Meine Ex-Kollegen melden sich mehr als beständig. Wunderschön, aber auch traurig weil ich sie nicht mehr so beständig um mich herum habe. Ich werde vermisst und meine Arbeit wird nunmehr nur noch "stümperhaft" gemacht. Also einfach so, dass die Kunden unzufrieden sind.
Mittlerweile sind rund 6 Mitarbeiter nach mir gegangen, dem einen oder anderen habe ich die Bewerbungen geschrieben. Mit Erfolg 
Zu meinen (Haus-)Katzen haben sich zwei Streuner gesellt (getrennt von meinen natürlich weil diese nicht kastriert sind) die ich versorge und die nun mittlerweile den Menschen an sich ranlassen. War ursprünglich nicht der Fall!
Aus einem Igel wurden zwei, die aber jetzt evtl. schlafen gegangen sind weil ich sie seit rund einer Woche nicht mehr höre. Vom Futter ist wenig weg, das bischen könnten kluge Vögel geholt haben.
Es geht mir gut, trotz der manchmal zwischenmenschlichen Anspannung. Meine Optik hat sich scheinbar nochmals wesentlich verbessert (wie sich auch das Gewicht Gott sei Dank reduziert). Ein Referent für Personalmanagement hat mir gestern gesagt : "Sie sehen viel jünger aus als sie sind. Ich habe sie als lebendig und gewinnend kennengelernt scheuen Sie sich nicht dies oder jenes zu tun...". Was kann man schöneres hören als von einem Menschen, der Personal einstellt diese Worte vermittelt zu bekommen.
.... klar etwas gäbe es: nach überstandenem Abschluss ein guter Job 
So, Ihr LIeben - ich arbeite weiter. Heute seit 5.00 Uhr aktiv - Holz für die Woche ins Haus schaffen, Deko, Bude räumen und und und....
Lieben Gruß von Daggi