Beiträge von dagmar007

    Fällt mir doch gerade ein, dass ich mich Summerdream vollstens anschließen muss.

    In meiner Naivität hatte ich in meiner Katzencommunity das Thema Alkoholiker angefasst und damit natürlich auch meine Beziehung. Zog damals sogar in Erwägung ihm Unrecht zu tun. War mir nicht sicher über mein Verhalten, aber darüber, dass ich es so nicht verkrafte. Habe damals nicht mal einen Hehl daraus gemacht, wie weh es mir tut.

    Wut kam herüber, ungebändigte Wut - wie Dani sagt - über das Netz "Unwahrheiten" zu verbreiten. Ich doch nicht! Drohungen folgten, die nicht von schlechten Eltern war. Er war sogar noch so cool, diese Unverschämtheit genau dem Bekannten zu sagen, der selber schon erfasst hatte was Sache ist und deshalb sich aus der Bekanntschaft zurück gezogen hatte.

    Sprich die Selbsteinschätzung war also absolut verbogen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Tja Ihr Lieben,
    ich selber dachte für mich am Anfang der Beziehung es sei super harmonisch, ich war der Meinung es passt und und und.

    Nicht stutzig machte mich, das er gleich der Mutter sagte mich würde es nicht stören wenn er ab und zu mal was trinkt. Nee, wäre es ab und zu wäre es ja "normal". Unnormal ist aber, aus jetztiger Sicht, das überhaupt zum Thema zu machen. Oder war das früher oft ein Thema bei Trennungen? Nun, ich weiß es nicht....

    Kann es sein, dass ich meinen Expartner nie richtig kannte, weil er sich schon selber nicht kannte? Seit Jugendjahren wattiert durch die Sucht war er sich doch wohl schon selber fremd, wie hätte ich da tatsächlich ein Gefühl für uns als "Paar" haben sollen, welches der Realtität entspricht.

    Habe ich persönlich einfach nur den Schauspieler geliebt, der er war. Der eine Rolle übernahm, von der er meinte die Gesellschaft fordere sie von ihm? Ich selber weiß für mich überhaupt nicht mehr was ich glauben soll, kann oder darf oder wie ich die vergangene Partnerschaft - oder den Menschen -einschätzen soll....

    Aber ich weiß, dass ich so nicht weiterleben wollte...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh Artep,
    große Worte: "Die Kraft ihm beim Entzug zu helfen, ja keine Frage". Das ist doch unser Problem: er kann sich dabei doch nur alleine helfen.

    Den Entschluss und die Erkenntnis müsste der Betroffene finden (schon schwer genug), sich die passende Hilfe aussuchen (noch schwerer, weil Fremden gegenüber Ehrlichkeit an den Tag treten müsste) um dann noch alles in die Tat umzusetzen.

    Ich befürchte Artep, wir als Partner sind da fehl am Platz. Der Süchtige muss sich für seinen Weg - wonin auch immer der gehen soll - entscheiden und wir uns für unseren. Sind die Ziele "zufällig" gleich, so könnten wir uns wieder begegnen.

    Ich denke so an Lillys Worte aus einem gestrigen Thema: wir kennen den Alkoholiker oft gar nicht wie er wirklich ist. Stimmt vermutlich - meiner war schon Dauerkonsument - bis es jetzt langsam eskaliert. Was was ich von dem Menschen wirklich? Was habe ich projeziert, was mir als Bild serviert wurde und ich gerne glaubte?? Hätten sich diese beiden Menschen, trocken, jemals mehr als 15 Minuten unterhalten???

    Schau, wer sein Trinken im Griff hat, der zeigt doch schon das Trinken ist wichtig, oder? Ich persönlich hasse die Fahne, speziell dann, wenn sie täglich da ist. Also spielt es für mich persönlich eine untergeordnete Rolle ob Alkoholiker oder nicht. Diese Fahne alleine ist schon eine Belastung für mich persönlich. Denke ich dann noch an die Bewältigung des Alltags (KFZ-Steuer, GEZ-Anmeldung, Kontakt mit dem Vermieter) dann kriege ich die Krise weil das nie innerhalb angemessener Zeit geschah. Dinge, die mich nichts angehen müssen, die mich belasteten und die nun weg aus meinem Leben sind. Zurück in der Verantwortung des anderen! Dinge, die mich den Schlaf kosteten - und Nerven, Nerven, Nerven....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Nun hat mein xxl ein Grab genau am Haus, wo er immer noch bei uns ist.

    Es tut weh, dass er nicht mehr da ist. Aber ich bin glücklich, dass ich die Kraft hatte ihn gehen zu lassen bevor er Schmerzen bekam (Geschwüre hatten sich schon gebildet) und zu einem Zeitpunkt, wo er in meinem Arm einschlafen konnte, als er mich noch als Freund erkannte.
    Ich durfte von ihm Abschied nehmen, wir konnten noch miteinander schmusen und uns so trennen, wie wir all die Jahre lebten "in Liebe".

    Eine Macht, die ich nicht gerne hatte - zu entscheiden über Leben und Tod. Eine Macht vielleicht, bei der es zuvor bequem war sie abzugeben? Ihn zu beerdingen, ein schwerer Schritt, von dem ich früher wohl froh war ihn abzugeben?

    Da ist ganz viel dran, wie Renate schreibt: er durfte in Liebe gehen ohne Zwischentöne! Das war auch für mich ein reiner Abschied!

    Ich bin glücklich, dieses Wesen über viele Jahre als meinen "Freund" gehabt zu haben. Alle die Jahre war er nie krank - er hatte eine schöne Zeit - und ich ein Lebewesen, welches ehrlich, tief und pur war.

    Vielleicht war auch das ein Weg des Lernens. Zum ersten Mal seit vielen, vielen Monaten gelang mir wieder das Weinen. Ich weiß nicht, ob sich um den Schmerz um ihn vielleicht noch die eine oder andere Trauer um die letzen Jahre meines Lebens bewegt hat?

    Übrigens, daran denke ich die letzten Tage immer: als der vorletzte Auftritt des Expartners war und er vor der Türe stand haben die Tiere hier durchgedreht und gefaucht wie wahnsinnig. Es kann sich meine Angst übertragen haben, das weiß ich nicht.

    Aber ich weiß, das meine Tiere und ich hier unsere Schutzburg haben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lieben Dank Frozen Tears,
    für genau diese Be- oder Umschreibung,
    so wird nämlich ein Schuh daraus, den ich mir anziehen kann!

    Das schlimme war für mich - und wenn ich Postings hier lese, nicht nur für mich - es nicht zu begreifen, wie Suchtmittel in Gehirne eindringen, den Stoffwechsel und dadurch auch die Persönlichkeit verändern. Bei mir war es auch nach Jahren soweit dass ich quasi einer Illusion hinterhergehechtet bin, die gar nicht mehr wahr werden konnte!

    Davon mal abgesehen haben mir seit gestern Lilly's Worte in Magen, Ohren und Herz gelegen, sinngemäss: wir kennen den Alkoholiker gar nicht trocken.

    Da fing bei mir ein Denkkarussel an. Wer ist der (Ex-)Partner eigentlich? Was wäre das wirklich für ein Mensch? Hätte er Hobbies, Interessen und wie wäre der Charakter?

    Jetzt weiß ich, ich lernte einen Menschen kennen, der bereits rund 20 Jahre Genußtrinker war, mit ziemlicher Sicherheit täglich.
    In der Beziehung wirkte er gutmütig und anderen helfend. Ich hatte jedoch von Anfang an das Gefühl, dass das nicht von innen heraus kam sondern um von sich zu überzeugen. Um ein Bild von sich zu schaffen, welches nicht dem Kern entspricht.

    Jetzt, in einer tieferen Phase, die Wut und Aggression beinhaltet habe ich eher den Eindruck er ist sich nahe.

    Vielleicht hat dieser Mensch von Jugend an gelernt seine Gefühle nicht zu vertreten, sie dadurch durch den Alk betäubt? Vielleicht hat sich eine Persönlichkeit entwickelt, die eben von Mitmenschen gerne gesehen werden soll, einfach ein Schauspieler der seine Rolle spielen muss um sich angenommen zu fühlen?
    Dadurch wird er nie sich selber hinterfragt haben: Hobbies, Interessen, wahre Gefühle (er konnte oder wollte nicht auf gefühlsmässige Fragen antworten. Es kam immer nur ein "nichts".)

    Ich meinte ihn zu kennen und den liebenswürdigen Mensch "wieder haben zu wollen". Es scheint so zu sein, dass ich diesen Menschen - mit dem ich 8 Jahre lebte - nicht (also gar nicht!) kannte.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Uralt das Thema, aber verflixt interessant, muss ich sagen.

    Vor meiner Beziehung war ultragenau und jede anstehende Aktion wurde sofort erledigt, so ging das bis ich Ende 30 war.

    In der Beziehung zu einem Alkoholkranken (der grundsätzlich alles liegen ließ bis der Gerichtsvollzieher vor der Tür stand) wandelte sich das nach einigen Jahren und ich hatte quasi von ihm "abgesehen" auch "mal" was liegenlassen, jedoch nie in Form von nachlässig oder eventuellen negativen Folgeerscheinungen.

    Seit ich nun wieder für mich selber verantwortlich bin wird alles - soweit finanziell möglich - sofort überwiesen, angewiesen, erledigt.

    So, Coabhängig, selber keinen Alkohol trinkend habe ich mich dennoch anstecken lassen von einer für mich nicht üblichen Handlungsweise. Eventuell kam da von mir als Co selbiges Problem wie beim Alkoholiker zum tragen: von negativen Dingen nichts wissen wollen und hoffen, dass man das dann im "Notfall" schon noch regelt - also unter Kontrolle hat.

    Soviel zum Thema Co-Abhängige sind der Spiegel eines Alkohohlkranken..... Dieser Spiegel hätte leicht zerbrechen können hätte ich noch mehr angenommen....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hm, ich kann Dir nur sagen, was ich machen würde: nichts tun, wenn es sich um seine Angelegenheiten handelt.

    Wie soll er denn sonst bemerken dass er es nicht auf die Reihe bringt für sich Verantwortung zu tragen? Wie sollst Du dich aus Deiner Helferfunktion weg bewegen.

    Sorry, später mehr - bekomme Besuch,

    liuebenGruß von Dagmar

    Liebe Almacya,
    Du musst für Dich überlegen, wozu Du die Kraft hast und was Du für Dich erreichen willst.

    Ich selber wurde immer durch jeglichen Kontakt zurückgeworfen. Innerhalb jeder Verhaltensänderung des Süchtigen zog ich in Erwägung etwas falsch gesehen zu haben. Leider habe ich über alle die Jahre verlernt meinen Gefühlen zu vertrauen.

    "Befreundet" nun, das dachte ich auch. Ich hoffte zumindest auf ein menschliches Ende. In meinem Fall kristallisierte sich leider heraus, dass eine Freundschaft mangels Unzuverlässigkeit mal gar nicht zu führen ist. Dadurch, dass der Alk Stimmungen stündlich verändern konnte war es für mich ein Tanz auf dem Vulkan überhaupt Zeit mit meinem Ex zu verbringen.

    Ich selber litt unter dem Kontakt, meiner Entscheidung - der Frage richtig oder falsch - und war gar nicht mehr in der Lage mich zu spüren. Meine Wünsche zu analysieren und ein auf mich konzentriertes Verhalten zu versuchen. Vom Erfolg mal ganz zu schweigen.

    Ich muss für mich sagen, der Expartner war ein Suchtmittel. Ich fühle mich derzeit ebenso wie ein Alkoholiker, der die Entgiftung macht. Auf der einen Seite weiß ich was mir schadet, auf der anderen Seite gibt es dann dieses trügerische Flüstern "na, vielleicht geht doch ein Ende in Frieden, na wer weiß, vielleicht ist er doch nicht soo tief im Sumpf wie Du meinst".

    Ich denke, dass ist genau das flüstern, welches jeder Süchtige stofflich oder nichtstofflich von seinem Suchtmittel zu hören bekommt. Ich habe das Gefühl, auch Du wirst angeflüstert ;)

    Wie gesagt, jeder muss es für sich entscheiden und jede Situation und jeder Mensch ist anders. Ich gehöre zur schwachen, süchtigen Kategorie und kann nur mit Entzug Gesund erlangen, vielleicht....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja Ihr Lieben, das ist auch das was ich so schlimm finde. Ich habe gar nicht gemerkt was abgeht. Mir ging es nicht gut, aber ich war nicht in der Lage zu erkennen, woran es liegt (waren bei mir Job in der Pflege und Alkoholkranker Freund). Ausgepowert und am Ende konnte jeder mit mir alles machen.

    Und auch im Moment habe ich keine Kraft das Möbelhaus so in den Stiefel zu stellen, wie sich das als bereits komplett gezahlter Kunde gehört, aber auch das kommt noch.

    Aber es ist wirklich schlimm, wie sehr man/frau sich von sich selber entfernen kann, unmerklich fast und am Ende nicht mehr wieder zu erkennen.

    Also Ihr Lieben,
    Ich wünsche Euch eine schöne Gegenwart und eine glückliche Zukunft :)

    lieben Gruß von Dagmar

    Ach Smile,
    ich hätte heute am liebsten auch aufgegeben, einfach weil alles zu viel ist - auch noch der Tod meines Katers, danke schön.

    Leider fragt uns das Leben nicht was wir noch verkraften können. Wo ich diese Zeilen schreibe fällt mir auf wie froh ich bin mir keinen Drink zu gönnen (was ich eh nie tue, aber heute wirklich in Erwägung zog) um einfach abzuschalten. Hallo... genau so muss es nämlich jemandem gehen, der in den Alk reinrutscht. Abschalten: Suchtmittel um negative Dinge auszublenden....

    Smile, ich bin noch immer erschüttert, was so für Details geschrieben werden. Was Menschen erleben mussten weil ihnen schon die Kraft fehlte ihre Sucht zu verlassen. Das gilt für beide Seiten - Co und Alkoholiker.

    Auch wenn ich über das Gehirn begriffen habe was Suchtmittel anstellen können, so fehlt mir die Komplexität mir vorzustellen so zu leben. Sich einfach von einer Situation in die nächste zu schlängeln. Ich hätte so was von Angst irgendwie abzurutschen oder mich selber nicht mehr auffangen zu können.
    Ich befürchte, genau da kommen Lilly's Aussagen ins Spiel. "Einfach nur trinken" und dann sehen welches Problem morgen überhaupt noch da ist. So zumindest stelle ich mir das vor.

    Gib Dir die Zeit der Trauer - Deiner Trauer für Dich, nicht um ihn - Gib Dir die Zeit mit Dir ins Lot zu kommen, auch wenn es dauert. Sei Dein Freund und nicht Dein eigener Feind (ich war das nämlich in Sachen Selbstvorwürfe).

    Auch ich bin noch traurig über das alles was geschah und wie es jetzt endet. Gerade jetzt habe ich auch das Gefühl den Boden unter den Beinen zu verlieren. Nur: jetzt weiß ich was mir Angst macht und wie oder wann ich Freunde um Hilfe bitten kann. Zu Zeiten meiner kranken Beziehung waren solche Belastungen noch schwerer zu lösen. Aber das fällt mir erst auf, als ich eine schlimme Bewährung (Einschläfern meines geliebten Katers) hinter mich gebracht hatte. Eine Freundin fuhr mit zum Arzt, eine andere hilft mir morgen ihn beizusetzen. Freunde, die meine Trauer verstehen und die meine Tränen trockneten.

    Halt Dich wacker Smile, auch wenn es noch sehr, sehr weh tut, es wird besser, aber habe Geduld mit Dir!

    lieben Gruß von Dagmar

    Horrortage liegen hinter mir, an denen ich am liebsten aufgegeben hätte. Natürlich sind die Möbel Couch ect. immer noch nicht da - wohl auch erst in einigen Wochen.

    Kaminrohr habe ich mal heute glücklich holen können mit viel Glück kriege ich auch am Freitag die Spüle gemacht.

    Das Holz, auf das ich seit zwei Wochen warte soll morgen kommen.

    Das schlimmste aber: mein geliebter xxl, ein 8jähriger Kater hat über 8 Tage mit mir zusammen um sein Leben gekämpft. Tägliche Infusionen, hoffen, bangen. Jede Nacht bin ich früh mit ihm ins Bett weil ich dachte, morgen lebt er so und so nicht mehr. Er hat wacker gekämpft, dennoch musste ich ihn heute in meinen Armen einschlafen lassen weil er während der ganzen Zeit nicht richtig gefressen hat und kraftlos wurde.

    Ich habe erst den Termin verschoben um dann doch zu sagen "heute" er hat das recht vor den Schmerzen zu gehen und nicht erst mit. Morgen früh wird er auf die Wiese beigesetzt und bekommt einen Ehrenplatz. All die Tage des Abschied nehmens, mit ihm im Arm einschlafen und nachts mit der Taschenlampe sehen ob er noch lebt, das war grausam - für uns beide.

    Dann noch die Drohungen und jedes Mal die Frage komme ich heil zum Tierarzt und wieder zurück. Eine Situation, mit der ich noch nie alleine war. Zu entscheiden wann er gehen muss, kann, darf, beisetzen ect. Alles das waren Dinge, die mein Ex - widerwillig - aber doch getan hat. Alles Dinge vor denen ich Angst hatte. Vielleicht macht es stärker, dass ich es mit Freunden an meiner Seite geschafft habe. Vielleicht fällt nun auch diese Belastung um xxl von mir ab, aber in den letzten Tagen hätte ich am Liebsten aufgegeben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Olive,
    alles was sich für Dich gut anfühlt und jedes Wort zu dem Du auch später noch stehen kannst ist gut. Wichtig ist einfach konsequent zu bleiben - das gesagte in die Tat umsetzen. Ich war viel zu wenig konsequent und wurde zu einem Spielball - habe mich also selber (be-)nutzen lassen.

    Ich frage mich jetzt nur, wie Du das ohne Eskalation am Freitag auf die Reihe bringen kannst. Wenn er da ist und Du riechst Alk, dann ist er ja schon bei Dir und es könnte Diskussionen geben, oder?

    Warum nicht am Telefon? Wobei natürlich immer die Gefahr besteht etwas zu sagen, was der andere (weil vielleicht nicht nüchtern) später nicht mehr weiss oder wissen will.

    In jedem Fall wäre es klasse, wenn Du für Dich den Weg so straight weitergehen kannst wie Du ihn betreten hast.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Respekt Ritterin, wenn Du das so durchziehst, wie Du hier schreibst. Für mich war der Weg sehr, sehr schwer - und das obwohl ich ausgezogen bin. Es fiel mir sehr, sehr schwer nicht auf meine Co-Knöpfe zu reagieren, nicht auf alte Sehnsüchte reinzufallen und der Hoffnung "alles wird gut".

    Viel Respekt und viel Kraft wünscht Dir Dagmar,
    die derzeit öfters mal Polizeibesuch hat....

    Man/frau kann es so sehen, dass man/frau sich nicht selber betrachten muss und Angst hatte sich selber zu hinterfragen. Ich selber habe für mich das Gefühl ziemlich schleichend reingerasselt zu sein. Zuneigung - egal ob gesund oder krank - war ja da (ich bin nicht nur einfach so 120 km von meiner Heimat weggezogen).

    Kleinkariert wollte ich nicht sein, was den Alk betrifft, das meiste aber konnte ich gar nicht sehen weil es im Hintergrund konsumiert wurde. Schuldzuweisenungen kamen gut bei mir an und ich zog sie mir an. So, und da habe ich dann den Anfang vom Ende gehabt und einen Teufelskreis, der leider nie bei der Frage endete "was will und kann ich eigentlich".

    Käferchen, ich habe schon versucht mich selber auch innerhalb der Beziehung zu beleuchten. Aber es war mir nicht möglich mich und meine Meinung an den "Mann" zu bringen, Kommunikation ging nicht. So, der nächste Schritt war die innerliche Wut (schon wieder eine Fahne) und so habe ich mich Schritt für Schritt und Jahr um Jahr verloren.

    Erst viel zu spät habe ich gesagt,, "no more". Erst viel zu spät habe ich auf mich geachtet. Erst ab dem Zeitpunkt, wo mein Leben in Gefahr war! Erst als sexuelle Übergriffe erfolgten war ich persönlich in der Lage den vollen Umfang dieser kranken Beziehung zu erkennen. Erst da also, wo mein absoluter Tiefpunkt erreicht war. Genau der Tiefpunkt, der es Süchtigen manchmal ermöglicht aufzuwachen.

    Für mich ist es noch immer nicht richtig möglich, dass ich mich an erste Stelle bewege. Ich habe noch immer Mankos mich selber gut zu versorgen. Es wurde immer besser bis durch die derzeitigen Gewaltaktionen Rechtsanwalt und Polizei und und und erfolgten. Durch diese Aktionen habe ich mich schwächen lassen.

    Nunmehr bin ich also wieder genau bei meinen Wurzeln der Angst angekommen! Toller Kreis, der sich schließt!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Kompaktessenz :)

    Mehr Hilfe auf dem richtigen Weg? Müssen Du und ich nicht auch selber auf den richtigen Weg. Müssen Du und ich uns nicht auch am (Karotten)Schopf packen und versuchen alles in richtige Bahnen zu bringen. Akut in eine Entzugsklinik zu gehen dürfte ja jederzeit möglich sein - ein Gespräch mit dem Arzt auch - ich denke, die Schritte müssen (ebenso wie bei uns) vom Süchtigen kommen.

    Ich denke, liebe Karotte, für uns Süchtige ist das Umfeld entscheidend. Während meine Freunde mich stabilisieren und sagen "Gut, dass Du weg bist" kann das Umfeld des Trinkers sagen: "Ach lass uns mal ein Bier oder sonst was trinken." Während wir also über unser Thema reden und uns dem somit stellen müssen kann die aktiv süchtige Seite sich ihrer Sucht hingeben.

    Weißt Du Karotte, er mag vielleicht aufhören wollen, aber das alleine ist es ja nicht. Solange ein Umfeld gegeben ist, in dem sich der Trinker wohl fühlt oder der Job noch Gehalt her gibt, so lange muss sich ja nichts ändern.

    Bücher könnte auch er sich reinziehen über die Bausteine, nun gut, Lesen kann da anstrengend sein. Zuweilen geht der Alk ja auf die Augen, mein Ex trägt wohl nun auch eine Brille....

    Ach Karotte, nimm Dich an Deinen SChopf und lass es Dir gut gehen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    "nicht wirklich abgekommen?"

    Oh, ich kenne das schöne Wort "Paartherapie".
    Juhu, dachte ich, er ist einsichtig, er will etwas an der Beziehung erarbeiten. Klasse.

    Nicht nur, dass es nie zu einem Termin gekommen war. Nein, die Paartherapie bietet die wunderschöne Chance alles auf ein ganz anderes Level zu heben. Plötzlich geht es nämlich um die Folgen und nicht mehr um den Verursacher "Sucht". So hätte auch ich mich im Kreise drehen können, denn bei uns waren es Versprechungen, die einfach wieder für eine gewisse Ruhe sorgen sollten.

    Ich würde Dir wünschen Doppel, dass Dein Weg anders verläuft als meiner: die Offenheit die mein Partner weder mir gegenüber noch anderen gegenüber hatte, wird er wohl niemals ehrlich finden. Vielleicht ist es bei Dir anders.

    Jemandem wildfremeden von den Problemen erzählen? Nun würde es ihm bei jemandem bekannten leichter fallen ;)

    Oh doppel, ich wünsch Dir alles Glück welches denkbar ist, aber mach es besser als ich!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo liebes Käferchen,
    wir wissen ja nun leider, dass Süchte immer wieder kehren können. Sei es beim Alkoholiker oder bei uns selber.

    Sprich es ist wohl unabdingbar mit uns selber klar zu kommen, zu Frieden und Glück - falls möglich - um alles was kommen mag zu bewältigen. Egal, ob mit oder ohne dem Partner.

    In meinem Fall war es nun vielleicht Glück im Unglück dass mein Leben bedroht war in seiner Nähe und sodurch zwangsläufig meine Flucht anstand.

    Ich lese hier nun seit vielen Monaten mit und schreibe, vielleicht habe ich es überlesen, aber ich wüsste von keinem Beitrag wo tatsächlich eine Spontanheilung eintrat und alles Friede, Freude, Eierkuchen war. Eher lese ich dass ehamlige Suchtbeziehungen schwer sind auf einem gesunden Level zu führen oder Rückfälle des noch nassen Partners auftreten.

    Somit hat auf eine Partnerschaft überhaupt nur derjenige eine Chance, dem es ohne Partnerschaft gut geht!

    Für mich ursprünglich komplett nicht verständlich, dass Sucht eine Krankheit ist, ich ihr jedoch komplett anders zu begegnen habe als anderen Krankheiten. Einem Kranken steht man/frau zur Seite einen Süchtigen muss man/frau fallen lassen um ihm die Selbsterkenntnis und Verantwortung zu ermöglichen.

    Toll - das zu begreifen dauerte schon viel Zeit. Zu versuchen zu mir selbst zu kommen noch viel mehr und zu verarbeiten was geschieht, das wird noch lange dauern....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Smile,
    weißt Du so einfach ist es nicht zu schreiben (ich persönlich kriege wieder zu hören, ich würde bei anderen zu viel schreiben und zu wenig bei mir ;) und Deine Geschichte, meine Geschichte und die vieler hier sind so gleich. Einfach nur ein Grauen wie Leben um Leben zerbricht, das der Süchtigen und das der Co-Abhängigen (also auch Süchtigen).

    Was will ein Alkoholiker? Leider vor allen Dingen erst mal seine Ruhe für sich und seinen Stoff - dann scheint lange nichts zu kommen.... Ich für mich musste den Eindruck gewinnen, daß sein Leben nur noch daraus bestand sich von einem Problem ins nächste zu manövrieren, sich mal hier und da raus zu winden und gar keine Kraft/Möglichkeit oder Intension hatte sich überhaupt mit den eigenen Gefühlen auseinander zu setzen. Wie hätte er sich dann Gedanken über die Menschen seines Umfeldes machen wollen. Ob es bei Deinem Ex anders ist kann ich nicht beurteilen.

    Ich lese immer wieder meine Worte "er war doch mal so ein toller Mensch". Leider hat ein Süchtiger im Laufe seiner Sucht (nehme ich auch mich nicht aus) Charaktereigenschaften an den Tag gelegt, die schon immer da waren aber nun leicht enthemmt an den Tag treten.

    Das Handy auf dem Nachttisch wird irgendwann verschwinden, da bin ich mir sicher, weil ich das von mir kannte. Natürlich wartete auch ich auf eine Nachricht im Sinne von "ich habe es begriffen, ich gehe sofort auf Entgiftung"

    Ha ha - mein schlechtester Witz schlechthin seit ich lebe. Aber die Hoffnung, die war einfach da. Aber lange, lange, lange werde ich nicht begreifen, was wirklich durch den Alk geschieht und wie Menschen nicht mehr das sind was sie vermeintlich zuvor waren oder ich dachte was sie waren.

    Gerne würde ich Dir Mut machen, aber die erste Zeit ist so hart (auch wenn sie dann leichter wird) dass alles Mut machen leere Worte sind. Zumindest mir haben viele Worte wenig geholfen, mir ging es einfach nur dreckig.

    Oft, sehr oft, frage ich mich ob ich jemals wieder ein "normales" Leben führen kann. Finde ich einen Job mit 47 oder muss ich mein kleines Häuschen verlassen weil ich unter Hartz 4 falle?

    Ich stehe oft da wie vor einem Geröllhaufen und weiß nicht ob ich anfangen soll ihn aufzuräumen oder er ich dabei überrollt.

    Ich kenne das nur zu gut, was Du jetzt erlebst: bei jedem Anruf springt das Herz und immer wieder wird man zurückgeholt in die einstige Zweisamkeit, die aber nun eine Dreibande mit dem Alkohol geworden war.

    Ich kann Dir einfach nur viel Kraft und Konsequenz wünschen auf Deinem Weg, den Du Dir vorgenommen hast.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach, liebe Karotte,
    dass Du Probleme mit sozialen Banden hast kann ich mir nicht vorstellen - eher, dass Du Dich zurückgezogen hast und noch nicht so ganz wieder ans Tageslicht gekommen bist. Das quasi nur das Rübenkraut aus dem Acker sieht, aber die Karotte noch zu tief in der Erde ist ;)

    Boah Du erinnerst mich bei den "nur trinkenden Kumpels" an etwas, dass in mir jetzt noch Wut ans Tageslicht befördert. Ich weiß auch nicht, ob diese Wut jemals weichen wird. Keine Kontakte zu Menschen, die alkfrei leben. Zufall? Absicht? Angst in deren Gegenwart aufzufallen? Nicht mehr die Möglichkeit einem Gespräch stand zu halten? Kein Interesse an Gesprächen mit Menschen, die anders gelagert sind...

    Ich bekam immer einen innerlichen Brast wenn ich ihm mal was sagen wollte, in den Keller kam und zufällig ein Bekannter (Freunde gibt es keine) da war. Denn immer, immer, immer, wurde Alk gesoffen. Da gab es keinen Kaffee oder Tee, oder Mineralwasser - egal ob Sommer oder Winter. Höchstens mal ein Glühwein im Winter. Es machte mich so rasend. Dabei empfand ich auch Wut auf die Menschen die mitsoffen. Sie alle hatten sich gefunden weil sie einfach so am besten lebten und sich am wohlsten fühlten. Und ich spürte immer, erst kommt der Alk im Keller und dann vielleicht mal ein Gespräch am Abend, bis er dann im Gespräch einschlief.

    Und alle jene dieser Gruppe machen sich lächerlich über Alkoholismus und machen gemeinsam ihre Späße über andere die sie auf den Konsum - den sie nicht sehen wollen - ansprechen. Es war so übel dann noch zu hören "wir haben uns auch gestern darüber unterhalten dass wir alle Alkoholiker sind". Nein, das kann ich noch nicht aus meinem Gedächtnis streichen.

    So, liebe Karotte, jetzt habe ich genug gejammert. Ich wünsche Dir mal ganz schnell, dass du Dein Rübenkraut so aufrichtest, dass aus das Rübchen aus dem Boden kommen kann.

    LIeben Gruß von Dagmar

    Vor allen Dingen, Ihr Lieben, wenn jemand etwas mit Euch oder mir ausmacht, dann wären wir quasi verantwortlich, dass der (Ex-)Partner diese Verabredung auch wahrnimmt.

    Da ich persönlich schon damals die Unzuverlässigkeit gewisser Personen kannte gab es einen Zettel am Schreibtisch, eine mündliche Info und der Anrufer erfuhr "ich lege einen Zettel hin, habe aber keinen Einfluß auf Reaktionen".

    In meinem Fall war das mehr als richtig weil es im Normalfall Besuch einer recht bekannt/berüchtigten Rockergang gegeben hätte. So konnte die Person welche ein Anliegen hatte sich sicher sein dass ich alles versuchte. Er selber hatte es ebenso zig Male auf dem Handy ergebnislos versucht den Betreffenden Alkoholkranken zu erreichen.

    Ich denke immer die Gegenseite kann nichts für Unzuverlässigkeit, muss es aber selber erfahren und darf sich nicht auf mich als Überbringer verlassen.

    Ja, liebes EINWeib, gebe Dir Zeit, gönne Dir den Lernweg. Bei mir geht der schon über Monate und wird noch lange gehen. Ich freue mich über jeden Schritt und weiß noch viele müssen folgen. Geduld ist nicht gerade mein zweiter Vorname. Allerdings habe ich erfahren müssen, dass nur sie mir helfen kann zur Ruhe zu kommen. In speziell dem Punkt Co-Abhängigkeit/Alkoholsucht habe ich für mich erfahren müssen dass meine Regeln und meine Ungeduld total uninteressant sind ;) das Leben hat seine eigene Geschwindigkeit :)

    Ich kann mitarbeiten - aber nicht erzwingen :)

    Lieben Gruß von Dagmar