Beiträge von dagmar007

    Ich kann es mir nicht vorstellen, liebes Käferchen. Ich kenne bei mir selber die Mechanismen, die das alltägliche Leben (rauchen) mit sich bringt.

    Co-Abhängigkeit ist für mich ein gefährliches Thema, weil ja der suchtkranke Partner nicht mehr da ist und ich somit weniger in Mechanismen verstrickt werde, die aber immer noch latent vorhanden sein dürften.

    Ich bin mir sicher, dass meine Co-Abhängigkeit deshalb richtig ans Tagelicht trat, weil sie mein Überleben innerhalb einer Suchtbeziehung ermöglichte. Ich war als Helferlein nicht besonders gut, log nicht, entschuldigte nicht am Arbeitsplatz oder benannte das Thema auch vor Bekannten. Aber .... dennoch war ein Helferlein da, welches nach bezahlten Rechnungen für das Haus oder dem Brot im Schrank sorgte.

    Die wenigen alkoholkranken/gefährdeten, die ich kenne und die es geschafft haben, die haben es nur über Selbsthilfegruppe und MPU, dem Wissen ihr Leben geht gerade den Bach runter, geschafft.

    Ähnlich wird es bei mir als Co sein: mit dem Wissen jetzt noch der Gewalt ausgesetzt zu sein ist mein Leben etwas in Gefahr. Diese Gefahr möchte ich nicht weiterhin erdulden. Also bin ich gezwungen alleine zu bleiben. Zumindest für die nächste Zeit bis ich für mich denke ein realistisches Gefühl für mich, meine Bedürfnisse und mein Umfeld zu haben.

    Auch hier baue ich wieder auf meine Freunde, die auf mich ein wachsames Auge haben können und Veränderungen hinterfragen können. Ich selber würde ein schleichendes Verfallen in Co-Tendenzen eventuell nicht merken. Auch hier glaube ich in Sachen Psychotherapeutin einen wachen Blick auf mich gerichtet zu wissen.

    Was ich für mich tun konnte war:
    - mich mit meiner Co-Abhängigkeit auseinandersetzen
    - psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen
    - Freunden gegenüber meine Schwachstellen offenbaren
    - Polizei/Öffentlichkeit aufzuklären und um Hilfe zu bitten
    - jeglichen Kontakt zu meinem Suchtmittel meinerseits meiden.

    ... das ist mal mein Anfang ...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Karotte, genau in der Selbstwahrnehmung, da hängt es auch bei mir zu Weilen. Zwar ist das suchtbezogen derzeit nicht dramatisch, da ja kein Kontakt und kein aktives Helferlein, aber für mich muss ich für die Zukunft lernen mir zu vertrauen.

    Na, liebes Karottchen, wenn Mr. XY mit Burn Out und Depris zu kämpfen hat, da ist eine Suchtberatung wohl überfordert. Überleg mal, wie schwer der Kampf der Betreffenden schon gegen den Alk ist, aber wenn noch Depris mit an Board sind, dann geht ja fast nichts mehr - dazu die Kraftlosigkeit von Burnout.

    Ich denke immer wieder, wenn einen die Sucht fest im Griff hatte und das über Jahre geht es fast nur über eine Therapie da ja die gesamten Verhaltensmechanismen verändert werden müssen. Ich habe das bei jemandem erlebt, der heroinabhängig war und auch bei jedem Problem davonlief und sich einen Schuß gab. In der Langzeittherapie konnte er nicht davonrennen, die Türen waren dort wohl nicht so einfach zu überwinden. Ob er es geschafft hat oder nicht ist die andere Frage - aber es wurde verlangt dass er sich sich selber stellt. Und genau das geht glaube ich schwer im normalen Umfeld.

    Gilt ja sogar für mich als Co! Hier im neuen Heim gibt es nichts das mit Alk zu tun hat, also lebe ich normal. In der alten Hütte, habe ich ständig Leergut betrachtet, mir fiel jede Flasche auf, die im Laptop stand ect. Einfach weil die Erfahrung der Jahre dort eine andere Sichtweise verlangte als die Sichtweise jetzt hier sein darf.

    Wenn ich nur bedenke, wie schwer es mir fällt in Stressituationen im Haus nicht zu rauchen. Im neuen Heim wird nur noch draußen geraucht. Dieser Mechanismus im Haus zu rauchen war so viele Jahre präsent, dass es fast unerträglich ist, wenn ich unter Druck bin. Wobei mein Suchtdruck dann noch von einem wachen Hirn begleitet wird (so hoffe ich doch) und von keiner persönlichkeitsverändernden Substanz.

    Ich persönlich denke nach wie vor dass nach langjährigem Alkoholmissbrauch fachärzliche, therapeutische und/oder Gruppenspezifische Hilfe und zwar häufig (!) notwendig ist. Davon mal abgesehen denke ich dass es auch hilfreich ist gute Freunde zu haben, die ehrlich sind. Ich kann das für mich behaupten. Geht es down dann kann ich bei Freunden anrufen.

    Oftmals können das Abhängige schon deshalb nicht weil sie eventuell ihre Fehlbarkeit oder ihre Probleme zugeben müssten. Meine Freunde wissen Bescheid und stützen mich wo sie können. Das können sie aber nur weil ich mich offen mit meinen Problemen darstelle. Wie oft können das nasse Trinker??? Also wirklich ehrlich sein und nicht kurzfristig mal Besserung geloben um dann doch wieder abzustürzen.

    Genau da denke ich ist der Grad der Sucht und die sozialen Bande ganz wichtig wer, was, wie oder alleine schaffen kann.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Lilly,
    ich hätte ihn schon letzte Woche erlöst, hätte der Tierarzt das für sinnvoll erachtet. Ich habe ja für zig Tiere die Verantwortung (gehabt), da gehe ich einen solchen Weg. Nur xxl hagt sich selber noch nicht entschieden ob er gehen oder bleiben soll.

    Letzte Woche tägliche Infusionen, AB und Vitamin b. Er war zu stark zum sterben, aber irgendwie doch nicht stark genug zum Leben. Der Tierarzt meinte aufgrund dieser nicht weiterentwicklung und des nicht fressens sollen wir es ihm leicht machen zu gehen und auf die Infusionen verzichten.

    Nun, er frisst kleine Mengen, ging gestern durchs Haus, trank so viel, dass er nicht verdurstet, ging auf die Toilette, sieht mich mit klaren Augen an und schnurrt auch in meinem Arm.

    Solange er noch Lebenswillen zeigt, so lange kämpfe ich mit ihm. Bei Apathei oder lethargie oder Schmerzen wird er sofort erlöst, denn das ist meine Verantwortung. Einen Menschen kann und darf ich nicht erlösen, ein Tier schon. Aber noch hat er sich nicht entschieden. Der Tierarzt meinte, dass er nicht mehr hochkommt, nicht mehr frisst und trinkt ohne Infusion - dem ist also nicht so, und somit warte auch ich noch.

    Ich hatte vor einigen Monaten einens solchen Fall, mein Red, dem es jetzt super geht, auch wenn er schlanker ist und nun richtig zierlich.

    Selbiger Fall bei einer Freundin, wo der Tierarzt auch meinte dass Tier muss entscheiden. Dieses Tier, 14, hat nun wieder voll an Gewicht zugelegt. Ich werde mit dem Tierarzt telefonieren, aber wir kennen uns so lange und durch so viele Tiere, dass ich seine Antwort kenne. So wie am Freitag: lassen wir ihn entscheiden, machen wir es ihm leicht und nehmen seine Entscheidung an. Die ist im Moment fressen und trinken...

    Es ist immer schwer ein Tier gehen zu lassen, denn es ist einfach ein Familienmitglied. Und nun haben sie hier ein so wunderschönes grünes Heim und es wäre wunderschön, wenn er hier noch Zeit hätte mein xxl. Aber das muss er entscheiden und erkämpfen, ich kann nur dabei unterstützen!

    Ich habe von ihm Abschied genommen, ich war der Meinung, es geht in die letzen Züge und war bereit ihn gehen zu lassen. Er ging : Wasser trinken, etwas wandern und kam dann zum schmusen ;) Nun gut, dann soll er entscheiden, ich akzeptiere jeden seiner Schritte oder Nicht-Schritte.

    Lieben Gruß von Dagmar

    So, nun kommen die Dinge, vor denen ich am meisten Angst hatte, die ich nun aber auch lerne alleine zu bewältigen.

    Mein geliebter Kater xxl hat eine Niereninsuffiziens und alle Infusionen brachten nichts. Der Tierarzt ging davon aus, dass xxl jetzt am Wochenende aufgibt bzw. am Montag dann eingeschläfert wird.

    Bisher war ich nie alleine in solchen Situationen, auch später nicht beim beerdingen. Aber wenn es soweit kommen sollte, dann werde ich auch das bewältigen (sofern ich nicht belagert werde und mit dem Tier aus dem Haus komme).

    Derzeit hat mein geliebter xxl sich noch nicht genau für Leben oder Tod entschieden. Er frisst zu wenig zum Leben und trinkt zu wenige zum Leben, aber es ist zu viel um zu sagen, ich lasse Dich sterben.

    Es tut mir im Herzen weh, ihn wohl gehen lassen zu müssen, aber wenn er sich entscheiden sollte, dann akzeptiere ich das. Bis dahin muss ich mich wieder auf mein ganz normales Leben konzentrieren. Es sah die letzten Tage schlecht aus und ich habe die Zeit bei und mit ihm verbracht, damit er in der Stunde NULL nicht alleine ist.

    Alles Dinge, da hatte ich früher einen Beistand, zwar missmutig, aber er war zumeist da. Und nun bewältige ich es alleine - wohl eine der schwersten Angelegenheiten für mich, aber auch das werde ich schaffen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Ihr Lieben,
    wenn es Euren Gegenstücken gelingt mit sich selber Klartext zu reden und zu handeln, dann wäre das eine schöne Lösung. Da wir aber darauf keinen Einfluss haben müssen wir solche Dinge dem Leben überlassen und seinen Wegen.

    Das wenigstens, konnte ich für mich jetzt begreifen. Für mich ist dieses Gefühlswirrwarr normal gewesen. Man/Frau hat sich ja aus einer jahrelangen Zusammengehörigkeit entfernt. Es ist alles anders, ein neues Leben soll aufgebaut werden. Eigenverantwortung getragen und alles ist anders. Da muss doch ein Wirrwarr entstehen, oder?

    Wenn er alles schaffen sollte, liebe Butterfly, genial. Und wenn Du es schaffst,mit Dir in Frieden und Freuden zu leben, dann könnt Ihr Euch ja wieder treffen :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Nun, liebe Chopin, es liest sich wie die "Hoffnungen einer liebenden Frau" ;)

    Warum auch nicht, Hoffnung haben darf man/frau doch immer. Aber sich davon nicht überrollen lassen würde ich sagen.

    Ich denke eine Auszeit hilft Euch beiden und gibt beiden die Möglichkeit etwas zu tun. Derzeit auf getrennten Wegen, die ja mal wieder zusammen führen könn(t)en. Aber ob, das wird erst die Zeit zeigen.

    Ich selber kenne ein paar Menschen, die trocken wurden und es mit Bravour gepackt haben! Aber es sind nur eine Hand voll. Eine andere Handvoll sieht das für sich anders.

    Ich hoffe, Dein Expartner hält sich selber an der richtigen Hand.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    auch ich selber neige zum analysieren, verstehen wollen um dadurch meine Beteiligung auf die Reihe zu bekommen.

    Ich kann es nur immer wieder sagen, was bei mir innerhalb von Tagen ablief war zu extrem, als das sich das "einfach so" erklären ließ. Da fragte ich mich mehr als eimal ob das überhaupt geschehen war. Mit hat tatsächlich geholfen alles aufzuschreiben um später evtl. Wiederholungen zu entdecken und die Spiele der Erwachsenen zu durchleuchten.

    Über die stoffliche Abhängigkeit des Ex-Partners konnte ich für mich meine nichtstoffliche Sucht besser begreifen. Die Gemeinsamkeiten - und da gibt es verdammt viele - zwischen Alkohol und co-Abhängigkeit.

    Selbst die Gewalt und den Hass, den ich nun abbekomme kann ich mir nun besser erklären. Lese ich nach, so hatte auch ich starke Wut- und Enttäsuchungsgefühle. Da ich jedoch noch meine Logik zu Hilfe nehmen konnte durfte ich anders damit umgehen.

    Wenn mir jetzt eine geballte Ladung Hass entgegen tritt, dann beginne ich erstmal meine Gefühle, die ich damals hatte, bewußt werden zu lassen. Es war meine Angst vor der Zukunft, meine Hilflosigkeit, mein Allein gelassen sein.

    Nicht anders als beim Suchtkranken. Nur arbeite ich derzeit an mir und komme langsam weiter. Somit also wieder der Part: nur wenn beide etwas erreichen woll(t)en könnten sie lernen und umdenken.

    Denn weißt Du Kahry, selbst wenn einer aussteigt aus dem Spiel, dann heisst das noch lange nicht, der andere Partner besinnt sich ebenso! Selbst wenn ich an mir arbeite und mich mit mir beschäftige, mein Leben lebe und nach vorne sehe, so bin ich dennoch Gewaltaktionen ausgesetzt. Ab dem Moment ist nun einmal ein anderer der mir den Krieg erklärt hat und wo es mir rein gar nichts helfen würde das weiße Fähnchen zu schwingen.

    Mir wurde mittlerweile von Seitens mehrer trockenen Alkoholiker gesagt daß diese Aggression die Wut ist, dass eben doch nicht alles unter Kontrolle ist und dass ich alles, aber auch alles zur Eigensicherung unternehmen soll, da diese Wutanfälle nicht verhinderbar sind. Somit muss ich zwangsläufig zur schrecklichen Ex-Partnerin werden um mein Leben auch nur ansatzweise zu sichern.

    Ich bin in diesem Rollenspiel nicht beteiligt! Ein Dramatiker taucht auf und liefert sein Schauspiel - während ich noch nicht einmal dem Schauspiel folge sondern oftmals im "Backstage-Bereich" Schlafzimmer schon versucht habe zu schlafen - total inaktiv also.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hochkalorische Mozartkugeln im Mund überlege ich gerade, liebe Jule, dass das tatsächlich die Krux sein könnte: alles doch recht gemacht und dennoch Gewalt und Hass. Und wieder "machtlos" obwohl Co's doch so gerne alles kontrollieren würden....

    So, nun muss ich mal versuchen dieses Spiel weiterzudenken um die passende Strategie für meine Sicherheit zu überdenken, denn da hänge ich nun wieder.

    Einstweilige Verfügung erwirken? Dadurch wird die Eskalation ja nicht kleiner - aber habe ich diesen Schritt vielleicht bisher nicht getätigt um eben "alles immer noch recht zu machen?"

    Oder ist es Eigenschutz, weil ich Angst vor den Kosten habe betreffend der Möbel, die er mir ja kostenpflichtig aufdoktrieren will? Bei jeder Anlieferung wird wohl meine Angst größer, aber eventuelle Kosten der Anlieferung geringer. Laut meinem RA ist das nämlich so eine zweideutige Geschichte.

    Du, liebe Jule hast in einem anderen Thread geschrieben von Angst vor Veränderungen bei Alkoholikern. Nun, dann packe ich mich doch gleich mal mit ein als Co ;)
    Hm vielleicht wieder eine Gemeinsamkeit der Süchte: Angst vor dem Neuen, anderen und Fremden. Hatte ich ja auch als es um den Umzug ging und um den Start in ein neues Leben.

    Ich denke mal, da habe ich - in jeglicher Beziehung - noch manches vor mir.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh Jule, da hast Du recht - es täte mehr weh, wenn eine Art Erkenntnis zu entdecken wäre.

    Ich denke, ich habe die meisten Anrufe zusammen, wobei es natürlich bei unterdrückter Rufnummer nicht nachweisbar ist, denn ich gehe dann nicht ans Telefon wenn er es sein könnte.

    Aber es lässt sich klar belegen, dass im Regelfall alle drei Tage nächtliche Anrufe erfolgen oder Anlieferungen von Möbeln (derzeit wird Elektroschrott gesammelt) vor dem Haus.

    Die Polizei hat einen recht langen Anfahrtsweg zu mir, somit war er gerade weg als sie kam. Jedoch haben die Jungs sofort reagiert und kamen erst später wieder zu mir. Da in dem Fall auch Alkohol am Steuer zu vermuten war gab es ein öffentliches Interesse. Sie belagerten ihn gut 30 Minuten, versuchten ins Haus zu gelangen, erhielten aber vom Staatsanwalt nicht die Erlaubnis einzudringen. Sie haben ihm direkt ins Gesicht geleuchtet, hinderte ihn aber nicht die Tür nicht zu öffnen.

    Es eskaliert genau seit dem Tag, wo er weiß ich bin ausgezogen. Zuvor wollte er noch dies und das hier im neuen Haus machen wobei ich sagte dass das meine Entscheidung ist was ich hier überhaupt mache und ich diese dann für mich treffe.

    Ich glaube nicht Jule, dass es schlechtes Gewissen ist sondern die Angst vor seiner Wut, vor seinem Hass, davor selber Schaden zu erleiden oder dass eines der Tiere angefahren wird. Selbstvorwurf vielleicht in der Richtung, dass ich nicht auf mich geachtet habe und auf die Gefahr, in die ich mich hineinbewegt habe.

    Ich wünsche Euch einen schönen Urlaub Jule, mit ganz vielen Sonnenstrahlen :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Jule,
    Ja, gott sei Dank gibt es keine Kinder, die das ausbaden müssen. Und von meinem xxl nehme ich dieses Wochenende Abschied (war gestern abend ab 21.00 Uhr im Bett und habe mit ihm im Arm Zwiegespräche gehalten). Ich will ihn nicht gehen lassen, aber ich muss es da er nicht selber frisst. Somit hat er selber und seine Niere nicht mehr die Kraft für ein fortdauerndes Leben.

    Ich habe für die EV das Problem, dass mein Handy nur den letzten Anruf speichert, also keine dauerhafte Liste der Anrufer. Somit muss ich alles in meinem Tagebuch nachlesen obwohl ich die meisten Anrufe nicht eingetragen habe. Davon mal abgesehen erfolgen die jetzigen mit Rufnummernunterdrückung.

    Ich selber kann es nicht verkraften dieses Aggressionspotentail zu spüren und zu wissen, dass ist eine solche Person, die überwiegend Wut und Ärger in sich spürt. Ich frage mich, was habe ich früher gesehen und was alles übersehen?? Blicke ich überhaupt klar in die Weltgeschichte?
    Natürlich ist mir klar, dass der Alk die Person ändert, natürlich ist mir klar, dass der Schaden des Wütenden größer sein dürfte als der der Person, die diese Wut abbekommt. Natürlich habe ich das Wissen im Kopf darüber was chemisch abläuft. In der Verarbeitung für mich und meine Seele hilft mir das aber derzeit nicht weiter.

    Du sprichst von Kraft, nun ich habe gerade das Gefühl etwas kraftlos zu sein. So als wäre alles verbraucht (auch wenn noch ein paar wenige Reserven da liegen ;)

    So, nun will ich mich mal versuchen daran zu machen, Daten und Fakten zu sammeln für den RA.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Jule,
    vor rund 2 Monaten habe ich das damalige gemeinsam angemietete Haus verlassen und lebe nun alleine. Seit genau dem Moment gibt es Bedrohungen ohne Ende.

    Der letzte Polizeieinsatz war hier SEK-mässig mit Belagerung, Staatsanwalttelefonat ect. als die Beamten nahmen das nicht auf die leichte Schulter versuchten auch in sein Haus zu gelangen. Ich denke das saß. Vermutlich aber nicht auf Dauer.
    Nur Jule, es geht um die Grenzen! Es geht darum, dass irgendwo stop sein muss. Irgenwo ist der Punkt, wo asoziales Verhalten an den Tag tritt. Ein Verhalten, welches mich schädigt und welches ich nicht unbegrenzt über mich ergehen lasse. Mir - und auch den Polizeibeamten - ist die Gefahr bewußt, dass jede Anzeige noch mehr Eskalation mit sich bringt. Deshalb wurde der Vorfall aktenkundig, nicht aber als Anzeige behandelt, die Beamten haben jedoch versichert, dass es weitere Kontrollen und Besuche geben wird.

    Jule - an der Stelle auch Olive - ich denke verdammt gut zu wissen was diese Angst ist und wie sie in mein Leben eingreifen kann. Aber ich selber bin dafür verantwortlich mir eine gewisse Sicherheit zu schaffen, die auf lange Sicht vielleicht einmal Ruhe vermitteln kann. Nur dulden macht mich kleiner, schutzloser und ängstlicher.

    Ja, liebe Jule, die Frage danach ob ein nasser Trinker spürt was er tut kann uns wirklich nur jemand beantworten, der das selber aktiv als Gefühl spürte in seiner "Trinkerzeit".

    Aber ich kann Dir sagen was ich denke, für mich und meine eskalierte Situation:
    Ich glaube nicht dass mein Gegenüber überhaupt noch klar in der Lage ist Recht und Unrecht trennen zu können. Ich denke auch nicht, daß er sich darüber im Klaren ist, dass er die Schuld nur bei anderen und nicht bei sich selber sucht - denn mit dieser Erkenntnis müsste ja etwas geändert werden - eventuell sogar das Trinken aufgegeben werden.

    Jule - auch ich trage meinen Teil an der Eskalation bei. Ich bin geblieben! Ich habe die Beziehung viele Jahre geführt und als Co sein Deckmäntelchen gewahrt. Ich war so naiv und ging nicht davon aus, dass auf einen Schlag alles extrem wird. Ich dachte immer ich habe mich im Griff und sehe was um mich herum passiert. Nicht einkalkuliert habe ich drei Todesfälle, die wohl einen Super-Mega-Gau ausgelöst haben und innerhalb von Tagen eine Eskalation ohne Ende.

    Ich versuche an mir zu arbeiten und mich vor dem Ertrinken zu retten. Versuche also auch meine Beteiligung für mich aufzudecken. Wie soll das der Gegenseite gelingen wenn keine Einsicht in die Abhängigkeit da ist? Auch meinem Gegenüber ist alles egal wenn er getrunken hat - und ich denke, es gibt keinen Tag, an dem er nicht getrunken hat in den letzten Jahren. Aber nun muß ich sagen stop(p)! Mit Hilfe von Polizei oder Rechtsanwalt.

    Jule, ich weiß an manchen Tagen nicht wie ich diese Wut und diesen Hass verkraften kann. Wie ich ein normales Leben versuchen kann weiter zu führen mich um einen Job zu bemühen ect. Ich muss täglich zum Tierarzt weil eines meiner Tiere vermutlich sterben muss. Es ist der Horror genau um diese Zeit das Haus alleine verlassen zu müssen. Aber ich muss durch! Ich bin verantwortlich für mein Tier. Ich bin verantwortlich dafür, dass ich Bewerbungen abschicke und zu den Terminen fahre.
    Er wird dann von Polizei oder Rechtsanwalt zur Verantwortung gezogen wenn er das unterbindet oder stört. Es ist die Hölle! Gestern lag ich da mit dem sterbenden Tier im Arm und fragte mich wofür ich kämpfe und wie lange ich das überhaupt noch kann.

    Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass ich kämpfen will und es weiterhin versuche. Meine Wahrnehmung realisiert Gefahr und Überlebenswillen. Was seine Wahrnehmung noch ankommen lässt, liebe Jule, das lassen wir mal dahin gestellt sein. Denn wir können nicht in die Gefühle und Gedanken derer vordringen, deren Deckmäntelchen von ihnen gezogen wurde und die vielleicht nun vom Alltag und seinen Anforderungen überrollt werden.

    Deshalb liebe Jule, solltest Du auch auf nichts verzichten, was Dir zusteht und in Deinem weiteren Leben noch wichtig sein kann. Kein Verzicht Deinerseits garantiert Dir Ruhr! Ich kann Dir nur aus meinem Fall sagen, es fand immer weitere, abstrusere Themen um zu versuchen mich unter Druck zu setzen. Hätte ich ein Thema nach seinem Willen und Druck und Drohungen erledigt, stünde das nächste an.

    Ich wollte nicht hören auf meinen Verstand - nun muss ich fühlen! Auch ich weiß ganz ehrlich nicht, ob ich das alles überstehe, meine Kraft ist am Ende. Aber sie reicht noch für den Notruf!

    Du sprichst von Deinem schlechten Gewissen.... Nun ja, das widerum habe ich in keiner Form. Ich denke, spätestens ab dem Moment wo keine normale Kommunikation möglich ist und Gewalt ins Leben tritt dann geht es um reinen Selbstschutz.

    Ja, wir sind noch gebunden - wir sind noch unter Druck solange wir nicht stark genug sind, diesem Druck gegenüber zu treten. Ich hatte gestern ein 30 minütiges Gespräch mit der Telekom weil an meinen Namen seine offenen Rechnungen bzw. Drohung der Telefonsperrung kam. Das Konto gibt es nicht mehr, von mir hat die Telekom weder einen Auftrag noch eine Ermächtigung vom Lastschrifteinzug. Aber wieder 30 Minuten, die mich komplett in die Situation zurück brachten. Wieder 30 Minuten, in denen ich es erlaubte, dass ich mich genervt fühlte.

    Aber das wird weniger, so hoffe ich! Jeder Vorgang, der geklärt ist, bringt micht etwas weiter weg. Ja, ich bin fremdbestimmt - ja es geht mir schlecht dabei und ja ich versuche dagegen etwas zu tun. Nein, ich weiß noch nicht ob ich es schaffe.....

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dir
    Dagmar

    Liebe Olive,
    Du sagst, Du hast jetzt schon Angst, obwohl er sich ja eigentlich "sicher" fühlen kann.

    Ich hatte keine Angst als ich mein Haus anmietete. Das änderte sich aber sehr schnell, denn in meiner Geschichte ging der Absturz des Partners und die Zunahme der Aggression rasend.

    Wäre ich früher gegangen, hätte es vielleicht ein anderes Ende genommen. Und ich sage Dir, liebe Olive, an manchen Tagen weiß ich nicht wie ich damit klar komme dass so ein aggressives Wesen vor meiner Tür steht (welchem ich einmal sehr zugeneigt war) wegen welchem ich mich nicht traue mein Licht anzumachen und nachts zitternd die Polizei holen muss weil es sich so anhört als würde mein Haus abgerissen.

    Es muss bei Dir nicht ebenso enden! Aber ich komme nicht damit klar was mir an Wut, Hass und Aggression entgegengeschleudert wird. Wöchentliche Anlieferungen von Müll diverser Arten (derzeit wird Elektroschrott zusammengesucht).

    Bei mir war es zu spät, dass ich gegangen bin - und ehrlich gesagt, ich weiß für mich noch nicht - trotz Psychotherapie - wie ich damit jemals klar kommen werde.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Renate, es ist ausgesprochen unschön, wenn nur noch solche Einsätze als Ende vom Lied übrig bleiben und nahezu nichts menschliches mehr.

    Nun gut, das ist eben der Verlauf von ungesunden Beziehungen, die nicht beendet wurden als es vielleicht noch nicht so eskaliert worden wäre. Wer weiß?

    Die gewünschte Kraft kann ich gut gebrauchen, denn leicht ist das alles gerade nicht, zumal ich bei meiner Katze um deren Überleben, vermutlich vergebens kämpfe wegen Niereninsuffiziens. Ein Teil meiner Möbel kommt "ums Verrecken" nicht, die Teile für den Kamin sind seit vier Wochen überfällig, eine Spüle funktioniert in der Küche auch nicht weil der Flaschner noch nicht da war. Holz kann aufgrund des vielen Regens nicht geliefert werden und so geht es weiter.

    Dennoch: ich kann versuchen diese Dinge selber zu regeln ohne sie einem anderen abzuverlangen. Ich muß da durch: mein Tier, mein Holz und meine Wärme im Haus sowie meine Couch, auf der ich vielleicht irgendwann mal Besuch empfangen kann.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Renate,
    das hatte ich schon so verstanden, dass der Weg bei Dir funktionierte. Wie gesagt Wäsche ect. geht mich schon seit zwei Monaten nichts mehr an wir sind getrennt und ich nehme auch keinen Kontakt an, eben Gewalttaten und Sachzerstörung spielen sich vor meiner Türe ab.

    Ich denke auch, das "Nein" ist das wichtigste. Wobei mein "nein" auch ein "Ja" zu Polizei und anderen Institutionen ist, weil es eben in meinem Fall notwendig ist.

    Ich hoffe eben einfach innerlich dass durch diese Polizeiaktion, die keine kleine Nummer war, die Angst/Schwäche von der Du sprachst mir einfach die endgültige Ruhe verschafft. Jetzt hoffe ich nur noch für mich, die Gegenseite soll einfach nur weit weg bleiben von mir.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Darf ich Dich fragen, was Du unter "schwach" empfindest? Es würde mich dahingehend interessieren, da ich ja auch ganz gerne durchsetzen würde dass ich nicht mehr belästigt werde - sei es durch Anrufe (die ich zwar nicht annehme, die mir aber dennoch nicht gut tun) oder persönliche Besuche des Müll abladens. Zwar rufe ich die Polizei (spreche selber nicht mit ihm) - der letzte Einsatz war recht extrem, aber ich weiß nicht, ob die von Dir angesprochene "Schwäche" mir vielleicht solche Aktionen vom Hals hält.

    Ich hatte leider Probleme mich durchzusetzen und so den Ton anzugeben - zumindest in der letzten Zeit, weil da die Agression doch sehr groß war. Als das Level noch nicht so tief war konnte ich auch versuchen ihm mal mitzuteilen dass es nicht schlecht wäre, wenn er seine gewaschene Wäsche mal in den dafür vorgesehenen Schrank legen würde. Im Regelfall gingen aber bis zum Umsetzung dann doch Wochen ins Land.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, Frozen Tears,
    ich kann mir vorstellen (bei meinen Eltern trank niemand) dass vielleicht sogar die klar denkende Mutter, die nicht betrunken ist, als "schlimmer" empfunden wird für ein Kind. Denn diese Mutter wirkt ja ganz gesund und in der Lage die Kinder zu schützen. Wobei die Kinder auch spüren dürften dass mit dem Vater etwas nicht stimmt, und er somit quasi anders betrachtet wird.

    Ich bin nikotinabhängig, bin nur über den eigenen Punkt froh, dass zu wissen, derzeit aber auch zu wissen, dass ich es im Moment nicht schaffe aufzuhören. Aber vielleicht gab mir dieses Bewußtsein die Kraft, mich als Co einzustufen. Was meine Psychotherapeutin beispielsweise nicht so sieht (sprich betrachtet mich nicht als Co-Abhängig). Wobei mir persönlich komplett egal ist ob der Begriff auf mich zutrifft oder nicht - wichtig sind meine Verhaltensweisen, die ich für mich ändern muss.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Jule,
    recht ähnlich geht bei mir die Geschichte ab, die Du bereits erzählt hast, wobei es sich im Fall meines Ex-Partners um einen nassen Trinker handelt - vermutlich ebenso hoher Pegel - mit keiner Krankheitseinsicht.

    Ich für mich habe begriffen, dass dieser Mensch einfach seine Mitbeteiligung (harmlos ausgedrückt) an seinem eigenen Leben nicht tragen will. Somit ist es einfacher die Schuld für die eigenen Probleme einer anderen Person in die Schuhe zu schieben. Ist ein anderer "schuld", dann muss der Betreffende auch nichts ändern.

    Ich jedoch ziehe mir den Schuh nicht an, handle wie Du, spreche die Polizei an und versuche mit meinen Ängsten zu leben. Würde ich für mich ebenso Wut empfinden für das was um mich herum geschieht, so könnte ich nie zur Ruhe kommen. Mich hat früher die Wut ebenso gebunden wie die Hilflosigkeit. Nun bindet mich zwar die Angst, aber ich versuche damit klar zu kommen. Ich werde ruhiger wenn es keine Angriffe gibt, erfolgt wieder ein Angriff, so bin ich zurückgeworfen und muss wieder an meiner Stabilität arbeiten.

    Ich weiß nicht Jule, ob oder wann solche Aktionen aufhören könn(t)en. Aber wir können beginnen uns Stärke zu erarbeiten, was lange, lange (zumindest bei mir) dauert. Ich bin noch lange nicht da wo ich hin will. Aber ich weiß, ich lebe hier innerhalb meines Hauses in Ruhe - ist er draussen, dann hole ich die Polizei. Mir wurde auch ganz klar von Seiten der Polizei gesagt ich solle mich auf kein Gespräch einlassen und auf keinen Fall die Türe öffnen. Beim RA steht die einstweilige Verfügung in Arbeit, ich hoffe aber, dass der letzte recht extreme Polizeieinsatz bei ihm ihn die Lust hat genommen hier weiterhin Terror und Sachbeschädigungen zu machen.

    Was Dir angetan wird ist unmenschlich - also musst Du übermenschliche Kräfte entwickeln um damit klar zu kommen. Ich habe für mich den Eindruck entwickelt, je zufriedener ich bin und desto wohler es mir geht, desto aggressiver tritt der andere mir gegenüber auf. Fazit: er vergiftet sich selber - durch Alkohol und innere Wut.

    Halt Dich wacker,
    Dein Leben und das Deiner Kinder ist in sich lebenswert - das was ausserhalb geschieht ist die Unzufriedenheit eines anderen.

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dagmar

    Hey Lämmchen,
    komisch, wie solche Momente sich einbrennen, mit der Flasche im Arm, das kann ich mir vorstellen. Dadurch erkennt man ja im wörtlichsten Sinne, wer die Liebe des anderen ist.

    Mir wurde von einem jetzt trockenen Alkoholiker erklärt dass auch er früher aggressiv und voller Wut war. Er erklärt es heute, trocken, in der Form dass er - hätte er erkannt dass das Problem an ihm gelegen hätte etwas hätte verändern müssen. Ihm wäre es angenehmer eine Drittperson dafür verantwortlich zu machen und sich an der durch Wut abzureagieren weil nun diese Drittperson an allem schuld war.

    Schon wieder ähnlich mit dem Co-Abhängigen, wie ich beispielsweise, die feststellt das und das wird mit mir gemacht. Das und das lasse ich mit mir machen war dann erst ein viel späterer Schritt der Erkenntnis. Wie ich das zu ändern habe, wie ich konsequent bleiben muss und welche zusätzlichen Hilfseinrichtungen ich in Anspruch nehmen muss waren viele weiteren Schritte.

    Während ein Alkoholkranker mit Selbsthilfegruppe, Therapeuten oder Entzugsklinik arbeitet, so musste auch ich mit Therapeutin, Rechtsanwalt, Polizei ect. mich an Institutionen wenden, die einfach kompetenter sind für Probleme gewisser Art. Früher für mich undenkbar gewesen den Partner "ans Messer zu liefern", nein ich habe meine Grenzen offen dargestellt und die Möglichkeit sie einzureißen.

    Nunmehr beginne ich meine Grenzen konsequent zu stecken und unter Berücksichtigung auf meine Gesundheit mit Hilfe Dritter, Polizei, durchzusetzen. Allerdings fiel mir das sehr schwer, weil hier wieder ein Co-Mechanismus aktiv war. Die unbewußte Deckung des anderen und die Vertuschung von diversen Störungen. Glücklich bin ich noch immer nicht mit diesem Weg, der total konträr ist zu meiner Harmoniesucht! Aber genau der Punkt, wo das um-sich-selber-sorgen beginnt und auch die Verantwortung des anderen.

    Ja, man/frau kümmert sich nicht mehr, was erleichternd ist. Gleichzeitig aber auch befremdlich und ungewohnt. Über Jahre hatte ich einen wütenden Menschen versucht zu ignorieren und Personen, die mich darauf ansprachen gesagt "er ist halt manchmal so, aber eigentlich gutmütig". Nun, irgendwie hat das irgendwann mal früher gestimmt, vielleicht....
    Nunmehr habe ich meine Verantwortung in dem Part abgegeben und halte mich an die Justiz bzw. Polizeigewalt. Denn ich bin weder Friedensrichter, noch Psychologe, geschweige denn Gesetzgeber. Aber es gibt Gesetze, die mich schützen können und für deren Einhaltung muss ich andere zu Hilfe holen, weil ich eben nicht allmächtig bin.

    Es sind ganz komische Berührungen, die mir Laternen aufgehen lassen. Wie schwer es mir fiel die Polizei zu holen, wo andere schon sagten, Mensch, es wird Zeit. Einfach weil man/frau das aus Erziehung heraus nicht macht. Aber cocococo, sonst nichts. Denn dieses "nicht machen" wozu ich erzogen wurde habe ich schön in der Beziehung durch Duldung und mein Deckmäntelchen erlaubt.

    Nun gut, nun arbeite ich an mir und nicht mehr am Deckmäntelchen :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich glaube Jenny, da verstehen wir uns schon richtig, denn ich denke es geht nicht darum innerhalb welcher Zeit was geschafft wird sondern darum, dass ein Schritt dem nächsten folgt. Einfach, dass Aktionen und eine Bewegung zu entdecken sind.

    Ich meinte damit auch nicht Trick 17 :) Im Sinne von "Juhu, ich weiß was los ist - und das reicht nun mal" ;) Mir ist aufgefallen, dass eben jeder einen anderen Weg der Bewältigung hat und ein solcher Weg auch leicht missverstanden werden kann. Wie aber jeder Kopf und jedes Gehirn Informationen anders einordnet, umsetzt und für die Zukunft transformiert, so ist es halt auch mit den einzelnen, verschiedenen Wegen.

    Fachliteratur ist ganz sicher auch ein Weg. Aber auch hier, kann ich mit "Wenn Frauen zuviel lieben" ect. viel weniger anfangen als mit Fachbüchern aus dem Bereich der Suchthilfe. Div. Material von Pia Melody habe ich gelesen, fand aber mehr Nachvollziehbarkeit bspw. in "Giftige Beziehunge" Buch liegt gerade ein Stockwerk höher, kann also den Verfasser im Moment nicht benennen. Auch hier gilt einfach, was den einen anspricht, ist für den anderen vielleicht nicht so passend, selbst dann - wenn am Ende selbiges Ergebnis stehen kann.

    Co-Abhängigkeit oder Alkoholsucht sind sich nicht so unähnlich. Meiner (nur meiner!) Meinung nach, müssen die Suchtmittel erstmal aus dem Leben verschwinden um erstmal auf die NULL-Linie zu kommen. Warum gibt es bei vielen Therapien eine Kontaktsperre? Das hat wohl seinen Grund ....

    So, nun ist das aber wieder "ketzerisch" gegenüber jenen, die ihre Beziehung nicht aufgeben wollen, können oder möchten. Auch kann mein Gedankengang falsch sein. Aber auch hier ist wieder jeder in seinem Tempo - sprich Handelsweise an Äußerlichkeiten gebunden.
    Natürlich können genau diese Äußerlichkeiten auch wieder das Tempo verlangsamen - bewußt und als Verzögerer eingesetzt....

    Mein größtes Problem war die Selbsteinschätzung / Selbstwahrnehmung, an welcher ich beständig gezweifelt habe. Dadurch also leicht in Entscheidungen (die Zeit benötigen) zurückgeworfen zu werden. Hier spielen ja die Knöpfe mit, die vor Jahren angelegt wurden. Mechanismen, die vielleicht mal zum Überleben benötigt wurden, die aber nun genau das selbständige Leben nun verhindern...

    Grundsätzlich habe ich schon den Eindruck wir sind derselben Meinung. Nur ist Euer beider Stand, lilly und Jenny, einfach ein paar Etappen weiter als der meinige.

    Lieben Gruß von Dagmar