Beiträge von dagmar007

    Ach, liebe Verflixt,
    meine ehemalige Chefin hat immer gesagt (als ich noch Teenager war) "Junge, Du weisst gar nicht, wie schön der Tag danach ist ;-)"
    Ich glaube, das war für mich immer DIE bleibende Erinnerung. Du siehst liebe verflixt, wie Angehörige in den Sog des Alks kommen könn(t)en ohne eigentlich dazu den grundsätzlichen Drang zu verspüren. Einfach um sich "wegzuschießen". Was natürlich auch erklärt warum unsere Angehörigen, die das ja nun schön gewöhnt sind und deren Körper reagiert, nicht einfach aufhören können. Sie haben wohl nicht nur den Wunsch sich wegzubeamen sondern ihr Körper braucht das Gift, damit der Stoffwechsel überhaupt noch funktioniert.

    Ach ja, wie schön wäre es wenn nixx mehr meinen Darm reizen würde ;) Wobei es schon fast gut wurde, ich hatte jetzt wochenlang keine Probleme mehr, also auf dem Wege der Besserung ;)

    Ja, genau diese Emotionen machen mir nun das Leben schwer. Wobei ich jetzt nicht sagen kann ob ich mich wohler fühlen würde wenn Liebesbekundungen kämen als wenn jetzt die Wut kommt. Irgendwo ist es Jacke wie Hose - ich spüre einen Menschen, der nicht zu Rande kommt: mit sich, mit mir, mit was auch immer.

    Ganz sicher hole ich mir die positiven Aspekte aus allen Erlebnissen heraus. Wie heißt es so schön, "nichts ist so schlecht, dass es nicht doch für irgendetwas gut ist". Natürlich ist alles wirr, natürlich fühle ich mich als ob die Welt runterfallen könnte weil nichts mehr so ist wie es mir als "normal" erschien. Aber eben genau das sind die verändernden Suchtmittel - die Stoffe, die in Hirn und Nerven eindringen und die Person verändern.

    Wir sprechen immer darüber wie man/frau dem Partner helfen kann von der Sucht weg zu kommen, endlich ein glückliches Leben zu führen und und und. Wir vergessen aber oftmals, dass die Jahre der Abhängigkeit auf diese Person und deren Gesundheit bereits Auswirkungen hat. Ja, es sind ja nur "3 Fläsch(ch)en Bier pro Tag" Es ist ja nur ein paar Mal in der Woche.

    Es sind ja auch immer nur ein paar Gehirnzellen die absterben. Es sind ja pro Jahr immer nur ein paar Gewalttaten die unter Alkohol passieren. Es sind ja nur ein paar Menschen, die wegen alkoholisierter Autofahrer ihr Leben verlieren.

    Unsere suchtkranken Angehörigen können das wohl in den seltensten Fällen erfassen, aber wir müssen doch klar erfassen welche Gefahr im Alkohol liegt und welche Auswirkungen es darstellen kann. Deshalb wird es für mich auch weiterhin meine Pflicht bleiben solche unangenehmen Wahrheiten gegenüber einem Süchtigen auszusprechen (das tat ich auch schon vor meiner Suchtbeziehung wenn es für mich offen sichtbar bar).

    Genau hier liegt der Punkt der Verantwortung übergeben - genau hier liegt die Mitschuld von mir als CO - diese Wut, dieser Hass und alles das, was dazu gehört, diesen Dingen habe ich den Weg geebnet durch mein "ignorieren des vorgenannten Absatzes".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Vorsicht Beere,
    wir Co's zeichnen uns aus für andere da zu sein und nicht an uns zu denken - wir opfern uns für andere auf ... könnte das gerade in Deine Situation passen??

    Du musst Deine Tochter nicht im Stich lassen, hast aber die Möglichkeit nun zu lernen Dich abzugrenzen. Diese Grenzen sind es doch, die wir nicht klar setzen können - unsere Grenzen nach außen, zumindest bei mir ist es so.

    Hilfe zur Selbsthilfe ist immer gut und o.k., deshalb auch sehr gut, dass Du Dir fachliche Hilfe suchst.

    Warte nicht bis auf die Kur, lass das Leben nicht an Dir vorbeiziehen mit dem Warten auf das oder das. Beginne doch einfach für Dich aktiv Deinem Leben gutes zu tun: angefangen mit therapeutischer Hilfe, über Dinge, die Dir Spaß machen bis hin auch einmal "nein" sagen zu können.

    Du musst nicht alle Probleme auf einmal bewältigen! Du hast alle Zeit, die Du Dir nehmen willst - aber Du hast die chance kleine Schritte zu gehen ... für Dich .... auf Deinem Weg.

    Viel Kraft wünscht Dagmar

    Nein liebe Karotte,
    es ist keinesfalls vorbei! Es gibt Möbel, die ich nicht mitnehmen "durfte" die er jetzt auf meine Kosten entsorgen möchte. Vorbei ist es noch lange nicht.

    Aber ich freue mich über meine Fotoalben, die Zeitungsberichte aus meiner aktiven Kung-Fu-Zeit, auf die ich doch recht stolz war und so manche andere Kleinigkeit. Natürlich hat er viel von sich reingepackt, vermutlich einfach nicht mehr auf die Reihe gebracht, dass ein Teil seine Bilder sind, aber das mag nicht mein Problem sein. Meines ist eher, dass die Mülltonne zu klein ist ;)

    So richtig ruhig war ich natürlich nicht und mein Reizdarm hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber ich wurde weder aggressiv noch habe ich mich ihm genähert. Ich hätte sogar zugehört - als wieder Aggression und Wut zu spüren war war das für mich das Ende des Gespräches.

    Irgendwie gewinne ich innerhalb dieser Aktionen den Eindruck dass meine Zufriedenheit das ist, was für diese Wutaktionen sorgt. Ich könnte mich täuschen, aber genau so wirkt es auf mich.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Sadi,
    das ist der Knackpunkt "Möglichkeiten bei der Alkoholsucht zu helfen" scheint es nicht zu geben für Außenstehende.

    Die Sucht ist ein ganz starker "Trieb" der dem Kranken diktiert, der Kranke entscheidet sich nicht willentlich für den Alk sondern der Stoffwechsel diktiert es. Natürlich ist es Dein Recht seinen Weg mit zugehen - das will Dir niemand nehmen.

    Ob Pate Selbsthilfegruppe oder oder oder nur wenn "er" sich entscheidet für SICH den Weg der Trockenheit zu gehen, dann dürfte ER eine Chance haben SEIN Leben neu zu ordnen.

    Glaub mir, das was Du schreibst und denkst kenne ich auch ... nun gut, aber ich würde Dir wirklich wünschen dass es bei Dir erfolgreicher verläuft als meine Art der Hilfestellung, die (m-)einen Trinker durch meine Mithilfe noch kränker gemacht hat. Ich wollte helfen und habe nur der Sucht geholfen!

    Viel Glück wünscht dir Dagmar

    Veräppeln will dich absolut niemand, wir alle wurden nämlich schon durch den alkohol veräppelt, entweder als Angehörige oder selber Trinkende, habe ich das Gefühl.

    Dank Dir Spedi,
    mein Rechtsempfinden sagt mir auch, dass das nicht so ohne weiteres möglich ist. Es ist halt einfach so, dass ich diese ursprünglichen Aussagen nicht schriftlich fixiert habe, somit steht einfach Wort gegen Wort.

    Weißt Du Spedi, wohl fühle ich mich nicht in der Situation, keine Frage, dennoch es zeigt einfach dass dieses Teufelszeug ein soziales Miteinander verhindert.

    Aber langsam komme ich wohl auch genau durch solche Auftritte zur Bewältigung - oder vielleicht sollte ich sagen dass was ich versucht habe mir in den letzten Monaten zu erarbeiten, dass kann ich langsam nach außen tragen.

    Danke für Deinen Aufbau Spedi,
    lieben Gruß von Dagmar

    Nach einer sehr, sehr kurzen Nacht geht es nun darum, dass ich die Scherben und den Rest der Anlieferung in meinem Hof beseitigen darf, damit sich kein Auto die Reifen zerschneidet. Nun und natürlich alle die Bilder ect trocknen bzw. säubern, teilweise sind sie schon kaputt weil in diesem Keller mal Hochwasser war.

    Der Auftritt von gestern und die damit verbundene Wut und der Hass zeigen mir was der Alkohol alles mit beeinflussen kann. Ich habe mich gefragt, wie ich damit klar kommen würde eine solche Wut zu empfinden: gar nicht. Ich würde mich innerlich vergiften. Mein Körper - also meiner, der so und so mit Reizdarm reagiert - wäre ständig in Bewegung und ich käme nie mehr zur Ruhe. Auch wenn ich immer wieder zu meinem Suchtmittel zurückkehre, in Gedanken, so erfreue ich mich an vielem.

    Ich erfreue mich an meinem Heim, den Tieren, der Botanik und guten Freunden - suche einen Job und habe Dinge, die zu tun anstehen oder die mich erfreuen.

    Ich habe das Gefühl, dass trotz - oder gerade durch - solche Auftritte meine Angst relativiert wird. Ich hatte gestern Pech, als ich die erste Lieferung wegräumte kam er mit der zweiten. Ich habe den Schlüssel an mich genommen und bin stehen geblieben, also nicht davon gerannt.

    Als wieder der aggressive Ton kam sagte ich ihm dass ich nun die Polizei holen würde - in ganz normalem Ton und schloß die Türe hinter mir.

    Und ich will Euch nochmal etwas sagen, auch wenn das total irrig, vielleicht sogar falsch ist: ich bin stolz auf mich, dass ich während der gesamten Zeit (als ich noch dort wohnte und auch als ich umzog) anders reagiert habe. Dass ich keine Zerstörungswut hatte, dass ich mich auf das Häuschen gefreut habe und darauf hingearbeitet habe. Ja, ich freue mich über mich, dass ich Aufbauenergien umgesetzt habe und keine Vernichtungskraft.
    Klingt vielleicht irrig, aber als ich wusste es geht raus in mein neues Heim habe ich mein Leben eingerichtet auf Umzug und neues Leben. Es hätte mich vergiftet wenn ich voller Wut in ein neues Leben gegangen wäre. Einfach weil ich dann noch viel mehr aus dem alten Leben mitgenommen hätte, als ich es so und so schon tat.

    Während meiner ersten Verzweiflung habe ich mich manchmal gefragt ob ich nicht auch trinken soll, mich einfach "wegbeamen" um alles nicht zu spüren, ich tat es nie, weil irgendwie ging das nicht bei mir - ich wollte mich betäuben, aber so ging es nicht also lebte ich alles ohne jeglicher Betäubung aus und nahme jedes elende Gefühl mit.
    Ich bin froh, dass ich nicht das tat, woran ich dachte...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Kahry,
    grundsätzlich finde ich die Thematik gut, die Du in den Raum stellst.

    Ich für mich sehe die Problematik darin, dass ich verflixt gerne jedem das ersparen möchte, was ich durchlebe. Du kannst ja selber lesen, wie schwer es fällt sich vorzustellen was Sucht wirklich ist, wenn man/frau liebt.

    Ich selber hatte Hoffnung bis zur Vergasung, eigentlich mich selber schon verloren, nicht aber die Hoffnung auf die Besserung seiner Krankheit.

    Wie aber kann man/frau versuchen zu erklären was Alkohol bewirken kann? Wie kann man/frau erklären warum "loslassen" wichtig ist? Meiner Meinung geht es nur mit dem Vermitteln der eigenen Erfahrunge.

    Wobei auch das im Regelfall sinnlos ist, weil zumeist anfänglich ein Betroffener denkt, "nein, bei meinem Partner ist das alles nicht so schlimm" "wenn ich ihn nur richtig liebe, dann wird das schon" usw und so fort.

    Glaubst Du ich konnte kapieren, warum mir immer wieder von loslassen erzählt wurde. Ich konnte noch nicht einmal begreifen, warum ich eine räumlich Trennung herbei führen sollte. Meine Frage war "wie helfe ich ihm dadurch".

    Quark, ich habe noch nicht mal registriert dass es mich gibt. Ich wollte ja ihn gesund haben - ich wollte ja die tolle Liebe, die ich mir einbildete.

    Ich weiß nicht, ob jeder gewordene Alkoholiker bereits im Vorfeld "schwach" war. Ich kann in jedem Fall sagen, dass mein Partner dominant war und sich durchsetzte. Ich ließ ihm die Chefrolle - meine wurde übrigens im Gegensatz zu meinem Sololeben immer fremdbestimmter. Ich ließ es zu, der andere nutzte das ...

    Ich denke, das verlieben in einen Alkoholiker kann von so vielen Punkten begleitet sein (trinkender Elternteil, eine Erziehung in der etwas fehlte ect.). Vielleicht war Mann/Frau auch in den Partner verliebt, ich möchte das keinesfalls in Abrede stellen.

    Nur irgendwann wird die Beziehung oftmals schädlich, wer steigt dann aber wirklich noch aus? Wer kann das noch? Kommt da nicht viel mehr die Antwort "ich kann ihn doch nicht im Stich lassen?"

    Genau das mit der Bestie war für mich der beste Grund zu gehen. Jetzt kann nämlich jeder von uns sein "Tier" ausleben in dem von sich selber gewünschten Leben. Aber diese "Bestie" kann ich mir nur betrachten wenn ich nicht unter dem Einfluß eines Menschen mit der Bestie "Alk" stehe.

    Der Alk nahm ihn und mich - um wieder frei zu werden musste ich weg weg weg - und noch gibt es viel zu bearbeiten, noch lange nicht ist die Gewalt vorbei, die bei mir läuft.... heute hatte ich gerade wieder freundlichen Besuch ....

    Das schlimmste ist für mich, dass ich befürchte vielen geht es wie mir - ich wollte die Wahrheit nicht wahrhaben und von heute auf morgen brach die Welt zusammen und meine Existenz. Wie übrigens oftmals hier, habe ich den Eindruck....

    Lieben Gruß von Dagmar

    So, nun wurden mir gerade zwei LKW-Ladungen vors Haus geschüttet, Bücher, meine Fotoalben Juhu... und alles mögliche andere.

    "das wäre die letzte kostenfreie Lieferung" ich sagte ihm dass ich nun die Polizei holen würde, daraufhin war er schnell vom Acker.

    Ich weiß, dass keine Rechtsberatung hier erfolgen kann, aber geht es tatsächlich, dass er die Dinge, die er zu meinem Auszug nicht rausrückte und behalten wollte nun einer Spedition oder ähnlichem übergibt, die bei mir abkassieren?

    Das ich natürlich nichts annehmen würde ist klar, aber mit solchen Sachen hatte ich noch nie zu tun und habe schon Panik dass hier irgendwelche Speditionskosten auf mich zukommen. Und abholen.... neee ich tue mir ihn und das Haus nicht mehr an....

    Vielleicht weiß einer wie er mir einen Rat geben kann, der keine juristische Auskunft ist.

    Positiv - letzte Lieferung :) vielleicht war es das dann demnächst.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebes Einweib,
    nein, das reguliert sich etwas - wenn wir selber mit uns klar kommen - achten wir nämlich auf uns, dann sind wir sorgfälltiger mit der Auswahl des Essens und den Essenszeiten und so weiter und so fort.

    Wums - nee mein Freund ! Nicht mit Dir, oder?

    Auf, schaun wir nach uns und unserer Zufriedenheit, dann wird auch das Gewicht zufriedenstellender, ich weiß wovon ich spreche!!!!

    Geht es mir gut, dann schaufle ich nicht so in mich herein und bewege mich mehr. Bestes Beispiel von mir hier nachdem ich ausgezogen bin!!!! Glaub mir, liebes Weibchen, das und noch viele andere gesundheitliche Faktoren hängen mit unserer Co-Freundlichkeit zusammen!

    p.s. da musst auch vermutlich nicht als Baustelle ran, an Dein Gewicht, da dürfte sich nämlich manches von selber korrigieren wenn Du mit Dir glücklich bist!

    Lieben Gruß von Dagmar

    So Mädels,
    auch ich gehöre zur Schwergewichtsklasse, wenn auch noch etwas darunter.

    Wundert Ihr Euch?
    Könnte es sein, dass wir - statt Alkohol - zuckerhaltiges zur Nervenberuhigung in uns reinstopften? Meine Nerven waren ständig am Ende, komischerweise bekommt meine Ernährung nun einen anderen Touch.

    Hallo, noch nicht so, wie sie soll, bei weitem nicht - aber um Klassen besser als zuvor. Genau das ist ein Part, wo ich es noch immer nicht schaffe fürsorglich mit mir umzugehen. Frühstücken gibt es nicht, schaffen bis der Hunger mich mittags umhaut, auch das muss ich lernen - aber alles das ist bei mir eine Begleiterscheinung davon dass ich mich unglücklich fühlte und durch ein anderes "Gift" trösten ließ....

    Bei mir gilt: willkommen im Bereich der Süchte!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh Mist,
    ja Elocin, das erscheint so logisch,
    und ist auch übel wenn man/frau bedenkt, was das für die Zukunft Deines Sohnes bedeuten würde wenn Ihr nicht jetzt schon gegensteuert.

    Und es zeigt uns allen ganz fatal, was sich alles hinter ein paar kleinen Tröpfchen (ironisch gemeint) verstecken kann und wieviele Leben anderer durch eine Alkoholabhängigkeit in Mitleidenschaft gezogen werden können.

    Dinge, die wir nicht ersehen wenn wir so mittendrin im Leiden sind und eine Trennung so abwegig erscheint weil der Schmerz so groß wirkt. Dabei wird uns oft nicht klar, dass auch der Schmerz größer wird. Jede Aktion, die wir erlebt haben, die will verdaut werden.

    In diesem Sinne, ganz viel Kraft von einer, die auch gerade um Kraft kämpft!!!! Ihr schafft das - Sohnemann und Du: Ihr habt es soweit hinbekommen, den Rest schafft Ihr auch noch!!!

    lieben Gruß von Dagmar

    Dankeschön Graffiti,
    da machst Du mir zum ersten Mut und zum zweiten, weil Du meine wirren Sätze verstanden hast, ist es kein Dagmar-spezifisches-Balla-Balla-Syndrom ;)

    Das schlimme ist ja das, hätte mir das mal jemand erzählt, hätte ich es nicht für möglich halten können. Ich habe festgestellt, dass ich für mich selber auch Techniken entwickeln kann.

    Die einfachste war beispielsweise eine Bettwäsche aufzulegen, die niemals in dem Haus gelegen hatte. Zwei Personen, von diesem Design hatte ich nur eine Bettwäsche. Somit aber auch keine unterschwelligen Bezüge zum "es war einmal" eventuell muss ich mir da tatsächlich noch ein paar neue Garnituren beschaffen um mich in der Anfangszeit auszutricksen.

    Ich denke, Ruhe zu finden und nicht mehr "andockbar" zu sein, wird uns immer schwer fallen. Wenn wir aber bereit sind einfach nach zu hacken, wenn wir so ein Gefühl empfinden, dann sind wir schon weiter.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Kahry,
    das finde ich einen super Schlußsatz "Sich selbst zu ändern ist schon schwer genug"

    Eigentlich haben wir da ja schon des Pudelskern. In dem Moment, wo wir bei uns anfangen, führt uns das zu unseren Wünschen, Vorstellungen und machbaren Resourcen. Wenn wir mal bei uns angekommen sind, dann können wir uns mit "ihm" beschäftigen.

    Das aber wird wohl erst gehen, wenn jeder für sich weiß, was er/sie ertragen kann und will und im Leben erreichen kann und will.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Erdbeere,
    was tust Du für Dich selber, damit Dein Seelenkostüm belastbar bleibt oder wird? Wenn Du diesen schwierigen Weg gehen möchtest, was nachvollziehbar ist, so wirst Du Kraft benötigen.

    Die Kraft solltest Du Dir aufbauen, wobei Punkt 8 schon mal ein guter Anfang ist :)

    Ähem, alkoholfreies Bier ist nur alkoholarm, aber nicht frei - Schnaps oder Bier ist meiner Meinung nach einerlei, weil beides Alk ist, oder liege ich da falsch??

    "Ich will ihn dazu bringen" ist immer so eine Konstante, von der ich befürchte, sie geht ins Auge, weil das eine Fremdbestimmung ist. Eigentlich die Fremdbestimmung, die wir als Co lernen wollen von uns fern zu halten. Somit wäre es vielleicht ganz gut, sie dann nicht dem Partner zu servieren - einfach auch, damit er / sie sich nicht gegängelt fühlt, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar
    ++die mal ebenso dachte wie ihr++

    Ein Thema, welches mich brennend interessiert - und zwar von allen Seiten - auch der Seite der Alkoholiker.

    Klar ist für mich persönlich, das meine Spirale der co-Abhängigkeit ebenso immer enger wird (würde) wie die Suchtspirale eines Alkoholikers. Eine Spirale stelle ich mir so vor, dass sie zum Ende des Druckpunktes immer enger wird, die Belastungen von oben (dem Suchtmittel Alk/Partner) immer mehr auf das Spiralenende (mich als Person) drücken.

    Interessieren würde mich, ob eine Auflösung des Drucks für den/die Süchtigen nach "Absetzen des Suchtmittels und dem Versuch der Thearpie" ebenso schnell oder langsam verläuft wie der Abwärtstrend.

    Ich will keine zeitlichen Mutmaßungen, sondern mich würde intereessieren, wie Ihr das empfunden habt, was sich da an Spannungen gelöst hat.

    Ich selber bin erst am Anfang meiner Lösung der Suchtspirale. Bemerke jedoch sehr wohl Veränderungen: Immer wieder bin ich an der nächsten Feder angekommen, die mich etwas zurückwirft, keine Frage. Aber die erarbeiteten Schritte bleiben bestehen.

    Ich für mich habe das Gefühl, mit jeder neuen (Druck-)Situation bin ich wieder an einer Drehung der Spirale. Aber auch mit jeder Bewältigung wird diese Spirale etwas lockerer.

    Vielleicht schwer meine Frage nach zu vollziehen, aber ich wüsste nicht, wie ich sie besser in Worte packen könnte.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Gut ausgedrückt Graffiti,
    ich denke genau das ist es. Genau dieses ständige in Hab-Acht-Stellung sein, was ich gewöhnt war, nächtliche Übergriffe waren in der Trennungsphase nicht selten, somit konnte ich also nicht ruhig schlafen - Tabletten zu nehmen, wäre aber gefährlich, weil ich mich dann nicht hätte wehren können.

    Nun, ja nun wundert sich vielleicht der Körper dass er schlafen darf - ohne Hab-Acht-Stellung. Ich den Briefkasten leeren kann ohne Gerichtsvollzieherbriefe zu entdecken oder Gerichtsschreiben. Alle diese Dinge fallen mir wohl jetzt erst auf. Keine Mahnung mehr für Strom bzw. die Aufforderung zum Ablesen, denn hier mache ich diese Geschichten alleine.

    Früher bat ich ihn regelmässig Holz zu machen, oftmals saß ich im kalten und kaufte dann eben Briketts um nicht zu frieren. Nun besorge ich Holz oder Briketts von vorneherein selber, habe immer genügend im Haus ohne zu frieren. Ungewohnt....

    Ja voll erfasst, Graffiti,

    Lieben Gruß von Dagmar

    Und wie Du mir aus dem Herzen sprichst. Ich denke es immer, wenn ich neue Beiträge lese. Auch ich dachte immer "so schlimm ist das alles nicht, sind doch nur ein paar Bier am Abend". Und ruckzuck waren es 6 Bier, regelmässiger Vollrausch und Übergriffe.

    Ich bin froh, dass ich keine Kinder habe, durch die ich gebunden wäre und Kontakt nötig wäre, die Wunden, die noch heilen müssen, nun das ist mein Problem, da werde ich wohl noch eine längere Weile zu knabbern haben so wie Du.

    Mensch und ich hatte nun gehofft, Du hättest Deine Ruhe, denn irgendwann war es ja mal ruhiger geworden, und nun gehen Quälereien weiter.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft,
    Lieben Gruß von Dagmar

    Mittlerweile, liebe Kahry, aber erst jetzt - viel zu spät - muss ich auch für mich sagen, dass es einen Teil meiner Verantwortung ausmacht zu sagen so nicht um Konsequenzen zu ziehen.

    Das sind a) die Konsequenzen mir selber gegenüber, ich muss nämlich wieder ganz langsam lernen meine Bedürfnisse zu erfüllen und nicht seine. Jetzt gelingt es mir ohne Probleme sinnvoll einzukaufen und nichts weg zu werfen. Das war in "unserer" Zeit ganz anders. Kühlschrank voll, damit er gut versorgt ist. Das eine oder andere wurde schlecht. Vieles, welches ich für Gerichte eingekauft hatte wurde einfach geöffnet, es fehlte die Organisation.

    b) die Verantwortung meinem (Ex-)Partner gegenüber indem ich sage verantworte, lebe und handle selber.

    Ich wurde ausgetauscht gegen eine andere co, das war mein Risiko. Ich bin es gegangen und muss sagen, ich beneide dieses Paar nicht. Ich glaube nicht an die wundersame Heilung, dass plötzlich alles ganz anders wird - und eine Heilung aus heiterem Himmel fällt. Zumindest habe ich nur die Spirale erlebt, von der Jenny spricht.

    Ich selber habe die Spirale erlebt und das obwohl ja quasi neues Liebesglück da war und eigentlich nun alles schön und gut sein sollte, ja, sogar ein Grund da wäre aufzuhören, oder? Also noch viel mehr Grund, als wenn ich noch die Partnerin wäre und das Spiel weiterspielen würde, welches Du gerade mitspielst.

    Schau Kahry, jeder kann Dich verstehen denke ich dass Schmerz, Trauer und räumliche Trennung (die in einem Haus sein kann) unendlich schwer sind. Auch eine lange Zeit, zumindest bei mir, benötigen. Aber ich dachte auch immer "nur die drei Bier" und "er tut mir ja nichts" .... und wie schnell hat sich das geändert..... von heute auf morgen....

    Wenn Du Dich bewußt entscheidest so weiterzumachen ist das o.k., dann ist es Deine Entscheidung. Ich selber habe über 8 Jahre alles verdrängt und keinesfalls bewußt entschieden. Das habe ich nachgeholt.

    Dir ist aber klar, übrigens ich bin auch arbeitslos, deshalb weiß ich wovon ich spreche, dass ein neuer Arbeitsplatz für ihn noch mehr Druck und Stress darstellen wird, der zum Entlastungsbierchen verführen könnte, oder? Du schreibst selber, dass nun das "beherrschen" wegen dem Arbeitsplatz entfällt und sich somit die Mengen steigern könnten? Du bist Dir auch im Klaren, dass wir die effektiven Mengen nicht kennen, die konsumiert werden? Dir sind die gesundheitlichen Auswirkungen bewußt, die durch Alkoholkonsum entstehen könn)t)en?

    Lieben Gruß von Dagmar