Beiträge von dagmar007

    Süß, ein Hoppelhasilein :)

    Zwei Jahre, aber hallo, nee Menschenskind, das ist ja so irre, das es echt schon weh tut: aber wirklich beiden! Denn so kann ja keiner von beiden gesund werden. Weder in Bezug auf Alk noch auf personenbezogene Sucht.

    Na, Du machst mir Mut ;)

    Weißt Du, irgendwann werde ich froh sein das alles gelernt zu haben, weil das ja im ganz normalen Leben auch von Vorteil ist gelernt zu haben. Im Moment ist es ein bischen viel. Wobei ich schon spüre, dass ist immer der Schritt zurück, bevor ein Part abgehackt und begriffen ist (wenigstens ansatzweise).

    Ich denke aber auch, dass da meine Co-Eigenschaften noch sehr gut greifen: jedes Chaos, welches ich mitbekomme versetzte mich damals wie heute in Panik. Da ist einfach noch so etwas drin, von dem ich nicht weit genug entfernt bin.

    Du hast es bei mir zum Kingeln gebracht mit dem Abstieg, den ich nie so schnell erwartet hätte, also diese Aktionen, das hat mich gleich wieder in alte Zeiten fallen lassen - oder soll ich sagen "Ängste". Es betrifft mich nicht mehr - aber ich denke, das muss ich erst dreimal mit mir selber besprechen, bevor dass dann wirklich klingelt.

    Heftig, liebe Leute da durchzugehen.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Peter, einfach nur Co:-)

    Ist doch logisch - mir geht es ebenso - wohl sogar jetzt noch obwohl wir eigentlich keinen Kontakt haben :)

    Wir mussten uns während der Zeit der Beziehung auf wechselnde Verfassungen einstellen. Ich hatte schon Muffe welche Tagesverfassung heute dran war. War sie gut, so konnte ich aufatmen. War sie schlecht so ging ich in Deckung.

    Um uns selber zu schützen mussten wir wohl erstmal die Laune des Gegenübers checken um dann zu handeln. Nicht schön, aber "nur" Co.

    Nach solchen Erfahrungen und Jahren sind wir verkopft, wir wollen mit Logik erklären was abgeht, weil wir - zumindest ich - unserem Gefühl nicht mehr vertrauen. Deshalb, schlimmerweise, läuft mein Weg der Bewältigung auch darüber verstehen zu wollen, was der Alkohol warum auslöst ect. Statt zu sagen, der Mensch tut mir nicht gut, aus die Maus. Ich diente meinem Gegenüber als Aggregat für Kraft: durch meine frühere Kraft und seine Kraftlosigkeit habe ich immer ganz viel rübergeschickt um aufzubauen.... Mir fehlte diese Kraft natürlich am Ende....

    Angebracht ist es nicht Peter - wir dürfen uns vertrauen und unseren Gefühlen, aber genau das müssen wir wohl erst wieder lernen, ich zumindest.

    Es gibt viel zu tun Peter,
    lassen wir es nicht liegen - tigern wir los :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Nein Doro,
    das ist alles andere als gaga, denn Panik oder auch Angst blockiert ja alles und verbaut mir dadurch auch alles.

    Deshalb bin ich ja dieser Tage sehr fit in Sachen Unkraut zupfen, Kartons zerreissen und und und. Das mit dem Wutball im Bauch probiere ich mal (falls das Wetter für Unkraut und Kartons nicht passend ist ;)

    Mir fiel auch vorhin auf - klassisches Co-Muster: ein neuer Schachzug bringt mich in Unsicherheit. Das ist ja richtig verteufelt: obwohl er nicht mehr in der Nähe ist und ich meine Schlüssel in meinem Haus habe funktioniere ich fast noch wie zuvor. Gut, er wird es nicht merken (so hoffe ich) da die Telefonate (falls es dummerweise mit unterdrückter Rufnummer funktioniert) sehr kurz gehalten sind. Beim letzten meinte ich nur: der Ton, wie Du mit mir sprichst, ist keiner bei dem ich mit Dir spreche.... Und schwup(p)s rief er meine Mum an.

    Ungewohnte Handlung - Co-Daggi reagiert prompt.

    Ich lerne, es macht absolut keinen Spass so zu lernen, aber mir bleibt ja nichts anderes übrig ;)

    lieben Gruß von Dagmar

    Guten Abend Frl. Co,
    aber hallo - gerade so als wären wir noch in einer Beziehung: andere Aktionen, unvorhergesehene Auftritte und die Aufregung rast durchs Haus.

    Nur mit dem Unterschied, dass das hier mein Haus ist und diese Aufregung hier nichts zu suchen hat. Diese Angst, dieser Druck, der war gerechtfertigt in der alten Bleibe um mich vor Übergriffen zu schützen - hier aber ist die Türe zu..... und nur ich habe den Schlüssel.....

    Hallo .... piep .... ich fasse es ja nicht - das ist ja zum heulen...... das ist ja schon wieder ein Schalter, oder? Und ich blicke das noch nicht einmal....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Doro,
    ich denke, Du meinst mich ;)

    ich weiß für mich, dass ich an meiner Stabilität arbeiten muss. Dieser Zug, meine Mutter einzubinden ist neu, somit muss ich den erst mal verarbeiten (was mich derzeit zurückwirft).

    Ehrlich gesagt, mein Wunsch wäre für mich die Stärke zu erlernen damit klar zu kommen und diesem Druck stand zu halten. Denn ich weiß, daß ich mehr Stärke habe, als ich derzeit "zu Markte trage". Die Möbel und der Unrat mit denen er mich unter Druck setzt dürfte juristisch schwammig sein (sind meine Möbel, er weigerte sich sei rauszugeben, jetzt hätte er sie aber gerne los - nur habe ich nun auch keine Verwendung mehr) und auch nur eine sinnlose Schwammschlacht liefern. Davon mal abgesehen, es würde ihn nur in seiner Wichtigkeit bestäigen.

    Ich denke mal, ich muss wieder auf den Boden und das scheint derzeit nur über Konzentration zu gehen und Rückbesinnung. Deshalb gibt es morgen einen straighten Tagesrhythmus und auch jetzt mache ich noch ein paar Sachen, die ich gerne auf die lange Bank schieben würde, aber genau das darf ich nicht.

    Später gibt es ein paar Rühreier vom Beistellherd :) mit selbst gebackenem Brot. Dann habe ich gerade einen Gang zum Brunnen (Trinkwasser) gemacht für einen Tee später - jetzt gab es einen Kaffee. Ich habe heute mit lieben Freunden telefoniert und versuche einfach wieder Bodenkontakt zu bekommen. Ich selber habe etwas Probleme mich auf neue Situationen einzustellen, das schlägt mich immer ein paar Tage zurück. Ich muss lernen Infos oder Aktionen einfach nur als "gewesen" zu verbuchen ohne sie über den Tag mitzuschleppen.

    Du könntest Recht haben mit dem Grenzen setzen! Ich habe diese zwar gesetzt, jedoch wurden sie verletzt - ich habe dieses verletzen damals aufgrund des gemeinsamen Wohnens nicht verhindern können - aber jetzt kann ich das. Was auch richtig ist, dass Wut in der Vergangenheit Rückfragen von mir erbrachten (ist zwar länger nicht mehr der Fall) könnte aber zwangsläufig ein Versuch sein alte Muster wieder einzubringen.

    Ich denke, da bin ich jetzt einfach gefragt in Sachen "Umerziehung" danke für Eure Hilfe.... ich bin mir schon im Klaren, dass ich da jetzt so ein bischen dastehe wie ein Tomatenstrauch, der durch die Kälte schwarz wird - dessen Früchte aber noch nicht reif sind. Ich bin halt auch noch im "Reifungsprozess" ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Karotte,
    er verbreitet Angst, die bei mir gut wirkt - nachdem mittlerweile auch meine Mutter unter Druck gesetzt wird hält sich mein Wohlfühlgefühl in Grenzen.

    Da die Angst gerade etwas stärker ist als die Kraft bei mir zu bleiben hänge ich im Moment in der Warteschleife und versuche immer mal wieder mit den Beinen zu zappeln um an einen stabileren Punkt der Schleife zu kommen.

    Ja, die coole Frau erwartet demnächst eine Lieferung von Unrat aller Art vor ihrem Haus (er räumt das Haus und will Müll loswerden), wurde angedroht, und somit mache ich mal den Gewölbekeller leerer um den Mist dann unterzubringen. Das ist nun leider Gegenwart/Zukunft und nicht Vergangenheit.

    Ich habe mir auch RA bzw. Einstweilige Verfügung überlegt, das ist jedoch sehr aufwendig und sorgt nur für noch mehr Konfrontation. Auch von Seiten der Polizei wurde mir abgeraten.

    In diesem Sinne,
    auf viele weitere Kartons :)

    Ich kann etwas damit anfangen Doro, auch mit Spedis Worten, allerdings muss ich das wirklich "lernen" - es ist so, es ist unlogisch, unerklärlich - aber es ist einfach so.

    Ich denke, genau das was Du sagst mit dem gesellschaftlichen Abstieg ist ja ein Thema, welches ich als Co selber schön verhindert habe. Und nun wundere ich mich quasi, dass durch das offenlegen nach außen eine Wut kommt. Stimmt, denn die Wut kam erst so extrem als ich mein Leben plante und begann mich darauf zu freuen.

    Ach Mensch, haben wir doch so viele Möglichkeiten in uns mit Problemen fertig zu werden: kreativ, über Worte über gemeinsame Aktivitäten - und was machen wir bzw. ich? Greife zum Suchtmittel Partner.

    Ich gehe jetzt raus und zerreiße meine Kartons :) Ist kreativer als mich zu grämen über das, was ich beginne zu verstehen ;)

    Lieben Gruß und danke von Dagmar

    Ich würde Dich bitten,
    liebe Gwendolyn,
    auch Dich aufzupassen.

    Ich bin mir sehr wohl darüber im Klaren, dass Du für Dich eine Trennung nicht in Erwägung ziehst und akzeptiere das!

    Ich selber war naiv und habe über viele Jahre akzeptiert, dass abends dem einen Feierabendbier noch zwei drei andere folgten. Das ging so über rund 7 Jahre. Im 8 Jahr, da starben Vater und Großeltern innerhalb von ein paar Wochen und es tat "Schläge im Konsum".

    Ich will damit sagen, alles was mit Logik zu tun hat oder mit dem, was wir erwarten, kann sich durch eine solche Krankheit von heute auf morgen verändern.

    Viel Kraft wünscht dir Dagmar

    Hallo Gwen,

    Du fragst "aber wie habt ihr, die ihr euch getrennt habt, das logistisch geregelt"

    Bei Nacht und Nebel, als er im Urlaub war - ich wurde zuvor unter Druck gesetzt an diesem Termin weg zu sein - was ich nachher auch war. Dafür begann dann der richtige Terror.

    Ich denke, man/frau kann nicht damit leben selber süchtig zu sein - nicht auf Dauer - weder als Alkoholiker noch als Co-Abhängige. Vegetieren vielleicht (Über-)leben eventuell auch, aber "Leben" ganz sicher nicht!

    Ein normales Verhältnis dürfte das sein, was nicht als Missbrauch ersichtlich ist. Was als Genuß, der jederzeit beendet werden kann, im Raum steht. So definiere ich es für mich. Ab dem Moment, wo der Alkohol stimmungsverändernd wirken soll, dann sehe ich persönlich so meine Bedenken.

    Ich für mich muss sagen Jahr für Jahr wurde es schlimmer mit der Überlegung sich zu trennen. Denn Jahr für Jahr hatte man weiter gehofft und sich immer mehr an die kranke Situation gewöhnt. Ich denke, noch ein paar Jahre mehr und ich wäre nicht mehr in der Lage gewesen zu gehen.

    Nein, auch unsere Probleme lagen nicht nur im Alk! Aber für mich war der Alk ein Problem, welches sich nicht lösen ließ. Somit schon mal ein Problem, welches also immer unser Begleiter hätte sein müssen, ganz zu schweigen von den anderen Problemen, die wir hatten (die aber unter Alkoholeinfluß woh ebenso wenig hätten gelöst werden können).

    Ich habe mich noch lange nicht freigestrampelt und kämpfe immer wieder. Aber kraftlos sein weil ich um mein Leben kämpfe als kraftlos sein weil ich vergeblich um die Einsicht eines anderen kämpfe, auf den ich keinen Einfluß habe.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Dumme Frage, wie stellst Du Dir Eure Beziehung bzw. Deinen Umgang mit Euren Problemen vor? Hast Du in Erwägung gezogen, dass die konsumierten Mengen größer werden könnten und das Verhalten sich evtl. verändern könnte?

    Ja Tihaso hat meiner Meinung nach Recht ohne Ende! Ich selber habe viel zu lange das Deckmäntelchen aufgedeckt - Liebe? Selbsterhalt? - ich weiß es nicht.

    Aber eines weiß ich, war es Liebe, dann wurde sie von uns beiden zertreten und ich hätte vor diesem "zertretn" Schritte und Konsequenzen ziehen müssen. Nunmehr ist es nicht mehr möglich etwas zu kitten. Wir sind getrennt - er lebt mit Alkohol und neuer Co-Freundin, die auch konsumiert und ich mit meinen Tieren an anderen Orten.

    Für mich sicher die Beste Lösung, auch wenn ich noch akzeptieren und umsetzen muss was alles passiert ist. Aber:
    hätte ich viel früher reagiert, so hätte ich keine Zeit verloren, keine Achtung vor mir selber und vor allen Dingen nicht die ständigen Zweifel ob ich dem anderen Unrecht tue oder nicht. Hätte ich mich gleich auf mein Gefühl verlassen, als es noch neu und echt war - so hätte ich nie beginnen müssen an mir zu zweifeln.

    Nein, ich habe gewartet - aus Liebe? - aus Angst? - und viel zu spät reagiert, so spät, dass meine Achtung verloren gegangen ist und ein sauberes Ende nicht mehr möglich war.

    Man/frau kann sich auch selber zu Ende "warten".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebe Andrea,
    die Erkenntnis ist wohl der erste Weg - das nicht mehr verstecken der nächste und dann kommt (zumindest bei mir) noch ganz viel mehr.

    Ich kenne dieses Gefühl von nicht blamieren wollen, sich langsam zurückzuziehen. Ich hatte meinen Freundeskreis, er seinen. Ergänzen ließ sich das nicht, wenn jeder von uns sich wohl fühlen wollte.

    Ich glaube weniger, dass das was mit "blöd" zu tun hat, sondern damit dass man/frau sich irgendwann verliebt hatte, irgendwann mal lief was schief und man/frau dachte es in Ordnung bringen zu können. Dabei dürfte man/frau sich durch das eigene Verhalten immer tiefer rein geritten haben - sich schlimmerweise umso mehr an den Süchtigen gebunden haben.

    Durch die Bindung habe ich meinem Ex-Partner und mir die Chance auf ein eigenständiges Leben mit Eigenverantwortung genommen. Klasse, ich weiß es, ich lebe es auch, aber dennoch ist er in mir präsent. Ich möchte ihn nicht zurück - um das geht es nicht - aber aus den Augen ist leider nicht gleichzeitig aus dem Sinn.

    Das ist beispielsweise mein langer Weg, der noch vor mir steht.

    Dir wünsche ich auf Deinem Weg (weißt Du schon wie der aussehen soll?) viel Kraft und gute Freunde, die ein wichtiger Halt sein können.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Natürlich weiß ich das Spedi,
    habe mir auch deshalb bei gerade diesem Posting überlegt, ob ich es überhaupt setzen soll.

    Seine Baustelle (korrekt) ist derzeit noch meine Baustelle, da ich ziemlich große Angst habe vor dem was noch "angedroht" ist. Wenn ich über den Kopf kapiere warum etwas so ist, fällt es mir leichter die Handlungsweisen zu "ertragen".

    Wobei Du es mir schon erklärt hast: irrational, beim einen so, beim anderen anders.

    lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe aufgewacht,
    das was Du schreibst über das komische Gefühl, wenn er in Keller oder Räuberhöhle verschwindet, das kenne ich nur zu gut.

    Immer wieder stand ich mal in eben dieser Räuberhöhle und nie war er ohne Alk in der Nähe in diesem Raum. So konnte mein Ex weit weg von mir seine begehrteste Freundin umarmen: den Alk.

    Wobei ich sagen muss, diese Kontrolle, von der Du schreibst, die setzte bei mir ein als es schon aus war und ich mich quasi überzeugen oder rechtfertigen musste, vor mir selber, das vermeintlich richtige zu tun.

    Mir persönlich hat es nicht genügt dass es mir schlecht ging, ich musste begründen warum ich die Beziehung nicht mehr aushielt. Einer - aber nur einer (!) der Gründe war der Alkohol. Nicht nur, dass ich mich über mich selber und mein Kontrollverhalten ärgerte, ich ärgerte mich darüber, dass ich kein Zutrauen zu meinem Gefühl hatte.

    Mich schockte, was ich damals an Leergut entdeckte, mich schockte was ich als Tagesmengen sah und mich schockte die Vorstellung, dass das nur die Dinge sind, die ich sehe ....

    Mir ging es an die Substanz: kontrollieren, sich zu fragen was passiert, zu sehen, dass eine Distanzierung von mir zu gunsten von Prinzessin Alk erfolgt ist. Ich persönlich habe damals gespürt, wir können nicht mehr. Er wollte sein Leben so beibehalten wie es war und ich wollte für mich zur Ruhe kommen.

    Dir wünsche ich viel Kraft für Dich und das was Du für Dich selber erreichen willst.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Mensch, ist das ein komisches Gefühl
    zu wissen man/frau hat sich wohl nicht getäuscht in den Empfindungen rund um den Alkohol. Wie lange habe ich mich gefragt - und vor allen Dingen wie oft - beurteile ich etwas falsch? Kann ich die Realität vielleicht nicht richtig einschätzen? Habe ich eine Mücke zu einem Elefanten gemacht?

    Wenn ich mir vorstelle, ich wäre nicht ausgezogen, ich hätte nicht als bankrottes Wesen den Umzug gewagt, was wäre auf mich zugekommen? Schon ohne schwerwiegende Probleme war unser Zusammenleben während der Trennungszeit ein Machtkampf und ein Wutreservoir ohne Ende.

    Mittlerweile verlangen Strombeauftragte die Adresse seines Vermieters, vermutlich weil Ablesungen bzw. Zahlungen nicht ordnungsgemäß erfolgen.

    Scheinbar habe ich mich also nicht getäuscht in meinen Vermutungen. Die Kinder der früheren Nachbarschaft haben heute mit mir telefoniert und mir erzählt, dass alle drei Tage eine "neue Kiste Bier" anrollte, sichtbar. Dinge, die mich damals belasteten, von denen ich mich fragte ob ich den Konsum überdimensioniere. Ich hätte das nicht verkraftet, diese Mengen sehen zu müssen. Ganz zu schweigen von den Dingen, die vielleicht danach passiert wären...

    Mein Gefühl, von dem ich dachte, ich projeziere nur etwas schlechtes um mich selber zu beruhigen, schien mich auch im Bereich Auto/Wartung nicht getäuscht zu haben: da wo alle die Jahre zuvor eine handwerkliche Umsicht herrschte ist das Fahrzeug nicht mehr farbereit und hat eine riesige Öllache verursacht, die nicht beseitigt wurde.

    Was mich beruhigt ist die Tatsache, daß er wohl ein Haus gefunden habe, welches er derzeit renovieren würde. Dieses Haus liegt wohl entfernt somit sind einfach mehr km zwischen uns, was mir dann ein besseres Gefühl geben wird.

    Ich selber habe mir und meinen Gefühlen und Vermutungen sehr mißtraut, einfach weil ich befangen und gefangen war. Noch immer bin ich aus allen diesen Dingen nicht entwachsen und habe für mich noch sehr zu knabbern. Aber ich spüre während mein Kamin vor sich hinknistert und das Bügeleisen im Hintergrund schon wieder nach "Beschäftigung" schreit, daß ich den einzig richtigen Weg gegangen bin.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich diese Steigerungen noch verkraftet hätte ohne Schaden zu nehmen. So oft habe ich gelesen "sucht verläuft uniform" so richtig verstanden habe ich es noch nicht, aber ich beginne zu begreifen dass ich als Co-Abhängige ebenso in einem Suchtkreislauf drin bin wie der Abhängige.

    Während ich mein Suchtmittel mit aller Gewalt aus meinem Leben schiebe und den Kontakt vermeide, vertieft er seinen Kontakt zum Suchtmittel. Da wo ich versuche, mich u. a. hier, in Form einer Selbsthilfegruppe, wieder selber am Schopf hoch zu ziehen, so weitet sich eine unbehandelte bzw. ignorierte Sucht scheinbar noch aus und zieht tatsächlich Kreise.

    Ich hätte es nicht gedacht ... komisch, ich dachte jetzt erst recht : ein normales unauffälliges und glückliches Leben mit unsichtbarem Alkoholkonsum, damit wenigstens die Fassade bestehen bleibt, so wie es alle die Jahr zuvor funktionierte.

    Habe ich alle die Jahre diese Fassade ganz wesentlich mit neuer Farbe versehen? Auf mich wirkt es gerade so, als würde mit jedem neuen Raum, der langsam seine Möbel erhält, wieder ein Stück Leben in mich kehren. Ich habe mich meiner Sucht "unterworfen" und begriffen dass ich nichts ändern kann sondern nur trauern und mein Leben in eigene Hände nehmen. Während meine Räume, mein Haus des Lebens mit der Sucht, langsam (m)ein zuhause wird erlebe ich auf der anderen Seite wie Sucht tatsächlich alles zu zerstören scheint.

    Ein sehr eigenartiges Gefühl - keines, welches mir Genugtuung gibt - viel mehr Traurigkeit, dass Ihr wohl auch in diesem Punkt rechtet hattet: Sucht ist uniform ... vielleicht verstehe ich das irgendwann einmal richtig.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, lieber Oliver,
    ich wurde so erzogen, dass ich immer mit dem Schlimmsten zu rechnen habe. Meine Mutter ist der Meinung, dann könne sie nichts mehr überraschen.

    Dadurch aber wurde ich pessimistisch, hatte vor vielem Angst und sah das Schlimmste kommen.

    Das Schlimmste kam, aber nicht an der Stelle, an der ich damit gerechnet hatte! Alles brach zusammen Job und Partnerschaft - so und nun hatte ich alles verloren, es gab nichts mehr zu verlieren und plötzlich war diese Angsteinstellung in der Form nicht mehr vorhanden. Dadurch hat sich bei mir wieder langsam Lebensfreude eingestellt.

    Ganz langsam noch, Schrittchen für Schrittchen, denn alles das negative, ängstliche war ja da und ist noch da. Aber ich habe ein gewisses Ursprungsvertrauen zurück erhalten - wenigstens portionsweise, welches es mir ermöglicht viel positiver mit allem umzugehen.

    Da wo ich früher in Panik verfallen wäre und alles schon im Vorfeld schlecht gemacht hätte, da sieht es jetzt ganz anders aus.

    Ich hoffe, es kommt bei Dir nicht zum schlimmsten, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann hast Du das Schlimmste gerade überwunden - vielleicht genau der Richtige Zeitpunkt auch positive Erwartungshaltungen zuzulassen.

    Lieben Gruß von Dagmar
    Co-Abhängige

    Als Co habe ich es schön verinnerlicht mich an der Verfassung des Alkoholkranken zu orientieren. Geht es ihm gut, so fühl(t)e ich mich sicherer als wenn er schlecht gelaunt war. Ich war also eher der Part der Gefühle spürte und agierte als diese zu leben und ans Umfeld abzusenden.

    Wenn ich die Jahre betrachte, so fällt mir auf, das Wut und Agression sich kontinuierlich mit dem Konsum gesteigert hatten. Während es wohl in Jahrzehnten keine Schlägereien gab, so reichten nun nichtige Anlässe von anderen (wie das befahren einer gesperrten Straße um Streit zu provuzieren oder eine Schlägerei daraus resultieren zu lassen).

    Das bedeutet für mich ja zwangsläufig, da der Alkohol enthemmt, dass Gefühle die schon immer latent vorhanden waren nun auch ausgelebt werden. Da der Alkohol ja oftmals Scham/Gewissen verhindert oder zumindest einschränkt habe ich mir schon mehrfach die Frage gestellt, ob es da überhaupt ein Ende der Spirale gibt? Wird nun eine Enttäuschung der Jahrzehnte zuvor abgebaut?

    Ich selber habe das Schlachtfeld verlassen, dennoch kommt immer noch jede Menge Haß und Wut an. Ich frage mich oftmals, gerade wenn von Familiendramen gelesen wird, ob das nicht solche Spiralen waren - Wutspiralen, Hasspiralen - ungelöste Probleme (die zweifelsohne ja auch einen Alkoholiker begleiten, denn ich vermute schon mal dass er im Ansatz bemerkt dass etwas nicht stimmt).

    Nicht klar ist mir ob die Basis eher daran liegt, dass diese Gefühle schon immer in diesem Menschen wohnten und nun freigesetzt werden oder ob damit auch eine innere Unzufriedenheit mit sich selber verbunden ist. Je offener Wut und Agression wurden, fast ebenso nahmen Interessen und Hobbies ab. Gerade so, als wäre die Kraft, die zuvor kreativ eingesetzt worden war nun in Wut umgesetzt worden.

    Ich selber kenne solche Wut nicht, ich quäle mich dann eher selber durch Gedanken, die mich traurig machen oder durch Rückzug. Uuups, habe ich jetzt vielleicht die Überschätzung vergessen? Manch eine Person fühlt sich ja durch Alkohol oder Koks so als wäre er/sie nun super drauf und hätte alles im Griff....

    Ich weiß um die Wesensveränderungen, auch die körperlichen Vorgänge im Gehirn, aber so richtig verstehen kann ich es nicht.

    Kann mir da von Euch jemand auf die Sprünge helfen und meinen "Knoten" lösen?

    Lieben Gruß von Dagmar

    oh Anti,
    zwar will ich Dir gerne antworten, kann aber nicht so viel dazu sagen, weil ich einfach denke Du hast mehr als Recht und er muss es erkennen wollen und können.

    Gerade wenn früh angefangen wird zu trinken, so ab Teenagerzeit, weil man erwachsen sein will und sich dann so fühlt, wird es oftmals immer schlimmer. Ich habe eine solche Situation miterleben müssen, wo es innerhalb von jetzt auf nachher meiner Meinung nach ein sehr bedrohliches Level erreicht hat.

    Ich würde Dir sehr wünschen dass er schneller aufwacht als der Mensch, den ich über 8 Jahre begleitet habe...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Das härteste, was ich erlebte, war dass ich im damaligen Schlafzimmer eine Webcam entdeckt habe, die "er" heimlich installierte.

    Damals lebten wir noch zu Dritt in dem Haus. Bei der Entdeckung war sein Mitbewohner im Haus und half mir das Kabel zu verfolgen um alle Klarheiten (dass dieses Kabel zu seinem Rechner zwei Etagen höher) führte.

    Wenn Besuch bei mir war, so verschwand er grundsätzlich, das dürfte aber eher den Grund haben, dass unsere Bekanntenkreise komplett unterschiedlich sind. In seinem Kreis gibt es niemanden, der Alkohol ablehnt - in meinem Bereich lehnen einige ganz konkret und komplett ab. Mir fällt jetzt beim Schreiben auf, genau die Leute (bei denen ich das übrigens jetzt erst so deutlich erfahren habe) da wollte er nicht einmal einen Kaffee zusammen mit ihnen trinken. Zufall - Gespür?

    Er drehte durch, das an seinem Arbeitsplatz das Gerücht rumging ich hätte mich von ihm getrennt und nun würde er in einem Wohnwagen hausen da ich ihn rausgeschmissen hätte. Da war ein Terror ohne Ende!!!! Die Kinder, die das erzählt haben mieden den Bereich um das Haus weil sie Angst vor seiner Wut hatten.

    All jene, die schlecht über ihn sprachen oder Gerüchte oder evtl auch die Wahrheit verbreiteten, die bekamen Haus-/Geländeverbot und wurden mit hassgespickten Blicken verfolgt. Ein egal schien es da nicht zu geben sondern nur Freund oder Feind. Diese Leute mussten befürchten dass er Wissen über diese Personen, welches nicht legal ist, weitergibt.

    *****

    Ständige Einbildung ich wäre an seinem PC gewesen, hätte seine Karte der Digicam angesehen, am Schluß habe ich ihn an meinem! PC erwischt als er rumsuchte in meinen Dateien ob ich Bilder von seiner Digicam hätte....

    Mir wurden Besuche/Grüße vorenthalten, die vor der Haustüre standen, weil ich keine Zeit hätte....

    Ich hätte Töpfe, die er von seiner Großmutter bekommen habe, eingepackt ... zu dem Zeitpunkt hatte ich nicht einen Topf eingepackt sondern mir alle neu fürs neue Häuschen gekauft.

    Letzteres erst nachdem die Beziehung beendet war und der Auszug vor der Türe stand.

    Fraglich war für mich jedoch ob das Kontrolle war oder Wut - bzw. der Versuch einen Streit vom Zaun zu brechen?

    Diese Dinge hatte ich vergessen, verdrängt oder wollte sie einfach nicht mehr wahrhaben weil ich ja mit so vielen anderen Dingen kämpfen musste. Grausam aber, wenn man sich überlebt, was das für ein "Getriebensein" sein muss. Ist das wirklich anders als bei uns Co? Wenn ich meine Storie gerade so aufbrösele dann ist es selbiges....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    ich kenne neben dem üblichen Feierabendbier noch das
    Formel 1 - Startbier
    Formel 1 - Siegbar
    evtl. kann das noch ausgeweitet werden.

    Das ist doch "nur" Weizenbier

    Ansonsten gab es keine Ausreden sondern einfach die Räuberhöhle, in der gestapelt und versteckt werden konnte ;) Leider wurden niemals die Pfandflaschen zurückgebracht.
    Mir wurde jedoch angeboten diese zurückzubringen ;)
    Mittlerweile wurde mir erzählt dass massenweise Pfandgut in einer angemieteten Scheune deponiert worden wäre.

    Um aus dem Haus zu gehen und sich Nachschub zu besorgen kam allabendlich die Frage: "Brauchen wir was vom Einkaufen?"

    Sollte dem nicht so gewesen sein, dann wurden eben an einem Tag Brötchen und am nächsten Waschmittel (in schöner Abwechslung) mitgebracht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Simone,
    wie Dein Mann sagte ich immer "das kann man doch niemandem antun, das sehen zu müssen, diesen Haushalt" und habe schön alles selber gemacht.

    Sollen die anderen doch sehen was Sache ist - ist ganz schwer, da über den Schatten zu springen. Aber durch mein Vertuschen habe ich dem Alkoholkranken Lebensfähigkeit bescheinigt. Durch die Abnahme von Einkäufen aller Art konnte er sich in Sicherheit wiegen alles im Griff zu haben.

    Genau das ist Co-Abhängigkeit, ich verstehe Deinen Mann nur zu gut, aber genau dadurch sind wir die größten Feinde derer, denen wir helfen wollen.

    lieben Gruß von Dagmar,
    die Dein Verhalten TOP fand!

    Und wenn Ihr beide in eine Gruppe geht? Ihr seid doch beide betroffen, für ihn bietet es vielleicht Halt, könnte ich mir vorstellen... Und Ihr könntet hinterher darüber gemeinsam sprechen und somit an einem Strang ziehen.