Beiträge von dagmar007

    Genau so, liebe Oktavian, habe ich meine Co-Abhängigkeit ausgelebt. Ich habe ihn beschützt, um für mich Schaden zu vermeiden und dadurch dafür gesorgt, dass seine "Lebensunfähigkeit" nicht auffällt.

    Genau so vermitteln wir diesen Menschen das Gefühl sie haben alles im Griff. Hat er doch nach Deinem "Händchenhalten" wieder alles geregelt, oder? Meinst Du tatsächlich, ihm ist bewußt, dass Du geholfen hast? Nein, wieder erfolgreich eine Anforderung, die das Leben stellt, gemeistert.

    Genau das war der Punkt, warum ich ausziehen musste: wenn man/frau zusammenlebt, so sind Mietzahlunge, Strom und der Besuch des Schornsteinfegers wichtig. Einer muss es erledigen, im Regelfall der Co-Abhängige. Der Süchtige selber hat die Jokerkarte, weil ihm alles abgenommen wird.

    Ich lebe nun alleine, trinke mit "meinem" Schornsteinfeger Kaffee und bespreche wie ich in meinem Heim meinen Wunschoffen stellen kann. Die nicht abgelesenen Stromuhren, die nicht durchgeführte Kaminreinigung des Hauses zuvor muss mich nicht mehr beeindrucken, da steht nun ein anderer Mensch in der Verantwortung.

    Genau so ist es - ein Leben mit einem Suchtkranken kann teuer werden. Muss nicht, aber kann, der Gerichtsvollzieher juhu, angenehm, sehen wir uns schon wieder - habe ich massig erlebt. die KFZ-Steuer, "Ach schönen guten Tag, ist es wieder einmal soweit?". Schön und wieder Zeit die Co-Abhängigkeit auszuleben .... muss doch das Auto den Betreffenden zum Arbeitsplatz bringen. Gut, das tat ich nicht, aber es wäre noch eine Möglichkeit gewesen ;)

    Weißt du, was ich mir überlegt habe: immer alkoholisiert im Auto unterwegs passiert ein Unfall. Die Versicherung lehnt die Zahlung ab, weil ja alkoholisiert, der Arbeitgeber muss kündigen weil ja der Betreffende nicht mehr zum Arbeitsplatz kommen kann. Dann aber wohne ich in dem Haus und wer kommt für Miete ect auf????
    Oder ganz anderer Fall: Sturz durch Alkohol, böse Verletzung, längere Krankheit, Aufenthalt zu Hause und .....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lieber Franke,
    auch ich wollte die Gründe wissen warum ein Mensch sich plötzlich wie verhält (und ich will es immer noch wissen) aber es wissen zu wollen hatte für mich nichts damit zu tun, meine Situation zu ändern unter der ich litt.

    In Deinem Fall sind unschuldige Kinder beteiligt, die diesem Drama zusehen müssen. Kinder, die vielleicht irgendwann einmal - wie ich - Co-abhängig werden und fast innerhalb einer Partnerschaft vor die Hunde gehen können weil sie es nur so kennen, dass ein Suchtkranker begleitet wird bis zum eigenen Umfallen.

    Amt hin - Amt her - die Sicherheit der Kinder ist wichtig, das Amt kann dann später mal entscheiden wie sie es sehen. Denn ich denke mal, lieber Franke, bei Deiner Frau kann sich nichts ändern solange ihr das selbe Spiel über Jahrzehnte weiterspielt.

    Was wäre aber, wenn Du mitsamt den Kindern gehst? Wenn sie selber für sich Verantwortung tragen muss? Wenn Du dir nicht mehr irgendwelche Vorwürfe aus irgendwelchen Reihen oder Ämtern anhören würdest sondern statt dessen handeln? Franke, ich hatte mal wegen häuslicher Gewalt ein Gespräch bei der Polizei, das war kurz vor meinem Auszug. Die Fragestellung des Beamten lief in die Richtung wenn etwas gefährlich (für die Kinder in Deinem Fall) belastend oder unerträglich ist, dann muss der Betreffende die Situation ändern - denn andere Institutionen können nicht helfen. Der Ansatz ist ganz sicher richtig.

    Mir ist das alles zu viel blabla und kein ändern. Was meinst Du, wie schwer mir mein Auszug und die damit verbundenen Handlungen fielen? Meine Möbel sind noch immer nach zwei Monaten nicht da, ich habe keine Spüle und so geht es weiter, keine Couchen ect. aber verdammt noch mal, ich beginne wieder Mensch zu werden. Jedes Labern vom Amt, jeder Termin mit Vorgesetzten heisst neue Zeit - neue Belastungen für die Kinder und vielleicht für diese - DEINE - Kinder ein Schicksal wie meines.

    Du, wie ich, sind hier seit Mai und kämpfen um unser Leben, oder? Ich selber hätte keine weiteren Monate mehr unter dem Druck unbeschadet aushalten können. Die körperlichen Erscheinungen kommen nämlich erst jetzt zum Tragen!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Mariposa,
    nun Du schreibst, einen Angehörigen, der krank ist, den verlässt man nicht so "einfach". Nein, aber wenn er eine ansteckende Krankheit hätte, dann würde man sich schützen wie bei Lungenentzündung ect. Man würde auch bei Salmonellen versuchen eine Ansteckung zu vermeiden.

    Nun natürlich ist Alkoholismus nicht ansteckend - aber er bringt oft eine andere Krankheit zu Tage, die ebenso tödlich sein kann: die Co-Abhängigkeit.

    Ich selber habe mit einem Alkoholiker zusammengelebt, bei dem es "erst" in den letzten Monaten extrem wurde, zuvor war er unauffällig. Dennoch waren meine Auffälligkeiten groß genug um zu merken ich war ausgebrannt und kraftlos. Die Co-Abhängigkeit hat an und in mir ihre Spuren hinterlassen.

    Niemand sagt "eine Trennung muss sein" aber jeder dürfte sagen "lebe Dein Leben". Das sind aber zwei unterschiedliche Stiefel. Sich auf sich selber zu konzentrieren und das eigene Leben zu leben ist nämlich sehr schwer. Meine Gedanken kreisten nämlich immer um ihn, den ich nicht verlieren wollte. Dabei hatte ich mich selber schon verloren ... er sich übrigens auch .... Also zwei Blinde, die miteinander einen Berg ersteigen wollten und schwupps die wupps gemeinsam abstürzten.

    Nur wenn einer von den beiden Blinden wieder seine Augen lasern kann und dadurch wieder sehen, so kann er den anderen den Berg hinaufführen.

    Um aber wieder sehen zu können ist es zwangsläufig notwendig in uns zu sehen zu erfahren und zu spüren. Und dabei auch genau Bilanz für uns zu ziehen was wir aushalten wollen und können oder was nicht, dann aber ist es auch notwendig konsequent zu sein. Sind wir das nicht, dann schwächen wir nur uns selber.

    Teufelskreis? Ganz bestimmt! "Liebe" das Problem für mich war die Frage ob ich denjenigen überhaupt kenne, den ich meinte zu lieben. Vielleicht bekam ich nur eine Maske serviert, der Alkohol ist ein guter Schauspieler.... was war noch übrig geblieben von dem Menschen, den ich liebte??? Auch von ihm läßt der Alk nicht mehr viel übrig!

    Viel Kraft wünscht Dir
    Dagmar

    Fairness und Anstand meinerseits haben mich in große Probleme gebracht, weil ich meine Sicherheit nicht in den Vordergrund stellte! Mir persönlich wird zukünftig als erstes Sicherheit, Fairness und Anstand mir gegenüber wichtig sein und eingefordert werden.

    Schlechtes Gewissen?? Warum??? Weil man/frau den Freund oder Partner wieder in die Selbständigkeit/Verantwortung für sich selber entlässt? Aber Hallo!!!! Wenn er lebensfähig ist, dann darf das ja überhaupt kein Problem sein. Wenn der Alltag sich bei ihm von selber erledigt, dann kann er das auch alleine und ohne Partner, oder?

    Ich habe für mich die Erfahrung gemacht Alkoholkonsum ist nie eindeutig. Ein hoher Spiegel könnte schlimmer (wenn es diese Bezeichnung in der Sucht überhaupt gibt) als periodische Vollräusche. Unflätig oder nicht - ich habe eine Umstellung von liebenswürdig auf unmenschlich innerhalb weniger Tage erlebt. Das hätte ich mir sparen können, hätte ich nicht immer an meinem "Gefühl und meiner Fairness ihm gegenüber gezweifelt, dass ich ihn vielleicht falsch einschätze".

    Viel Glück liebe Hazel,
    gerade diese Trinkpausen dürften es Dir schwer machen sich abzugrenzen, würde mir nicht anders gehen.

    Dagmar

    Nein Merliy,
    mit der Freiheit, das meinte ich etwas brutaler ;)

    Leb Dein Leben und er soll seines Leben - mit seien Abstürzen. Denn wenn ich Dich richtig verstehe möchtest Du das nicht für Dein Leben, somit würde ich jetzt hier ihm seine Verantwortung und damit auch seine Freiheit für sein Leben geben.

    Aber Du hast schön geschildert was ich genau selber für mich nicht wollte: nur dann, wenn er ohne Freunde/Kumpels ist und dann auch nur ab und zu geht es ohne Absturz. Wir sind nicht die Mütter von Alkoholkranken sondern wollen, vermutlich, gleichberechtigte Partner sein - wäre ich zumindest damals gerne gewesen. Dazu gehört nicht zu bangen, ob, wann oder wie er nach einem Date mit Freunden zurückkommt.

    Oh Mann, habe ich es gehasst: ich geh mal kurz zu xyz.... Das kurz war dann so lange wie Alk da war.... genannt wurde immer eine Ausrede ... boahh ich hatte es so über .... hier schon hätte ich sagen sollen : "Du hast Deine Freiheit, mach was Du willst und erspare mir so Deine Lügen" Aber nein, so "schlimm ist es ja nicht" dachte ich ... es war aber wohl noch schlimmer ...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh Hazel,
    noch immer frage ich mich manchmal ob ich etwas falsch eingeschätzt habe und es vielleicht "doch nicht so schlimm war".

    Aber was ändert es ob die Leberwerte o.k. sind oder nicht - eigentlich wäre sogar egal ob Alkoholiker oder nicht - entscheidend sollte sein, ob es uns gut geht in Gegenwart dieses Menschen oder nicht.

    Also ehrlich gesagt, ich habe damals dem Expartner gegenüber nichts erwähnt. Und ich hätte auch das mit dem Umzug nicht erwähnen sollen und ihm nicht selber sagen wo ich hinziehe. Denn mein Wunsch nach gegenseitiger Fairness war eben nur MEIN Wunsch.

    Ich wollte für mich und über mich mehr erfahren. Mir hätte es nichts gebracht es ihm zu erzählen sondern in mir nur ein Gefühl der Erpressung hervorgerufen weil ich quasi die nächste Schiene versuche im Sinne von "Ach bitte hör doch auf".

    Ich habe für mich und mit Freunden versucht mich auf die Reihe zu bringen, zu lernen, zu lesen, zu trauern und umzuziehen. Denn Fakt wäre gewesen, "gesund" werden hätten wir so und so beide jeder für sich werden müssen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Karotte,
    Geduld ist ja nun leider nicht gerade mein zweiter Vorname :(

    Tja, liebe Leute, ich denke, nun kann ich nachvollziehen, wie es einem Alkoholiker geht, der mal ein paar Wochen trocken war und glaubt alles im Griff zu haben. Ich pinge für mich nämlich Alarmstufe!

    Habe ich doch festgestellt dass es mir, vom Frust in Sachen Möbel mal abgesehen, recht gut geht, ich wieder beginne belastbarer zu werden und meine Bewährungsproben zu bestehen, so kam doch langsam und trügerisch - so ganz (un-)heimlich aus dem Hintergrund die böse Fee und flüsterte: "Ach komm, jetzt kannst Du ja mal ans Telefon gehen und vielleicht einen Frieden erarbeiten, Du bist doch drüber weg...."

    Ping Ping Ping .... das dachte ich in der Trennungszeit auch und ganz geschickt habe ich mir mein ganzes Hebelwerk aushebeln lassen und alles an erarbeitetem wieder verloren.

    Schwupps die wupps, meldet Prinzessin Co ihre Anwesenheit und kommt so ganz hämisch und überzeugt von ihrer Wirkung aus den Tiefen der Seele wieder hoch. Das ist wirklich nicht zu fassen, wie man sich doch immer wieder selber etwas vormachen kann und will. Sich nicht damit abfinden will nicht allmächtig zu sein und irgendeine Sache auf der Welt "nicht bewältigt zu haben". Geradezu als könne man/frau das jetzt, wo doch alles im Griff und unter Kontrolle ist.

    Genau so stelle ich es mir bei einem Alkoholiker vor, der vier Wochen trocken war und sich selber immer munter begleitet hat. Gekämpft und in sich erkannt was Sache ist und dennoch, nicht so ganz wahrhaben wollen, wo die Gefahren wirklich liegen.

    Hartes Brot, liebe Freunde, welches ich mir da mundgerecht zusammenschneiden muss.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Na also, meine Liebe,
    das klingt doch alles schon recht mutig. Überleg mal wie Du "angefangen" hast. Es ist einfach so, wenn etwas Abstand da ist, dann werden viele Aussagen etwas anders betrachtet. Und es schleicht sich zuweilen das Gefühl ein von "das will ich doch gar nicht"....

    Einfach weil Du Dir vielleicht zuvor Gedanken gemacht hast was Du willst oder was nicht. Klar, der Weg ist lang und schwer - er tut weh, weil wir immer wieder bei uns landen und dabei, dass uns vielleicht die Eigenliebe fehlt, aber Schrittchen für Schrittchen - das kann bald eine stattliche Strecke werden.

    Ich wünsch dir gutes Schuhwerk, bei dem Weg den Du schon mutig darauf los gehst.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich von mir kann sagen dass ich ein wahres Genie war mich runterreißen zu lassen von den Launen anderer. Ich freue mich über etwas, will die Freude teilen und der andere, ratzfatz nimmt das gleich mal als Punchingball für die eigene Wut und vorbei ist es mit meiner Freude. So ein Quatsch. Aber das merke ich seit ich selber für mich sorge und demjenigen aus dem Weg gehe, von dem ich wünschte dass er meine Freude verstärkt.

    War mein Gegenüber wütend, so hatte ich Angst, war er melanchonlisch, ging es mir ebenfalls nicht gut und so geht die Palette durch. Meine Quälereien, die ich mir selber zumutete und selber annahm waren nicht mehr erträglich. Ich war nicht mehr ich selber sondern das Spiegelbild des anderen.

    Es liegt an Dir ob es wiederkommt würde ich sagen. Ob Du Dir erlaubst dich selber kennenzulernen mit Deinen Wünschen und Deinen Hoffnungen. Loslassen ist ein Prozeß den man/frau lernen muss, ich selber bin trotz Auszug noch mittendrin.

    Zeit, Freunde und die Kraft auf sich selber zu achten sind schon mal ein guter Anfang. Zu versuchen dem anderen die Augen zu öffnen ist für mich sinnlos gewesen, weil nicht alle Augen alles sehen können. Manche Menschen sind farbenblind, andere vielleicht blind für die eigenen Süchte (betraf wohl auch mich selber in Sachen Co).

    Dumme Frage: wie soll er merken dass er sich kaputt "trinkt" Du hältst doch größeren Schaden von ihm ab oder? Sein Alibi nach außen - intakte Beziehung ect. wird doch vor Dir aufrecht gehalten, oder?

    So ganz nebenbei, was andere Menschen von und bei Dir gut finden oder schlecht ist deren Sache. Du musst Deine Entscheidung gut finden und dahinter stehen - sonst niemand.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Merly,
    sei mir nicht böse, aber ich war etwas erschrocken über die Aussage nur 2-3 Bier. Nur .... wenn das täglich 2 oder 3 Bier sind dann spricht ja schon der Gewohnheitsfaktor, somit bedenklich - davon mal abgesehen, ist das als tägliche Konsummenge dem Körper kaum zuträglich.

    Dieses "nur" stört mich. Nicht die Menge sondern dieses "Scheiß-Zeug" mit "nur" am Rande zu erwähnen. Mit "nur" hat es wohl bei vielen angefangen und endete schrecklich.

    Es geht hier nicht darum, ob Du Dich trennst oder nicht, ich denke, das musst Du entscheiden. Du musst für Dich wählen wie leidensfähig Du bist, was Du Dir selber wert bist oder wie diese Kombination bezogen auf Euch als Paar aussieht.

    Du traust Dich nicht und willst ihn nicht verlassen. Du sollst zu Dir finden - ich denke mal, um mehr geht es derzeit gar nicht. Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dich um Dich selber kümmerst und Deinem Leben Vorrang gibst; unabhängig, was Dein Partner mit seinem Leben und seiner Sucht anstellt. Das heißt nicht zwangsläufig Trennung.

    Er ist so lieb wenn er nicht ...
    es ging eine ganze Zeit gut ....
    du willst ihn ohne Alkohol ....
    Sie wünschen, wir spielen - klappt einfach nicht, hätte ich auch gerne gehabt: Mein Märchenprinz, den ich bei Bedarf gegen die Wand werfe, der dann so ist wie ich es mir erträume. Funktionierte bei mir nicht, der Brunnen aus dem er kam, der war nämlich zu tief ... und schon verseucht....

    Ich denke, es ist nicht einfach zu sich selber zu finden und sich mit sich selber vertraut zu machen um den Partner Freiheit und Verantwortung zurück zu geben. Je früher Du anfängst, desto befreiender für Dich und ihn, was nichts mit Trennung zu tun hat. Denn diese Entscheidung müsstest Du treffen, für Dich - wohl überlegt ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Vielleicht bin ich deshalb so "stinkig" liebe Charmenida, weil mein fertiger Raum namens Garten im Moment zu kalt und zu nass ist. Mein weiterer Raum "Auto" ist derzeit auch eine Baustelle, weil heute morgen die Batterie keine Lust hatte "Funken zu sprühen"....

    Vor lauter Frust habe ich mich jetzt in die Fluten begeben, mit der Bürste versucht den Frust abzubürsten - gelang leider nicht ganz - und hier in der Bude Duftkerzen angezündet, damit die Wut verduften kann.

    Keine Angst, liebes Kaltblut mit warmen Gedanken, es ist nicht der Entzug meines Suchtmittels :)

    Nun ja, nach zwei Tagen Arbeit unzähligen Besuchen und Telefonaten mit Baumärkten steht nun der Kaminofen im Haus - provisorisch versteht sich, weil auch hier für ein Rohr die Lieferzeit 10 Tage beträgt ;)

    Da Wut ja auch Kreativität einbringen kann, habe ich mal einen kleinen Blog gebaut in Sachen Beistellherd und Backen im Holzofen. So, und nun gerade erst recht: die wenigen Dinge, die funktionieren, die werden hofiert ;)

    So, damit ich auch gleich weiß wovon es mir schlecht wird mache ich nun ein paar Pommes auf eben jenem Ofen.

    Kaffeemaschine, I-Net (funktioniert derzeit mal wieder ;( und Wecker funktionieren. Ich schaffe nämlich all die vielen Dinge, die ich machen will gar nicht an einem Tag. Oh, meine Weihnachtsdeko habe ich schon ganz liebevoll parat gestellt, mir ging es nämlich wie Dir ;) Ich würde mir auch gerne einen kleinen Baum herstellen, aber ich befürchte, die Lebensdauer wären bei meinen Katzen nur Stunden.... aber wer weiß, mal sehen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh Kaltblut,
    was mich als selber schwäbsiches Beissholz grantig macht ;) Zwei Monate Baustelle und noch kein Ende in Sicht, das bringt mich zum granteln.

    Meine viel zu schmales und kurzes Gästebett - ich will mein größeres bestelltes und bezahltes Bett uähhhh

    Das ich seit zwei Monaten ohne Couchen und Sitzmöbel im Wohnzimmer lebe, schluchz, schluchz, der Schaukelstuhl ist alles andere als passend und bequem....

    Keine Spüle, denn auch die gehört zu den Möbeln, die kommen sollen, also bähhhhhh.....

    Kein Kleiderschrank und nur räumen von hier nach dort bis das nächste Provisorium zusammenbricht.

    Ach Du, ich will endlich mein Heim und keine Baustellen in jedem Zimmer ;) Schluchz, heul, jammer, tob.....

    Aber wartet nur, wenn mal zufällig alles da sein sollte, wenn ich das noch erlebe ;-)) dann aber.... :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Für mich war das ganz wichtig eine Kontaktsperre zu halten und vor allen Dingen, diesen alten Ort nicht mehr zu sehen. Je mehr Abstand ist, desto mehr Zeit verbringe ich mit Dingen für mich und denke weniger an mein Suchtmittel.

    Allerdings fuhr er gestern an meinem Haus vorbei, was mir nicht gut tat. Aber es hat mich nur kurzzeitig zurückgeworfen, weil ich derzeit ja auch noch Angst vor seiner Unberechenbarkeit habe.

    Mit jeder Funkstille werde ich stärker, finde ein Stückchen von mir und verliere an Suchtcharakter. Wir müssen uns auf die Reihe kriegen und nicht unser Suchtmittel :) Diese Suchtmittel sollen mit sich selber und ihrem Suchtmittel oder gegen ihr Suchtmittel einen Weg finden, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Na, mit viel glück kommen mal in drei Wochen die Möbel. Am Kamin ofen sind wir dran, aber auch der ist mit einigen Kompliziertheiten verbunden. Meine Baustelle will nicht enden. Jetzt, nach nunmehr zwei Monaten, werde ich schon leicht genervt....

    Zu aller Freude war heute morgen auch noch die Autobaterie leer.... Panik ..... aber halt mal, Herr Nachbar ist gelernter KFZ'ler, hat Spätschicht und war so lieb und hat geholfen....

    Hoffentlich macht mein Vehikel morgen auch mit, da habe ich eine einfach Strecke von 130 km.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Sarina,
    du schreibst, Du bist am Ende Deiner Kraft.

    Ich selber bin vor stark 4 Wochen ausgezogen und erst jetzt beginnt langsam meine Kraft wieder zu kehren. Verflixt langsam, aber es wird mehr. Ich kam mir in den Monaten zuvor so vor, als müsse ich 10 Stunden schlafen um überhaupt einen kurzen Tag zu "überleben" von geistig fit wollen wir gar nicht sprechen.

    Es wird bei mir noch dauern bis ich fit, einsatzbereit, flexibel und belastbar bin, aber das ging nur - oder geht wohl in Zukunft nur - wenn ich mich von belastenden Eindrücken fern halte. Ändern kann ich die Situationen so und so nicht.

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dir
    Dagmar

    Von der reinen Logik her dürfte es ihm sogar supergut gehen ;) Am Wochenende ohne Stress sich etwas Gutes gönnen, Frauchen kommt dann vielleicht noch auf die Idee zur Heimkehr ein paar nette Schnitzel ;) in die Pfanne zu legen (statt auf ihn mit der Pfanne zu warten ;)

    Ruhe und Frieden heisst Pause - Waffenstillstand - kenne ich (die Kraft ist einfach nicht da) nur .... dadurch bin ich wieder wachsweich geworden.... Mein Gegenstück wusste schon wie es eine Zeitlang gelingt das Wachs "warm zu halten"... Übrigens, die kalten Wachsflecke waren ganz schwer zu entfernen und haben böse Flecken hinterlassen ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Doppel,
    während 8 Jahren Beziehung gab es keine Gewalt, als ich die Beziehung beendete gab es Drohungen und sexuelle Übergriffe - wohlgemerkt, jemand, der zuvor nicht gewalttätig war trotz Alk, bei dem traten durch diese Trennung von jetzt auf nachher extreme Wutanfälle auf.

    Ich für meinen Teil bildete mir damals ein, das so etwas nie passieren könne, er trinke ja zivilisiert, ist selten richtig berauscht. Oh, das änderte sich ruckizucki - und das Verhalten von gestern galt heute nicht mehr.

    In der Anfangszeit wurde auch viel verschlafen. Erst getrunken bis der Körper zufrieden war, dann ging es zum TV auf die Couch uns dann ab ins Schnarchkonzert. Ja, das fand ich toll, so stellte ich mir immer eine Beziehung vor ;)

    Auch ich bin gespannt wie es bei Dir weitergeht und wünsche Dir viel Kraft

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Hazel,
    ich selber kann da nicht viel dazu sagen. Ich für mich musste feststellen dass ich dem Stress innerhalb in einer Suchtbeziehung nicht mehr gewachsen war. Ich wollte einfach nicht mehr - und ich konnte auch nicht mehr.

    Beratungsstellen gibt es hier leider keine deshalb habe ich diese Möglichkeit im Forum genutzt mich "auszukotzen". Ich bin noch am ver- und bearbeiten, aber mir war es leid immer zu hoffen und zu "versuchen" Druck zu machen.

    Ich selber habe es nur einmal getan - das Resultat war, dass ich nicht mehr als Co funktionierte und eine Alkoholkranke Partnerin gewählt wurde. Für mich eine Watschen - für ihn aber eine Medaille, weil ich jetzt lernen kann und muss mein Leben zu leben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Cinderella,
    und wie sieht es mit Deiner Eigenliebe aus? Wäre es nicht vielleicht eine "Gefälligkeit" Dir selber gegenüber auch diese Selbstliebe zu leben. Dir das Recht zu geben und zu nehmen glücklich zu sein?

    Diese zwei Gesichter, ja die die gehören zu einander. Ich musste akzeptieren, dass es eines ohne das andere nicht gibt. Eines, dieser beiden Gesichter aber, vernichtet meine Zufriedenheit. Also muss ich für meinen Teil mir meine Zufriedenheit erarbeiten, in meinem Fall bedeutet es alleine - ohne Partner.

    Du spielst anderen die heile Welt vor? Warum? Kannst Du Dir nicht vorstellen, dass die anderen vielleicht mehr sehen als Du??? Meine Nachbarn sahen schon über Jahre mehr als ich und wunderten sich, warum ich mir das antat.... Mich würde es zuviel Kraft kosten meinem Umfeld etwas vorzuspielen.

    Davon mal abgesehen, wieso sollte ich jemanden nach außen decken, der ein Manko hat und mich dadurch verletzt? Jeder lebt sein Leben selber und muss aber auch mit den dadurch entstehenden Konsequenzen zu Rande kommen, oder?

    Die schöne Seite? Ja, die wollte ich sehen, an der habe ich mich hochgezogen und vor lauter "nicht wahr haben wollen" habe ich alle die anderen Punkte ebenso in den Hintergrund gedrängt wie mein Wohlfühlgefühl. Letzteres muss ich erst jetzt versuchen mir zu erarbeiten.

    Ich wünsche Dir viel Kraft

    Dagmar

    Das Problem, von dem Du schreibst, dürften viele von uns haben: nicht realisieren zu können, was tatsächlich abläuft. Ich für meinen Teil wollte nicht wahrhaben dass der Alkohol schon gewisse Persönlichkeitsveränderungen zu Tage gebracht hat, die jenseits aller Moralvorstellungen waren, von denen ich dachte, sie wären in unserer Beziehung heimisch gewesen.

    Es gibt nicht nur diesen einen Weg. Du musst Dir für Dich überlegen, welchen Weg Du gehen willst oder kannst. Ich selber musste mich trennen um körperlich mein Leben zu schützen und seelisch endlich wieder Mensch werden zu können. Aber nicht überall läuft es so wie bei mir bzw. nicht jede Psyche ist so wie die meine.

    Ich konnte nämlich irgendwann nicht mehr überlegen kann ich heute mit ihm reden oder morgen? IRgendwann einmal wollte ich nicht ertragen, dass meine Verfassung vom Alkoholpegel eines anderen abhängig ist. Irgendwann einmal spürte ich mich nicht mehr - meine eigenen Wünsche und Hoffnungen schienen nicht einmal mehr existent zu sein.

    Liebes Doppel, nur du für Dich kannst Dir überlegen was du willst und wie Deine Schritte in diese Richtung gehen werden oder könnten.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt ... so ist das nun mal. Da aber Hoffnung für mich selber zu wenig ist habe ich für mich mal angefangen mein Leben zu leben ohne Hoffnung auf eine Änderung von anderen.

    Für mich war irgendwann einmal nicht mehr interessant wo der Pegel lagert und wie hoch die Konsummenge ist. Denn so lange dieses Rad nicht zum halten gebracht wird (und das geht nur durch den Betroffenen selber) dreht es sich immer schneller und die Mengen werden immer größer (vermute ich mal) - irgendwann einmal brechen die Speichen dieses Wagens bzw. Rades und da möchte ich nicht in der Nähe sein und von den herumfliegenden Teilen verletzt werden.

    Lieben Gruß von Dagmar