Hallo,
so jetzt bin ich wieder da.
Eigentlich war das so, dass ich damals nach der Flasche Wein nicht mehr aufhören konnte.
Und da habe ich nachgedacht-zwar betrunken aber irgendwie klar.
Ich dachte so gehts nicht weiter.
Also vorletzten Dienstag war ich im Krankenhaus.
Eine Nacht bin ich erstmal da geblieben auf der "geschlossenen"-es war kein Bett frei.
Am Mittwoch war ich erstmal wieder draussen.
Huu-dachte ich-kein Problem.
Aber es war ein Problem. Ich habe wieder getrunken.
Und da hat es bei mir richtig Klik gemacht.
Ich habe meine Tasche gepackt und bin wieder zurück ins Krankenhaus gefahren.
Die Ärztin meinte, die hätten keine Betten und sie setzt mich auf die Warteliste.
Ich habe angefangen zu weinen und sagte, dass ich genau weiss, wenn ich jetzt hier rausgehe werde ich wieder saufen.
Ich weinte und wollte nicht weg.
Sie hat rumtelefoniert und meinte, es wäre 1-Bettzimmer auf der geschlossenen frei und da könnte ich erstmal hin, sobald ein Bett auf der Suchtstation frei wird, werde ich verlegt.
Ich sagte dann, es war mir noch nie so ernst und wenn es auch geschlossen ist nehme ich das im Kauf-nur ich will nie wieder trinken.
So landete ich auf der geschlossenen.
Der Entzug war grauenvoll aber ab zweiten Tag begann ich nachzudenken, überlegen.
Mir wurde klar, dass sich mein ganzes Leben um andere drehte und dabei bin ich verloren gegangen.
Also beschloss ich, dass ich mich endlich um mich kümmern werde.
5 Tage war ich da und habe auf freies Bett gewartet.
Es war eine schwere Zeit aber es war mir egal.
Hauptsache-kein Alkohol.
Montag wurde ich verlegt. Alkoholiker, Drogensüchtige-alle auf einer Station. Und das ganze Therapieprogramm.
Ich machte alles mit, hörte auf die Ärzte, schluckte Medis.
Donnerstag wurden die Tabletten wg Krampfanfäle reduziert, ich bekamm Ausgang und nahm nur Vitamintablletten.
Aber ich hatte Geduld und fragte nicht nach.
Gestern EKG, nochmal Blutentnahme und dann der Entschluss der Ärztin-ich soll nach Hause für eine Nacht. Flaschen entfernen und schauen wie ich in meiner Umgebung klarkomme.
Heute kam ich um 7.30 pünktlich zum Frühstück zurück und bei der Oberarztvisite kam der Satz: "So Frau...., Sie können nach Hause gehen".WOW, jetzt bin ich wieder hier.
Aber schon im Krankenhaus habe ich vieles unternommen, um in ein ruhiges Zuhause wieder zu kehren.
Das wichtigste mein Sohn.
Er hat mich wieder angespuckt, war handgreiflich geworden, hat mich beschimpft, beleidigt......
Grauenvoll.
Der Wendepunkt kam dann letzten Montag.
Als ich verlegt wurde tauchte er auf einmal im Krankenhaus.
Vor der halben Station(und zu dem Zeitpunkt kannte mich da kaum jemand) hat er mich so beschimpft, agressiv angeschrien. Er hat Worte benutzt, ein paar Mitpatienten haben gesagt, wenn er mich nur angefasst hätte, hätten die ihm geschlagen.
Alle waren ausser sich und konnten nicht glauben, dass ein Kind so etwas zu eigener Mutter sagen kann.
Da kam so ein Spruch: ej, hätte ich so ein Kind würde ich auch saufen.
Hört sich für euch vielleicht blöd aber ihr habt das nicht erlebt.
Ich habe bis heute noch blaue Flecken an den Armen, in der Wohnung ist eine Zimmertür mit zwei Löcher nicht mehr zu reparieren, meine ganze Bilder von den Wänden sind von ihm ruiniert worden.
Und das beste noch-als ich mit der Tasche in der Tür stand und sagte ich gehe ins Krankenhaus, hat meine EC Karte gestohlen, hielt seine Faust neben meinem Gesicht und ich musste PIN sagen.
Ich habe die Karte 3 Tage später gesperrt aber ich habe Angst ins Onlinebanking zu gehen-erhlich.
Am nächsten Tag wussten schon alle über meinen agressiven Sohn inkl. Personal und Ärzte.
Die Sozialarbeiterin hat beim Jugendamt angerufen, ich bekam gleich am Mittwoch einen Termin.
Und weisst ihr was ich da erfahren habe??? Der Junge hat drei Gerichtstermine wg Körperverletzung, eine sogar schwere Körperverletzung.
Da war endlich klar, die Frau beim Jugendamt hat mir endlich geglaubt. Dazu hatte ich Zeugen auf der Station, die gleich gesagt haben, sie können beim Jugendamt bestätigen, wie er mich verbal angegrifen hat. Ich werde seine Worte nicht einmal zietieren, es wird so oder so hier alles mit Sternchen stehen.
Es wurde mir endlich klar, ich kann nicht weiter so leben.
Ich sagte:ich brauche ein alkoholfreies Zuhause und S...sfreies Zuhause.
Ich sagte dem Oberarzt, dass ich genau weiss, wenn ich nach Hause gehe und er mich weiter so terorrisiert ist ein Rückfall vorprogrammiert.
Lange Rede, kurzer Sinn-er ist weg.
Heute habe ich die Papiere für betreutes Wohnen unterschrieben.
Meine nächsten Schritte:
gestern schon Einzehlngespräch in der Beratungsstelle, nächstes nächsten Montag-da werden wir entscheiden welche Form der Therapie für mich gut wird.
Heute Abend AA Gruppe.
Und ich will so viel wie Möglich mit Leuten zu tun haben, die das selbe Problem haben.
Also auch mit euch.
Mein Sturrheit ist weg-ich höre jetzt zu.
Und eins noch-jetzt habe ich kapituliert.
Alkohol hat gewonnen.
Aber ich werde weiter kämpfen:um mich und um mein Leben ohne Alkohol.
So das war ein schnell Durchlauf von meinen letzten 14 Tagen.
Ich grüße euch alle
live2008