Liebe Minibine!
Danke für die Infos zu Dir, das mit der Formel1 z.B. ist doch wirklich zu schräg: hast Du denn da nicht auch Angst, dass was passiert? Aber da weisst Du schon, dass Du nicht Schuld wärst, wenn was passieren würde, oder? 
Sorry, das ist jetzt ziemlich patzig gewesen und ich weiss genau, dass ich keine blöden Parallelen zwischen Deinem Mann und den Herren Alonso und co. ziehen kann. Aber verantwortlich bist Du schlussendlich wirklich nicht für die Unfälle der anderen. Es sei denn, Du legst ihnen Bananenschalen in den Weg, lässt ihren Reifen die Luft raus - oder füllst sie zwangsweise mit Schnaps ab. Und das tust Du ja nicht, stimmt's?
Ich verstehe sehr gut, dass Du Angst hast, dass etwas passiert und dass Du die hast, obwohl Du genau weisst, dass Du nichts dagegen machen kannst, dass etwas passieren könnte. Und Du fragst, was Du gegen die Angst tun kannst, die Angst, von der Du schreibst:
Zitat
Aber die Angst, dass ihm was schlimmeres passiert, hält mich gefangen!
Was wäre denn, wenn es passieren würde? Wenn er sich "totsäuft" oder einen Unfall hat im Suff? In irgend einem Posting hier im Forum hat einmal jemand (sorry, ich weiss wirklich nicht mehr wer das war, kann also nicht zitieren!) als Tipp gegeben, man solle sich im Fall von Ängsten mit dem "worst-case-scenario" auseinandersetzen. Also sich genau überlagen, was denn wäre, wenn die beängstigende Situation Realität werden würde...
Was wäre dann, Minibine? Wer wäre dann tot? Der wunderbare Mann, der Dir gezeigt hat, was "absolute Geborgenheit und grenzenloses Vertrauen" ist? Wohl nicht, denn der ist ja schon "gestorben". 
Diandra hat es sehr treffend geschrieben:
Zitat
Aber irgendwann musste ich erkennen, dass es genau diesen Mann nicht mehr gibt.
Der Mann, der jetzt noch existiert ist wegen seiner Sucht der, der durch "zu viele Vertrauensbrüche und zu viele Lügen" in Dir das Gefühl der Geborgenheit zerstört hat. Du schreibst es selbst:
Zitat
Dieses Gefühl der Geborgenheit fehlt mir. Und ich zweifle, dass ich es jemals wieder empfinden kann: zu viele Vertrauensbrüche, zu viele Lügen....

Ich will und will und will auch noch nicht loslassen. Es ist so verfl... schwer und tut so weh, aber ich muss mich auch immer wieder zwingen, genau hinzuschauen WEN ich da nicht loslassen will. Und da sehe ich eben auch, dass es der Mann ist, den ich gar nicht mehr hatte, an dem ich so hänge! Und dass der, den ich jetzt loslassen muss eigentlich einer ist, den ich so nie genommen hätte! Du kannst in meinem Thread nachlesen, wie bescheuert ich an etwas festhalte, das absolut nicht mehr festhaltenswert ist. 
Ich hoffe, Du/Ihr versteht mich nicht falsch bei dem, was ich geschrieben habe. Ich will damit nicht sagen, dass es egal ist, wenn sich jemand totsäuft, weil es ja nicht mehr DER ist, der er mal war. Es ist nie egal, wenn jemand sich totsäuft. Aber die Angst um den Partner bezieht sich doch vielleicht wirklich eher auf den "früheren", dem man sich auch wirklich verpflichtet fühlen kann, weil da eine Gegenseitigkeit in der Verpflichtung und Verantwortung da war. Aber dieser Person gegenüber war man ja auch loyal bis zum bitteren Ende! Diese Person "verrät" man nicht, wenn man jetzt den "anderen" loslässt. Im Gegenteil! Vielleicht ist gerade das die einzige Möglichkeit, dass so etwas wie eine "Rückverwandlung" stattfindet wenn wirklich der Tiefpunkt erreicht wird.
- versteht man das, was ich geschrieben habe?
Ich hab mich da hinreissen lassen...
Ich habe auch das Gefühl, dass ich gezwungen werde, jemanden im Stich zu lassen, ihn in sein (und mein!) Unglück rennen lassen zu müssen und das macht mir grosse Mühe. Grosse Mühe, weil ich mir irgendwie auch als "Verräter" vorkomme dabei. Vor allem, weil für mich mein Verprechen "in guten und in schlechten Zeiten" nicht bloss leere Worte waren. Ein guter Freund hat mir gesagt, dass ich das falsch sehe, bzw. dass ich dabei die GEGENSEITIGKEIT vergesse. Das Versprechen bzw. die Verantwortung beruht darauf, dass beide dasselbe geben und nehmen. Wenn ein Partner sich äusserlich und innerlich aus dieser Beziehung und gegenseitigen Verpflichtung "wegstiehlt", muss dies der andere Partner nicht dulden. Und wenn es zudem noch der Gesundung des anderen im Wege steht, dann darf er es auch dem anderen zu Liebe nicht dulden!
Ohje, das ist jetzt lang geworden. Und tönt so besserwisserisch.
Sorry! Ich schreib da Sachen, die ich selber nicht auf die Reihe kriege. Aber vielleicht hilft es ja doch was? Mir zumindest, weil ich's schreiben konnte.
Liebe Minibine, ich hoffe, Ihr habt bei Euch auch so schönes Wetter und Du kannst am Wochenende mit einem guten Buch auf's Rad steigen und ins Grüne fahren oder Essen gehen oder shoppen (und vielleicht fährt ja irgendwo einer Formel1? :)) und es auskosten, dass Du so viele schöne Sachen hast, zu denen Du nur Dich und vielleicht Deine Freunde und Familie brauchst und bei denen Du Deinen Mann weit weit weg lassen kannst! Pass gut auf Dich auf!
Herzliche Grüsse,
c.