Beiträge von Charmenida

    Guten morgen, ihr habt ja Recht. Heute sehe ich das ja auch schon etwas gelassener. Zu dem Zeitpunkt hätte er mir wahrscheinlich alles gesagt, nur damit wir wieder zusammen kommen.
    Wie sagt man so schön .. da frist der Teufel Fliegen! Aber das er damit bei mir in ein Wespennest gestochen hat, war im ganz bestimmt nicht klar. Denn als ich mich dann fragte „bin ich eigentlich wirklich so schlecht, dass mich ein Mann erstmal schön trinken muss? da war bei mir das Maß so voll … ich war wütend und in meinem tiefsten innern habe ich das nicht geglaubt und ich habe angefangen so richtig zu bohren, warum mir das immer passiert. Unbewusst hat er mir neben den Tritt auch noch einen Schubs gegeben.
    Heute bin ich hier und es juckt mich immer weniger .. na ja ab und zu sticht es noch, aber ich versuche eben immer mehr darauf zu achten, das er mir gut tut und nicht, das ich ihm was gutes tuhen kann mit dem Hintergedanken, dass er mich dann lieber hat, egal wie es mir dabei wirklich geht ..

    Ist verdammt schwer, aber ich arbeite daran!

    Guten Abend Uschi,

    als mein Schatz 12 Tage nix getrunken hat, da habe ich noch immer nicht wirklich mit ihm gesprochen … eigentlich war mir alles egal, aber immer wieder kam in mir Trauer und Wut hoch, ich finde Du bist schon viel weiter, als ich es vor 3 Monaten war. Ich lese mir hier die Augen blutig, verschlinge Bücher zum Thema und grübel und grübel und selbst heute ist mir oft noch so, als ob ich manchmal nicht mehr weiß, bin ich jetzt Männlein oder Weiblein und wo oben oder unten ist… immer wieder diese Selbstzweifel. Wenigstens grübele ich nicht mehr darüber nach, ob das nun bei meinem Schatz ne Trinkpause ist oder nicht. Ich denke auch manchmal meine Probleme sind im Vergleich zu denen, die man hier oft liest nur pinats, aber es geht um mich und ich will mich nicht mehr klein machen und schon gar nicht, wenn es dafür gar keinen Grund gibt. Weißt du, im Moment ist es für mich sehr schwierig auch endlich mal zu handeln … handeln für mich, das ist für mich richtig Schwerstarbeit, aber nach Außen merkt und sieht man mir das kaum an. Andere würden vielleicht sagen „mensch, was du nur immer hast!“ wenn sie es wüsten, aber darum geht es nicht. Ich bin richtig geschafft, wenn ich über meinen Schatten springen kann und Grenzen für mich setzte … aber ich bin danach auch super stolz und glücklich, das ist manchmal ein Gefühl, als ob man 1 km durch den Wald gelaufen ist.

    Sei bitte geduldig zu dir … ich weiß, dass ist manchmal super schwer!

    Lieben Gruss
    M.

    Hallo Ette,

    ich hoffe du verzeihst mit, wenn ich in dein kleines schönes Reich der Zufriedenheit so einfach einbreche, aber deine Zeilen haben mich wieder mal zurückerinnern lassen. :)

    Ja warum brauchen wir so die Aufregung? Ich habe mal zu meinen Schatz gesagt „Du hast immer wieder nur Katastrophen für mich bereit, das macht mich so krank, das will ich nicht .. ich will auch mal was schönes von dir!“ und was habe ich gemacht ... ich habe mich mit Begeisterung in seine Katastrophen gestürzt und habe sie zu unseren gemacht.
    Auch ich war mir sicher, dass ich ihn viel mehr lieben würde, als alle anderen vor mir, denn ich tuh ja sooo viel mehr und versuche soo harmonisch zu sein und in zu verstehen.
    Und weißt du was mich ganz schön getroffen hatte! ... als er mir erzählt hatte, der Frau vor mir, hat er sofort erzählt, das er Alkoholiker ist und in dieser Beziehung hat er nicht getrunken und wenn sie nicht gestorben wäre, wäre er auch noch heute mit ihr zusammen.
    Und ich hab dagesessen und es kam mir wie ein Schlag ins Gesicht vor! Ne nicht weil ich auf diese Frau eifersüchtig bin ... jeder hatte ein Leben vorher .. na ja oder vielleicht doch, aber nur in dem Sinne, weil ich mir sagte „Warum konnte er nicht so ehrlich zu mir sein? Zu mir, wo ich ihn doch so liebe, wo ich doch immer für ihn da war, in so gut verstehe?“ Nicht die gerade gewonnen Tatsache, das er Alkoholiker ist, hat mich in diesem Augenblick beunruhigt, das hat mich eher noch angespornt ... nein die Erkenntnis, dass da jemand war, zu dem er ehrlicher war als zu mir, damit bin ich gar nicht klar gekommen und hab mich so schlecht gefühlt ...

    Lieben Gruss
    M.

    Jetzt wo ich das so stehen sehen, was ich geschrieben habe .. ich hab noch mal nachgedacht.
    Ich werde nicht gehen, sondern den Termin für ihn verschieben. Es ist sein Termin und Unfall … nicht meiner. Gut ich hab die Sache angeleiert, was jetzt kommt muss er tun und wenn er dabei hilfe brauch muss er es mir sage, ich wäre die letzte, die ihn nicht unterstützen würde. Hat er aber nicht. er hat gesagt „OK ich schaff das schon!“ und das will ich jetzt einfach mal so annehmen und mir kein schlechtes gewissen weiter machen!

    Guten Morgen,

    ich bin hier gerade voll in meiner persönlichen Zwickmühle. Mein Schatz wird nun morgen ganz plötzlich aus dem Krankenhaus entlassen.
    Eigentlich wollte ich ihn heute besuchen fahren, das mache ich nun nicht mehr, denn wir sehn uns ja morgen. Diese Entscheidung „Das mache ich nicht mehr!“ hat mir eine schlaflose Stunde gekostet und ihm das dann auch mitzuteilen, Herzklopfen …. mensch mensch mensch Majon. Soweit so gut … er versteht das und freut sich auf morgen.
    Nun habe ich aber für heute in seinem Auftrag einen Rechtsanwalttermin wegen seines Unfalls für ihn gemacht, als noch nicht klar war, daß er so schnell entlassen wird. Ich hätte diesen dann in seinem Namen war genommen und hätte dies wirklich gerne gemacht.
    Da aber morgen nun entlassen wird, denke ich, eigentlich könnte er doch am Freitag selber zum Rechtsanwalt … ist doch besser, wenn er selber mit dem Advokaten spricht, denn es ist doch sein Unfall. Auch das habe ich ihm gesagt. Er sagt kein Problem Schatz … ich mach das selber, mal sehn ob ich Auto fahren kann, ansonsten fahre ich mit der Bahn. Und das hat bei mir so eine Welle von Mitleid und Fürsorglichkeit ausgelöst … ich kann ihn doch nicht mit der Bahn fahren lassen, den Autofahren kann er ganz bestimmt nicht, er kann ja noch nicht mal richtig laufen und darf sein Bein noch nicht belasten. Kann ich ihn da jetzt wirklich im Stich lassen?
    Ich bin wieder mal hin und her gerissen …am liebsten würde ich jetzt diesen Termin doch wahrnehmen …

    Lieben Dank Feuervogel … Ich werde mir diesen Satz hinter die Ohren schreiben! :)

    Zum Thema loslassen und festhalten fällt mir gerade ein Erlebnis ein. Ich habe einen kleinen süßen Kater, er heißt Joschi, oder Joschki, oder Joschka … wenn er nicht hört, einfach nur Josch. Eigentlich ist er ja gar nicht mehr sooo klein, er ist ziemlich verfressen und wächst und wächst und wächst. Joschi ist jetzt fast 5 Monate alt und er darf raus, wenn er will. Die ersten Wochen habe ich ihn bei mir in der Wohnung gelassen, er war ja noch ein Baby, dann habe ich aber beschlossen ihn raus zu lassen, denn ein Kater muss toben und die Welt erkunden, aber ich hatte auch immer Angst um ihn, das er wegläuft, das ihm was passiert. Und eines Tages war er wirklich weg. Wir haben ihn gesucht und ich war furchtbar traurig. 10 tage war er verschwunden, dann stand er auf einmal wieder vor meiner Tür … dick und rund mit glänzendem Fell und verschmust wie noch nie.. keine Ahnung wo er sich die zeit über durchgefressen hat.
    Seit dem mache ich mir keine Sorgen mehr, wenn Joschki am stromern ist, ich weiss er kommt wieder und wenn nicht, dann liegt das nicht in meiner Hand…

    Man kann einen Kater nun gewiss nicht mit einem Mann vergleichen, obwohl meiner schon manchmal ein Strolch ist, aber dieses kleine Gefühl des Urvertrauens muss ich mir unbedingt merken.

    Ich wünsch Euch einen schönen Abend

    na das ging ja schnelle :)

    Liebe Ingrid, ich kenne solche Momente, wo man nur noch alles schwarz in schwarz sieht und die Tränen kullern

    Vieles was ich bei dir lese kommt mir bekannt vor. Ich hatte genau wie du, meine Freiheit gegen finanzielle Absicherung und Versorgtsein getauscht, wie oft hat mein ex mich für blöd erklärt, mich vor anderen bloß gestellt. Als ich gegangen bin stand ich auch am Anfang ... davor war ich bei einem Anwalt, weil ich nicht wusste, wie ich mein Leben und das meiner kranken Tochter mit dem Geld, was mir zu Verfügung steht, finanzieren kann. Heute kann ich sagen ... Ich lebe ... egal wie viel Kohle ich habe! Gut, ich bin nicht wie du holterdiepolter ausgezogen, es hat ne weile gedauert bis ich meinen goldenen Käfig verlassen habe. Ich dieser Zeit bis zur endgültigen Trennung habe ich angefangen, mich mit mir selbst zu beschäftigen, habe mich gefragt, wer bin ich? Was will ich? Hab das Glück gejagt! Hab mir kleine Freiräume geschaffen, die mich von meinem Unglück ablenken sollten. Diese Freiräume wurden übrigens, genau wie bei dir, von meinem Ex als purer Egoismus abgestempelt und schlecht gemacht. Habe die Chatwelt für mich als Mittel entdeckt und habe mich in einem Forum angemeldet, hielt mich für schlau, habe kluge Ratschläge verteilt, schlaue Sprüche geklopft und viel geschrieben, aber eigentlich nicht wirklich viel gesagt.
    Bei mir waren es damals die „Behinderten“, die ich bekehren wollte und alleine die Tatsache, dass ich ne behinderte Tochter habe, gab mir das recht dort mitzumischen … so glaubte ich. Ich habe für kurze Momente eben dadurch auch die Bestätigung und Anerkennung gefunden, die ich so sehr vermisst habe. Ich habe mich in der Aufmerksamkeit der anderen gesonnt, aber so richtig warm ist mir doch nie geworden. Den dabei habe ich mich wieder total vergessen und immer wenn ich nicht die Bestätigung bekam, die ich wollte ...bin ich im Dreieck gesprungen, habe mich ab- und wieder angemeldet, von Gelassenheit und Selbstvertrauen keine Spur. Und wenn es keine Bestätigung war, die ich bekommen habe, dann musste es eben Mitleid sein … Mitleid darüber, was mir das Leben so angetan hat. Ein wirklich sch … Gefühl, aber da war ich bei den „Behinderten“ an der richtigen Adresse … bzw. gottseidank eben nicht. Und auch diese Ungeduld kenne ich gut ... ich bin vom Sternzeichen Widder und mein zweiter Vorname ist Ungeduld ;)
    ... ja so war ich!

    Heute bin ich hier und ich hoffe sehr, heute sehe ich das alles etwas gelassen, manchmal juckt es mir zwar immer noch ganz schön zwischen den Hörnern, aber je mehr ich hier schreibe, freue ich mich, das ich hier Schreiben kann und darf und bin über jeden Schubs in die richtige Richtung für meine geistigen Ergüsse und auf den richtigen Weg einfach nur dankbar und froh.

    Dir einen Tipp für Deinen Weg zu geben, dazu fühle ich mich meilenweit von entfernt, aber ich hoffe mein kurzer Besuch bei dir, hat dir ein klitzekleines Lächeln auf dein Gesicht gezaubert!

    Hallo Ihr Beiden ... schön Euch zu lesen!

    Eigentlich sind es ja zwei Stimmen, eine die eben sagt „psst ... sei vorsichtig“ und die andere die dann „Mensch halt doch mal endlich deine Klappe .. das wird schon!“ brüllt. Intuition würde ich das nicht nennen, eher wie ein kleiner Teufel der links auf meiner Schulter hockt und rechts der kleine Engel! Ja, ich bin hin und her gerissen, zwischen meinen Erfahrungen, die ich hatte und meinem Wollen und Trauen und dem Zwiespalt zwischen Nähe zulassen und sich Abgrenzen müssen ... eins zu werden und doch zwei zu bleiben. Ich denke, man ist immer viel verletzbarer, wenn man Nähe zulässt, sein Innerstes nach aussen kerrt und ich habe noch keine wirklich gute Gegenabwehr dafür gefunden ...

    Schön das es Euch gibt!

    Hallo Ingrid, schön Dich wieder hier zu lesen!

    Ich persönlich kann aus dem Brief Deiner Mutter nicht erkennen, das sie Dein Leben leben will, aber ich erkenne ihre Sorge um dich und ihre Liebe zu dir. Sie kenn dich sehr gut, und spricht das aus, was mir durch den Kopf geht, wenn ich dich lese.

    Ich kenne dich nicht, aber du wirkst im Moment auf mich, als ob du dich gerade um dein Leben schreibst und ich glaube zu erahnen was es heisst, wenn kaltblut schreibt „wenn man bei sich bleibt bzw. ist ...!“

    Liebe Grüße
    M.

    Ja ich weiss, über die Zukunft zu grübeln ist mühselig. Aber wenn ich dieses „sich absichern und kontrollieren“ unter Kontrolle hätte, wäre ich wahrscheinlich nicht hier …
    Aber deine Vergleiche finde ich immer wieder sehr packend und anschaulich ... auf jeden Fall, so entnehme ich es deinen Worten, hast du ne gute Verdauung ;)

    Dein Satz „So lange Du bei Dir bist kannst Du in alles greifen“ bringt mich zum nachdenken.
    Find ich nicht logisch … wenn ich neben mir stehe, kann ich wenigsten dem neben mir noch du Schuld in die Schuhe schieben bzw. hoffen alles bleibt an ihm hängen, wenn ich bei mir bin, bekomme ich doch den ganzen Dreck alleine ab?!
    Nein sorry Kaltblut, ich weiß im Moment nicht wirklich was du mir damit sagen möchtest
    :?

    lg Marion

    Volá ... der Himmel ist nicht eingestürzt, die Welt dreht sich noch, das Leben geht weiter! :)

    Aber mir war irgendwie richtig mulmich, jetzt geht es mir besser. Ich habe ihm meine Gefühle zum lesen gegeben, denn alles auszusprechen, dafür fehlen mir dann doch manchmal die Worte.
    Bevor er es gelesen hat, habe ich ihm gesagt „Schatz, du weißt dass ich mir eine glückliche Beziehung wünsche und ich habe schon einigen Mist in meinem Leben durchgestanden, aber es ist der einfachste Weg, immer nur die Schuld für sein Unglück beim bösen Alkoholiker oder so zu suchen, den das lenkt so wunderbar von sich ab. Und deshalb habe ich einfach mal bei mir geschaut, um zu erkennen, warum ich so bin, wie ich bin! Ich erwarte von dir darauf keine Reaktion, aber ich würde mir wünschen, das du mich und meine Gefühle und das was ich mache ernst nimmst!“
    Nachdem er es gelesen hat, sagte er mir, dass ihm vieles, was ich geschrieben habe, schon bekannt war, denn wir haben uns schon oft darüber unterhalten und ich war ein wenig erstaunt, denn mir war bis jetzt nicht wirklich so bewusst, wie ehrlich und offen ich ihm und mir gegenüber in den letzten Monaten eigentlich schon war.
    Wir sind uns beide einig, das eine gute Beziehung nur funktioniert, wenn man ehrlich zu einander ist und jeder sich selbst treu bleiben kann. Jeder von uns hatte eigentlich noch nie eine wirklich schicke Beziehung, aber wir hoffen beide, dass wir auf dem richtigen Weg dahin sind...

    Meine innere Stimme flüstert übrigens fleissig „Große Worte! Und was ist, wenn er deinen bedingungslosen Seelenstiptease irgendwann, wenn er sich vielleicht mal wieder hemmungslos im Alkohol sult, schamlos gegen mich verwendet?“

    Hallo Skybird, und ob ich mich kennen lernen will, aber ich habe auch Angst, dass ich mich gerade in etwas sule, wo ich nicht mehr rauskomme … ich mich immer nur im Kreise drehe.
    Aber nicht mehr nur darüber zu grübeln und nachzudenken, das hier alles so auf zuschreiben und dann so stehn zu sehen, ist für mich schon ein ganz großer Schritt.
    Und was ich ganz wichtig finde, hier kommen auch immer wieder Denk-(Anstöße) in, ich hoffe doch, richtigen Richtung für mich, und dafür bin ich Dankbar!

    Ich werde heute meinen Schatz im Krankenhaus besuchen. Er ist übrigens jetzt 12 Wochen trocken und er ist stolz auf sich und ich bin es auch!
    Ich möchte heute mit ihm über all meine Ängste reden und ich habe Angst da vor, denn ich weiss nicht, ob es richtig ist, der Moment und überhaupt, jetzt wo er mit seiner Trockenheit und seinen Unfallfolgen zu tun hat. Aber ich muss das jetzt für mich tun, sonst platze ich.
    Es beschäftigt mich alles so sehr und er is nun mal ein sehr wichtiger Mensch in meinem Leben und muss das wissen, wie es in mir aus sieht .. denke ich! oder ist das falsch?

    Drückt mir mal bitte alle die Daumen, das er mir nicht ne Vollmeise bescheinigt! :)

    Das bin Ich!

    Meine Mutter war krank, ich hatte immer angst, sie könnte sterben und ich wäre dann alleine. Mein Vater war sehr unnahbar, er war der Herr im hause und alles hat sich nach seiner Stimmung gerichtet. Ich kann mich nicht daran erinnern, das mir mein Vater jemals gesagt hat er hätte mich lieb! Aber ich glaube schon das meine Eltern mich geliebt haben, sie konnten es mir nur nicht so zeigen bzw. mein Vater hat es mir gezeigt, indem er etwas für mich getan hat. Meine Eltern haben mir zu wenig zu getraut. Das haben sie mir immer wieder zu verstehen gegeben und auch gesagt. ich hatte immer das Gefühl, das mein großer Bruder die liebe bekommt, wofür ich erst mal was leisten musste, irgendwiehatte ich das Gefühl ihre liebe zu mir war immer an Bedingungen geknüpft.
    Ständig denke ich, mich kann man gar nicht lieben so wie ich bin, ich muss ja kämpfen drum, so bin ich es doch gewohnt. Nach dem Motto "leiste was aussergewöhnliches, dann wird man dich lieben und nicht verlassen".
    Meine Partner waren bisher alle Problempartner, entweder alkoholabhängig, egoistisch, nazistisch, gewalttätig, wohnten weit weg, konnten sich aus anderen Gründen nicht auf Nähe einlassen.
    Ich war mit ihnen zusammen, weil ich mich so auch nicht auf Nähe einlassen musste … punkt
    Mein Ehemann war ein emotionaler Krüppel, der weder Gefühle zeigen noch darüber sprechen konnte und ich habe es von Anfang an gewusst, den er fiel mir wegen seiner lockeren lustigen aber auch eben oberflächlichen Art und Weise auf, darüber hinaus gab er mir aber ein Gefühl von materielle Sicherheit. Es passte alles, er hat sich nicht wirklich in die Erziehung unserer Kinder eingemischt und lies mich auch mit den ganzen organisatorischen und finanziellen Kram freie Hand. Ich hatte also alles Wichtige unter Kontrolle. Sexuell hatte ich kein wirkliches Interesse an ihm und ich war mir sicher, er würde mich nie verlassen, sondern lieber alles weiter ertragen, denn das würde nicht in sein kleinbürgerliches Weltbild passen, solange ich nur alles schön in den eigenen vier Wänden belasse und auch alles ertrage und schon gar nicht laut sage „Ich bin unglücklich!“ Letztendlich hatte ich auch da die Bestätigung bekommen, dass ich nur was wert bin, wenn ich „richtig“ funktioniere, ansonsten war ich das Miststück:
    Unbewusst habe ich auf gewisse Art und Weise die Ehe meiner Eltern nachgespielt, aber ich wurde immer unzufriedener. Ich war auf der Suche...aber wonach? Glück? Wie sollte ich es wissen, wenn ich es selber nicht kannte? Die Leere in mir wurde immer größer. Ich erwarte immer das Schlimmste und kann mir schwer vorstellen, dass das Leben auch für mich einmal etwas Frohes, Leichtes und Beglückendes bringen könnte. Und wenn es doch einmal geschieht, bekomme ich Schuldgefühle und frage mich, womit hab ich das verdient, statt Stolz auf mich und mein Erreichtes zu sein.
    Ich bin stark im Ertragen und Verzichten und ich bin eine Frau die sich oft bei einem Partner fragt „Wenn ich für dich leide, wirst du mich dann Lieben?“ ich bin eine Frau die das gefühl hat mehr Liebe zu geben, als zu bekommen, Ich bin eine Frau die schwer um Hilfe bitten kann, sondern denkt, ich schaff das schon alleine und die hinter jeder Hilfe eine Bedingung wittert und sich schuldig fühlt und ich bin eine Frau, die Sex als Mittel einsetzt um den Partner zu manipulieren und zu ändern und ich muss immer irgendwie die Kontrolle haben sonst fühle ich mich unwohl!

    Ja, Das bin ich!

    Ich wirke nach außen immer so stark, aber ich habe es satt immer stark zu sein, ich möchte Geborgenheit und Anlehnung, einfach mal ich sein und das Gefühl, als Mensch geliebt zu werden und nicht für meine Taten, aber ich habe Angst dies zuzulassen, aus Angst vor Zurückweisung. Ich weiss, das mein Selbstwertgefühl davon abhängig ist, was ich von mir denke und wie ich mich selbst möge, aber selbst wenn ich das hier schreibe, flüstert eine innere Stimme „Psst Majon … nun komm mal wieder runter, so schlimm ist es doch alles gar nicht, nun reis dich doch mal zusammen und mach nicht aus einer Mücke einen Elefanten! Du grübelst einfach zu viel“
    Und ich weiss nicht, wem ich trauen soll … mir oder dieser Stimme …

    Guten Morgen Karl,

    dank für die Kraft. Als ich das gelesen habe, ist mir sofort im Kopf rum gesprungen „meine güte .. mit mir muss es ja wirklich schlimm stehen, wenn ich viel Kraft brauche“
    Meine Tochter würde sich übrigens nicht als „Krank“ bezeichnen. Sie sagt dann immer „Ich hab doch keine Grippe oder so, sondern bin behindert und versuche mein Leben zu leben.“ Und ich versuche ihr immer wieder nahe zu bringen, daß man nicht behindert ist, sondern behindert wird .. durch die vielen Schwellen und Steine auf der Straße und ganz besonders in den Köpfen vieler Menschen, die davon überzeugt sind, daß Gesundheit ein Verdienst ist und unsensibel und egoistisch nicht im Traum daran denken könnten, dass Gesundheit eigentlich ein Geschenk ist, das jedem jederzeit genommen werden kann.
    Ich habe mich übrigens in meinem letzten Beitrag verschrieben. Es muss heißen, „meine Tochter ist NICHT mein Thema jetzt“ Ich verstehe ja, es gibt Menschen die würden ihre Angehörigen pflegen und betreuen, ich würde es nicht tun, selbst wenn ich dazu körperlich und geistig dazu in der Lage bin. Wenn jemand akut erkrankt ist … ok keine Frage, da würde mein Helfer – Mutter – Tochterherz überschäumen und ich würde Tag und Nacht mein möglichstes machen, aber darüber hinaus, würde ich immer wieder die Betreuung und Pflege an professionelle Dienste abgeben, denn ich weiß das würde meine Kräfte auf Dauer überschreiten und ich bin mir wichtig genug, dass ich mein selbst bestimmtes leben dafür nicht aufgeben würde…. denn darauf würde es immer hinauslaufen.

    Du hast Recht, in mir arbeitet es ganz schön und ich weiß aber noch nicht, wo mich die ganze rumpopelei in meiner Vergangenheit hin führt. Aber vielleicht bekomme ich so eine Ahnung davon, dass ich mächtig an Verlustängsten knappere, schon immer gehabt habe und das obwohl mir meine Freiheit eigentlich total wichtig ist im Moment. Ich denke immer, man kann gar nicht schlimm genug denken, es kommt immer noch schlimmer und das Leben hat mir mit diesen kaputten Gedanken bisher eigentlich immer Recht gegeben.
    Wie gehe ich mit Verlustängsten um, ohne meine altbewärte Schemen „nähe erst gar nicht zulassen“, „alles unter Kontrolle haben müssen“? Den das hat mich ja, wie ich schmerzlich feststellen muss, nicht vor Enttäuschung und Schmerz gerettet…

    Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag und
    Einen lieben Gruss an all die andere fleissigen Leser hier :)

    Guten Abend Karl und ein liebes Hallo an Alle,

    einen Menschen zu pflegen und ihm ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen hat in meinen Augen sehr wohl ein Stück weit mit „sichaufopfern“ zu tun … ich spreche da aus Erfahrung. Den hier trifft ein selbstbestimmtes Leben auf ein anderes, das genauso ein Recht darauf hat selbstbestimmt zu sein. Und krank kann man da sehr wohl werden … körperlich und auch spychisch. Hier den richtigen Weg zu finden, finde ich sehr schwierig .. ganz besonders, wenn es sich dann auch noch um das (abhängigkeits)-Verhältnis mutter (vater) – Kind oder umgekehrt handelt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich meine Tochter heute .. jetzt ...nicht zu Hause alleine pflegen würde. Hört sich vielleicht auf den ersten Blick hart an, aber es ist mir, und auch meiner Tochter, wirklich lieber, wenn diese Pflege und Assistent zum Leben von anderen Menschen durchgeführt wird und ich mich dann wirklich auf das konzentrieren kann, wobei sie meine Hilfe mit ihren jetzt 27 Jahren braucht und auch will. Sie hat mehr von einer Mutter, die ausgeglichen und fröhlich ist, aber das bin ich nun mal zur Zeit nicht immer und das spürt gerade sie immer wieder ganz besonders.und sagt es mir auch und macht sich Gedanken.
    Weißt du, meine Tochter ist gesund geboren worden…. Ein knuddliger Wonneproppen! Erst als sie zur Schule gekommen ist, hat sich langsam ihre immer weiter fortschreitende Erkrankung gezeigt. Erst kam dann der Rollstuhl mit 10, ich habe versucht für sie das Beste daraus zu machen und sie zu motivieren. Als sie dann mit 16 auf einmal innerhalb von 2 Monaten fast blind wurde bin ich fast zusammen gebrochen … nicht mehr laufen und blind .. das war für mich nicht mehr wirklich vorstellbar von lebenswert. Ich musste was tun … das kann nicht sein .. kein Arzt hat mir wirklich damals gesagt, was es um die Erkrankung meiner Tochter auf sich hat … und ich habe angefangen medizinische Fachbücher zu lesen. Die Krankheit ist selten, als hat mich das nicht wirklich befriedigt. Die Wende kam und somit auch das www und ich habe gesurft … immer wieder nach Therapien .. auf Heilung, Stillstand .. egal was. Ich bin dann auch fündig geworden … heute nimmt meine Tochter ein Medikament, was in Deutschland nicht zugelassen ist. Ein jahrelanger Kampf mit der Krankenkasse wegen der Kostenübernahme weil es sehr teuer ist, bis vor das BSG mit Grundsatzurteil …den wir verloren haben, den es ging dabei für die KK eigentlich nur ums Geld, nicht um Menschenrecht, Menschenwürde und Menschlichkeit … aber das ist ein anderes Thema!
    Ok .. sie brauch es, sie bekommt es, es hilft ihr! Aber ich bin darüber auch krank geworden .. vor Sorge um mein Kind.
    Irgendwann .. in meiner Suche und meiner Sorge um mein Kind und auch um mich, bin ich dann auf den hier allen bekannten „Gelassenheitsspruch“ gestossen und habe versucht ihn umzusetzen .. einfach zu akzeptieren und in dieser Akzeptanz des Unveränderlichen, die Dinge anpacken, die greifbar sind oder akzeptieren, dass es so ist wie es ist und nicht weiter darüber grübeln!
    Für meine Tochter und mich, hat uns das beide sehr weiter geholfen, aber sie ist ja eigentlich mein Thema, sonst wär ich nicht hier …

    Lieben Gruss
    M.

    Danke Karl!

    Wenn ich tot wäre, wären mindestens meine Kinder und mein Freund tieftraurig, aber ich weiss, dass Leben würde weiter gehen! Aber ich bin nun mal nicht tot und ich habe vor noch mindestens 30 Jahre glücklich zu leben  Manchmal frage ich mich gerade jetzt, wer würde mich denn finden und pflegen, wenn mir mal was passiert?! Da hab ich nicht wirklich eine Antwort drauf.
    Ich bin mir ziemlich sicher, ich würde mir ganz bestimmt nicht für einen anderen Menschen den Arm abschneiden … und ich denke, das ist von dir auch nur sehr treffend sinnbildlich gemeint. Es gab auch bei mir eine Zeit, da habe ich den Menschen die ich Liebe wirklichen jeden Wunsch, den sie hatten oder auch nicht hatten, von den Augen abgelesen und war dann super enttäuscht, wenn die Dankbarkeit nicht so ausgefallen ist, wie ich es erhofft hatte.
    Heute bei meinem Schatz im Krankenhaus ist mir so richtig aufgefallen, wie schwer es mir doch fällt nichtzuhelfen ohne gebeten zu werden. Durch meine schwerstkörperbehinderte Tochter die rumdumdieuhr hilfe und pflege brauch, bin ich es einfach gewohnt.
    Er hat immer noch Schmerzen und es geht nicht so richtig vorwärts mit dem heilen und laufen und sitzen, vielleicht muss er auch noch mal operiert werden und heute war er sehr gruselig drauf und hatte Heimweh. Ich würde im so gerne helfen, aber ich weiss, eigentlich kann ich es nicht wirklich .. sondern nur ein wenig unterstützen und ich habe mich diesmal auch ganz bewusst zurückgenommen und nur zugepackt, wenn er es wirklich wollte. Einiges würde ich anders als er angehen, aber ich habe mir immer wieder gesagt „Er ist erwachsen! Er muss wissen, was er tut. Es ist sein Leben und wenn er eben erst nach dem Krankenhaus mit einem Anwalt sprechen will .. gut! Er kann alleine telefonieren und für sich sprechen, den „nur“ sein Bein und seine Hüfte ist kaputt und nicht sein Mund oder seine Hände. Ich helfe ihm sehr gerne, wenn er es möchte, aber ich bin nicht für ihn verantwortlich“

    Verdammt schwer manchmal … aber ich arbeite daran .. versprochen!

    Heute hatte ich übrigens ein interessantes Gespräch mit einer Freundin. Sie hat mich gefragt, ob ich meinen Schatz nach dem Krankenhaus dann bei mir wohnen lasse, denn bei mir ist irgendwie alles rollifreundlich schon alleine wegen meiner Tochter. Die Wohnung meines Schatz liegt im 5 Stock und es gibt kein Fahrstuhl. Ich habe ihr gesagt, da habe ich ehrlich überhaupt noch nicht drüber nachgedacht, denn er hat mich ja deswegen noch nicht mal gefragt, aber wenn ich so überlege … nein ich denke das würde ich nicht wollen!
    Sie fände es eigentlich nur natürlich wenn ich es machen würde, denn sie würde es für ihren Schatz den sie gerade mal 6 Wochen kenne sofort machen so verliebt wie sie ist. Wer issen hier jetzt falsch gepoolt?


    Ich wünsche allen eine schöne Nacht
    M.

    Kann ich mit mir alleine sein? Ich dachte, ich könnte es, den ich geniesse eigentliche jede Minute, die ich alleine bin. Ich muss also mehr nein sagen?! Ich habs ja irgendwie schon geahnt, aber nicht geglaubt. Mir fällt gerade ein ... ich habe mal NEIN gesagt ... damals .. hatte ich mal kurze Zeit einen Freund. ich wollte mal keinen S... sondern einfach nur meine Ruhe und schlafen. Er hat mich die ganze Nacht beschimpft, was ich für ein egoistischer Mensch ich bin, war Eifersüchtig und irgendwann ist das so schlimm geworden, das er mich zusammengeprügelt hat. Ich war wochenlang krankgeschrieben und wollte ihn bei der Polizei anzeigen für das, was er mir angetan hat. Meine Mutter hat mich die Zeit über gepflegt, das mit der Anzeige aber auch erfolgreich ausgeredet! Sie meinte, wenn das vor Gericht kommt, wird das meistens immer so hingestellt, dass die Frau Mitschuld hat, weil sie den Mann provoziert hat. Ich hätte mir damals so gewünscht, dass sie zu mir hält und mit mir gekämpft hätte, den ich war mit sicher ... Schuld hatte ich nicht, aber ich wollte eben auch nicht, das irgendwer es so hinstellen könnte, also habe ich es einfach vergessen!

    Ok ich lass jetzt einfach mal Vergangenheit vergangen sein und versuche mich auf mein hier und jetzt zu konzentrieren. Ich möchte so gerne mein Leben geniessen, ich will nicht everybody´s Depp sein, aber ich befürchte irgendwie ist mir meine Gelassenheit abhanden gekommen ... vielleicht hatte ich die ja nie.
    Ich möchte jetzt auf die Erfahrung derer vertrauen, die schon viel weiter sind als ich! Ette, Karl und all ihr anderen, die sich nicht mehr nur im Kreise drehen, sondern schon Nägel mit Köppen gemacht haben ...Was kann ich den machen? Wie hättet ihr den Tage angegangen wenn Ihr an meiner Stelle sein würdet? Was wäre dann anders gelaufen? Wo hätte ich NEIN sagen können ohne jemanden im Stich zu lassen, ohne mich im Stich zu lassen? Theodor Fontane hat mal ein Gedicht geschrieben .. edit elocin:bitte keine Zitate,danke Klingt alles so einfach und schön. Aber wie kann ich vor mir selbst bestehen, wenn ich meine Mama, meine Kinder, meinen kranken Freund, meinen süßen Kater einfach zur Seite lege und mich erst mal auf mich selbst besinne und mir selbst am wichtigsten bin?