Beiträge von Charmenida

    Hallo und guten Abend!

    Lieben Dank Erdling für Deine Antwort! Meine Gedanken schlagen irgendwie im Moment Purzelbaum, eigentlich weiss ich gar nicht so richtig, was ich denken soll. Ich lese mir hier im Forum die Augen blutig und statt gelassener, werde ich immer unsicherer.
    Die letzten Tage mit meinem Schatz waren eigentlich sehr schön und entspannt. Wir haben auch, wie schon so oft, über unser bisheriges Leben gesprochen und so wieder ein Stück weit mehr über den anderen erfahren. Jetzt weiss ich auch, dass er nach seinem ersten Entzug, der auf der Intensivstation im Krankenhaus begann und er mehr tod als lebendig war, 4 Jahre trocken war, und das ohne Selbsthilfegruppe und abgebrochene stationäre Therapie.
    Ich habe gefragt „Warum hast du wieder angefangen?“ seine Antwort „Es ging mir echt gut und ich dachte, ich komme damit klar!“
    Eigentlich müsste ich mich doch freuen, mein Freund trinkt seit Montag nicht mehr, nächsten Mittwoch hat er ein Termin bei der Suchtberatung, aber eine innere Stimme lässt mich ständig immer wieder in „Habachstellung“ gehen. Wenn er Abends kommt, ist die Versuchung einfach zu groß an ihm rumzuschnuppern …puuh … „xxx“ ..! ich liebe diesen Duft, aber ich finde es schrecklich, dass ich eigentlich einen andere erwartet habe und das habe ich ihm auch gesagt Er möchte mit mir zusammen sein, ich möchte auch mit ihm zusammen sein, aber irgendwie sagt mir die Stimme „Will er jetzt nur mit dir zusammen sein, damit er nicht trinken muss? Bin ich jetzt so was wie ein Notfallkoffer, oder schlimmer, ein Notnagel?“
    Heute am Sonntag habe ich einiges erledigen müssen und wir haben vereinbart, dass wir uns erst am Abend sehen und nicht den ganzen Tag miteinander verbringen. Am Abend kam eine kurze sms „tut mir leid, ich habe noch zu tun …. ! kuss“ und bei mir haben auf einmal alle Alarmglocken geläutet und so dann auch reagiert. Er stand dann vor meiner Tür … nüchtern und hat sich über meine Reaktion aufgeregt und ob ich schluss machen will. Ich habe ihm gesagt „ Merkst du nicht, wie krank das alles ist?! So will ich keine Beziehung! Ich habe kein Vertrauen und ich habe Angst vor einer gemeinsamen Zukunft und diese Angst und Unsicherheit kannst du mir nicht nehmen, das kann ich nur alleine und ich möchte im Moment überhaupt nicht darüber reden und deswegen ist es besser, wenn du heute nach Hause gehst!“ Er ist gegangen …
    Vorhin kam eine Nachricht von ihm „Ich hätte heue nicht anders reagiert wenn du in meiner Situation wärst!“

    Liebe Grüsse an Alle!

    edit summerdream: bitte keine markennamen - thx

    Lieben Dank für Eure Antwort! :)

    Ich könnte die Alkoholkrankheit meines Partners akzeptieren! Das er säuft ... könnte ich nie ertragen!
    Ob ich mich als co-abhängig sehe? Gute Frage!
    Wenn ich so zurückblicke, ich war eigentlich schon immer für andere da, habe mich für sie verantwortlich gefühlt und habe dies gerne gemacht Ich habe zwei Kinder. Meine große Tochter ist schwerstkörperbehindert und ich habe sie viele Jahre zu Hause gepflegt und ihr geholfen, alles organisiert und gemanagt, aber ohne meine eigene volle Berufstätigkeit dabei zu vernachlässigen. Meine Arbeit hat und macht mir immer wieder Freude. Vor 5 Jahren habe ich mir gesagt, ich kann nicht immer für mein Kind da sein, sie muss versuchen auch alleine durchs leben zu kommen .. egal wie viel schwerer sie es dabei hat. Glaubt mir, es ist mir super schwergefallen, meine süsse loszulassen, Heute ist sie 27 Jahre alt und ich bin mächtig stolz auf sie! Sie weiss, sie kann immer zu mir kommen, wenn sie Hilfe brauch, aber sie meistert ihr leben so gut es geht alleine. Nachdem meine Tochter nicht mehr ständig da war, habe ich nach fast 20 Jahren ehe so richtig mitbekommen, wie unglücklich ich doch eigentlich in dieser Beziehung bin. Nein, mein ex-Mann war kein Alkoholiker, unser auseinanderleben hatte andere Gründe. es hat aber eben noch mal ein Jahr gedauert, bis ich dann endlich die gutbürgerliche Scheinwelt mit Haus, Auto, Motorrad, 4 Fernseher und einen Kater verlassen habe. Jetzt habe ich mein Einkommen, nicht viel, aber es reicht mir, in meiner kleinen kuschligen Wohnung fühle ich mich sauwohl .. ich war angekommen. Ich habe es so genossen, endlich Zeit für mich zu haben. Könnt ihr euch vorstellen, wie wunderbar das Gefühl war, als ich das erste mal ein Buch lesen konnte, ohne gestört zu werden?! Am liebsten entspanne ich immer noch in meiner Badewanne... Kerzenschein, ein glas wein, Musik und einfach an nix denken! Ich pflege meine Freundschaften zu meinen Freundinnen, gehe ins Fitnessstudio, bastle an meiner Homepage rum fahre gerne Fahrrad .. gestern habe ich mir übrigens ein neues gekauft, mein altes wurde geklaut, aber das war eigentlich gar nicht so schlimm, denn das hatte keine Rücktrittsbremse :)

    Mein freund ist der erste Mann, den ich nach meiner Trennung wieder in mein leben gelassen habe und jetzt das. Gut im Moment steht er dazu, er will nicht mehr trinken, er sagt aber, dass er nicht weiss bzw. sich vorstellen kann, sein ganzes Leben keinen Alkohol mehr zu trinken. Das ganze Ausmaß habe ich noch nicht wirklich mitbekommen, denn wir leben nicht zusammen und haben uns auch nicht täglich gesehen, denn meine Freiheiten sind mir schon sehr wichtig. Wenn wir zusammen waren, hat mich sein Alkoholkonsum eigentlich nicht wirklich gestört, denn er hat nie „gesoffen“. Wir haben zusammen gekocht und gegessen, er hat meistens den wein mitgebracht und wir haben oft lange in der Küche gesessen und über Gott und die Welt gequatscht. Was mich aber gestört hat bzw. stört, sind seine Launen und das er regelmässig streit provoziert und sich dann einfach aus unserem leben ein paar Tage ausgeklingt hat, ich mich dann überhaupt nicht auf ihn verlassen konnte und ich eigentlich gar nicht wusste warum. Er sagt, dass ich wahrscheinlich recht damit habe, er kann einfach nicht alleine sein und kommt mit Zurückweisung nicht klar und gibt mir dann unbewusst die Schuld das er trinken muss bzw. kann und dann hat er gesoffen, heimlich und sich selber bemitleidet.
    Vor 2 Monaten, als ich seine Launen nicht mehr mitmachen wollte, hat er mir sein Alkoholproblem gestanden und ich habe mich noch mal auf ihn eingelassen, denn ich habe mir gedacht „ok, wenn das so ist, kenne ich dich eigentlich nicht wirklich, zeig mir, dass es auch anders geht, ohne den Alkohol!“ Er hat 6 Wochen nichts getrunken, was ich ihm auch glaube! dann hat er mir 2 Wochen was vorgemacht und heimlich versucht kontrolliert zu trinken und ich habe es schon geahnt und jetzt am Sonntag hat er es mir unter Tränen gesagt.
    Ich kenne jetzt ein wenig seine Suchtvergangenheit und jede andere Frau würde ihm wahrscheinlich nicht nur die Pistole auf die Brust setzen sondern einfach sofort abschießen.
    Was mache ich?! Ich versuche ihn zu verstehen, fühle mich schon wieder irgendwie verantwortlich und geben ihm den Raum, dass er nicht trinken muss indem ich für ihn da bin, jedenfalls hoffe ich das.

    Ist das nun co-Abhängigkeit oder bin ich einfach nur blöd?

    Ein liebes Hallo an alle, die meinen Beitrag hier lesen!

    Diese Briefform habe ich gewählt, weil es mir so leichter viel, meine Gedanken und Fragen, die mir gerade so im Moment durch den Kopf schwirren, zu formulieren. Dieser Brief ist also nicht in erster Linien für meinen Schatz gewesen, sondern für mich und damit ich etwas klarer sehe, was mir aber irgendwie immer noch nicht gelingt.
    Ich lese seit ein paar Wochen oft hier im Forum und vieles hat mich Nachdenklich gemacht. Ein Satz ist mir besonders im Gedächnis geblieben „Wer will, sucht einen Weg! Wer nicht will, sucht Gründe!“
    Ich würde mich freuen, wenn Ihr für mich auch ein paar Anregungen, Gedanken, Fragen, konstruktive Kritik, liebe und ernste Worte habt.

    Liebe Grüsse und einen schönen Tag!

    Es ist nicht so sehr die Frage, ob ich dich als Freund und Partner will, denn für dich habe ich mich vor über einem Jahr entschieden. Ich liebe dich, ich will glücklich sein mit dir .. das will ich! Aber ich bin mit der jetzigen Situation auch total überfordert, ich habe Angst und ich weiß nicht was ich machen und denken soll. Ich habe gelesen, ein Alkoholiker ist ein Mensch, der Probleme mit Alkohol hat und sein Leben, ob mit oder ohne Alkohol nicht mehr geregelt bekommt!
    Was bedeutet für dich denn der Satz „Ich bin Alkoholiker? Bist du arbeitslos, weil du trinkst? Oder trinkst du, weil du arbeitslos bist? Beides ist scheiße! Ich will nicht, wenn du zu mir kommst, kontrollieren .. hat er ne Fahne? Hat er keine? ... ich möchte mich auf dich verlassen können ... ich möchte einen Mann, mit dem ich Spaß haben und lachen kann und keine Angst vor der Zukunft haben muss ... so ungewiss sie auch ist! Ich möchten keinen Mann, der Streit provoziert, mir versucht ein schlechtes Gewissen einzureden, nur damit er einen Grund zum saufen hat. Ich möchte einen Mann, der mich respektvoll behandelt und mir gegenüber ohne misstrauen ist.
    Erst seit 2 Monaten kenne ich Dein Problem, vorher habe ich es vielleicht erahnt bzw. wollte es nicht war haben. Ich weiss nicht was es bedeutet, wenn du sagst „Ich bin Alkoholiker! ... Hilf mir bitte!“ du hast bisher dein Alkoholismus meistens ohne mich ausgelebt. Ich habe nur gespürt, dass du manchmal anders bist und war wütend und verletzt, jetzt macht es mich traurig, weil ich ja jetzt weiss ... warum das alles so gelaufen ist. Ich möchte keinen Mann, der immer wieder versucht, mich für sein Leben verantwortlich zu machen und ich möchte keine Schuldgefühle mehr! Du sagst, du liebst mich mehr, als dich selber! Ich würde mich mehr darüber freuen, wenn du dich selbst mal lieben lernst, denn nur wer sich selber liebt, kann auch andere Menschen lieben. Nur wer alleine mit seinem leben klar kommt, schafft es auch in einer gelingenden Zweisamkeit zu leben. Vor 2 Monaten hast du mir auf Knien versprochen .. du willst nicht mehr trinken, du willst mir zeigen, dass es auch anders geht. Seit ein paar Tagen trinkst du wieder, kannst nicht arbeiten, es geht dir schlecht, du isst nichts. Montag dein Hilferuf ... bring mich bitte ins Krankenhaus, aber du wolltest dann doch nicht! Gestern dein Versuch es alleine zu schaffen ... mit dem Entzug und mit dem „Nichtmehrtrinkenwollen“!
    Ok Du trinkst seit Sonntag abend nicht mehr und du bist dann auch alleine ins Krankenhaus zur Entgiftungsstation gefahren .. man hat dich abgewiesen, weil du noch nicht besoffen genug bzw. deine Entzugserscheinungen noch nicht so schlimm waren. Sie haben gesagt, du sollst wieder kommen und eine Kostenübernahme von der Krankenkasse mitbringen. Ok du hast dir gestern einen Termin in einer Suchtberatungsstelle geholt, wieder mal .. wie du sagst. Ich sage .. das ist ein Anfang! Du sagst, vielleicht kannst du ja wirklich nicht alleine sein und kommst mit Ablehnung nicht klar und das ist der Grund, weshalb du trinkst, wenn du trinkst. Und du sagst auch, ich habe Recht … unbewusst machst Du mich dafür verantwortlich.
    Ich war auch bei der Suchtberatungsstelle. Nächste Wochen gehe ich wieder hin ... diesmal aber nicht wegen Dir, sondern wegen mir!
    Ich wünsche mir so sehr das du mein Partner und Freund bist, aber im Moment und wenn du nicht endlich mal wirklich den Arsch hoch bekommst und wirklich was machst, sehe ich da leider keine Zukunft für uns!

    Ich bin traurig, weil ich nicht weiss, ob es eine Zukunft für uns gibt! Wie kann ich Dir helfen, ohne mich selbst aufzugeben? Ich bin so verunsichert. Ich kann das auch gar nicht so in Worte fassen .. eigentlich fängt es bei der Frage an „Möchte ich mit dir zusammen bleiben?“ und „Wie kann ich Grenzen setzen, wenn ich mich für ein Leben mit dir entscheide? über „Was heisst eigentlich Hilfe durch Nicht-Hilfe für mich persönlich?“ bis zu „Darf ich jetzt überhaupt noch das Wort „Alkohol“ in den Mund nehmen wenn wir zusammen sind?“
    Ich würde dich jetzt so gerne in meine Arme nehmen und dich einfach festhalten, aber das schlimme ist, ich weiss nicht ob das richtig ist, wenn ich dich doch vielleicht los lassen muss…