Beiträge von Cari21

    Lieber Hans!

    Was mir bei deinem Schreiben aufgefallen ist - und das wollte ich dir unbedingt sagen, oder dich vielmehr fragen:
    Deine Mutter sagte immer wieder zu dir, sie wünschte, du wärst nie geboren worden...
    Als du ihr dann eine harte Antwort gabst, hat sie geweint und sich entschuldigt.

    Ich weiss nicht ob es dir hilft, aber wieso schaust du die Aussage deiner Mutter nicht mal von einer anderen Seite an. Ihre Reaktion ist untypisch für die Seite, die du siehst. Sie hat mit Tränen und einer Entschuldigung reagiert; das mag für dich sicher wenig tröstlich gewesen sein, aber das sind Gefühle. Die kommen nicht einfach so.

    Für mich klingt die Aussage deiner Mutter eher wie Verzweiflung; nämlich, dass sie sich in dem Sinne dies wünschte, weil du dann nicht diese schreckliche Dinge hättest erleben müssen, die sie dir nicht ersparen konnte, weil die Sucht einfach grösser war. Alkholsucht heisst ja nicht, dass Eltern nicht lieben...

    Das nur so als Gedanke...

    Liebe Grüsse
    Cari

    Hallo Perlchen

    Auch ich habe eine alkoholkranken Vater und auch ich kenne dieses typische "Helfersyndrom". Entschuldige wenn ich das so nenne, aber wenn ich deinen Text so lese nimmt mir das fast die Luft weg und ich wundere mich nicht, dass du mit deinen Kräften am Ende bist.
    Klar kannst du deinen Vater zum Arzt begleiten, klar kannst du für andere da sein, aber dein Vater muss letztendlich selber vom Alk wegkommen und eine Krankheit lässt sich auch nicht wegzaubern.

    Du sagst, du tust es aus Liebe; das verstehe ich gut. Aber bekommst du auch soviel zurück wie du gibst? Gibst du nicht ein wenig zuviel? Wo bleibst du am Ende? Und vor allem: Woher willst du die Kraft zum Helfen nehmen, wenn es dir selbst nicht gut geht? Die Devise lautet: erst auf sich schauen und dann auf die anderen.

    Ein typischer Irrglaube von uns Kindern, dass wir nicht mehr geliebt werden, wenn wir nicht helfen oder dann wertlos sind. Mach dich selbst wieder wertvoll und denk an dich!
    Du musst am Ende sehen, wo du bleibst. Da wird auch niemand kommen und dir ständig die Hände halten. Unterstützung ist gut, aber nicht die Hilfe über eigene Grenzen hinaus. Ich kam an meine Grenzen..Und soweit muss es ja nicht kommen, oder?

    Alles Gute
    Cari

    Jetzt habe ich grade noch gelesen, dass dein Kind ADHS hat. Auch sicher nicht einfach für dich. Ich arbeite jeden Tag mit solchen Kindern.

    Ich denke, umso wichtiger ist es doch, dass du dich endlich um dich kümmerst und dich selber wieder lieben lernst.
    Dein Kind leidet sicher mit dir, wenn es dir nicht so gut geht. Das soll jetzt kein Vorwurf sein, denn ich verstehe deine Gefühle. Es soll mehr zeigen, dass du etwas für dich tun kannst, um euer beider Willen.

    Sorry für die vielen Zeilen, aber mich haben deine Worte sehr berührt, weil ich all das, was du geschrieben hast, so gut kenne.
    Deshalb möchte ich gerne etwas von mir weiter geben, sofern es andere annehmen möchten.

    Also, nochmals alles Gute

    Und übrigens: Was bringt es dir deinen Freund genau nach den Gründen zu fragen, wieso sie dich nicht mögen?
    Die Gründe würden dich nur wieder runter ziehen, denn es sind nicht deine, sondern ihre Ansichten, was dich betrifft. Weil sie dich nur von der Oberfläche an betrachten.
    Oder haben sie etwa Gründe, dich nicht zu mögen? Bist du etwa eine so unfreundliche, böse Person?
    Ich glaube wohl kaum ;)

    Liebe Daria

    Deine schlechten Erfahrungen mit Menschen machen es natürlich nicht einfacher, auf die Leute zu zugehen. Das verstehe ich.

    Aber eines muss man sich immer sagen: Egal was andere auch sagen, wichtig ist, was du von dir hälst. Momentan scheint das nicht das positivste Bild zu sein, wie ich herauslesen konnte und genau das halten einem die Menschen wie einen Spiegel davor. Die meisten Menschen haben Angst eigene Schwächen zu zeigen, also müssen sie andere an ihrem wunden Punkt angreifen, um von sich abzulenken. Schwäche ist natürlich auch nicht einfach. Aber wie sollen andere diese anerkennen, wenn man sich selbst diese nicht anerkennt. Wichtig ist also jetzt, dass du dich selber lieben lernst? Gibt es denn keine anderen Therapeuten in deiner Nähe, zu denen du gehen könntest. Klar hast du jetzt sicher deine Bedenken, aber eine gute Einzeltherapie ist so wertvoll, weil es dort nur um dich persönlich geht. Das ist das beste Geschenk, was man sich in der Phase machen kann. So ging es mir zumindest.
    Und: Kein Mensch ist hässlich! Oder meinst du dein Freund leidet an Geschmacksverirrung? Also bitte!
    Kennt dein Freund deine Sorgen und Nöte? Ich denke es ist wichtig, dass du versuchst mit ihm zu reden, was dich bewegt. Du jammerst ja deshalb nicht und lässt ihm trotzdem seinen Spass, aber für eine gute Beziehung ist es denke ich wichtig, dass auch er weiss, wie es dir geht. Wenn er das nicht verträgt, dann fände ich das fraglich.
    Ich habe früher mit meinem Freund auch nie über mich geredet und wenn, dann immer das, was nicht das Hauptproblem traf. Wir hatten ständig Streit. Seit ich ihm genau sage, wie es mir geht, was ich möchte und brauche, können wir viel besser miteinander umgehen.
    Wieso setzt du vor deinem Kind eine Maske auf? Dein Kind ist nicht blöd; es merkt eh, wenn es seiner Mutter nicht gut geht und damit machst du weder ihm noch dir einen Gefallen. Ich weiss zwar nicht wie alt es ist, aber mit einem Kind kann man auch reden. Man erzählt zwar nun nicht was genau das Problem ist, aber man kann trotzdem sagen, wenn man traurig ist und sich Sorgen macht. Dein Kind macht sich sonst sicher Sorgen: Was ist mit Mami los?

    Und wenn schon? Die Freunde deines Freundes scheinen recht oberflächlich zu sein. Auf so Menschen kann man dann eh verzichten; auch wenn es jetzt erstmal weh tut.

    Rede mit deinen Kollegen, wenn du dich mit ihnen so toll verstehst. Was hast du denn noch zu verlieren, wenn du schon so oft verletzt wurdest?
    Glaubst du sie werden dich ablehnen, wenn du es ihnen erzählst?

    Ich wünsche dir das Beste und jede Menge Kraft und Mut.

    Liebe Grüsse
    Cari

    Sonst hat mich Einkaufen immer gestresst. Heute habe ich mir nach der Arbeit einmal richtig Zeit genommen beim Einkaufen, habe mir ein paar leckere Zutaten gekauft und mir dann ein schönes Abendessen gemacht. Das habe ich sehr genossen :-).

    Meine Therapie lief auch wieder gut; meine Therapeutin meinte, dass ich bald ja gar nicht mehr kommen brauche, wenn ich weiter solche riesigen Fortschritte mache. Es macht mich stolz, dass ich in den acht Monaten Therapie soviel lernen und nun endlich mehr auf mich schauen kann.
    Es fällt mir nicht immer leicht, mich zu loben, aber heute kann ich es gut :)

    Hallo Daria

    Auch ich kenne dieses Gefühl, von keinem gemocht zu werden. Dabei ist es aber oft nicht das; die meisten Menschen sind verunsichert, wenn derjenige kaum redet. Sie wissen ja dadurch auch nicht wirklich, mit wem sie es zutun haben.
    Es ist nicht einfach, sich zu öffnen, wenn man so an sich selbst zweifelt. Auch ich habe lange gebraucht, das zu überwinden.
    Es ist aber wichtig, dass du dir nicht selber einredest, nicht liebenswert zu sein. Ich denke Alkoholiker sind so mit sich beschäftigt, dass sie keine Liebe geben können, was natürlich schrecklich ist, aber das heisst nicht, dass du deshalb nicht liebenswert bist. Du bist es. Es wird immer Menschen geben, die vom Charakter her nicht zu einem selbst passen, aber es gibt auch Menschen, die dich sehr gut verstehen würden, wenn du dich ihnen nur öffnest.
    Vielleicht solltest du es für den Anfang wirklich erstmal mit einer Therapie versuchen. Es ist sehr wichtig, zu reden.

    Ich wünsche dir alles Gute

    Cari

    Hallo Honigmund

    Ich verstehe deine Gefühle und die Angst, dass alles auseinanderbricht.
    Letztendlich musst du für dich entscheiden, was du tust und für richtig hälst. Das was wir dir alle geben, sind unsere Ansichten, aber auch unsere bereits gemachten Erfahrungen.

    Wenn du für dich findest, dass du ihn zu Rede stellen musst, dann tue es. Aber sei dir besser auch bewusst, dass das Ganze nach hinten los gehen kann.

    Ich wollte meine Familie und besonders meinen Vater auch immer retten, habe teilweise Endlosdiskussionen mit ihm geführt. Gebracht hat es nichts, ausser, dass ich mal wieder enttäuscht und wütend war.

    Nehmen wir nur mal ein Beispiel:
    So wie du jetzt für dich entschieden hast, mit deinem Vater zu reden, obwohl du die Konsequenzen sicher kennst, lässt du dich doch nicht davon abbringen, egal was andere sagen, oder?
    Daran ist auch nichts Verwerfliches, weil es eben menschlich ist. Man muss selbst darauf kommen; da kann einem niemand reinreden. Auch dein Vater muss die Erkenntnis finden und das kann nur er allein.

    Wir sind nicht Gott; wir haben keine allmacht über alles, auch wenn wir uns das manchmal gerne gewünscht hätten.

    Alles Gute

    Cari

    Hallo liebe Lume

    Als ich deine Nachricht las, musste ich fast ein bisschen Schmunzeln. Dieses "schlechte" Gewissen, dass man nur blufft, kenne ich doch auch :-). Es gibt auch jetzt nur wenige Momente (wie gestern), bei denen es mir tatsächlich gelingt, das zu glauben, was ich sage, empfinde.
    Wir wissen ja warum das so ist ;-).
    Ich habe das Thema jedenfalls immer wieder mit meiner Therapeutin...es braucht seine Zeit.

    Ich habe z.B.auch diesen schrecklichen Tick, mich wegen irgendwelcher Krankheiten, die viele Leute in meinem Umkreis bekommen, verrückt zu machen. Auch lass ich mir oft von anderen reinreden, was die beste Lösung wäre und lasse mich oft von meinen wegbringen. Das heisst es halt, üben, üben...

    Es freut mich sehr, dass deine Freundin so positiv reagiert hat. Ich denke das zeigt auch, dass es eine wirkliche Freundschaft ist, bzw. sie auch damit umgehen kann.
    Bei meiner Freundin, der ich es kürzlich erzählte, hat sie sehr distanziert und wortkarg reagiert, weil sie damit überfordert war.

    Ja, das stimmt. Durch dieses jahrelange Leid, kann man die schönen Dinge, plötzlich auch im Kleinen sehen. Wenn man das kann, ist man ja schon sehr weit :-).

    In dem Sinne schönen Abend noch und liebe Grüsse
    Cari

    Hallo Hans

    Ich glaube, da gehen die Meinungen wirklich auseinander, was den Hass gegen den trinkenden Elternteil betrifft.
    Oftmals hassen Kinder, die zusätzlich von ihren Eltern tätlich misshandelt wurden, die den Alkoholiker vielleicht auch nie "normal" erlebt haben, die ihre eigene Kinder schlecht machten usw.

    In meinem Fall hasse ich nicht...ich kann und möchte das auch gar nicht. Mein Vater hatte auch immer wieder gute Phasen und er hatte auch sehr liebevolle Seiten (damit meine ich jetzt nicht, die angeblich guten, bei denen der Alkoholiker versucht, wieder gut zu machen; die kenne ich schon auch). Nein, ich meine damit, dass wenn ich wirklich Probleme hatte, dass mein Vater dann da war. Er hat mir auch viel lernen können, er ist sehr menschlich, fast weichlich...
    Klar habe ich gelitten, und das kann man gewiss nicht leugnen, und natürlich wurde ich seelisch missbraucht, indem ich mir all die Probleme anhörte, Vermittler zwischen meinen Eltern war und sicher auch das Desinteresse von Seiten meines Vaters, wenn er seinen Alkohol brauchte.
    Man leidet ja sogar unter der Co-Abhängigen Mutter, die sich um nichts anderes mehr kümmert, als um den alkoholkranken Partner.
    Klar kommen bei mir auch immer wieder Wut und Trauer hoch, aber Hass bringt mir persönlich nichts.
    Ich denke jeder Mensch hat seine Art und Weise, wie er mit Problemen umgeht; indem Fall ist es der Alkohol. Das will nichts entschuldigen aber sagen, dass man es akzeptieren muss, weil man den Menschen nicht ändern kann.
    Mitleid habe ich zum Teil sicher auch empfunden, aber ich spüre auch Zuneigung.

    Ich denke man kann das mit dem Hass auch nicht auf alles beziehen. In jeder Familie ist das etwas anders. Vielleicht kommt es auch noch auf den Grad der Verletzungen an - falls dieser überhaupt messbar ist.

    Fakt ist für mich - wir alle haben gelitten, aber uns allen ist es nicht möglich, die Zeit zurück zu drehen. Hass wirkt irgendwie auch so wie eine Mauer auf mich - du kommst weder vor noch zurück.
    Ich verstehe, dass du Wut und Hass empfindest, und zu einem gewissen Teil gehört das auch dazu, wie ich finde. Denn sonst würdest du ja deine Gefühle leugnen. Aber um mit dem Thema irgendwann abschliessen zu können, finde ich, ist Hass nicht wirklich gut.

    Aber so sehe ich das für mich. Vielleicht kann man manchmal auch nichts anderes als hassen...ich denke, da ist jeder individuell verschieden.

    Alles Gute und Liebe Grüsse

    Cari

    Liebe Lume

    Natürlich haben wir Grund, optimistisch zu sein :-). Ersten haben wir die schwierige Zeit zu Hause überstanden, haben es sogar geschafft, von zu Hause weg zu kommen (Besuche sind ja nicht verboten), bekommen also von dem her nicht mehr jeden Tag diese schwierigen Dinge mit.

    Wir haben freiwillig eine Therapie begonnen, zu unseren Gefühlen gestanden (und stehen es hoffentlich immer noch) und wir haben viele Dinge über Alkoholismus gelernt, haben die Chance es anders zu machen, anders mit Problemen umzugehen, als unsere Väter dies getan haben und das haben wir ja auch gemacht.

    So könnte ich noch viel mehr aufzählen...
    Ich bin heute irgendwie positiver als sonst gestimmt...

    Klar wird man das Misstrauen nicht ohne weiteres verlieren, denn zu oft wurden wir belogen, benutzt o.ä. Aber sicher hast auch du schon einige positive Erfahrungen gemacht, die das Misstrauen mit der Zeit schwinden lassen.

    Ich kann z.B. viel besser auf Menschen zugehen, mich ihnen öffnen, um Hilfe bitten usw.
    Ich stehe viel besser mit mir in Kontakt als früher.
    Klar ist es nicht immer einfach, manchmal jede Gefühlsregung zu merken...ich muss ja manchmal heulen beim kleinsten Auslöser. Aber irgendwie gehört das halt im Moment zu mir.

    Ich habe z.B. immer wieder diese Selbstabwertungsphasen...z.B. habe ich manchmal Angst, im Job zu versagen, wo eine gewisse Stärke ja gefragt ist...Jetzt habe ich gelernt, mit mir zu reden, mich selber aufzubauen und mir zu sagen, dass das nicht stimmt und dass ich auch Fehler machen darf, Schwach sein darf usw.

    Ich wünsche dir nun noch einen schönen Abend und vielleicht fallen dir ja auch einige positive Sachen bei dir ein :)

    Liebe Grüsse

    Hallo Lady

    Ich denke laut dem, was du schon geschrieben hast, ist dir bereits einiges bewusst, was das Thema Alkoholismus betrifft. Deshalb finde ich deinen gewählten Themennamen recht hart ausgedrückt....

    Ich kenne das so von mir. Kann es sein, dass da ein Stück weit der Anspruch steht, grad alles zu begreifen, auch gefühlsmässig und sich dann von dem Thema befreit zu sehen?
    Ich denke wir Kinder haben so lange gelitten, dass es jetzt eben seine Zeit braucht, dass alles zu verarbeiten, zu lernen, wie man sich besser um sich selbst kümmert. Das ist nicht so einfach und am besten mit Geduld erreichbar.
    Sei liebvoller zu dir und gib dir Zeit. Dich trifft keine Schuld an all dem und du musst auch nicht sofort alles verstehen und umsetzen können, was viele vielleicht schon geschafft haben. Wir alle haben "klein" angefangen.
    Dass du hier bist, ist schon ein riesiger Schritt.

    Alles Gute dabei :)

    Hallo Hans

    Ich kann dich gut verstehen.
    Sicher ist bei dir jetzt ein Stück weit Trauer über die verpassten Jahre aufgekommen, aber auch vielleicht Enttäuschung über dich selbst, dass es dir nicht anders gelungen ist, oder?
    So zumindest ging es mir, als ich das erkannte.

    Man entwickelt dann auch irgendwo einen riesigen Perfektionismus, dass nun alles funktionieren muss...

    1. Damls hat man es nicht anders gewusst, also hat man soweit gehandelt, wie es möglich war.
    2. Man liebt, also macht man sich sorgen und leidet, fühlt sich verantwortlich und vergisst sich selbst dabei
    3. Geschieht dies über Jahre, dann ist es nicht so einfach, den "Schalter rumzulegen". Das braucht seine Zeit und den ersten Schritt dafür hast du auf jeden Fall getan.
    Sei geduldig mit dir...Jeder kleinste Schritt wird dann ein Erfolgserlebnis sein.
    Und ich glaube du hast es verdient, dir jetzt mal ordentlich Zeit für dich zu nehmen.
    Auch das musste ich persönlich erst lernen und habe mich am Anfang enorm dagegen gewehrt.

    Ich wünsche dir alles Gute

    Liebe Grüsse
    Cari

    Hallo Kitty

    Ich kenne deine Gedanken und Empfindungen nur zu gut. Auch mein Vater ist alkoholabhängig und war teilweise sehr impulsiv, ist ausgerastet und hat Streit gesucht.
    Ich verstehe auch, dass du dir Sorgen wegen deiner Mutter machst. Man liebt seine Eltern ja irgendwie trotzdem; genau das ist ja das, worum viele so leiden.

    Aber ich denke Tanja hat Recht...
    Es ist das typische Verhalten eines Co-Abhängigen, sich um alles kümmern zu wollen.
    Das geht leider nicht; so traurig das klingen mag. Dein Vater ist tatsächlich für sich selbst verantwortlich. Er weiss, was zu tun wäre, schafft es aber vielleicht nicht, weil der Leidensdruck noch nicht gross genug ist und der ist ja bekanntlich bei jedem unterschiedlich.
    Es nützt auch nichts sie zu einer Therapie zu zwingen, geschweige denn mit ihnen darüber zu reden. Das bewirkt sogar je nach dem das Gegenteil. Und wissen tun es Alkoholiker ja eigentlich eh, dass sie abhängig sind. Der Schritt etwas dagegen zu tun, liegt allein bei ihm. Wenn er dann bereit ist, sich Hilfe zu holen, dann kannst du ihn unterstützen, wenn du und er das will. Bis das soweit ist, kannst du nicht viel tun, ausser auf dich zu schauen. Zu schauen, dass es dir gut geht.

    Auch deiner Mutter kannst du nicht helfen. Sie weiss sicher um die Konsequenzen, wenn sie bei ihm bleibt. Und wenn sie es jetzt oder nie kann, dann muss man auch das akzeptieren. Bei manchen muss auch da der Leidensdruck gross genug sein...

    Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und hoffe, du bekommst hier ein paar gute Infos für dich.

    Liebe Grüsse
    Cari

    Hallo zusammen!

    Ähnlich wie bei Lume begann auch meine Mutter sehr früh vor mir zu äussern, dass mein Vater abhängig ist.
    Ich habe meistens zu meiner Mutter gehalten, mit ihr stundenlange Gespräche geführt. Sie war praktisch wie eine Freundin. Ich habe ihr auch alles über mich anvertrauen können. Im Gegenzug habe ich sie unterstützt. Ich habe sie immer verteidigt, da mein Vater bei Streitereien immer sehr laut war (jetzt ist es eher ruhig, seit er trocken ist).

    Mit meinem Vater, den ich natürlich trotzdem liebe, habe ich ewige Diskussionen geführt, wegen seines Trinkens. Ich dachte, er würde auf mich hören. Teilweise gab es einen totalen Rollenwechsel und es kam mir vor, als sei ich die Erwachsene und mein Vater das Kind. Ein Riesenfehler sowohl für ihn, als auch für mich. Aber damals wusste ich es nicht anders.
    Ich war so co-abhängig, dass ich mich sogar in der Rolle der Altklugen, Allwissenden und Erwachsenen wohlfühlte. Dass mir das nie gut getan hat, weiss ich erst seit etwa einem Jahr.

    Ja, ja...es ist ein langer Weg aus der Abhängigkeit...

    Liebe Grüsse

    Salut Lume

    Ich hoffe du hattest einen guten Tag.

    Ich denke das mit dem "Sich-Sorgen-machen" wird man auch nie ganz loswerden und auch das Traurigsein wird einen hin und wieder befallen, aber dafür ist man Mensch geworden; nämlich einer mit Gefühlen. Es ist wichtig seine Gefühle wahrzunehmen: in deinem Fall war es Angst und Sorge. Und du hast dir davon nicht den Urlaub verderben lassen. Was willst du in dieser Hinsicht mehr? ;-). Wir Kinderleins sind viel zu streng mit uns selbst. Ich selbst merke es auch immer wieder :-).

    Ja, momentan geht es mir gut; was mich aber nicht daran hindert immer noch skeptisch zu sein. Nach dem Motto: Mmh...irgend etwas stimmt da doch nicht. :-). Aber ich kann es schon mehr geniessen als früher; wahrscheinlich, weil ich mich jetzt besser kenne...

    Dir weiterhin alles Gute.

    Liebe Grüsse

    Hallo Lume,

    tut mir leid, dass deine Urlaubstage nicht ganz so toll waren, aber vielleicht hat es das wirklich gebraucht, um zu erkennen, dass du zum Erholen lieber nicht mehr mit Family in den Urlaub gehst.

    Ja, bisher ist mein Vater recht stabil, jetzt übernimmt er sich fast mit Arbeit...
    Das Verhältnis ist bisher auch ganz gut. Momentan beschäftige ich mich sowieso weniger mit der Alkoholsucht meines Vaters, sondern vielmehr mit den Mustern, die ich dadurch davon getragen habe.

    Buchempfehlung dazu:

    "Wenn Scham krank macht" - John Bradshaw

    Ein wirklich tolles Buch, obwohl der Titel erstmal fragwürdig ist. In dem Buch geht es um das innere Kind, Dinge, die uns in unserer Kindheit eingebleut wurden und die wir nun im Erwachsenenalter austragen müssen.

    Viele meiner Arbeitskolleginnen haben dieses Buch.
    Ich denke man muss es sehr gestaffelt lesen, da gewisse Dinge recht happig sind, aber sie sind auch sehr klar und verständlich.
    Der Buchautor ist selbst in einer Alkoholikerfamilie aufgewachsen. Das nur so nebenbei...

    Bisher geht es mir recht gut, auch wenn ich täglich mit den alten Mustern zutun habe ;-).

    Alles Gute und noch eine schöne Woche.

    Liebe Grüsse
    Cari

    an Lume:
    Das freut mich für dich :)
    Damit hast du eine für dich grosse Leistung erbracht, worauf du stolz sein kannst.


    Ich bin nun aus den Ferien zuück und dankbar, dass ich zwei so wundervolle und erholsame Wochen erleben durfte.
    Endlich mal richtig ausspannen und den Alltagstrott vergessen.
    Wunderbar! :)

    an Lume: Ich hoffe du hast/hattest schöne und erholsame Ferien.

    Wieder zurück aus den Ferien...
    Waren das zwei tolle Wochen :-). Einfach mal Ruhe und Entspannung, an nichts denken...Das hat mir gut getan.
    Meine anfängliche Ängste und Unsicherheiten - dass ich die Ferien nicht geniessen kann usw. - haben sich nicht bestätigt.

    Dann war ich allerdings noch kurz am WE bei meinen Eltern - ein halbes Jahr habe ich sie nicht gesehen und muss sagen, dass ich sie schon vermisst habe.
    An sich war es ja schön, mein Vater ist noch immer trocken und hat sich jetzt Beschäftigungen im Garten gesucht, aber die Therapie hat er nicht angefangen. Leider...aber wie immer bin ich machtlos dagegen.
    Als ich meinen Vater so sah, hätte ich heulen können.
    Seit seinem Zusammenbruch im Feburar ist er enorm gealtert. Seine Augen liegen richtig in den Höhlen und dann dieser traurige Blick...er ist fast nur noch Haut und Knochen. Ich weiss, dass ich nichts dagegen tun kann, aber Mitleid habe ich trotzem und es macht mich traurig, meinen Vater so zu sehen.
    Mein Vater zeigt seine Zuneigung über Sachen, die er mir schenkt. Diesmal hat er für mich Gemüse gepflanzt und es mir mit gegeben. Er muss dann natürlich noch hervorheben, dass er das extra für mich gemacht hat. In den Momenten könnte ich heulen.
    Mein Mutter sitzt noch genauso in ihrer Co-Abhängigkeit fest. muss es aber irgendwie verdrängen, weil sie von meinem Vater nicht weg will. Sie macht aber zumindest mehr für sich.
    Was mich am meisten nervt ist, dass es mir jedes Mal wieder schwerfällt von zu Hause weg zu gehen. Mir geht es dann den ganzen Tag schlecht, ich habe ein Gefühl von Heimweh, habe Angst, dass ich sie so, wie sie jetzt waren nicht wieder sehe oder gar verliere. Das ist ein schreckliches Gefühl. Ich habe dann das Gefühl, dass ich in die alte Abhängigkeitsgeschichte zurück falle.

    In den Ferien hatte ich übrigens noch einen interessanten Traum:

    Mein Vater ruft mich in den Keller und dann sehe ich da einen Raum, in dem er steht, der voll mit Alkohol gefüllt ist und darauf schwimmen noch Bierflaschen.
    Mein Vater will mir den Raum zeigen, aber ich spüre nur Angst. Ich laufe die Kellertreppe nach oben, als mein Vater mich am kleinen Finger zieht und sagt, dass er mir was zeigen will. Ich reisse mich los und sage ihm, dass er nicht so an mir zerren soll und nach oben will.
    Dann gehe ich zu meiner Mutter nach oben, die an der Nähmaschine sitzt und irgendwelche Stoffreste zusammen näht. Ich erzähle ihr, dass Vater immer so an mir zerrt und ich das nicht mag. Daraufhin sagt sie nur: Das tun nicht nur Männer, sondern auch Frauen. Das gäbe es genügend Leute, die an einem zerren.
    Dann war der Traum zu ende...
    Schon interessant, was man im Traum alles verarbeitet.

    Das war es für heute erstmal von mir.

    Liebe Grüsse
    Cari