Beiträge von gigi

    Hi riverdance,

    als Co macht man leider immer wieder den Fehler sich zu verhalten wie der Betroffene: Wir kündigen an und ziehen es im 2. Schritt nicht durch. Ich wills erklären. Er: "Oh, entschuldigung, das war ein Ausrutscher. Ich höre mit dem Trinken auf". Was macht er? Er trinkt weiter. Co: " wenn du noch einmal trinkst verlasse ich Dich" Was machen wir, wir verlassen ihn natürlich nicht. usw.....

    Ein ganz wichtiger Tipp: Nur das ankündigen, was Du in letzter Konsequenz auch durchziehen kannst. Sonst bist Du genauso unglaubwürdig wie er (auch vor Dir selbst). Das tut natürilch total weh und man ist sich ja auch nicht sicher, ob man wirklich richtig handelt. Jahrelang bekam man eingetrichtert, dass man sowieso eine absolut unmögliche Frau ist. Das Selbstvertrauen ist am Boden. Und genau diese Schwäche lassen wir immer wieder ausnutzen. Wir trauen dem Urteil eines Menschen, dessen Kopf von "psychotropen Substanzen" :) vernebelt ist, mehr wie unserem eigenen Urteil mit klarem Kopf. Ist schon strange oder?

    Ganz wichtig auch. Pass auf die Kinder auf. Ich konnte mich nicht schützen, aber für die Kinder konnte ich den Kampf aufnehmen und die Situation beenden. Auch wieder ein Co-Verhalten. Wir sind für andere irre stark. Aber dadurch, dass ich die Kinder geschützt habe, bin ich letztendlich auch aus der Situation herausgekommen und hatte Distanz um meinen Kopf mal einzusetzen. Und dann konnte ich an mir arbeiten. Ohne mich von bescheuerten Argumenten gaga machen zu lassen.

    Ach so, kannnst Du irgendwie aus dem Haus ausziehen? sonst fallt ihr euch ja doch andauernd über die Füße?

    Ich wünsche Dir alles was Du im Moment brauchst. Mut, Kraft, Durchhaltevermögen ....

    LG

    Gigi

    Hallo Bienchen,

    wie es scheint, kämpfst Du momentan an ganz schön vielen Fronten.

    Da ist Dein Freund, auf den du sicherlich stolz bist, sonst wolltest Du keine Kinder von ihm?

    Da ist die Ex-Frau, Mutter seines Kindes, die nicht verkraften kann, dass Du es schon 10 Monate mit ihm aushälst. Diese Frau lebt in einer neuen Beziehung?

    Da ist Dein Job, alles für Ihn handeln zu wollen.

    Da ist die Kontrolle über seinen Alkohol-Konsum, führt er das Buch für sich, oder auch ein wenig für Dich? Glaubst Du dann, was er aufschreibt?

    Ganz schön heavy für Dich.

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das super funktioniert, sich abzulenken. Man hat sich immer um irgendetwas zu kümmern. Er, das Kind, seine Probleme wieder ausbügeln….

    Und dann Du selbst. Froh, dass Du nach langem Warten endlich einen Mann an Deiner Seite hast.

    ABER:
    Du schreibst: "Und so lange nicht ein neuer Mann (Traummann ohne Alkohol) vor meiner Tür steht und klopft, werde ich H. wohl nicht verlassen..."

    Dieser Mann ist Dein Traummann, wie Du schreibst. Auf den hast Du auch jedes Recht der Welt. Was ist Dein Freund für Dich??

    Es tut gut, sich um alles zu kümmern. Da kommt ganz viel von außen. Alle klopfen auf die Schulter und sagen wie toll man das alles macht. Seine Eltern sind froh, weil sie der Meinung sind wenn es jetzt noch jemand schaffen kann, dann DUUUUU. Denn H. hätte sich in den letzten Monaten zu seinem Vorteil verändert.
    Damit haben sie Ihn von der Backe und Du hast ihn an der Backe.
    Das ist die Crux, mit dem Co-äbhängig-sein. Man braucht die Anerkennung von außen. Das hat den Vorteil, dass man sich einmal von sich selbst ablenken kann. Durch die Ablenkung tut alles für eine Zeit nicht ganz so weh und man kriegt auch noch auf die Schulter geklopft. Entweder weil man alles so toll macht oder weils einem so schlecht geht. Fühl einfach mal in dich rein, ob da für dich was dran ist.

    Ich hab auch gedacht, dass ER der einzige Mann auf der Welt ist. Ich war toll darin ihm goldene Plätzchen zu backen, super darin seinen Pegel zu erkennen (statt 2 Bier waren es meist 3 Flaschen Cognac), seine Probleme aus der Welt zu schaffen und die riesige Angst vor dem Alleinsein. Weil: wer will mich denn schon???

    Nachdem ich dann irgendwann mal einen lichten Moment hatte und ich in Selbsthilfegruppen und Therapie gegangen bin (der Weg dauerte Jahre, weil ich es einfach nicht kapieren wollte) hab ich erkannt, dass ich überhaupt nicht alleine sein muss wenn ich es nicht will. Gott sein dank hast Du noch deinen Freundeskreis. Versucht er dir diesen irgendwie mies zu machen?

    Das ist jetzt alles kein richtiger Trost, aber es kann helfen, einfach mal eine andere Sichtweise einzunehmen, wenn man verschiedene Fragen für sich klärt. Hoffe, ich hab Dir nicht zu viele gestellt.

    Aber Du wirst den Weg finden, den du gehen kannst und dann tut´s nicht mehr weh. Bis dahin kann´s halt noch a bisserl dauern, Aber Du bist ja dran. Überleg mal, ob eine Angehörigengruppe nicht Sinn macht für Dich. Die Zeit in der Du seinen Job oder seine Jobs machst kannst Du vielleicht schon jetzt bald ein wenig für dich nutzen?

    Alles Liebe

    Gigi