Beiträge von Papi

    Hallo Herrwolke,

    traurig, sehr traurig. Für Deine Bekannte und besonders für ihre Jungs.

    Man sagt, dass jeder Alkoholiker seinen ganz persönlichen Tiefpunkt braucht um umzukehren. Ich sehe das für die Co-Abhängigen genauso. Vielleicht und hoffentlich ist dieses Erlebnis Dein ganz persönlicher Tiefpunkt. Vielleicht ist es der Punkt, an dem Du jetzt sagst: "Schluss, aus!!! Ich will ein anderes Leben!" Immer mit dem Blick, wo es enden kann, wenn man sich nicht aufrappelt.

    Vielleicht hat ja ihr Tod zumindest eine kleine positive Seite: Vielleicht bringt er Dich dazu, aus diesem Teufelskreis auszubrechen!

    Ich hoffe es für Dich und drücke Dir die Daumen.

    Papi

    Hallo Phexlein,

    klingt für mich auch erstunken und erlogen. Ist aber vollkommen egal.

    Fast alle Angehörigen beginnen ihre Beiträge hier mit Nachfragen, wie sie erkennen können, ob ihr Alkie ein Problem hat, wie sie ihm helfen können, wie sie verstehen können, was ihn bewegt, usw.

    Keiner kommt hier an und schreibt: Mir geht es schlecht, helft mir! Nein, wir Angehörigen posten erstmal im Alkoholikerteil! Weil um die geht es ja schließlich.

    NEIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    ES GEHT UM DICH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Dies zu erkennen ist die ganz große allererste Hürde.

    Nur er kann sich helfen. Und wenn er das noch nicht für sich erkannt hat, kannst Du überhaupt nichts tun. GAR NICHTS!!!!!

    Kümmere Dich um Dich! Gestalte Dein Leben so, wie Du es magst. Richte Dein Leben nicht nach dem Alkoholiker!!! Wenn ihr einen Theaterbesuch geplant habt und er ist betrunken, dann geh allein oder nimm eine Freundin mit. Aber verzichte nicht auf den Theaterbesuch. Du planst gleich mit der Freundin, weil er betrunken ist. Am Tag des Theaterbesuchs ist er aber zufällig nüchtern. Pech, geh trotzdem mit der Freundin. Plane Dein Leben nicht nach seiner Sucht. Lenke Deinen Blick auf Dich! Dann wird Dir Dein Herz sagen, wie es sich sein(Dein) Leben wünscht.

    Ich wünsch Dir viel Kraft dabei.

    Papi

    Liebe Liju,

    mit der Vorgeschichte, dass Dein Vater Alkoholiker war wird das Bild noch runder.

    Setze Dich mal mit dem Thema Coabhängigkeit auseinander! Es ist leider häufig so, das Kinder von Alkoholikern hierzu neigen.

    Wenn Du Dich damit auseinandersetzt, wirst Du ganz schnell verstehen, warum Deine Kinder da ganz schnell raus müssen.

    LG Papi

    Hallo Liju,

    herzlich willkommen in unserem Kreis.

    Du hast einen ganz wichtigen Schritt getan. Eigentlich zwei!
    Du hast erkannt, dass Du etwas tun musst. Und Du bleibst nicht mit Dir allein, sondern holst Dir Hilfe.

    Jetzt beginnt allerdings der weitaus schwierigere Teil Deiner Reise. Du wirst zunehmend in die Richtung gelangen, dass DU handeln musst. Und die Erkenntnis ist im Vergleich zum Tun der einfachere Teil.

    Für mich war die erste schwierige Erkenntnis, meinen Blick weg von meinem Alkie auf mich und meine Tochter zu lenken. Du kannst ihn nicht retten!!! Nur Dich und Deine Kinder. Und für Deine Kinder, die sich selbst nicht retten können, hast Du die Verantwortung.
    Ich würde Dir empfehlen, hier mal mit erwachsenen Kindern von Alkoholikern in Kontakt zu treten.

    Meine größte Blockade war der Gedanke, dass ich dem Kind nicht die Mutter wegnehmen wollte.

    Das Richtige für Kinder ist einfach: Raus da!!! Und zwar schnell!!!

    Die Umsetzung dieser Erkenntnis ist allerdings alles Andere als einfach.

    Ich wünsch Dir ganz viel Kraft dabei.

    LG Papi

    Lieber Sonnenschein,

    (der Nick gefällt mir auch, spricht eigentlich für viel Optimismus.)

    ich möchte Dir hier nicht auf Deine Frage antworten. Ich habe keine Lust auf irgendwelche Pseudopsychoanalysen, da keiner hier Deinen Mann kennt.

    Lieber Sonnenschein und Du solltest auch keine Lust darauf haben!

    Sieh es mal so: Problemloser und einfacher kannst Du gar nicht aus der Sache rauskommen!!! Klingt provokativ, ist es auch, kommt aber nicht von ungefähr.
    Als meine Lebensgefährtin sich damals einen Kurschatten angelacht hat, war ich verzweifelt und habe gekämpft. Heute sage ich mir, dass ich meine Freiheit zwei Jahre früher hätte haben können, wenn ich sie damals hätte ziehen lassen.

    Eine Kur nach einem Ultimatum heißt gar nichts. Das bedeutet nicht im Geringsten, dass er seinen Tiefpunkt hatte. Das bedeutet nur, dass er zur Aufrechterhaltung der Gesamtsystems Deiner Forderung nachgekommen ist. "Die will, dass ich ne Kur mache?! Soll sie haben!"
    Mit welcher Ernsthaftigkeit er das angeht siehst Du ja.

    Also nochmal: Freu Dich Deines Lebens! Hab Sonnenschein im Herzen. Du hast auf seltsame Art, die Chance für einen Neuanfang bekommen. Packe sie beim Schopf.

    LG Papi

    Und sollte Dich wirklich interessieren, was ihn bewegt, dann frag ihn einfach.

    Liebe Hiswife,
    herzlich willkommen hier im Forum. Hier bist du richtig und bekommst Du auch fast (medizinische geht natürlich nicht) jede Unterstützung.

    Wir Anghörige von Alkoholikern bezeichnen uns ja als co-abhängig. Damit soll verdeutlicht werden, dass der Alkoholismus des Partners uns selbst krank macht. Pedi’s Buchempfehlung kann ich nur unterstützen. Sorry aber Dein Nick-Name ist Ausdruck Deiner Co-Abhängigkeit. Du hast keinen eigenen Namen? Du bist NUR sein Weib? Du definierst Dein Ich über ihn! Denk mal darüber nach!

    Das Geheimnis bzw. die Lösung für uns Angehörige liegt in einer Abgrenzung unserer Person von der des Alkoholikers. Das heißt nicht zwangsläufig Trennung. Es gibt Angehörige, die schaffen diese innerliche Abgrenzung auch ohne sich zu trennen. Grundsätzlich vereinfacht eine räumliche Trennung aber die innere Abgrenzung.
    Soweit ich rauslese, seid Ihr verheiratet. Dann gibt es die Möglichkeit, dass Deinem Mann bei der Trennung Wohnraum zwangszugewiesen wird. Hier solltest Du aber einen Juristen konsultieren.

    Das lohnt aber erst, wenn Du Dir einig bist, was Du willst. Und zwar für Dich und für Deinen Sohn.

    Ich verstehe z.B. nicht, wenn im April der Vorfall war, dass dann erst vor zwei Wochen ein Therapieplatz beantragt wurde. Und Du sprichst von „rückfallig werden“. Um rückfällig zu werden muss man erstmal trocken sein. Und zwei Tage nichts trinken, ist nicht trocken.

    Liebe Hiswife, Du musst Deinen Blick ändern. Schau nicht auf ihn, schau auf Dich und Dein Kind. Nur er kann sich retten und nur Du kannst Dich retten. Dieses Umdenken ist ein Prozess. Verlange also nicht gleich zu viel von Dir. Bei diesem Prozess sind wir Dir hier aber gern behilflich.

    Bei mir hat es über zwei Jahre gedauert. Seit diesem Herbst habe ich es endlich geschafft. Und ich habe es mit der Unterstützung dieses Forums geschafft. Und, liebe Hislife, es ist ein schönes Gefühl, es geschafft zu haben. Dafür lohnt sich der beschwerliche Weg.
    Ich wünsche Dir ganz, ganz viel Kraft und alles Gute.

    Papi

    Liebe Sadness,

    dass Deine Jungs erwachsen sind, ist irgendwie an mir vorbei gegangen. Sorry! Insofern vergiss, was ich über Umgang geschrieben habe.

    Dann musst Du den Abstand nur für Dich hinbekommen.

    Ich wünsch Dir, dass Du einen zu Dir passenden Weg findest.

    LG Papi

    Liebe Sadness,

    den Gedanken, dass er mehr trinkt, weil Du ihm die Liebe verweigerst, den legst Du mal bitte ganz schnell zur Seite. Er trinkt, weil süchtig ist. Er trinkt nicht mehr, wenn Du etwas bestimmtes tust und er wird nicht weniger trinken.
    Wir Co's suchen ja immer, wie wir unser Verhalten ändern müssen, damit wir beim Alkie die gewünschte Veränderung erzielen. Und das ist falsch.

    Es gibt nur eine Verhaltensweise, die unterstützen kann: KONSEQUENZ!!!
    Ich weiß, das ist schnell geschrieben und schnell gelesen, aber...

    Ich teste mit meiner Ex (klingt komisch, denn sie ist erst seit gestern ausgezogen?!) und unserer Tochter gerade eine Vorgehensweise, die ganz gut zu funktionieren scheint. Wir haben uns getrennt und sie hat immer Kontakt, wenn sie nüchtern ist, aber niemals, wenn sie getrunken hat. Das hat mehrere Vorteile. Erstens ist es konsequent. Zweitens sieht das Kind die Mami nur noch im "guten Zustand". Drittens hat P. eine Motivation, nichts zu trinken.
    Bei dieser Lösung spielt die weitere Entwicklung ihrer Krankheit keine Rolle. Meine Tochter und ich leben unser Leben. Die Mami kommt dazu, wenn es passt.

    Hier ist immer die Rede davon, dass der Alkoholiker erst vor dem Alkohol kapitulieren muss. Ich denke, das geht uns genauso.

    Zitat

    Ich merke schon, daß ich immer weniger Kraft habe, um mein jetziges Leben so weiter zu führen. Es muß irgendwas passieren.

    Klingt für mich, als ob Du diesem Punkt näher kommst. Beratungsstellen können Dich an diesem Punkt gut unterstützen.

    Ich wünsch Dir nochmals ganz viel Kraft. Und ich sags auch nocheinmal: Es lohnt sich, sich auf den Weg zu machen. Es ist, als ob ein Schleier nach dem anderen fällt. Die Gedanken werden klarer. Und das Leben bekommt wieder Sinn.
    Das was im ersten Moment nach totaler Katastrophe aussieht, entpuppt sich manchmal als ideale Lösung.

    LG Papi

    Liebe Sadness,

    Deine Frage war, ob es einen Weg gibt. Ja den gibt es. Es gibt immer einen Weg.
    Die Frage ist, ob Du schon bereit bist, ihn zu gehen. Jeder Alkoholiker braucht seinen Tiefpunkt, jeder Angehörige auch.

    Ich habe von dem Punkt, an dem Du jetzt zu sein scheinst, mehr als zwei Jahre gebraucht, um meinen Weg zu gehen. Mein Weg ist die Trennung. Auch aus Verantwortung für unsere achtjährige Tochter. Das muss nicht Dein Weg sein.

    Deinen Weg findest Du aber erst, wenn Du Deinen Blickwinkel änderst. Weg von ihm, hin zu Dir!

    - Kannst/willst DU so leben?
    - Wie willst DU leben?
    - Was würde das Leben für DICH lebenswerter machen?

    Und dann ziehe DEINE Konsequenzen. Für Dich, nicht für ihn. Du kannst ihn nicht ändern und nicht retten. Das kann nur er. Dann wenn er es will (und Du auch) kannst Du ihn unterstützen.

    IN LIEBE LOSLASSEN!!!

    Das heißt nicht zwingend verlassen, aber den meisten gelingt dies eben nur durch Abstand.

    Suche Deinen Weg für Dich! Setze den Fokus auf Dich!

    Ich wünsch Dir ganz viel Kraft für Deinen Weg. Er lohnt sich!

    Papi

    Lieber Seti,

    ich habe Dir schon ganz am Anfang Deines Threads geschrieben. Habe aber damals nicht alles hiergelassen, was ich gedacht habe. Ich wollte nicht derjenige sein, der alle Hoffnungen kaputt macht. Ich wollte Dir Mut zusprechen. Mein Gedanke war aber damals schon: Na, wenn die mal keinen Kurschatten hat?

    Wie komme ich darauf?

    Eigene Erfahrung.

    Meine Partnerin hat vor zweieinhalb Jahren ihre LZT gemacht. Das meiste was Du hier an Gefühlen beschrieben hast, habe ich eins zu eins auch gespürt. Bis ich dann herausgefunden habe, dass sie einen Lover hatte.
    Auch jetzt kann ich Deine Gefühle absolut verstehen. Ich war auch verzweifelt, habe mich immer gefragt:"Warum Jetzt? Denkt sie denn überhaupt nicht an Konsequenzen? Was ist mit unserer Tochter?"
    Ich habe flehend vor ihr gekniet. Und das meine ich wörtlich.

    Heute, zweieinhalb Jahre später, bin ich dabei, die Trennung zu realisieren. Das Familiengericht hat mir unsere Tochter zugesprochen. Jetzt muss nur noch das Materielle geregelt werden und dann fange ich mit Kind nochmal von vorn an.

    Weißt Du was heute meine Gedanken zur damaligen Situation sind?

    Hätte ich sie doch damals ziehen lassen!!

    Ich hatte damals auch gedacht, sie arbeitet an sich. Aber nein! Das wäre ja unangenehm und unbequem gewesen. Da war es doch viel schöner mit einem Lover durch die Gegend zu ziehen. Ohne Arbeit an sich aber keine Bewältigung der Sucht.

    Also, zieh Deins durch. Wenn Du nicht willst, dass sie bei Dir wieder einzieht, dann ist das so und Du solltest Dich dann auch nicht verunsichern lassen. Auch Du hast ein Recht auf einen eigenen Weg. Das ist zu respektieren.

    Ich wünsch Dir alles Gute und viel Kraft auf Deinem Weg.

    Papi

    Hallo an alle hier im offenen Bereich, hallo Tihaso,

    heute mal wieder ein Update. Bezüglich der ganzen Geschichte muss ich Euch noch ein wenig vertrösten. Stecke noch mitten in der Trennung.

    Ein Ergebnis vorweg: Ich habe jetzt das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Hauptverhandlung überstanden! Vielleicht ein Anstoß für alle Väter in ähnlicher Situation.

    Heute möchte ich nochmal auf den Threadtitel zurückkommen. Beantworten kann ich mittlerweile die Frage, wie es Kindern vor und während der Trennung geht.

    Vor der Trennung im Zusammenleben mit einer nassen Alkoholikerin auf jeden Fall schlecht. Mit etwas Abstand betrachtet, kann man in dieser Phase den Kindern dennoch ein wenig Rückhalt geben:

    - Offen mit den Kindern reden! Meine Tochter weiß seit sie ca. 5 Jahre alt ist, dass ihre Mami krank ist.
    - Kind in den betrunkenen Phasen aus der Schußlinie bringen.
    - Kindergärtnerin, Erzieherin und Lehrer einbinden.
    und
    - Frühzeitig einen Kinderpsychologen einbinden.

    Richterin, Mitarbeiterin des JA und Verfahrenspfleger haben sich sehr gewundert, wie offen meine Tochter mit dem Ganzen umgeht. Diese Offenheit ermöglicht es unserer Tochter meiner Meinung auch, ihre Mami weiterhin ganz uneingeschränkt lieb zu haben. Sie ist an dieser Stelle wahrscheinlich viel weiter als ich.

    Das "aus der Schußlinie bringen" ist natürlich in einem gemeinsamen Haushalt auf Dauer schwierig. Darum sah ich zum Schluß auch keine Alternative zur Trennung. Diese Entscheidung hat fast zwei Jahre bis zur Umsetzung gedauert.

    Wie geht es meiner Tochter während der Trennung? Auch hier möchte ich einen großen Dank in Richtung Kinderpsychologin richten. Der Rat: Offen mit dem Kind über die Dinge sprechen, die die Eltern vereinbart haben. Nicht über die Dinge sprechen, die noch in der Diskussion sind. Nicht vor dem Kind diskutieren. Ich weiß, dass das schwer ist. Die Situation ist ja sehr emotionsgeladen. Ich habe aber den Eindruck, dass wir das einigermaßen hinbekommen haben. Auch meine Nochpartnerin in den nüchternen Phasen.

    Das Wissen um die Krankheit und der offene Umgang mit dem Thema Trennung lassen es Kinder (zumindest unseres) scheinbar einigermaßen ertragen. Dies wurde mir auch diese Woche wieder von der Kinderpsychologin, der Horterzieherin und der Lehrerin bestätigt. Unsere Tochter verhält sich in der Trennungsphase ziemlich "normal".

    Liebe Grüße

    Papi

    Hallo Seti,

    eigentlich ist hier schon alles geschrieben. Susannes Beitrag könnte ich direkt so unterschreiben.

    Ja es ist leider so,dass viele Beziehungen auf dem Weg in die Trockenheit auf der Strecke bleiben. Aber nicht alle!

    Versuche die Zeit für Dich zu nutzen. Co-Abhängigkeit bedeutet ja auch, dass Du Dich über Jahre verbogen hast, um Dich anzupassen. Versuch jetzt nicht, Dich an Deine "neue" Frau anzupassen. Versuche Dich zu finden und dann schaut ihr nach der Therapie, welche gemeinsamen Nenner da sind.

    Ich weiß das klingt stocknüchtern. Und man ist als Angehöriger in der Phase eher emotional. Versuche es! Konzentriere Dich auf Dich! Tue Dir Gutes!

    Ich wünsch Dir viel Kraft und Euch beiden alles Gute!

    Papi

    Zitat von mönchen

    Meint ihr, das er sich in eine neue Beziehung gestürzt hat(weil er ja nichts alleine durchstehen kann) damit er unsere Beziehung nicht verarbeiten muß???

    Liebe Mönchen,

    ist das nicht schei...egal? Das er sich eine Neue genommen hat, bedeutet doch um Gottes Willen nicht, das Du einen Makel hast, oder in sonst irgendeiner Weise einen Fehler hast.

    Jetzt mal ganz weg vom Thema Alkoholiker. Wenn ein Mann sich ne Neue nimmt, ist das (zumindest meistens) kein Grund, dass die Frau an sich zweifeln muss. In den meisten Fällen hat er einfach nur einen Knall und "brauch eben Mal was Neues". Zieh Dir den Schuh nicht an. Er hat den Aussetzer, nicht Du!!!

    Ich kann da mitreden, ich hatte einige Beziehungen. Heute weiß ich, es wird nie besser, immer nur anders. Leider stellte sich genau dann, als ich aufgewacht bin, heraus, dass diese meine Partnerin, die ich richtig geliebt habe und mit der ich alt werden wollte, alkoholkrank ist.
    Wenn es Dich tröstet: In spätestens einem Jahr merkt er, dass seine neue Flamme auch Seiten hat, die ihm nicht gefallen. Dann fallen ihm all die Dinge ein, die bei Dir viel, viel schöner waren. Dann ist nämlich nichtmehr alles rosarot. Dann wird er bereuen, dann ist es aber zu spät. Glaube mir, ich weiß wovon ich rede. Oder aber, er rutscht tiefer in die Sucht, dann bereut er natürlich nichts.

    Also nochmal: Seine Beweggründe, sich eine Neue zu suchen, sind völlig egal. Kein Grund für Dich, an Dir zu zweifeln.
    Aber: Er gibt Dir damit ungewollt die Chance auf einen Neuanfang. Das ist ein Grund zum Jubeln. Du bist frei!!!

    LG Papi

    Guten Morgen liebe Mönchen,

    so wie Du es hier geschrieben hast:

    Zitat von mönchen

    Er hat mir durch sein tun die Möglichkeit gegeben, endlich aus der vergangenden Situation auszubrechen- dafür werde ich ihm in hoffentlich naher Zukunft auch dankbar sein..
    und natürlich wünsche ich ihm alle Kraft der Welt, das er es endlich schafft!!!

    ganz genau so passt es. Mit diesem Leitsatz vor Augen kommst Du voran. Dann musst Du nur noch aufpassen, wenn er sich wieder von einer lieben, netten Seite zeigt. Dann könnte es nochmal schwierig werden.

    Ich wünsch Dir ganz viel Kraft und viel Spaß und Freude in Deinem neuen Lebensabschnitt.

    Papi

    Liebe Mönchen,

    ich lese schon seit einigen Tagen bei Dir mit. Habe schon dreimal angesetzt zu schreiben und es dann doch gelassen.
    Heute nun wirklich, da ich ganz stark das Gefühl habe, dass Du Dich im Kreis bewegst und dabei aber das Wesentliche aus den Augen verlierst: DICH!!!

    Du schreibst hier nur, wie es ihm wohl gehen wird, ob es seine neue Flamme schafft (keiner schafft es von Außen) usw. Er, er, er, er.
    Was ist mit Dir?

    Hängt Dein zukünftiges Lebensglück nur von ihm ab? Oder anders gefragt: Machst Du Dein Wohlbefinden von seinem abhängig?

    Und noch was: Um rückfällig zu werden, muss man erstmal Trocken sein! Er ist nicht sechs Mal rückfällig geworden, sondern das war einfach nur das "Auf und Ab" in einer Alkoholikerlaufbahn.

    Ich bin selbst "Noch-Partner" einer Alkoholikerin. Ich bin gerade in der Trennungsphase. Erst jetzt mit etwas Abstand wird mir zunehmend klarer, in welchen kranken Gedankenwelten und Verhaltensmustern sich Coabhängigkeit zeigt. Und ich stehe in dieser Erkenntnis noch ganz am Anfang.

    Ich meine, in Deinem Geschriebenen solche co-abhängigen Tendenzen zu erkennen (und ich stimme Koketterie zu - auch ein verletztes Ego).

    Liebe Mönchen, bitte löse Deinen Blick von Ihm. Richte ihn vielmehr auf Dich. Deine Arbeit macht Dir Spaß. Das ist doch ein Anfang.

    Was macht Dir sonst noch Spaß?
    Wofür lohnt es sich nach Deiner Meinung zu Leben?
    Welche Ziele hast Du für Dich?
    Hast Du einen Plan, diese zu erreichen?

    Richte Deinen Fokus auf Dich! Ich weiß, dass das nicht leicht fällt. Aber immer Schritt für Schritt. Wenn Du das schaffst, wirst Du merken, dass es Dir zunehmend besser geht.

    Liebe Grüße

    Papi

    Hallo Tihaso,

    freut mich Dich mal wieder zu lesen.

    Ich werde die Details momentan noch in der Geschlossenen schreiben. Bin mir nicht sicher, ob meine Noch-Partnerin hier rumstöbert.
    Wenn in einigen Wochen alles geklärt ist, gibt es die ganze Geschichte (natürlich als Kurzfassung) auch hier in der Offenen. Versprochen!

    Liebe Grüße

    Papi

    Hallo liebe Forumsgemeinde hier im öffentlichen Bereich,

    nachdem ich mich seit einem Jahr eigentlich nur noch in der geschlossenen Abteilung rumtreibe, möchte ich allen nur hier lesenden Papis eine gute Botschaft hierlassen.

    Es gibt doch noch Gerechtigkeit. Ich habe seit einer Woche im Rahmen einer einstweiligen Anordnung vorläufig das Aufenhaltsbestimmungsrecht für meine Tochter.

    Also Ihr Papas da draußen. Es ist vielleicht ein Stück steiniger für die männlichen Angehörigen einer alkoholkranken Mutter, aber es geht doch. Ich stecke zwar noch mitten in der Trennung, das Räumliche und das Finanzielle sind noch zu regeln, aber ich merke schon jetzt, dass es mir und meiner Tochter mit der Aussicht auf einen Neuanfang um einiges besser geht.

    Ich hoffe, dass - so meine Partnerin einigermaßen mitspielt - in 4-6 Wochen alles erledigt sein wird. Dann kann ich hier die Antwort auf die Frage, wie es Kindern nach der Trennung geht, selbst geben.

    Auch einen lieben Gruß an alle, die meinen Weg nur im "Offenen" vefolgt haben.

    Papi is back

    Hallo PapaMUC,

    Du scheinst zumindest Deine Registrierung hier noch nicht gelöscht zu haben.

    Ich will Dir mal Mut machen. Ich hatte vor zwei Wochen meinen Gerichtstermin wegen Einstweiliger Anordnung. Ich hab jetzt zumindest bis zum Hauptsacheverfahren das Aufenthaltsbestimmungsrecht.

    Also bleib dran, es gibt Gerechtigkeit auf dieser Welt.

    Liebe Grüße

    Papi

    Melde Dich mal, dann können wir uns austauschen.

    Lieber Tarzan,

    ich kann Deine Situation absolut nachempfinden. Ich war vor ca. zwei Jahren in genau dieser Situation. Fragen wie: Warum ausgerechnet jetzt, wo alles gut werden kann? Warum tritt sie mich mit Füßen, wo ich doch immer da war? Gefühle wie: Verzweiflung, Wut und Angst.

    Bei mir war es damals so, dass meine Gute einen Kurschatten hatte. Sie ist auch kurze Zeit später rückfällig geworden und heute noch nass.

    Heute werde ich mich von ihr trennen. Nächste Woche ist der Gerichtstermin.

    Ich schreibe Dir das, um zu zeigen, dass sich die Dinge manchmal ganz anders entwickeln, als sie zunächst den Anschein haben. Es lag damals aber nicht in meiner Hand und es liegt heute nicht in Deiner.

    Sowenig, wie Du sie überzeugen konntest, nichts mehr zu trinken, sowenig wirst Du sie überzeugen, Dich zu lieben. Kümmere Dich um das, was Du beeinflussen kannst.

    Jetzt ist der Fall meiner Lebensgefährtin nicht gut verlaufen. Nimm an, bei Deiner Frau hat es wirklich "Klick" gemacht. Dann weiß ich nicht, ob Du ihr hilfst, wenn Du "um Eure Beziehung kämpfst". Ich will versuchen, dass zu begründen, auch wenn ein trockener Alkoholiker Dir dies viel besser schildern könnte.
    Deine Frau hat sich für ein trockenes Leben entschieden, dass setz mal voraus. Mit dieser Entscheidung ist der erste Schritt getan, vielleicht sogar der Wichtigste. Aber die schwersten Schritte hat sie noch vor sich. Sie muss für ihre Trockenheit kämpfen. Wenn sie nun feststellt, dass die Beziehung sie in diesem Kampf behindert, wird sie sie unter Umständen beenden müssen, um nicht Gefahr zu laufen, rückfällig zu werden.
    Dies wäre für Dich eine bittere Pille. Und glaube mir, ich kann Deine Verzweiflung förmlich spüren. Es hat aber nichts damit zu tun, dass sie Dir in den Hintern treten will. Ihr bliebet ja in jedem Falle weiter Eltern, also in Kontakt. Wer weiß vielleicht verliebt ihr Euch irgenwann nochmal neu.

    Lieber Tarzan, ich weiß natürlich aus der Ferne nicht, wie Dein Fall gestrickt ist. Ich wollte nur versuchen, Dir eine andere mögliche Sichtweise zu eröffnen. Rede mit Deiner Frau. Aber klammere sie nicht. Das wäre aus meiner Sicht kontraproduktiv.
    Jedenfalls wünsche ich Deiner Frau alles Gute auf ihrem und Dir auf Deinem Weg.

    Papi

    Liebe Canis,

    als Erstes: Herzlichen Glückwunsch zu drei Jahren Trockenheit. Ich glaube, die Betreuer bei JA können diese Leistung sehr gut einordnen. Insofern hast Du allen Grund selbstbewußt nach vorn zu blicken.

    Ich weiß aber aus eigener Erfahrung (bin auch Noch-Partner eines nassen Alkoholikers und Papi einer 7-jährigen Tochter), dass das mit dem Selbstbewußtsein leicht gesagt ist. Man zweifelt immer an der eigenen Wahrnehmung. Und wenn man schon mal nicht zweifelt, sorgt der Alkoholiker dafür, dass man es dann doch tut. Mal möchte man ihn auf den Mond schießen, dann tut er einem wieder leid. Ein ständiges Auf und Ab.

    Was mir ganz sehr doll geholfen hat, war ein Tagebuch. Da kannst Du alles reinschreiben. Und wenn Du mal wieder Zweifel hast, kannst du nachlesen und die Zweifel verschwinden. Ich weiß, dass unser Co-Gedächtnis häufig schlimme Dinge ausblendet. Mit einem Tagebuch kannst Du nichts mehr vergessen.

    Ich wünsch Dir viel Kraft. Konzentrier Dich auf Dich und Dein Kind!

    LG Papi