Beiträge von Papi

    Hallo an alle,

    am Wochenende ging mir zu dem Thema noch einiges durch den Kopf.
    Ich hab ja geschrieben, dass ich es für problematisch halte, wenn Coabhängige jede Verhaltensweise hinterfragen. Es halte hier mehr Gelassenheit für wichtig.

    Nun hab ich mir überlegt, wenn ein trockener Alkoholiker so denken würde, wäre er wahrscheinlich schneller rückfällig als er gucken kann. Er muß bei allem aufpassen, jede Situation analysieren jedes Lebensmittel genau studieren.

    Jetzt frage ich mich, ob hier ein Unterschied zwischen stofflicher Sucht und Coabhängigkeit besteht?

    Besteht kein Unterschied, würde dies nämlich bedeuten, dass meine Ansicht zum toleranten Umgang mit der Analyse des eigenen Verhaltens nur Ausdruck meiner kranken Denkstrukturen ist. Um bei dem Vergleich zu bleiben, quasi wie ein "trockener" Alkoholiker, der sich ein Gläschen am Tag gönnt, quasi kontrolliertes Coverhalten.

    Das würde bedeuten, der Coabhängige muss jede seiner Verhaltensweisen hinterfragen.

    Ich hoffe meine Gedankengänge klar formuliert zu haben, in meinem Kopf dreht sich nämlich gerade alles.

    Helft mir beim entwirren.

    Papi

    Hallo Crevette,

    nur ganz kurz. Hab mich auch gefreut Dich zu lesen. Treibe mich in der letzten Zeit mehr der "Geschlossenen" rum.

    Ich versprech, meinen Thread hier im offenen Bereich in den nächsten Tagen mal aufs laufende zu bringen.

    Schönes WE

    Papi

    Hallo an alle,

    ich würde gern militant noch etwas genauer definieren bzw. abgrenzen.
    Ich denke es gibt einen Unterschied zwischen "Konsequenz" und "Militanz" (zumindest in meiner Gedankenwelt).

    Kaltblut was Du da schreibst (was ich eins zu eins unterschreiben würde) ist für mich Konsequenz. Ohne Konsequenz kein "besiegen" der Sucht egal ob stofflich oder nicht. Ein bisschen schwanger gibts nicht.

    Mit Militanz meine ich die Übertreibung. Beispielsweise beobachte ich manchmal Nichtmehrraucher (ich bin auch einer), die Raucher wegen Sachen anmachen, die sie vor kurzem noch selbst praktiziert haben. "Alle Raucherzonen abschaffen!" Warum gebe ich den Nochrauchern keinen Raum? Solange sie niemandem schaden.

    Oder trockene Alkoholiker, die das Oktoberfest abschaffen wollen. Ich mag das Oktoberfest auch nicht, also fahr ich nicht hin. Aber muss man es abschaffen? Muss ich die verurteilen, die hingehen?

    Oder aber eben die Co's, die plötzlich bei geäußerten Bitten an die Decke gehen oder sich nicht mehr trauen zu lieben.

    Diese Übertreibungen stören mich. Sie verbauen den Blick aufs Wesentliche. Sie behindern. (Und sie führen zu Threads, die besser niemals geöffnet worden wären. :wink: )

    Wir arbeiten hier alle an unseren Süchten. Lasst uns aber alle immer mal anhalten und die Position des Anderen einnehmen. Nur um sicherzustellen, nicht übers Ziel hinausgeschossen zu sein. (Und das finde ich kein bisschen Co! :wink: )

    Einen schönen Abend Euch allen!
    Papi


    PS.: Beim Nochmaldurchlesen ist mir aufgefallen, dass das klingt wie eine Predigt. :D Was solls?

    Hallo Kleene,

    jetzt wirds klarer.

    Ich kann Dich in Deiner Verzweiflung gut verstehen. In der ein oder anderen Form haben hier alle das Gleiche oder Ähnliches erlebt.

    Du versuchst seit vier Jahren durch verschiedenes Verhalten (verbieten, hinnehmen, ihm Alk versorgen) Deinerseits sein Verhalten zu ändern. Es hat nichts genützt. Jetzt fragst Du, wie Du bei Ihm eine Änderung erreichen kannst.
    Die Antwort ist leider ganz traurig: Du kannst ihn nicht ändern!
    Er muß erst erkennen, dass er ein Problem hat. Dann muß er Hilfe wollen und sich besorgen. Das ist glaube ich nicht das was Du hören wolltest.
    Es gibt aber dennoch was, was Du tun kannst: Achte auf Dich! Achte auf die Kinder! Für die hast Du die Verantwortung, für ihn nicht! Schau, was Dir gut tut!
    Ich glaube, das ist einer der ersten Schritte, sich bewußt zu werden, dass man für den Partner nichts tun kann und sich auf sich konzentrieren muss. Und der erste Schritt ist bekanntlich der Schwerste.

    Nein ich muss mich gerade korrigieren. Der erste Schritt ist, sich zu öffnen und Rat zu suchen. Der ist der Schwerste. Und den hast Du mit Deiner Anmeldung hier schon hinter Dir.

    Ich wünsch Dir ganz viel Kraft. Schreib wann immer und was Du möchtest, Du wirst hier immer offene Ohren finden.

    Schöne Grüße

    Papi

    Hallo Laurina, hallo Verflixt,

    danke fürs Schreiben.

    Meine Intension für diesen Thread war nicht "recht haben wollen" oder eine bestimmte Meinung als die einzig wahre herauszukristallisieren. Ich hab hier lange nicht geschrieben, sehr wohl aber gelesen. Ich habe einfach festgestellt, dass hier manchmal eine ziemliche "Kampfstimmung" herrscht (so habe ICH es empfunden) und der eigene Blickwinkel manchmal sehr zementiert erscheint (auch MEIN Empfinden).

    Dieser Thread soll die Diskussion nicht verschärfen. Es soll aus meiner Warte eher ein Platz der Besinnung werden, mal den Blickwinkel ändern und sich in den anderen versetzen. Mal die Bremse ziehen, um sich nicht zu verrennen. Brücken bauen.

    Ich hoffe mein Ansinnen damit etwas klarer gemacht zu haben.

    Ich denke hier kommt schon nach wenigen Beiträgen einiges raus. Es ist wahrscheinlich wie so häufig, die Dosis machts. Selbst Kochsalz führt ab einer bestimmten Menge zum Tod.

    Nochmal ein Beispiel: An welcher Stelle wird die Sehnsucht nach Liebe zum Anzeichen für Coabhängigkeit? Bis wohin ist sie normal? Ich weiß es nicht! Ich denke wahrscheinlich auch für jeden individuell.
    Wie gesagt ein Beispiel.

    Wie geht Ihr mit dem "übers Ziel hinausschießen" um? Beobachtet Ihr das bei Euch auch? usw.

    Freue mich auf weitere Beiträge.

    Papi

    Hallo an alle,

    ich will mal eine Diskussion anstoßen, die mich hier schon eine Weile beschäftigt. Der Anlass für mein Anschieben eines neuen Threads war heute mein Stöbern in Jennys Thread zu Mieken.

    DIE DORTIGE DISKUSSION MÖCHTE HIER NICHT NEU ODER WEITER FÜHREN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Mir geht es um etwas anderes. Jeder von Euch kennt die landläufige Denke, dass aus Rauchern meist extreme Feinde des Rauchens werden. Ich meine hier manchmal ähnliches zu beobachten. In dem Bestreben sich aus seiner Coabhängigkeit zu befreien, werden alle Verhaltensweisen hinterfragt, ob sie eventuell auf Co-Verhalten zurückzuführen sind. Mitunter geht mir das deutlich über das Ziel hinaus.

    Beispiel: Da wird sich gefragt, ob das Sehnen nach Liebe coabhängig ist? Bin ich bekloppt. Jeder sehnt sich nach Liebe! Jemand bittet um Hilfe. Helfe ich dann nicht mehr, weil es könnte ja co sein?

    Beobachtet Ihr das bei oder für Euch auch? Seid Ihr auch der Meinung, dass es manchmal gilt, innezuhalten und sich zu besinnen? Oder seht Ihr es ganz anders?

    Ich sehe die Gefahr, von einem Extrem ins andere zu verfallen. Und das fände ich schade.

    Also legt mal alle los!

    Papi

    Hallo PapaMUC,

    dann ist die Beweislage bei Dir wirklich schwierig.

    Ich gebe Dir auch in jedem Falle Recht: Nicht über die Kinder! Diese Auszufragen setzt sie unter Druck und bringt auch nichts, da es Kinder - wie Du ja auch schon schreibst - anders sehen.

    Ich sehe es auch so, dass die Rückfälle immer heftiger werden und die Abstände kürzer. Die Möglichkeit eines Beweises wird sich bieten. Sag Deinem Großen nur Bescheid, dass er Dich sofort anrufen soll, wenn was ist. Damit die Kinder wissen, dass sie nicht allein gelassen werden. Ich denke das ist ein ganz wichtiges Signal.

    Übrigens, wenn ihr beide das Sorgerecht habt, warum sind dann die Kinder nicht abwechselnd bei Dir und bei ihr?

    Ich wünsch Dir alles erdenklich Gute

    Papi

    Hallo PapaMUC,

    schön dass Du wieder da bist. Dass ich Deine Geschichte verfolge, kannste Dir ja vorstellen.

    Berufung? Unbedingt!!

    Haste Beweise für die Alkoholsucht?

    Hat sie jemand schon betrunken erlebt?
    Eventuell sogar als die Kinder dabei waren?
    Habt Ihr Einblick in die Auswertung der Befragung der Kinder?
    Psychologisches Gutachten?
    Wenn Du mitkriegst, dass sie trinkt, schick das JA oder die Polizei hin!

    Ich denke Beweise sind das A und O.

    Ich hoffe von ganzem Herzen, Du bekommst Dein Recht bzw. die Kinder das ihre. Ich wünsch Dir alle Kraft dieser Welt.

    Papi

    Hallo FMK,

    war lange nicht hier. Drücke mich im geschützten Bereich rum, da ich mittlerweile sehr viel offen gelegt habe.
    Habe also nach langer Zeit mal wieder hier gelesen und bin geschockt.

    Ganz dringend sofort S T O P P ! ! ! ! ! ! !

    Ihr tragt Euren Streit auf dem Rücken des Kindes aus. Das Kind wird so ein Trauma erfahren, wenn es das nicht schon hat. Eskalation ist genau falsch. Deeskalation!!! Wenn Dein Sohn sich nicht anzieht, wartest Du, bis sie handgreiflich wird? Was soll das vor Gericht nützen? Hat es jemand gesehen? Du mußt vorher hin zu deinem Sohn. "Komm ich helf Dir beim Anziehen." Dann bist Du auch der Liebe, denn sie schreit ja rum. Zu Deiner Frau: "Ich merke Du bist im Streß, geh nur ruhig auf Arbeit. Ich bring den kleinen weg." Dann sieht die Kindergärtnerin, wie liebevoll Du Dich um Deinen Sohn kümmerst. Das ist aus meiner Sicht der richtige Weg.

    6000 Euro sind richtig viel Geld. Aber im Vergleich zu einem kleinen Sohn und dessen Wohlergehen ein Fliegensch.... Ich würde meiner Partnerin noch Geld geben, wenn sie geht bzw. damit sie geht.

    Hast Du auch das Sorgerecht?
    Wenn ja:
    Hast Du in der Kindereinrichtung Bescheid gegeben?
    Ist Dein Sohn bei einem Psychotherapeuten? Dessen Aussage ist vor Gericht unter Umständen auch wichtig.
    Hast Du einen Anwalt für Familienrecht?

    Konzentriere Dich auf den kleinen. Sie ist vollkommen egal. Versuch Dir mal, die von Dir beschriebene Situation aus der Sicht Deines Sohnes vorzustellen. Da prügeln sich die beiden Menschen, die er am meisten liebt. Es ist ein Wunder, dass ihm dort nicht die Sicherungen durchgeknallt sind.

    Geh zur Familienberatung. Schnellstens. Mach Dich aber darauf gefasst, dass Dir nicht alles gefallen wird, was die Dir sagen.

    Wut wegstecken, sie blockiert auch Dein Denken.

    Ich wünsch Dir ganz, ganz viel Kraft. Und bitte, bitte nicht Euren Streit aufs Kind verlagern.

    Papi

    Hallo Fanke41,

    bin in der gleichen Situation wie Du. Mir hat die Reaktion beim JA auch zu denken gegeben. Die Antworten des Beraters konnte ich nicht einordnen. Ich hab mir lange Gedanken über das Gespräch gemacht. Wahrscheinlich bin ich im Gespräch so rüber gekommen, als ob ich der Mutter das Kind nehmen will. Ich empfand nämlich irgendwie eine gewisse Feindseeligkeit mir gegenüber.

    Bin gespannt, ob Dein Gespräch beim Chef was bringt. Schreib mal, sobald Du da warst.

    Toi, Toi, Toi

    Papi

    Hallo Moni,

    ich bin kein Alkoholiker sondern der Angehörige eines solchen. Habe also insofern überhaupt keine Ahnung, wie es Dir wirklich geht. Ich lese hier aber, dass Du wahnsinnig Angst vor dem Verlust Deines Freundes hast. Ich glaube, dass Dir dann Ratschläge wie "lerne loszulassen" - die 100% richtig sind - momentan nicht helfen, sondern Dich zusätzlich unter Druck setzen.

    Ich denke, Du brauchst momentan die 100%ige Konzentration auf Dich. Oberste Priorität hat so wie ich das hier lese, dass jeder neue Tag ein Trockener wird. Vielleicht schreibt Dir hier jemand mit Kind mal, wie er/sie die ersten Wochen gemeistert hat.

    Ich habe den Eindruck, Du jonglierst derzeit mit zu vielen Bällen (Problemen). Ich denke eins nach dem anderen wäre wichtig.

    Lies dochmal, ob Du jemanden Alleinstehenden mit Kind hier findest und wende Dich an ihn/sie.

    Viel Kraft! und Toi,Toi,Toi

    Papi

    Hallo Simone,

    man Dir gehts ja wirklich nicht besonders doll.

    Für mich ganz wichtige Frage: Weiß Dein Mann, wie es Dir geht? Ich meine hast Du das Gefühl, dass er das wirklich verstanden hat, wie schlecht Du Dich fühlst? Wenn nein, dann dringend reden.

    Du bist hier bestimmt schon über den Begriff der Co-Abhängigkeit gestolpert. Angehörige von Suchtkranken deren ganzes Leben auf das des Suchtkranken ausgerichtet ist. Du und Dein Mann, Ihr scheint das für seine Mutter zu sein. Euch kann sie manipulieren, wie es ihr beliebt. Dieses Verhalten gehört zur Krankheit. Du kannst den Hof noch so oft schrubben, von mir aus mit der Zahnbürste, sie wird nicht zufrieden sein. Aber was es ihr wieder beweist, sie hat Dich im Griff.
    Die Anerkennung unserer Leistung ist uns co-abhängigen besonders wichtig - ungesund wichtig. Es ist egal, ob sie das Treppenhaus als sauber empfindet. Wenn es Dir sauber genug ist, ist es ok. Lass sie nicht Dein Leben diktieren. Lass die Leute im Dorf reden. Wer keinen Suchtkranken im unmittelbaren Umfeld hat, soll bitte die Klappe halten.

    Was allerdings auch richtig ist, wenn Du einzelne darauf ansprichst, wirst Du merken, wie sich Dein Bild ändert. Es wurde hier auch schon geschrieben: Natürlich bekommen die anderen im Dorf die Alkoholsucht mit. Dann erzählt Dir einer plötzlich - natürlich unter vorgehaltener Hand, dass sein Mann, Freund, Sohn, Frau usw. auch trinkt. Versteck Dich nicht. Du hast keinerlei Grund für ein schlechtes Gewissen oder gar für Scham.

    Den Rest hat Speedi Dir schon geschrieben.

    Ich wünsch Dir ganz viel Kraft und dass Dein Mann zu 200% hinter Dir steht.

    Papi

    Hallo Ettena,

    wie Du vielleicht gelesen hast, hab ich sofort geantwortet und versucht alles, was womöglich hätte missverstanden werden können nochmal klargestellt.

    Wie häufig habe ich wiederholt, von einer möglichen Methode, ja nur "Methode" und "nur einer möglichen" zu sprechen. Hab mehrmals festgestellt, dass Sie zur Behandlung psychologischer Probleme nicht geeignet und auch nicht gedacht ist.

    Also wie vorsichtig soll man mit Meinungsäußerungen noch sein. Wie Elocin schon schrieb, es sind meine Erfahrungen und es waren gute.

    Liebe Ettena ich habe eine psychologische Ausbildung und genau deshalb bin ich mir absolut darüber im Klaren, dass hier ein Forum und nicht die sprichwörtliche "Couch" ist. Ich würde mir niemals anmaßen hier irgendwelche Diagnosen zu stellen oder eine Therapie loszutreten.

    Du kannst mir glauben ich weiß was ich bin: Ein Co-Abhängiger der hier Hilfe sucht und versucht beizusteuern was er kann. Nicht mehr nicht weniger.

    Papi

    Hi Weitsicht,

    bitte, bitte bevor ihr das ausprobiert, holt Euch erst die Literatur dazu. Ich hab einen kurzen Abriss aus der Erinnerung von vor 8 Jahren gegeben. Die Fragetechniken sind richtig angewandt weit differenzierter. Also vorm Selbstversuch lesen. Bitte, Bitte!

    Zweitens habe ich schon geschrieben, dass es keine psychologische Methode ist. Ob sie geeignet ist, um Ängste zu ver- und bearbeiten weiß ich nicht. Ich zweifle es aber sogar an. Wir haben die Methode wie gesagt zur Herbeiführung von Verhaltensänderungen angewandt. Ängste sitzen tiefer.

    Ich hab mich in diesem Thread zum Thema "Co-Abhängigkeit-warum?" äußern wollen. Wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich der Meinung bin, nach vorn Blicken ist besser als über Vergangenheit zu grübeln. Und hab diese Methode als Beispiel angeführt.

    Ja die Methode ist interessant, wen es interessiert, die Quelle hab ich genannt. Nicht Selbstdoktorn!!!!

    Deine Ängste kenne ich durch meine Partnerin. Die hat extreme Angst vor Tunneln jeder Art. Also ist jede Reise ein Horror. Wir sind mal in den Alpen über Serpentinen zu einer Alm gefahren. Dort ist sie tränenüberströmt auf dem Parkplatz ausgestiegen. Alle haben böse auf mich geschaut, was ich wohl mit dem armen Mädel gemacht habe.

    Sich versuchen zu entspannen ist eine gute Idee, sich vorzustellen, wie die Hochzeit ist, welche netten Menschen dort sind kann helfen. Die Angstbewätigung kann aber wohl nur ein Therapeut leisten.

    Ich wünsch Dir eine schöne Feier und dass Du sie genießen kannst.

    Papi

    Hallo Ettena,

    die von mir angesprochene Methode ist sicherlich keine Tiefenpsychologische. Sie ist nicht richtig oder falsch, es ist nur EINE Methode, mehr nicht. Sie kommt aus dem Coaching, um eine Verhaltensänderung bei sich zu erreichen. Bevor Du Sie ablehnst, schlage ich vor, sie zu probieren. Du wirst mehr als überrascht sein. Ich war auch skeptisch. Aber wie schon beschrieben es funktioniert.

    Ich will mal versuchen einen kurzen Abriss zu geben, vielleicht wird der Sinn dann klarer. Die Entwickler der Methode mögen mir Fehler oder Abweichungen verzeihen.

    1. Du bist mit einer bestimmten Situation in Deinem Leben unzufrieden. Dann Frage Dich: Wie wünschst Du Dir die Situation?
    2. Wunderfrage: Stell Dir vor es geschieht ein Wunder und alles ist so wie gewünscht. Wie wäre das? (Frage dient dazu, das verfolgte Ziel als Bild im Kopf enstehen zu lassen und zu festigen.)
    3. Gab es schon Situationen, wo Dich genauso wohl gefühlt hast, wie in Deinem Bild?
    4. Was hast Du in diesen Situationen anders gemacht? Was hast Du damals getan, damit die Situation so toll war?
    5. Wie läßt sich dies auf Deine Situation heute übertragen?
    .... bis hin zu eigentlichen Tun.

    Kein Wort vom Problem. Es geht darum positiv an der Lösung zu arbeiten.
    Wir sind häufig beim Motto: Sagen Sie uns Ihre Lösungen, wir machen das Problem dazu. Diese ewige Frage nach dem WARUM ist nach meiner Meinung an einer bestimmten Stelle selbstzerstörerisch.

    Diese Methode hilft, nicht in der Vergangenheit zu Grübeln, sondern nach vorn zu blicken. Ich weiß (auch aus dem Seminar), dass die viele nicht bereit waren (ist) ihre Probleme loszulassen bzw. sich darauf einzulassen. Wer's probiert wird begeistert sein.

    Ettena, wenn Dich Deine Vergangenheit belastet, lade ich Dich ein, diese Methode auszuprobieren. Sie erhebt keinen Anspruch auf Alleingültigkeit. Sie hat sicher ihre Grenzen und Fehler. Wenn es nicht Deins ist, dann ist es eben so.

    Papi

    Hallo Graffiti,

    also Ettena hab ich verstanden. Graffiti? itiffarG?! Jetzt bin ich ratlos!

    Ich hab doch geschrieben, dass es zwei mögliche Herangehensweisen gibt. Ich bin ein Fan der einen, Du scheinbar der anderen. Ist voll o.k. für mich. Wenn eine Vergangenheitsanalyse nichts brächte, wären ja 80% der Psychologen und Psychater arbeitslos.

    Unsere deutsche Herangehensweise birgt aber eben die Gefahr, sich in der Analyse zu verlieren und keinen einzigen Schritt nach vorn zu kommen. Insofern also in Bezug auf uns Co's eine prima Gelegenheit, Geschäftigkeit zu zeigen und uns selbst zu begründen, dass wir den ersten Schritt ja noch nicht tun konnten, weil ja die Analyse noch nicht fertig ist.

    Das gleich Losrennen hat auch seine Fehler.

    Fazit: Beide Methoden ok. Aber bitte sich selbst überprüfen, ob die Analyse nur dem Nochnichtlosrennenmüssen dient. Und diese Überprüfung ganz ehrlich zu sich selbst und nicht schummeln.

    Papi

    PS.: Der Verweis auf die amerikanische Wirtschaft hat mir einen tiefen Hieb versetzt. Hab beruflich damit zu tun und muss per heute feststellen: Hätte ich doch was richtiges gelernt!!

    Hallo an alle,

    ich glaube, hier wird gerade ein Thema diskutiert, dass ausnahmsweise mal nichts mit Sucht oder Coabhängigkeit zu tun hat. Hatte vor einiger Zeit beruflich damit zu tun.

    Es gibt bei der Art und Weise an Problemlösungen heranzugehen verschiedene Mentalitäten. Die deutsche ist: Erst muß ich das Problem genau analysiert haben, bevor ich an die Lösung gehe. Die amerikanische: Ich muß das Problem garnicht kennen, um eine Lösung zu erarbeiten.

    Ich halte die amerikanische für die effizientere, komme aber selbst aus meiner deutschen Haut auch nicht raus. Sich zu lange bei der Vergangenheit aufhalten blockiert den Schritt nach vorn. Aber mal ganz ehrlich: Ist es nicht einfach auch bequem, sich in die Analyse zu vertiefen? Denn dann hab ich immer einen Grund noch nicht loslaufen zu müssen! (Und wieder ertappe ich mich selbst während ich schlaue Ratschläge an andere gebe. Denke eigene Watschen tun am meisten weh!)
    Wir haben damals die amerikanische Herangehensweise in Abwandlung trainiert. Deshalb weiß ich, dass es funktioniert. (Wen's interessiert, mal googlen: Lösungsorientiertes Coaching von Marcus Stobbe oder so ähnlich)

    Lange Rede kurzer Sinn: Bin auf Speedis Seite. Vergangenheit kostet Energie, die anderweitig besser einzusetzen ist. Vergangenheit blockiert.

    Einschränkung: Wenn ich durch bin, kann ich zurückschauen, welche Situationen mich in die Notlage gebracht haben. Aber nur um diese Situationen künftig zu meiden.

    Papi