Beiträge von Papi

    Hi Spedi,

    stimmt natürlich. Sie sieht unsere Tochter ja nicht wenn sie traurig ist. Sie sieht sie ja nur wenn sie sich freut, dass die Mami heute mal nüchtern ist. Und das meine ich vorwurfsfrei.

    Sag mal - jetzt wirst du mich wahrscheinlich für verrückt halten - ich hab mich schon oft gefragt, ob es Sinn macht, die Attacken zu filmen und ihr im nüchternen Zustand zu zeigen. Kann das was bringen?

    Hi dagmar,

    meine Erfahrung mit den Kollegen war eigentlich nur positiv.
    - erst Entsetzen, dass ihre Kollegin, von der sie das nie gedacht hätten, ein solches Problem hat.
    - danach jede Menge Hilfsangebote an uns beide (wenn ihr jemand zum reden braucht u.ä.)
    - mittlerweile allerdings Enttäuschung bis Ablehnung (man muß ja schließlich ihre Arbeit mit machen, wenn sie nicht da ist).

    Es gab wenig Tratsch und keinerlei Verstecken, Decken und so weiter. Allerdings gab es schon die ersten disziplinarischen Maßnahmen. Wie lange sie ihre Arbeit noch hat, mag ich nicht beurteilen.

    Glöckchen, ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass er trocken bleibt. Das meine ich wirklich ehrlich. Wirklich glauben kann ichs nicht. Ich hab mal gelesen, dass ein nasser Alkoholiker bis 6 Wochen ohne auskommen kann. Von "Trocken" kann dehalb gar keine Rede sein. Geht er zur Therapie? Besucht er eine SHG? Und zwar von sich aus, nicht weil Du ihn geschickt hast. Wenn das so ist, dann hat er und damit dann vielleicht auch Ihr beide eine Chance. Dafür drücke ich Dir ganz fest die Daumen.

    Hi, Jenny.
    Hab meine Tochter zur Therapie angemeldet und bin selbst nächste Woche bei einer SHG. Zum ersten Mal übrigens. Bin schon etwas aufgeregt.

    Hallo Bienchen,

    hab gerade Deine Geschichte gelesen und die Tränen in den Augen. Du bist ich vor 10 Jahren. Einige andere Vorzeichen, aber es passt. Ich war geschieden und lernte meine Partnerin kennen. Diesmal ist es für immer. Diesmal mache ich alles richtig. Sehr früh stellte ich fest, dass sie ein "Alkoholproblem" hat. Ein guter Freund und Arzt hat damals zu mir gesagt:"Schieß sie in den Wind!" Wie herzlos,der hat ja keine Ahnung. Mit meiner Liebe werde ich es schon schaffen.

    Du hast sicher auch schon gedacht: Wenn die Scheidung vorbei ist, wirds besser? Stimmts!?

    Wird es nicht!!!!! Und eines Tages findest Du Dich in der Notaufnahme wieder, weil eine Fleischwunde geklammert werden muß, die Dein Partner Dir zugefügt hat. Oder die Polizei klingelt und teilt Dir mit, dass Dein Partner mit 4 Pomille das Auto zerlegt hat. Ist nicht erlogen, ist mir so passiert.

    Du hast einen Schritt getan, den ich nicht tat: Du holst Dir hier Hilfe!!! Herzlichen Glückwunsch dazu Bienchen.

    Du hast damit die Chance alles anders zu machen als ich und damit richtig. Du kannst Dich retten und ihm die Möglichkeit zu schaffen sich zu retten. Mir ist mittlerweile klar, dass ich mit meinem ritterlichen Getue -Ich werde Dich retten - meiner Partnerin jede Chance genommen habe, sich zu besinnen.

    Ich bin kein Fachmann, aber davon überzeugt, dass kein Alkoholiker ohne Tiefpunkt umkehrt. Dann muß er seinen Tiefpunkt eben bekommen. Wenn Eure Beziehung frisch und damit die Liebe groß ist, könnte das sein Tiefpunkt werden, wenn Du die Beziehung beendest. Eine Garantie gibts nicht.

    Wenn Du ihn umhegst und umpflegst, tut sich nichts.

    Bienchen ich kann Dich sowas von verstehen. Ich schwebte auf Wolke 7. Sie war die Richtige. Endlich die große Liebe. Was folgte, war der blanke Horror. Jedesmal wenn Du denkst der Tiefpunkt ist erreicht, geht es noch schlimmer.

    Ich hab 10 Jahre vergeudet und habs noch nicht geschafft. Mach nicht den gleichen Fehler. Er ist nicht der Einzige. Du kannst Ihn nicht retten.

    Bitte rette Dich!

    Hallo, Glocke, Jenny2, Crevette und Riverdance vielen lieben Dank für Eure antworten. Es ist ein ganz starkes Gefühl, dass man in dieser Sch..-Situation nicht allein ist. Ich habe das ganz große Glück einige sehr verständnisvolle Kollegen zu haben (meine Partnerin arbeitet in der gleichen Firma und bis hin zum Chef ist das Problem erkannt). Ich habe mich einigen vor ca. zwei Jahren geöffnet, als das Gerücht aufkam, dass meine Partnerin wegen mir drinkt. Mir ist Klatsch ziemlich egal, aber bei eben den beiden Kollegen war es mir wichtig, das Bild gerade zu rücken. Jedenfalls habe ich damals gemerkt, wie gut es tut, mit jemanden zu reden.

    Zum Thema "keine Rechtfertigungen brauchen". Logisch, mein Verstand weiß das. Ich bin gerade in einer sehr zerrissenen Lage. Der Verstand will da raus und irgendwas läßt mich nicht. Deshalb will ich ja hier Eure Meinungen hören, um mir immer mehr Argumente aufzubauen, endlich diesen Schritt zu gehen. Hoffentlich funktionierts.

    Riverdance, ich beneide Dich darum, dass Du mir diesen Schritt schon voraus hast. Ich wünsch Dir das Allerbeste. Du hast die Chance auf ein zweites Leben ergriffen. Glückwunsch!

    Jenny, Du hast den Finger genau auf dem Punkt. Ich habe Angst, dass meine Tochter später mir den gleichen Vorwurf macht. Ich habe aber auch Angst, dass sie später sagt, ich hätte ihr die Mutter weggenommen, wenn ich mich trenne. Aus Deinen Zeilen lese ich, dass ich beide Ängste zwar haben kann, mir aber wohl endlich meiner Verantwortung bewußt werden muß.

    Crevette, Du hast den Punkt angesprochen, vor dem ich am meisten Angst habe: Wenn Alkoholismus vererbbar ist, was wird später wenn meine Tochter diese Veranlagung hat? Das überlebe ich nicht! Deshalb ist es aber umso wichtiger, dass Umfeld zu ändern.

    Glocke, wir sitzen ja scheinbar absolut im gleichen Boot. Lass uns beide kämpfen. Ich weiß nicht, wie weit Dein Partner schon in die Sucht abgeglitten ist. Deshalb will ich nicht ausschließlich in das Trennungshorn stoßen. Wenn Du noch eine Chance siehst, gib Sie ihm. Aber nicht noch eine und noch eine usw. Dann bleibt wahrscheinlich doch nur der letzte Ausweg.

    Vielen Dank nochmal an Euch. Ich spüre nach einem Tag hier schon wie es wirkt. Also mehr!

    Übrigens es heißt doch immer, dass jeder Alkoholiker seinen Tiefpunkt braucht? Warum ist der Blick in ein verstörtes, verängstigtes Kindergesicht kein Grund zur Umkehr? Tiefer geht doch eigentlich nicht!?

    Hallo ich bin seit heute neu hier im Forum. Ich hab schon vieles gelesen und merke, dass die meisten Probleme sehr parallel verlaufen. Ich sehe rational keinen Weg meine Partnerschaft fortzusetzen. Da ist über die Jahre zuviel zusammengekommen. War für mich übrigens auch neu dass gerage Alkohiliker ihre Partner betrügen. Grund gäbe es wohl doch eher anders herum. Jedenfalls geht es mir wie vielen von Euch: Was im Kopf klar ist, sieht der Bauch ganz anders! Ich suche jetzt nach Argumenten, mit denen ich für mich rechtfertigen kann, dass es richtig ist, meine Partnerin zu verlassen. Knackpunkt ist meine Tochter. Wenn meine Partnerin trinkt hat die kleine Maus panische Angst. Da kann ich kaum auf Toilette gehen, da will sie mit. Bloß nicht mit Mami alleine sein. In trockenen Phasen bin ich dann fast abgeschrieben. Dann holt sie sich von Ihrer Mutter alle Liebe, die sie nicht bekommen hat. Im Kindergarten ist man der Meinung, dass sie bereits traumatisiert ist. Wer hat die Trennung schon vollzogen? Wie haben die Kinder das verkraftet? Wie geht es den Kindern nach der Trennung? Wie kann ich mit meiner Tochter die traumatischen Erfahrungen aufarbeiten?