Beiträge von kawi

    Zitat

    Menschen, die 20 Jahre trocken sind, haben ihr Verhalten nach und nach geändert und konnten so besser leben.

    Als ich trank habe ich nicht gelebt, aber heute lebe ich.

    Sicherlich habe ich auch mein Verhalten geändert, aber in erster Linie habe ich meine Einstellung zu mir geändert.

    Ich sehe die Alkoholsucht sehr wohl als unheilbare Krankheit an - aber an mir allein liegt es ob ich sie zum Stillstand bringe.

    kawi

    Zitat

    wie kann es sein, daß viele co-abhängige zunächst einmal schuld bei anderen (bzw. bei der/dem anderen) suchen?

    weil es einfacher ist? Ich bin Alkoholikerin und habe ich habe auch die "Schuld" bei anderen gesucht.

    Aber bei mir fing es an.

    Sich selbst einzugestehen, dass ich für mich verantwortlich bin und nicht mein Partner, oder wer auch immer - ist schon ganz schön schwierig und erfordert auch Mut, denke ich.

    Guten Morgen Jacky,

    leider kann ich Dir Angst davor nicht nehemn, ob er wieder rückfällig wird und auch nicht ob er anders sein wird.

    Aber von mir kann ich Dir sagen, dass es in meiner LZT klick gemacht hat und ich für mich trocken werden wollte und auch seit dem bin.

    Und ja ich habe mich verändert, da ich gelernt habe das ich nur für mich selbstverantwortlich.

    Ich finde toll das Du hier auf Deine Fragen Antworten suchst, aber ich denke auch, dass es wichtig ist, wie Ihr nach der Therapie miteinander umgeht.

    Wenn Du die Möglichkeit haben solltest, frag doch seinen Therapeuten ob er Dich teilweise mit einbinden kann, wenn er der Meinung ist das es ihn und auch Dir helfen könnte.

    Lg die kawi

    Ja so sehe ich es auch. Ich denke das der schwierigste Teil der Anfang ist. Sich selbst einzugestehen ich kann nicht mehr, ich kann es nicht allein schaffen, ich brauche Hilfe.
    Dat Jammern hilft nicht, sondern nur dat ändern.

    Ja,es ist auch ein lebenlanges Puzzle, nur als ich den Anfang machte- das war schwer. Nun hat sich im Laufe der Zeit auch ein bisschen Gewohnheit mit eingeschlichen - es ist nicht mehr schwer - und es macht auch Spass und auch einwenig stolz - zu sehen was ich alles kann.

    Ich finde das es wichtig ist, die Kleinigkeit für sich wahrzunehmen, weil ich konnte schon viel nur habe ich es für mich so nicht wahrgenommen, es war halt normal, nicht besonderes.

    Gehört nicht das schöne Erlebnis (was im Suff nicht wahrnahm), gehören nicht die Unstimmigkeiten -weil ich mich verändert habe und jetzt Mut habe darüber zu reden- nicht in mein trockenes Leben?

    Ich habe lernen müssen mich wahrzunehmen, mich zu realisieren, aber wie kann ich etwas ändern wenn ich es aussen vor lasse?

    Oder hab ich jetzt etwas falsch verstenden?

    Zitat

    Wo noch mehr Wert auf die therapeutische Art und Weise und das Zusammenspiel der verschiedenen kranken Faktoren gelegt werden muß um dauerhaft trocken zu werden. Was in der "normalen" Suchtbeahndlung nicht der Fall ist..
    ..

    Verstehe ich nicht, Karotte.

    Ist "gefärdet" nicht nur eine Schönfärberei und nicht wahrhaben wollen und was ist eine normale Suchtbehandlung?


    Ich hatte auch mal einen Therapeuten der mir sagte, "in ihrem Alter können sie nicht süchtig sein, sie sind nur gefährdet, einfach nichts mehr trinken, das wird schon."

    Ich war damals aber schon süchtig mit 23, schon längst süchtig, so wie ich heute weiss, und ich habe mich daran geklammert, hört sich auch besser an, exotischer für mich, was für ein Irrtum!!!!!!

    die kawi

    Hallo frozen tears ,

    wenn ich getrunken habe, war es mir egal was meine Umgebung dachte, es war mir wichtig meinen Kick zu haben und vergessen zu können, abtauchen zu können.
    Reden zu dem Zeitpunkt mit mir war zwecklos, artete aus. Weil ich mich nicht stören lassen wollte und ich fühlte mich stark. Ja ich war dann sehr verletzend und ......

    Wenn ich dann mal halb nüchtern war kam der große Jammer, aber einmal habe ich es geschafft während des Jammerns mir Hilfe zu holen und bin bis heute trocken.

    Meine heutige Devise, mit betrunken Menschen brauche ich nicht reden, kommt eh nicht an, wenn ich so an mich denke.

    die kawi

    Hallo,

    was hat mir geholfen?

    Die Verantwortung habe ich und damit auch die Pflicht mich selbst zu schützen. ( heute heißt es wir trinken nichts von ihm und wenn gefragt wird warum, dann ist das meine Angelegenheit). Aber ich muss es auch wollen.

    Vertrauen in den Partner ist eine wichtige Sache, auch wenn ich verstehe dass es nicht einfach ist und für beide Seiten auch ein Lernprozess.

    Och meno - ich weiss wie zum Anfang meine Mum immer in meine Nähe kam und schnüffelt, dass war echt anstrengend, oder wenns mir mal nicht gut ging´, oder sie war der Meinung, mir ginge es nicht gut – Du hast doch getrunken? Das hatte echt genervt.

    Ich habe mich sehr verändert, auch das war ein Lernprozess für alle Seiten, sicher auch kein einfacher.

    Wenn Ihr Hilfe und Unterstützung erhalten könnt, bitte versucht es denn ich denke es ist ein recht schwieriger Weg und denkt daran Ihr seit ganz tolle und liebenswerte Menschen, die auch wieder Lernen müssen an sich selbst zu denken, an erster Stelle. Ihr habt auch nur ein Leben.

    kawi

    Guten Abend Skybird,

    ich zu sein und ich zu fühlen ist sehr schwierig. Es geht um meine Ängste, meine Wünsche, meine Sorgen, meine Träume und um mein Leben und dass kann, nein musste ich lernen zu akzeptieren.

    In der LZT musste ich lernen, an mich zu gewöhnen, nicht an das was andere denken, sondern das was ich denke und fühle.

    Meine Therapeutin, sagte mir immer wieder nicht wir sondern ich. Ich „durfte“ Tagebuch schreiben, über mein Erlebtes, meine Gefühle und nicht was andere meinten oder dachten. Ich habe es einmal in Woche abgegeben und dann wurde darüber gesprochen. Es war aber ein langer Lernprozess, bis ich wirklich bei mir war. Ich sollte einen Lebensbericht von mir schreiben, ich konnte es nicht, stattdessen habe ich ein Bild mit vielen bunten, vorwiegend dunklen Kreisen gemalt. Erst nach ¾ meiner Zeit konnte ich meinen Lebensbericht schreiben und auch vortragen und das hat mich sehr viel Überwindung gekostet, aber ich habe es geschafft.
    Heute bin ich froh eine so konsequente, (die ich damals nicht wirklich gemocht hatte), Therapeutin zu haben.

    Das mir heute auch noch sehr wichtig.
    Ich schlucke sehr wenn ich höre oder lese wir denken, wir fühlen.... .
    Das passt mir nicht.

    Sicherlich rede ich mit LM, wir tauschen uns über unsere Gefühle, Meinungen aus – ich fühle nicht für ihn und er nicht für mich. Weil es jeder von uns auch anderes wahrnehmen kann und auch muss (sonst wäre es bestimmt auch langweilig :wink: ).
    Und das macht unsere Partnerschaft wertvoll für mich.

    Weist Du ich denke es ist hier im Forum wichtig nur von meinen Erfahrungen, Gedanken zu erzählen und dazu ist es mir auch wichtig in der ich Forum zu schreiben. Auch wenns nicht immer einfach ist, wenn Erinnerungen hochkommen - aber es ist meins.

    LG und einen schönen Abend die kawi

    Mahlzeit Skybird,

    ist ja interessant hier bei Dir.

    Ich finde dieses Thema ist im gewissen Sinne auch für mich als Alkoholikerin etwas.

    Als ich trank war ich mir selbst nicht nah, sondern nur dem Alkohol. Ich habe mich aufgegeben und eine Sturheit entwickelt, an meine Droge zu kommen. Aber da war nichts von Selbstwertgefühl, geschweige denn von Selbstbewusstsein, mh, kannte ich ja auch nicht.

    Ich musste lernen mich zu akzeptieren, mich zu mögen und auch irgendwann mich selbst zu lieben.
    Erst als ich dies konnte war meine ICH-Stärke da, denn ich habe mir vertraut und auch auch dem was ich kann und was ich bin.

    Dann kam die Phase wo ich aufgab, mich erniedrigen ließ, nicht mehr für mich lebte, und einem Anderem ( nicht etwas) in meinen Focus stellte.
    Vlt. war es auch eine Art Suchtverschiebung, weil ich mich nicht um mich kümmern musste, sondern ihn.

    Als ich es schaffte mich räumlich zu trennen, fing wieder das Lernen an. Aber ich empfand es für mich diesmal nicht als so krass, wie nach dem Alkohol. Sicherlich weil die Beziehung nicht so lange dauerte und ich ja auch nicht mein Gehirn vernebelt hatte.
    Und ich wusste es geht auch anders.
    Aber nun war ich misstrauisch, sehr misstrauisch.

    Aber rückblickend habe ich für mich aus dieser Zeit auch etwas sehr wichtiges gezogen – ich muss mich nicht abhängig machen, weder von etwas noch von jemanden, wenn ja dann nur von mir.

    Ich lebe gern, ich gebe wenn ich will und ich nehme wenn ich möchte.

    Hoffentlich bin ich jetzt nicht an Deinem Thema vorbei, aber das ging mir durch den Kopf als ich Deine Überschrift las.

    LG die kawi

    Hallo Kerstin,
    herzlich Willkommen hier im Forum, auch von mir.

    Du schreibst die ganze Zeit von Deinem Rückfall, aber ich sehe es nicht als Rückfall bei Dir, wenn Du schreibst:

    Zitat

    Gut, in der reha hab ich dann weggelassen, das ich noch 1x was trinken will (der rückfall),


    Du hast lediglich eine Trinkpause eingelegt.
    Deine ganze Therapie war für die Katz, wenn Du mit einer solchen Einstellung an eine Therapie herangehst.

    Zitat

    Ich bin sicherlich nicht die weisheit in person,


    siehste und dafür gibt es reale SHG´s und auch virtuelle SHG´s, aber m.E. geht es bei der Selbsthilfe nicht darum nur seine Meinung vertreten, sondern auch andere Sichtweisen anzusehen und dann auch anzunehmen.

    Zitat

    was sucht angeht, da ich ersttäter bin,

    Wobei möchtest Du denn Ersttäter sein?

    VG kawi

    Hallo Andrea,

    wenn ich Dich hier lese, muss ich als Frau sagen, mach dass Du weg kommst. Wenn Du schreibst

    Zitat

    er hat keinerei interesse an mir als person, mensch , er ist auf seinem eigenen planeten, von anfang an. ich habe das gefuehl das mein mann gerne kontrolle ueber mich haette,aber er ist unfaehig dazu und deswegen ein grund fuer ihn zu trinken, weil dann kriegt er ne reaktion von mir, wenn er nuechtern ist, dann spielt sich garnichts ab zwischen uns, und so wenn er trinkt dann ist drama,besser als nichts.

    Als Alkoholikerin muss ich sagen, dass mit der Alkohol wichtiger war, als meine Familie.
    Selbst wenn er im nüchternen Zustand weiss was er Dir antut wird er trotzdem immer wieder tun, solange er trinkt.

    Für ihn kannst Du nichts tun, wenn er es selbst nicht will, aber Du kannst etwas für Dich tun.
    Mußt Du Dir das "DRAMA" antun? Was ist daran besser?

    LG Kawi

    Mein 2008

    Es ist ein schönes Jahr gewesen, es ist ein anstrengendes Jahr gewesen, es ist ein aufregendes Jahr gewesen.

    Ich bin immer noch verliebt, manchmal habe ich das Gefühl es wird immer mehr. Es ist ein sehr schönes Gefühl. Es ist eine Partnerschaft mit gegenseitigen Respekt und offenen Augen und Ohren, in der ich mich wohl fühle, in der auch jeder seinen Freiraum hat.

    Auf Arbeit war dieses Jahr die Hölle los – aber vlt. habe ich es auch nur so empfunden – Frau wird ja nicht jünger. Aber es ist mein Traumjob.
    Die letzen Monate wurde es einfacher mit meiner neuen Kollegin, also hoffe ich für 2009.

    Ich habe sehr viel Zeit auf Arbeit verbracht, dass möchte ich für nächstes Jahr ändern – ich möchte mehr Zeit für uns haben – angefangen haben wir schon. Sonst haben wir immer erst Urlaub genommen, wenn es losging, dieses Jahr haben wir es anders gemacht, es ist schön – es ist neu.

    Ich habe das Forum gefunden und kann mich mit Betroffenen austauchen, ja zum Anfang war es schwierig, mich abzugrenzen, nicht zu sehr in meine Vergangenheit einzutauchen – ich weiß so vieles nicht aus meiner Kindheit – ich möchte aber auch nicht wissen warum. Es ist wie es ist.
    Seitdem ich hier bin habe ich auch weniger Albträume. Ich fühl mich gut

    Ich lebe jetzt und heute, die Vergangenheit kann ich nicht ändern – aber ich habe die Chance mein Leben zu gestalten wie ich es will. Und ich habe die Möglichkeit mit meinen Erfahrungen zu helfen. Das tut mir gut.

    Ich habe meinen Ausgleich wieder im Sport gefunden, es tut mir gut, es macht mir Spass.

    Ich wünsche mir für 2009 weiter trocken zu bleiben, das alle meine Lieben gesund bleiben, ich wünsche mir Frieden und ich wünsche mir auch Freiheit – für alle die sich gefangen fühlen und gefangen sind.
    Ich wünsche mir dass sich jeder einzelne mit den nötigen Respekt vor sich selbst hat und sein Leben in die Hand nimmt, auch wenn´s schwer fällt.

    Ich habe vor kurzem geschrieben, macht es das Leben nicht lebenswert dass wir uns verändern, ich würde hier noch weitergehen: macht es nicht das Leben lebenswert, dass ich mein Leben leben kann, so wie ich es möchte und dass ich mit 37 auch eine andere Sichtweise auf mein Leben habe, als mit 27 oder auch mit 47……..
    Doch es ist ein schönes Leben und ich lebe nur einmal. Sicherlich gibt es auch Momente die nicht so schön sind, wegen Trauer und Krankheit aber sie zeigen mir auch die schönen Seiten intensiver leben zu wollen und auch zu müssen.

    Ich wünsche allen einen schönen Jahreswechsel, ich bin froh Euch kennen gelernt zu haben und das
    Ihr mein Leben ein Stück begleitet und ich auch Eures begleiten darf.

    Und ich wünsche auch Kraft, Stärke, ja und auch Willen –ohne Willen geht es nicht, sich zu verändern – das jeder den Weg geht, den er sich vorstellt.

    Morgen geht es in den Urlaub und ich freue mich darauf.
    die kawi

    Hallo lieber Lütze,

    ich weiss das mein Mann mich nie mit einer solchen Überraschung überraschen würde.
    Wir fliegen am 31. in der Urlaub, bei der Buchung der Reise hat er hin- und her telefoniert, dass wir nicht an der Silvesterparty teilnehmen, und dass in unserer Minibar nur alkoholfreie Getränke stehen.

    Wir werden mit Freunden ohne Alkohol am Strand den Jahreswechsel erleben.

    Lieber Lütze, ich weiss wie sehr Du Dir gewünschst hast mit ihr wieder zusammen zu kommen, aber Lütze ist es jetzt so wie Du Dir es vorstellst? Wie wird es 0 Uhr wenn ihr gemeinsam ins das neue Jahr kommt? ..........

    Das ging mir so durch den Kopf.

    LG kawi

    Guten Morgen Chaosimleben,

    wichtig ist dass Du im Kopf keinen Rückzieher machst. Der Rückfall fängt im Kopf an.
    Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass Du nach Auswegen suchst, dass Du Bammel hast schon eher.

    Du bist ein ganz toller wichtiger Mensch, der versucht sein Leben neu zu leben - davor brauchst Du keine Angst zu haben und Dich davor auch nicht schämen.
    LG kawi