Beiträge von TotesHerz

    Hallo Dinchen.

    Viel von dem was du da beschreibst kenne ich gut.
    Du scheinst da aber, wie du schon selber gesagt hast, eine ganze Menge verdrängt zu haben. Ich denke, diese Dinge wirst du unweigerlich aufarbeiten müssen. Es sind ja genau die Dinge, die man am weitesten runtergeschluckt hat, die einem dann auf dem Magen liegen, nicht wahr?
    Ich lasse mich ebenfalls Psychologisch betreuen, bisher ohne Medikamente. Denn die Medikamente dienen ja nur der "Symptombekämpfung". Das kann kurzfristig helfen.

    Mach dir keine zu grossen Sorgen, es ist ja nicht so, dass der Therapeut die Dinge gewaltsam aus dir rausreisst, die du noch für dich behalten willst. Angenehm ist es sicher nicht, aber das sind Profis, die dir mehr helfen können, als du es dir im Moment vielleicht vorstellen kannst.

    Wie ist denn das Verhältnis zu deinen Geschwistern?
    Kannst du mit ihnen denn über das geschehene reden?

    Alles Gute von mir für Dich!

    Hallo Hans.

    Du sprichst mir aus der Seele.
    Glaub mir, mein Hass ist so riesig, ich könnte täglich ko...en!

    Ich muss mich hier ständig zusammenreissen, ich lese zum Teil beiträge von Alkies und könnte schreien weil mir dabei die Galle hochkommt wegen all den heuchlerischen Sprüchen.
    Ich muss dann weg vom Pc, weil ich sonst ganz bösartige Antworten auf manche Beiträge schreiben würde.

    Ich weiss, dass dieser Hass begründet und normal ist.
    Allerdings ist er nicht gesund für mich.
    Und was für mich gut ist, ist jetzt alles was zählt. Ich war viel zu lange ein Teil von dem Teufelskreis.

    Der Hass macht unser Leben nicht besser, Hans.
    Er gibt uns das, was wir gebraucht hätten nicht zurück.
    Wir müssen einen Weg finden, Dampf abzulassen und unser Eigenes Leben zu leben. Ohne den Alkie und alles negative, dass er mit sich gebracht hat.

    Interessant, dass du "Zombie" erwähnst. Ich leide seit Jahren unter krassen Zombie-Alpträumen.

    Warum sollte ich meine Würde verletzt sehen?

    Ich war es nicht, die zur Flasche griff.
    Ich war es nicht, die andere Leute kaputt machte.
    Ich war es nicht, die ihre Kinder vernachlässigte.
    Ich habe all diese Schrecklichen Dinge nicht getan.
    Ich hätte NICHTS tun können, es war nicht MEINE Entscheidung.

    Aber ich bin davongekommen.
    Und zwar weil ich begriffen habe, dass das alles nichts mit MIR zu tun hat. Weil ich begriffen habe, dass ich ein eigenes Leben haben will.
    Weil ich auf dem Weg bin, mir dieses Leben zu holen!!

    An alle hier sage ich:
    HOLT EUCH EUER LEBEN!!!
    IHR HABT UNMENSCHLICHES DURCHGEMACHT, UND IHR SEID IMMERNOCH DA! IHR SEID DIE GRÖSSTEN!!!

    Hallo Leute.
    Meine Mutter ist Alkoholiker, seit ich im Kindergartenalter war.
    Sie war immer sehr agressiv und hat mich und meine Geschwister häufig geschlagen und bedroht. Es gab nicht einen Tag, an dem ich nicht Angst hatte. Ich habe auf so vielen Wegen versucht Hilfe zu bekommen. Zum Beispiel als ich 12 war, da hab ich mich an eine Frau vom Jugendamt gewandt. Sie rief bei mir zuhause an und sagte: "Ihre Tochter sagt, sie wird von ihnen geschlagen, stimmt das?" Mit dem "Natürlich nicht" meiner Mutter war die Sache dann für sie erledigt. (Und ich hatte die Hölle auf Erden)
    Ich war bei Pädagogen, bei Freunden meiner Mutter, einmal als es besonders schlimm war und sie drohte, mich umzubringen, ging ich zur Polizei. Der Polizist sagte mir, ich solle mich an die Frau vom Jugendamt wenden, die ich oben schon beschrieben habe. Da bin ich gleich wieder gegangen.

    Ich habe nie nachvollziehen können, warum meine Mutter zu saufen angefangen hat. Mein Vater war immer sehr liebevoll und engagiert, (der feige Hund hat aber nie etwas gegen sie unternommen, sondern immer nur den Kopf in den Sand gesteckt. Ich glaube er hat sie trotz allem geliebt) wir hatten genug Geld, sie hatte mal einen guten Job, der ihr Spass machte, und all das hat sie weggeworfen.

    Ich habe schon lange kein Mitleid mehr mit ihr, ich hasse sie von Herzen.
    Ich habe seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr, sie ruft zwar ab und zu noch an um mich zu beschimpfen, aber ich gehe gar nicht mehr ran oder hänge sofort wieder auf.

    Einfach alle wussten was bei uns zuhause los war, aber keine Sau hat etwas gemacht. Ich könnte vielen Leuten im Ort hier an die Gurgel gehen, weil sie mich immernoch mit mitleidigem Blick nach dem Befinden meiner Mutter fragen. (Meistens antworte ich: Wenn der Teufel will, lebt die noch ewig) Ich habe einen regelrechten Hass auf alle Menschen entwickelt. Dabei will ich das doch gar nicht. Ich will endlich mein eigenes Leben leben, ohne ständig alte Wut in mir zu haben.

    Nun bin ich 25 und werde selber bald Mama.
    Eigentlich geht es mir sehr gut, ich freue mich riesig auf das Baby, aber ich habe Angst, dass ich meine Scheiss-Kindheit in irgend einer Art an sie weitergebe.

    Mein Kind soll unbefangen auf andere Menschen zugehen können, Freunde finden, einfach unbeschwert Leben. Ich habe Angst, dass mein Kind meine Abneigung gegen andere Menschen spürt und sich daran ein falsches Beispiel nimmt.
    Ich bin nun in Psychologischer Behandlung, aber ich wache immernoch mitten in der Nacht auf und denke an die ganze Scheisse, die ich erlebt habe. Dann kriege ich Herzrasen und eine solche Wut, dass ich nicht mehr einschlafen kann.

    Andere Alkoholiker erkenn ich aus einem Kilometer gegen den Wind, auch wenn sie gerade nicht voll sind. Ich muss mich dann beherrschen und die Strassenseite wechseln, sonst würde ich wohl mal noch einen totschlagen. Das alles macht mir Angst. Ich will gar nicht sowas denken müssen.

    Ich will die ganze Scheisse endlich hinter mir lassen.

    Danke fürs zuhören.