Beiträge von Kopfmensch

    Ich weiß nicht, was mich geritten hat. Wahrscheinlich die Co-Abhängigkeit. Ich habe mich erneut auf meinen Ex eingelassen. Anscheinend habe ich ihn bis heute nur verbal, aber nicht innerlich losgelassen. Wir sind uns auch körperlich nahe gekommen. Danach ist er mitten in der Nacht (5 Uhr morgens) aufgesprungen und hat gesagt, er muss gehen. Ich war total perplex und habe ihn gefragt, ob das etwas mit mir zu tun hätte. Er hat nein gesagt. Ich habe nochmals gefragt, was los sei und da hat er mir gesagt, dass mittlerweile eine Untermieterin in sein Haus eingezogen sei und sie Sex hatten. Er müsse mir das sagen, weil ich ihm mit Wärme begegnet wäre an dem Abend.

    Sie hätte sich von ihrem Ex getrennt, aber sie wären nicht zusammen, wären eine WG. Mein Magen hat sich total verkrampft. Dann ist er gegangen. Wir haben anschließend noch 1,5 Std. telefoniert als er zu Hause angekommen ist. Er hat mir erzählt, wie er sich gefühlt hat, nachdem ich 1000 Mal Schluss gemacht habe. Und mir gesagt, dass wir es langsam angehen sollten. Ich war wieder total "drauf" und gefangen in meiner emotionalen Co-Abhängigkeit. Ich habe mich gewunden wie ein Aal und einen auf Lieb-Mensch/ Lieb-Kind gemacht. Bin abgerückt von allem, was ich bis dato für mich errungen habe. Habe ihn wie ein Psycho mit Anrufen und SMS-Nachrichten bombadiert und das ganze Register an Manipulationsvarianten gezogen. Weil ich jetzt eine leibhafte Konkurrentin hatte. Das Alkproblem geriet völlig in den Hintergrund. Seit Montag, wo es passiert ist, hatte ich nur quälende Gedanken an die Beiden, die sich jetzt gefunden haben. Mir geht es total schrecklich. Es fühlt sich an, als werde ich zerrissen. Bin völlig hilflos, obwohl ich schon die Notbremse gezogen und die Sache beendet habe. Er hat mir ein Spiel angeboten, das nicht meins ist. "Mal abwarten wie Du Dich verhälst, ob Du gefügig bist und ich entscheide, ob es mit uns weitergeht." Ich habe 1.000 Vorwürfe erhalten. Fühle mich schuldig, gleichzeitig verletzt und bin stinkwütend auf mich selbst, auf ihn auch eifersüchtig, weil ich allein bin und er, wenn er nach Hause kommt, diese Frau hat zum Reden, körperliches Vergnügen etc.

    HILFE!!!!Ich bin krank, meine Kraft lässt nach und finde noch keinen Weg daraus. Warum tut das so weh?

    Kopfmensch

    Hallo Emma,

    ich danke Dir für Deine Sichtweise. Ob Du Dich verläufst, das weißt Du erst hinterher...also traue Dich ruhig und genieße;-) zumal sind gute Gespräche eine Bereicherung.

    Ich habe mich dem männlichen Geschlecht auch nicht gänzlich entsagt - ich flirte hier und da und gehe sehend durch den Tag. Dennoch weiß ich für mich, dass ich erstmal diese Stabilität in mir finden und zur Ruhe kommen möchte. Noch bin ich viel zu unruhig und nicht klar. Das ist nicht gut und würde mich eher dahin bringen, mich auf mein Gegenüber zu fixieren.

    Es wird der Tag kommen, wo dies ein Ende hat. Das sagt mir meine innere Stimme. Sie ist meine Stärke und hat damals auch dafür gesorgt, dass ich das Alkoholproblem meines Freundes gesehen und für mich als (lebens)bedrohlich eingestuft hat. Sie hat mich dazu bewegt, diese Beziehung sehend zu beenden und zu gehen.

    Ich kriege momentan am Wochenende häufig Panikattacken und mein Ziel ist es, diesen auf den Grund zu gehen, sie auszuhalten. Das heißt nicht, dass ich mich in mein stilles Kämmerlein zurückziehe. Dafür bin ich viel zu neugierig auf das Leben und unternehme mit anderen die unterschiedlichsten Dinge. Aber es heißt nicht mehr wegzulaufen und das Bewusstsein zu erweitern - den Moment als höchstes zu genießen. Dabei hilft mir schon jetzt das zuletzt empfohlene Buch, z. B. wenn ich sage: ich bin allein und keiner unterstützt mich. Die Autorin empfiehlt, sich selbst die Frage zu stellen "Stimmt das?" und genauer hinzusehen. Das stimmt nicht: da draußen sind Menschen, die mich jeden Tag unterstützen und sei es der Straßenreiniger, der dafür sorgt, dass die Innenstadt schön ist oder der Bäcker, der dafür sorgt, dass ich ein leckeres Frühstück habe. So kennen wir viele Menschen zwar nicht persönlich, aber sie sind für uns da. Das hilft bei der Bewusstseinsveränderung und hilft öfter zu lächeln und sich nicht einsam zu fühlen.

    Einen schönen besinnlichen 2. Advent mit netten Menchen um Euch herum - Tanja

    Eine Freundin (die sich verändert hat u. beim letzten Treffen viel offener u. entspannter war) hat im Gespräch von einem Buch erzählt, dass ihre Sicht auf ihr Leben verändert hat, weil es zeigt, wie gefangen wir doch alle in unserer Gedankenwelt sind - in Gedanken, die nichts mit der Realität zu tun haben, diese aber beeinflussen, weil wir den Gedanken glauben. Ich habe es mir gekauft und allein Vorwort und Einleitung haben bereits etwas bewegt. Es heißt: "Ich brauche deine Liebe - stimmt das?" Der Leser wird aufgefordert alles, was ihn negativ bewegt (mittels 4 Fragen/ Perspektiven) zu hinterfragen - so erhält er eine andere Sichtweise auf oftmals festgefahrene u. schmerzliche Themen und Stationen in seinem Leben.

    Einen schönen + angenehmen Wochenausklang - Kopfmensch

    Eine Freundin (die sich verändert hat u. beim letzten Treffen viel offener u. entspannter war) hat im Gespräch von einem Buch erzählt, dass ihre Sicht auf ihr Leben verändert hat, weil es zeigt, wie gefangen wir doch alle in unserer Gedankenwelt sind - in Gedanken, die nichts mit der Realität zu tun haben, diese aber beeinflussen, weil wir den Gedanken glauben. Ich habe es mir gekauft und allein Vorwort und Einleitung haben bereits etwas bewegt. Es heißt: "Ich brauche deine Liebe - stimmt das?" Der Leser wird aufgefordert alles, was ihn negativ bewegt (mittels 4 Fragen/ Perspektiven) zu hinterfragen - so erhält er eine andere Sichtweise auf oftmals festgefahrene u. schmerzliche Themen und Stationen in seinem Leben.

    Einen schönen + angenehmen Wochenausklang - Kopfmensch

    Liebe Silke,

    ich danke Dir für Deine Gedanken. Ich sehe das auch so, ich kann von einem anderen nichts verlangen, dass ich selbst nicht geben kann. Ich habe an mir selbst beobachtet, dass ich in den vergangenen Monaten immer Panikgefühle hatte, wenn er sich wieder gemeldet hat und ich verlangte von ihm (da ich mich getrennt habe), mich endlich in Ruhe zu lassen. Dabei bin ich es, die ihn in Ruhe lassen muss. Das habe ich nicht getan. Und es fühlt sich wieder gut an, weil ICH damit etwas für mich bewegen kann.

    Es geht mir heute Abend schon bedeutend besser. LG Tanja

    Mein Therapeut hat meinen Kontakt zum Ex als Rückfall deklariert und mich mit einem Alkoholabhängigen verglichen, der versucht dem Stoff zu widerstehen und plötzlich doch wieder trinkt. Ich fange in puncto Abstinenz und Loslassen also wieder bei 0 an. Dennoch frage ich mich, was ist das in mir? Im Gespräch mit einer Freundin haben wir festgestellt, dass es nach jedem Beziehungsende etwas Schönes gibt, das man vermisst. Daran denkt man aber meistens nur, wenn man gerade Solo ist. Dann empfindet man es doppelt so stark und es entwickelt sich eine SehnSUCHT nach Gewohntem. Darin besteht die Versuchung und die Rückfall-Gefahr.

    Bekannte empfehlen mir die Ablenkung mit einem neuen Mann. Permanent werde ich nach einer neuen Liebe gefragt. Dazu bin ich aber noch nicht bereit, weil ich emotional noch nicht clean bin.

    Fühle mich heute mies und unsicher. Kopfmensch

    Hallo Belinda,

    ich kann genau nachempfinden, was Du meinst mit, Du wünscht Dir auch mal allein zu sein und wenn es dann soweit ist, überfällt Dich das Gefühl der Einsamkeit.

    Mir geht es manchmal so, dass ich mich verabrede und wenn der Tag kommt, ich auch wieder absage, weil ich mit dem Treffen überfordert bin. Andererseits habe ich auch diverse Mal erlebt, dass es gut war, trotz des komischen Vorabgefühls Verabredungen einzuhalten und wurde angenehm überrascht.

    Ich bin übrigens Tochter eines Alkoholikers und einer Co mit einer zwei Jahre jüngeren Schwester. Als Kind/ Teenager hatte ich auch die Vermittlerrolle, habe zudem die Launen meines Vaters abbekommen, stellvertretend für eine Mutter, die mich mit ihm hat in der Küche sitzen lassen. Mein Vater hat mir sein verkorkstes Weltbild erklärt und sich damit gebrüstet, was er in jungen Jahren schon alles geleistet hat. Ich habe bereits damals in Eigenrecherche innerhalb der Familie die Realität aufgedeckt ohne mir über seine Alkoholsucht bewusst zu sein. Ich habe aber als Kind schon immer alles kritisch hinterfragt. Das ist heute gleichzeitig eine Stärke - nicht alles zu glauben, was mir andere erzählen. Aber auch gleichzeitig Schwäche, weil ich auch, wenn jemand die Wahrheit sagt, misstraue, weil ich das emotional schwer unterscheiden kann, basiere ich alles auf Fakten und Kontrolle.

    Als Teenager habe ich rebelliert und mich bereits ansatzweise Ängsten gestellt. Mein Vater hatte immer das Spiel "Ich verlasse Euch und Eure Mutter ist schuld". Als Zeichen hat er seine Stereoanlage abgebaut und unter dem Arm in Richtung Tür transportiert. Als Kind habe ich ihn angefleht, nicht zu gehen. Da begann meine Verlustangst. Im Laufe von Jahren merkte ich, die Erpressung, die dahinter steckte. Als Teenager habe ich ihm dann ins Gesicht gesagt: "Dann hau doch ab". Daraufhin hat er mir eine geknallt. Ihm gegenüber hatte ich immer eine eigene Meinung. Mit 18 bin ich mitsamt meiner 16-jährigen Schwester und Hilfe vom Jugendamt ausgezogen.

    Jeder Mensch hat ein Recht glücklich zu sein - unabhängig von anderen.

    Liebe Grüße Kopfmensch

    Hallo zusammen,

    hier mein Beitrag:

    1. Das Gefühl mich andauernd zu erklären zu müssen.
    2. Das Gefühl keine Fehler machen zu dürfen aus Angst vor Bestrafung oder Ablehnung, weil mein Gegenüber mich nicht versteht.
    3. Drüber nachzugrübeln, was ich tun kann (Verstellung), um der Beurteilung zu entgehen.
    4. Mich fast nur als angenehm zu empfinden, wenn mich andere positiv spiegeln und dann aber nicht damit umgehen zu können, z. B. bei Komplimenten (Optik, Leistung etc.).
    5. Andere Meinungen gelten zu lassen, ohne mich abgelehnt zu fühlen.
    6. Dinge nicht auf sich beruhen zu lassen, sondern den Drang nach dem letzten Wort zu haben als sauberen Abschluss.
    7. Nicht erkennen zu können, wenn ein anderer meine Grenzen überschreitet und schon viel zu weit geht
    8. Nicht für andere zu denken und zu handeln, sondern ganz einfach abgrenzend aufzuzeigen, dass ist Deine Sache.
    9. Alles hinterfragen und analysieren
    10. Mich im Vertrauen fallen zu lassen und unbeschwert sein
    11. Glauben zu können, dass nach einem glücklichen Moment ein nächster erfolgt ohne dieses beschleichende Gefühl "Dauer-Lauer"

    In meiner Suchtfamilie wurde ich als liebes Mädchen betitelt, weil ich so anspruchslos, kaum wahrnehmbar, da sehr schüchtern oder eher eingeschüchtert und manipulierbar durch Zuneigung, Kuscheln, Angstmechanismen etc.

    Soweit erstmal - liebe Grüße Kopfmensch

    Ich werde das Thema in der nächsten Therapiesitzung ansprechen, obwohl mich mein Therapeut vor Behandlungsbeginn vor die Wahl zwischen meinem Ex und der Therapie (Psychoanalyse) ohne Ex gestellt hat. Mir ist klar, dass ich die Beziehung nicht fortsetzen will, dennoch passieren mir auf meinem Weg gewisse Ausfallschritte, die mir auf der anderen Seite auch wieder etwas bringen. Mir werden gerade zwei meiner Co-Knöpfe deutlich:

    1. Das Gefühl mich andauernd zu erklären zu müssen
    2. Das Gefühl keine Fehler machen zu dürfen aus Angst vor Bestrafung oder Ablehnung, weil mein Gegenüber mich nicht versteht

    Ok, werde jetzt bei einem Spaziergang am Meer meine Seele erfrischen - einen schönen Adventssonntag - Kopfmensch

    Ich hatte vor ein paar Tagen das Bedürfnis, meinem Ex mitzuteilen, dass ich unsere guten Gespräche vermisse. Mir war einfach danach. Es entsprach der Wahrheit. Ich habe nicht darüber nachgedacht. Nach einer SMS, in der er mir mitteilte, dass meine SMS unpersönlich gewesen wäre, habe ich ihn angerufen. Wir haben uns hauptsächlich über berufliche Dinge unterhalten. Dann kam eine SMS mit der Frage, ob wir uns am Samstag zum Quatschen treffen wollen. Das habe ich nicht beantwortet. Ich hatte Donnerstag einen wichtigen Jobtermin in Berlin, den ich erfolgreich gemeistert habe. Komischerweise hatte ich das Bedürfnis ihn (? wieso weiß ich nicht) anzurufen, um ihm von dem erfolgreichen Termin zu erzählen. Wir haben eine halbe Stunde lang nur über Berufliches gequatscht. Das tat gut. Freitag war Funkstille. Ich hatte jedoch seine SMS noch im Kopf. Samstag habe ich dann ein Treffen vorgeschlagen. Er schrieb zurück „habe noch einige Dinge zu erledigen, komme heute Abend in Deine Stadt“. Er ist nicht erschienen. Es kam weder eine Absage noch irgendetwas. Jetzt ist Funkstille und mir ist wieder bewusst geworden, dass jeglicher Kontakt und nicht Eingehaltenes die alte Unruhe in mir erneut erzeugt und ich ganz weit von mir entfernt bin. Ich habe mich so elendig gefühlt gestern Abend, weil mir wieder deutlich wurde, dass Worte nichts bedeuten. Ich bin einfach noch nicht weit genug entfernt und stabilisiert, um es neutral zu sehen. Ich frage mich jetzt, warum habe ich ihn angerufen, was ist da in mir, dass ich ausgerechnet ihn und keinen anderen Menschen kontaktiere?

    Wer versteht das und kann mir helfen, mein Verhalten zu reflektieren?

    Ein grübelnder Kopfmensch

    Heute ist der Xte Tag nach Beendigung dieser Beziehung und ich bin glücklich. Wie bereits erwähnt, lese ich parallel in dem Buch Die Liebesfalle und erkenne mich und meine Störungen darin wieder. Zwischendurch fließen Tränen, aber diese bringt mich näher zu mir selbst und ich erkenne, wie meine frühkindlichen Störungen in meinem Erwachsenenleben wirken und was ich für meinen Teil meinen Beziehungspartnern im Namen des "Deckmäntelchens Liebe" angetan habe. Unbewusst habe ich von allen verlangt, dass sie mir endlich das geben, was meine Eltern nicht konnten. Ich sehe jetzt auch, wie wichtig es ist, dass ich mir Dinge wieder und wieder bewusst mache und hinterfrage, ist das eine alte Wunde (ist es meistens) oder stammt das Unwohlsein aus der Gegenwart. Der Kopfmensch

    Ich lese derzeit ein Buch: "Die Liebesfalle - Spielregeln für eine neue Beziehungskultur". Es hilft mir, meinen kranken Anteil und die früheren Verletzungen verbunden mit der Hoffnung auf Erlösung, die ich bisher in all meinen Beziehungen auf den Partner übertragen, aber nicht gefunden habe, zu verstehen. Es setzt in mir alte aufgestaute Gefühle frei. Und schafft ein neues Bewusstsein - ein weiteres Werkzeug auf meinem Weg...Kopfmensch

    Liebe Mini24, lass ihn los - auch in Gedanken. Wenn Du daran denkst, was beide wohl zusammen haben, was ihr nicht mehr habt, hängst Du schon voll drin im Gefühlskarussel. Du tust Dir selbst doch nur weh damit. Und von dem Schmerz, willst Du doch weg. Es wird eine Zeit kommen, da bist Du davon befreit. Einen schönen Abend - Kopfmensch

    Hallo ein Mädchen,
    mein Ex-Freund hat bis jetzt auch noch nicht loslassen können und ruft hin und wieder an. Ich denke, das beste bei einer räumlichen Trennung und auch leichter, weil man sich nicht täglich sieht, ist der totale Kontaktabbruch. Auch, wenn der andere in einem keine positiven Gefühle mehr auslöst, die ein mögliches erneutes Einlassen zur Folge haben, reichen doch die negativen Dinge aus, um sich zu ärgern. In Deinem Fall kommt noch die Bedenken vor Übergriffen hinzu. Je weiter weg Du Dich von ihm entfernst, um so besser wird es Dir gehen und umso näher kommst Du wieder an Dich selbst, Dein Leben heran. Liebe Grüße Kopfmensch

    Meine Eltern waren 25 Jahre verheiratet. In dieser Zeit hat mein Vater (Alkoholiker) 1000 Mal gesagt, dass er nicht mehr will, dass es am besten ist, er macht Schluss mit dem Leben. Ein Feigling ist er gewesen, der das benutzt hat, um sich aus der Verantwortung zu ziehen. Mein Vater trinkt heute noch und ist mit einer neue Co-Abhängigen bereits seit vielen Jahren verheiratet. Wahrscheinlich hat sie diese Worte auch schon zig Mal von ihm gehört.

    Hallo,
    er hat niemanden, um sich abzureagieren. Deshalb bist Du sein Sandsack, aber nur, wenn Du es zulässt, funktioniert das Spiel. Ich weiß das es schwer mit der Abgrenzung, weil ihr zusammen lebt und Euch täglich begegnet. Bleib auf Deinem Weg, auch, wenn er Dir Felsbrocken in den Weg wirft, gehe unbeirrt weiter. Liebe Grüße von Ost- an Nordsee - Kopfmensch

    Habe für mich entschieden, dass ich erstmal die Therapie, die ca. 2 Jahre dauern wird, durchziehen werde. Bevor ich einem neuen Mann begegne, will ich mir erstmal selbst begegnen und für mich eine klarere Haltung gewinnen. Im Umgang mit gegenwärtigen Verehrern, die alle irgendwo auch beschädigt sind und daher auf meine inneren Muster reagieren, habe ich schon deutliche Fortschritte gemacht. Mein Problem ist nämlich u.a. konsequent bei meinen Entscheidungen zu bleiben ohne Rechtfertigung und mich nicht wieder durch Gesprächsverwicklungen umstimmen zu lassen. Ein Kandidat, zu dem ich meinerseits den Kontakt abgebrochen habe, da er mir unangenehm ist, versucht immer wieder an mich heranzukommen, da er hofft, dass vielleicht doch etwas geht. Eine Falle, in die ich als Co gern tappe, ist mein Erklärungswunsch, praktisch die Portion mehr an Informationen, durch die ich dann wieder emotional kippe und in meine alte Rolle verfalle. Wie gesagt, daran arbeite ich momentan. NEIN heißt NEIN.
    Kopfmensch

    Hallo Avalon,

    habe gerade das von gestern Abend gelesen. Mir fällt dzu ein, dass mein Ex es nicht ertragen konnte, mich in ruhigen, etwas (Lesen, Essen, im Garten arbeiten) genießenden zu erleben. Er musst sofort durch irgendetwas diese Muße-Momente zerstören. Einmal hat er mich heftig gekniffen. Das fand ich nicht lustig. Genaus wenig, wenn er mich gekitzelt hat, denn es hatte wenig Spaß-, sondern eher Verletzungscharakter und war ohne jegliches Feingefühl.

    Wie ich bereits erwähnt habe, befinde ich mich derzeit in Therapie und ich rede ich ganz viel über meine Ex-Beziehung, da diese doch auch ein Schlüssel und der Grund ist, mich nochmal ganz tief mit mir und meinen alten Wunden zu beschäftigen. In puncto Wut ist herausgekommen, dass in uns oftmals alte Wut steckt, die wir jahrelang per Verdrängung (bildlich: „Deckel drauf) irgendwohin haben verschwinden lassen. In gegenwärtigen Streitsituationen mit Partnern z. B. kommt das Alte hoch und wir reagieren es an dem Anderen ab. Das gilt für beide Seiten. Auch der Alki, der vielleicht sein Leben lang alles in sich hereingefressen hat und mit der Droge versucht, zu deckelen, hat und braucht diese Momente der Wutentladung. So stehen sich praktisch zwei Wütende gegenüber, die, wenn keiner aussteigt und sich abgrenzt, bis zum bitteren Ende ihren Kampf austragen. Man benutzt sich praktisch als Ventil für die innere Unzufriedenheit.

    Das beste, was ein Mensch für diese Welt tun kann, ist sich selbst glücklich zu machen und Tag-für-Tag auf`s Neue daran zu arbeiten. So entstehen auf dieser Welt ganz viele Glücksinseln. Klingt jetzt vielleicht ein wenig philosophisch...

    Kopfmensch

    In dem Moment, wo er die Worte gesagt hat, waren sie wahrscheinlich auch ehrlich gemeint. Aber betrachte mal die Worte genauer "Ich kann nicht leben ohne Dich" ist eigentlich ganz schön krass. Jeder Mensch sollte unabhängig von einem anderen Menschen leben können. Ewige Liebe oder eine ewige Beziehung kann man nicht garantieren. Beziehung ist Arbeit von Seiten aller Beteiligten ohne Anspruch auf Dauer.

    In unserem Fall kommt noch dazu, dass wir selbst Süchtige sind, die mit Süchtigen eine Beziehung eingegangen sind. Unser Weg zur Freiheit geht über Akzeptanz, Loslassen, Selbstfindung usw. Beim Abschiednehmen entstehen bei uns wie bei einem Drogensüchtigen Entzugserscheinungen. Das durchlebst Du jetzt. Neben dem Erdrückenden, ist nach dem Aus auch das, wenn auch noch so wenig Gute, weg. Daran versuchen wir festzuhalten. Womöglich auch an dem Schmerzmuster aus der Kindheit. Das geschieht allerdings unbewusst. Es ist die Geschichte hinter der Geschichte. Wir erklären uns wie ein Alki, warum wir noch ein wenig von unserem Suchtmittel (Beziehung) brauchen: „Es gab auch tolle Momente“, „Er hatte eine schlechte Kindheit“, „Er ist ein guter Mensch“, „Eigentlich verstehen wir uns gut, wenn nicht der Alk wäre“ und schwupps sitzen wir wieder drin – es ist eine emotionale Falle.

    Imgrunde gibt es keine Erklärung, die als Pflaster für unsere Seele herhalten kann. Die Zeit und der Weg zu Dir kann aber helfen, die Wunden zu heilen. Ich merke das an mir selbst.

    Kopfmensch