Beiträge von bluevelvet

    Hallo aniramhund,
    es ist traurig, dass man immer wieder die Erfahrung machen muß, dass der Alkohl stärker ist als die Liebe. Dabei hast du wieder soviel Vertrauen investiert und wozu? Um nun wieder enttäuscht zu werden.

    Du schreibst, dass du unter Angstzuständen leidest, und Existenzängsten. Die Angstzustände werden mit dem verlassen des Partners nicht automatisch aufhören. Vielleicht solltest du einen Schritt nach dem Anderen machen. Wie Tihaso schon schreibt, bei der ARGE findst du Hilfe, ich arbeite in dem Laden. Jetzt eine Arbeit zu suchen und eine Wohnung, kann dich auf der einen Seite ablenken ich befürchte aber eher das es dich in der jetzigen Situation überfordert und du von deinem eigentlichen Vorhaben abkommst. Ein neuer Job braucht eventuell deine volle Aufmerksamkeit, ob das jetzt die richtige Zeit dafür ist? Kommt darauf an was du machen willst. Wenn du den Schritt wagst ihn zu verlassen, würde ich mir erst eine Wohnung suchen, erst mal ein wenig zur Ruhe kommen und dann eine Arbeit suchen. Sie soll dir ja auch ein wenig Freude machen und nicht noch zusätzlich belasten. Übernimm dich nicht, trotz aller Existenzängste. Aber das kannst du selber sicher besser für dich entscheiden.
    Ich wünsche dir viel Mut
    LG bluevelvet

    Hallo smax
    das ist wirklich hart und verdammt verletztend.
    Das sie nach neun Tagen schon wieder rückfällig geworden ist, sollte dir aber auch zeigen, dass sie sich nicht auf die Therapie eingelassen hat, sondern auf jemand anderen. Sie hat ihre Zeit definitv nicht genutzt und das Karussell dreht sich von neuem.

    Ich weiss wovon ich spreche. Ich habe vor 3 1/2 Jahren Therapie gemacht und bin seither trocken. Ich habe damals um Hilfe gebettelt, ich wollte nicht mehr so weiterleben, dann wäre ich lieber gestorben. Ich denke jeder muss seine persönliche Gosse finden, sonst ist jede Therapie für die Katz.

    Ich glaube du handelst sehr richtig, auch den Kindern zu liebe. Vielleicht wacht sie ja doch noch auf.

    Liebe Grüße bluevelvet

    Hallo Chopin,

    ich habe deine Geschichte ein wenig verfolgt und kann dein Verletztsein sehr gut nachempfinden. Wir lieben die, die uns am meisten verletzten. Ich schließe mich dem Zählen deiner Tage an,vielleicht hilft dir das ein wenig, ich weiß wie schwer es ist nicht zum Hörer zu greifen.
    Ich wünsche dir viel Kraft und Zuversicht.
    LG bluevelvet

    Hallo Chopin
    das freut mich und es hilft mir sehr, zu wissen das man nicht alleine ist mit seinen trübsinnigen Gedanken und Traurigkeiten. Das ist doch irgendwie tröstlich, wenn die Tränen mal wieder fliessen, (vor fünf Minuten war ich noch stark und habe gehofft es hält an, Pustekuchen) und ich weiß das da draussen viele Menschen sind denen es zur Zeit nicht besser, vielmehr noch schlimmer ergeht. Geteiltes Leid ist eben doch halbes Leid. Ich wünsche dir auch das es besser wird und schaue mal bei dir vorbei.
    LG bluevelvet

    Hallo Ette
    herzlichen Dank für das Willkommen.
    Du fragst mich was meine Motivation war, mich auf ihn einzulassen. Es war wohl meine Liebe zu ihm und der naive Wunsch ihm zu helfen.
    Ich lernte ihn erst am Ende meiner Therapie kennen. Ich mochte ihn zuerst gar nicht er wirkte arrogant und selbstgefällig. Trotzdem hat er meine Nähe gesucht und nicht locker gelassen. Er war harte Schale, weicher Kern. Kam aus dem Ostteil Berlins, schlimme Kindheit, von Beruf Fernfahrer, Einsamkeit, Alkohl. Er hatte zuletzt Führerschein, seine Wohnung und sein Auto verloren. Für mich stand schon bevor ich ihn kennenlernte fest, dass ich meinen Mann und meine Heimatstadt verlassen werde und einen Neuanfang wage. Er blieb noch vier Wochen in Therapie als ich meine beendete und wir blieben in engem Kontakt. Ich zog zu einer Freundin, von wo aus ich mein neues Leben plante.
    Nach seiner Entlassung zog er vorrübergehend zu einem Kollegen in die Mitte von Nichts. Ohne Führerschein keine Arbeit, ohne Arbeit keine Wohnung. Das frustrierte ihn. Ich bewarb mich in drei Städten u. a. auch in seiner und bekam von dort die erste Stellenzusage. Ich dachte dann muss es so sein. Er hatte sich inzwischen ein billiges Hotelzimmer in der Stadt gesucht, was seine Arbeitssuche erleichtern sollte, es aber nicht tat. Er begann zu trinken. Ich zog vorübergehend in eine Ferienwohnung und kümmerte mich abwechselnd um ihn und um meinen neuen Job. Hier beginnt die Phase wo ich merkte das er mir nicht gut tat. Aber er braucht mich doch, jaja. Ich brachte ihn in Entgiftung und danach in die Ferienwohnung. Von da an blieb er trocken. Ich fühlte mich wie der Fels in der Brandung, gut aber auch überfordert, hatte das Gefühl aus der Nummer nicht mehr rauszukommen, vielleicht auch nicht zu wollen. Nach langen Überlegungen eine gemeinsame Wohnung. Es lief 1 1/2 gut, wir waren glücklich, er fand Arbeit, bestand die zweite MPU, wir machten Urlaub in der Schweiz, Städtetrips ein ganz normales Leben eben. Nur bei mir, mit dem bitteren Beigeschmack nur geliebt zu werden weil ich ihm schließlich geholfen hatte. Im April 07 entschied er ohne mich wieder in den Fernverkehr zu gehen. Es gab natürlich Zoff, ich wollte mich trennen, empfand seine Entscheidung als Vertrauensbruch. Er wollte keine Trennung und ertrank die Kritik. Unser Urlaub war geplant, er flog betrunken hin und ich kam noch betrunkener mit ihm zurück. Entgiftung, bevor es in den Fernverkehr ging. Das hielt er ca. 6 Wochen durch, da hatte ihn seine Vergangenheit wieder eingeholt. Entgiftung folgte, Job weg. Neue Arbeit und abends wieder daheim. Er war seelig, ich immer noch enttäuscht. Aber seine Unruhe blieb und er suchte einen Grund zu trinken. Seit Februar d. J. geriet alles ausser Kontrolle, er war nicht mehr zu bremsen. Wieder Entgiftung und Job weg und ich war am Ende. Im Mai bat ich ihn auszuziehen, er wollte noch eine Chance, ich war der Meinung ihm genug Chanchen gegeben zu haben. Aber immer noch kam ich nicht raus aus meiner Nummer ihm helfen zu müssen. Er trank ja nur noch und bekam die alltäglichen Dinge nicht mehr bewältigt. Er wollte schließlich eine Therapie, weil er mich nicht verlieren will. Die macht er ja nun und jetzt lasse ich ihn los, weil ich nichts mehr tun kann. Weil ich Angst vor Veränderung habe, die Sprüche der Therapeuten kenne, dass eine Beziehung zwischen zwei Alkis nicht funktioniert. Meine grösste Angst, dass er das auch erkennt und ich nach allem eine A...tritt bekomme. Er hat mich nie darum gebeten ihm zu helfen, dass habe ich schließlich selbst getan Er hat mich "arbeitslos" gemacht und ich weiß nicht wie ich meine Zeit jetzt fülle.
    LG bluevelvet

    Hi kaltblut
    du hast ja recht. Ob Co-Abhängig, oder Alki es ist Abhängigkeit. In Moment suche ich die Fehler wieder nur bei mir, dies und das hätte ich besser machen können, das ist ein Merkmal der Co-Abhängigkeit, früher habe ich die Fehler bei anderen gesucht, die schließlich Schuld waren, dass ich trank, dass ist ein Merkmal der Alkohlabhängigkeit. Nur das ich heute beides bin, krieg ich irgendwie nicht richtig sortiert, die Angst vor diesem Teufel Alkohol bleibt und das z. Z. ist eine Situation die ich nie hätte zulassen dürfen. Da habe ich eine Tür geöffnet, die besser verschlossen geblieben wäre. Ich wusste damals schon, dass er im Denken nass geblieben ist, habe mich trotzallem aus lauter Liebe auf ihn eingelassen. Obwohl ich wusste das Sucht stärker ist als Liebe. Ich ahnte er würde mir nicht gut tun. Das ist wie der Glauben kontrolliert trinken zu können.
    Werde mir jedenfalls Mühe geben aus dem Loch wieder rauszufallen. Heute bin ich froh das ich vor 4 Wochen ab dem 1. Sep. eine Woche Djerba gebucht habe, ohne ihn. Das hätte ich mich noch vor einem halbe Jahr nicht getraut, dass wäre mir zu egoistisch vorgekommen. Aber ich habe lange für ihn auf solche Dinge verzichtet, aufgrund seiner zeitweisen Arbeitslosigkeit, bedingt durch sein Trinken. Ich rödel jeden Wochentag auf Arbeit, also habe ich mir das verdient.
    LG bluevelvet

    Hallo kaltblut
    du stimmst mich nachdenklich, oder bestätigst vielleicht auch einfach nur meine Befürchtungen. Habe in ebay das von dir vorgeschlagene Buch von Norwood aufgerufen. Spricht mich an, könnte ich sein. Habe mir dann gleichzeitig noch die Bestie von Tracy Thompson bestellt. Handelt über die Bekämpfung einer Depression. Amerikanische Journalistin die auch unter dem Problem des zuviel Lieben leidet. Habe es vor 3 Jahren gelesen, hab´s verliehen und leider nicht zurück bekommen.
    Ich fühle ganz tief drinnen, dass meine Beziehung am Ende ist, es ist aus und vorbei, nur das wahrhaben wollen, dass akzeptieren fällt schwer. Ich werde mich mit dem Buch beschäftigen, bin z. Z. für jede Hilfe dankbar denn es geht mir hundsmiserabel. Habe mich auch schon gefragt, ob ich auf dieser Seite richtig bin. Da ich schließlich selber ein trockener Alki bin, mit einer Vorgeschicht und ganz eigenen Problemen kann ich hier wohl kaum jemanden erreichen und schon gar keine guten Ratschläge geben. Du hast mir geholfen, Denkanstösse gegeben, danke dir.
    LG bluevelvet.

    Hallo kaltblut
    Ich schreibe meine Gedanken und Gefühle seit meiner Therapie auf, allerdings habe ich das in der letzten Zeit vernachlässigt. Sollte mich wieder ransetzen.

    Meiner Wut habe ich Donnerstag abend Luft gemacht, er hatte mich wie so oft mit seinem Verhalten mir gegenüber verletzt, es mag eine Bagatelle gewesen sein, aber sie brachte das Pulverfass zum überlaufen. Ich habe ihm gesagt wie ich ihn sehe, sein Egoismus, seine Art die Menschen und vor allem mich für seine Vorteile auszunutzen. Meine Wut, dass ich mein Wohlbefinden von ihm abhängig gemacht habe, dass ich das einfach alles zugelassen habe, die ganzen 3 Jahre und am Ende vielleicht einen Tritt bekomme. Davor habe ich Angst. Ich will nicht mehr abhängig sein, von nichts und niemand, es bekommt mir nicht. Ich weiss ich habe ihn immer ein wenig mehr geliebt als er mich und er hat es ausgenutzt, ausgereizt. Er ist ein großer, sensibler Junge, auch noch mit 45 J., der keine Verantwortung übernehmen kann und will, dass sagt er sogar selber von sich, dass mit der Verantwortung, er hat es schließlich auch bewiesen. Seine Rückfälle sind Hilfeschreie, ich habe sie gehört, habe versucht ihm zu helfen aber retten konnte ich ihn am Ende nicht. Er fehlt mir, verrückt.
    LG bluevelvet

    im übrigen habe ich mich gestern dazu entschlossen den Kontakt erstmal abzubrechen. Ob es wohl der richtige Zeitpunkt ist, jetzt wo er mit der ambulanten Therapie begonnen hat?! Wannist bezw. war der richtige Zeitpunkt? Aber ich weiss aus eigener Erfahrung, das ich ihm dabei nicht helfen kann, er muss die Therapie wollen, für sich und nicht um unsere Beziehung zu retten. Ich möchte auch wieder zu Kräften kommen, körperlich und seelisch, das dauert. Hoffentlich schaffe ich die "Kontaktsperre". Ich werde das Handy in den Fluss werfen, dass Kabel vom Festnetzanschluss zerfetzen... Mir macht meine Wut zu schaffen. Wer Wut hat empfindet und von Gleichgültigkeit bin ich noch weit entfernt. Aber was hilft alle Wut der Entäuschung, sie hilft weder ihm noch mir.
    L.G. bluevelvet

    Hallo Schwabli.

    ich bin auch noch nicht lange in diesem Forum und finde mich in deinen Worten wieder. Wenn alle an einem rumzerren, Eltern und Freunde wissen was das "Beste" für einen ist, nämlich den Partner zu verlassen. Wenn Verstand und Herz nich konform laufen, wenn die Gedanken kreisen, aber man doch nicht zu einer Entscheidung findet mit der man glaubt leben zu können. Man liebt schließlich noch. Mein Freund ist seit gestern in einer ambulanten Therapie. Ich habe ihn jetzt 1 1/2 Jahre begleitet, ihn und seinen besten Freund. Durch Berg und Tal bin ich mit ihm gewandert. Den Rucksack trug immer ich. Ich bin aufgebraucht und ich spüre Wut und Trauer zugleich. Solange man Wut hat empfindet man noch, und das macht einen Entschluss nicht leichter, aber von Gleichgültigket bin áuch ich noch weit entfernt. Trotz allem habe ich mich gestern dazu entschieden den Kontakt vorläufig abzubrechen. Ich weiß ich kann ihm nun nicht mehr helfen und ich möchte das er die Therapie für sich macht und nicht unter dem Vorwand, so unsere Beziehung zu retten. Ich weiß wovon ich rede, ich habe selber vor 3 Jahren eine Therapie gemacht und bin seither trocken. Weil ich für mich trocken werden wollte, für niemand anderen sonst. Es wird mir sehr schwer fallen ihn nicht zu sehen, oder zu sprechen, zu wissen wie es ihm geht, denn ich liebe ihn wirklich sehr, aber hat meine Liebe ihn vor dem Trinken bewahrt, nein das hat sie leider nicht. Auch fehlt mir jetzt etwas entscheidendes: das sich Kümmern, die Verantwortung übernehmen, dass sich um den Partner sorgen. Was fange ich jetzt bloss mit meiner Freizeit an, mit mr? Ich möchte jetzt versuchen, in dieser Zeit in der ich die Verantwortung abgeben kann, zu mir zu kommen. Ich glaube das der nötige Abstand uns die Dinge klarer sehen lässt. Vieleicht helfen wir unserem Partner eher wenn auch wir nach dieser Zeit gestärkt sind.

    Mache du, was du für richtig empfindest, nur mache es keinem Recht, wenn es nicht das ist was du als Recht empfindest. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da wirst du spüren was du tun musst. Bis dahin wünsche ich dir Kraft.

    Liebe Grüße bluevelvet

    Lieber kaltblut,

    sorry das ich mich erst heute melde, Urlaubsvertretung, Überstunden, schaue den ganzen Tag auf meinen Bildschirm an Arbeit und manchmal sind meine Augen am Abend zu müde und meine Gedanken in Worte zu fassen fällt mir oft schwer. Ich musste deine Zeilen zweimal lesen um sie zu verstehen. Ist das nicht irgendwie alles traurig, das Gefühl an Fragen zu scheitern die vielleicht für immer bezw. wahrscheinlich für immer unbeantwortet bleiben. Ich habe auch das Gefühl gescheitert zu sein, obwohl ich doch eigentlich soviel geschafft habe in den letzten drei Jahren. Aber das was mir wirklich am Herzen lag, die Liebe zu meinem Partner und der Aufbau eines gemeinsamen Lebens funktioniert nicht. Das Leben kann man nun mal nicht planen, es passiert einfach.
    Liebe Grüße bluevelvet.

    Hallo kaltblut,

    oft denke ich, dass ich alles falsch gemacht habe aus lauter "Liebe". Gerade ich müsste es doch besser wissen, kenne ich doch beide Seiten. Mir sind die Dinge sehr wohl bewußt und ich weiß, dass es an mir liegt sie zu ändern. Nur es fällt mir so schrecklich schwer z. Z. eine Entscheidung mit der ich leben kann zu finden, ohne mich in Gefahr zu bringen.

    Eines möchte ich noch loswerden. Ich habe mittlerweile großen Respekt für alle Partner, Freunde etc. von Alkohlabhängigen. Ich als trockener Alki der jetzt ungewollt auf der anderen Seite steht bin oft sprachlos über meine eigene Hilflosigkeit, über das was ich in meiner Beziehung erlebe.
    Mir war nie bewusst was ich meinen Lieben angetan habe, meinem geschiedenen Mann, meinen Eltern und meinem Bruder die oft, so oft hilflos waren. Wutausbrüche, Zuspruch, die ganze Palette eben. Ich verstand ihre Ängste nicht, nahm sie gar nicht wahr, wie auch ich war doch schließlich krank. Ich war blind und taub. Und ich war sooooo egoistisch, lange Zeit noch, auch während der Therapie. Erst heute weiß ich um die Nöte der Angehörigen und die Kraft die sie aufbringen. Und kein Alkoholiker, ob trocken oder nass wird dies jemals auch nur im entferntesten nachempfinden können, wenn er nicht auch einmal auf der anderen Seite gestanden hat.
    Ich wünsche uns allen eine Menge Kraft.
    LG bluevelvet

    Hallo kaltblut,
    bei unserer damaligen gemeinsamen SGH war ich schon lange nicht mehr, nein. Irgendetwas in mir sträubt sich, u. a. hat er dort seine Rückfälle verschwiegen und ich hielt still. Gestern war ich dann bei der Caritas und habe in 14 Tagen einen Termin zum Einzelgespräch. Außerdem stehe ich bei einem Therapeuten der sich auch mit der Alkoholkrankheit befasst auf der Warteliste. Kann noch ein wenig dauern, die Wartelisten sind lang. Er hat mich gefragt, ob ich ihn besuche im Krankenhaus und warum ich ihn beim Vornamen nenne und nicht "Schatz" sage. Ob ich ihn vermisse. Fragen die ich in Moment nicht beantworten kann, weil ich nicht mehr weiß wie ich mich verhalten soll. Im Anschluss die ambulante Therapie, er wird sagen, jetzt wo ich etwas unternehme, gibst du auf. Warum habe ich gerade jetzt das Gefühl aufzugeben, ihn loslassen zu müssen? Damit er begreift das er etwas für sich tun muss und nicht für uns?! Ihm ist nicht bewusst welches Chaos er in mir hinterlassen hat.

    Hallo kaltblut.
    Das ist glaube ich falsch von mir formuliert. Stimmt, ich zweifel langsam an meinem gesunden Menschenverstand mit der Glaubwürdigkeit meinte ich meine Vorhaben ihn entgültig zu verlassen beim nächsten Rückfall. Das habe ich ihm oft genug gesagt es aber nie getan, d. h. ich mache mich ihm gegenüber unglaubwürdig. Du siehst, es ist seine neunte Entgiftung und ich bin immer noch irgendwie dabei und mittendrin, trotz seines Auszugs (einen Wohnblock weiter, er wollte schließlich in meiner Nähe bleiben). Ich mache mir da nichts vor, es ist eine gewisse Art der Abhängigkeit von ihm, aus der ich verzweifelt versuche zu entrinnen. Was ich mir wünsche? Seelenfrieden, wiedergewonnene Lebensfreude, einen Partner an meiner Seite der vor, oder neben mir steht, aber nicht hinter mir, der auch mich einmal auffängt und mir Kraft schenkt. Ich höre immer nur, du bist eine attraktive, toughe und starke Frau, aber ich möchte auch einmal schwach sein dürfen, denn soviel Kraft habe ich nicht mehr.

    Danke für deine Rückmeldung, Erdling und kaltblut. Den Kontakt abrechen wäre sicher Verstandesmäßig die z. Z. beste Alternative die ich wählen sollte. Mein Kopf ist voller Fragen und hunrig nach Antworten. Nach meiner Therapie damals fühlte ich mich stark, habe mein altes Leben und meine Heimatstadt verlassen, habe mich in drei Städten beworben u. a. dort wo mein Freund z. Z. lebte. Von dort erhielt ich die erste Stellenzusage und ich dachte damals dann muß es wohl so sein. Ich dachte wirklich wir packen das, obwohl ich was xxx anging, immer irgendwie ein ungutes Gefühl im Bauch hatte. Er ist nicht das was er vorgibt zu sein. Der Sonnyboy bei dem immer alles "bestens" ist, aber Himmel was für ein Sensibelschen. Sein Bruder warnte mich vor ihm. Er war damals ohne feste Wohnung, Führerschein war weg. Alles verloren durch den Alkohol. Ich war für ihn glaube ich ein Stück Normalität in seinem ganzen Chaos. Natürlich habe ich beim Aufräumen geholfen, ich liebte ihn. Aber Liebe macht bekanntlich auch blind. Wir richteten uns ein gemütliches Heim ein, er fühlte sich sehr wohl, das spürte ich. Er fand eine Anstellung und bis Januar 07 lief fast alles perfekt. Er schaffte zum zweiten Mal die MPU. Danach hat er sich mit einem Rückfall belohnt. Ich spürte die Unruhe die sich in ihm breitmachte. Im Mai letzten Jahres entschied er für sich, wieder in den Fernverkehr zu gehen. Vorher sind wir noch eine Woche in Urlaub geflogen er hat die meiste Zeit an der Theke verbracht. Es war eine schreckliche Woche und ich habe ihn noch am gleichen Morgen vom Flughafen aus in die Klinik bringen müssen weil er nicht mehr Herr seiner Sinne war. Dann 3 Wochen Fernverkehr, ohne Alkohol am Feierabend ging es nicht . Deja vú Ich hatte Panik und malte mir aus was unterwegs alles passieren konnte. Verstand nicht wie er so unvernünftig sein konnte, er kannte doch die Konsequenzen zu genüge. Nach 3 Wochen, Ende am Wochenende soviel getrunken das er wieder zur Entgiftung musste, Job weg. Ich will euch nicht langweilen, denn es geht so weiter und wie gesagt seit Februar d. J. eskalierte es immer mehr. Er hat sich immer an mir festgehalten ich habe ihn gestützt. Er ist im Grunde ein liebenswerter Mensch, niemand der laut, oder agressiv wird wenn er trinkt, sondern so hoffnungslos und unsagbar traurig wirkt. Und das macht mir den Abschied oft so schwer. Ich glaube er hat sich selbst noch nicht gefunden. Nur mich verlieren will er auf keinen Fall und bisher hat das auch funktoniert. Nur mittlerweile zweifel ich an mir an meiner Glaubwürdigkeit.

    edit summerdream: siehe pn

    Ich habe schon viel im Forum gelesen und mich heute regiestriert, weil ich hoffe, die ein oder andere Hilfestellung von euch zu erhalten. Ich, trockene Alkoholikerin bin seit 3 Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir haben uns während einer Therapie kennengelernt. Ich habe es bis heute geschafft trocken zu bleiben, meinem Job nachzugehen etc... er hat es leider nicht geschafft. Er ist schon kurz nach der Therapie in 05 rückfällig geworden, hat sich dann nach dem wir bezw. ich nach vielen Überlegungen eine gemeinsame Wohnung bezogen haben, gefangen und blieb 14 Monate trocken. Die letzten 15 Monate nun sind Himmel und Hölle mit ihm. Rückfälle, Arbeitsverluste, im Mai 08 räumliche Trennung, weil ich mich der ganzen Situation nicht mehr gewachsen fühlte, die Verantwortung die ich mir aufbürdete immer größer wurde. Aber auch die räumliche Trennung änderte nicht viel. Seit Febr. d. J. trinkt er fast ohne Unterbrechung. Ich schaffe einfach nicht den Absprung, er schafft es mich zu manipulieren, ich lasse es zu und es macht mich wütend und hilflos. Vorgestern seine neunte Entgiftung seit April 06 und im Anschluss beginnt er nun mit einer ambulanten Therapie und denkt die Welt bezw. "wir" sind dann wieder in Ordnung. Mir fehlt der Mut zu einem neuen Anfang, ich fühle mich aufgebraucht und weiß mir keinen Rat mehr. Vielleicht könnt ihr mir helfen