Hallo Ette
herzlichen Dank für das Willkommen.
Du fragst mich was meine Motivation war, mich auf ihn einzulassen. Es war wohl meine Liebe zu ihm und der naive Wunsch ihm zu helfen.
Ich lernte ihn erst am Ende meiner Therapie kennen. Ich mochte ihn zuerst gar nicht er wirkte arrogant und selbstgefällig. Trotzdem hat er meine Nähe gesucht und nicht locker gelassen. Er war harte Schale, weicher Kern. Kam aus dem Ostteil Berlins, schlimme Kindheit, von Beruf Fernfahrer, Einsamkeit, Alkohl. Er hatte zuletzt Führerschein, seine Wohnung und sein Auto verloren. Für mich stand schon bevor ich ihn kennenlernte fest, dass ich meinen Mann und meine Heimatstadt verlassen werde und einen Neuanfang wage. Er blieb noch vier Wochen in Therapie als ich meine beendete und wir blieben in engem Kontakt. Ich zog zu einer Freundin, von wo aus ich mein neues Leben plante.
Nach seiner Entlassung zog er vorrübergehend zu einem Kollegen in die Mitte von Nichts. Ohne Führerschein keine Arbeit, ohne Arbeit keine Wohnung. Das frustrierte ihn. Ich bewarb mich in drei Städten u. a. auch in seiner und bekam von dort die erste Stellenzusage. Ich dachte dann muss es so sein. Er hatte sich inzwischen ein billiges Hotelzimmer in der Stadt gesucht, was seine Arbeitssuche erleichtern sollte, es aber nicht tat. Er begann zu trinken. Ich zog vorübergehend in eine Ferienwohnung und kümmerte mich abwechselnd um ihn und um meinen neuen Job. Hier beginnt die Phase wo ich merkte das er mir nicht gut tat. Aber er braucht mich doch, jaja. Ich brachte ihn in Entgiftung und danach in die Ferienwohnung. Von da an blieb er trocken. Ich fühlte mich wie der Fels in der Brandung, gut aber auch überfordert, hatte das Gefühl aus der Nummer nicht mehr rauszukommen, vielleicht auch nicht zu wollen. Nach langen Überlegungen eine gemeinsame Wohnung. Es lief 1 1/2 gut, wir waren glücklich, er fand Arbeit, bestand die zweite MPU, wir machten Urlaub in der Schweiz, Städtetrips ein ganz normales Leben eben. Nur bei mir, mit dem bitteren Beigeschmack nur geliebt zu werden weil ich ihm schließlich geholfen hatte. Im April 07 entschied er ohne mich wieder in den Fernverkehr zu gehen. Es gab natürlich Zoff, ich wollte mich trennen, empfand seine Entscheidung als Vertrauensbruch. Er wollte keine Trennung und ertrank die Kritik. Unser Urlaub war geplant, er flog betrunken hin und ich kam noch betrunkener mit ihm zurück. Entgiftung, bevor es in den Fernverkehr ging. Das hielt er ca. 6 Wochen durch, da hatte ihn seine Vergangenheit wieder eingeholt. Entgiftung folgte, Job weg. Neue Arbeit und abends wieder daheim. Er war seelig, ich immer noch enttäuscht. Aber seine Unruhe blieb und er suchte einen Grund zu trinken. Seit Februar d. J. geriet alles ausser Kontrolle, er war nicht mehr zu bremsen. Wieder Entgiftung und Job weg und ich war am Ende. Im Mai bat ich ihn auszuziehen, er wollte noch eine Chance, ich war der Meinung ihm genug Chanchen gegeben zu haben. Aber immer noch kam ich nicht raus aus meiner Nummer ihm helfen zu müssen. Er trank ja nur noch und bekam die alltäglichen Dinge nicht mehr bewältigt. Er wollte schließlich eine Therapie, weil er mich nicht verlieren will. Die macht er ja nun und jetzt lasse ich ihn los, weil ich nichts mehr tun kann. Weil ich Angst vor Veränderung habe, die Sprüche der Therapeuten kenne, dass eine Beziehung zwischen zwei Alkis nicht funktioniert. Meine grösste Angst, dass er das auch erkennt und ich nach allem eine A...tritt bekomme. Er hat mich nie darum gebeten ihm zu helfen, dass habe ich schließlich selbst getan Er hat mich "arbeitslos" gemacht und ich weiß nicht wie ich meine Zeit jetzt fülle.
LG bluevelvet