Beiträge von rg

    Liebe Christine,
    auch mein Ex hat mich schon öfters mal zum Essen einladen wollen. Doch bis heute hat er es nicht geschafft, es auch nur einmal durchzuführen. Es kam bei ihm immer anderes inzwischen. Jetzt lasse ich mir nichts mehr versprechen, sondern mache nur mehr Nägel mit Köpfen. Es reicht irgendwann. Wir sind nicht dazu da, zu springen, wenn sie meinen, es paßt jetzt gerade.
    Für morgen halte ich dir ganz fest die Daumen und halte es durch!
    Ich wollte auch alt werden mit meinem Mann, doch was sollte das werden? Ich soll auf ihn ewig Rücksicht nehmen und alles akzeptieren? Und schön still sein, da sie ja angeblich eh alles machen, damit es uns gut geht. Jedoch wie es in einem aussieht, wollen sie nicht akzeptieren und schon gar nichts an sich selbst etwas ändern. Da muß man eben sagen: "Stopp!", so nicht mit mir. Wir sind doch auch Menschen, die Vorstellungen von einem schönen Leben haben dürfen. Glaub mir, wenn Du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Dieser Spruch ist von meiner Freundin und hat mir schon oft geholfen.

    Alles, alles Gute
    Renate

    Hallo Christine,
    habe erst jetzt bei dir reingelesen. Ich kann dir nachfühlen, daß man Angst bekommt, was so ein Anwalt alles sagt. Mir ging es auch gleich. Aber es kam anders als erwartet. Mein Ex wollte auf einmal von sich aus die Scheidung. Wir konnten einfach beide nicht mehr.
    Du brauchst keine Angst haben, daß dir niemand aufhilft, wenn du mal hinfällst. Seit meiner Scheidung habe ich viele liebe Leute wieder an mich heran gelassen, sogar Nachbarn, die ich 30 Jahre nicht mehr bewußt wahrgenommen habe. Wenn dir jemand Hilfe anbietet, nimm sie an. Ich konnte es auch lange nicht. War auch immer brav, um geliebt zu werden. Und auch wir hier im Forum fangen dich auf. Versprochen!
    Glaub an dich, du wirst sehen, was du für Kräfte frei setzt, wenn du die Schritte durchziehst. Es ist nie zu spät!.
    Nun machs gut, ich denke an dich.
    Renate

    Liebe Christine,
    danke für deine Zeilen. Bin übers Wochenende weggewesen und mein Ex hat vieles geholt. Es ist doch irgendwo traurig, wie sich das Haus jetzt verändert. Mit dem Holen seiner Sachen wird es doch leer. Auch innerlich. Gleichzeitig ist es wieder ein Schritt für einen endgültigen Abschied, den ich auf der einen Seite schon herbei wünsche und auf der anderen Seite Angst davor habe. Jedoch ist es sicher besser so, als tatenlos zusehen zu müssen, daß sich nichts geändert hätte. Meine Handarbeit ist sticken und klöppeln. Ich mache das auch beruflich mit einer kleinen Firma als Handel für die Materialien und mein Wissen als Kursleiter. Da habe ich den Vorteil, immer viele Leute zu treffen, die man auch sehr persönlich kennen lernt. Und diese Leute helfen mir auch über meine schwere Zeit. Bin glücklich, daß es sie gibt. Und weinen? Nein, das stelle ich schon öfters hinten an. Ich versuche, meist nach vorne zu schauen und neue Ziele zu finden. Das dauert aber ein wenig, und ich bin nicht ungeduldig. Hat ja so lange Zeit gebraucht, daß ich so tief gekommen bin. Jetzt geht es nur noch aufwärts, wenn auch in kleinen Schritten. Jeder Tag ist eben schön. Man muß es nur sehen.
    Wünsch dir noch einen schönen Sonntagabend, ich bleib bei dir am Ball, damit ich sehe, wie es dir geht.
    Renate

    Liebes Punkterl,
    ich bin auch relativ neu hier. Heute habe ich mir dein Leben gegeben. Es könnte meines sein. Auch mein Ex hat keinen Kontakt mehr zu irgend jemand in unserer Familie. Nur diejenigen, die mit Alk selbst betroffen sind, geben sich noch mit ihm ab. Ich habe mich auch erst vor ein paar Wochen nach 30 Jahren Ehe scheiden lassen. Habe auch immer gehofft und auf ein Wunder geglaubt. Habe auch viel geweint, daß ICH es nicht schaffte, ihn vom Alk wegzubringen. Heute weine ich beim Schreiben in diesem Forum, weil jetzt erst alles hochkommt, was er mir angetan hat. Ich habe mir alles gefallen lassen und immer den Alk als Entschuldigung gelten lassen. Er hat es aber nicht eingesehen, daß er ein Problem hat.
    Ich kann dir nur wünschen, zieh die Scheidung ja nicht zurück. Ich habe auch in 1 1/2 Jahren 3 Versuche gestartet. Immer wieder gab ich eine Chance. Doch heuer war es endgültig stopp. Und ich muß sagen, ich bin dem Richter dankbar, daß er uns beim Einreichen sofort geschieden hat. Für mich wird jeder Tag wieder wertvoller. Morgen kommt mein Ex wieder und holt wieder ein paar Sachen ab. Bin richtig froh, daß mit richterlichem Bescheid Ende Sept. der Auszugstermin ist. Ich werde ihn keinen Tag länger dulden, obwohl er schon seit Monaten im haus seiner Mutter wohnt.
    Erst dann kann ich wieder frei atmen und ein neues Leben für mich und meine erwachsenen Kinder beginnen. Ohne Hoffnungen auf Nichteintreten von Einsicht. Auch mir hat er Selbstmorddrohungen ständig geäußert, bis eines Tages mitten im Flugdach ein Strick zum Aufhängen für alle sichtbar befestigt war. Da hat es mir dann einen Ruck gegeben und ich gesagt, jetzt reichts. Und bei mir war alles kaputt und er hat überhaupt keine Chance mehr, daß ich an ein Wiederzusammenkommen denke. Ich habe so oft seinen VErsprechungen geglaubt.
    Machs gut, kannst ja meine Seiten lesen, Du wirst sehen, wir haben viele Gleichheiten.
    Alles Gute und viel, viel Kraft, Du wirst sehen, du begreifst, daß Du nicht zuständig bist für sein Schlamassel. Hast auch lange für nichts gekämpft. Akzeptier seine Entscheidung für sein Leben, aber denke an Dich. Auch wir haben ein Recht auf ein schönes Leben.
    rg

    Hallo Gotti,
    danke für die Portion Kraft, die du mir geschickt hast. Ich werde diese Päckchen in kleine Portionen einteilen, damit ich immer ein wenig Reserve habe. zur Therapie: Ich war heute bei einer Nachbarin, die hat mir eine Adresse gegeben, wo ich hingehen kann, wenn ich soweit bin. Meine Tochter hat schon ihren Weg gefunden. Und mein Sohn ist noch nicht soweit. Der hängt sich voll in die Arbeit, da er sich erst vor kurzem auch selbstständig gemacht hat. Aber irgendwann wird er sicher mehr zulassen, über alles nachzudenken. Ich kann ihm nur helfen, daß ich immer für ihn da bin und ihm wieder eine Geborgenheit gebe. Und ich möchte so vieles nachholen, was ich den letzten Jahren nicht geschafft habe, meinen Kindern an Liebe zu zeigen, da es mir selbst besch... ging. Für mich ist jeder Tag, den ich schaffe, ohne Wut und Enttäuschung schlafen zu gehen, ein positiver Tag. Und da habe ich schon sehr viele Abende gehabt. Es freut mich für dich und deinen Mann, daß ihr die Kurve gekratzt habt. Das war auch ein Traum von mir. Doch mein Ex hat es einfach nicht kapiert. Vielleicht kapiert er es, wenn er endgültig ausgezogen sein muß. Das ist erst Ende September. So kommt er alle paar Tage nur daher, schleicht wie eine Katze um mich rum und nimmt nur ein Blatt Papier mit. Und da wäre aber so vieles, was er noch mitnehmen muß. Doch irgendwie will er es nicht wahrhaben. Auf der einen Seite tut er mir leid, daß er niemand mehr hat, wo er sich anlehnen kann. Doch er hat sich zu lange gespielt und ich will einfach nicht mehr. Möchte nur noch meine Ruhe und vor allem Abstand zu allem. Heute war ich nachmittags auch unterwegs bei lieben Kolleginnen und war aber nur kurz dort. Sie wissen schon Bescheid und können mit mir noch nicht so recht umgehen. Und keiner traut sich zu fragen. Am Abend noch Rasen gemäht und jetzt ab in die Dusche, Handarbeit zu mir und wieder etwas Sinnvolles machen. Soll ja auch fertig werden bis zu einer bestimmten Zeit. So habe ich nicht viel Gelegenheit, mich hängen zu lassen. Es reicht, so wie es momentan möglich ist. Gebe mir auch viel, viel Zeit, alles aufzuarbeiten. Dazu kommt auch in einem Monat der Todestag von meiner Mam. Da knabbere ich ja auch noch ganz gewaltig daran. ABer was solls. Bin froh, daß ich dieses Forum gefunden habe.
    Liebe Grüße
    Renate (rg)

    Liebes s.käferchen,
    anscheindend geht heute bei mir eine Lawine an Emotionen los. Ich hätte so viel Arbeit und beschäftige mich doch auf diesen Seiten. Anscheinend muß es jetzt so sein.
    Auf die Frage, warum ich so lange gewartet habe? Diese Frage stelle ich mich auch noch öfters. Vor 15 Jahren hat mir mein Ex seine Angst vor dem Alk gestanden. Doch ich war noch immer verliebt in ihn. Ich war in diesem Zustand bis vor ca. 3 Jahren. Da hat er begonnen, seine Freizeit mit anderen zu teilen. Kolleginnen wurden bei Wanderungen mitgenommen, nur ich nicht. Ich war nicht erwünscht. habe es zugelassen. Blöd wie ich war. Dann war er auf Kur und ich danach am selben Kurort. Bei einem Diavortrag bekam ich eine Faust ins Gesicht. Diese Kollegin hat ihn auch auf Kur besucht. Er leugnete zwar immer ein Verhältnis. Doch heute glaube ich, daß es da war und vielleicht auch noch ist. Voriges Jahr habe ich sie angerufen und gefragt, was das soll. Sie hat auch ein Verhältnis abgestritten doch ich glaube es nicht. Und erst ab diesem Zeitpunkt habe ich meinen Ex Schritt für Schritt fallen gelassen, da kein Vertrauen mehr möglich war. Außerdem telefonierte er und macht es jetzt auch noch, komischerweise, versteckt hinter der Garage. Aber das ist, so denke ich, schon seinem Krankheitsbild zuzuschreiben. Telefonierte auch mit gewissen Hotlines obwohl ich zu hause war und auch das Internet benutzte er für gewisse Zwecke. Erst da war soweit, daß ich nur mehr weg wollte. Ich kam mir vor wie ein Ding, das man ab und zu benutzt, wenn man es braucht. Sonst hatte er keine Achtung mehr vor mir. Und jetzt? Wenn ich anseh, habe ich keine Gefühle mehr für ihn. Zu tief waren die Verletzungen.
    Ein Grund, warum nicht früher, war auch meine Mam. Ihr gehörte das haus, in dem ich jetzt noch wohne. Wir sind daheim geblieben, als mein Vater vor 30 jahren gestorben ist. Mein Ex investierte viel Geld hinein, um es wieder auf Vordermann zu bringen. Und ihre Angst bestand bei einer Trennung von uns darin, daß sie ihm niemals das Geld zurück zahlen hätte können. Und somit war ich in einer Zwickmühle. Ich wollte meiner Mutter diese Sorgen nicht mehr zumuten, da sie schon seit 5 Jahren Krebs hatte. Und wie sie gestorben ist, wußte ich, jetzt oder nie mehr. Und es kam anders als gedacht, mein Ex hat keinen Cent von seinen Investitionen verlangt und bezahlt auch für mich noch einen kleinen Unterhalt, damit ich einmal in Anspruch einer Pension komme. Da habe ich mir auch schwer getan, dies alles anzunehmen. Die Angst, er hält sich noch eine Tür offen mit dieser Gutmütigkeit, war schon da. Doch jetzt sehe ich es schon ein wenig egoistischer. Ich denke, für was bleibt man sonst 30!!!!!!!!!!! Jahre bei ihm und läßt ihn gut leben. Muß auch an mich denken. Und das tu ich jetzt. Heute fahren meine Gefühle mit mir Achterbahn, weiß auch nicht warum. Die Tränen hören überhaupt nicht auf.
    rg

    Liebes s.käferchen,
    du hast recht, erst jetzt kommt viel heraus. Auch von den Gefühlen her.
    Beim Schreiben bemerke ich erst, daß ich noch nicht viel verarbeitet habe.
    Zu meinen Rackern. Mein Sohn, jetzt 27, kann nicht umgehen damit. Er schließt sich vollkommen zurück und stürzt sich voll in seine Arbeit. Seine Freundin kommt auch nicht an ihn ran, da habe ich auch schon vieles versucht. Doch er blockt voll ab und hat nur mehr Hass auf seinen Vater. Die Basis dieser Einstellung liegt dort, daß mein Ex immer viel abverlangt hat. Egal ob schulisch oder privat. Doch die Kinder konnten nichts recht machen, um einmal ein persönliches Lob zu bekommen. Dabei haben sie aus eigener Kraft so viel auf die Beine gestellt. Ich hoffe, er läßt sich irgendwann helfen, damit es ihm besser geht. Doch er kommt jetzt sehr viel zu mir und wir zwei haben ein ganz inniges Verhältnis. Jedoch erzählt er in meisten Fällen nur über Firma u. a. und nicht, wie es ihm geht. Ich befürchte, daß er irgendwann zusammen brechen wird.
    Die Tochter, jetzt 24, geht gut damit um. Sie hat Hilfe gefunden bei einer Esoterikerin, die sie an sich herangelassen hat. Hat auch mit ihrem Vater kurz vor der Scheidung eine lange Aussprache versucht, um ihr Ereignisse aufzuarbeiten. Das Resultat war, daß er nichts verstanden hat von dem, was sie ihm alles gesagt hat. Da war auch nichts anderes zu erwarten.
    Doch für sie ist die Einstellung, daß sie ihm noch einmal helfen wollte und er es nicht angenommen hat. Da geht es ihr jetzt besser, mit der ganzen Sache fertig zu werden.
    Und für mich wegen "Wegschauen". Mit dem kämpfe ich heute am meisten, da ich mir den Kopf abreissen könnte, was ich meinen Kindern und auch meiner Mutter und auch mir zugemutet habe, zuzulassen. Da kämpft man 30 harte Jahre, doch für was. Der richtige Weg hätte viel früher eintreten müssen. Doch ich bin zu hause geblieben bei den Kindern. Und da hatte ich Existenzängste, die mir auch von meinem Ex immer eingeredet wurden, ich würde es allein nicht schaffen. Vor 7 Jahren habe ich mich dann selbstständig gemacht und eine Firma gegründet. Seit 2 Jahren weiß ich, daß ich es schaffe, allein weiter zu kommen.
    Seine Ansage vor ein paar Wochen war auch dementsprechend:
    "Ich hätte dir verbieten sollen, wieder zu arbeiten. Denn nur dadurch bist du größenwahnsinnig geworden." Heute kann ich über solche Ansagen nur noch lachen, und froh sein, daß ich wahrscheinlich das 1. Mal in meinem Leben zu mir selbst gestanden bin.
    Ich hoffe, daß ich euch nicht zuviel mit meinem Sch.... beschäftige, aber ich bemerke erst jetzt durch den Austauch mit euch, wie beschissen es mir geht. Auf der einen Seite nach aussen, mir geht es gut und nach innen sieht es aber anders aus.
    Danke für eure Mithilfe, alles zu verarbeiten. Es wird wahrscheinlich noch viel von mir geschriebeben werden, da ich vieles gar nicht mehr im Bewußtsein zugelassen habe.
    Danke.
    rg

    Liebes kaltblut,
    danke für deine liebe Antwort. Es ist schön, wann auch anderen meine Worte gut tun. Du hast recht, ich mache mir das Leben wieder schön und lebenswert, so wie ich es mir richte, so habe ich es. Da kann niemand mehr Einfluß nehmen. Habe oft um Hilfe innerhalb seiner Familie gebeten, doch alle waren egoistisch und hatten nicht einmal den Mut oder auch Bedürfnis, ihrem eigenen Bruder und vor allem auch Sohn zu helfen. Schon gar nicht mir. Allein von seiner Mutter bekam ich vor 15 Jahren die Antwort auf meinen Wunsch, wegzugehen wegen dem Alk: "Da kann man nichts machen, sein Vater hat auch getrunken. Und verheiratet ist verheiratet, da muß man alles akzeptieren." Und seine Schwester schoss den Vogel ab, nachdem ich verzweifelt angerufen habe, sie solle nach ihm nach einer Selbstmorddrohung schauen, ob er in seinem Haus oder beim Grab seiner Mutter ist: " Ich kann jetzt nicht weg, ich habe gerade was ins Backrohr geschoben". Da fragt man sich, was für Gefühle die Leute haben. Nämlich gar keines. Hauptsache, denen geht es gut und mein Ex hat alles für sie getan. Sie haben gerufen und er ist schon angerauscht. Er ließ sich nur benutzen, das kam ganz klar heraus. Seine Schwester sagte auch einmal, sie kann ihn nicht ansprechen auf den Alk, sonst würde er für sie nichts mehr machen. Lauter Egos. Doch sie müssen mit ihrem Gewissen selbst fertig werden, ich habe keinen Kontakt mehr zu ihr und möchte auch nicht.
    Muß aufpassen, daß ich nicht immer so viel schreibe, doch ich muß anscheinend jetzt viel verarbeiten. Und nebenbei heule ich aber trotzdem, obwohl es mir gut tut.
    rg

    Nachdem ich schon längere Zeit im Forum sehr sehr viel lese, möchte ich heute meine Geschichte erzählen, damit ein Beispiel geben, daß es doch so ist, wie es ist.
    Ich habe meinen Exmann sehr jung geheiratet. Schon damals hat er getrunken. Das war so üblich, ich war zu jung, um zu erkennen, was Alkoholiker sind. Ich fand es normal, daß man Abstürze hat. Die Zeit verging und vor 4 Jahren kam mir schön langsam das Bewußtsein, daß er Alkohliker ist. Die Kinder, damals über 18 Jahre, zogen mit einem Mal aus. Die Gründe erfuhr ich erst später. Habe mir oft Gedanken darüber gemacht, ob ich etwas falsch machte. Sie hatten doch einen harten Kampf, um außer Haus durchzukommen. Doch sie schafften es. Ich bin stolz auf sie. Somit konzentrierte sich mein Leben noch auf meine im Haus lebende Mutter und meinen Ex. Mutter wurde krank und mein Ex trank immer mehr. Auch seine Mutter wurde ein Pflegefall. Sein verstärktes Trinken schob ich auf die Sorgen um seine Mutter. Vor einem Jahr kam meine Mutter ins Krankenhaus, um nach 4 Wochen zum Sterben nach hause geschickt zu werden. Da machte ich den ersten Schritt, um mich von meinem Mann zu trennen. Die Begründung damals war, ich kann nicht für zwei Menschen mit voller Kraft dasein. Er zog doch nach vielen Kämpfen fürs erste aus. Jedoch als meine Mutter nach hause kam, nutzte er die Chance, mir zur Seite stehen zu müssen. Ich nahm es an, hatte doch nicht mehr viel Kraft. Er war mir schon eine Stütze, doch ich bemerkte, daß er weitertrank. Anfang Oktober verstarb meine Mam und ich bekam endlich ein wenig Luft, dachte, jetzt gehst an dein eigenes Leben. Doch es kam noch einmal ein Aufschub. 6 Wochen später verstarb auch seine Mutter und ich glaubte am Todestag seinem Ausspruch: "Morgen fängt ein neues Leben nur für uns zwei an." Doch ich hatte nicht damit gerechnet, daß er es nur für sich dachte. Er schaffte es nicht, auf den Alk zu verzichten und daß bei uns wieder alles besser wird. Er trank weiter und immer mehr. Schon seit längerer Zeit hat er den Kontakt zu unseren Kindern abgebrochen. Allein das, war schon ein großer Grund für die Überlegung einer Trennung. Das hielt ich nicht aus. Die Kinder und ich haben sehr darunter gelitten. Weihnachten voriges Jahr das letzte Angebot, wir stehen zu ihm und wollen ihm helfen, damit er auf Entzug geht. Doch seine Meinung war und ist heut noch, er hat kein Problem, das hätten wir. Es verging wieder Zeit und auf einmal mit einer Kleinigkeit war das Faß voll. Ich reichte die Scheidung ein und bin seit Anfang Juli (nach dem 30. Hochzeitstag!) auch geschieden. Bis Ende September muß er seine Sachen geräumt haben. Erst dann werde ich ganz frei leben können. Seit dem Tag der Scheidung wird mir mit jedem Tag bewußt, den richtigen Weg gegangen zu sein. Er kommt immer vorbei um angeblich wieder was zu holen. Die ersten 14 Tage nach der Scheidung kam er nüchtern, aber furchtbar agressiv. Dachte, jetzt hat er es kapiert und tut wenigstens für sich etwas gutes. Doch inzwischen sehe ich, er schafft es doch nicht. Die Kinder erzählen erst heute, was sie mitgemacht haben. Mein Mann ist agressiv in verbaler Form, auch das ist eine Möglichkeit, alle unter Druck zu halten. Ich stand immer in der Mitte und habe ihn auf alle Seiten verteidigt und entschuldigt. Das war so viel Kraft, die ich investiert habe und er gab mir kein bisschen zurück. Doch geht es um ihn, wird er weinerlich und ist der Arme. Alle haben ihn verlassen. Seine geliebte Mutter und jetzt auch noch ich. Doch ich kann und will nicht mehr an ihn denken, ich habe erkannt, daß es mich auch noch gibt. Seit wir geschieden sind, habe ich vieles erledigt, was durch ihn liegengebliegen ist. Und vor allem, ich kann wieder entspannt schlafen. Manchmal hatte ich schon ein Tief, da ich dachte, ich war zu schwach, daß ich es ihm nicht beibringen konnte, daß das Leben auch anders möglich wäre. Heute weiß ich durch die vielen Beiträge im Forum, daß es so ist wie es ist. Ich bereue keinen Tag meines Entschlußes und schaue nur noch nach vorne. Das Schönste ist, daß meine Kinder wieder "NACH HAUSE" kommen und wir wieder herzlich lachen können. Die Welt ist doch so schön. Möchte mich auch für die Ehrlichkeit von allen Seiten (Alkoholiker und Co.) der Forumschreiben bedanken, ihr habt mir bis jetzt sehr viel geholfen. Dadurch verstehe ich vieles mehr.
    rg

    Hallo Mieken,
    bitte denk an deine Kinder und auch an dich und deine Familie.
    Du weißt, so wie ich gelesen habe, wie es ist, wenn Alk eine ganze Familie zerstört. Ich habe das gerade hinter mich gebracht. Mein Ex (seit 6 Wochen sind wir erst geschieden) legt auch keinen Wert mehr auf die Kinder. Und ich habe mich dafür entschieden, obwohl sie schon erwachsen sind. War nicht bereit, mein restliches Leben nur auf ihn zu fixieren. Habe 4 lange und harte jahre dafür gekämpft, daß er sich helfen ließ. Er hat mich nicht ernst genommen. Jetzt ist alles vorbei und ihm geht es jetzt, so sehe ich es, noch schlechter. Keinen Partner mehr und die Kinder wollen von ihm auch nichts mehr wissen. Ist der Alk das wert? Nein! Es gibt nichts Schöneres, als eine intakte Familie und zu sich selbst stehen zu können. Und wenn es Dir gut geht, geht es auch den anderen gut. Bitte unternimm schnell etwas, wenn Du es eh schon erkannt hast.
    Ich hoffe, ich konnte dich motivieren, dich am Schopf zu packen und nicht den Alk als Gewinner siegen zu lassen. Du bist sicher stark, ich helfe dir dabei, wann immer du möchtest. Das größte Glück auf Erden ist die Familie!
    rg

    Liebes Blaubärchen,
    ich bin hier relativ auch neu im Forum. Es hat mir sehr geholfen, meine Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu respektieren.
    Kann Dir nur die Vermutung sagen, daß es wahrscheinlich umsonst ist, wenn Du für deinen Partner kämpfst. Zu meiner Geschichte ganz kurz:
    Ich war 30 Jahre verheiratet, der Alk war schon immer beizeiten da. Nur ich wollte es nicht sehen, da mein Ex meine große und auch erste Liebe war.
    Vor vier Jahren begann für mich die schlimmste Zeit. Er trank regelmäßiger und ich habe es angenommen, da ich dachte, er hat große Sorgen. Die Kinder zogen nacheinander aus und unsere beiden Mütter starben im Vorjahr innerhalb 6 Wochen. Davor habe ich schon einige Trennungsversuche gestartet und diese sind an der Bereitschaft meines Ex wieder ins Wasser gefallen. Und ich hatte noch Hoffnung. Immer wieder. Versprechungen wurden gemacht, er würde was unternehmen. Doch bis Februar geschah nichts. Dann war eine kleine Episode, die sagte, jetzt reichts. Ich habe es durchgezogen. Bin seit 6 Wochen geschieden und jeder Tag mehr bringt mir die Gewissheit, das einzig Richtige getan zu haben. Nach der Scheidung hat er vermutlich 2 Wochen nicht getrunken, er versuchte es, so wie er immer sagte, alles schafft man, wenn man will. Er sagte auch einmal, daß ich wahrscheinlich der Grund bin, daß er trinkt. Jetzt hat er mich nicht mehr und ist trotzdem wieder dort, wo er war. Ich kann ihm nicht mehr helfen und will es auch nicht. Sehe nicht ein, daß ich meine ganze Energie in ihn reinstecke, wo er doch nichts annimmt. Könnte stundenlang meine Geschichte schreiben, was ich so alles akzeptiert habe. Ständige Lügen, Betrug und vor allem der tägliche Stimmungswechel hat mich fast krank gemacht. Konnte nicht mehr richtig arbeiten, und vor allem, ich hatte keine Freunde mehr. Das ist jetzt alles vorbei und mir geht es einfach spitze. Ich kann lachen, die Kinder und auch andere Leute gehen bei mir wieder ins haus. Sehe erst jetzt, was ich so alles versäumt hat. Doch es ist nie zu spät. Gestern war er wieder da und wieder roch er nach Alk. habe ihn gleich weggeschickt. Ich lasse es nicht mehr zu und die ganzen Beteuerungen, er liebt mich noch immer, nehme ich nicht an, sonst hätte er etwas unternommen.
    Ich wünsche dir alle Kraft der Welt, die richtige Entscheidung zu treffen. Das Leben kann so schön sein. Glaub mir, und man hat keine Angst mehr, wie wird es bis Abend.
    Liebe Grüße rg

    Liebe Bluevelvet,
    ich schreibe heute das 1. Mal eine Antwort auf diese vielen Berichte. Ich kann nur von meiner Sicht aus sagen, schau, daß du so schnell wie möglich Abstand bekommst. Frage dich, ob du jemals noch mit deinem partner leben möchtest. Ich habe mich das gefragt und die Antwort ist ganz klar: NEIN! Ich bin erst seit 6 Wochen geschieden. habe 4 Jahre gegen den Alk intensiv gekämpft, jedes Mal Versprechen, etwas zu unternehmen, geglaubt. Bis ich nicht mehr konnte. Jetzt habe ich mir Freiraum geschaffen. Am Anfang kam er auch jeden Tag vorbei und wir hielten uns, weinten..... Doch mit ein paar Tagen ABstand habe ich erkannt, er benutzt mich nur so, wie er es braucht. ABer hat er schon einmal an mich gedacht oder an unsere beiden Kinder? Nein. Es war völlig egal, wie wir damit umgegangen sind. Nur er zählte. ABer jetzt ist es vorbei und ich sehe, daß meine Kinder und auch ich wieder lachen können. Das Leben kann so schön sein. Sei stark zu Dir, du wirst sehen, es gibt Schöneres auf der Welt und man ist nicht zuständig, wenn einer nicht will. Die Partnerschaft ist ein Geben und Nehmen, bei mir wurde aber nur genommen und ich habe alles akzeptiert und immer Gründe gefunden, warum er wohl trinkt. Doch heute bin ich nicht mehr zuständig. Das befreit.
    Wünsch dir alles Gute
    rg