Beiträge von rg

    Liebe Christine,
    danke für den Apfelstrudel. Ich rieche es richtig. Wäre schön, mit dir einen Kaffee zu trinken und den Strudel genießen. Bei mir ist bis jetzt die Küche kalt, bin schon wieder voll am Arbeiten. Muß viel bestellen, Lagerstand.... Haben nächste Woche wieder eine Großveranstaltung in Wien und ich bin erst heute dazu fähig, konzentriert mich um alles zu kümmer. Spät, aber doch. Gott sei Dank kennen mich meine Lieferanten schon und spielen mit.
    Ich bin stolz auf dich, daß du deinen Ex abgewürgt hast. Bei mir ist auch Funkstille. Ich gebe auch nicht mehr den kleinsten Finger für ihn her. Bin auch locker drauf und gelassen. Morgen abend bin ich bei meiner Tochter in ihrer Arbeitsstelle zum Ganserlessen eingeladen. Und ihr Freund ist auch dort. Ich freu mich schon drauf. Wieder andere nette Leute (Golfspiele) und einfach mal weg von meinem Zeugs. Ich bemerke jetzt, daß ich wieder Einladungen annehme. Habe es eine Zeitlang abgelehnt. Das Gefühl, allein zu kommen, ist vorbei. Sie laden ja MICH ein. Und das habe ich endlich begriffen, nicht im Doppelpack kommen zu müssen. Er ist auch nie mitgegangen, und ich hatte immer blöde Fragen, wo er denn wohl sei. Und jetzt bin ich da und keine Fragen kommen mehr. Einfach herrlich.
    Vor Weihnachten habe ich ein wenig Schiss. Wird komisch sein, aber ich lasse alles auf mich zukommen. Ist ja noch ein wenig Zeit.
    Nun genieß deinen Strudel noch schön, ich geh weiter arbeiten.
    Renate

    Liebe Dagmar,
    du wirst sehen, du wirst alles schaffen. Schritt für Schritt. Zuerst wird das Häuschen warm und macht keine Sorgen mehr. Dann schaut man als nächstes um Arbeit um. Wir sind ja für uns selbst zuständig. Ist das nicht schön?
    Auch ich habe heute schon die Grenzen beim Holzhacken erlebt. Dann muß man halt kleinere nehmen.
    So wie es im Leben ist. Ist etwas zu groß, so fängt man kleiner an und dann sind auf einmal die großen auch entsorgt. Probleme und Co meine ich.

    einen wunderschönen Tag mit viel Energie.
    Renate

    Guten Morgen, liebe Christine,
    mir gehts gut. Bin ruhig und entspannt. Ich habe jetzt eine neue Taktik, wie ich mit mir umgehen kann. Ich denke nicht mehr an Ex und was er mir alles an den Kopf geworfen hat - Schuldzuweisungen usw.
    War gestern viel auf der Autobahn unterwegs und hatte wieder Zeit, nachzudenken. Ich sehe es als abgeschlossen, meinen Weg gegangen zu sein. Am Abend beim Kurs noch ein Gespräch mit einer Kundin, die mir auch die Geschichte von ihrem Neffen erzählte. 3x Entzug und immer noch Alki. Also weiß ich, daß ich nie eine Chance gehabt hätte, ihn davon loszubringen. Und somit sage ich mir, ich habe alles versucht und jetzt ist es vorbei. Er ist ganz weit weg von mir. Am besten ich rede überhaupt nicht mehr über ihn, dann kommen auch keine Gedanken hoch.
    Wie geht es Dir? Alles in Ordnung? Meld dich mal wieder.
    Renate

    Gerade noch gesehen, daß du geschrieben hast.
    Schön, daß der Mitleidsknopf nicht in Betrieb ist.
    Auch mein Ex hatte gestern wieder diese Masche angesagt.
    Er zeigte mir seine Hände, die leicht ramponiert sind vom Arbeiten. Der Arme, Beamtenhände müssen eben manchmal zupacken. Auch gejammert, daß er bei 0 anfangen muß, das Haus winterfest machen, da er sonst erfrieren würde. Sonst war es nie zu kalt, wenn er tagtäglich hinein fuhr um einzuheizen? Innerlich und äußerlich. Außerdem hat er ja nie vorgehabt, das Haus zu verkaufen. War ja praktisch so. Und außerdem erspart er sich ja einiges, weil er nur mehr ein Haus zu versorgen hat und nicht zwei.
    Der Gedanke für ihn war wahrscheinlich, wenn er brav dazu zahlt, kann er sich ein lebenslanges praktisches Wohnrecht mit Versorgung erkaufen. Aber so hats nicht gespielt. Ich sehe jetzt, die Kosten sind nicht so schlimm, vor allem, ich habe keinen Kummer mehr und fühle mich nicht ausgenutzt.
    Das macht alles gut.
    Renate

    Auch einen schönen guten Morgen, Christine.
    mir gehts schon wieder besser. Diese Tiefs dauern nur immer ein paar Stunden an, wenn er da war.
    Ich glaube, daß ich jetzt so ziemlich Ruhe vor ihm haben werde, da nichts mehr da ist. Du hast sicher recht, daß der Charakter schon vorher da war und jetzt durch den Alk verstärkt wird. Meine Kinder haben es mir schon öfters gesagt, daß er so ist. Berechnend und nur für seinen Nutzen schauend. Wenn er was wollte, konnte er lieb sein und wenn wir was brauchten, dann ließ er lange darum bitten. Aber das ist vorbei. Das mit der Wand klingt gut. Wenn er wieder einmal kommt, werde ich daran denken.
    Ich wünsche dir einen schönen sonnigen Tag und viel Freude. Ich geh jetzt wieder arbeiten.
    Renate

    Wie sich doch vieles gleicht.
    Ich habe auch am Wochenende 4m Buchenholz verräumt. Allein. Aber ich habs geschafft. Ex hat mir doch noch 2 Wochen vorher Holz versprochen, aber nicht geliefert. Heute fragte er, ob ich es noch brauche. Nein, die Antwort. Er bemerkte nur, daß er es aber irgendwo abholen müsse und er auch keinen Platz dafür hätte. Wenn ich gewartet hätte, wäre ich schon erfroren. Genau so wie ich im Herzen erfroren bin vor lauter Warten auf meine Hoffnungen und Träume. Auch das mit der Kleidung ist bei mir dasselbe. Heute fällt mir nur auf, wenn er mal was Neues anhätte. Aber er bleibt beim Alten, das genügt für ihn, sagt er. Er gibt sich in Mitleidsmasche. So arm wie er ist. Und das mit meiner Mam stimmt sicher. Sie ging, als sie wußte, ich habe die Kraft und schaffe meinen Weg. Und sie hat mir noch in den letzten Lebenstagen einen Satz mitgegeben: "Mach was aus deinem Leben, nur daß es dir gutgeht." Und das nehme ich für mich an. Bin dankbar dafür, daß sie mir freigelassen hat, für mich zu entscheiden. Deshalb bin ich auch noch ganz innig mit ihr verbunden. Und mein Ex weint ihr sehr viel nach, weil er damit die letzte Stütze verloren hat, denn solange sie war, konnte er sicher sein, daß ich mich nicht trenne. Doch die Vorzeichen waren schon vorher da. Und er wußte es, hat mich nur nie ernst genommen. Und jetzt kommt er mir vor, als ob er alles das erste Mal hört. Für ihn wäre es sicher besser gewesen, geschieden zu werden, wenn er eine andere hätte, dann wäre der Männerego wieder rausgekommen. Aber so muß er auch mit der Tatsache leben, daß viele wissen, daß er den Mist gebaut hat und keine Heldentat war. Das ist tief demprimierend für ihn.
    Und ein Satz ist bei ihm ganz tief drinnen: Entschuldigen ist ein Zeichen von Schwäche. Deshalb hab ich bis heute nicht die kleinste Entschuldigung von ihm gehört. Dafür eben die Schuldzuweisungen. Aber mir tuts nichts mehr.
    Ich bin sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben.
    Da kann ich irrsinnig viel aufarbeiten. Kann das aber auch zur Sucht führen? Ich hätte noch so viel Arbeit zu erledigen und was tu ich hier? Ich schreibe und schreibe und schreibe. Aber wahrscheinlich muß das sein. Dann ist es nachher leichter und die Arbeit geht ev. schneller von der Hand.
    Renate

    Liebe Dagmar,
    deine Zeilen bringen noch mehr Gedanken in mir hoch.
    Es kommt mir zum Bewußtsein, daß mein Ex noch mehr zu trinken begonnen hat, wie ich mich von ihm losgelöst habe. Also den Kampf oder die heile Scheinwelt aufgegeben habe. Am Anfang hatte ich fürchterliche Gewissensbisse und es wurde mir auch sehr eingeredet, das kannst du doch nicht, was wird aus ihm usw.
    Doch irgendwann stieg meine Kraft wie in die eines Löwen, bin auch im Sternzeichen eine, und ich zog meinen Weg rigoros durch. Habe zwar ein Jahr lang einen Rückzieher immer wieder gemacht, um andere zu schonen. Meine Mam war zum Sterben und seine auch. Die wollte ich nicht hineinziehen, daß sie sich noch Sorgen machen mußten. Doch als beide tot waren, ging es sehr schnell. Dann ließ ich nicht mehr los und ich hatte nur mehr ein Ziel vor Augen: WEG!
    Und ich habs geschafft. Jetzt muß ich zwar wieder einige Schritte zurückgehen, da ich es noch nicht geschafft habe, komplett den Umgang zu unterbinden. Bis vor einem Monat hätte ich gar nicht geglaubt, daß ich nichts mehr von ihm sehen und hören möchte. Doch heute weiß ich, daß es mir riesig gut tut, wenn er in keinster Form mit mir Kontakt hat. Und dafür werde ich wieder kämpfen. Vorwärts und nicht rückwärts.
    Und das mit dem Umfeld trifft auch bei mir zu. Arbeitskollegen meines Ex gehen jetzt auf mich zu, vorher überhaupt nicht, und sprechen mich an. Sie erzählen mir jetzt, wie es in seiner Firma zugeht und daß dort regelmäßig getrunken wird. Vorher wurde das alles verschwiegen oder hinter dem Rücken geredet. Und vor allem für mich sehr interessant. Sie gratulieren mir ehrlich zu meinem Entschluß. Ich wußte gar nicht, wie nett diese Leute sein können. Diese wurden vom Ex immer wieder negativ beschrieben. Aber ist schon klar, sie haben ihn durchschaut. Und wenn man nicht der gleichen Ansicht wie ein Alki ist, so ist man fehl am Platz.
    Auch das habe ich erkannt.
    Es ist schön mit dir zu schreiben, da läßt sich vieles anders betrachten.
    Liebe Grüße
    Renate

    Liebe Dagmar,
    ich denke, du hast recht mit der These: Da wo ich meine Fähigkeiten habe liegen seine Manko-Seiten. Kann diese Ergänzung uns als Paar zusammengeschweisst haben, um nach außen einen vermeintlich soliden und stabilen Eindruck zu vermitteln?
    Bei uns war es sicher so. Ich sehe es aber erst seit ein paar Monaten, seit ich allein bin. Mein Ex hat uns immer angetrieben zu Höchstleistungen. Egal ob schulisch oder beruflich. Wir haben alles brav befolgt. Bis ich dahinterkam, daß er uns so hingerichtet hat, wie er es für sich gerne gehabt hätte. Die Kinder sind alle erfolgreich im Beruf und ich habe eine Firma aus dem Boden rausgeholt und habe sie immer noch. Mit Erfolg. Und bei offiziellen Veranstaltungen oder Familienfeiern erzählte er dann immer mit Stolz, was seine Familie so alles schafft und natürlich half er immer überall ein wenig mit, daß der Anschein kam, er ist die Hauptperson. Ohne ihn geht gar nichts. Ich bemerkte nur lange nicht, daß er von uns in den Hintergrund gedrückt wurde duch unsere Erkenntnis, er ist Alkoholiker. So hat er sich halt angehängt und den Ruhm und die Lorbeeren mitgenossen. Nur irgendwann einmal war bei uns die Kraft aus. Da fingen wir an, auf ihn konzentrierter zu schauen. Und wir bemerkten, daß er immer mehr trank. Wir hatten auch Angst, nicht mehr als tolle Familien dazustehen, wenn einer davon entfernt wird. Doch heute sehen wir es ganz positiv. Es kommt für uns klar herüber, was wir im Einzelnen leisten und können und auch wollen. Und unsere Kunden haben es uns nicht übel genommen, daß wir die heile Welt mit dem tollen, lustigen Mann und Vater verlassen haben. Bis auf einige, doch um die tut es uns nicht leid. Ich habe auch geglaubt, es wird nach der Trennung für mich ein beruflicher Rückschlag kommen, wer hilft mir oder wenden sich die Kunden ab. Doch nichts ist passiert, es geht sogar noch besser, da ich konzentrierter und motivierter arbeiten kann. Habe auch sofort Ersatzpersonal gefunden, auf die ich mich voll verlassen kann.
    Ich hoffe, ich konnte dir auf die geistigen Sprünge helfen. So was Irres ist tatsächlich möglich.
    Wir waren zwei Schwache, und jetzt ist nur mehr einer schwach. Und das ist er.

    Liebe Grüße
    Renate

    Mir wird gerade klar, daß Ex erst jetzt die Ausmasse der Scheidung begreift. Er hat alles verloren, seine Frau und seine Kinder. Warum hat er nicht früher daran gedacht? Doch das gibt er jetzt auch nicht zu. Er redet immer nur von 34 Jahren und das Geld, das er ins Haus hineingesteckt hat. Und die Arbeitskraft und Energie. Traurig, daß er nur materiell denkt. Ist das beim Alk so? Kann mir das vielleicht jemand erklären, damit ichs begreife? Ich hoffte lange, er würde einmal sagen, daß ich ihm abgehe oder die Kinder. Doch nein, nur das Geld tut ihm leid. Das tut mir jedes mal weh, wenn solche Angriffe kommen. Für mich war Geld immer unwichtig. Und auch heute noch. Wichtig ist für mich ein Leben in Zufriedenheit und Ruhe. Ich war immer der ruhende Pol in der Familie, doch irgendwann konnte ich nicht mehr. Nur geben und nichts an Kraft zurückbekommen, das hält doch keiner aus. Es ist eigenartig, daß jetzt wieder alles aufgewühlt wird, wo ich schon so gut drauf war. Doch das hat mit dem Kampf mit dem Ex zu tun, der bis zum Stichtag Ende September (Auszugstermin) noch alles locker genommen hat und jetzt so ganz anders geworden ist. Aber ich werde es schaffen, diesen Rückschritt zu überstehen.

    Jetzt war gerade Ex da. Hat nach Schnaps gerochen. Und das schon am Vormittag. Erschreckend.
    Wieder die Vorwürfe, ich hätte ihn entsorgt. Er hat gar nichts begriffen, warum ich so gehandelt habe. Er hält mir immer vor, daß er vor der Tür zum Richter gefragt hat, ob wirs noch einmal versuchen. Ich hatte mit nein geantwortet. Es hätte doch nichts gebracht. Habe lang genug gekämpft. Und bis jetzt hat er noch nichts getan, um vom Alk loszukommen. Nicht einmal für sich macht er das. Traurig. Doch ich kann es nicht ändern. Jetzt versuche ich wieder, ruhiger zu werden. Jedesmal wenn er kommt, bin ich auf Hochtouren. Und deshalb finde ich es besser, keinen Kontakt mehr zu haben. Vielleicht funktioniert es irgendwann. Ich hoffe es.

    Leibe Christine,
    da hast du ja schon viel mitgemacht. Ich verstehe dich jetzt, daß du ihm helfen willst. Ich glaube, so wie ich das alles gelesen habe, kannst du ihm aber nicht mehr helfen. Du kannst ihn nicht mehr aufrichten, wenn er schon so tief unten ist. Du machst ihn nicht schlecht, wenn du Tatsachen schreibst.
    Bezüglich Hilfe für ihn von deiner Seite aus: Versuch einmal, abzuwarten, ob er um Hilfe bittet. Dann kannst ihm ja helfen, ohne Erwartungen, daß irgendwas gut wird. Und setz für dich deine Grenzen. Du wohnst ja getrennt und muß trotzdem deinen Weg gehen. Und vergiß nicht auf dich. Aber rede dir ja kein schlechtes Gewissen ein. Du hast ja alles Mögliche getan, um ihm zu helfen. Doch wenn er es nicht annimmt, bist du nicht schuld. Ich sehe es in meinem Fall genau so. Gestern hat er zwei Mal angerufen, ich habe zum ersten Mal in meinem Leben nicht abgehoben oder zurückgerufen. Es fiel mir gar nicht schwer. Ich will einfach nicht mehr, er ist so anders geworden. Da ist überhaupt nichts mehr da, um einen Kontakt aufrecht zu halten. Kein Vertrauen und immer dieses Misstrauen mir gegenüber hat mir schon lange zu schaffen gemacht. Ich bin ein Mensch, der genau sagt, wie ich mich fühle und was ich denke. Doch von ihm kam nie eine Antwort zurück. Er sagte immer, er versteht meine Worte nicht. Somit ist es schade um jede Minute, die ich mich mit ihm beschäftige. Bin schon gespannt, ob er heute wieder versucht, anzurufen. Jetzt spürt er vielleicht, wie das ist. Er hat es zu oft mit mir gemacht. Es kamen immer Entschuldigungen, Akku leer, nicht gehört usw.
    Dabei hab ich mich nur gemeldet, wenn was Dringendes anstand. Ich habe auch bemerkt, daß ich immer für ihn da war, auch nach der Scheidung, wenn er meinte, er will jetzt vorbeikommen. Das wurde alles selbstverständlich. Und jetzt muß ich die Grenzen setzen. Hoffe, es funktioniert.
    Wünsch dir noch einen schönen Tag.
    Renate

    Liebe Christine,
    lieb von Dir, mir deine Tochter schicken zu wollen. Habe eine Buchhalterin, nur die Aufbereitung muß ich selbst machen. Und die mache ich leider (das ist meine Schwachstelle) erst immer im letzten Moment.
    Aber es ging sich noch immer aus. Gestern nacht konnte ich lange nicht schlafen, so sehr beschäftigt mich der Ex. Er hat heute schon angerufen, aber ich habe nicht abgehoben. Werde mich auch nicht melden, da ich keine Diskussionen möchte.
    Sag mal, ist dein Ex schon in Pension? So wie ich es mitbekomme, kann er gar nichts selbst. Oder täusche ich mich. Oder tut er nur so. Ich glaube, wenn ihm keiner mehr aufhilft, wird er aufstehen. Aber so lange er versorgt wird und ihm alles abgenommen wird, ist es ja bequem. Meiner war halt so. habe auch immer alles aus dem WEg geräumt. War der größte Fehler von mir.
    Zitat: er sagte ja zu mir, wenn ich schon so tüchtig bin, könnte ich ihm auch eine Wohnung suchen.
    So redet mein Ex auch, um mich tief zu treffen. Das haben die auch gemeinsam. Jedoch wäre ich von Grund her nicht bereit zu helfen, da er mir auch nie geholfen hat. Weder menschlich, noch seelisch. Und wenn er was will, dann soll er schauen, wie er dazu kommt. Vielleicht bin ich da wirklich schon ein wenig weiter fortgeschritten mit dem Loslösen. Er ließ mich ja auch ständig hängen. Die Familie war immer das Allerletzte, wo er bereit war zu helfen. Da kamen vorher alle anderen. Und die sollen ihm jetzt auch helfen. Er lehnt auch ganz entsetzt ab, wenn ich sage, ich komme zu ihm und hole die Sachen. Weiß nictht warum? Vielleicht erzählt er mir MÄrchen, was er so alles beim Haus gemacht hat. Ist mir ja doch egal. So wie ers macht, so hat ers.
    Bezüglich Kinder ist Ex sicher zu feige, auf sie zuzugehen. Doch das ist sein Problem, wie oft mußten wir etwas machen, wo uns nicht wohl war. Aber das ist dann ja leicht, anzuschaffen und selbst nicht vorzumachen. Erst jetzt durchschaue ich seine Lebenstheorie. Habs nie erkannt.
    Aber was solls. Nun gehe ich wieder an die Arbeit.
    Heute melde ich mich nachts nicht mehr, komme erst gegen Mitternacht heim.
    Schönen Nachtmittag.
    Renate

    Liebe Christine,
    ich bin auch stolz auf dich, daß du eine Entscheidung getroffen hast. Wenn du deinem Ex eine Wohnung suchst, meinst du nicht, er sieht es als Unterwerfung?
    Ich würde es nicht tun, sonst hätte mich mein Ex wieder in den Fingern und würde es sehen, daß ich einsehe, es tät mir leid. Du darfst dir wahrscheinlich nicht erwarten, daß er dann netter zu dir ist oder dir behilflich ist beim Hausverkauf. Ich sehs bei meinem Ex, welche Versprechungen er noch vor 2 Wochen machte bezügl. Holz usw. Nichts ist gekommen, aber auch gar nichts. Hab mir inzwischen schon selbst eins gekauft.
    Meine Kinder haben zum Ex überhaupt keinen Kontakt und wollen ihn gar nicht sehen, geschweige denn mit ihm reden. Und mir macht es gar nichts mehr aus, daß sie keinen Kontakt wollen.Ich glaube, ich hätte gleich reagiert, wenn mein Vater so zu mir gewesen wäre. Sie haben doch sehr viel mitgemacht und mehr gesehen, als ich es geschnallt habe.
    Aber so wie du sagsts: ENDE DER TÄUSCHUNG. So gesehen, können wir doch froh sein, daß wir aufgewacht sind.
    Und ich bin heilfroh darüber, das kannst mir glauben.
    So, nun bin ich voll munter, muß nur noch meine km schreiben, dann ist diese blöde Buchhaltung auch fertig.
    Schlaf gut, und genieß deine Freiheit. Hast du toll gelöst, es soll Dir gutgehen. Wir sind auf dem richtigen Weg, wir beide.
    Renate

    Liebe Christine,
    sag einmal, ist das noch normal? Wir haben so viele Paralellen, das gibt es doch gar nicht. So traurig es ist, wir hätten uns sonst nie gefunden. Wie alt sind deine Kinder? Mein Sohn ist 28, die Tochter wird dieses Monat 24. Wäre witzig, wenn das noch übereinstimmt.
    Ich glaube auch, daß unsere Kinder am richtigen Weg sind. Nur mein Sohn hätte es leichter, wenn er sich öffnen könnte. Tochter geht locker damit um, hat doch noch mit ihrem Vater vor der Scheidung eine Aussprache gemacht, wo sie ihm alles knallhart sagte, welchen Sch.... er gebaut hat und nie für sie da war. Totale Ehrlichkeit und Offenheit. Nur meinem Sohn fehlt noch so ein Gespräch. Ich glaube, es würde ihm helfen, wenn der Ex und er einmal zufällig zusammen kommen würden und er ihm ins Gesicht sagen kann, was alles angerichtet wurde und wie er sich fühlt, da er dem Vater auch immer alles recht machen wollte und nie ein Lob bekam. Nicht einmal jetzt fragt der Ex nach den Kindern mehr, als ob es sie nie gegeben hätte. Er redet nur von sich und seinen Verwandten. Traurig, aber wahr. Als ob es uns nie gegeben hätte. Schade um jeden Tag und jede Zuneigung, die wir ihm entgegen gebracht haben.
    Aber so ist das Leben. Jetzt kanns nur noch aufwärts gehen.
    Schlaf gut
    Renate

    Mein Wochenbeginn ist mit Arbeit vollgespickt.
    Und auch die Erkenntnis, daß ich endgültig keinen Kontakt mehr zum Ex haben will. Das Auf und Ab seines Verhaltens mir gegenüber zwingt mich dazu, konsequent auf Nullkontakt zu gehen. Ich mache mir zuviel Gedanken darüber, wenn er nüchtern kommt und dann so ein anderer Mensch ist. Hart und berechnend. War er immer schon so? Ich weiß es nicht mehr. Habe viel darüber nachgedacht, wie er in der Vergangenheit war. Ich vermute, daß ihn der Alk zu dem machte, wie er jetzt ist. Da bin ich in irgend einer Weise noch dankbar, die Kurve gekriegt zu haben. Wenn er nach einem Entzug so geworden wäre, wie er sich jetzt gibt, da hätte ich nichts Schönes mehr im Leben gehabt. Und sein Vater war auch so. Jetzt muß ich nur aufpassen, daß mein Sohn nicht die Verhaltensweisen des Vaters annimmt oder vererbt bekommen hat. Ich befürchte es. Es zeigt sich immer mehr, daß er die gleichen Ansagen bzw. das gleiche Verhalten wie der Ex hat. Ich habe Angst davor, daß er so wird. Dann hat er es nicht leicht im Leben. Und ich kann ihm wahrscheinlich nicht helfen. Ich werde mal mit ihm darüber reden, er ist ja so verschlossen, nach aussen der Lustige, Tolle und innen, als ob eine Wand davor steht. Wie sein Vater.
    Das wird meine nächste große Aufgabe, ihn aus seiner Enttäuschung und Verbitterung zu helfen. Ich hoffe, ich schaffe es. Habe heute lange mit meiner Tochter darüber gesprochen. Wir wollen uns einmal zu dritt zusammensetzen und versuchen, ihn einmal anzusprechen, damit er sich loslösen kann von allem, was ihn bewegt. Ich sagte zu ihr, wenn er einmal weinen könnte, dann wäre es besser. Danach erzählte sie mir, daß sie sich allein einmal getroffen hätten und sie auf meine Scheidung zu sprechen gekommen sind. Da hätte er geweint. Ich glaube, er will bei mir den Starken spielen, da er glaubt, mich beschützen zu müssen. Doch das macht ihm das Leben nur noch schwerer. Dabei zeige ich ihm immer wieder, daß ich ihn liebe. Kann nur nicht an ihn herankommen. Das macht mir Sorgen.
    Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben, in eine Therapie geht er sicher nicht. Obwohl das wahrscheinlich das Beste wäre.
    Renate

    Liebe Dagmar,
    denk Dir, du hast alles getan, um deinen Kater ohne Schmerzen gehen zu lassen. Ich kann dir nachfühlen, wie weh das tut. Aber wir können unsere Tiere befreien von Schmerzen usw., das können wir Menschen nicht. Er ist sicher weiterhin für dich da. Du wirst es spüren. Mein Hund (´vor 2 Jahren eingeschläfert) sieht mich jeden Tag vom PC aus ganz frech an. Er ist auch immer noch bei mir. In meinem Herzen. Und meinen Kater hüte ich wie einen Augapfel, ist er doch der Letzte im Haus. Wenn er nicht mehr ist, bin ich ganz allein. Das kann ich mir noch nicht vorstellen, aber wird auch einmal passieren. Ist ja auch schon ca. 16 jahre.
    Vielleicht siehst du es positiv, daß du alles machen musstest. So hat dein Kater alle Liebe der Welt erfahren und nicht den Widerwillen deines Ex.
    Das hätte dein Kater gespürt.
    Ich drücke dich ganz stark, und versuche dir Trost zu schicken.
    Renate

    Liebe Christine,
    muß dir wieder einen Schritt weiter von meiner endgültigen Loslösung berichten. habe dem Ex gerade ein mail geschrieben, daß er am Freitag seine allerletzten Sachen holt und mir von seinem Haus das Kinderspielzeug, welches dort noch gelagert ist, zurück bringt. Und dann will ich mit ihm nichts mehr zu tun haben. Habe mit den Kindern gestern noch lange gesprochen. Wir leider ganz stark an seiner Arroganz, nur an sich selbst zu denken. Er hat nie nach den Kindern gefragt und zu mir ist er auch bösartig mit seinen Blicken und Äußerungen. Das haben wir nicht mehr nötig und lassen es uns auch nicht mehr gefallen. Wenn er am Freitag erscheint, sage ich ihm, daß ich ihn nicht mehr sehen möchte und auch nichts mehr von ihm hören möchte. Ich muß das machen, da ich bemerke, daß es mir schlechter gehen anfängt. Und dabei ging es mir schon so gut. Er hat nichts eingesehen und sich eigentlich nie darüber geäußert, was alles so passiert ist. Ich bekomme bei jedem Treffen den Vorwurf, hast ja du dich scheiden lassen und mich rausgeworfen. Das kann ich einfach nicht mehr hören. Ich habe vorher einmal geschrieben, daß er sanft ist. Aber nur mit Alk. Gestern kam er nüchtern und da zeigt sich das wahre Gesicht. Meine Tochter sagte mir heute, daß er schon immer so war. Berechnend, eifersüchtig auf alles und noch einmal draufsteigen, wenn man schon ganz unten war. Das habe ich lange nicht bemerkt oder nicht bemerken wollen. Aber jetzt ist Schluß! Ich will einfach nicht mehr. Hat er doch gestern die Beine für meinen Schreibtisch gebracht, und fragte ganz blöd, ob ich die Laden auch brauche. Ich könnte ihn ja darum bitten. Soweit kommts noch. Er glaubt wirklich, er kann mit mir umspringen und mich runter drücken. Nein, das lasse ich nie mehr zu. Der soll mal schauen, wo er bleibt. Uns hat er für immer verloren.
    So, jetzt habe ich Dampf abgelassen, hoffe, dir geht es besser. Ich denke, wir haben noch viel zu schreiben, bis wir alles verarbeitet haben.
    Ich wünsch dir eine gute Nacht, ich bin natürlich noch am Arbeiten. Kann ja so und so nicht schlafen, so verärgert und enttäuscht bin ich. Und auch wütend.
    Liebe Grüße
    Renate

    Liebe Christine,
    es freut mich, daß du den Wandertag genossen hast. Es ist gut so, daß du den Verkauf des Hauses voran treibst. Geht ja auch um Finanzielles. Es ist auch schön zu lesen, daß du lernst, auf dich zu schauen. Ich bin auch dabei. Und so wie du bei mir geschrieben hast, Gefühle lassen sich nicht von heute auf morgen wegschieben, kann ich dir nur recht geben. Obwohl bei mir keine Gefühle mehr da sind, tut es mir weh, wenn er so kaltschnäuzig ist. Aber das ist auch für ihn Selbstschutz. Ich hab ihn doch nicht mehr an mich herangelassen, nicht nur körperlich sondern auch seelisch. Das hat er doch begriffen. Auch für mich ist das Selbstschutz, um nie mehr verletzt und enttäuscht zu werden. Heute ist mein Tief wieder vorbei, die Arbeit kann mit frischem Mut wieder begonnen werden. Es ist doch die beste Entscheidung auch bei gewesen, mich scheiden zu lassen. Er hatte auch mindestens 2 Jahre Zeit, umzudenken. Aber es wurde, so wie bei dir, auch kein Versuch gemacht. Das beweist, daß unsere Ex überhaupt nichts begriffen haben. Und somit müssen sie und auch wir beide die Konsequenzen tragen. Aber wir beide wissen wenigstens, was wir wollen. Ein Leben in Frieden und Harmonie. Das hatten wir doch lange nicht mehr.
    Wünsche dir auch eine schöne Woche.
    Renate

    Nun habe ich mich wieder beruhigt. Habe wieder klare Gedanken und weiß auch wieder, daß es mir doch gut geht. Sohnemann war auch hier, ausgeschlafen und er bemerkte gleich, daß mit mir was nicht stimmt. Wir haben kurz darüber gesprochen und er gab mir wieder die Kraft, wie er sagte, daß wir ja wissen, daß Ex eben so ist und ich soll es abhaken. Habs mir zu Herzen genommen. Bei solchen Situationen merke ich immer wieder, daß ich schon noch nicht ganz losgelöst von ihm bin. Das glaube ich nur manchmal. Dann, wenn ich ihn nicht sehe. Dabei habe ich dieses Spiel mit ihm bezüglich Verhalten eh jahrelang mitgemacht und noch immer erwischt es mich, daß es mir weh tut, wenn er so agressiv ist. Aber die Zeit werde ich auch noch erwarten können, wo ich keinen Kontakt mehr habe und das nicht mehr mitmachen muß. Geduld ist halt nicht mehr meine Stärke.
    Renate

    So, nun war Ex wieder hier und mein schöner Tag wurde abgebrochen. Er hat die Post geholt, die noch immer zu mir kommt und wir konnten überhaupt nicht reden. Wir waren beide sehr angespannt. Ich hoffe oder wünsche mir auch, daß er nicht mehr zu oft kommen muß, damit ich wieder so eine Kraft bekomme, die ich schon gehabt habe. Jedes Mal, wenn wir uns sehen, gehe ich wieder 2 Schritte zurück. Und das möchte ich nicht. Jetzt gehe ich noch Laubrechen, damit ich meine Agressionen abbauen kann. Muß mich erst beruhigen. Auch beim Frühstück mit den Kindern war es heute angespannt. Mein Sohn war derart übermüdet, daß er nicht gut zu sprechen war. Das hat vieles zerstört. Doch darüber kann ich wegsehen. Wir hatten dann noch ein klärendes Gespräch zwischen ihm und seiner Schwester, die er ungerechterweise angefahren ist. Er ist auch überfordert mit allem. Aber meine Tochter ist wenigstens glücklich. Und das tut gut. Ex hat auch nur kurz angedeutet, daß er sein Haus jetzt winterfest macht. Neue Türen, Fenster usw. Ist auch gut so, wenigstens tut er für sich etwas. Er war auch heute, so glaube ich, nüchtern. Und daher auch keine Gesprächsmöglichkeit. Mit dem muß ich mich erst abfinden, daß er so anders ist, wenn kein Alk im Spiel ist. Also besser keinen Kontakt mehr.
    Renate