Hallo liebe Wegbegleiter,
nun habe ich einige Tage hier nichts geschrieben, denn ich war in der letzten Woche unterwegs und habe Dinge gemacht, die mir guttun.
Zuerst war ich für einige Tage auf einem Yoga-Seminar und habe mal wieder gemerkt, wie gut mir Yoga hilft, in der Balance zu
bleiben und die innere Mitte zu spüren. Obwohl die Stunden dort recht anstrengend waren, bin ich mit sehr viel Energie von dort
zurückgekommen.
Den Rest der Woche war ich im Zusammenhang mit meinem Ehrenamt auf einem Seminar meiner Gruppenleiterausbildung.
Immer wieder stelle ich fest, dass ich aus diesen Seminaren sehr viel für mich mitnehmen kann, was mir hilft, mich besser kennenzulernen und
vielleicht auch mal hinzuleuchten, wo es noch *wunde* Punkte gibt.
Themen wie der Umgang mit Kränkungen und Kritik bzw. die Projektion
persönlicher Betroffenheit auf Situationen, die damit überhaupt nichts zu tun haben, begegnen mir im täglichen Leben ja auch sehr häufig.
Die Arbeit auf diesen Baustellen ist ein lebenslanges Projekt.
Das Unterwegs-Sein ist ein spannender Prozess, bei dem sich der Blickwinkel auch immer mal wieder ändert. Heute sehe ich vieles aus einer anderen Perspektive, das ich noch nicht sehen/verstehen/ einordnen konnte, als ich mich auf den Weg machte.
Ich habe immer gedacht, ich sei ein reiner Kopfmensch, doch das stimmt gar nicht in dieser Absolutheit... Ich bin froh, dass ich heute einen Weg
gefunden habe, der zu einem guten Miteinander von Kopf und Bauch führt - anstatt zu einem ständigen Kampf.
Im Laufe meines längeren Unterwegs-Seins ist mir zunehmend bewusst geworden, dass es sehr oft nicht ausreicht, die Zusammenhänge *nur* vom Kopf her anzugehen. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Alkohol.
Klar, der Kopf sagt, dass es schädlich ist, Alk als Problemlösung einzusetzen - aber verhilft diese Erkenntnis allein zu dauerhafter Stabilität im Innen?
Erst als ich nicht mehr meine Kraft und Energie an Gedanken über Beschaffung, Entsorgung von Alk sowie die Bewältigung körperlicher und seelischer Konsequenzen nach dem Einsatz von Alk als *Lösungsmittel* einsetzte und diese Gedanken loslassen konnte, veränderte sich langsam auch etwas im Innen.
Nachdem ich wirklich aus dem tiefsten Inneren verstehen konnte, welche Chancen und Möglichkeiten inneren Wachstums ein *freier* Geist (im Sinne von geistiger Klarheit und Wachheit) für mich hat, stellte sich bei mir eine wirkliche Zufriedenheit ein. Neben anderen ist dieses Ergebnis meines längerwährenden Entwicklungsprozesses heute für mich ein sehr wichtiger Pfeiler meiner stabilen Abstinenz.
Allen, die hier noch ganz am Anfang ihres Weges stehen und die glauben, die Schwierigkeiten und Herausforderungen des Lebens nur mit
Alkohol bewältigen zu können, möchte ich hier Mut machen, den Blickwinkel zu verändern. Es ist viel mehr möglich, als Ihr Euch vorstellen könnt: aber das geht nur OHNE..
Allen, die hier vorbeilesen, wünsche ich gute 24h.
Herzliche Grüße,
Samsara