Lieber Bernd-hallo!
Du hast gerufen? Hier bin ich
seit gestern Abend wieder in heimatlichen Gefielden (allerdings so platt, dass ich keine Lust mehr hatte, hier hereinzuschauen
)
In vier Tagen sind wir ca. 100 km im Hochsauerland gelaufen; die ersten beiden Tage waren mit über 30 km fast nur auf Asphaltstecken schon recht grenzwertig, zumal das Ganze bei schattigen 10 Grad ablief. Die letzten beiden Tagen liefen wir dann auf matschig-patschigen Feldwegen, teilweise auch schön im Wald, aber begleitet von einem stetigen Niesel-pieselregen. Manchmal fiel es mir schon schwer, mit meinem inneren Licht gegen die schlechte Laune anzugehen, die schon mal aufkam, wenn der Wind unbarmherzig auf den Höhen mit harter Hand in unsere Gesichter klatschte und die nassen Funktionsklamotten an den Beinen schlotterten. Dennoch wurden wir immer wieder durch viel schöne Natur und Begegnungen mit netten Menschen belohnt.
Als wir gestern nachmittag durchnässt und von eisigem Wind durchgepustet nach einer ziemlich steilen Aspaltstrecke zu einer Ansammlung von einigen Häuschen kamen, waren mein Begleiter und ich schon ziemlich demoralisiert. An einem der Häuser stand "Pension" und es standen 3 Menschen davor. Wir fragten, ob wir dort kurz einen heißen Kaffee bekommen könnten und wurden in die "gute" Stube gebeten, wo ein Holzofen wohlig vor sich hinbullerte. Dort durften wir unsere tropfnassen Regenjacken über einen Stuhl hängen und uns aufwärmen. Mensch was tat das guuut 
Wir bekamen leckere Kekse und heißen Kaffee und erfuhren bei der Gelegenheit, dass sich die Pensionswirtin schon längere Zeit mit dem Gedanken trägt, den Jakobsweg in Spanien zu gehen. Ich konnte ihr ein wenig von meinen Erfahrungen berichten, die ich dort in den vergangenen 2 Jahren auf meinem Weg bis Leon gemacht habe. Zum Abschied habe ich ihr gesagt, dass es gerade die Begegnungen mit so hilfbereiten Menschen wie sie sind, die den Weg zu einem besonderen Erlebnis machen.....Wenn Du denkst, es geht nicht mehr, gibts irgendwo ein Lichtlein...
Nun habe ich noch ein bißchen Zeit, bevor ich am Sonntag wieder nach Köln zurückfahre. Wie ich es bereits prophezeit hatte, scheint hier heute wieder die Sonne
Schatten und Licht...
Während der letzten Tage habe ich es geschafft, absolut an nichts zu denken. Schritt für Schritt im eigenen Tempo zum Tagesziel - nichts anderes war wichtig. Ich war im Einklang mit mir -auch mit meinen Schmerzen, denn meine Füße zeigten mir auf der Hälfte der Strecke erst die gelbe und am letzten Tag die rote Karte- und mit der überwältigenden Natur.
Ich schaue mich jetzt gleich mal um, was sich hier so im Forum getan hat.
Liebe Grüße,
RoteLampe