Beiträge von Samsara

    Liebe Backmaus,

    Danke für Dein Feedback, es hat mir sehr geholfen

    Zitat

    Ich darf auch Angst haben,sie gehört zu meinem Leben dazu.Ich war schon als Kind ein "Angsthase".
    Angst vor Veränderungen habe ich immer noch-ich habe aber gelernt damit umzugehen.Ich "schütte" die Angst nicht mehr zu.

    Als Reaktion auf meinen Tagebucheintrag im geschützten Bereich fiel das Wort "Ohnmachtsgefühle", welches ich sehr treffend als Benennung meiner diffusen Gefühle finde (hier zeigt sich auch, dass der Betrachter von außen die Situation noch treffender auf den Punkt bringen kann, als ich, die ich "drin" bin)

    Ich habe mal versucht, den Faden weiter zu spinnen: Ohnmacht- ohne Macht- machtlos - ausgeliefert - hilflos - schwach. Das trifft es genau.
    Früher hieß meine Devise "Bloß keine Schwäche zeigen*, die Fassade um jeden Preis aufrecht erhalten und stark sein.

    Mir ist bewusst, dass ich nicht immer stark sein muss, aber mir wird gerade deutlich, dass es vom Verstand zum Gefühl noch ein weiter Weg ist.
    Ich habe heute etwas wichtiges über mich erfahren - dafür bin ich dankbar.

    So kann auch ein ansonsten ziemlich unproduktiver Tag zu Hause wertvolle Impulse geben :wink:

    Liebe Grüße,

    RoteLampe

    Hallo Lobanshee

    lieben Dank für Deinen Beitrag und Deine Aufmunterung!
    Du hast Recht:

    Zitat

    Mach was draus, nutze diese Zeit.

    Ich bin heute erkältungsbedingt zu hause geblieben und habe die Zeit für mich genutzt, mir Blumen gekauft und blühende Zweige in die Vase gestellt. Gleich werde ich diese noch ein wenig österlich schmücken und mir so ein paar Lichtblicke -als Gegenpol zu dem hier zurzeit sehr "grauen" Wetter draußen- in mein Wohnzimmer setzen.

    Mit Blick auf die allgemeine wirtschaftliche Lage ist mir schon bewusst, dass ich mich aus einer gesicherten beruflichen Position weiter bewerben darf, da ich auch hier in den letzten Monaten heraus den starken Wunsch nach Veränderung spüre. Ich versuche daher, die Wartezeit so gelassen zu überbrücken, wie ich es eben kann.

    Bei meinen Überlegungen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die "Bewerbungssituation" nur ein Beispiel für meine Schwierigkeit ist, Situationen auszuhalten, auf die ich keinen Einfluß (mehr) habe.

    Es fällt mir schwer, die Gefühle, die in so einer momentan nicht kontrollierbaren Lage entstehen, bewusst auszuhalten. Sie ungefiltert ohne den Alkoholnebel, mit dem ich mich früher in vergleichbaren Situationen betäubt habe, an mich heranzulassen. Es bedeutet ja auch, dass ich mich da hilflos und schwach fühle. Dabei "muss" ich doch gar nicht immer die Starke sein :twisted:

    Es ist mir bewusst, dass ich gerade einen wichtigen Prozess auf meinem weiteren Weg durchmache, aus dem ich gestärkt hervorgehen werde. Drücken gilt nicht :roll:

    Danke nochmal und einen schönen Tag mit Cappu, Musik und Kerzenschein

    RoteLampe

    Hallo,

    Heute früh bin ich mit Kopf - und Gliederschmerzen und einem Kratzen im Hals aufgewacht. Auch die Stimme hat sich krächzenderweise verabschiedet. So habe ich mich morgens um 05.00 Uhr nochmal in meinem Bett herumgedreht und mich für heute krank gemeldet. Dabei gingen mir folgende Gedanken durch den Kopf, die ich aus meinem Tagebuch hierher kopiere:

    Zitat

    Als ich heute früh im Bett liegen blieb, hatte ich zunächst ein ungutes Gefühl, denn ich erinnerte mich daran, dass es Zeiten gegeben hat, in denen ich im Bett legen geblieben bin, weil ich mich zu nichts aufraffen konnte. Mit der Entschuldigung "Magen-Darm-Beschwerden" habe ich mich abgemeldet und später führte mich mein Weg stracks zum nächsten Supermarkt, wo mich eine Auswahl meiner französischen oder italienischen Freunde bereits aufmunternd erwartete. Natürlich legte ich auch immer noch etwas anderes mit in den Wagen, damit es nicht auffiel, dass ich morgens um 08.00 Uhr schon Wein im Einkaufswagen hatte Eine Zeitlang kaufte ich Zwiebelsuppe in Tüten, denn die verdarb nicht so schnell. Noch heute denke ich daran, wenn ich diese Tüten sehe
    In diesen Zeiten mutierte mein Schlafzimmer zur Kulisse meiner eigenen Saufgelage. Dies kam mir heute früh in den Sinn -gedanklicher Rückblitz.

    Zum Glück wurde mir schnell der Unterschied zu heute klar, wo es mir wirklich gesundheitlich nicht so gut geht. Auch habe ich vor längerer Zeit mein Schlafzimmer komplett renoviert, neu gestrichen, den weinfleckigen Teppich rausgerissen und alles umgestellt. Nichts erinnert mich in diesem Raum mehr an die Geister des Weines, die mein Schlafzimmer zu lange beseelt hatten.
    Als ich mir vorhin Medikamente besorgte, habe ich auch einen Strauß gelber und Lila Tulpen besorgt, die nun etwas Frühling in einer Vase auf meinem Vertiko zaubern.

    Warum mir diese Gedanken an mein früheres Schlafzimmer (besser gesagt, die frühere Funktion desselben Raumes) wohl im Kopf herumspuken? Ich habe kein Verlangen nach Alk - im Gegenteil, ich spüre den Unterschied

    Ich bin ein wenig verunsichert. Hat sich da das Suchtgedächtnis gemeldet? Es war kein Gedanke an das Trinken von Alkohol im Spiel, ich habe mir nur die Situation *früher - heute* bewusst gemacht :?::?:

    Jedenfalls bin ich froh, dass ich mir heute morgen Blumen statt Alkohol besorgt habe - der Strauß erhellt nun den wettermäßig sehr trüben Tag. Darüber freue ich mich!

    RoteLampe

    Hallo Pia,

    Wie hast Du denn Deine Angst vor dem Kontrollverlust in den Griff bekommen?

    Ich stelle für mich immer wieder fest, dass ich mit für mich unklaren Situationen noch Schwierigkeiten habe. Aber ich bleibe dran - das Schreiben in meinem Tagebuch und die dortige Auseinandersetzung mit meinem Gefühlswirrwarr helfen mir dabei :idea:

    Einen schönen Abend wünscht

    RoteLampe

    Hallo, liebe Weggefährten,

    Nach einem erholsamen Wochenende, das ich bei meinem Partner in einer anderen Stadt verbracht habe, war ich heute den ganzen Tag in einer merkwürdig traurigen und sehr indifferenten Stimmung. Ich stand mir selbst im Weg und fühlte mich mies.
    Einen aktuelle Anlass für mein Tief gab es nicht, aber nachdem ich in mich hineingehört habe, fand ich heraus, dass mir das Warten nachdem ich einige Bewerbungen auf den Weg gebracht habe, ziemlich zu schaffen macht.
    Bei näherem Hinsehen stellte ich dann fest, dass dahinter noch etwas anderes steckt - diese Überlegungen hatte ich zuvor in meinem Tagebuch festgehalten:

    Zitat

    Was also treibt mich so um? Es sind nicht wirklich die Bewerbungen, sondern es ist die Tatsache, dass ich etwas in Bewegung gesetzt habe, dessen Ablauf und Ausgang ich nicht mehr in der Hand habe. Ich habe es aus der Hand gegeben, habe keinen Einfluß mehr darauf - ich habe es nicht mehr unter Kontrolle. Nach der aktiven Zeit kommt nun die Zeit des (ab-)wartens und genau hier liegt mein Knackpunkt: Geduld, GEDULD und nochmals Geduld. Meine schwerste Lektion....

    Zum Thema Geduld habe ich heute viele Beiträge im Thread "Geduld und andere Grausamkeiten" gefunden, in denen mein Problem sehr anschaulich und treffend formuliert wurde. Ich habe mir mal die betreffenden Sätze herauskopiert, ausgedruckt und zerschnipselt. Mit diesen Teilen möchte ich mich noch eingehender beschäftigen. Aber dazu werde ich mir Zeit nehmen, denn ich habe in letzter Zeit sehr oft das Gefühl, als würde mein Geist unablässig Purzelbäume schlagen und überhaupt nicht mehr zur Ruhe kommen. Hier setze ich inzwischen mit mehr oder weniger Erfolg mit meinen Entschleunigungsmaßnahmen an.

    Ich stelle also fest, dass die Angst vor Kontrollverlust mich immer noch umtreibt und es ist gut, dass ich das erkannt habe. Hier möchte ich für mich noch Wege finden, wie ich mit dieser Angst besser umgehen kann. Schließlich habe ich durch meinen Alkoholkonsum ja auch die Kontrolle - fast bis zur Entmündigung abgegeben.

    Ich habe mich den unangenehmen Gefühlen gestellt und sie ausgehalten, anstatt sie zu betäuben. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Gefühlen konnte ich feststellen, wo es bei mir noch hakt.

    So hat mich dieser Tag einen kleinen Schritt weiter gebracht. Dafür bin ich dankbar. Ich danke auch denjenigen, die mich mit ihren Beiträgen im Thread über Geduld und andere Grausamkeiten durch Denkanstöße auf die richtige Spur gebracht haben.

    Ich freue mich, dass ich heute hier wieder wichtige Impulse für meine eigene Trockenheitsarbeit mitnehmen durfte!

    Lieben Dank,

    RoteLampe

    Guten Morgen, Harry

    Zitat

    steckt da nicht auch das wort frieden drin ? frieden mit sich selber schließen, mit seiner vergangenheit, mit seinen ängsten. sich lösen von vergangenen dafür platz schaffen für eine zufriedene zukunft.

    Du schreibst hier sehr eindringlich, über was ich in letzter Zeit oft nachgedacht habe. Es reicht nicht, wenn wir äußerlich (gesellschaftlich) alles erreicht haben. Es ist noch keine Garantie, dass wir innerlich auch glücklich und zufrieden sind. Dazu braucht es noch viel mehr.

    Wie kann ich innere Zufriedenheit für mich erreichen? Ich denke viel darüber nach.

    Danke für Deine Anregungen - ich lese gerne hier bei Dir.

    Eine nachdenkliche

    RoteLampe

    Moin,

    gestern Abend durfte ich eine für mich sehr wichtige Erfahrung machen: ich habe meine körperlichen Grenzen gespürt und akzeptiert.
    Nachdem ich in der letzten Zeit einige wichtige Schritte in Richtung Veränderung meiner beruflichen Situation eingeleitet und gestern ein weiteres Bewerbungsprojekt auf den Weg gebracht hatte, war bei mir die "Luft raus". Ich fühlte mich müde, ausgelaugt und war nur noch genervt.

    In dieser Situation habe ich für mich das einzig Richtige getan: ich habe meine *To-do-Liste* weggelegt und alles liegen und stehen lassen. Habe auf meinen Körper geachtet, der sich über den Schlafmangel der letzten Zeit beschwert hatte und bin ins Bett gegangen.

    Nach einem tiefen und traumlosen Schlaf fühle ich mich besser. Früher habe ich mich mit Alk "gestählt", um weiter funktionieren zu können. Heute kann ich meine körperlichen Grenzen akzeptieren.

    Ich freue mich auf den Tag....

    RoteLampe

    Hallo,

    heute habe ich in meiner SHG über meine Seminarerfahrungen erzählt.

    Auch dort hat der Vergleich unseres Lebens mit einem Haus und seinen Etagen einige zum Nachdenken angeregt. Vielleicht haben sie ja Lust, beim nächsten Mal über ihre eigenen Gedanken dazu zu berichten.

    Heute habe ich mit einer lieben Freundin telefoniert, mit der ich schon seit 2 Jahren in Etappen auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela unterwegs bin.Wir haben beschlossen, uns im September wieder gemeinsam auf den Weg zu machen und von unserer letzten Etappe aus zu starten.

    Ich freue mich schon darauf, auch wenn es noch einige Zeit dauert, ehe es losgeht. Es ist schön, ein Ziel zu haben und nach vorne zu schauen.

    xxxBitte keine Zitate oder Songtexte einstellen S.Käferchen

    RoteLampe
    auf dem weg

    Hallo Backmaus,

    Danke für Deine Ausführungen - ich gebe Dir Recht, dass ein solches Seminar mich einerseits in meiner eigenen Trockenheitsarbeit weiterbringt, aber andererseits auch ziemlich "schlaucht".

    Als wir am Freitag den ganzen Tag unsere eigenen Lebensgeschichte reflektiert und in der Arbeitsgruppe auch über die Geschichten und Erfahrungen der anderen Gruppenmitglieder sprachen, bin ich nach dem Ende der Unterrichtseinheit um 21.15 Uhr sofort in mein Zimmer und musste erst einmal für mich sein. Ich hatte keine Kraft mehr für weitere Diskussionen - nicht einmal für Smalltalk. Stattdessen habe ich noch eine Meditationsrunde eingelegt. Ich kann inzwischen ganz gut erkennen, wo meine persönliche Grenze ist und weiß die Signale meines Körpers zu deuten. Das war in der Vergangenheit nicht immer so :twisted:

    Zum Aufräumen unseres persönlichen Lebenskellers ist mir noch eingefallen, dass unser Seminarleiter sagte, dass wir die Kellertreppe nicht alleine hinuntersteigen müssen, sondern dass wir uns ruhig Hilfe holen dürfen und auch sollen, wenn wir die Kisten nicht alleine stemmen können.

    Ich wünsche noch einen stressfreien Abend,

    RoteLampe

    Hallo Lütze,

    Auch ich möchte mich mal kurz bei Dir "outen" und Dir alles Gute zu den ersten 16 Monaten auf Deinem neuen trockenen Weg wünschen. Ich habe ihn seit dem letzten Jahr als stille Mitleserin verfolgt und war beeindruckt von Deiner Kontinuität und Beharrlichkeit. Du hast Dich selbst reflektiert und -wo nötig- Deinen eingeschlagenen Weg korrigiert. Das hat mich sehr beeindruckt 8)

    Zitat

    Es ist jedesmal interessant,wie sich vermeintliche Probleme in Luft auflösen


    Es ist tatsächlich so, dass sich viele Dinge -mitunter auch unangenehme - durch Zeitablauf erledigen und wir hinterher feststellen, dass wir uns unnötig Sorgen gemacht haben :roll:

    Alles Gute auf Deinem weiteren Weg,

    RoteLampe

    Hallo Harry,

    Zitat

    ich bin kein geborener redner geschweige denn diese worte auch noch in schrift zu verfassen.

    Nun sei doch nicht so bescheiden :roll: Ich freue mich, Dich nun endlich "gefunden" zu haben. Du hast mich als Besucher meines Tagebuchs schon mehrfach beeindruckt durch Deine klaren Worte.

    Ich möchte mich nun besonders für Deinen Vergleich mit den "Tränen als Perlen der Seele" bedanken. Mir fehlen nicht so schnell die Worte, aber er hat mich sprachlos gemacht.

    Ich freue mich, hier an Deinen Gedanken teilhaben zu dürfen,

    RoteLampe

    Hallo,

    ich bin wieder zurück von meinem viertägigen Seminar, das ich im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit absolviert habe. Es waren sehr intensive, prall gefüllte Tage. Sie waren angefüllt mit der Arbeit an meiner eigenen Suchtgeschichte und dem, was die Anderen über sich erzählt haben.

    Nun brauche ich ein paar Tage Abstand, bis sich die Eindrücke etwas gesetzt haben, denn ich bin noch sehr berührt. Diese Zeit werde ich mir nehmen, da dies für mich wichtig ist.

    Besonders hat mich der Vergleich unserer Suchtgeschichte mit einem Haus -bestehend aus Keller, Erdgeschoss und 1. Etage - beeindruckt. Der Keller der Vergangenheit gehört zu uns wie die 1. Etage, die unseren neuen Weg darstellen kann. Wir haben uns überlegt, dass es nicht sinnvoll ist, die Treppen zum 1. Geschoss abzusägen, da wir sonst dort oben isoliert stehen würden....

    Mein Keller gehört zu meiner Lebensgeschichte. Ich hatte bereits vor dem Seminar damit begonnen, dort aufzuräumen. Ich werde auch weiterhin in meinem Keller zu entrümpeln und dabei Stück für Stück auch Frieden mit mir selbst schließen.

    Ich bin sehr dankbar für die neuen Impulse, die ich aus dem Seminar mitnehmen durfte.

    RoteLampe

    Hallo, liebe Mitleser

    Für die nächsten 4 Tage werde ich an einem Seminar meiner Selbsthilfeorganisation teilnehmen. Es dient auf der einen Seite der Vorbereitung auf meine spätere ehrenamtliche Mitarbeit, andererseits werde ich aber auch für mich wieder eine ganze Menge von dort für mich mitnehmen.

    Es wird dort u.a. auch über das Thema "Meine Lebensgeschichte: Chancen und Risiken für meine Helfertätigkeit" sowie über "Nähe und Distanz" diskutiert werden. Neben dem guten Miteinander in der Gruppe (es ist mein 2. Seminar von insgesamt 5) wird die Arbeit in Kleingruppen aber auch sicherlich wieder sehr hart. Die Lebensgeschichten der anderen, die auf mich "einprasseln", sind oft Spiegel der eigenen Suffgeschichte und sehr "starker Tobak".

    Inzwischen kann ich mich aber ganz gut abgrenzen und weiß, wann ich Abstand nehmen muss. Insofern bin ich sehr gespannt auf das Thema "Nähe und Distanz". Ich kann dem Hilfesuchenden keine Unterstützung geben, wenn ich selbst nicht gefestigt in mir bin und den notwendigen Abstand habe.

    Allen gute 24h

    RoteLampe

    Liebe Yvonne,

    auch hier möchte ich Dir noch einmal ganz herzlich zu Deinem 1. Jahrestag in Deinem neuen trockenen Leben gratulieren.

    Du hast Dich vor einem Jahr für einen neuen Weg entschieden und damit eine wichtige Entscheidung getroffen, die Dein Leben gravierend verändert hat und noch verändert. Eine Entscheidung für DICH und für das Leben.

    Gehe Deinen Weg weiter mit der Dir eigenen Kontinuität und Klarheit :D

    Alles Gute für Deinen weiteren Weg,

    RoteLampe

    Hallo Backmaus,

    ich hatte Dir in meinem "verschollenen" Beitrag geantwortet :?

    Lieben Dank für Deine treffende Ergänzung. Du hast den Bogen von der Teufelshandpuppe, vor der wir uns in Kindertagen gefürchtet haben, zum Teufel Alkohol gespannt, vor dem wir unser restliches Leben auf der Hut sein sollten, um unsere Trockenheit zu bewahren.

    Ich möchte nicht mehr mit dem Teufel im Bunde sein. Ich werde den Deckel meiner ganz persönlichen "Springteufeldose" nicht berühren. Er bleibt drin und raus aus meinem Leben. Und das ist gut so...

    Gute Nacht wünscht

    RoteLampe

    Hallo,

    mein längerer Beitrag von eben ist gerade im Nirgendwo "verschwunden", also neuer Versuch.

    Zitat

    Zum Thema Angst ist mir eingefallen, dass es für mich sehr schwer war, zum ersten Mal zur SHG zu gehen. Ich weiß noch, dass es im Sommer war - alle Leute saßen draußen und ich dachte, dass alle mich nun anstarren würden. Die wenigen Stufen hoch zum Gebäudeeingang waren für mich die Schwersten. Ich musste eine unheimliche Kraft aufwenden, um die Türe aufzudrücken und hindurchzugehen.... Noch heute kann ich dies jedem neuen Teilnehmer nachfühlen, der zum ersten Mal diesen schweren Gang antritt.

    Es ist ein wichtiger Schritt von der Anonymität in die Öffentlichkeit - für mich war es ein sehr gewaltiger, denn ich war Meister im Lügen und Vertuschen. Vor allem habe ich mich selbst besch***en. Mit dem Schritt an die Öffentlichkeit habe ich den Schutz des Lügendickichts verlassen und mich zögernd auf den Weg gemacht. Noch heute denke ich oft dienstags auf meinem Weg zur SHG in wievielen unterschiedlichen Stimmungen -von zutiefst verzweifelt und traurig bis heiter und beschwingt- ich diesen Weg bis heute schon gegangen bin.

    Ein Schritt, vor dem ich mindestens genauso viel Bammel hatte, war das Outing hier im Forum. Nachdem ich mich angemeldet hatte, verließ mich erst einmal der Mut. Ich habe in der Zeit viel gelesen und vieles aus dem offenen Bereich für mich mitgenommen und ausprobiert. Dies und die Erkenntnis, dass ich noch mehr für mich tun kann, wenn ich mich hier aktiv einbringe, haben mich ermutigt, Anfang des Jahres mit "Schatten und Licht" im offenen Bereich einzusteigen. Meine Anmeldung für den geschlossenen Bereich habe ich ungefähr eine Woche später abgeschickt.

    [quote]

    Diesen Beitrag hatte ich heute in meinem Tagebuch zum Thema Angst geschrieben. Wir hatten kürzlich in unserer SHG über unseren Umgang mit der Angst gesprochen.

    Ich fühle mich hier gut unterstützt auf meinem zufriedenen trockenen Weg. Dafür bin ich dankbar -jeden Tag aufs Neue.


    RoteLampe

    Hallo,

    Als Karnevalsflüchtling habe ich mich an Weiberfastnacht aus der Domstadt geschlichen und bin in das -teilweise ziemlich verschneite- Bayern entwichen. Dort habe ich sehr schöne Tage bei meiner Mutter verbracht und bin wieder im Hinblick auf meine Vergangenheit wieder ein Stück mit mir ins Reine gekommen.

    Ich kopiere hier eine Passage aus meinem heutigen Tagebucheintrag herüber, da sie für mich und meinen Weg sehr wichtig ist:

    Am Donnerstag und heute konnte ich als Unbeteiligter aus der Ferne mal wieder die Wirkung des Alkohols auf den Menschen erleben und ich muss sagen: mir fehlt er nicht. Im Gegenteil, er wird mehr und mehr zu einer abschreckenden Fratze, einem widerlichen Teufel - keine Karnevalsmaske könnte so abscheulich und grauenhaft sein, wie diese Fratze.

    Ich habe vor langer Zeit irgendwo gelesen, dass jemand den Alkohol als kleinen Springteufel in einer Dose beschreibt. Dieser Springteufel an seiner Feder würde jede kleine Lockerung am Deckel der Dose dazu nutzen, wieder mit aller Gewalt herauszuspringen. Ich habe dieses sehr anschauliche Beispiel mit auf meinen Weg genommen. Ich werde den Deckel meiner Dose auf keinen Fall wieder lockern und es auch niemand anderem erlauben

    Die Erkenntnis über den Umgang mit meinem ganz persönlichen Springteufel ist ein wichtiger Bestandteil meines "Notfallkoffers".

    RoteLampe

    Hallo caro,


    Zitat

    7.ich dachte das ALLE anderen viel mehr "ahnung"haben wie ICH


    Ich denke, dass hier sehr viele Menschen schreiben, die ihre Erfahrungen weitergeben - das finde ich positiv, weil sich jeder, der möchte, etwas davon mitnehmen kann. Viel "Ahnung haben" muss aber nicht bedeuten, dass derjenige es auch für sich anwenden kann. Ich habe vieles über Alkoholismus gelesen und viel gewusst, aber vieles wird mir erst jetzt bewußt

    Zitat

    3.ich glaubte das das was ich schreibe sowieso KEINER wissen will

    Als ich neu in meiner Selbsthilfegruppe war, dachte ich -als ich die Geschichten der anderen hörte - dass das, was mich so bewegt im Moment, doch gar nicht wichtig sei. Das Gegenteil ist der Fall: auch wenn "Dein Kanarienvogel Husten hat" und Dich das im Augenblick bewegt, ist es wichtig und sollte auch ausgesprochen werden.

    Zitat

    .ich nahm es persönlich wenn mir niemand schrieb

    Ich schreibe hier noch nicht so lange, habe aber vorher monatelang sehr viel gelesen. Auch ich habe festgestellt, dass ich nur sehr wenige Antworten bekomme, aber die sind dann sehr dezidiert und helfen mir weiter. An den Aufrufen sehe ich, dass viele meine Beiträge lesen - vielleicht nehmen sie daraus im Stillen etwas für sich mit, wie ich es während meiner Lesephase auch getan habe. Das ist ok so.Ich schreibe in erster Linie für mich, freue mich über Besucher und Kurskorrekturen, wenn ich mal auf "Abwegen" sein sollte, aber ich nehme es nicht persönlich, wenn sich niemand zu Wort meldet.

    Dies waren ein paar Gedanken von

    RoteLampe

    Guten Abend,

    auch ich möchte hier in meinem Bereich ein kurzes Lebenszeichen hinterlassen. Mir geht es gut und ich merke an winzigen Begebenheiten, dass ich meinen Gefühlen wieder näher komme.

    Ich habe heute Abend an einem Gottesdienst für Menschen teilgenommen, die auf Anordnung des Ordnungsamtes unserer Stadt ohne Trauerfeier bestattet werden. Dieser Gottesdienst für die "Unbedachten" findet einmal im Monat statt; dabei werden die Namen der Menschen vorgelesen, die im Vormonat ohne Angehörige und andere liebe Menschen an ihrer Seite ihren letzten Weg gegangen sind. Mir ist aufgefallen, dass die Liste immer länger wird. Dies macht mich sehr traurig.

    Eines der Lieder, die wir gesungen haben, hat mich so stark berührt, dass mir die Tränen das Gesicht herunterliefen. Ich habe es zugelassen. Nachdem ich viele Jahre nicht weinen konnte und den Schmerz im wahrsten Sinne des Wortes heruntergeschluckt habe, kann ich wieder Tränen vergießen.

    Ich kann meine Traurigkeit annehmen und Tränen wieder als heilsam empfinden. Ich bekomme wieder Zugang zu meinen Gefühlen, von denen ich lange Zeit wie abgeschnitten war. Dies erfüllt mich mit Dankbarkeit und Freude. Ich bin dabei, mir mein Leben wieder Schritt für Schritt zurückzuholen.

    Obwohl ich hier in der letzten Zeit nicht viel geschrieben habe, lese ich regelmäßig und aktualisiere mein Tagebuch im geschützten Bereich täglich, was sehr zeitaufwendig ist.
    Viele Dinge, die mich zurzeit bewegen, kann ich nicht so anonymisieren, dass sie verständlich bleiben. Ich denke, dass ich diese momentan in einem geschützten Rahmen besser aufarbeiten kann.

    Trotzdem verfolge ich die Diskussionen hier im offenen Bereich und werde - wo sie sachlich ablaufen - schreiben, wenn ich dazu etwas zu sagen habe.

    LG

    RoteLampe

    Hallo Kommal,

    ich habe schon vor längerer Zeit Deine detaillierten Beschreibungen über Deinen Weg in Deinem Thread verfolgt.

    Ich schreibe bereits seit 4 Jahren Tagebuch (die klassische Variante auf Papier), aber ich habe lange Zeit den Fokus nicht auf das eigene Befinden gerichtet. Heute versuche ich, negativen Gefühlen auf den Grund zu gehen, anstatt sie "runterzuspülen".

    Ich habe inzwischen akzeptiert, dass nicht alles Sonnenschein ist und negative Gefühle wie Wut und Ärger ihren Sinn und ihre Daseinsberechtigung haben. Ich kann mich jetzt besser aushalten, wenn es mir schlecht geht. Der Weg dahin war steinig und es liegen bestimmt noch weitere größere und kleinere Brocken auf meinem Weg. Ich gehe weiter - Schritt für Schritt.

    LG
    RoteLampe