Ach,hab noch vergessen zu sagen, dass mein Zahnarzt weiß, dass ich Alkoholikerin bin, ebenso mein Hausarzt und mein Orthopäde. Ich finde es wichtig, dass sie informiert sind, auch wenn es Überwindung gekostet hat, es zu sagen.
Beiträge von Laufschnecke
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Guten Morgen!
Habs geschafft, war beim Zahnarzt u. habe nicht gekniffen, obwohl mir nach dem Aufwachen der Gedanke kam, den Termin einfach abzusagen. Aber was hätte das gebracht? Und die gute Nachricht ist: Er hat gar nicht gebort und es tat auch nicht weh, er hat die Lücke erstmal provisorisch mit Zement zugekleistert. Die Frage nach Schmerzmittel hat sich also erstmal erledigt. Die schlechte Nachricht ist allerdings, dass der Zahn und der daneben überkront werden müssen. Jetzt muss ich alle Zahnärzte, die ich in den letzten 10 Jahren besucht habe( waren mehrere,da ich öfter umgezogen bin) wegen des Bonusheftes abklappern, den Antrag bei meiner Krankenkasse einreichen und abwarten. Auf jeden Fall wird es nicht billig, blöde Geschichte, weil ich zur Zeit nur Krankengeld bekomme und ganz schön knapp bei Kasse bin.
Danke für Eure (mutmachenden) mails, Ibupr. habe ich auch schon mal ausprobiert, war aber nicht so begeistert. Aber brauch mir ja erstmal keine Gedanken darüber machen.
Wünsche einen schönen Tag, Laufschnecke -
Hallo, Sokid, schön, von Dir zu hören. Mach Dir keine Gedanken wegen des Medikaments und der Zeit, bis es seine volle Wirkung entfaltet. Das ist bei Antideprwssiva normal, es dauert immer gut 3 Wochen, aber hab Geduld, Du wirst staunen, wie es dann von der Stimmung her besser wird. Ich bin froh, dass Du Dich auf eine Medikation einlassen konntest, viele wollen das nicht. Aber zunächst ist es sehr hilfreich, es bedeutet ja nicht, dass Du es Dein Lebenlang nehmen mußt. Bedenke: Eine Depression ist, unabhängig von ihrer Ursache, eine Stoffwechselstörung im Gehirn. Wenn jemand Diabetis hat, so weiß er, dass es eine Stoffwechselkrankheit seines Zuckerkreislaufes ist, und er muß sein Leben entsprechend anpassen.Genau so ist es bei einer Depression, wir müssen lernen, dass es eine Erkrankung ist, auf die wir zunächst mal mental keinen Einfluß haben.
Lass Dich ein auf die Behandlung, es wrd Dir bald besser gehen. Ich hatte Phasen, in denen ich die Nacht herbei gesehnt habe, weil die Dunkelheit mir Schutz versprach. Alles andere schien mir machte mir Angst, der Tag, das Erleben des Alltags, viele Kleinigkeiten wie Duschén, Kaffeekochen, Frühstücken,geschweige denn Post zu erledigen oder für meinen Sohn da zu sein. Aus dieser Dunkelheit habe ich nur mit Hilfe von Medikamenten herausgefunden. Heute nehme ich sie nicht mehr, aber damals war es meine Rettung. Ich will hir nicht als Allwissenende auftreten, aber mit Depr. habe ich langj. Erfahrung. Wenn Du Fragen hast, die ich beantworten kann, stelle sie, ich versuche, eine Antwort zu finden, gebe aber auch zu, dass ich nicht auf alles eine Antwort habe.
Depressionen und Sucht ist nicht selten, wird aber nicht so oft angesprochen. Ich wünsche Dir viel Kraft, akzeptiere Dich so, wie Du bist, ganz liebe Grüsse, Laufschnecke -
@Sokid: Sorry, habe Dir geschrieben ohne Deine E-mail in meinem Threat gelesen zu haben, scheint so, als wären wir öfter zeitgleich im Forum. Danke für Dein Interesse, ja, es geht mir gut, aber ich kämpfe gegen meinen Suchtdruck, morgen habe ich einen Zahnarzttermin, weil mir ein Stück Zahn abgebrochen ist und ich mache mir vor Angst fast in die Hose. Er wei´ß, dass ich Alkoholikerin bin, aber nach der Behandlung muß ich noch 2 Stunden arbeiten, anschließend kommt mein Sohn, weil mein (EX-)Mann morgen Spätdienst hat, also, keine Zeit zum Jammern, was mache ich, wenn ich Schmerzen habe und nur Paracetamol nehmen kann? Früher waren stärkrer Schmerzmittel kein Thema, arbeite ja leider an der Quelle. Ich hoffe, ich halte alles durch, jetzt mache ich mich maal bettfertig und erwarte die nächsten Albrtäume, die mich seit Wochen verfolgen, ganz lieben Gruss, Laufschnecke
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Hallo, Sokid, wie ist es Dir heute ergangen? Meld Dich doch mal, ich habe heute oft an Dich gedacht.
Wenn es nicht so positiv verlaufen ist heute, dann gib nicht auf, oh man, ich weiß nicht mehr so recht, was ich noch sagen soll, will auch nicht als Besserwisser auftreten. Habe über die Jahre reichlich Erfahrungen mit Psychotherapeuten und Psychiatern oder Neurologen gehabt, deswegen kann ich Dich gut verstehen. Was soll ich sagen, lass Dich nicht beirren und folge Deinem Bauchgefühl. Es wird Dir sagen, Ob der Psychiater Dir gut tut oder nicht. Ich habe meinem Bauchgefühl lange nicht getraut, aber jetzt ist es für mich sehr wichtig geworden. Es gibt Menschen, mit denen ich gleich auf einer Wellenlänge bin, aber auch welche, mit denen es nie passt. Finde raus, was Du willst und welcher Therapeut zu Dir passt, ich hoffe, ich erscheine jetzt nicht allzu altklug, berichte nur aus meinen Erfahrungen. Alles Liebe, Laufschnecke -
Hallo,
ich habe Angst davor, ein Tagebuch zu führen, das auch andere lesen können. Aber ich weiß auch, dass es nach vielen vergeblichen Tagebüchern handschriftlich eine gute Chance ist, endlich vor mir ehrlich zu sein. Ich werde es in Angriff nehmen, zur Zeit beziehe ich Krankengeld, das mir wenig Spielraum lässt, aber meine Gesundheit und meine Abstinenz ist es mir wert. Alk ist auch teuer, und trotzdem habe ich ihn gekauft. Jetzt habe ich die Möglichkeit, etwas Gutes für mich zutun, ohne, dass es mit Betäubung o. ä. zu tun hat. Okay, ich mach es! -
Hallo, Koko,
auch tu mich schwer, Du bist nicht die Einzige. Gib nicht auf, auch ich bin noch ziemlich am Anfang, und nach all den Rückfällen gehe ich sehr hart mit mir ins Gericht. Mein grosses Problem ist, dass ich nie gelernt habe, Schwäche zu zeigen, ich hasse meine Schwächen, haben sie andere doch nicht. Aber sie sind ein Teil von mir, ob ich will oder nicht,ich will sie nicht, aber sie sind da. Ich will eine zufriedene Abstinenz leben können, bin aber noch weit davon entfernt. Zu schwer ist der Kampf gegen den wenigstens für ein paar Stunden vorgegaukelten Zustand der Wärme durch Alkohol. Ob Dus glaubst oder nicht, jeden abend sehne ich mich nach Wärme und Geborgenheit, und kämpfe gleichzeitig dagegen an, dass Alk die Lösung ist. Das Schreiben und Lesen in diesem Forum hilft mir sehr, ich müßte längst ins Bett, aber ich freue mich so, Gleichgesinnte zu treffen und mich mitteilen zu können.PC war lange ein Buch mit 7 Siegeln für mich, aber guck: ich habe mich durchgewurschtelt und bin froh, es gewagt zu haben. Mein Sohn wäre wahrscheinlich völlig überrascht, dass auch ich genau wie er neuerdings Stunden am PC verbringe.
Aber Schluß jetzt, ich wünsche Dir eine schöne, erholsame, traumlose Nacht und Kraft für den nächsten Tag, schön, Dich kennengelernt zu haben,
lieben Gruss, Laufschnecke -
Hallo, Norbert,
Hut ab, dass Du Deinnen Suchtverlauf so klar definieren kannst. Wenn ich es versuche, verliere ich mich in der Vergangenheit und bewege mich dann schnell in der Reichweite eines Rückfalls. Schön, dass Du eine Partnerin hast, die Dich unterstützt, und besonders toll finde ich, dass Du es nach einer Langzeittherapie geschafft hast, Dein Leben zu ändern. Genau das habe ich nach meiner Langzeitth. 2004 nicht gemacht, in der Therapie ging es mir gut, aber wieder zu Hause bin ich in das alte Verhaltensmuster wieder eingestiegen und habe geglaubt, ich schaff das jetzt alles viel besser.
Ein Trugschluss! Mein Job ist einer, der duldet keine Fehler, meine Familie, die ich zu der Zeit noch hatte, sollte sehen, dass ich wieder belastbar bin, meine Eltern sollten sehen, dass ich nicht den gleichen Weg einschlage, wie meine Mutter ( sie ist seit langem schwer abhängig von Benzos u. Alkohol), und mein Sohn (heute 13 Jahre alt) sollte wieder eine zuverlässige Mutter bekommen. Das war zu viel! Nach einem dreivierteljahr wurde ich rückfällig, weil ich es allen anderen recht machen wollte, weil ich meine Fehlzeit im Job durch 120% Arbeit wieder wett machen wollte und weil ich mich selbst überhaupt nicht beachtet habe.Heute sehe ich meinen Weg anders: meine eigenen Belastungsgrenzen einhalten, ehrlich zu mir selber zu sein, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wo es nötig ist und Stress zu vermeiden, wenn es geht. Ich wünsche Dir sehr, dass Du so taff bleibst, achte auf Dich selbst, das ict so wichtig, finde ich. Ich hoffe, ich finde eines Tages die Kraft, auch meine Suchtgeschichte mitzuteilen, aber das geht nur tagsüber, am abend würde es mir Albträume verursachen, die mir schwer zu schaffen machen würden. Danke für Deinen offenen Bericht, schönen Restabend, Laufschnecke
Jetzt, nachdem ich im Febr.2008 den absoluten Zusammenbruch hatte, ist mir klar geworden, dass ich nur trocken leben kann, wenn ich mich wohl fühle. -
Hallo, Koko,
ich bin noch recht neu in diesem Forum, deshalb bin ich noch etwas unsicher im Schreiben. Aber Du sprichst von einer Tagesstruktur, aber auch davon, dass Du Dir die Ziele zu hoch steckst und dann enttäuscht bist, wenn Du sie nicht erreichst. Das kenne ich auch, und in den letzten Wochen habe ich die Struktur verändert, indem ich kleine, aber erreichbare Ziele einegebaut habe wie ( klingt vielleicht albern) Duschen, Wäsche waschen, ein Zimmer aufzuräumen, 1 Stunde Zeit für mich zu nehmen, in der keine Probleme gewälzt werden, sondern ganz lappidare Dinge passieren wie fernsehgucken, lesen, ein oder zwei zu rauchen, meine Katze zu kraulen, Sudokurätsel lösen. Kleine Ziele konnte ich abends durchstreichen, die anderen habe ich auf den nächsten Tag verschoben und versucht, ab 19.00 oder 20.00 Uhr das Grübeln einzustellen, denn was ich bis dahin nicht gelöst hatte, würde ich auch in den Abendstunden nicht lösen, aber sie würden mich beunruhigen und mir den Schlaf rauben. Ich habe sie ja aufgeschrieben, also kann ich sie am nächsten Tag nicht vergessen, aber sie sind auf dem Block in meiner Küche und nicht mehr in meinem Kopf. Das klappt nicht immer, aber Übung macht den Meister. Ich hoffe, das war jetzt kein blöder Komentar, würd Dir nur gern helfen oder zumindest mitteilen, dass ich Dich gut verstehen kann, lieben Gruss, Laufschnecke -
Hallo, ich hsbe in den letzten Tagen viel im Forum gelesen und es hat mir sehr geholfen. Da ich schon lange Alkoholikerin bin und erst seit Juni diesen Jahres trocken, wird mir immer wieder nahegelegt, ein Tagebuch zu führen. Aber alle Versuche, die ich gestartet ahben, scheiterten an meiner verzehrten Selbstdarstellung. Immer wieder habe ich mich beim Schreiben dabei ertappt, dass ich nicht meinen Ist-Zustand beschreibe, sondern mich so beschreibe, wie ich gerne wäre. Meine tatsächlichen Gefühle zu beschreiben, fällt mir sehr schwer. Wie funktioniert das mit dem Tagebuch im geschützten Raum? Wer kann das lesen? Wie fange ich das an? Ich weiß, das es wichtig für mich ist, ein Tagebuch zu führen mit meinen ehrlichen Gedanken und Gefühlen, aber ich habe mich fast 30 Jahre erfolgreich selbst betrogen, da ist das nicht so leicht. Möcht es aber gern versuchen, kann mir jemand einen Rat geben? Gruß eine bischen ratlose Laufschnecke
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Hallo, Sokid!
Super, das was Du heute geschafft hast! Und besonders gut finde ich, dass Du dem Arzt alles erzählt hast, das ist nicht immer leicht. Ein so schneller Termin bei einem Psychiater ist in der Tat nicht die Regel, aber auch, wenn man Kassenpatient ist und eine Dringlichkeit erkannt wird, bekommt man doch schnell Hilfe. Privat versichert zu sein hat nicht nur Vorteile, außerdem ist es sehr teuer. Ich arbeite selbst im Gesundheitswesen und kann aus Erfahrung sagen, dass es zwar von Vorteil ist, sofort Termine bekommen zu können, aber nicht jede Chefarztbehandlung ist die Beste. Guck doch erstmal, wie es morgen läuft, und vor allem, ob Du zu dem Psychiater Vertrauen fassen kannst.
Es hat ja jetzt auch geklappt, obwohl Du Kassenpatient bist.
Auf jeden Fall- sei stolz auf Dich, Du schaffst es jeden Tag ein bischen mehr, mit Deiner Depression klar zu kommen. Weiter so, ich wünsche Dir viel Kraft!
Mir geht es auch besser, ich bin auf der Arbeit ganz gut klar gekommen und fühle mich nicht mehr so müde. Albträume machen mir nachts noch sehr zu schaffen, heute nacht habe ich überlegt, sie aufzuschreiben, mit dem richtigen Verleger würden sie bestimmt bald zum Bestseller.... Ist natürlich Quatsch, aber aufschreiben hilft vielleicht trotzdem, werds mal versuchen, lieben Gruss, Laufschnecke -
Hallo, Sokid,
dieser "grausame "Zustand läßt sich bearbeiten, keine Angst. Stark finde ich, dass Du trotz der miesen Stimmung trocken bist. Ich hatte da am Anfang so meine Probleme, aber wenn ich was getrunken hatte, ging es mir erst recht schlecht, ist also auf keinen Fall eine Lösung. Fänds schön, wenn Du morgen oderso von Deiner Erfahrung in der Ambulanz berichten würdest,
wünsche Dir einen ruhigen restlichen Abend, halt die Ohren steif, lieben Gruss, Laufschnecke -
Hallo, Gemma, danke für Deine Zeilen. Ich weiß, dass vieles nur in meinem Kopf existiert, aber es so schwer, ihn abzuschalten. Ich glaube, ich habe in den letzten Tagen meiner Vergangenheit mehr Beachtung geschenkt, als es gut ist, aber Du hast recht, ich kann die Vergangenheit nicht ändern, nur meine Zukunft, ich kann meine Fehlzeiten nicht rückgängig machen, ich kann nur selbst dafür sorgen, dass keine neuen dazukommen. Irgendwie sind mir diese Gedanken in den letzten Tagen abhanden gekommen und ich habe mich schlecht gefühlt, als Versager und habe selbst in Frage gestellt, ob ich es jemals schaffen werde, eine zufriedene Abstinenz leben zu können. Ich glaube, ich finde gereade meinen Mut wieder, meinen Weg weiterzugehen.
Liebe Grüsse, Laufschnecke -
Hallo,Sokid, ic bin neu hier im Forum und auch noch nicht lange trocken, aber mit Depressionen habe ich einige Erfahrungen, da ich seit Jahren darunter leide. Der Alkohol hat diese noch erheblich verschlimmert und berufstechnisch stand ich unter enormen Leistungsdruck, so dass bei mir im Februar 2008 der absolute Zusammenbruch kam. Nachdem ich mich krankgemeldet hatte, weiles mir unmöglich schien, arbeiten zu können, explodierten die Schuldgefühle, ich "soff" 3 Tage ohne Pause und wollte mir zuletzt die Pulsadern aufschneiden. Mit dem Skallpell in der Hand rief ich aber doch noch eine Freundin aus meiner SG an, die mich umgehend in die Psychiatrie brachte. Seit dem ist mir klar geworden, dass meine Depressionen bedeuten, dass ich mein Leben so wie ich es jetzt lebe, nicht weiterleben kann, ich habe mir aus der Bücherei Literatur über Depr. geholt und weiß, dass es eine Krankheit ist, die unbedingt behandelt werden muß. Wie und ob überhaupt mit Medikamenten ist bei jedem Betroffenen unterschiedlich. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Medikamente in akuten Phasen sehr hilfreich sein können, aber ohne Psychotherapie geht es nicht. Ich habe heute auch so einen richtigen Sch.tag,ich grübel und grübel, rauche viel zu viel und komme nicht in die Puschen. Aber dadurch, dass ich im Forum bin, mich angemeldet habe und versuche, mich mitzuteilen, fühle ich mich besser und ich schaffe Stunde um Stunde, meinen Durchhänger nicht zu ertränken.
Ich glaube nicht, dass Du morgen Probleme haben wirst in der Ambulanz, ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir "Depressiven" sehr ernst genommen werden,ich wünsche Dir allen Mut, den Termin wahrzunehmen und Dich dem Arzt gegenüber zu öffnen! Gruss, Laufschnecke. -
Hallo, ich bin "Laufschnecke" und neu hier im Forum.
Ich bin Alkoholikerin und nach mehreren Rückfällen seit Mitte Juni diesen Jahres trocken. In den letzten Wochen lief alles ganz gut, aber seit ein paar Tagen ist die "Luft raus". Ich bin deit dem 1.08. integrativ wieder in meinen Beruf eingestiegen, ca & Monate nach meinem 1.Klinikaufenthalt. Die Arbeit ist nicht das Problem, aber im Umgang mit den Kollegen bin ich noch unsicher. Sie wissen, dass ich Alkoholikerin bin und haben in den letzten 6 Jahren mehrmals erlebt, dass ich längere Zeit ausgefallen bin. Ist ja klar, dass sie misstrauisch sind, aber ein Leben ohne meinen Job kann ich mir auch nicht vorstellen. Zunächst arbeite ich 2 Stunden am Tag, dann 4 usw.
Ich bin weiterhin ambulant in der Institutsambulanz der psychiatrischen Klinik und nehme sooft es geht an den Gruppen teil. Dienstags gehe ich wieder regelmäßig in meine SG und am Montag nehme ich die amb. Verhaltenstherapie wieder auf, die ich im Februar abgebrochen habe.
Auch mein Hanteltraining habe ich seit 2 Monaten wieder aufgenommen.
Ich weiß, dass eine Tagesstruktur wichtig ist, da ich auch Depressionen habe, um so mehr. Allein das hat mir in den letzten Wochen sehr geholfen, nicht wieder rückfällig zu werden.Aber heute hänge ich einfach durch, ich habe zu nichts Lust und kann mich einfach nicht aufraffen, meine Laufschuhe anzuziehen und loszulaufen. Irgendwie fühle ich mich einsam, ich habe mich im letzten Jahr von meinem Mann gertrennt und lebe allein. Mein Sohn ist 13 und überwiegend bei seinem Vater. Es ist besser für ihn, mein Mann war und ist in seinem Leben immer eine Konstante gewesen und bei ihm fühlt er sich sicher. Vertrauen zu mir kann nur langsam wieder entstehen, er hat öfter erlebt, dass getrunken habe obwohl ich versprochen hatte, es nicht mehr zu tun. Ich weiß, dass ich Geduld haben muß, aber das ist gar nicht so leicht. Er fehlt mir einfach.
Und so bin ich heute einfach nicht gut drauf, früher war mein erster Weg in so einer Stimmung zur Tankstelle, aber das kommt nicht mehr in Frage.
Trinken macht erst recht einsam. Und dann bin ich gestern Abend auf dieses Forum gestoßen und habe mich angemeldet. Es tut einfach gut, zu erfahren, das ich nicht die Einzige bin, die mit dieser Krankheit lebt und was ich so gelesen habe, zeigt mir, dass es geht. So, da hab ich ja schon einen kleinen Roman geschrieben, aber es hat mir geholfen, alles mal loszuwerden,danke fürs Zuhören äh -lesen, Gruss, Laufschnecke [/img]